Allgemeine & Spezielle Krankheitslehre

Pathologische Grundlagen, Krankheitsgruppen, Warnzeichen und ergotherapeutische Folgen.

23 Kapitel185 UnterthemenStand 13. Juli 2026

Einleitung und Grenze

Eigenständige Lernzusammenfassung. Die Gliederung führt von allgemeinen Krankheitsmechanismen zu häufigen Fachgebieten und endet bei Sicherheit und ergotherapeutischer Ableitung. Sie ersetzt keine Leitlinie, Diagnostik, ärztliche Anordnung oder Behandlungsempfehlung.

Quellen und Literatur

Lehrplan für die Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin

Sächsisches Staatsministerium für Kultus

Ausgabe oder Version
2004/2012/2020, redaktionelle Anpassung 2024
Jahr
2024
Herausgabe
Freistaat Sachsen
Abruf
13. Juli 2026

Gesundheitsinformation.de

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen

Ausgabe oder Version
laufend aktualisierte Patienteninformationen
Jahr
laufend
Herausgabe
IQWiG
Abruf
13. Juli 2026

Quelle öffnen

AWMF-Leitlinienregister

Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften

Ausgabe oder Version
laufend aktualisiert
Jahr
laufend
Herausgabe
AWMF
Abruf
13. Juli 2026

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Infektionsschutz und Gesundheitsschutz

Robert Koch-Institut

Ausgabe oder Version
laufend aktualisiert
Jahr
laufend
Herausgabe
RKI
Abruf
13. Juli 2026

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01 Gesundheit, Krankheit und Krankheitsfolgen 8 Unterthemen
Kern

Krankheit betrifft nicht nur Körperfunktionen, sondern kann Aktivität, Rollen, Beziehungen, Umwelt und Lebensqualität verändern.

Anwendung

Ergotherapeutische Befundung verbindet medizinische Informationen mit konkreten Betätigungsproblemen und Zielen.

Grenze

Ergotherapie stellt keine medizinische Diagnose und verändert keine ärztliche Behandlung eigenständig.

Einordnung

Krankheit betrifft nicht nur Körperfunktionen, sondern kann Aktivität, Rollen, Beziehungen, Umwelt und Lebensqualität verändern.

Fachlicher Kern

Ursachen und Verläufe

Erkrankungen können genetische, infektiöse, degenerative, traumatische, toxische, immunologische oder multifaktorielle Ursachen haben. Verläufe sind akut, chronisch, rezidivierend, schubförmig oder progredient.

Folgen im Alltag

Symptomstärke und Diagnose erklären die Alltagswirkung nur teilweise. Gewohnheiten, Ressourcen, Unterstützung und Umwelt bestimmen mit, wie Handlungsfähigkeit erhalten bleibt.

Ergotherapeutische Anwendung

Ergotherapeutische Befundung verbindet medizinische Informationen mit konkreten Betätigungsproblemen und Zielen.

Leitfragen

  • Welche Krankheitsfolge ist für die Person bedeutsam?
  • Welche Ressource kompensiert?
  • Welche Umweltbedingung verschärft oder erleichtert?

Dokumentation und Transfer

Diagnose wird als medizinische Information genannt; eigene Beobachtungen und funktionelle Folgen werden getrennt beschrieben.

Grenzen und Fehlerquellen

Ergotherapie stellt keine medizinische Diagnose und verändert keine ärztliche Behandlung eigenständig.

Quellenbasis: Allgemeine & Spezielle Krankheitslehre; Quellen des Buches. Vollständige Angaben stehen im Quellenfenster des Buches.

02 Zellschädigung, Anpassung und Tumorbiologie 8 Unterthemen
Kern

Zellen reagieren auf Belastung mit Anpassung; bei überschrittener Belastbarkeit entstehen reversible oder irreversible Schäden.

Anwendung

Die Grundlagen erklären Gewebeabbau, Immobilitätsfolgen, Heilung und onkologische Belastungen.

Grenze

Tumorstatus und Gewebediagnose beruhen auf medizinischer Diagnostik, nicht auf funktioneller Beobachtung.

Einordnung

Zellen reagieren auf Belastung mit Anpassung; bei überschrittener Belastbarkeit entstehen reversible oder irreversible Schäden.

Fachlicher Kern

Anpassungsformen

Hypertrophie, Hyperplasie, Atrophie und Metaplasie verändern Größe, Zahl oder Differenzierung von Zellen. Ursache und Dauer bestimmen, ob die Reaktion funktionell oder schädlich ist.

Zelltod und Tumor

Apoptose ist regulierter Zelltod, Nekrose Folge schwerer Schädigung. Tumoren entstehen durch gestörte Wachstumsregulation; gutartige und bösartige Tumoren unterscheiden sich in Wachstum und Ausbreitung.

Ergotherapeutische Anwendung

Die Grundlagen erklären Gewebeabbau, Immobilitätsfolgen, Heilung und onkologische Belastungen.

Leitfragen

  • Ist die Veränderung Anpassung oder Schädigung?
  • Welche Funktion geht verloren?
  • Welche Belastung ist medizinisch erlaubt?

Dokumentation und Transfer

Beobachtbare Folgen wie Fatigue, Gewichtsverlust, Kraftverlust oder Wundveränderung werden beschrieben.

Grenzen und Fehlerquellen

Tumorstatus und Gewebediagnose beruhen auf medizinischer Diagnostik, nicht auf funktioneller Beobachtung.

Quellenbasis: Allgemeine & Spezielle Krankheitslehre; Quellen des Buches. Vollständige Angaben stehen im Quellenfenster des Buches.

03 Entzündung, Immunreaktion und Infektion 8 Unterthemen
Kern

Entzündung ist eine Abwehr- und Reparaturreaktion; Infektion bezeichnet das Eindringen und Vermehren von Erregern.

Anwendung

Hygiene, Belastungsanpassung und Beobachtung von Allgemeinsymptomen sind zentral.

Grenze

Fieber, rasche Verschlechterung oder schwere Infektionszeichen erfordern medizinische Beurteilung.

Einordnung

Entzündung ist eine Abwehr- und Reparaturreaktion; Infektion bezeichnet das Eindringen und Vermehren von Erregern.

Fachlicher Kern

Entzündungsreaktion

Rötung, Wärme, Schwellung, Schmerz und Funktionsverlust entstehen durch Gefäß- und Immunreaktionen. Akute Entzündung kann heilen, chronische Entzündung Gewebe dauerhaft verändern.

Erreger und Schutz

Viren, Bakterien, Pilze und Parasiten unterscheiden sich. Übertragungswege, Eintrittspforten, Immunstatus, Hygiene und Impfungen beeinflussen das Risiko.

Ergotherapeutische Anwendung

Hygiene, Belastungsanpassung und Beobachtung von Allgemeinsymptomen sind zentral.

Leitfragen

  • Liegt ein lokales oder systemisches Zeichen vor?
  • Welche Übertragung ist zu verhindern?
  • Wann muss Therapie abgebrochen werden?

Dokumentation und Transfer

Symptome, Hygienemaßnahmen und Rücksprache werden sachlich festgehalten.

Grenzen und Fehlerquellen

Fieber, rasche Verschlechterung oder schwere Infektionszeichen erfordern medizinische Beurteilung.

Quellenbasis: Allgemeine & Spezielle Krankheitslehre; Quellen des Buches. Vollständige Angaben stehen im Quellenfenster des Buches.

04 Kreislaufstörungen, Ödeme und Schock 8 Unterthemen
Kern

Störungen von Blutfluss, Gefäßdurchlässigkeit oder Rücktransport können Gewebeversorgung und Kreislauf akut oder chronisch beeinträchtigen.

Anwendung

Schwellung, Hautfarbe, Schmerz, Atemnot und Belastungsreaktion werden beobachtet; Lagerung und Bewegung richten sich nach Diagnose und Vorgabe.

Grenze

Verdacht auf Thrombose, Embolie oder Schock ist ein medizinischer Notfall.

Einordnung

Störungen von Blutfluss, Gefäßdurchlässigkeit oder Rücktransport können Gewebeversorgung und Kreislauf akut oder chronisch beeinträchtigen.

Fachlicher Kern

Lokale Kreislaufstörungen

Ischämie vermindert arterielle Versorgung, Thrombose verschließt ein Gefäß lokal, Embolie verschleppt Material. Venöse Stauung und Lymphstörung begünstigen Ödeme.

Systemische Störung

Schock bedeutet unzureichende Gewebeperfusion und kann durch Volumenverlust, Herzversagen, Verteilung oder Obstruktion entstehen.

Ergotherapeutische Anwendung

Schwellung, Hautfarbe, Schmerz, Atemnot und Belastungsreaktion werden beobachtet; Lagerung und Bewegung richten sich nach Diagnose und Vorgabe.

Leitfragen

  • Ist die Durchblutung oder der Rückfluss betroffen?
  • Welche Warnzeichen bestehen?
  • Welche Aktivität ist sicher?

Dokumentation und Transfer

Ort, Ausmaß, Verlauf, Begleitsymptome und Maßnahmen werden dokumentiert.

Grenzen und Fehlerquellen

Verdacht auf Thrombose, Embolie oder Schock ist ein medizinischer Notfall.

Quellenbasis: Allgemeine & Spezielle Krankheitslehre; Quellen des Buches. Vollständige Angaben stehen im Quellenfenster des Buches.

05 Wunde, Heilung und Narbe 8 Unterthemen
Kern

Wundheilung verläuft über Blutstillung, Entzündung, Gewebeneubildung und Umbau; Belastbarkeit steigt schrittweise.

Anwendung

Bewegung, Desensibilisierung und Narbenmaßnahmen werden an Heilungsstand und ärztliche Freigabe angepasst.

Grenze

Infektionszeichen, Wunddehiszenz oder Durchblutungsstörung erfordern sofortige Rücksprache.

Einordnung

Wundheilung verläuft über Blutstillung, Entzündung, Gewebeneubildung und Umbau; Belastbarkeit steigt schrittweise.

Fachlicher Kern

Heilungsphasen

Die Phasen überlappen. Durchblutung, Infektion, Ernährung, Medikamente, Alter und mechanische Belastung beeinflussen den Verlauf.

Narbe und Funktion

Narbengewebe ordnet sich entlang von Belastung, bleibt aber anders als ursprüngliches Gewebe. Adhäsion, Überempfindlichkeit oder Kontraktur können Bewegung und Betätigung begrenzen.

Ergotherapeutische Anwendung

Bewegung, Desensibilisierung und Narbenmaßnahmen werden an Heilungsstand und ärztliche Freigabe angepasst.

Leitfragen

  • Welche Heilungsphase ist anzunehmen?
  • Wie belastbar ist das Gewebe?
  • Welche funktionelle Einschränkung entsteht?

Dokumentation und Transfer

Wund- oder Narbenzustand wird nur im eigenen Zuständigkeitsbereich und mit standardisierten Beobachtungen festgehalten.

Grenzen und Fehlerquellen

Infektionszeichen, Wunddehiszenz oder Durchblutungsstörung erfordern sofortige Rücksprache.

Quellenbasis: Allgemeine & Spezielle Krankheitslehre; Quellen des Buches. Vollständige Angaben stehen im Quellenfenster des Buches.

06 Schmerz und Chronifizierung 8 Unterthemen
Kern

Schmerz ist ein individuelles sensorisches und emotionales Erleben, das biologischen Schutz, Lernen und Kontext verbindet.

Anwendung

Betätigungsziele, Pacing, graduierte Belastung und Selbstwirksamkeit stehen im Vordergrund.

Grenze

Neue starke Schmerzen, neurologische Ausfälle oder systemische Warnzeichen benötigen medizinische Abklärung.

Einordnung

Schmerz ist ein individuelles sensorisches und emotionales Erleben, das biologischen Schutz, Lernen und Kontext verbindet.

Fachlicher Kern

Akut und chronisch

Akuter Schmerz warnt häufig vor Schädigung. Chronischer Schmerz kann sich verselbstständigen und wird durch Sensitivierung, Erwartungen, Stress, Schlaf und Verhalten beeinflusst.

Funktion und Vermeidung

Schmerz kann Aktivität reduzieren; langfristige Vermeidung kann Kondition und Vertrauen weiter senken. Dosierte Aktivität und verständliche Erklärung unterstützen Handlungsfähigkeit.

Ergotherapeutische Anwendung

Betätigungsziele, Pacing, graduierte Belastung und Selbstwirksamkeit stehen im Vordergrund.

Leitfragen

  • Welche Aktivität ist trotz Schmerz möglich?
  • Welche Schutzstrategie ist hilfreich oder übermäßig?
  • Wie reagiert der Schmerz im Verlauf?

Dokumentation und Transfer

Ort, Qualität, Intensität, Auslöser, zeitlicher Verlauf und Betätigungsfolge werden getrennt erfasst.

Grenzen und Fehlerquellen

Neue starke Schmerzen, neurologische Ausfälle oder systemische Warnzeichen benötigen medizinische Abklärung.

Quellenbasis: Allgemeine & Spezielle Krankheitslehre; Quellen des Buches. Vollständige Angaben stehen im Quellenfenster des Buches.

07 Orthopädische und degenerative Erkrankungen 8 Unterthemen
Kern

Orthopädische Erkrankungen betreffen Knochen, Gelenke, Muskeln, Sehnen und Bänder und verändern Belastbarkeit, Bewegung und Alltag.

Anwendung

Ergotherapie analysiert Hand- und Alltagsanforderungen, passt Werkzeuge und Belastung an und unterstützt nachhaltigen Aktivitätsaufbau.

Grenze

„Verschleiß“ darf nicht als unveränderliche Erklärung benutzt werden; gleichzeitig sind medizinische Belastungsgrenzen zu beachten.

Einordnung

Orthopädische Erkrankungen betreffen Knochen, Gelenke, Muskeln, Sehnen und Bänder und verändern Belastbarkeit, Bewegung und Alltag.

Fachlicher Kern

Degeneration und Überlastung

Arthrose verändert Gelenkknorpel und angrenzende Strukturen. Tendinopathien entstehen durch gestörte Anpassung an Last. Bildbefunde und Beschwerden stimmen nicht immer direkt überein.

Konservative und operative Behandlung

Information, Aktivitätsanpassung, Training, Schmerztherapie, Hilfsmittel und bei Bedarf Operation werden kombiniert.

Ergotherapeutische Anwendung

Ergotherapie analysiert Hand- und Alltagsanforderungen, passt Werkzeuge und Belastung an und unterstützt nachhaltigen Aktivitätsaufbau.

Leitfragen

  • Welche Aufgabe provoziert oder vermeidet die Belastung?
  • Welche Anpassung erhält Selbstständigkeit?
  • Wie entwickelt sich Funktion statt nur Schmerz?

Dokumentation und Transfer

Funktion, Belastung, Schmerzreaktion, Hilfsmittel und Verlauf werden festgehalten.

Grenzen und Fehlerquellen

„Verschleiß“ darf nicht als unveränderliche Erklärung benutzt werden; gleichzeitig sind medizinische Belastungsgrenzen zu beachten.

Quellenbasis: Allgemeine & Spezielle Krankheitslehre; Quellen des Buches. Vollständige Angaben stehen im Quellenfenster des Buches.

08 Rheumatologische Erkrankungen 8 Unterthemen
Kern

Rheumatologische Erkrankungen können Gelenke, Wirbelsäule, Muskeln, Gefäße und Bindegewebe systemisch entzünden.

Anwendung

Handfunktion, Energieverteilung, Schienen, Hilfsmittel und Arbeitsplatzanpassung sind zentrale Bereiche.

Grenze

Bei akut entzündetem Gelenk werden intensive Widerstände vermieden; Medikamentenfragen gehören zum ärztlichen Bereich.

Einordnung

Rheumatologische Erkrankungen können Gelenke, Wirbelsäule, Muskeln, Gefäße und Bindegewebe systemisch entzünden.

Fachlicher Kern

Entzündliche Muster

Schmerz, Schwellung, Wärme, Morgensteifigkeit und Fatigue sind häufig. Schübe wechseln mit ruhigeren Phasen; Medikamente beeinflussen Entzündung und Infektionsrisiko.

Gelenkschutz und Aktivität

Aktivität bleibt wichtig, wird aber an Entzündungsgrad und Ermüdung angepasst. Gelenkschutz reduziert unnötige Last und verteilt Anforderungen.

Ergotherapeutische Anwendung

Handfunktion, Energieverteilung, Schienen, Hilfsmittel und Arbeitsplatzanpassung sind zentrale Bereiche.

Leitfragen

  • Ist die Erkrankung aktiv oder stabil?
  • Welche Gelenke sind besonders gefährdet?
  • Wie lässt sich Energie sinnvoll verteilen?

Dokumentation und Transfer

Schwellung, Schmerz, Morgensteifigkeit, Fatigue und Aktivitätswirkung werden festgehalten.

Grenzen und Fehlerquellen

Bei akut entzündetem Gelenk werden intensive Widerstände vermieden; Medikamentenfragen gehören zum ärztlichen Bereich.

Quellenbasis: Allgemeine & Spezielle Krankheitslehre; Quellen des Buches. Vollständige Angaben stehen im Quellenfenster des Buches.

09 Trauma, Fraktur und postoperative Nachbehandlung 8 Unterthemen
Kern

Trauma schädigt Gewebe plötzlich; Nachbehandlung verbindet Schutz, Heilung, Beweglichkeit, Belastungsaufbau und Wiedergewinnung von Betätigung.

Anwendung

Therapie beginnt mit sicheren Alltagsstrategien und führt schrittweise zu Beweglichkeit, Kraft und Handgebrauch.

Grenze

Red Flags wie zunehmender Schmerz, Durchblutungsstörung, Infektionszeichen oder Kompartmentsymptome erfordern sofortige Abklärung.

Einordnung

Trauma schädigt Gewebe plötzlich; Nachbehandlung verbindet Schutz, Heilung, Beweglichkeit, Belastungsaufbau und Wiedergewinnung von Betätigung.

Fachlicher Kern

Verletzungsarten

Frakturen, Luxationen, Band-, Sehnen- und Nervenverletzungen unterscheiden sich in Stabilität und Heilung. Ruhigstellung schützt, führt aber zu Funktionsverlust.

Nachbehandlung

Vorgaben zu Bewegung und Belastung richten sich nach Versorgung und Heilungsphase. Schmerz, Schwellung, Narbe, Sensibilität und Komplikationen werden überwacht.

Ergotherapeutische Anwendung

Therapie beginnt mit sicheren Alltagsstrategien und führt schrittweise zu Beweglichkeit, Kraft und Handgebrauch.

Leitfragen

  • Welche Struktur wurde verletzt und wie versorgt?
  • Welche Belastung ist freigegeben?
  • Welche Komplikation muss beobachtet werden?

Dokumentation und Transfer

Operations- oder Verletzungsdatum, Vorgaben, Befund, Dosis und Reaktion werden dokumentiert.

Grenzen und Fehlerquellen

Red Flags wie zunehmender Schmerz, Durchblutungsstörung, Infektionszeichen oder Kompartmentsymptome erfordern sofortige Abklärung.

Quellenbasis: Allgemeine & Spezielle Krankheitslehre; Quellen des Buches. Vollständige Angaben stehen im Quellenfenster des Buches.

10 Neurologische Erkrankungen 8 Unterthemen
Kern

Neurologische Erkrankungen verändern je nach Ort und Verlauf Motorik, Sensibilität, Wahrnehmung, Kognition, Sprache und autonome Funktionen.

Anwendung

Betätigungsanalyse, Aufgabenanpassung, intensives Üben, Kompensation und Angehörigenberatung werden kombiniert.

Grenze

Plötzliche neue neurologische Symptome sind ein Notfall.

Einordnung

Neurologische Erkrankungen verändern je nach Ort und Verlauf Motorik, Sensibilität, Wahrnehmung, Kognition, Sprache und autonome Funktionen.

Fachlicher Kern

Zentrale Erkrankungen

Schlaganfall verursacht fokale Ausfälle, Parkinson betrifft Bewegungsregulation, Multiple Sklerose verläuft entzündlich-demyelinisierend. Symptome und Verlauf sind individuell.

Periphere Erkrankungen

Polyneuropathien und einzelne Nervenläsionen führen zu sensiblen, motorischen oder vegetativen Ausfällen in typischen, aber variablen Verteilungen.

Ergotherapeutische Anwendung

Betätigungsanalyse, Aufgabenanpassung, intensives Üben, Kompensation und Angehörigenberatung werden kombiniert.

Leitfragen

  • Welche Funktion ist betroffen?
  • Welche Ressource kann genutzt werden?
  • Wie sicher ist die Person im Alltag?

Dokumentation und Transfer

Seite, Funktion, Kontext, Hilfebedarf und Verlauf werden präzise beschrieben.

Grenzen und Fehlerquellen

Plötzliche neue neurologische Symptome sind ein Notfall.

Quellenbasis: Allgemeine & Spezielle Krankheitslehre; Quellen des Buches. Vollständige Angaben stehen im Quellenfenster des Buches.

11 Innere Medizin und Stoffwechselerkrankungen 8 Unterthemen
Kern

Erkrankungen innerer Organe beeinflussen Ausdauer, Stoffwechsel, Kognition, Wundheilung und Tagesform.

Anwendung

Energie- und Aktivitätsmanagement, Fuß- und Hautschutz, Hilfsmittel und Tagesstruktur unterstützen Teilhabe.

Grenze

Medikamente, Sauerstoff oder Ernährung werden nicht eigenständig geändert.

Einordnung

Erkrankungen innerer Organe beeinflussen Ausdauer, Stoffwechsel, Kognition, Wundheilung und Tagesform.

Fachlicher Kern

Herz und Lunge

Herzinsuffizienz vermindert Pumpleistung, koronare Erkrankung Durchblutung, COPD Atemfluss und Gasaustausch. Belastung wird symptom- und vorgabenorientiert dosiert.

Stoffwechsel und Niere

Diabetes verändert Glukoseregulation und kann Gefäße, Nerven und Wunden betreffen. Niereninsuffizienz beeinflusst Flüssigkeit, Elektrolyte und Fatigue.

Ergotherapeutische Anwendung

Energie- und Aktivitätsmanagement, Fuß- und Hautschutz, Hilfsmittel und Tagesstruktur unterstützen Teilhabe.

Leitfragen

  • Welche Organfunktion begrenzt die Aktivität?
  • Welche Warnzeichen sind relevant?
  • Welche Tageszeit ist günstig?

Dokumentation und Transfer

Belastung, Symptome, Erholung, Hautzustand und medizinische Vorgaben werden festgehalten.

Grenzen und Fehlerquellen

Medikamente, Sauerstoff oder Ernährung werden nicht eigenständig geändert.

Quellenbasis: Allgemeine & Spezielle Krankheitslehre; Quellen des Buches. Vollständige Angaben stehen im Quellenfenster des Buches.

12 Onkologische Erkrankungen 8 Unterthemen
Kern

Krebserkrankung und Behandlung können Körperfunktion, Energie, Rollen, Selbstbild und Alltag tiefgreifend verändern.

Anwendung

Ergotherapie unterstützt Betätigung, Anpassung, Hilfsmittel, Fatigue-Management und bedeutungsvolle Tagesgestaltung.

Grenze

Infektionszeichen, Blutungsrisiko und medizinische Einschränkungen sind strikt zu beachten.

Einordnung

Krebserkrankung und Behandlung können Körperfunktion, Energie, Rollen, Selbstbild und Alltag tiefgreifend verändern.

Fachlicher Kern

Behandlung und Nebenwirkungen

Operation, Strahlentherapie, Chemotherapie, Immun- und zielgerichtete Therapien werden kombiniert. Fatigue, Neuropathie, Schmerz, Infektionsrisiko und kognitive Veränderungen sind möglich.

Rehabilitation und Palliativversorgung

Ziele reichen von Wiederaufnahme von Rollen bis zu Komfort, Energieverteilung und Selbstbestimmung. Prioritäten können sich rasch verändern.

Ergotherapeutische Anwendung

Ergotherapie unterstützt Betätigung, Anpassung, Hilfsmittel, Fatigue-Management und bedeutungsvolle Tagesgestaltung.

Leitfragen

  • Was ist aktuell für die Person wichtig?
  • Welche Nebenwirkung begrenzt?
  • Welche Belastung ist sicher und sinnvoll?

Dokumentation und Transfer

Ziel, Tagesform, Symptome, Anpassung und Wirkung werden festgehalten.

Grenzen und Fehlerquellen

Infektionszeichen, Blutungsrisiko und medizinische Einschränkungen sind strikt zu beachten.

Quellenbasis: Allgemeine & Spezielle Krankheitslehre; Quellen des Buches. Vollständige Angaben stehen im Quellenfenster des Buches.

13 Psychiatrische Erkrankungen 8 Unterthemen
Kern

Psychische Erkrankungen verändern Erleben, Denken, Antrieb, Verhalten und soziale Teilhabe in unterschiedlicher Kombination.

Anwendung

Betätigungsorientierte Struktur, Aktivierung, Gruppen, Selbstversorgung und Krisenbeobachtung werden individuell angepasst.

Grenze

Akute Suizidalität, Fremdgefährdung oder schwere Desorganisation erfordern sofortiges Vorgehen nach Einrichtungskonzept.

Einordnung

Psychische Erkrankungen verändern Erleben, Denken, Antrieb, Verhalten und soziale Teilhabe in unterschiedlicher Kombination.

Fachlicher Kern

Symptomdimensionen

Depression kann Stimmung und Antrieb senken, Angst Verhalten einengen, Psychosen Wahrnehmung und Realitätsprüfung verändern, manische Episoden Aktivität und Impulskontrolle steigern.

Verlauf und Kontext

Biologische, psychologische und soziale Faktoren wirken zusammen. Ressourcen, Beziehung, Tagesstruktur und Umwelt beeinflussen Funktionsniveau und Genesung.

Ergotherapeutische Anwendung

Betätigungsorientierte Struktur, Aktivierung, Gruppen, Selbstversorgung und Krisenbeobachtung werden individuell angepasst.

Leitfragen

  • Welche Aktivität ist beeinträchtigt?
  • Welche Symptome beeinflussen Sicherheit?
  • Welche Struktur ist unterstützend statt überfordernd?

Dokumentation und Transfer

Beobachtung, Selbstangabe und Interpretation werden getrennt. Wertende Sprache wird vermieden.

Grenzen und Fehlerquellen

Akute Suizidalität, Fremdgefährdung oder schwere Desorganisation erfordern sofortiges Vorgehen nach Einrichtungskonzept.

Quellenbasis: Allgemeine & Spezielle Krankheitslehre; Quellen des Buches. Vollständige Angaben stehen im Quellenfenster des Buches.

14 Psychosomatische und stressbezogene Störungen 8 Unterthemen
Kern

Psychosomatische Beschwerden entstehen in komplexen Wechselwirkungen von Körper, Erleben, Verhalten und sozialen Bedingungen.

Anwendung

Pacing, Körperwahrnehmung, Routine, Betätigungsbalance und graduierter Aktivitätsaufbau können helfen.

Grenze

Neue oder veränderte körperliche Warnzeichen müssen medizinisch abgeklärt werden.

Einordnung

Psychosomatische Beschwerden entstehen in komplexen Wechselwirkungen von Körper, Erleben, Verhalten und sozialen Bedingungen.

Fachlicher Kern

Beschwerden ernst nehmen

Symptome sind real, auch wenn keine ausreichende organische Erklärung gefunden wird. Stress, Aufmerksamkeit, Vermeidung und Lernerfahrungen können Verlauf beeinflussen.

Funktion statt Beweisführung

Behandlung richtet sich auf Umgang mit Symptomen, Aktivität, Regulation und Lebenskontext, nicht auf die Diskussion, ob Beschwerden „körperlich oder psychisch“ sind.

Ergotherapeutische Anwendung

Pacing, Körperwahrnehmung, Routine, Betätigungsbalance und graduierter Aktivitätsaufbau können helfen.

Leitfragen

  • Welche Situation verstärkt oder entlastet?
  • Welche Vermeidung begrenzt Teilhabe?
  • Welche Aktivität ist sinnvoll dosierbar?

Dokumentation und Transfer

Symptom, Kontext, Funktion und Strategie werden neutral beschrieben.

Grenzen und Fehlerquellen

Neue oder veränderte körperliche Warnzeichen müssen medizinisch abgeklärt werden.

Quellenbasis: Allgemeine & Spezielle Krankheitslehre; Quellen des Buches. Vollständige Angaben stehen im Quellenfenster des Buches.

15 Pädiatrische und entwicklungsbezogene Erkrankungen 8 Unterthemen
Kern

Pädiatrische Krankheitslehre verbindet medizinische Diagnose mit Entwicklung, Familie, Schule, Spiel und wachsender Selbstständigkeit.

Anwendung

Spiel, Selbstversorgung, Schulfähigkeit, Hilfsmittel und Beratung werden gemeinsam mit Kind und Bezugspersonen geplant.

Grenze

Diagnostische Etiketten dürfen Individualität und Entwicklungsmöglichkeiten nicht verdecken.

Einordnung

Pädiatrische Krankheitslehre verbindet medizinische Diagnose mit Entwicklung, Familie, Schule, Spiel und wachsender Selbstständigkeit.

Fachlicher Kern

Entwicklung und Erkrankung

Angeborene, perinatale und erworbene Erkrankungen können Motorik, Wahrnehmung, Kognition, Verhalten und Kommunikation beeinflussen. Entwicklungsaufgaben verändern die Bedeutung von Symptomen.

Kontext und Teilhabe

Familie, Kita, Schule und Peers sind zentrale Umwelten. Unterstützung muss alltagsnah sein und Stärken des Kindes berücksichtigen.

Ergotherapeutische Anwendung

Spiel, Selbstversorgung, Schulfähigkeit, Hilfsmittel und Beratung werden gemeinsam mit Kind und Bezugspersonen geplant.

Leitfragen

  • Welche Entwicklungsaufgabe ist aktuell?
  • Was gelingt in welcher Umgebung?
  • Welche Unterstützung fördert Eigenaktivität?

Dokumentation und Transfer

Entwicklungsstand, Funktion, Umfeld und Ziel werden konkret beschrieben.

Grenzen und Fehlerquellen

Diagnostische Etiketten dürfen Individualität und Entwicklungsmöglichkeiten nicht verdecken.

Quellenbasis: Allgemeine & Spezielle Krankheitslehre; Quellen des Buches. Vollständige Angaben stehen im Quellenfenster des Buches.

16 Geriatrische und neurokognitive Erkrankungen 8 Unterthemen
Kern

Im Alter wirken Erkrankungen, Medikamente, Reserve, Sinnesverluste und Umwelt häufig zusammen.

Anwendung

Vertraute Routinen, Umweltanpassung, Sturzprävention, Angehörigenarbeit und bedeutungsvolle Aktivität stehen im Mittelpunkt.

Grenze

Akute Verwirrtheit gilt als medizinisch abklärungsbedürftig und nicht als „normales Alter“.

Einordnung

Im Alter wirken Erkrankungen, Medikamente, Reserve, Sinnesverluste und Umwelt häufig zusammen.

Fachlicher Kern

Demenz und Delir

Demenz verläuft meist chronisch progredient, Delir akut und fluktuierend. Aufmerksamkeit, Orientierung, Gedächtnis und Alltag können betroffen sein.

Frailty und Multimorbidität

Frailty beschreibt erhöhte Vulnerabilität. Mehrere Erkrankungen und Medikamente können sich gegenseitig beeinflussen und Erholung verlangsamen.

Ergotherapeutische Anwendung

Vertraute Routinen, Umweltanpassung, Sturzprävention, Angehörigenarbeit und bedeutungsvolle Aktivität stehen im Mittelpunkt.

Leitfragen

  • Ist die Veränderung akut oder längerfristig?
  • Welche Routine trägt?
  • Welche Unterstützung ist minimal ausreichend?

Dokumentation und Transfer

Funktion, Schwankung, Auslöser, Hilfebedarf und Sicherheit werden beschrieben.

Grenzen und Fehlerquellen

Akute Verwirrtheit gilt als medizinisch abklärungsbedürftig und nicht als „normales Alter“.

Quellenbasis: Allgemeine & Spezielle Krankheitslehre; Quellen des Buches. Vollständige Angaben stehen im Quellenfenster des Buches.

17 Arzneimittelwirkungen im ergotherapeutischen Alltag 8 Unterthemen
Kern

Medikamente können therapeutisch helfen und zugleich Wachheit, Kreislauf, Bewegung, Wahrnehmung oder Sturzrisiko beeinflussen.

Anwendung

Therapiezeit, Belastung, Hilfsmittel und Sicherheitsmaßnahmen werden an beobachtete Wirkungen angepasst.

Grenze

Keine Dosierungs- oder Absetzempfehlung ohne ärztliche Entscheidung.

Einordnung

Medikamente können therapeutisch helfen und zugleich Wachheit, Kreislauf, Bewegung, Wahrnehmung oder Sturzrisiko beeinflussen.

Fachlicher Kern

Beobachtbare Wirkungen

Sedierung, Tremor, Unruhe, Schwindel, Mundtrockenheit, Blutungsneigung oder motorische Veränderungen können Betätigung beeinflussen. Zeitpunkt und Dosisbezug sind wichtig.

Sicher kommunizieren

Ergotherapie beobachtet und meldet, verändert aber nicht eigenständig Medikamente. Auffälligkeiten werden mit Zeitpunkt, Kontext und Wirkung beschrieben.

Ergotherapeutische Anwendung

Therapiezeit, Belastung, Hilfsmittel und Sicherheitsmaßnahmen werden an beobachtete Wirkungen angepasst.

Leitfragen

  • Seit wann besteht die Veränderung?
  • Gibt es einen zeitlichen Bezug zur Einnahme?
  • Welche Aktivität wird unsicher?

Dokumentation und Transfer

Beobachtung, Zeitpunkt, Aktivität und Weitergabe werden festgehalten.

Grenzen und Fehlerquellen

Keine Dosierungs- oder Absetzempfehlung ohne ärztliche Entscheidung.

Quellenbasis: Allgemeine & Spezielle Krankheitslehre; Quellen des Buches. Vollständige Angaben stehen im Quellenfenster des Buches.

18 Red Flags, Sicherheit und interprofessionelle Übergabe 8 Unterthemen
Kern

Red Flags sind Hinweise auf potenziell gefährliche Verläufe und erfordern Unterbrechung, Rücksprache oder Notfallmaßnahmen.

Anwendung

Sicherheitsregeln werden vor Beginn geklärt. Bei Unsicherheit wird frühzeitig interprofessionell rückgefragt.

Grenze

Bei Notfallzeichen hat Sicherheit Vorrang vor Fortsetzung der Therapie.

Einordnung

Red Flags sind Hinweise auf potenziell gefährliche Verläufe und erfordern Unterbrechung, Rücksprache oder Notfallmaßnahmen.

Fachlicher Kern

Typische Warnzeichen

Akute Brustschmerzen, schwere Atemnot, plötzliche neurologische Ausfälle, Synkope, starke Blutung, rasch zunehmende Schwellung, Fieber mit Verschlechterung und Suizidalität sind Beispiele.

Klare Übergabe

Eine gute Übergabe nennt Person, Situation, relevante Vorgeschichte, konkrete Beobachtung, Zeitpunkt, Vitalzeichen soweit vorhanden und gewünschte Reaktion.

Ergotherapeutische Anwendung

Sicherheitsregeln werden vor Beginn geklärt. Bei Unsicherheit wird frühzeitig interprofessionell rückgefragt.

Leitfragen

  • Was ist neu oder deutlich verändert?
  • Welche unmittelbare Gefahr besteht?
  • Wer muss jetzt informiert werden?

Dokumentation und Transfer

Zeitpunkt, Beobachtung, Maßnahme, informierte Person und weitere Anweisung werden vollständig festgehalten.

Grenzen und Fehlerquellen

Bei Notfallzeichen hat Sicherheit Vorrang vor Fortsetzung der Therapie.

Quellenbasis: Allgemeine & Spezielle Krankheitslehre; Quellen des Buches. Vollständige Angaben stehen im Quellenfenster des Buches.

19 Krankheitslehre ergotherapeutisch verbinden 8 Unterthemen
Kern

Krankheitswissen unterstützt Ergotherapie, wenn es mit Funktionsfähigkeit, Betätigung, Kontext und persönlichem Ziel verbunden wird.

Anwendung

Jeder Krankheitsabschnitt endet mit der Frage, welche konkrete Handlung betroffen ist und welche Veränderung realistisch ist.

Grenze

Krankheitslehre darf personenzentrierte Zielsetzung nicht durch Defizitlisten ersetzen.

Einordnung

Krankheitswissen unterstützt Ergotherapie, wenn es mit Funktionsfähigkeit, Betätigung, Kontext und persönlichem Ziel verbunden wird.

Fachlicher Kern

Medizinischer Rahmen

Diagnose, Verlauf, Behandlung und Risiken setzen Rahmenbedingungen. Sie erklären aber nicht allein, was eine Person im Alltag kann oder möchte.

Ergotherapeutische Ableitung

Aus Befund und Betätigungsanalyse werden Ziele, Intervention, Dosis und Evaluation abgeleitet. Körperfunktion, Aktivität, Teilhabe und Umwelt werden zusammen betrachtet.

Ergotherapeutische Anwendung

Jeder Krankheitsabschnitt endet mit der Frage, welche konkrete Handlung betroffen ist und welche Veränderung realistisch ist.

Leitfragen

  • Welche medizinische Information ist handlungsrelevant?
  • Welche Betätigung ist das Ziel?
  • Wie wird Wirkung überprüft?

Dokumentation und Transfer

Die Kette von medizinischem Rahmen über Befund und Ziel bis Ergebnis wird nachvollziehbar dargestellt.

Grenzen und Fehlerquellen

Krankheitslehre darf personenzentrierte Zielsetzung nicht durch Defizitlisten ersetzen.

Quellenbasis: Allgemeine & Spezielle Krankheitslehre; Quellen des Buches. Vollständige Angaben stehen im Quellenfenster des Buches.

20 Schlaganfall und funktionelle Folgen 10 Unterthemen
Kern

Ein Schlaganfall entsteht durch eine akute Durchblutungsstörung oder Blutung im Gehirn und kann sehr unterschiedliche motorische, sensorische, kognitive und kommunikative Folgen haben.

Anwendung

Ergotherapie erfasst konkrete Alltagsauswirkungen, Ressourcen, Sicherheit, Umfeld und Lernfähigkeit.

Grenze

Akut neu auftretende neurologische Symptome sind ein Notfall. Therapieinformationen ersetzen keine Akutdiagnostik.

Mögliche Folgen

Motorik und Sensibilität

Hemiparese, Koordinationsstörung, Tonusveränderung, Sensibilitätsverlust oder Schmerzen.

Kognition und Wahrnehmung

Neglect, Apraxie, Aufmerksamkeits-, Gedächtnis- oder Exekutivstörungen.

Kommunikation und Schlucken

Aphasie, Dysarthrie und Dysphagie können Handlungsfähigkeit und Sicherheit beeinflussen.

Verlauf

Akutphase

Stabilität, Lagerung, frühe Mobilisation, Schlucksicherheit und interprofessionelle Abstimmung.

Rehabilitation

Aufgabenspezifisches Lernen, Kompensation, Umweltanpassung und Angehörigenarbeit.

Teilhabe

Selbstversorgung, Wohnen, Mobilität, Arbeit, Beziehungen und Freizeit.

Warnzeichen

FAST plus

Plötzliche Gesichtslähmung, Armschwäche, Sprachstörung, Seh- oder Gleichgewichtsstörung, stärkster Kopfschmerz: sofort Notruf.

Quellenbasis: Eigene Zusammenfassung; ICD/ICF als Einordnungsrahmen. Vollständige Angaben stehen im Quellenfenster des Buches.

21 Parkinson-Syndrome und Multiple Sklerose 7 Unterthemen
Kern

Parkinson-Syndrome und Multiple Sklerose sind neurologische Erkrankungsgruppen mit unterschiedlichen Verläufen und vielfältigen Auswirkungen auf Handlung und Teilhabe.

Anwendung

Therapie orientiert sich an konkreten Betätigungen, Tagesform, Medikamentenwirkung, Fatigue, Kognition und Umwelt.

Grenze

Verlauf, Prognose und Symptomkombination sind individuell. Pauschale Übungsrezepte sind ungeeignet.

Parkinson-Syndrom

Kernmerkmale

Bradykinese in Verbindung mit Rigor, Ruhetremor oder posturaler Instabilität; zusätzlich können nichtmotorische Symptome auftreten.

Alltag

Starthemmung, kleine Bewegungsamplitude, Freezing, reduzierte Mimik, Feinmotorik- und Schreibprobleme.

Ansätze

Externe Hinweisreize, große zielgerichtete Bewegungen, Routinen, Anpassung von Umgebung und Zeitdruck.

Multiple Sklerose

Mögliche Symptome

Fatigue, Sensibilitätsstörungen, Sehstörungen, Paresen, Spastik, Ataxie, Blasenstörung und kognitive Veränderungen.

Ansätze

Energieeinteilung, Kühlung oder Temperaturmanagement, Hilfsmittel, Arbeitsplatzanpassung und dosiertes Training.

Quellenbasis: Eigene fachliche Zusammenfassung. Vollständige Angaben stehen im Quellenfenster des Buches.

22 CRPS und komplexe Schmerzverläufe 7 Unterthemen
Kern

CRPS ist ein regionales Schmerzsyndrom, bei dem Schmerz und weitere sensorische, vasomotorische, sudomotorische, trophische oder motorische Veränderungen das erwartbare Maß nach einem Ereignis übersteigen können.

Anwendung

Frühe interprofessionelle Abstimmung, schonende aktive Nutzung, Desensibilisierung und schrittweiser Funktionsaufbau sind bedeutsam.

Grenze

Diagnose und Behandlung gehören in ärztliche und spezialisierte interprofessionelle Verantwortung. Aggressive passive Maßnahmen können schaden.

Mögliche Zeichen

Sensorisch

Allodynie, Hyperalgesie, veränderte Körperwahrnehmung.

Vasomotorisch und sudomotorisch

Temperatur- oder Farbunterschiede, Schweißveränderung und Ödem.

Motorisch und trophisch

Bewegungseinschränkung, Schwäche, Tremor, Dystonie sowie Haut-, Haar- oder Nagelveränderungen.

Ergotherapie

Ziele

Sichere Nutzung, graduierte Belastung, Schwellungsmanagement, sensorische Integration, Körperrepräsentation und Rückkehr zu Betätigungen.

Kommunikation

Schmerz anerkennen, Katastrophisierung nicht verstärken und nachvollziehbare Belastungsgrenzen vereinbaren.

Quellenbasis: Eigene fachliche Zusammenfassung. Vollständige Angaben stehen im Quellenfenster des Buches.

23 Delir, Demenz und Depression unterscheiden 9 Unterthemen
Kern

Delir, Demenz und Depression können sich in Aufmerksamkeit, Gedächtnis, Antrieb und Alltagsleistung überschneiden, unterscheiden sich aber häufig in Beginn, Verlauf und Begleitsymptomen.

Anwendung

Ergotherapeutische Beobachtungen aus konkreten Handlungen können zur interprofessionellen Einschätzung beitragen.

Grenze

Die Differenzialdiagnostik ist medizinisch beziehungsweise fachpsychologisch. Ein akutes Delir ist potenziell lebensbedrohlich.

Delir

Typisch

Akuter Beginn, fluktuierender Verlauf, gestörte Aufmerksamkeit und Bewusstseinslage; häufig körperliche Ursache oder Medikamenteneinfluss.

Handeln

Reizniveau regulieren, Orientierung unterstützen, Sicherheit herstellen und sofort medizinisch rückmelden.

Demenz

Typisch

Meist schleichender Verlauf mit zunehmenden kognitiven und alltagspraktischen Einschränkungen.

Handeln

Routinen, Umweltanpassung, kompensierende Hilfen, Angehörigenberatung und bedeutungsvolle Aktivität.

Depression

Typisch

Gedrückte Stimmung, Interessenverlust, Antriebsminderung, Schlaf- und Konzentrationsprobleme; kognitive Beschwerden können ausgeprägt sein.

Handeln

Aktivitätsaufbau, Tagesstruktur, Ressourcen und Suizidalität im Team beachten.

Quellenbasis: Eigene fachliche Zusammenfassung. Vollständige Angaben stehen im Quellenfenster des Buches.

NEigene Notiz

Alle internen Fundstellen

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