COPM

Bedeutsame Betätigungsprobleme aus Sicht der Person erfassen und im Verlauf bewerten.

12 Kapitel96 UnterthemenStand 13. Juli 2026

Einleitung und Grenze

Eigenständiger Lerntext über Zweck, Gesprächslogik und fachliche Einordnung. Er enthält weder das geschützte Erhebungsformular noch eine vollständige Durchführungsvorschrift. Für eine formale Anwendung ist das autorisierte Manual maßgeblich.

Quellen und Literatur

COPM – offizielle Website und autorisierte Materialien

Canadian Occupational Performance Measure

Ausgabe oder Version
aktuelle Onlineinformation
Jahr
2026
Herausgabe
COPM Inc.
Abruf
13. Juli 2026

Quelle öffnen

The Canadian Occupational Performance Measure: an outcome measure for occupational therapy

Law M; Baptiste S; Carswell A; McColl MA; Polatajko H; Pollock N

Ausgabe oder Version
Canadian Journal of Occupational Therapy, 57(2)
Jahr
1990
Herausgabe
Canadian Association of Occupational Therapists
Abruf
13. Juli 2026

Quelle öffnen

01 COPM als Orientierungssystem 8 Unterthemen
Kern

Das COPM richtet den Blick auf Betätigungen, die eine Person selbst als wichtig und problematisch erlebt. Es verbindet klientenzentriertes Gespräch, Priorisierung und Verlaufsmessung.

Anwendung

Die therapeutische Fachperson strukturiert das Gespräch, ohne die wichtigen Anliegen für die Person festzulegen.

Grenze

Querverweise: , , .

Einordnung

Das COPM richtet den Blick auf Betätigungen, die eine Person selbst als wichtig und problematisch erlebt. Es verbindet klientenzentriertes Gespräch, Priorisierung und Verlaufsmessung.

Fachlicher Kern

Individuelles Ergebnismessinstrument

Das COPM ist ein klientenzentriertes, halbstrukturiertes Interview zur Erfassung bedeutsamer Probleme der Betätigungsausführung. Die Person bestimmt, welche Tätigkeiten wichtig sind und wie sie ihre Ausführung und Zufriedenheit erlebt. Dadurch wird Veränderung aus ihrer Perspektive sichtbar.

Assessment und Gespräch zugleich

Das Verfahren liefert Bewertungen, ist aber nicht nur ein Zahleninstrument. Der Gesprächsprozess hilft, Alltagsthemen zu konkretisieren, Prioritäten auszuhandeln und Ziele zu entwickeln. Die Qualität hängt deshalb wesentlich von Gesprächsführung und gemeinsamer Begriffsklärung ab.

Ergotherapeutische Anwendung

Die therapeutische Fachperson strukturiert das Gespräch, ohne die wichtigen Anliegen für die Person festzulegen.

Leitfragen

  • Welche Tätigkeit ist für die Person wirklich bedeutsam?
  • Was genau geschieht in der problematischen Alltagssituation?
  • Welche Veränderung würde die Person selbst als hilfreich erleben?

Dokumentation und Verlauf

Dokumentiert werden der konkrete Betätigungstitel, die Priorität und die Bewertungen nach autorisiertem Vorgehen. Eigene Kommentare werden von den Aussagen der Person getrennt.

Grenzen und Fehlerquellen

Querverweise: , , .

Dieses Lernbuch enthält weder Formular noch vollständige Durchführungsvorschrift. Für Anwendung und Auswertung ist das autorisierte COPM-Manual maßgeblich.

Quellenbasis: Canadian Occupational Performance Measure; Law M, Baptiste S, Carswell A, McColl MA, Polatajko H, Pollock N. Vollständige Angaben stehen im Quellenfenster des Buches.

02 Betätigung statt Defizitliste 8 Unterthemen
Kern

Ein Defizit ist nicht automatisch das vorrangige Therapieanliegen. Entscheidend ist, welche alltägliche Betätigung beeinträchtigt ist und welche Bedeutung sie für die Person hat.

Anwendung

Aus „Handkraft vermindert“ kann je nach Lebenssituation ein Problem beim Kochen, Schreiben, Arbeiten oder Versorgen eines Kindes entstehen.

Grenze

Die Betätigung wird konkret und situationsbezogen formuliert.

Einordnung

Ein Defizit ist nicht automatisch das vorrangige Therapieanliegen. Entscheidend ist, welche alltägliche Betätigung beeinträchtigt ist und welche Bedeutung sie für die Person hat.

Fachlicher Kern

Tätigkeit vor Funktion

Das COPM beginnt bei dem, was die Person im Alltag tun möchte, tun muss oder von ihr erwartet wird. Körperfunktionen und Diagnosen können anschließend erklären helfen, warum die Ausführung erschwert ist. Sie ersetzen jedoch nicht die Benennung der konkreten Betätigung.

Problem präzise formulieren

Nicht Hand ist schwach, sondern zum Beispiel Brot schneiden dauert zu lange und ist unsicher. Nicht Konzentration schlecht, sondern eine Rechnung kann zu Hause nicht ohne mehrfaches Unterbrechen bearbeitet werden. Solche Formulierungen schaffen unmittelbaren Bezug zu Ziel und Verlauf.

Ergotherapeutische Anwendung

Aus „Handkraft vermindert“ kann je nach Lebenssituation ein Problem beim Kochen, Schreiben, Arbeiten oder Versorgen eines Kindes entstehen.

Leitfragen

  • Ist die Formulierung eine Tätigkeit oder nur ein Defizit?
  • Wo, wann und mit wem tritt das Problem auf?
  • Welche Bedeutung hat die Tätigkeit für Rolle und Selbstbild?

Dokumentation und Verlauf

Betätigungsprobleme werden mit Verb, Situation und gewünschter Veränderung formuliert. Diagnosen und Funktionsbefunde erscheinen als ergänzende Analyse, nicht als Ersatz.

Grenzen und Fehlerquellen

Die Betätigung wird konkret und situationsbezogen formuliert.

Eine betätigungsorientierte Formulierung darf nicht künstlich über ein fehlendes klientenseitiges Anliegen gelegt werden.

Quellenbasis: Canadian Occupational Performance Measure; Law M, Baptiste S, Carswell A, McColl MA, Polatajko H, Pollock N. Vollständige Angaben stehen im Quellenfenster des Buches.

03 Drei Betätigungsbereiche 8 Unterthemen
Kern

Das COPM ordnet Anliegen den großen Lebensbereichen Selbstversorgung, Produktivität und Freizeit zu. Die Zuordnung dient der Gesprächsstruktur und darf nicht mechanisch werden.

Anwendung

Eine Betätigung kann mehrere Lebensbereiche berühren. Maßgeblich bleibt die Bedeutung für die befragte Person.

Grenze

Die offiziellen Bezeichnungen und Beispiele werden im Manual nachgeschlagen.

Einordnung

Das COPM ordnet Anliegen den großen Lebensbereichen Selbstversorgung, Produktivität und Freizeit zu. Die Zuordnung dient der Gesprächsstruktur und darf nicht mechanisch werden.

Fachlicher Kern

Drei breite Suchräume

Das COPM ordnet Betätigungen den Bereichen Selbstversorgung, Produktivität und Freizeit zu. Die Bereiche dienen als Gesprächshilfe, damit wichtige Lebensfelder nicht übersehen werden. Eine Tätigkeit kann je nach Person und Kontext unterschiedlich eingeordnet werden.

Individuelle Bedeutung statt starre Kategorie

Kochen kann Selbstversorgung, Familienaufgabe, produktive Rolle oder Freizeitinteresse sein. Entscheidend ist, welche Funktion die Tätigkeit im Leben der Person hat. Die Kategorie unterstützt die Übersicht, darf aber nicht die Bedeutung festlegen.

Ergotherapeutische Anwendung

Eine Betätigung kann mehrere Lebensbereiche berühren. Maßgeblich bleibt die Bedeutung für die befragte Person.

Leitfragen

  • Welche Bereiche wurden bereits besprochen und welcher fehlt noch?
  • Wie ordnet die Person die Tätigkeit selbst ein?
  • Welche Rolle oder Erwartung ist mit der Tätigkeit verbunden?

Dokumentation und Verlauf

Die Zuordnung wird so festgehalten, wie sie im Gespräch verstanden wurde. Bei Mehrdeutigkeit kann die Bedeutung im Text ergänzt werden.

Grenzen und Fehlerquellen

Die offiziellen Bezeichnungen und Beispiele werden im Manual nachgeschlagen.

Die drei Bereiche sind kein vollständiges Lebensmodell und keine Vorgabe, in jedem Bereich ein Problem finden zu müssen.

Quellenbasis: Canadian Occupational Performance Measure; Law M, Baptiste S, Carswell A, McColl MA, Polatajko H, Pollock N. Vollständige Angaben stehen im Quellenfenster des Buches.

04 Das COPM-Gespräch 8 Unterthemen
Kern

Das Gespräch beginnt offen und wird schrittweise fokussiert. Die Person beschreibt, was sie tun möchte, tun muss oder von ihr erwartet wird und wo Schwierigkeiten bestehen.

Anwendung

Nachfragen klären Situation, Häufigkeit, Unterstützung, bisherige Bewältigung und gewünschte Veränderung.

Grenze

Keine Suggestivfragen und keine vorschnelle Zielvorgabe.

Einordnung

Das Gespräch beginnt offen und wird schrittweise fokussiert. Die Person beschreibt, was sie tun möchte, tun muss oder von ihr erwartet wird und wo Schwierigkeiten bestehen.

Fachlicher Kern

Vom offenen Erzählen zur konkreten Tätigkeit

Das Gespräch beginnt breit und wird schrittweise fokussiert. Offene Fragen ermöglichen eine eigene Darstellung; konkrete Nachfragen klären Situation, Häufigkeit, bisherige Bewältigung, Unterstützung und gewünschte Veränderung. Die Therapeutin oder der Therapeut strukturiert, ohne das Problem vorzugeben.

Gemeinsames Sprachverständnis

Begriffe wie Haushalt schaffen oder wieder arbeiten können sind oft zu groß. Durch Beispiele und Rückfragen wird eine beobachtbare Tätigkeit gefunden. Paraphrasieren hilft zu prüfen, ob das Anliegen richtig verstanden wurde.

Ergotherapeutische Anwendung

Nachfragen klären Situation, Häufigkeit, Unterstützung, bisherige Bewältigung und gewünschte Veränderung.

Leitfragen

  • Kann die Person eine konkrete Situation beschreiben?
  • Welche Nachfrage klärt, ohne eine Antwort vorzuschlagen?
  • Ist das formulierte Problem in den Worten der Person wiedererkennbar?

Dokumentation und Verlauf

Wesentliche Originalformulierungen können knapp festgehalten werden. Interpretation, Zusammenfassung und endgültiger Betätigungstitel bleiben unterscheidbar.

Grenzen und Fehlerquellen

Keine Suggestivfragen und keine vorschnelle Zielvorgabe.

Suggestivfragen, vorschnelle Zielvorgaben und das Abarbeiten einer eigenen Problemliste schwächen die Klientenzentrierung.

Quellenbasis: Canadian Occupational Performance Measure; Law M, Baptiste S, Carswell A, McColl MA, Polatajko H, Pollock N. Vollständige Angaben stehen im Quellenfenster des Buches.

05 Wichtigkeit, Performanz und Zufriedenheit 8 Unterthemen
Kern

Die Person priorisiert Anliegen und bewertet ausgewählte Probleme nach den Vorgaben des Instruments. Performanz und Zufriedenheit sind getrennte Perspektiven.

Anwendung

Eine Leistung kann objektiv besser werden, ohne dass die Person zufrieden ist; umgekehrt kann eine Anpassung die Zufriedenheit erhöhen, obwohl eine Körperfunktion unverändert bleibt.

Grenze

Für Skalen, Wortlaut und Auswertung gilt das autorisierte Manual.

Einordnung

Die Person priorisiert Anliegen und bewertet ausgewählte Probleme nach den Vorgaben des Instruments. Performanz und Zufriedenheit sind getrennte Perspektiven.

Fachlicher Kern

Drei getrennte Perspektiven

Wichtigkeit hilft bei der Priorisierung. Performanz beschreibt die selbst eingeschätzte Ausführung. Zufriedenheit beschreibt, wie zufrieden die Person mit dieser Ausführung ist. Eine gute Ausführung kann als unbefriedigend erlebt werden; eine eingeschränkte Ausführung kann akzeptabel sein. Die Bewertungen sind deshalb getrennt zu erheben.

Zahlen als Gesprächsdaten

Die Skalen machen subjektive Einschätzungen vergleichbar, ersetzen aber keine Erklärung. Nachfragen klären, was eine Zahl für diese Person bedeutet und welche Bedingungen die Bewertung beeinflussen. Bei der Wiederholungsmessung müssen dieselben Betätigungsprobleme eindeutig wiedererkennbar sein.

Ergotherapeutische Anwendung

Eine Leistung kann objektiv besser werden, ohne dass die Person zufrieden ist; umgekehrt kann eine Anpassung die Zufriedenheit erhöhen, obwohl eine Körperfunktion unverändert bleibt.

Leitfragen

  • Bewertet die Person gerade Wichtigkeit, Ausführung oder Zufriedenheit?
  • Welche Erfahrung begründet die gewählte Einschätzung?
  • Sind Ausgangs- und Verlaufsbewertung auf dieselbe Tätigkeit bezogen?

Dokumentation und Verlauf

Werte werden exakt nach Manual dokumentiert, nicht nachträglich geglättet. Datum, Kontext und besondere Einflüsse werden ergänzt.

Grenzen und Fehlerquellen

Für Skalen, Wortlaut und Auswertung gilt das autorisierte Manual.

Skalenwerte sind keine objektiven Leistungsnoten und dürfen nicht ohne Gespräch oder gegen die Person interpretiert werden.

Quellenbasis: Canadian Occupational Performance Measure; Law M, Baptiste S, Carswell A, McColl MA, Polatajko H, Pollock N. Vollständige Angaben stehen im Quellenfenster des Buches.

06 Vom Anliegen zum Ziel 8 Unterthemen
Kern

Ein genanntes Problem wird in ein überprüfbares Ziel überführt. Dazu werden Betätigung, Situation, gewünschtes Ausmaß, notwendige Hilfe und ein realistischer Zeitraum geklärt.

Anwendung

Die Zielformulierung bleibt in der Sprache der Person verständlich und wird fachlich präzisiert.

Grenze

Querverweis: und ICF-orientierte Verlaufsplanung.

Einordnung

Ein genanntes Problem wird in ein überprüfbares Ziel überführt. Dazu werden Betätigung, Situation, gewünschtes Ausmaß, notwendige Hilfe und ein realistischer Zeitraum geklärt.

Fachlicher Kern

Vom Problem zur gewünschten Veränderung

Ein priorisiertes Betätigungsproblem wird in eine positive, konkrete Zielrichtung übersetzt. Die Person beschreibt, was sie wieder, erstmals oder anders tun möchte. Anschließend werden Bedingungen, Unterstützung und ein realistischer Zeithorizont geklärt.

Ziel und Behandlungsweg trennen

Das Ziel beschreibt die gewünschte Alltagshandlung. Übungen, Hilfsmittel, Beratung oder Umweltanpassung sind mögliche Mittel. Diese Trennung verhindert, dass ein Therapieverfahren zum Selbstzweck wird.

Ergotherapeutische Anwendung

Die Zielformulierung bleibt in der Sprache der Person verständlich und wird fachlich präzisiert.

Leitfragen

  • Welche konkrete Handlung soll sich verändern?
  • Unter welchen Bedingungen soll sie gelingen?
  • Ist die Formulierung Ziel oder bereits Methode?

Dokumentation und Verlauf

Ziel, Ausgangsbewertung, vereinbarte Schritte und Termin der Neubewertung werden gemeinsam dokumentiert. Änderungen der Priorität bleiben nachvollziehbar.

Grenzen und Fehlerquellen

Querverweis: und ICF-orientierte Verlaufsplanung.

Nicht jedes genannte Problem muss sofort zum Therapieziel werden. Machbarkeit, Auftrag, Sicherheit und Zustimmung sind gemeinsam zu prüfen.

Quellenbasis: Canadian Occupational Performance Measure; Law M, Baptiste S, Carswell A, McColl MA, Polatajko H, Pollock N. Vollständige Angaben stehen im Quellenfenster des Buches.

07 COPM und ICF 8 Unterthemen
Kern

Das COPM zeigt, was der Person wichtig ist. Die ICF hilft, die Bedingungen des Problems systematisch zu ordnen.

Anwendung

Zusammen können sie Priorität, Befundbegründung und Ergebnisdarstellung verbinden.

Grenze

Das COPM wird nicht in ICF-Codes übersetzt, als wären beide Systeme identisch.

Einordnung

Das COPM zeigt, was der Person wichtig ist. Die ICF hilft, die Bedingungen des Problems systematisch zu ordnen.

Fachlicher Kern

Priorität und Ordnung verbinden

Das COPM zeigt, welche Betätigung für die Person bedeutsam ist und wie sie die Situation bewertet. Die ICF hilft anschließend, Körperfunktionen, Aktivitäten, Teilhabe und Umweltfaktoren systematisch zu analysieren. Beide Perspektiven ergänzen sich.

Vom Anliegen zur mehrdimensionalen Analyse

Ein Problem wie allein mit dem Bus zur Arbeit fahren kann Mobilität, Orientierung, Belastbarkeit, Umweltbarrieren, Unterstützung und eine Arbeitsrolle berühren. Die ICF macht diese Ebenen sichtbar, ohne das klientenseitige Anliegen zu ersetzen.

Ergotherapeutische Anwendung

Zusammen können sie Priorität, Befundbegründung und Ergebnisdarstellung verbinden.

Leitfragen

  • Welche COPM-Priorität bildet den Ausgangspunkt?
  • Welche ICF-Komponenten sind für dieses Anliegen relevant?
  • Welche Veränderung soll später aus Sicht der Person erneut bewertet werden?

Dokumentation und Verlauf

COPM-Werte und ICF-Einordnung werden in getrennten Abschnitten festgehalten und über eine gemeinsame Zielformulierung verbunden.

Grenzen und Fehlerquellen

Das COPM wird nicht in ICF-Codes übersetzt, als wären beide Systeme identisch.

Eine direkte Zuordnung eines COPM-Problems zu nur einem ICF-Kode ist meist zu grob.

Quellenbasis: Canadian Occupational Performance Measure; Law M, Baptiste S, Carswell A, McColl MA, Polatajko H, Pollock N. Vollständige Angaben stehen im Quellenfenster des Buches.

08 COPM und kanadische Modelltradition 8 Unterthemen
Kern

Das COPM entstand im Zusammenhang mit einer betätigungsorientierten und klientenzentrierten ergotherapeutischen Modelltradition. Person, Betätigung und Umwelt werden gemeinsam betrachtet.

Anwendung

Für Modellbegriffe und ihre genaue Darstellung werden die jeweiligen Originalpublikationen genutzt.

Grenze

Das Instrument ist nicht mit dem gesamten Modell gleichzusetzen.

Einordnung

Das COPM entstand im Zusammenhang mit einer betätigungsorientierten und klientenzentrierten ergotherapeutischen Modelltradition. Person, Betätigung und Umwelt werden gemeinsam betrachtet.

Fachlicher Kern

Modelltradition als Hintergrund

Das COPM entstand in der kanadischen klientenzentrierten Ergotherapie. Person, Betätigung und Umwelt werden als miteinander verbunden verstanden. Das Instrument ist jedoch nicht identisch mit einem vollständigen Modell der Praxis und kann auch in anderen ergotherapeutischen Rahmen genutzt werden.

Klientenzentrierung praktisch umsetzen

Klientenzentrierung zeigt sich in Entscheidungsspielraum, transparenter Zusammenarbeit und der Anerkennung subjektiver Bedeutung. Sie bedeutet nicht, fachliche Verantwortung, Sicherheitsfragen oder institutionelle Grenzen auszublenden.

Ergotherapeutische Anwendung

Für Modellbegriffe und ihre genaue Darstellung werden die jeweiligen Originalpublikationen genutzt.

Leitfragen

  • Welche Entscheidung liegt bei der Person, welche Verantwortung beim Fachpersonal?
  • Welche Umweltbedingung prägt die Betätigung?
  • Wie wird ein Unterschied in den Einschätzungen offen besprochen?

Dokumentation und Verlauf

Die gewählte Modellperspektive wird bei Bedarf benannt. Im Bericht genügt meist eine klare Begründung, wie Person, Betätigung und Umwelt berücksichtigt wurden.

Grenzen und Fehlerquellen

Das Instrument ist nicht mit dem gesamten Modell gleichzusetzen.

Modellbegriffe dürfen nicht nur dekorativ verwendet werden. Entscheidend ist, ob sie die Befunderhebung und Entscheidung tatsächlich beeinflussen.

Quellenbasis: Canadian Occupational Performance Measure; Law M, Baptiste S, Carswell A, McColl MA, Polatajko H, Pollock N. Vollständige Angaben stehen im Quellenfenster des Buches.

09 Anwendung in Arbeitsfeldern 8 Unterthemen
Kern

COPM-Gespräche können in vielen Arbeitsfeldern sinnvoll sein, sofern Kommunikation, Einwilligung, Belastbarkeit und Ziel der Erhebung passen.

Anwendung

Bei Kindern, kognitiven Einschränkungen oder Fremdauskünften wird transparent dokumentiert, wer bewertet und unter welchen Bedingungen.

Grenze

Anpassungen dürfen die Aussage des Instruments nicht unkenntlich machen.

Einordnung

COPM-Gespräche können in vielen Arbeitsfeldern sinnvoll sein, sofern Kommunikation, Einwilligung, Belastbarkeit und Ziel der Erhebung passen.

Fachlicher Kern

Breit einsetzbar, unterschiedlich anzupassen

Das COPM wird in vielen Altersgruppen und Arbeitsfeldern eingesetzt. Gesprächsform, Tempo, Kommunikationshilfen und Beteiligung von Bezugspersonen müssen an Fähigkeiten, Setting und Auftrag angepasst werden. Die Perspektive der Person bleibt dabei möglichst sichtbar.

Unterstützte Durchführung

Bei Kommunikations- oder Kognitionsproblemen können Beispiele, visuelle Hilfen, Pausen und ergänzende Fremdinformation sinnvoll sein. Es muss dokumentiert werden, wer bewertet und wie stark die Aussage unterstützt oder stellvertretend zustande kam.

Ergotherapeutische Anwendung

Bei Kindern, kognitiven Einschränkungen oder Fremdauskünften wird transparent dokumentiert, wer bewertet und unter welchen Bedingungen.

Leitfragen

  • Kann die Person Bedeutung und Bewertung ausreichend ausdrücken?
  • Welche Anpassung unterstützt, ohne Antworten vorzugeben?
  • Wessen Perspektive wird dokumentiert?

Dokumentation und Verlauf

Abweichungen vom üblichen Gesprächsweg, Beteiligte und Hilfen werden notiert. Ergebnisse aus Eigen- und Fremdperspektive werden nicht vermischt.

Grenzen und Fehlerquellen

Anpassungen dürfen die Aussage des Instruments nicht unkenntlich machen.

Das COPM ist nicht in jeder Situation durchführbar oder vorrangig. Akute Gefährdung, schwere Kommunikationsbarrieren oder fehlender Auftrag können andere Schritte erfordern.

Quellenbasis: Canadian Occupational Performance Measure; Law M, Baptiste S, Carswell A, McColl MA, Polatajko H, Pollock N. Vollständige Angaben stehen im Quellenfenster des Buches.

10 Grenzen und typische Fehler 8 Unterthemen
Kern

Fehler entstehen, wenn die Fachperson Probleme vorgibt, zu abstrakt fragt, nur Körperfunktionen sammelt oder Bewertungen als objektive Messwerte missversteht.

Anwendung

Auch ungeeignete Wiederholungszeitpunkte und fehlende Dokumentation der Bedingungen schwächen die Aussage.

Grenze

Das COPM ersetzt keine medizinische Diagnostik und keine Sicherheitsbeurteilung.

Einordnung

Fehler entstehen, wenn die Fachperson Probleme vorgibt, zu abstrakt fragt, nur Körperfunktionen sammelt oder Bewertungen als objektive Messwerte missversteht.

Fachlicher Kern

Typische Verkürzungen

Häufige Fehler sind das Vorgeben von Problemen, das Verwechseln von Funktion und Betätigung, unklare Betätigungstitel, das Vermischen der drei Bewertungen oder eine Wiederholungsmessung unter nicht vergleichbaren Bezeichnungen.

Gespräch und Manual zusammenhalten

Eine freundliche Gesprächsführung allein garantiert keine standardisierte Anwendung. Umgekehrt erzeugt formales Abfragen ohne echtes Verstehen keine klientenzentrierte Priorität. Beides muss zusammenkommen.

Ergotherapeutische Anwendung

Auch ungeeignete Wiederholungszeitpunkte und fehlende Dokumentation der Bedingungen schwächen die Aussage.

Leitfragen

  • Ist das Problem konkret genug für eine spätere Wiedererkennung?
  • Wurde die Bewertung durch Kommentare beeinflusst?
  • Ist eine Abweichung vom Manual dokumentiert?

Dokumentation und Verlauf

Nach dem Gespräch kann eine kurze Qualitätsprüfung erfolgen: Formulierung, Priorisierung, Bewertungsart, Perspektive und Termin der Neubewertung.

Grenzen und Fehlerquellen

Das COPM ersetzt keine medizinische Diagnostik und keine Sicherheitsbeurteilung.

Ergebnisse verschiedener Personen oder Problemtypen sind nicht wie normierte Testwerte unmittelbar miteinander zu vergleichen.

Quellenbasis: Canadian Occupational Performance Measure; Law M, Baptiste S, Carswell A, McColl MA, Polatajko H, Pollock N. Vollständige Angaben stehen im Quellenfenster des Buches.

11 Dokumentation 8 Unterthemen
Kern

Dokumentiert werden Anlass, befragte Person, priorisierte Betätigungsprobleme, Bewertungszeitpunkt und relevante Bedingungen. Im Verlauf werden Veränderungen und ihre Bedeutung beschrieben.

Anwendung

Rohwerte werden nicht ohne Kontext interpretiert.

Grenze

Geschützte Formulare werden nicht öffentlich nachgebaut.

Einordnung

Dokumentiert werden Anlass, befragte Person, priorisierte Betätigungsprobleme, Bewertungszeitpunkt und relevante Bedingungen. Im Verlauf werden Veränderungen und ihre Bedeutung beschrieben.

Fachlicher Kern

Ausgangslage und Verlauf verbinden

Eine vollständige Dokumentation enthält die priorisierten Betätigungsprobleme, Bewertungen, Kontext und Zeitpunkt. Bei der Neubewertung wird sichtbar, ob sich Ausführung und Zufriedenheit aus Sicht der Person verändert haben und ob neue Prioritäten entstanden sind.

Veränderung erklären

Eine Zahlenänderung wird durch Gespräch und Befund ergänzt. Verbesserungen können auf Training, Kompensation, Umweltanpassung, veränderte Unterstützung oder eine neue Bewertung der Situation zurückgehen. Auch fehlende Veränderung liefert Informationen für die weitere Planung.

Ergotherapeutische Anwendung

Rohwerte werden nicht ohne Kontext interpretiert.

Leitfragen

  • Sind Ausgangs- und Verlaufsdaten eindeutig zugeordnet?
  • Welche Intervention oder Kontextänderung fand dazwischen statt?
  • Wie bewertet die Person die Bedeutung der Veränderung?

Dokumentation und Verlauf

Verlaufsberichte nennen die subjektive Veränderung und die fachliche Einordnung getrennt. Originalwerte werden nach Manual berechnet und aufbewahrt.

Grenzen und Fehlerquellen

Geschützte Formulare werden nicht öffentlich nachgebaut.

Eine einzelne Differenz darf nicht ohne Kontext als vollständiger Wirksamkeitsnachweis ausgegeben werden.

Quellenbasis: Canadian Occupational Performance Measure; Law M, Baptiste S, Carswell A, McColl MA, Polatajko H, Pollock N. Vollständige Angaben stehen im Quellenfenster des Buches.

12 Fallarbeit, Prüfung und Quellen 8 Unterthemen
Kern

In Fallaufgaben wird erklärt, warum das COPM gewählt wird, welche Information es liefert und welche weiteren Befunde nötig bleiben.

Anwendung

Eine gute Antwort trennt Instrumentenzweck, Durchführung, Ergebnis und ergotherapeutische Konsequenz.

Grenze

Für tatsächliche Anwendung und genaue Auswertung gilt das autorisierte Manual.

Einordnung

In Fallaufgaben wird erklärt, warum das COPM gewählt wird, welche Information es liefert und welche weiteren Befunde nötig bleiben.

Fachlicher Kern

Fallarbeit in klaren Schritten

Für Prüfung und Praxis lässt sich der Ablauf als Kette darstellen: Anlass, Betätigungsanliegen, Priorisierung, Ausgangsbewertung, Analyse, Ziel, Intervention und Neubewertung. Jeder Schritt beantwortet eine andere Frage und wird durch konkrete Falldaten belegt.

Quellen sauber begrenzen

Allgemeine Grundlagen können aus Fachliteratur zusammengefasst werden. Formulare, genaue Instruktionen und Auswertungsregeln stammen aus dem autorisierten Manual und werden nicht aus inoffiziellen Kopien übernommen.

Ergotherapeutische Anwendung

Eine gute Antwort trennt Instrumentenzweck, Durchführung, Ergebnis und ergotherapeutische Konsequenz.

Leitfragen

  • Ist jeder Planungsschritt aus dem Fall begründet?
  • Welche Aussage stammt aus dem Manual und welche ist eigene Zusammenfassung?
  • Welche Information fehlt noch für eine sichere Bewertung?

Dokumentation und Verlauf

Quellenangaben nennen Autorenschaft oder Institution, Titel, Ausgabe, Jahr, Verlag beziehungsweise Website und Abrufdatum. Dynamische Quellen werden ohne starre Seitenangabe beschrieben.

Grenzen und Fehlerquellen

Für tatsächliche Anwendung und genaue Auswertung gilt das autorisierte Manual.

Prüfungswissen darf nicht mit einer vollständigen Anwenderqualifikation gleichgesetzt werden.

Quellenbasis: Canadian Occupational Performance Measure; Law M, Baptiste S, Carswell A, McColl MA, Polatajko H, Pollock N. Vollständige Angaben stehen im Quellenfenster des Buches.

NEigene Notiz

Alle internen Fundstellen

Quiz wird geladen.