Adaptierende Verfahren

40 Ustd.3 Kapitel199 Fragen
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Einleitung

In dem Fach „Adaptierende Verfahren“ werden die Zusammenhänge von Lebensqualität des Menschen und Möglichkeiten der Adaption zur Wiederherstellung, zum Erhalt oder zur Verbesserung der selbstständigen Lebensführung aufgezeigt. Die Schülerinnen und Schüler setzen sich bewusst mit dem Begriff der Adaption auseinander und erkennen, dass Möglichkeiten der Adaption störungsspezifisch modifiziert werden können und müssen.

Auf der Grundlage eigener Befunderhebung sind sie in der Lage, Adaptionen selbst herzustellen, mit den Klienten und deren Angehörigen Beratungsgespräche zu führen, sie sachgerecht anzuleiten und mit ihnen Trainingsmaßnahmen durchzuführen. Sie werden zunehmend befähigt, ihr vorhandenes Wissen zu den ergotherapeutischen Behandlungsverfahren zu bündeln und bei der Behandlungsplanung und -durchführung anzuwenden.

Bei der Vermittlung der theoretischen Inhalte ist Anschaulichkeit und Praxisnähe durch fachpraktische Übungen und den Einsatz von Fallbeispielen zu gewährleisten. Dabei ist insbesondere der Bezug zum Fach „Grundlagen der Ergotherapie“ und den ergotherapeutischen Verfahren herzustellen.

Quelle

Sächsisches Staatsministerium für Kultus: Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin, freigegeben ab 1. August 2020, S. 138-141.

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01 Theoretische Grundlagen 5 (2) Ustd. 58 Unterfragen
Lehrplananforderung

Die Schülerinnen und Schüler erkennen die Bedeutung von Selbstständigkeit für die Lebensqualität des Menschen. Sie analysieren die Anforderungen des Alltags klientenbezogen und unterstützen die Patienten bei der Auswahl geeigneter Pflegehilfsmittel und Hilfsmittel beratend.

Quelle: Sächsisches Staatsministerium für Kultus: Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin, freigegeben ab 1. August 2020, S. 139.

Fragen & Antworten58

Kapitelkern

Erklären Sie den fachlichen Kern von „Selbstständigkeit und Lebensqualität als Ausgangspunkt“. 3 P
  • Adaptierende Verfahren beginnen bei einer bedeutsamen Alltagshandlung und der subjektiven Bewertung der Person
  • Selbstständigkeit umfasst Eigenaktivität, Entscheidung und passende Unterstützung
  • Eine Lösung ist nur dann erfolgreich, wenn sie funktionell nützt und im Lebenskontext akzeptiert wird
Definieren Sie den Begriff „Person–Umwelt–Betätigung-Passung“. 3 P
  • Schwierigkeiten entstehen aus der Passung zwischen Fähigkeiten, Umweltbedingungen und Handlungsanforderungen
  • Deshalb kann an mehreren Stellen angesetzt werden: Fähigkeit, Ablauf, Gegenstand, Raum oder soziale Unterstützung
  • Die kleinste wirksame Veränderung wird praktisch erprobt
Erläutern Sie die Kernaussagen von „Auswahlprinzip adaptierender Lösungen“. 3 P
  • Eine Lösung muss zielbezogen, sicher, bedienbar, wartbar und im Alltag verfügbar sein
  • Diagnose oder Produktkatalog allein reichen nicht
  • Erprobung, informierte Entscheidung und Nachkontrolle verhindern, dass technisch mögliche, aber ungenutzte Hilfen verordnet oder hergestellt werden

Auftrag adaptierender Verfahren

Definieren Sie „Gegenstand adaptierender Verfahren“ fachlich präzise. 2 P
  • Adaptierende Verfahren verändern Betätigung, Gegenstand oder Umwelt so, dass eine Person trotz Einschränkung sicherer und selbstständiger handeln kann
  • Ausgangspunkt ist keine einzelne Körperfunktion, sondern eine konkret bedeutsame Alltagshandlung mit erkennbarem Ziel
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Zielrichtung der Adaption“. 3 P
  • Eine Adaption soll Selbstständigkeit, Sicherheit, Teilhabe oder Lebensqualität verbessern
  • Sie kann Fähigkeiten erhalten, kompensieren oder eine Tätigkeit überhaupt erst ermöglichen
  • Der Erfolg zeigt sich daran, ob die Person die gewünschte Betätigung im Alltag besser ausführen kann
Unterscheiden Sie „Abgrenzung zu reinem Funktionstraining“ anhand fachlicher Kriterien. 3 P
  • Funktionstraining übt vor allem körperliche oder kognitive Voraussetzungen
  • Adaptierende Verfahren verändern zusätzlich Aufgabe, Werkzeug, Ablauf oder Umgebung
  • Beide Ansätze können verbunden werden, müssen aber an einem gemeinsamen Betätigungsziel ausgerichtet bleiben
Charakterisieren Sie „Wortherkunft von Adaption“. 3 P
  • Adaption geht auf lateinisch adaptare zurück: ad bedeutet „hin zu“, aptare „passend machen“
  • Verwandt sind aptus für „geeignet“ und Wörter wie adaptiv oder Adapter
  • Der Begriff betont die Herstellung einer passenden Beziehung zwischen Person, Handlung und Umwelt
Leiten Sie aus „Ergotherapeutischer Kernauftrag“ Konsequenzen für die ergotherapeutische Praxis ab. 2 P
  • Ergotherapeutisch wird nicht die größtmögliche technische Anpassung gesucht, sondern die kleinste wirksame und akzeptierte Veränderung
  • Sie soll Ressourcen nutzen, unnötige Abhängigkeit vermeiden und regelmäßig darauf geprüft werden, ob sie im tatsächlichen Alltag funktioniert

Selbstständigkeit, Autonomie und Assistenz

Charakterisieren Sie „Selbstständigkeit im Alltag“. 2 P
  • Selbstständigkeit bedeutet, eine Betätigung mit vertretbarem Aufwand, ausreichender Sicherheit und möglichst wenig fremder Hilfe ausführen zu können
  • Dazu kann auch gehören, Unterstützung gezielt anzufordern, Hilfsmittel zu nutzen oder einzelne Schritte bewusst abzugeben
Begründen Sie die fachlichen Anforderungen bei „Autonomie trotz Hilfebedarf“. 2 P
  • Autonomie bezeichnet die Möglichkeit, eigene Entscheidungen zu treffen und das eigene Leben mitzugestalten
  • Eine Person kann körperlich auf Hilfe angewiesen und dennoch autonom sein, wenn sie Zeitpunkt, Art und Umfang der Unterstützung mitbestimmt und ihre Prioritäten berücksichtigt werden
Begründen Sie die fachlichen Anforderungen bei „Wortherkunft von Autonomie“. 3 P
  • Autonomie stammt aus griechisch autós für „selbst“ und nómos für „Gesetz, Ordnung“
  • Gemeint ist Selbstbestimmung, nicht vollständige Unabhängigkeit
  • Verwandt sind autonom, Nomos in Ökonomie oder Astronomie und die Endung -nomie für regelhafte Ordnung
Charakterisieren Sie „Assistenz als abgestufte Unterstützung“. 3 P
  • Assistenz reicht von verbaler Erinnerung über Vorbereitung und Sicherung bis zur teilweisen oder vollständigen Übernahme
  • Die Stufe wird so gewählt, dass die Person möglichst viel selbst ausführt, ohne Überforderung oder Gefährdung
  • Hilfen sollen nachvollziehbar und veränderbar sein
Beurteilen Sie die zentralen Grenzen und Risiken bei „Gefahr unnötiger Abhängigkeit“. 3 P
  • Zu viel Hilfe kann vorhandene Fähigkeiten verdecken, Übungsmöglichkeiten verringern und Selbstwirksamkeit schwächen
  • Zu wenig Hilfe kann zu Scheitern, Erschöpfung oder Gefahr führen
  • Deshalb wird Unterstützung gemeinsam dosiert, beobachtet und bei verändertem Bedarf angepasst

Lebensqualität und individuelle Bedeutung

Ordnen Sie „Lebensqualität als subjektive Bewertung“ fachlich ein. 3 P
  • Lebensqualität lässt sich nicht allein aus Diagnose, Leistungswerten oder Wohnsituation ableiten
  • Entscheidend ist, wie die Person ihre Möglichkeiten, Beziehungen, Sicherheit, Rollen und Zufriedenheit selbst bewertet
  • Fachliche Beobachtung ergänzt diese Sicht, ersetzt sie aber nicht
Charakterisieren Sie „Bedeutsame Betätigungen“. 3 P
  • Eine Anpassung ist besonders tragfähig, wenn sie eine persönlich wichtige Betätigung ermöglicht, etwa Körperpflege, Kochen, Elternrolle, Arbeit oder Freizeit
  • Die Bedeutung erklärt Motivation und Priorität
  • Ein technisch perfektes Hilfsmittel bleibt nutzlos, wenn die Tätigkeit für die Person keine Relevanz hat
Beurteilen Sie die zentralen Grenzen und Risiken bei „Zielkonflikte bei Lebensqualität“. 3 P
  • Mehr Sicherheit kann Spontaneität einschränken, mehr Unabhängigkeit kann zusätzlichen Aufwand bedeuten und eine sichtbare Hilfe kann als stigmatisierend erlebt werden
  • Solche Zielkonflikte werden offen benannt
  • Die Entscheidung orientiert sich an den Prioritäten und dem informierten Einverständnis der Person
Charakterisieren Sie „Gewohnheiten und Routinen“. 3 P
  • Routinen ordnen Handlungen zeitlich, räumlich und sozial
  • Eine Adaption muss in bestehende Abläufe passen oder gemeinsam einen neuen Ablauf etablieren
  • Wird nur das Gerät erklärt, aber nicht seine Einbindung in Morgenroutine, Haushalt oder Arbeitsweg, bleibt die Nutzung häufig instabil
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Evaluation der Lebensqualität“. 3 P
  • Erfolg wird nicht nur über Geschwindigkeit oder Fehlerzahl gemessen
  • Zusätzlich werden Zufriedenheit, Belastung, wahrgenommene Kontrolle und Teilhabe erfragt
  • Eine Anpassung gilt erst dann als sinnvoll, wenn funktioneller Gewinn und subjektiver Nutzen in einem vertretbaren Verhältnis stehen

Kulturelle, soziale und generationale Einflüsse

Ordnen Sie „Kulturelle Prägung von Alltagsbetätigungen“ fachlich ein. 3 P
  • Kultur beeinflusst, welche Betätigungen wichtig sind, wie Hilfe angenommen wird und welche Körpernähe, Rollen oder Gegenstände als passend gelten
  • Therapeutische Annahmen werden deshalb nicht als allgemeingültig gesetzt
  • Bedeutung und Akzeptanz werden mit der Person geklärt
Charakterisieren Sie „Soziale Lage und Zugänglichkeit“. 3 P
  • Finanzielle Mittel, Wohnraum, Bildung, digitale Fähigkeiten und erreichbare Unterstützung beeinflussen, welche Adaption realistisch ist
  • Eine Empfehlung muss beschaffbar, wartbar und verständlich sein
  • Lösungen, die nur unter idealen Bedingungen funktionieren, vergrößern sonst bestehende Barrieren
Charakterisieren Sie „Generationale Erfahrungen“. 3 P
  • Generationen unterscheiden sich nicht einheitlich, können aber verschiedene Erfahrungen mit Technik, Pflege, Arbeit und Selbstständigkeit mitbringen
  • Alter wird nicht mit Technikferne gleichgesetzt
  • Erprobung und Lernangebot richten sich nach individueller Vorerfahrung statt nach pauschalen Zuschreibungen
Charakterisieren Sie „Familienrollen und Erwartungen“. 3 P
  • Angehörige können Anpassungen unterstützen, ablehnen oder unbewusst eigene Vorstellungen durchsetzen
  • Rollen wie Elternschaft, Partnerschaft oder Haushaltsverantwortung prägen Ziele
  • Beratung macht sichtbar, wessen Problem gelöst werden soll und wer welche Aufgaben übernehmen möchte
Charakterisieren Sie „Diskriminierung und Stigmatisierung“. 3 P
  • Hilfsmittel können Zugehörigkeit fördern, aber auch als sichtbares Zeichen von Behinderung erlebt werden
  • Gestaltung, Diskretion und Wahlmöglichkeiten beeinflussen Akzeptanz
  • Therapeutisch werden keine ästhetischen oder sozialen Bedenken abgewertet, sondern als Teil der Versorgung bearbeitet

Person–Umwelt–Betätigung-Passung

Erläutern Sie die Kernaussagen von „Passung als Analyseprinzip“. 3 P
  • Handlungsfähigkeit entsteht aus dem Zusammenspiel von Person, Umwelt und Betätigung
  • Eine Schwierigkeit kann daher an mehreren Stellen verändert werden: Fähigkeit stärken, Aufgabe vereinfachen, Werkzeug anpassen, Umgebung ordnen oder Unterstützung organisieren
  • Die beste Stelle wird gemeinsam erprobt
Charakterisieren Sie „Personbezogene Ressourcen“. 3 P
  • Ressourcen umfassen körperliche, sensorische, kognitive, emotionale und soziale Fähigkeiten sowie Erfahrung, Motivation und Strategien
  • Sie werden nicht nur als Testergebnis erfasst, sondern in der konkreten Betätigung beobachtet
  • Eine Adaption soll vorhandene Kompetenzen nutzbar machen
Erklären Sie den fachlichen Kern von „Umweltbezogene Ressourcen und Barrieren“. 3 P
  • Umwelt umfasst räumliche Bedingungen, Gegenstände, Licht, Geräusche, Zeitdruck, Regeln und soziale Unterstützung
  • Eine Barriere ist nicht nur eine Stufe
  • Auch unklare Beschriftung, fehlende Ablageflächen oder widersprüchliche Hilfe können Handlungen erschweren
Definieren Sie den Begriff „Betätigungsanforderungen“. 3 P
  • Betätigungen verlangen eine Abfolge von Teilhandlungen, bestimmte Körperpositionen, Wahrnehmung, Entscheidungen und zeitliche Organisation
  • Die Analyse trennt notwendige von veränderbaren Anforderungen
  • Dadurch wird sichtbar, ob ein anderer Ablauf denselben Zweck sicherer erfüllt
Charakterisieren Sie „Mehrere Anpassungswege“. 3 P
  • Dasselbe Ziel kann über verschiedene Wege erreicht werden
  • Anziehen lässt sich etwa durch Training, Sitzposition, Reihenfolge, Greifhilfe, Kleidungswahl oder Assistenz erleichtern
  • Varianten werden praktisch verglichen, statt eine Standardlösung vorschnell als einzig richtige festzulegen

Alltagsanforderungen analysieren

Charakterisieren Sie „Analyse einer konkreten Alltagshandlung“. 3 P
  • Die Handlung wird in Anfangssituation, Teilhandlungen, benötigte Gegenstände, Umweltbedingungen und Abschluss gegliedert
  • Beobachtet wird, an welchem Schritt die Ausführung stockt und welche Folgen entstehen
  • So wird ein unscharfes Problem in veränderbare Anforderungen übersetzt
Beschreiben Sie Ablauf und fachliche Bedeutung von „Kritische Handlungsschritte“. 3 P
  • Kritisch sind Schritte mit hohem Kraftbedarf, geringer Stabilität, komplexer Reihenfolge, Zeitdruck oder besonderem Risiko
  • Sie werden zuerst geprüft, weil eine kleine Änderung dort den größten Nutzen bringen kann
  • Nicht jeder langsame oder ungewohnte Schritt braucht eine Adaption
Charakterisieren Sie „Zeit und Energiebedarf“. 3 P
  • Eine Handlung kann technisch gelingen und dennoch zu lange dauern oder übermäßig ermüden
  • Zeit, Pausen, Schmerz, Konzentrationsabfall und Erholung werden deshalb mitbeobachtet
  • Die passende Lösung verteilt Belastung und erhält Energie für weitere bedeutsame Betätigungen
Begründen Sie die fachlichen Anforderungen bei „Sicherheitsanforderungen“. 3 P
  • Sicherheit umfasst Sturz-, Verbrennungs-, Schnitt-, Druck-, Fehlbedienungs- und Überlastungsrisiken
  • Risiken werden konkret beschrieben und nicht nur mit „unsicher“ bewertet
  • Ziel ist eine nachvollziehbare Balance zwischen Schutz, Selbstbestimmung und vertretbarem Restrisiko
Charakterisieren Sie „Analyse im natürlichen Kontext“. 3 P
  • Eine Laboraufgabe zeigt nicht automatisch, wie eine Handlung zu Hause, unterwegs oder bei der Arbeit gelingt
  • Reale Wege, Möbel, Mitmenschen und Gewohnheiten verändern Anforderungen
  • Deshalb wird eine Anpassung möglichst dort geprüft, wo sie später regelmäßig genutzt werden soll

Physische Voraussetzungen zur Selbstständigkeit

Charakterisieren Sie „Kraft und Kraftdosierung“. 3 P
  • Nicht nur maximale Kraft, sondern auch Dosierung, Haltefähigkeit und Wiederholbarkeit beeinflussen Alltagshandlungen
  • Eine Adaption kann Hebel verkürzen, Reibung erhöhen, Gewicht verringern oder beidhändige Nutzung ermöglichen
  • Sie wird so gewählt, dass Restkraft sinnvoll eingesetzt wird
Charakterisieren Sie „Beweglichkeit und Gelenkstellung“. 3 P
  • Bewegungsumfang, Gelenkstabilität und schmerzarme Ausgangsstellung bestimmen Reichweite und Greiffunktion
  • Gegenstände können näher platziert, Griffe verändert oder Bewegungswege verkürzt werden
  • Eine Anpassung darf keine ungünstige Dauerstellung erzwingen oder neue Druckstellen erzeugen
Charakterisieren Sie „Koordination und Gleichgewicht“ bei „Physische Voraussetzungen zur Selbstständigkeit“. 3 P
  • Zielbewegung, Timing, Rumpfstabilität und Gleichgewicht wirken zusammen
  • Bei Unsicherheit können Sitzposition, Abstützung, Tempo, Gegenstandsfixierung oder Schrittfolge angepasst werden
  • Die Lösung soll unkontrollierte Ausweichbewegungen reduzieren, ohne sinnvolle Eigenaktivität zu blockieren
Charakterisieren Sie „Ausdauer und Belastbarkeit“. 3 P
  • Ausdauer bestimmt, wie lange eine Tätigkeit verlässlich möglich ist und wie schnell Erholung eintritt
  • Arbeitsflächen, Pausen, Hilfsmittel und Aufgabenverteilung werden an Tagesform und Gesamtbelastung angepasst
  • Ein einzelner erfolgreicher Versuch beweist noch keine alltagstaugliche Belastbarkeit
Begründen Sie die fachlichen Anforderungen bei „Sensibilität und Hautschutz“. 3 P
  • Verminderte Berührungs-, Schmerz- oder Temperaturempfindung erhöht das Risiko unbemerkter Verletzungen
  • Griffmaterial, Druckverteilung, Temperaturkontrolle und Hautinspektion werden eingeplant
  • Eine bequeme Adaption ist nicht automatisch sicher, wenn Warnreize fehlen

Kognitive und psychische Voraussetzungen

Charakterisieren Sie „Aufmerksamkeit und Reizsteuerung“. 2 P
  • Ablenkbarkeit oder verlangsamte Aufmerksamkeit kann durch ruhige Umgebung, reduzierte Auswahl, klare Reihenfolge und sichtbare Startpunkte kompensiert werden
  • Die Anpassung soll relevante Hinweise hervorheben, ohne den Raum mit zusätzlichen Signalen zu überladen
Erklären Sie den fachlichen Kern von „Gedächtnis und Erinnerungshilfen“. 3 P
  • Erinnerungshilfen reichen von festen Ablageorten über Checklisten bis zu digitalen Hinweisen
  • Sie müssen zum Gedächtnisproblem passen: Abruf, Reihenfolge, Zeit oder Wiedererkennen
  • Wirksamkeit wird daran geprüft, ob die Person die Hilfe selbstständig bemerkt und nutzen kann
Erklären Sie Funktion und fachlichen Zweck von „Planung und exekutive Funktionen“. 3 P
  • Komplexe Aufgaben werden in überschaubare Schritte, Entscheidungspunkte und Abschlusskontrollen gegliedert
  • Vorlagen oder Routinen können Planung entlasten
  • Die Strategie darf nicht so kompliziert sein, dass ihre Anwendung mehr Organisation verlangt als die ursprüngliche Betätigung
Erklären Sie den fachlichen Kern von „Motivation und Selbstwirksamkeit“. 3 P
  • Anpassungen werden eher genutzt, wenn ihr Nutzen unmittelbar erlebbar ist und die Person an Auswahl und Erprobung beteiligt ist
  • Zu starke Vereinfachung kann als entwertend erlebt werden
  • Fortschritt wird sichtbar gemacht, ohne Schwierigkeiten zu beschönigen oder Druck aufzubauen
Begründen Sie die fachlichen Anforderungen bei „Angst, Unsicherheit und Vermeidung“. 3 P
  • Nach Sturz, Schmerz oder Misserfolg kann eine objektiv mögliche Handlung vermieden werden
  • Sicherheit, schrittweise Erprobung und nachvollziehbare Rückmeldung helfen, Vertrauen aufzubauen
  • Eine technische Hilfe allein löst Angst nicht, kann aber einen kontrollierten Handlungsspielraum schaffen

Soziale Voraussetzungen und Handlungskompetenz

Charakterisieren Sie „Soziale Unterstützung“. 3 P
  • Unterstützung kann informieren, erinnern, sichern, motivieren oder praktisch helfen
  • Entscheidend ist ihre Verfügbarkeit und Verlässlichkeit im Alltag
  • Eine Adaption, die ständig eine zweite Person benötigt, ist nur dann passend, wenn diese Unterstützung tatsächlich vereinbart und akzeptiert ist
Erklären Sie den fachlichen Kern von „Kommunikation von Hilfebedarf“. 3 P
  • Selbstständigkeit schließt ein, Unterstützung verständlich anzufordern und Grenzen mitzuteilen
  • Formulierungen, Signale oder Notfallwege können geübt werden
  • Bei Kommunikationsbeeinträchtigungen werden passende Ausdrucksmittel bereitgestellt, damit Entscheidungen nicht stellvertretend erraten werden
Erklären Sie den fachlichen Kern von „Handlungskompetenz“. 3 P
  • Handlungskompetenz verbindet Wissen, Fertigkeiten, Motivation und situationsgerechte Entscheidung
  • Eine Person kann einen Ablauf kennen und dennoch in einer neuen Umgebung Schwierigkeiten haben
  • Training umfasst deshalb nicht nur Ausführung, sondern auch Auswahl, Kontrolle und Anpassung der Strategie
Charakterisieren Sie „Rollen und Verantwortlichkeiten“. 3 P
  • Therapeutin, Klient, Angehörige, Pflege und Technik haben unterschiedliche Aufgaben
  • Zuständigkeiten für Beschaffung, Wartung, Kontrolle und Unterstützung werden geklärt
  • Unklare Verantwortlichkeit führt dazu, dass Hilfsmittel vorhanden sind, aber nicht sicher oder regelmäßig eingesetzt werden
Beurteilen Sie die zentralen Grenzen und Risiken bei „Grenzen sozialer Anpassung“. 3 P
  • Nicht jede Schwierigkeit darf durch mehr familiäre Hilfe gelöst werden
  • Dauerhafte Unterstützung kann Angehörige überlasten oder Abhängigkeiten verstärken
  • Alternativen wie Umweltveränderung, professionelle Assistenz oder vereinfachte Abläufe werden mitbedacht und fair verteilt

Formen der Adaption

Charakterisieren Sie „Anpassung der Umwelt an den Menschen“. 3 P
  • Die Umwelt kann durch Raumordnung, Beleuchtung, Kontraste, Haltemöglichkeiten, Sitzhöhe oder reduzierte Wege verändert werden
  • Ziel ist eine geringere Anforderung bei gleichem Betätigungszweck
  • Veränderungen müssen mit Mitbewohnenden, Arbeitsschutz und realen Platzverhältnissen vereinbar sein
Charakterisieren Sie „Anpassung des Menschen an Umweltbedingungen“. 3 P
  • Der Mensch kann Strategien, Bewegungsabläufe, Reihenfolgen oder Umgangsweisen lernen, wenn die Umwelt nicht vollständig veränderbar ist
  • Diese Form darf nicht bedeuten, unzumutbare Barrieren einfach der Person anzulasten
  • Training und Umweltkritik gehören zusammen
Erklären Sie Funktion und fachlichen Zweck von „Anpassung der Aufgabe“. 3 P
  • Aufgaben lassen sich in Umfang, Reihenfolge, Tempo, Material oder Qualitätsanforderung verändern
  • Der Zweck bleibt erhalten, während einzelne Anforderungen sinken
  • Eine sinnvolle Anpassung vereinfacht nicht wahllos, sondern genau den Schritt, der die Teilhabe verhindert
Charakterisieren Sie „Anpassung von Gegenständen“. 4 P
  • Griffe können verdickt, rutschfester, verlängert oder angewinkelt werden
  • Gegenstände können fixiert, markiert oder leichter bedienbar gemacht werden
  • Material, Hygiene, Belastbarkeit und Verletzungsrisiko werden geprüft
  • Provisorien eignen sich zur Erprobung, nicht automatisch zur Dauerlösung
Charakterisieren Sie „Kompensation und Wiederherstellung“. 3 P
  • Kompensation nutzt einen anderen Weg, während Wiederherstellung eine beeinträchtigte Fähigkeit gezielt verbessert
  • Beide Ziele können gleichzeitig verfolgt werden
  • Eine Person darf im Alltag kompensieren, auch wenn im Training weiter an Kraft, Wahrnehmung oder Beweglichkeit gearbeitet wird

Hilfsmittel und Pflegehilfsmittel auswählen

Charakterisieren Sie „Bedarf vor Produktauswahl“. 4 P
  • Zuerst werden Betätigung, Problemstelle, Umfeld und Ziel beschrieben
  • Erst danach wird ein Produkt gesucht
  • Eine Diagnose allein bestimmt kein geeignetes Hilfsmittel
  • Dasselbe Gerät kann bei zwei Personen wegen unterschiedlicher Routinen, Körpermaße oder Wohnbedingungen völlig verschieden funktionieren
Definieren Sie „Auswahlkriterien“. 3 P
  • Wichtige Kriterien sind Funktion, Passform, Kraftbedarf, Bedienbarkeit, Sicherheit, Reinigung, Transport, Haltbarkeit und Akzeptanz
  • Auch Folgekosten und Wartung werden bedacht
  • Ein technisch leistungsfähiges Hilfsmittel ist ungeeignet, wenn es im Alltag zu schwer, kompliziert oder auffällig ist
Charakterisieren Sie „Erprobung vor endgültiger Versorgung“. 3 P
  • Hilfsmittel werden möglichst in typischen Alltagssituationen erprobt
  • Dabei werden Erfolg, Fehler, Zeitbedarf, Ermüdung und subjektive Sicherheit beobachtet
  • Ein kurzer Versuch unter therapeutischer Anleitung reicht nicht, wenn die Person das Gerät später allein und unter anderen Bedingungen nutzen muss
Unterscheiden Sie „Pflegehilfsmittel und Hilfsmittel im Vergleich“ anhand fachlicher Kriterien. 4 P
  • Hilfsmittel zielen vor allem auf Ausgleich, Sicherung oder Teilhabe der betroffenen Person
  • Pflegehilfsmittel können zusätzlich Pflege erleichtern oder Beschwerden vorbeugen
  • Die praktische Grenze hängt vom konkreten Versorgungszweck ab
  • Für die Beratung bleibt die Alltagssituation entscheidend
Charakterisieren Sie „Versorgungsweg und aktuelle Prüfung“. 3 P
  • Verordnung, Zuständigkeit und Kostenübernahme richten sich nach aktuellem Versorgungsweg und müssen vor der Beschaffung geprüft werden
  • Ergotherapeutische Beratung dokumentiert Bedarf und Erprobung, ersetzt aber keine verbindliche Leistungszusage
  • Produktangaben werden aktuell und herstellerbezogen kontrolliert

Die Fragen und Antworten wurden aus den redaktionellen Lerntexten dieses Kapitels abgeleitet. Jede Antwort gehört ausschließlich zu der unmittelbar darüberstehenden Frage.

Hinweise des Lehrplans
  • vgl. Lehrplan Grundlagen der Ergotherapie
  • physische, psychische, kognitive, soziale Fähigkeiten
  • vgl. Lehrplan Grundlagen der Ergotherapie
  • vgl. Lehrplan Prävention und Rehabilitation
  • vgl. Lehrplan Spiele, Hilfsmittel, Schienen, technische Medien

Quelle: Sächsisches Staatsministerium für Kultus: Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin, freigegeben ab 1. August 2020, S. 139.

02 Befunderhebung, Diagnostik und Dokumentation 10 (6) Ustd. 58 Unterfragen
Lehrplananforderung

Die Schülerinnen und Schüler kennen ausgewählte Funktionsanalysen und Testverfahren, erstellen Befunde, werten diese aus und leiten ergotherapeutische Zielstellungen ab. Sie sind in der Lage, den gesamten Prozess fachgerecht zu dokumentieren.

Quelle: Sächsisches Staatsministerium für Kultus: Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin, freigegeben ab 1. August 2020, S. 140.

Fragen & Antworten58

Kapitelkern

Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Beobachtungsbasierter Alltagsbefund“. 3 P
  • Der Befund verbindet Betätigungsanamnese, systematische Beobachtung und gezielte Funktionsanalyse
  • Sichtbares Verhalten, Aussage und Interpretation werden getrennt
  • Entscheidend ist, welcher Faktor eine priorisierte Alltagshandlung unter konkreten Bedingungen erschwert oder ermöglicht
Erklären Sie Funktion und fachlichen Zweck von „Bereichsübergreifende Funktionsanalyse“. 3 P
  • Motorische, neurophysiologische, neuropsychologische, psychosoziale und arbeitstherapeutische Befunde werden nicht nebeneinander gesammelt, sondern auf die Handlungsfrage bezogen
  • Nur relevante Tests werden eingesetzt
  • Standardisierte Werte werden durch Beobachtung im natürlichen Kontext ergänzt
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Befundbewertung, Ziel und Dokumentation“. 3 P
  • Ressourcen, Barrieren, Risiken und Unterstützungsbedarf werden zu einer begründeten Arbeitshypothese verbunden
  • Daraus entstehen gemeinsam vereinbarte, beobachtbare Ziele
  • Dokumentiert werden Ausgangsbedingungen, Hilfestufe, Maßnahme, Reaktion und Verlauf nachvollziehbar und datensparsam

Betätigungsanamnese und Alltagsprofil

Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Anlass der Befunderhebung“. 3 P
  • Die Befunderhebung beginnt mit einem konkreten Anlass: Welche Alltagshandlung ist erschwert, gefährlich oder nur mit unverhältnismäßigem Aufwand möglich?
  • Der Anlass bestimmt, welche Informationen benötigt werden
  • Eine vollständige Sammlung aller Defizite wäre weder effizient noch klientenzentriert
Definieren Sie den Begriff „Betätigungsprioritäten“. 3 P
  • Die Person benennt, welche Tätigkeiten sie verändern möchte und welche Unterstützung bereits funktioniert
  • Prioritäten werden nach Bedeutung, Dringlichkeit und realistischer Veränderbarkeit geordnet
  • Therapeutische Sicherheitsbedenken werden transparent ergänzt, aber nicht stillschweigend über die Wünsche gestellt
Charakterisieren Sie „Tages- und Wochenprofil“. 3 P
  • Ein Tagesprofil zeigt Zeiten, Routinen, Übergänge, Belastungsspitzen und Erholungsphasen
  • Ein Wochenprofil ergänzt wechselnde Termine, Arbeit, Versorgung und soziale Rollen
  • Dadurch wird sichtbar, ob eine Lösung nur in der Therapiesituation oder über verschiedene Alltagstage hinweg tragfähig sein muss
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Bisherige Strategien“. 3 P
  • Vorhandene Eigenlösungen werden ernst genommen und auf Nutzen, Risiko und Aufwand geprüft
  • Sie zeigen Erfahrung und Prioritäten der Person
  • Statt sie vorschnell zu ersetzen, kann eine sichere Weiterentwicklung oft akzeptabler sein als ein völlig neues Hilfsmittel oder ein fremder Ablauf
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Kontextinformationen“. 3 P
  • Wohnform, Wege, Mitmenschen, technische Ausstattung, Arbeitsbedingungen und finanzielle Möglichkeiten beeinflussen die Versorgung
  • Erfasst werden nur Informationen, die für die Fragestellung relevant sind
  • Neugier ohne therapeutischen Zweck verletzt Privatsphäre und verbessert den Befund nicht

Zufällige und systematische Beobachtung

Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Zufällige Beobachtung“. 3 P
  • Zufällige Beobachtungen entstehen ungeplant während Gespräch, Weg oder Handlung
  • Sie können wichtige Hinweise liefern, etwa auf Griffwechsel oder Orientierungssuche
  • Für belastbare Schlussfolgerungen werden sie als Ausgangspunkt genutzt und durch gezielte Beobachtung oder Rückfrage überprüft
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Systematische Beobachtung“. 3 P
  • Systematische Beobachtung legt vorher fest, welche Handlung, Kriterien und Bedingungen betrachtet werden
  • Dadurch werden Vergleiche und Verlaufsbeurteilungen möglich
  • Die Struktur darf jedoch nicht dazu führen, unerwartete, aber bedeutsame Verhaltensweisen zu ignorieren
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Beobachtung und Interpretation“. 3 P
  • Beobachtung beschreibt sichtbar oder hörbar Feststellbares
  • Interpretation erklärt eine mögliche Bedeutung. „Die Tasse rutscht zweimal aus der Hand“ ist Beobachtung, „fehlende Kraft“ bereits Deutung
  • Beide Ebenen werden getrennt dokumentiert und mit weiteren Befunden abgesichert
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Beobachtung unter Unterstützung“. 3 P
  • Die Art der Hilfe wird notiert, weil Leistung mit verbaler Anleitung, Vorbereitung oder körperlicher Sicherung nicht direkt mit selbstständiger Ausführung vergleichbar ist
  • Unterstützung wird möglichst abgestuft
  • So lässt sich erkennen, welche minimale Hilfe tatsächlich wirksam ist
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Wiederholte Beobachtung“. 3 P
  • Ein einmaliger Erfolg oder Fehler kann durch Tagesform, Schmerz, Müdigkeit oder ungewohnte Situation beeinflusst sein
  • Wiederholung unter ähnlichen und später unter veränderten Bedingungen erhöht Aussagekraft
  • Zu viele Wiederholungen können jedoch ermüden und das Ergebnis ebenfalls verfälschen

Beobachtung strukturieren und auswerten

Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Startbedingungen“. 3 P
  • Dokumentiert werden Ausgangsposition, benötigte Materialien, Instruktion und Umgebungsbedingungen
  • Ohne diese Angaben bleibt unklar, ob Veränderungen durch die Person oder durch andere Bedingungen entstanden sind
  • Standardisierung ist besonders wichtig, wenn Verlauf verglichen werden soll
Erklären Sie Wirkzusammenhänge bei „Teilhandlungen und Reihenfolge“. 3 P
  • Die Handlung wird in beobachtbare Schritte gegliedert
  • Erfasst wird, ob Schritte ausgelassen, vertauscht, wiederholt oder nur nach Hinweis begonnen werden
  • Diese Analyse zeigt, ob eine Adaption eher Motorik, Orientierung, Gedächtnis oder Organisation entlasten muss
Charakterisieren Sie „Qualität der Ausführung“. 3 P
  • Neben Erfolg werden Genauigkeit, Sicherheit, Tempo, Kraftdosierung, Haltung, Fehlerkorrektur und Ermüdung beobachtet
  • Eine Tätigkeit kann beendet werden und dennoch riskant oder übermäßig belastend sein
  • Qualität wird mit dem individuellen Ziel und nicht mit einem starren Ideal verglichen
Definieren Sie den Begriff „Umwelteinflüsse“. 3 P
  • Licht, Geräusch, Platz, Untergrund, Gegenstandsanordnung und soziale Anwesenheit können Leistung verändern
  • Relevante Faktoren werden gezielt variiert
  • So lässt sich prüfen, ob die Schwierigkeit personenbedingt ist oder durch eine veränderbare Umweltbarriere ausgelöst wird
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Beobachtungsfehler“. 3 P
  • Erwartungen, Sympathie, erste Eindrücke und Wissen um eine Diagnose können Wahrnehmung verzerren
  • Klare Kriterien, Video nur mit Einwilligung, zweite Beobachtung oder kollegiale Rücksprache können Fehler reduzieren
  • Vollständige Objektivität ist nicht erreichbar, aber Reflexion ist verpflichtend

Motorisch-funktionelle Funktionsanalyse

Charakterisieren Sie „Motorische Fragestellung“. 3 P
  • Motorische Untersuchung wird nur so weit durchgeführt, wie sie die konkrete Betätigung erklärt
  • Beweglichkeit, Kraft, Schmerz, Koordination und Belastbarkeit werden mit der beobachteten Schwierigkeit verknüpft
  • Isolierte Messwerte ohne Alltagsbezug führen nicht automatisch zu einer passenden Adaption
Charakterisieren Sie „Inspektion und Haltung“. 4 P
  • Inspektion erfasst sichtbare Haltung, Schwellung, Hautzustand, Schonmuster und Bewegungsqualität
  • Sie erfolgt im Seitenvergleich und in relevanter Ausgangsposition
  • Sichtbefunde werden nicht überinterpretiert
  • Auffällige Veränderungen können weitere medizinische Abklärung erfordern
Erklären Sie Funktion und fachlichen Zweck von „Greiffunktion und Handgebrauch“. 3 P
  • Beobachtet werden Griffart, Kraftdosierung, beidhändiges Zusammenspiel, Gegenstandswechsel und Loslassen
  • Die Analyse richtet sich auf die tatsächlich verwendeten Gegenstände
  • Eine Griffverdickung hilft nur, wenn sie die erforderliche Handöffnung, Stabilität und Kontrolle verbessert
Charakterisieren Sie „Reichweite und Positionierung“. 3 P
  • Reichweite wird zusammen mit Rumpfstabilität, Schulterbelastung und Gleichgewicht beurteilt
  • Häufig ist eine andere Anordnung wirksamer als ein längeres Hilfsmittel
  • Positionierung soll funktionelle Nutzung erleichtern, ohne dauerhafte Fehlhaltung oder Druckbelastung zu erzeugen
Erklären Sie Wirkzusammenhänge bei „Belastungsreaktion“. 3 P
  • Schmerz, Ermüdung, Schwellung, Atemnot oder Leistungsabfall während und nach der Tätigkeit werden erfasst
  • Die Reaktion bestimmt Dosierung und Pausen
  • Warnzeichen und medizinische Vorgaben haben Vorrang vor dem Wunsch, einen Funktionsgewinn in einer Sitzung zu erzwingen

Neurophysiologische Funktionsanalyse

Charakterisieren Sie „Tonus und Bewegungskontrolle“. 3 P
  • Tonus wird in Zusammenhang mit Haltung, Bewegung, Geschwindigkeit und Aufgabe beobachtet
  • Ein einzelner Eindruck in Ruhe reicht nicht
  • Adaptionen sollen unkontrollierte Bewegung oder Überaktivität nicht verstärken und eine möglichst aktive, funktionelle Beteiligung ermöglichen
Charakterisieren Sie „Selektive Bewegung und Synergien“. 3 P
  • Beurteilt wird, ob Gelenke gezielt bewegt oder überwiegend gekoppelte Muster genutzt werden
  • Gegenstandshöhe, Griffposition und Unterstützung können selektive Bewegung erleichtern
  • Eine Kompensation ist akzeptabel, wenn sie sicher ist und keine schädliche Überlastung erzeugt
Charakterisieren Sie „Rumpf- und Gleichgewichtskontrolle“. 3 P
  • Viele Handlungen scheitern nicht an der Hand, sondern an fehlender Sitz- oder Standstabilität
  • Unterlage, Sitzhöhe, Fußkontakt und Abstützung werden deshalb vor feinen Hilfsmitteln geprüft
  • Stabilität soll Bewegung ermöglichen und nicht durch starre Fixierung ersetzen
Charakterisieren Sie „Sensorische Rückmeldung“. 3 P
  • Propriozeption, Berührung und Druck helfen, Bewegung zu steuern
  • Bei verminderter Rückmeldung können visuelle Kontrolle, klare Anschläge oder kontrastreiche Markierungen unterstützen
  • Bei Überempfindlichkeit werden Material und Kontakt dosiert, statt die Person durch wiederholte Reizung zu überfordern
Charakterisieren Sie „Alltagsrelevante Erprobung“. 3 P
  • Neurologische Leistung schwankt mit Aufmerksamkeit, Müdigkeit, Umgebung und Aufgabenkomplexität
  • Eine Adaption wird deshalb in mehreren Situationen geprüft
  • Entscheidend ist, ob die Person die Strategie selbst erkennt und unter realen Bedingungen sicher einsetzen kann

Neuropsychologische Funktionsanalyse

Erklären Sie den fachlichen Kern von „Aufmerksamkeitsanforderungen“. 3 P
  • Analysiert werden Daueraufmerksamkeit, Auswahl relevanter Reize, Wechsel zwischen Schritten und gleichzeitige Anforderungen
  • Fehler werden nicht pauschal als Vergesslichkeit bezeichnet
  • Die Anpassung reduziert gezielt jene Aufmerksamkeitsanforderung, die den Alltagsschritt blockiert
Charakterisieren Sie „Neglect und räumliche Exploration“. 3 P
  • Bei räumlicher Vernachlässigung wird beobachtet, welche Seite, Entfernung oder Raumebene ausgelassen wird und ob Hinweise wirken
  • Gegenstände können zunächst strukturiert und markiert werden
  • Kompensation ersetzt nicht die Sicherheitsprüfung bei Wegen, Verkehr oder heißen Gegenständen
Erklären Sie Wirkzusammenhänge bei „Apraxie und Handlungsabfolge“. 3 P
  • Bei Apraxie kann die Ausführung trotz ausreichender Kraft und Verständnis fehlerhaft sein
  • Vormachen, Gegenstandskontext, reduzierte Auswahl und feste Reihenfolge können helfen
  • Die Beobachtung trennt Planungsfehler von Sprachverständnis, Wahrnehmung und motorischer Einschränkung
Erklären Sie den fachlichen Kern von „Gedächtnis und Prospektivität“. 4 P
  • Prospektives Gedächtnis betrifft das Erinnern an zukünftige Handlungen, etwa Medikamente oder Termine
  • Hilfen müssen zum Zeitpunkt und Kontext auslösen
  • Eine Liste ist wirkungslos, wenn sie nicht gesehen wird
  • Ein Signal ist wirkungslos, wenn die erforderliche Handlung daraus nicht abgeleitet werden kann
Charakterisieren Sie „Exekutive Kontrolle und Fehlererkennung“. 3 P
  • Beurteilt werden Planung, Initiierung, Überwachung, flexible Anpassung und Abschlusskontrolle
  • Manche Personen führen Schritte aus, erkennen aber Fehler nicht
  • Strategien benötigen dann sichtbare Prüfpunkte und Rückmeldungen, die schrittweise in Selbstkontrolle überführt werden

Psychosoziale Funktionsanalyse

Charakterisieren Sie „Antrieb und Handlungsbeginn“. 3 P
  • Untersucht wird, ob eine Person eine bedeutsame Tätigkeit beginnen, fortsetzen und beenden kann
  • Verzögerung kann durch Depression, Angst, Überforderung, fehlende Struktur oder geringe Bedeutung entstehen
  • Die Intervention richtet sich nach Ursache und nicht nur nach sichtbarer Passivität
Erklären Sie Wirkzusammenhänge bei „Stress und Reizbelastung“. 3 P
  • Soziale Dichte, Lärm, Zeitdruck und unklare Erwartungen können Handlungsfähigkeit vermindern
  • Anpassungen schaffen Vorhersagbarkeit, Rückzug oder eindeutige Rollen
  • Sie dürfen nicht zu dauerhafter Vermeidung führen, wenn ein schrittweiser Aufbau von Bewältigung sinnvoll und gewünscht ist
Charakterisieren Sie „Selbstbild und Hilfsmittelakzeptanz“. 3 P
  • Ein Hilfsmittel kann als Unterstützung, Kontrollverlust oder sichtbares Krankheitszeichen erlebt werden
  • Diese Bedeutung beeinflusst Nutzung
  • Erprobung, Wahlmöglichkeiten und eine nicht defizitorientierte Sprache helfen, ohne die Person zur Akzeptanz einer unerwünschten Lösung zu drängen
Analysieren Sie den Zusammenhang bei „Interaktion und Unterstützung“. 3 P
  • Beobachtet wird, wie Hinweise gegeben, verstanden und angenommen werden
  • Konflikte können aus Tonfall, Machtgefälle oder widersprüchlicher Hilfe entstehen
  • Eine technische Adaption bleibt unzureichend, wenn die soziale Durchführung unklar oder entwürdigend ist
Beurteilen Sie die zentralen Grenzen und Risiken bei „Krisen- und Sicherheitsgrenzen“. 3 P
  • Akute Selbst- oder Fremdgefährdung, schwere Verwirrtheit oder medizinische Instabilität erfordern geregelte Krisenwege und gegebenenfalls ärztliche Abklärung
  • Adaptierende Verfahren sind dann nachgeordnet
  • Sicherheit wird nicht durch bloße Beaufsichtigung ohne klaren Auftrag ersetzt

Arbeitstherapeutische Funktionsanalyse

Definieren Sie den Begriff „Arbeitsanforderungen“. 3 P
  • Arbeitsanalyse beschreibt Aufgabe, Qualität, Tempo, Wiederholung, Körperhaltung, Kommunikation und Verantwortung
  • Die Anforderungen werden getrennt von den Fähigkeiten der Person erfasst
  • Nur so lässt sich entscheiden, ob Training, Anpassung oder andere Aufgabenzuordnung sinnvoll ist
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Arbeitsplatzbeobachtung“. 2 P
  • Beobachtet werden Wege, Greifräume, Sitz- oder Stehposition, Werkzeug, Unterbrechungen und organisatorische Abläufe
  • Eine Anpassung darf den eigenen Arbeitsplatz nicht isoliert betrachten, wenn sie Übergaben, Teamarbeit oder Sicherheit anderer beeinflusst
Definieren Sie den Begriff „Leistungsschwankungen“. 3 P
  • Arbeitsfähigkeit zeigt sich über Dauer, Tageszeit und wiederholte Belastung
  • Kurze Höchstleistung ist nicht mit nachhaltiger Arbeitsleistung gleichzusetzen
  • Pausen, Aufgabenwechsel und stufenweise Steigerung werden deshalb im Befund sichtbar gemacht
Charakterisieren Sie „Selbst- und Fremdeinschätzung“. 4 P
  • Die eigene Einschätzung liefert Informationen zu Belastung, Sicherheit und Motivation
  • Fremdbeobachtung zeigt konkrete Ausführung
  • Abweichungen werden nicht als Täuschung gewertet, sondern gemeinsam untersucht
  • Unterschiedliche Perspektiven können auf unsichtbare Beschwerden oder fehlende Rückmeldung hinweisen
Definieren Sie den Begriff „Profilvergleich“. 3 P
  • Fähigkeiten und Tätigkeitsanforderungen werden mit vergleichbaren Kategorien gegenübergestellt
  • Abweichungen zeigen Ansatzpunkte, sind aber keine automatische Eignungsentscheidung
  • Interessen, Lernfähigkeit, Umwelt und reale Erprobung bleiben für berufliche Planung zusätzlich erforderlich

Testauswahl und Gütekriterien

Erklären Sie Funktion und fachlichen Zweck von „Zweck eines Tests“. 3 P
  • Ein Test wird ausgewählt, wenn seine Fragestellung zur Entscheidung über Adaption, Ziel oder Verlauf passt
  • Er ersetzt keine Betätigungsbeobachtung
  • Ergebnisse werden nur innerhalb der vorgesehenen Zielgruppe, Durchführung und Aussagegrenzen interpretiert
Definieren Sie den Begriff „Objektivität“ bei „Testauswahl und Gütekriterien“. 3 P
  • Objektivität bedeutet, dass Durchführung, Auswertung und Interpretation möglichst wenig von der untersuchenden Person abhängen
  • Standardisierte Instruktionen und Kriterien unterstützen dies
  • Ergotherapeutische Beziehung und Alltagssituation bleiben dennoch relevante Ergänzungen
Erklären Sie den fachlichen Kern von „Reliabilität“ bei „Testauswahl und Gütekriterien“. 3 P
  • Reliabilität bezeichnet die Zuverlässigkeit einer Messung
  • Ein Verfahren sollte bei unveränderten Bedingungen ähnliche Ergebnisse liefern
  • Schwankende Tagesform kann echte Veränderung sein und darf nicht vorschnell als Messfehler oder Therapiefortschritt gedeutet werden
Definieren Sie den Begriff „Validität“ bei „Testauswahl und Gütekriterien“. 3 P
  • Validität beschreibt, ob ein Verfahren tatsächlich das Merkmal misst, das es zu messen beansprucht
  • Ein guter Krafttest beweist nicht automatisch selbstständiges Kochen
  • Für adaptierende Verfahren ist die Übertragbarkeit auf die konkrete Betätigung besonders wichtig
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Normwerte und individuelle Ziele“. 3 P
  • Normwerte ermöglichen Vergleich mit einer Bezugsgruppe, beantworten aber nicht, welche Leistung für die einzelne Person bedeutsam oder ausreichend ist
  • Individuelle Zielwerte können deshalb wichtiger sein
  • Normabweichung allein begründet keine Adaption

Befundbewertung und Zielsetzung

Beurteilen Sie den Befund bei „Befundbewertung und Zielsetzung“. 3 P
  • Befunde werden nach Bedeutung für die priorisierte Betätigung gewichtet
  • Nicht jede Auffälligkeit ist behandlungsrelevant
  • Ressourcen, Barrieren, Risiken und Kontext werden zu einer begründeten Arbeitshypothese verbunden, die durch Erprobung bestätigt oder verändert werden kann
Beurteilen Sie „Problemformulierung“ bei „Befundbewertung und Zielsetzung“. 2 P
  • Eine gute Problemformulierung beschreibt Person, Betätigung, konkrete Schwierigkeit und Situation. „Feinmotorik vermindert“ ist zu allgemein
  • „Knöpfe morgens wegen fehlender Pinzettengriffkontrolle nicht selbst schließen“ zeigt Ansatzpunkt und Alltagseffekt
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Klientenzentrierte Ziele“. 3 P
  • Ziele werden mit der Person vereinbart und in beobachtbare Alltagshandlungen übersetzt
  • Sie benennen, was unter welchen Bedingungen mit welcher Unterstützung gelingen soll
  • Fachliche Teilziele sind erlaubt, müssen aber erkennbar zum übergeordneten Betätigungsziel beitragen
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Priorisierung von Zielen“. 3 P
  • Priorität erhalten Ziele mit hoher Bedeutung, Sicherheitsrelevanz oder großer Wirkung auf weitere Lebensbereiche
  • Aufwand und Veränderbarkeit werden mitbedacht
  • Zu viele gleichzeitige Ziele verwässern Training und erschweren die Evaluation
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Zielanpassung im Verlauf“. 3 P
  • Wenn eine Lösung nicht akzeptiert, nicht genutzt oder durch veränderte Bedingungen überholt wird, muss das Ziel angepasst werden
  • Das ist kein automatisches Scheitern, sondern Teil eines lernenden Prozesses
  • Änderungen werden gemeinsam begründet und dokumentiert

Dokumentation, Datenschutz und Verlauf

Charakterisieren Sie „Inhalt der Dokumentation“. 3 P
  • Dokumentiert werden Anlass, relevante Beobachtung, eingesetzte Unterstützung, Bewertung, Ziel, Maßnahme, Reaktion und weiterer Plan
  • Aussagen der Person werden als solche gekennzeichnet
  • Dokumentation soll den therapeutischen Prozess nachvollziehbar machen, nicht jede Gesprächseinzelheit sammeln
Charakterisieren Sie „Trennung von Fakt und Deutung“. 3 P
  • Sichtbare Handlung, wörtliche Aussage und fachliche Interpretation werden getrennt formuliert
  • Dadurch bleiben Schlussfolgerungen überprüfbar
  • Wertende oder stigmatisierende Begriffe werden vermieden, insbesondere wenn sie keine konkrete Beobachtung enthalten
Charakterisieren Sie „Digitale Dokumentation“ bei „Dokumentation, Datenschutz und Verlauf“. 3 P
  • Digitale Systeme erleichtern Verlauf und Austausch, verlangen aber Zugriffsschutz, korrekte Zuordnung und sichere Geräte
  • Nur notwendige Daten werden erfasst
  • Fotos, Videos oder Messdaten benötigen einen klaren Zweck, geregelte Speicherung und eine wirksame Einwilligung
Beschreiben Sie Ablauf und fachliche Bedeutung von „Verlaufsvergleich“. 3 P
  • Verlauf wird unter möglichst vergleichbaren Bedingungen beurteilt und enthält neben Ergebnis auch Hilfestufe, Zeit, Qualität und Belastung
  • Kleine Veränderungen können relevant sein, wenn sie Selbstständigkeit deutlich erhöhen
  • Unterschiede werden nicht automatisch der Intervention zugeschrieben
Erklären Sie den fachlichen Kern von „Übergabe und interprofessionelle Kommunikation“. 3 P
  • Übergaben nennen Ziel, aktuelle Nutzung, Sicherheitsaspekte, notwendige Unterstützung und offene Prüfaufträge
  • Produktnamen allein reichen nicht
  • Andere Beteiligte müssen verstehen, wie die Anpassung eingesetzt, kontrolliert und bei Problemen weitergeleitet wird

Die Fragen und Antworten wurden aus den redaktionellen Lerntexten dieses Kapitels abgeleitet. Jede Antwort gehört ausschließlich zu der unmittelbar darüberstehenden Frage.

Hinweise des Lehrplans
  • praktische Übungen vgl. Lehrplan Grundlagen der Ergotherapie
  • Fallbeispiele vgl. Lehrpläne der ergotherapeutischen Behandlungsverfahren
  • Nutzung digitaler Technik

Quelle: Sächsisches Staatsministerium für Kultus: Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin, freigegeben ab 1. August 2020, S. 140.

03 Methoden und Durchführungsmodalitäten 15 (10) Ustd. 83 Unterfragen
Lehrplananforderung

Die Schülerinnen und Schüler können im Rahmen des Funktionstrainings Behandlungen planen und durchführen. Sie erfassen die Situation der Patienten, beraten und leiten diese fachkompetent an. In Zusammenarbeit mit ihnen entwickeln die Schülerinnen und Schüler Kompensationsmöglichkeiten zur Bewältigung der Anforderungen des Alltags.

Quelle: Sächsisches Staatsministerium für Kultus: Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin, freigegeben ab 1. August 2020, S. 141.

Fragen & Antworten83

Kapitelkern

Erklären Sie Funktion und fachlichen Zweck von „Funktionstraining und Kompensation“. 3 P
  • Training stärkt benötigte Fähigkeiten, Kompensation schafft einen anderen wirksamen Handlungsweg
  • Beide Ansätze dürfen parallel bestehen
  • Dosierung, Hilfestufe und Progression richten sich nach Alltagserfolg, Belastungsreaktion und der Fähigkeit, die Strategie selbst auszuwählen und zu kontrollieren
Charakterisieren Sie „Beratung, Anleitung und Transfer“. 4 P
  • Beratung stellt Optionen und Grenzen verständlich dar
  • Anleitung lässt die Person selbst handeln und prüft Verständnis durch Teach-back
  • Transfer wird im realen Umfeld erprobt
  • Angehörige erhalten nur die Unterstützungskompetenz, die im vereinbarten Alltag tatsächlich benötigt wird
Charakterisieren Sie „Adaption von Hilfsmittel, Wohnraum und Arbeitsplatz“. 3 P
  • Hilfsmittel, Schienen, Prothesen, Alltagsgegenstände, Wohnung und Arbeitsplatz werden auf eine konkrete Betätigung abgestimmt
  • Herstellung und Veränderung verlangen Material-, Hygiene- und Sicherheitsprüfung
  • Nachsorge kontrolliert Nutzung, Passform, Verschleiß und Zielerreichung

Kompensation und Strategietraining

Definieren Sie „Kompensation“ bei „Kompensation und Strategietraining“. 3 P
  • Kompensation gleicht eine Einschränkung durch einen anderen Handlungsweg, ein Hilfsmittel oder Umweltveränderung aus
  • Sie ist keine minderwertige Lösung, wenn sie Sicherheit und Teilhabe verbessert
  • Die Strategie muss zur Person passen und im Alltag eigenständig abrufbar sein
Erklären Sie den fachlichen Kern von „Wortherkunft von Kompensation“. 3 P
  • Kompensation stammt aus lateinisch compensare: com bedeutet „zusammen“, pensare „abwägen, ausgleichen“
  • Verwandt sind Pensum und englisch compensate
  • Fachlich bezeichnet der Begriff einen Ausgleich, nicht zwingend die Beseitigung der ursprünglichen Funktionsstörung
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Interne und externe Strategien“. 3 P
  • Interne Strategien verändern Denken oder Bewegung, etwa Selbstinstruktion oder bewusste Reihenfolge
  • Externe Strategien nutzen Umwelt, Markierung, Erinnerung oder Hilfsmittel
  • Externe Hilfen werden nicht vorschnell abgebaut, wenn sie verlässlichere Teilhabe ermöglichen
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Strategieauswahl“. 3 P
  • Eine Strategie wird nach Wirksamkeit, Lernaufwand, Sicherheit, Akzeptanz und Übertragbarkeit ausgewählt
  • Sie soll unter realen Bedingungen anwendbar sein
  • Mehrere komplizierte Regeln überfordern häufig stärker als eine gut sichtbare, einfache Umweltanpassung
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Strategien bei wechselnder Tagesform“. 3 P
  • Bei schwankender Belastbarkeit braucht es abgestufte Lösungen, etwa Normalablauf, vereinfachte Variante und sichere Abbruchregel
  • Die Person lernt, passende Stufen selbst auszuwählen
  • Starres Festhalten an einer einzigen Methode kann Überforderung oder unnötige Abhängigkeit verursachen

Funktionstraining mit Betätigungsbezug

Erklären Sie Funktion und fachlichen Zweck von „Funktionstraining im adaptierenden Verfahren“. 3 P
  • Funktionstraining übt jene Fähigkeit, die für eine priorisierte Alltagshandlung benötigt wird
  • Es wird nicht isoliert zum Selbstzweck durchgeführt
  • Fortschritt wird regelmäßig in der echten Betätigung geprüft, damit verbesserte Funktion auch zu mehr Handlungsfähigkeit führt
Erklären Sie Funktion und fachlichen Zweck von „Aufgabenspezifisches Üben“. 3 P
  • Je ähnlicher Übung und Zielhandlung in Material, Reihenfolge und Kontext sind, desto leichter ist der Transfer
  • Teilübungen können sinnvoll sein, werden aber wieder in die Gesamthandlung eingebettet
  • Reines Wiederholen ohne Rückmeldung kann Fehler automatisieren
Erläutern Sie die Dosierung bei „Funktionstraining mit Betätigungsbezug“. 3 P
  • Dosierung umfasst Dauer, Wiederholung, Schwierigkeit, Pausen und Unterstützungsgrad
  • Sie richtet sich nach Lernziel, Belastbarkeit und Reaktion
  • Schmerzanstieg, deutliche Ermüdung oder Qualitätsverlust zeigen, dass die Dosis angepasst werden muss
Charakterisieren Sie „Aktive Beteiligung“. 3 P
  • Die Person soll Entscheidungen, Bewegung und Kontrolle soweit möglich selbst übernehmen
  • Therapeutische Hände oder Geräte unterstützen nur den notwendigen Anteil
  • Passive Durchführung kann kurzfristig einen Ablauf erzeugen, entwickelt aber keine selbstständige Strategie
Erklären Sie Funktion und fachlichen Zweck von „Funktion und Kompensation im Wechsel“. 3 P
  • Im Training kann eine Fähigkeit gefordert werden, während im Alltag eine Kompensation Energie spart oder Sicherheit schafft
  • Beide Wege werden transparent geplant
  • Die Person muss nicht im gesamten Tagesablauf auf Hilfsmittel verzichten, nur um eine Funktion zu trainieren

Tätigkeitsbereiche und Priorisierung

Erklären Sie den fachlichen Kern von „Selbstversorgung“. 3 P
  • Selbstversorgung umfasst unter anderem Körperpflege, Ankleiden, Essen, Ausscheidung und Medikamentenmanagement
  • Priorität entsteht aus Bedeutung, Intimsphäre und Sicherheitsrisiko
  • Anpassungen werden respektvoll erprobt und berücksichtigen Tageszeit sowie typische Umgebung
Charakterisieren Sie „Haushalt und Wohnen“. 3 P
  • Kochen, Reinigung, Wäsche, Einkaufen und Wohnungsorganisation verlangen unterschiedliche Kraft-, Wahrnehmungs- und Planungsleistungen
  • Aufgaben können verteilt, vereinfacht oder technisch unterstützt werden
  • Ziel ist nicht zwingend vollständige Alleinausführung, sondern eine gewünschte und tragfähige Rolle
Charakterisieren Sie „Mobilität und Öffentlichkeit“. 3 P
  • Wege, Transfers, Verkehr, Orientierung und Zugang zu Gebäuden bestimmen soziale Teilhabe
  • Eine Anpassung muss nicht nur am Zielort, sondern über die gesamte Handlungskette funktionieren
  • Transport, Wetter, Bordsteine und Hilfe im Notfall werden mitgeprüft
Charakterisieren Sie „Arbeit und Bildung“. 3 P
  • Arbeits- und Lernanforderungen verbinden Leistung, Zeit, soziale Regeln und Umgebung
  • Anpassungen dürfen fachliche Kernanforderungen nicht unklar machen, können aber Zugang und Ausführung ermöglichen
  • Betroffene Person, Betrieb oder Bildungseinrichtung werden in die Erprobung einbezogen
Begründen Sie die fachlichen Anforderungen bei „Freizeit und soziale Teilhabe“. 3 P
  • Freizeit ist kein nachrangiger Luxus, sondern trägt zu Identität, Erholung und Beziehungen bei
  • Anpassungen können Material, Regeln, Gruppengröße oder Zugang verändern
  • Die Person entscheidet, welche Aktivität und welche Form der Teilnahme für sie bedeutsam ist

Behandlungsplanung

Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Planungsgrundlage“. 3 P
  • Planung verbindet Befund, Betätigungsziel, ausgewählte Strategie, Sicherheitsaspekte und Evaluationskriterien
  • Jede Maßnahme muss erkennbar zum Ziel beitragen
  • Eine lange Materialliste ohne begründeten Zusammenhang ist keine Behandlungsplanung
Erklären Sie Wirkzusammenhänge bei „Reihenfolge der Interventionen“. 3 P
  • Zuerst werden akute Risiken und grundlegende Ausgangsbedingungen geklärt
  • Danach folgen einfache, reversible Anpassungen und praktische Erprobung
  • Aufwendige Herstellung oder dauerhafte Veränderung ist sinnvoll, wenn ein kleinerer Eingriff nicht ausreicht
Charakterisieren Sie „Ressourcen und Barrieren“. 3 P
  • Planung nutzt vorhandene Routinen, Gegenstände, Unterstützung und Lernstrategien
  • Gleichzeitig werden Barrieren benannt, die nicht therapeutisch lösbar sind, etwa bauliche Grenzen oder fehlende Finanzierung
  • Dafür werden Weiterleitung und alternative Wege festgelegt
Definieren Sie den Begriff „Verantwortlichkeiten“. 3 P
  • Es wird festgelegt, wer Material beschafft, Anpassung herstellt, Nutzung übt, Wartung übernimmt und bei Problemen kontaktiert wird
  • Die Person bleibt an Entscheidungen beteiligt
  • Unklare Zuständigkeit gefährdet insbesondere individuell veränderte Hilfsmittel
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Evaluationskriterien“. 3 P
  • Vor Beginn wird bestimmt, woran Erfolg erkennbar ist: Hilfestufe, Zeit, Sicherheit, Belastung, Zufriedenheit oder Teilhabe
  • Kriterien müssen beobachtbar und für die Person sinnvoll sein
  • Ohne Ausgangswert lässt sich Veränderung nur schwer beurteilen

Durchführung, Dosierung und Progression

Charakterisieren Sie „Therapeutische Ausgangsposition“. 3 P
  • Ausgangsposition und Material werden so vorbereitet, dass die Zielhandlung möglich und sicher ist
  • Vorbereitung darf jedoch nicht alle Anforderungen vorwegnehmen
  • Später wird sie schrittweise an die reale Alltagssituation angenähert
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Hilfestufen“. 3 P
  • Hilfen können körperlich, verbal, visuell oder durch Materialanordnung erfolgen
  • Sie werden von stärkerer zu geringerer Unterstützung abgestuft oder bei Bedarf vorübergehend erhöht
  • Dokumentiert wird nicht nur, dass Hilfe nötig war, sondern welche Art und an welchem Schritt
Definieren Sie „Progression“. 3 P
  • Schwierigkeit kann über weniger Unterstützung, mehr Schritte, höhere Genauigkeit, längere Dauer oder komplexere Umgebung gesteigert werden
  • Immer wird nur so viel verändert, dass Lernen noch möglich bleibt
  • Progression ist kein Selbstzweck, wenn das Alltagsziel bereits zuverlässig erreicht wird
Erklären Sie den fachlichen Kern von „Fehlerfreundliches Lernen“. 4 P
  • Ungefährliche Fehler können Lernen fördern, wenn die Person sie erkennt und korrigiert
  • Bei hohen Risiken wird stärker angeleitet oder die Aufgabe angepasst
  • Die Balance hängt von Einsicht, Gefährdung und Lernziel ab
  • Pauschal fehlerfreies oder fehlerreiches Lernen ist nicht immer passend
Definieren Sie den Begriff „Abbruchkriterien“. 3 P
  • Vor der Durchführung werden Zeichen für Pause oder Abbruch festgelegt, etwa Schmerzanstieg, deutliche Hautveränderung, Schwindel, Überforderung oder Kontrollverlust
  • Abbruch schützt und liefert zugleich Befundinformation
  • Er wird nicht als mangelnde Motivation bewertet

Transfer und Generalisierung

Charakterisieren Sie „Transfer in den Alltag“. 3 P
  • Transfer bedeutet, dass eine in Therapie gelernte Strategie in der echten Alltagssituation eingesetzt wird
  • Dafür müssen Kontext, Materialien und Entscheidungsspielräume zunehmend übereinstimmen
  • Eine erfolgreiche Übung im Therapieraum belegt den Transfer noch nicht
Nennen Sie die zentralen Aufgabenbereiche bei „Generalisierung auf ähnliche Aufgaben“. 3 P
  • Eine Strategie wird auf verwandte Aufgaben übertragen, etwa Griffverdickung von Besteck auf Schreibgerät
  • Gemeinsamkeiten und Unterschiede werden bewusst gemacht
  • Ungeprüfte Übertragung kann scheitern, wenn Kraft, Hygiene oder Sicherheitsanforderung anders sind
Definieren Sie den Begriff „Kontextwechsel“. 3 P
  • Wohnung, Arbeit, Öffentlichkeit und Urlaub stellen unterschiedliche Anforderungen
  • Die Person übt, welche Teile der Strategie gleich bleiben und was angepasst werden muss
  • Mobile Hilfen, Checklisten oder vorbereitete Alternativen können den Wechsel erleichtern
Charakterisieren Sie „Selbstkontrolle“. 3 P
  • Langfristige Selbstständigkeit verlangt, Wirkung und Probleme der Anpassung selbst zu erkennen
  • Prüfschritte werden eingeübt, etwa Sitz der Schiene, Vollständigkeit einer Sequenz oder sichere Geräteposition
  • Rückmeldung wird schrittweise von außen nach innen verlagert
Charakterisieren Sie „Rückfall und erneute Anpassung“. 3 P
  • Erkrankung, Wachstum, Verschleiß oder veränderte Lebensbedingungen können eine funktionierende Lösung unpassend machen
  • Rückfall ist nicht automatisch fehlende Mitarbeit
  • Ein klarer Wiedervorstellungsweg ermöglicht rechtzeitige Nachjustierung

Beratung und gemeinsame Entscheidung

Definieren Sie den Begriff „Beratungsauftrag“. 3 P
  • Beratung stellt verständliche Informationen, Optionen, Vor- und Nachteile sowie Grenzen bereit
  • Sie entscheidet nicht stellvertretend, solange die Person selbst entscheiden kann
  • Empfehlung und persönliche Präferenz werden klar voneinander unterschieden
Charakterisieren Sie „Gemeinsame Entscheidungsfindung“. 3 P
  • Therapeutisches Wissen über Sicherheit und Funktion wird mit den Erfahrungen und Zielen der Person verbunden
  • Varianten werden möglichst praktisch erprobt
  • Eine gemeinsame Entscheidung kann auch bedeuten, eine fachlich mögliche Anpassung bewusst nicht zu wählen
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Verständliche Information“. 3 P
  • Information wird in passender Sprache, Menge und Form vermittelt
  • Bilder, Demonstration oder einfache Schrittfolgen können Fachsprache ergänzen
  • Verständnis wird nicht durch ein höfliches Nicken angenommen, sondern durch Rückfrage oder praktische Anwendung geprüft
Beurteilen Sie die zentralen Grenzen und Risiken bei „Risiken und Grenzen“. 3 P
  • Risiken werden konkret, verhältnismäßig und ohne Angstmache erklärt
  • Auch Unsicherheit der Daten oder Produktgrenzen werden benannt
  • Eine Empfehlung darf keine Sicherheit versprechen, die nur bei korrekter Anwendung, Wartung oder bestimmten Umweltbedingungen besteht
Charakterisieren Sie „Dokumentierte Entscheidung“. 3 P
  • Festgehalten werden besprochene Optionen, gewählte Lösung, offene Fragen und vereinbarte nächste Schritte
  • Bei Ablehnung einer Empfehlung wird die Entscheidung respektiert und der Sicherheitsrahmen geklärt
  • Dokumentation schützt nicht vor, sondern unterstützt transparente Zusammenarbeit

Anleitung, Üben und Teach-back

Charakterisieren Sie „Demonstration und eigenes Tun“. 3 P
  • Eine Anleitung zeigt den Ablauf klar und lässt die Person anschließend selbst handeln
  • Reines Zuschauen beweist keine Anwendungskompetenz
  • Schwierige Schritte werden einzeln geübt und danach wieder in die Gesamthandlung eingebaut
Definieren Sie den Begriff „Teach-back“. 3 P
  • Beim Teach-back erklärt oder zeigt die Person in eigenen Worten, wie sie die Anpassung nutzt
  • Das prüft die Verständlichkeit der Anleitung, nicht die Intelligenz der Person
  • Fehler führen zu erneuter Erklärung und Übung, nicht zu Vorwürfen
Charakterisieren Sie „Schriftliche und bildliche Anleitung“. 3 P
  • Anleitungen nennen Zweck, Schritte, Sicherheitskontrollen, Reinigung und Kontaktweg bei Problemen
  • Bilder müssen die richtige Perspektive und Reihenfolge zeigen
  • Zu viel Text oder uneindeutige Symbole können die Nutzung erschweren
Definieren Sie den Begriff „Angehörigenanleitung“. 3 P
  • Angehörige lernen, welche Hilfe erwünscht ist, wie viel Unterstützung nötig ist und welche Zeichen eine Kontrolle erfordern
  • Sie sollen Eigenaktivität ermöglichen, nicht automatisch übernehmen
  • Belastung und realistische Verfügbarkeit werden offen besprochen
Charakterisieren Sie „Erfolgskontrolle der Anleitung“. 3 P
  • Nach Anleitung wird die Anwendung unter möglichst realen Bedingungen beobachtet
  • Entscheidend sind nicht nur korrekte Schritte, sondern auch Fehlererkennung, Sicherheitsverhalten und selbstständiger Beginn
  • Bei Schwierigkeiten wird Methode oder Hilfsmittel angepasst

Hilfsmittel und Alltagsgegenstände adaptieren

Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Anpassungsziel“. 3 P
  • Vor jeder Veränderung wird festgelegt, welcher Handlungsschritt verbessert werden soll
  • Griffverdickung, Verlängerung, Fixierung oder Kontrast dienen unterschiedlichen Problemen
  • Eine unspezifische Veränderung kann Bedienung erschweren oder neue Risiken erzeugen
Charakterisieren Sie „Provisorische Erprobung“. 3 P
  • Reversible Provisorien ermöglichen schnellen Vergleich von Form, Winkel, Gewicht oder Position
  • Sie werden als Testlösung gekennzeichnet und unter Aufsicht geprüft
  • Für dauerhafte Nutzung müssen Materialfestigkeit, Hygiene und Sicherheit ausreichend sein
Definieren Sie den Begriff „Materialwahl“. 3 P
  • Material wird nach Hautverträglichkeit, Reinigbarkeit, Temperatur, Gewicht, Elastizität und Belastung ausgewählt
  • Scharfe Kanten, Ablösung oder Flüssigkeitsaufnahme können problematisch sein
  • Herstellerhinweise und Zweckbestimmung dürfen durch Eigenanpassung nicht unbeachtet bleiben
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Passform und Druckverteilung“. 3 P
  • Eine Anpassung soll Kontaktflächen gleichmäßig nutzen und punktuelle Druckbelastung vermeiden
  • Haut, Schmerz und Bewegungsfreiheit werden kontrolliert
  • Besonders bei Sensibilitätsstörung sind kurze Anfangszeiten und regelmäßige Inspektion erforderlich
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Kennzeichnung und Wartung“. 3 P
  • Individuelle Veränderungen werden nachvollziehbar beschrieben
  • Die Person weiß, wie Reinigung, Kontrolle und Ersatz erfolgen
  • Verschleiß, Lockerung oder Materialverformung können Funktion verändern und erfordern erneute fachliche Prüfung

Herstellung individueller Adaptionen

Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Herstellungsplanung“. 3 P
  • Herstellung beginnt mit Maß, Bewegungsziel, Belastung und Nutzungskontext
  • Eine Skizze oder einfache Vorlage reduziert Fehlversuche
  • Vor dem endgültigen Material wird geprüft, ob eine handelsübliche oder weniger aufwendige Lösung denselben Zweck erfüllt
Charakterisieren Sie „Sichere Bearbeitung“. 3 P
  • Schneiden, Erwärmen, Kleben und Formen erfolgen mit geeigneten Werkzeugen und Schutzmaßnahmen
  • Materialtemperatur und Kanten werden kontrolliert
  • Die Person wird nicht mit unklaren Prototypen allein gelassen, wenn Bruch, Verbrennung oder Verletzung möglich ist
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Ergonomische Formgebung“. 3 P
  • Form, Winkel und Oberfläche orientieren sich an funktioneller Gelenkstellung, Kraftlinie und tatsächlichem Griff
  • Größer ist nicht automatisch besser
  • Eine Anpassung muss Handöffnung, Sicht, Reichweite und Transport gemeinsam berücksichtigen
Charakterisieren Sie „Hygiene und Reinigung“. 3 P
  • Materialien und Verbindungen müssen zur vorgesehenen Reinigung passen
  • Poröse oder schlecht zugängliche Bereiche können Keime und Feuchtigkeit sammeln
  • Bei Körperpflege, Essen oder Wundnähe gelten höhere Anforderungen als bei einer selten genutzten trockenen Alltagshilfe
Charakterisieren Sie „Nachkontrolle“. 3 P
  • Nachkontrolle erfasst Nutzung, Passform, Materialzustand und erreichten Alltagseffekt
  • Probleme werden nicht nur am Gegenstand, sondern im gesamten Ablauf gesucht
  • Eine handwerklich intakte Adaption kann trotzdem ersetzt werden, wenn sie nicht genutzt wird oder das Ziel verfehlt

Funktionstraining mit Prothesen

Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Ziele des Prothesentrainings“. 3 P
  • Ziele richten sich nach Prothesenart, körperlicher Situation, Alltag und persönlichen Prioritäten
  • Neben Anlegen und Bedienung werden Einbezug in beidhändige Tätigkeiten, Sicherheit, Pflege und Akzeptanz trainiert
  • Nicht jede Handlung muss mit Prothese ausgeführt werden
Charakterisieren Sie „An- und Ablegen“ bei „Funktionstraining mit Prothesen“. 3 P
  • Anlegen wird in stabiler Position, klarer Reihenfolge und mit Hautkontrolle geübt
  • Hilfen können Markierungen, Spiegel oder vereinfachte Verschlüsse sein
  • Die Person muss erkennen, wann der Sitz nicht stimmt und eine Nutzung unterbrochen werden soll
Erklären Sie Funktion und fachlichen Zweck von „Funktionsaufbau“. 3 P
  • Training beginnt mit einfachen, kontrollierten Aufgaben und steigert Material, Reichweite, Kraftdosierung und Alltagstempo
  • Kompensatorische Körperbewegungen werden beobachtet
  • Ziel ist eine funktionelle und ökonomische Nutzung, nicht eine künstlich perfekte Bewegung
Charakterisieren Sie „Haut- und Belastungskontrolle“. 3 P
  • Druck, Reibung, Wärme, Schweiß und Hautveränderung werden regelmäßig geprüft
  • Verminderte Sensibilität erhöht das Risiko unbemerkter Schädigung
  • Anhaltende Rötung, Schmerzen oder Wunden erfordern Nutzungspause und fachliche Abklärung
Charakterisieren Sie „Akzeptanz und Wahlfreiheit“. 3 P
  • Prothesennutzung kann funktionelle, ästhetische und soziale Bedeutungen haben
  • Die Person entscheidet, wann sie die Prothese nutzt und wann andere Strategien besser passen
  • Therapie unterstützt informierte Wahl, statt eine bestimmte Nutzungsdauer moralisch zu bewerten

Funktionstraining mit Schienen

Erklären Sie Funktion und fachlichen Zweck von „Schienenzweck“. 3 P
  • Schienen können lagern, stabilisieren, schützen, Bewegung begrenzen oder gezielt ermöglichen
  • Der Zweck bestimmt Gelenkstellung, Tragezeit und Übungen
  • Ohne eindeutige Zielsetzung lässt sich nicht beurteilen, ob die Schiene passend wirkt oder unnötig Funktion einschränkt
Charakterisieren Sie „An- und Ablegen einer Schiene“. 4 P
  • Anlegen wird in einer reproduzierbaren Reihenfolge geübt
  • Verschlüsse sollen erreichbar sein und nicht übermäßig festgezogen werden
  • Die Person kontrolliert Sitz, Haut und Bewegungsfreigabe
  • Angehörige erhalten nur die notwendige zusätzliche Anleitung
Charakterisieren Sie „Haut- und Druckstellenkontrolle“. 3 P
  • Druckstellen, Schwellung, Feuchtigkeit, Taubheit und Farbveränderung werden ernst genommen
  • Besonders zu Beginn erfolgt häufige Kontrolle
  • Eine Schiene wird nicht weitergetragen, um sich „daran zu gewöhnen“, wenn anhaltende Rötung, Schmerz oder Durchblutungszeichen auftreten
Charakterisieren Sie „Schiene im Alltag“. 3 P
  • Die Schiene wird in den Tätigkeiten geprüft, für die sie vorgesehen ist
  • Dicke, Kanten oder Verschlüsse können Griff, Kleidung oder Hygiene beeinflussen
  • Eine gute Passform in Ruhe garantiert noch keine sichere Funktion bei Belastung
Beschreiben Sie Ablauf und fachliche Bedeutung von „Verlauf und Anpassung“. 3 P
  • Ödem, Heilungsverlauf, Wachstum oder Funktionsveränderung können die Passform rasch verändern
  • Trageplan und Schiene werden kontrolliert und gegebenenfalls angepasst
  • Eigenmächtige Materialverformung oder zusätzliche Polsterung kann Druck verlagern und sollte fachlich geprüft werden

Gelenkschutz und Rückenschule

Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Ziele des Gelenkschutzes“. 3 P
  • Gelenkschutz reduziert schädliche Belastung, Schmerz und Ermüdung, ohne Aktivität unnötig zu vermeiden
  • Prinzipien sind günstige Gelenkstellung, Lastverteilung, größere Gelenke, verkürzte Hebel und regelmäßige Pausen
  • Anwendung wird an echten Alltagshandlungen geübt
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Belastungsarme Griffstrategien“. 3 P
  • Dauerhafter Pinzettengriff, hohe Druckkraft oder ulnare Abweichung können belastend sein
  • Dickere Griffe, beidhändige Nutzung oder Schieben statt Tragen verteilen Kräfte
  • Die Strategie muss zur Diagnose, Stabilität und konkreten Aufgabe passen
Definieren Sie den Begriff „Energieökonomie“. 3 P
  • Energieökonomie ordnet Aufgaben, Pausen, Wege und Arbeitsplätze so, dass Belastung über den Tag verteilt wird
  • Priorisieren und Delegieren gehören dazu
  • Ziel ist nicht maximale Schonung, sondern ausreichend Energie für bedeutsame Betätigungen
Charakterisieren Sie „Alltagsbezogene Rückenschule“. 3 P
  • Rückenschule verbindet verständliches Wissen mit praktischer Bewegung, Lastennähe, Stand, Sitz und Arbeitsplatzgestaltung
  • Eine einzige „richtige“ Haltung für alle Situationen existiert nicht
  • Wechsel, Dosierung und individuelle Beschwerden werden berücksichtigt
Erläutern Sie die Kernaussagen von „Transfer von Schutzprinzipien“. 3 P
  • Prinzipien werden an Kochen, Einkaufen, Transfer, Arbeit oder Kinderbetreuung angepasst
  • Allgemeine Regeln reichen nicht, wenn Gegenstände und Rollen verschieden sind
  • Die Person lernt, Belastung selbst zu erkennen und eine passende Variante auszuwählen

Wohnraumanpassung und therapeutischer Hausbesuch

Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Ziel des Hausbesuchs“. 3 P
  • Der Hausbesuch erfasst reale Wege, Möbel, Routinen und Unterstützung
  • Er dient einer konkreten therapeutischen Fragestellung und wird mit Einwilligung vorbereitet
  • Die Wohnung wird nicht allgemein bewertet, sondern im Hinblick auf priorisierte Betätigungen untersucht
Charakterisieren Sie „Zugänge und Bewegungsflächen“. 3 P
  • Türbreite, Schwellen, Wendeflächen, Boden und Beleuchtung beeinflussen Mobilität
  • Messung wird mit tatsächlich genutztem Hilfsmittel und typischer Begleitung durchgeführt
  • Eine einzelne Normangabe ersetzt nicht die funktionelle Erprobung im konkreten Raum
Charakterisieren Sie „Bad und Toilette“. 3 P
  • Im Bad treffen Nässe, Transfers, Intimsphäre und begrenzter Platz zusammen
  • Haltemöglichkeiten, Sitzhöhe, Erreichbarkeit und Rutschhemmung werden geprüft
  • Hilfsmittel müssen stabil positioniert, gereinigt und von der Person im realen Ablauf nutzbar sein
Charakterisieren Sie „Küche und Haushaltsorganisation“. 3 P
  • Arbeitsflächen, Lagerung, Transportwege und Hitzequellen werden an Reichweite, Kraft und Aufmerksamkeit angepasst
  • Häufig genutzte Gegenstände kommen in sichere Greifräume
  • Eine Änderung muss Kochen ermöglichen, ohne neue Brand-, Schnitt- oder Stolperrisiken zu schaffen
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Evaluation der Wohnraumanpassung“. 4 P
  • Nach Umsetzung wird geprüft, ob die Zielhandlung leichter, sicherer und akzeptiert ist
  • Veränderungen können andere Bewohner oder weitere Tätigkeiten beeinflussen
  • Bauliche Maßnahmen brauchen klare Zuständigkeit
  • Provisorische Erfolge werden nicht automatisch als dauerhafte Lösung übernommen

Arbeitsplatzanpassung und Evaluation

Definieren Sie den Begriff „Arbeitsplatzanalyse“. 3 P
  • Arbeitsplatzanpassung beginnt mit realer Tätigkeit, Arbeitsmittel, Zeitvorgabe, Kommunikation und Sicherheitsanforderung
  • Körpermaße allein reichen nicht
  • Beobachtet wird der gesamte Ablauf einschließlich Materialnachschub, Unterbrechung und Übergabe
Charakterisieren Sie „Ergonomische Anpassung“. 3 P
  • Sitz- oder Stehhöhe, Greifraum, Werkzeug, Beleuchtung und Aufgabenwechsel werden auf Person und Tätigkeit abgestimmt
  • Ergonomie soll Leistung und Gesundheit unterstützen, nicht jede Bewegung vermeiden
  • Veränderung wird praktisch mit typischer Arbeitsdauer erprobt
Charakterisieren Sie „Organisatorische Anpassung“. 3 P
  • Auch Pausen, Reihenfolge, Arbeitszeit, klare Zuständigkeit oder reduzierte Mehrfachaufgaben können entscheidend sein
  • Technische Anpassung allein löst organisatorische Überforderung nicht
  • Maßnahmen werden mit Betrieb und Person vereinbart, ohne unnötige Gesundheitsdaten offenzulegen
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Evaluation am Arbeitsplatz“. 3 P
  • Verglichen werden Qualität, Tempo, Fehler, Belastung, Unterstützung und subjektive Sicherheit
  • Eine Verbesserung in der ersten Stunde beweist keine nachhaltige Eignung
  • Verlauf und Auswirkungen auf Team, Sicherheit und Arbeitsorganisation werden mitbeobachtet
Charakterisieren Sie „Nachsteuerung und Zuständigkeit“. 3 P
  • Arbeitsplatzbedingungen, Aufgaben oder Gesundheit können sich ändern
  • Deshalb werden Kontrollzeitpunkt, Ansprechpartner und Kriterien für Nachsteuerung festgelegt
  • Eine Anpassung bleibt wirksam, wenn sie gewartet, akzeptiert und in betriebliche Abläufe integriert ist

Sicherheit, Wartung und Nachsorge

Begründen Sie die fachlichen Anforderungen bei „Sicherheitsprüfung vor Nutzung“. 3 P
  • Vor Nutzung werden Stabilität, Kanten, Verschlüsse, elektrische oder thermische Risiken und passende Position geprüft
  • Die Kontrolle richtet sich nach Produkt und Veränderung
  • Eine bekannte Marke oder frühere gute Erfahrung ersetzt keine Prüfung des aktuellen Zustands
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Wartung und Verschleiß“. 3 P
  • Verschleiß kann sich durch Risse, Lockerung, Materialermüdung, veränderte Oberfläche oder unzuverlässige Elektronik zeigen
  • Wartungsintervalle und Ersatzteile werden geklärt
  • Weiterverwendung trotz Defekt kann den ursprünglichen Nutzen in ein Sicherheitsrisiko verwandeln
Charakterisieren Sie „Hygiene im Langzeitgebrauch“. 4 P
  • Reinigung wird so geplant, dass Material und Funktion erhalten bleiben
  • Körpernahe, feuchte oder lebensmittelbezogene Hilfen benötigen besonders klare Abläufe
  • Ungeeignete Desinfektionsmittel können Material schädigen
  • Herstellerangaben und lokale Hygieneregeln werden beachtet
Definieren Sie den Begriff „Nachsorgetermin“. 3 P
  • Nachsorge prüft Zielerreichung, tatsächliche Nutzung, Haut, Belastung und Veränderungen im Umfeld
  • Sie erfolgt besonders nach neuer Schiene, Prothese, komplexer Technik oder größerer Wohnraumanpassung
  • Nichtnutzung wird als Information untersucht, nicht als bloße Unkooperativität
Beurteilen Sie die zentralen Grenzen und Risiken bei „Weiterleitung bei Problemen“. 3 P
  • Technische Defekte, medizinische Warnzeichen oder versorgungsrechtliche Fragen werden an zuständige Stellen weitergegeben
  • Ergotherapie dokumentiert Beobachtung und Handlungsbedarf
  • Eigene Reparatur oder Beratung bleibt innerhalb fachlicher Kompetenz und verfügbarer Freigaben

Die Fragen und Antworten wurden aus den redaktionellen Lerntexten dieses Kapitels abgeleitet. Jede Antwort gehört ausschließlich zu der unmittelbar darüberstehenden Frage.

Hinweise des Lehrplans
  • Fallbeispiele vgl. Lehrplan Grundlagen der Ergotherapie
  • Erfahrungsberichte der Schülerinnen und Schüler aus der praktischen Ausbildung einbeziehen
  • Zusammenhänge zu fachspezifischen Behandlungsverfahren herstellen, Entwicklung und Herstellung von Adaptionen, Erstellen von Informationsmaterialien
  • Fallbeispiele
  • Fallbeispiele, Gruppenarbeit vgl. Lehrplan Arbeitstherapeutische Verfahren

Quelle: Sächsisches Staatsministerium für Kultus: Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin, freigegeben ab 1. August 2020, S. 141.

LLernstoff38 Unterkapitel
Auftrag adaptierender Verfahren
Fragen und Antworten
Definieren Sie „Gegenstand adaptierender Verfahren“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • Adaptierende Verfahren verändern Betätigung, Gegenstand oder Umwelt so, dass eine Person trotz Einschränkung sicherer und selbstständiger handeln kann
  • Ausgangspunkt ist keine einzelne Körperfunktion, sondern eine konkret bedeutsame Alltagshandlung mit erkennbarem Ziel
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Zielrichtung der Adaption“ (3 Punkte)
  • Eine Adaption soll Selbstständigkeit, Sicherheit, Teilhabe oder Lebensqualität verbessern
  • Sie kann Fähigkeiten erhalten, kompensieren oder eine Tätigkeit überhaupt erst ermöglichen
  • Der Erfolg zeigt sich daran, ob die Person die gewünschte Betätigung im Alltag besser ausführen kann
Unterscheiden Sie „Abgrenzung zu reinem Funktionstraining“ anhand fachlicher Kriterien (3 Punkte)
  • Funktionstraining übt vor allem körperliche oder kognitive Voraussetzungen
  • Adaptierende Verfahren verändern zusätzlich Aufgabe, Werkzeug, Ablauf oder Umgebung
  • Beide Ansätze können verbunden werden, müssen aber an einem gemeinsamen Betätigungsziel ausgerichtet bleiben
Charakterisieren Sie „Wortherkunft von Adaption“ (3 Punkte)
  • Adaption geht auf lateinisch adaptare zurück: ad bedeutet „hin zu“, aptare „passend machen“
  • Verwandt sind aptus für „geeignet“ und Wörter wie adaptiv oder Adapter
  • Der Begriff betont die Herstellung einer passenden Beziehung zwischen Person, Handlung und Umwelt
Leiten Sie aus „Ergotherapeutischer Kernauftrag“ Konsequenzen für die ergotherapeutische Praxis ab (2 Punkte)
  • Ergotherapeutisch wird nicht die größtmögliche technische Anpassung gesucht, sondern die kleinste wirksame und akzeptierte Veränderung
  • Sie soll Ressourcen nutzen, unnötige Abhängigkeit vermeiden und regelmäßig darauf geprüft werden, ob sie im tatsächlichen Alltag funktioniert
Quellen

Amtlicher Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 138–141, 21.07.2026

GREMMATIK-Fachband Grundlagen der Ergotherapie, Version 1.7.92, 21.07.2026

Betätigungsanamnese und Alltagsprofil
Fragen und Antworten
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Anlass der Befunderhebung“ (3 Punkte)
  • Die Befunderhebung beginnt mit einem konkreten Anlass: Welche Alltagshandlung ist erschwert, gefährlich oder nur mit unverhältnismäßigem Aufwand möglich?
  • Der Anlass bestimmt, welche Informationen benötigt werden
  • Eine vollständige Sammlung aller Defizite wäre weder effizient noch klientenzentriert
Definieren Sie den Begriff „Betätigungsprioritäten“ (3 Punkte)
  • Die Person benennt, welche Tätigkeiten sie verändern möchte und welche Unterstützung bereits funktioniert
  • Prioritäten werden nach Bedeutung, Dringlichkeit und realistischer Veränderbarkeit geordnet
  • Therapeutische Sicherheitsbedenken werden transparent ergänzt, aber nicht stillschweigend über die Wünsche gestellt
Charakterisieren Sie „Tages- und Wochenprofil“ (3 Punkte)
  • Ein Tagesprofil zeigt Zeiten, Routinen, Übergänge, Belastungsspitzen und Erholungsphasen
  • Ein Wochenprofil ergänzt wechselnde Termine, Arbeit, Versorgung und soziale Rollen
  • Dadurch wird sichtbar, ob eine Lösung nur in der Therapiesituation oder über verschiedene Alltagstage hinweg tragfähig sein muss
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Bisherige Strategien“ (3 Punkte)
  • Vorhandene Eigenlösungen werden ernst genommen und auf Nutzen, Risiko und Aufwand geprüft
  • Sie zeigen Erfahrung und Prioritäten der Person
  • Statt sie vorschnell zu ersetzen, kann eine sichere Weiterentwicklung oft akzeptabler sein als ein völlig neues Hilfsmittel oder ein fremder Ablauf
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Kontextinformationen“ (3 Punkte)
  • Wohnform, Wege, Mitmenschen, technische Ausstattung, Arbeitsbedingungen und finanzielle Möglichkeiten beeinflussen die Versorgung
  • Erfasst werden nur Informationen, die für die Fragestellung relevant sind
  • Neugier ohne therapeutischen Zweck verletzt Privatsphäre und verbessert den Befund nicht
Quellen

Amtlicher Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 138–141, 21.07.2026

GREMMATIK-Fachband Grundlagen der Ergotherapie, Version 1.7.92, 21.07.2026

Kompensation und Strategietraining
Fragen und Antworten
Definieren Sie „Kompensation“ bei „Kompensation und Strategietraining“ (3 Punkte)
  • Kompensation gleicht eine Einschränkung durch einen anderen Handlungsweg, ein Hilfsmittel oder Umweltveränderung aus
  • Sie ist keine minderwertige Lösung, wenn sie Sicherheit und Teilhabe verbessert
  • Die Strategie muss zur Person passen und im Alltag eigenständig abrufbar sein
Erklären Sie den fachlichen Kern von „Wortherkunft von Kompensation“ (3 Punkte)
  • Kompensation stammt aus lateinisch compensare: com bedeutet „zusammen“, pensare „abwägen, ausgleichen“
  • Verwandt sind Pensum und englisch compensate
  • Fachlich bezeichnet der Begriff einen Ausgleich, nicht zwingend die Beseitigung der ursprünglichen Funktionsstörung
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Interne und externe Strategien“ (3 Punkte)
  • Interne Strategien verändern Denken oder Bewegung, etwa Selbstinstruktion oder bewusste Reihenfolge
  • Externe Strategien nutzen Umwelt, Markierung, Erinnerung oder Hilfsmittel
  • Externe Hilfen werden nicht vorschnell abgebaut, wenn sie verlässlichere Teilhabe ermöglichen
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Strategieauswahl“ (3 Punkte)
  • Eine Strategie wird nach Wirksamkeit, Lernaufwand, Sicherheit, Akzeptanz und Übertragbarkeit ausgewählt
  • Sie soll unter realen Bedingungen anwendbar sein
  • Mehrere komplizierte Regeln überfordern häufig stärker als eine gut sichtbare, einfache Umweltanpassung
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Strategien bei wechselnder Tagesform“ (3 Punkte)
  • Bei schwankender Belastbarkeit braucht es abgestufte Lösungen, etwa Normalablauf, vereinfachte Variante und sichere Abbruchregel
  • Die Person lernt, passende Stufen selbst auszuwählen
  • Starres Festhalten an einer einzigen Methode kann Überforderung oder unnötige Abhängigkeit verursachen
Quellen

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GREMMATIK-Fachband Grundlagen der Ergotherapie, Version 1.7.92, 21.07.2026

Selbstständigkeit, Autonomie und Assistenz
Fragen und Antworten
Charakterisieren Sie „Selbstständigkeit im Alltag“ (2 Punkte)
  • Selbstständigkeit bedeutet, eine Betätigung mit vertretbarem Aufwand, ausreichender Sicherheit und möglichst wenig fremder Hilfe ausführen zu können
  • Dazu kann auch gehören, Unterstützung gezielt anzufordern, Hilfsmittel zu nutzen oder einzelne Schritte bewusst abzugeben
Begründen Sie die fachlichen Anforderungen bei „Autonomie trotz Hilfebedarf“ (2 Punkte)
  • Autonomie bezeichnet die Möglichkeit, eigene Entscheidungen zu treffen und das eigene Leben mitzugestalten
  • Eine Person kann körperlich auf Hilfe angewiesen und dennoch autonom sein, wenn sie Zeitpunkt, Art und Umfang der Unterstützung mitbestimmt und ihre Prioritäten berücksichtigt werden
Begründen Sie die fachlichen Anforderungen bei „Wortherkunft von Autonomie“ (3 Punkte)
  • Autonomie stammt aus griechisch autós für „selbst“ und nómos für „Gesetz, Ordnung“
  • Gemeint ist Selbstbestimmung, nicht vollständige Unabhängigkeit
  • Verwandt sind autonom, Nomos in Ökonomie oder Astronomie und die Endung -nomie für regelhafte Ordnung
Charakterisieren Sie „Assistenz als abgestufte Unterstützung“ (3 Punkte)
  • Assistenz reicht von verbaler Erinnerung über Vorbereitung und Sicherung bis zur teilweisen oder vollständigen Übernahme
  • Die Stufe wird so gewählt, dass die Person möglichst viel selbst ausführt, ohne Überforderung oder Gefährdung
  • Hilfen sollen nachvollziehbar und veränderbar sein
Beurteilen Sie die zentralen Grenzen und Risiken bei „Gefahr unnötiger Abhängigkeit“ (3 Punkte)
  • Zu viel Hilfe kann vorhandene Fähigkeiten verdecken, Übungsmöglichkeiten verringern und Selbstwirksamkeit schwächen
  • Zu wenig Hilfe kann zu Scheitern, Erschöpfung oder Gefahr führen
  • Deshalb wird Unterstützung gemeinsam dosiert, beobachtet und bei verändertem Bedarf angepasst
Quellen

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Zufällige und systematische Beobachtung
Fragen und Antworten
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Zufällige Beobachtung“ (3 Punkte)
  • Zufällige Beobachtungen entstehen ungeplant während Gespräch, Weg oder Handlung
  • Sie können wichtige Hinweise liefern, etwa auf Griffwechsel oder Orientierungssuche
  • Für belastbare Schlussfolgerungen werden sie als Ausgangspunkt genutzt und durch gezielte Beobachtung oder Rückfrage überprüft
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Systematische Beobachtung“ (3 Punkte)
  • Systematische Beobachtung legt vorher fest, welche Handlung, Kriterien und Bedingungen betrachtet werden
  • Dadurch werden Vergleiche und Verlaufsbeurteilungen möglich
  • Die Struktur darf jedoch nicht dazu führen, unerwartete, aber bedeutsame Verhaltensweisen zu ignorieren
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Beobachtung und Interpretation“ (3 Punkte)
  • Beobachtung beschreibt sichtbar oder hörbar Feststellbares
  • Interpretation erklärt eine mögliche Bedeutung. „Die Tasse rutscht zweimal aus der Hand“ ist Beobachtung, „fehlende Kraft“ bereits Deutung
  • Beide Ebenen werden getrennt dokumentiert und mit weiteren Befunden abgesichert
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Beobachtung unter Unterstützung“ (3 Punkte)
  • Die Art der Hilfe wird notiert, weil Leistung mit verbaler Anleitung, Vorbereitung oder körperlicher Sicherung nicht direkt mit selbstständiger Ausführung vergleichbar ist
  • Unterstützung wird möglichst abgestuft
  • So lässt sich erkennen, welche minimale Hilfe tatsächlich wirksam ist
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Wiederholte Beobachtung“ (3 Punkte)
  • Ein einmaliger Erfolg oder Fehler kann durch Tagesform, Schmerz, Müdigkeit oder ungewohnte Situation beeinflusst sein
  • Wiederholung unter ähnlichen und später unter veränderten Bedingungen erhöht Aussagekraft
  • Zu viele Wiederholungen können jedoch ermüden und das Ergebnis ebenfalls verfälschen
Quellen

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GREMMATIK-Fachband Grundlagen der Ergotherapie, Version 1.7.92, 21.07.2026

Funktionstraining mit Betätigungsbezug
Fragen und Antworten
Erklären Sie Funktion und fachlichen Zweck von „Funktionstraining im adaptierenden Verfahren“ (3 Punkte)
  • Funktionstraining übt jene Fähigkeit, die für eine priorisierte Alltagshandlung benötigt wird
  • Es wird nicht isoliert zum Selbstzweck durchgeführt
  • Fortschritt wird regelmäßig in der echten Betätigung geprüft, damit verbesserte Funktion auch zu mehr Handlungsfähigkeit führt
Erklären Sie Funktion und fachlichen Zweck von „Aufgabenspezifisches Üben“ (3 Punkte)
  • Je ähnlicher Übung und Zielhandlung in Material, Reihenfolge und Kontext sind, desto leichter ist der Transfer
  • Teilübungen können sinnvoll sein, werden aber wieder in die Gesamthandlung eingebettet
  • Reines Wiederholen ohne Rückmeldung kann Fehler automatisieren
Erläutern Sie die Dosierung bei „Funktionstraining mit Betätigungsbezug“ (3 Punkte)
  • Dosierung umfasst Dauer, Wiederholung, Schwierigkeit, Pausen und Unterstützungsgrad
  • Sie richtet sich nach Lernziel, Belastbarkeit und Reaktion
  • Schmerzanstieg, deutliche Ermüdung oder Qualitätsverlust zeigen, dass die Dosis angepasst werden muss
Charakterisieren Sie „Aktive Beteiligung“ (3 Punkte)
  • Die Person soll Entscheidungen, Bewegung und Kontrolle soweit möglich selbst übernehmen
  • Therapeutische Hände oder Geräte unterstützen nur den notwendigen Anteil
  • Passive Durchführung kann kurzfristig einen Ablauf erzeugen, entwickelt aber keine selbstständige Strategie
Erklären Sie Funktion und fachlichen Zweck von „Funktion und Kompensation im Wechsel“ (3 Punkte)
  • Im Training kann eine Fähigkeit gefordert werden, während im Alltag eine Kompensation Energie spart oder Sicherheit schafft
  • Beide Wege werden transparent geplant
  • Die Person muss nicht im gesamten Tagesablauf auf Hilfsmittel verzichten, nur um eine Funktion zu trainieren
Quellen

Amtlicher Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 138–141, 21.07.2026

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Lebensqualität und individuelle Bedeutung
Fragen und Antworten
Ordnen Sie „Lebensqualität als subjektive Bewertung“ fachlich ein (3 Punkte)
  • Lebensqualität lässt sich nicht allein aus Diagnose, Leistungswerten oder Wohnsituation ableiten
  • Entscheidend ist, wie die Person ihre Möglichkeiten, Beziehungen, Sicherheit, Rollen und Zufriedenheit selbst bewertet
  • Fachliche Beobachtung ergänzt diese Sicht, ersetzt sie aber nicht
Charakterisieren Sie „Bedeutsame Betätigungen“ (3 Punkte)
  • Eine Anpassung ist besonders tragfähig, wenn sie eine persönlich wichtige Betätigung ermöglicht, etwa Körperpflege, Kochen, Elternrolle, Arbeit oder Freizeit
  • Die Bedeutung erklärt Motivation und Priorität
  • Ein technisch perfektes Hilfsmittel bleibt nutzlos, wenn die Tätigkeit für die Person keine Relevanz hat
Beurteilen Sie die zentralen Grenzen und Risiken bei „Zielkonflikte bei Lebensqualität“ (3 Punkte)
  • Mehr Sicherheit kann Spontaneität einschränken, mehr Unabhängigkeit kann zusätzlichen Aufwand bedeuten und eine sichtbare Hilfe kann als stigmatisierend erlebt werden
  • Solche Zielkonflikte werden offen benannt
  • Die Entscheidung orientiert sich an den Prioritäten und dem informierten Einverständnis der Person
Charakterisieren Sie „Gewohnheiten und Routinen“ (3 Punkte)
  • Routinen ordnen Handlungen zeitlich, räumlich und sozial
  • Eine Adaption muss in bestehende Abläufe passen oder gemeinsam einen neuen Ablauf etablieren
  • Wird nur das Gerät erklärt, aber nicht seine Einbindung in Morgenroutine, Haushalt oder Arbeitsweg, bleibt die Nutzung häufig instabil
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Evaluation der Lebensqualität“ (3 Punkte)
  • Erfolg wird nicht nur über Geschwindigkeit oder Fehlerzahl gemessen
  • Zusätzlich werden Zufriedenheit, Belastung, wahrgenommene Kontrolle und Teilhabe erfragt
  • Eine Anpassung gilt erst dann als sinnvoll, wenn funktioneller Gewinn und subjektiver Nutzen in einem vertretbaren Verhältnis stehen
Quellen

Amtlicher Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 138–141, 21.07.2026

GREMMATIK-Fachband Grundlagen der Ergotherapie, Version 1.7.92, 21.07.2026

Beobachtung strukturieren und auswerten
Fragen und Antworten
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Startbedingungen“ (3 Punkte)
  • Dokumentiert werden Ausgangsposition, benötigte Materialien, Instruktion und Umgebungsbedingungen
  • Ohne diese Angaben bleibt unklar, ob Veränderungen durch die Person oder durch andere Bedingungen entstanden sind
  • Standardisierung ist besonders wichtig, wenn Verlauf verglichen werden soll
Erklären Sie Wirkzusammenhänge bei „Teilhandlungen und Reihenfolge“ (3 Punkte)
  • Die Handlung wird in beobachtbare Schritte gegliedert
  • Erfasst wird, ob Schritte ausgelassen, vertauscht, wiederholt oder nur nach Hinweis begonnen werden
  • Diese Analyse zeigt, ob eine Adaption eher Motorik, Orientierung, Gedächtnis oder Organisation entlasten muss
Charakterisieren Sie „Qualität der Ausführung“ (3 Punkte)
  • Neben Erfolg werden Genauigkeit, Sicherheit, Tempo, Kraftdosierung, Haltung, Fehlerkorrektur und Ermüdung beobachtet
  • Eine Tätigkeit kann beendet werden und dennoch riskant oder übermäßig belastend sein
  • Qualität wird mit dem individuellen Ziel und nicht mit einem starren Ideal verglichen
Definieren Sie den Begriff „Umwelteinflüsse“ (3 Punkte)
  • Licht, Geräusch, Platz, Untergrund, Gegenstandsanordnung und soziale Anwesenheit können Leistung verändern
  • Relevante Faktoren werden gezielt variiert
  • So lässt sich prüfen, ob die Schwierigkeit personenbedingt ist oder durch eine veränderbare Umweltbarriere ausgelöst wird
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Beobachtungsfehler“ (3 Punkte)
  • Erwartungen, Sympathie, erste Eindrücke und Wissen um eine Diagnose können Wahrnehmung verzerren
  • Klare Kriterien, Video nur mit Einwilligung, zweite Beobachtung oder kollegiale Rücksprache können Fehler reduzieren
  • Vollständige Objektivität ist nicht erreichbar, aber Reflexion ist verpflichtend
Quellen

Amtlicher Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 138–141, 21.07.2026

GREMMATIK-Fachband Grundlagen der Ergotherapie, Version 1.7.92, 21.07.2026

Tätigkeitsbereiche und Priorisierung
Fragen und Antworten
Erklären Sie den fachlichen Kern von „Selbstversorgung“ (3 Punkte)
  • Selbstversorgung umfasst unter anderem Körperpflege, Ankleiden, Essen, Ausscheidung und Medikamentenmanagement
  • Priorität entsteht aus Bedeutung, Intimsphäre und Sicherheitsrisiko
  • Anpassungen werden respektvoll erprobt und berücksichtigen Tageszeit sowie typische Umgebung
Charakterisieren Sie „Haushalt und Wohnen“ (3 Punkte)
  • Kochen, Reinigung, Wäsche, Einkaufen und Wohnungsorganisation verlangen unterschiedliche Kraft-, Wahrnehmungs- und Planungsleistungen
  • Aufgaben können verteilt, vereinfacht oder technisch unterstützt werden
  • Ziel ist nicht zwingend vollständige Alleinausführung, sondern eine gewünschte und tragfähige Rolle
Charakterisieren Sie „Mobilität und Öffentlichkeit“ (3 Punkte)
  • Wege, Transfers, Verkehr, Orientierung und Zugang zu Gebäuden bestimmen soziale Teilhabe
  • Eine Anpassung muss nicht nur am Zielort, sondern über die gesamte Handlungskette funktionieren
  • Transport, Wetter, Bordsteine und Hilfe im Notfall werden mitgeprüft
Charakterisieren Sie „Arbeit und Bildung“ (3 Punkte)
  • Arbeits- und Lernanforderungen verbinden Leistung, Zeit, soziale Regeln und Umgebung
  • Anpassungen dürfen fachliche Kernanforderungen nicht unklar machen, können aber Zugang und Ausführung ermöglichen
  • Betroffene Person, Betrieb oder Bildungseinrichtung werden in die Erprobung einbezogen
Begründen Sie die fachlichen Anforderungen bei „Freizeit und soziale Teilhabe“ (3 Punkte)
  • Freizeit ist kein nachrangiger Luxus, sondern trägt zu Identität, Erholung und Beziehungen bei
  • Anpassungen können Material, Regeln, Gruppengröße oder Zugang verändern
  • Die Person entscheidet, welche Aktivität und welche Form der Teilnahme für sie bedeutsam ist
Quellen

Amtlicher Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 138–141, 21.07.2026

GREMMATIK-Fachband Grundlagen der Ergotherapie, Version 1.7.92, 21.07.2026

Kulturelle, soziale und generationale Einflüsse
Fragen und Antworten
Ordnen Sie „Kulturelle Prägung von Alltagsbetätigungen“ fachlich ein (3 Punkte)
  • Kultur beeinflusst, welche Betätigungen wichtig sind, wie Hilfe angenommen wird und welche Körpernähe, Rollen oder Gegenstände als passend gelten
  • Therapeutische Annahmen werden deshalb nicht als allgemeingültig gesetzt
  • Bedeutung und Akzeptanz werden mit der Person geklärt
Charakterisieren Sie „Soziale Lage und Zugänglichkeit“ (3 Punkte)
  • Finanzielle Mittel, Wohnraum, Bildung, digitale Fähigkeiten und erreichbare Unterstützung beeinflussen, welche Adaption realistisch ist
  • Eine Empfehlung muss beschaffbar, wartbar und verständlich sein
  • Lösungen, die nur unter idealen Bedingungen funktionieren, vergrößern sonst bestehende Barrieren
Charakterisieren Sie „Generationale Erfahrungen“ (3 Punkte)
  • Generationen unterscheiden sich nicht einheitlich, können aber verschiedene Erfahrungen mit Technik, Pflege, Arbeit und Selbstständigkeit mitbringen
  • Alter wird nicht mit Technikferne gleichgesetzt
  • Erprobung und Lernangebot richten sich nach individueller Vorerfahrung statt nach pauschalen Zuschreibungen
Charakterisieren Sie „Familienrollen und Erwartungen“ (3 Punkte)
  • Angehörige können Anpassungen unterstützen, ablehnen oder unbewusst eigene Vorstellungen durchsetzen
  • Rollen wie Elternschaft, Partnerschaft oder Haushaltsverantwortung prägen Ziele
  • Beratung macht sichtbar, wessen Problem gelöst werden soll und wer welche Aufgaben übernehmen möchte
Charakterisieren Sie „Diskriminierung und Stigmatisierung“ (3 Punkte)
  • Hilfsmittel können Zugehörigkeit fördern, aber auch als sichtbares Zeichen von Behinderung erlebt werden
  • Gestaltung, Diskretion und Wahlmöglichkeiten beeinflussen Akzeptanz
  • Therapeutisch werden keine ästhetischen oder sozialen Bedenken abgewertet, sondern als Teil der Versorgung bearbeitet
Quellen

Amtlicher Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 138–141, 21.07.2026

GREMMATIK-Fachband Grundlagen der Ergotherapie, Version 1.7.92, 21.07.2026

Motorisch-funktionelle Funktionsanalyse
Fragen und Antworten
Charakterisieren Sie „Motorische Fragestellung“ (3 Punkte)
  • Motorische Untersuchung wird nur so weit durchgeführt, wie sie die konkrete Betätigung erklärt
  • Beweglichkeit, Kraft, Schmerz, Koordination und Belastbarkeit werden mit der beobachteten Schwierigkeit verknüpft
  • Isolierte Messwerte ohne Alltagsbezug führen nicht automatisch zu einer passenden Adaption
Charakterisieren Sie „Inspektion und Haltung“ (4 Punkte)
  • Inspektion erfasst sichtbare Haltung, Schwellung, Hautzustand, Schonmuster und Bewegungsqualität
  • Sie erfolgt im Seitenvergleich und in relevanter Ausgangsposition
  • Sichtbefunde werden nicht überinterpretiert
  • Auffällige Veränderungen können weitere medizinische Abklärung erfordern
Erklären Sie Funktion und fachlichen Zweck von „Greiffunktion und Handgebrauch“ (3 Punkte)
  • Beobachtet werden Griffart, Kraftdosierung, beidhändiges Zusammenspiel, Gegenstandswechsel und Loslassen
  • Die Analyse richtet sich auf die tatsächlich verwendeten Gegenstände
  • Eine Griffverdickung hilft nur, wenn sie die erforderliche Handöffnung, Stabilität und Kontrolle verbessert
Charakterisieren Sie „Reichweite und Positionierung“ (3 Punkte)
  • Reichweite wird zusammen mit Rumpfstabilität, Schulterbelastung und Gleichgewicht beurteilt
  • Häufig ist eine andere Anordnung wirksamer als ein längeres Hilfsmittel
  • Positionierung soll funktionelle Nutzung erleichtern, ohne dauerhafte Fehlhaltung oder Druckbelastung zu erzeugen
Erklären Sie Wirkzusammenhänge bei „Belastungsreaktion“ (3 Punkte)
  • Schmerz, Ermüdung, Schwellung, Atemnot oder Leistungsabfall während und nach der Tätigkeit werden erfasst
  • Die Reaktion bestimmt Dosierung und Pausen
  • Warnzeichen und medizinische Vorgaben haben Vorrang vor dem Wunsch, einen Funktionsgewinn in einer Sitzung zu erzwingen
Quellen

Amtlicher Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 138–141, 21.07.2026

MOFU/Neuer Ordner/Arbeitsblatt_Inspektion.pdf, 21.07.2026

MOFU/Neuer Ordner/Greifformen in der Ergotherapie.pdf, 21.07.2026

Behandlungsplanung
Fragen und Antworten
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Planungsgrundlage“ (3 Punkte)
  • Planung verbindet Befund, Betätigungsziel, ausgewählte Strategie, Sicherheitsaspekte und Evaluationskriterien
  • Jede Maßnahme muss erkennbar zum Ziel beitragen
  • Eine lange Materialliste ohne begründeten Zusammenhang ist keine Behandlungsplanung
Erklären Sie Wirkzusammenhänge bei „Reihenfolge der Interventionen“ (3 Punkte)
  • Zuerst werden akute Risiken und grundlegende Ausgangsbedingungen geklärt
  • Danach folgen einfache, reversible Anpassungen und praktische Erprobung
  • Aufwendige Herstellung oder dauerhafte Veränderung ist sinnvoll, wenn ein kleinerer Eingriff nicht ausreicht
Charakterisieren Sie „Ressourcen und Barrieren“ (3 Punkte)
  • Planung nutzt vorhandene Routinen, Gegenstände, Unterstützung und Lernstrategien
  • Gleichzeitig werden Barrieren benannt, die nicht therapeutisch lösbar sind, etwa bauliche Grenzen oder fehlende Finanzierung
  • Dafür werden Weiterleitung und alternative Wege festgelegt
Definieren Sie den Begriff „Verantwortlichkeiten“ (3 Punkte)
  • Es wird festgelegt, wer Material beschafft, Anpassung herstellt, Nutzung übt, Wartung übernimmt und bei Problemen kontaktiert wird
  • Die Person bleibt an Entscheidungen beteiligt
  • Unklare Zuständigkeit gefährdet insbesondere individuell veränderte Hilfsmittel
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Evaluationskriterien“ (3 Punkte)
  • Vor Beginn wird bestimmt, woran Erfolg erkennbar ist: Hilfestufe, Zeit, Sicherheit, Belastung, Zufriedenheit oder Teilhabe
  • Kriterien müssen beobachtbar und für die Person sinnvoll sein
  • Ohne Ausgangswert lässt sich Veränderung nur schwer beurteilen
Quellen

Amtlicher Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 138–141, 21.07.2026

GREMMATIK-Fachband Grundlagen der Ergotherapie, Version 1.7.92, 21.07.2026

Person–Umwelt–Betätigung-Passung
Fragen und Antworten
Erläutern Sie die Kernaussagen von „Passung als Analyseprinzip“ (3 Punkte)
  • Handlungsfähigkeit entsteht aus dem Zusammenspiel von Person, Umwelt und Betätigung
  • Eine Schwierigkeit kann daher an mehreren Stellen verändert werden: Fähigkeit stärken, Aufgabe vereinfachen, Werkzeug anpassen, Umgebung ordnen oder Unterstützung organisieren
  • Die beste Stelle wird gemeinsam erprobt
Charakterisieren Sie „Personbezogene Ressourcen“ (3 Punkte)
  • Ressourcen umfassen körperliche, sensorische, kognitive, emotionale und soziale Fähigkeiten sowie Erfahrung, Motivation und Strategien
  • Sie werden nicht nur als Testergebnis erfasst, sondern in der konkreten Betätigung beobachtet
  • Eine Adaption soll vorhandene Kompetenzen nutzbar machen
Erklären Sie den fachlichen Kern von „Umweltbezogene Ressourcen und Barrieren“ (3 Punkte)
  • Umwelt umfasst räumliche Bedingungen, Gegenstände, Licht, Geräusche, Zeitdruck, Regeln und soziale Unterstützung
  • Eine Barriere ist nicht nur eine Stufe
  • Auch unklare Beschriftung, fehlende Ablageflächen oder widersprüchliche Hilfe können Handlungen erschweren
Definieren Sie den Begriff „Betätigungsanforderungen“ (3 Punkte)
  • Betätigungen verlangen eine Abfolge von Teilhandlungen, bestimmte Körperpositionen, Wahrnehmung, Entscheidungen und zeitliche Organisation
  • Die Analyse trennt notwendige von veränderbaren Anforderungen
  • Dadurch wird sichtbar, ob ein anderer Ablauf denselben Zweck sicherer erfüllt
Charakterisieren Sie „Mehrere Anpassungswege“ (3 Punkte)
  • Dasselbe Ziel kann über verschiedene Wege erreicht werden
  • Anziehen lässt sich etwa durch Training, Sitzposition, Reihenfolge, Greifhilfe, Kleidungswahl oder Assistenz erleichtern
  • Varianten werden praktisch verglichen, statt eine Standardlösung vorschnell als einzig richtige festzulegen
Quellen

Amtlicher Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 138–141, 21.07.2026

GREMMATIK-Fachband Grundlagen der Ergotherapie, Version 1.7.92, 21.07.2026

Neurophysiologische Funktionsanalyse
Fragen und Antworten
Charakterisieren Sie „Tonus und Bewegungskontrolle“ (3 Punkte)
  • Tonus wird in Zusammenhang mit Haltung, Bewegung, Geschwindigkeit und Aufgabe beobachtet
  • Ein einzelner Eindruck in Ruhe reicht nicht
  • Adaptionen sollen unkontrollierte Bewegung oder Überaktivität nicht verstärken und eine möglichst aktive, funktionelle Beteiligung ermöglichen
Charakterisieren Sie „Selektive Bewegung und Synergien“ (3 Punkte)
  • Beurteilt wird, ob Gelenke gezielt bewegt oder überwiegend gekoppelte Muster genutzt werden
  • Gegenstandshöhe, Griffposition und Unterstützung können selektive Bewegung erleichtern
  • Eine Kompensation ist akzeptabel, wenn sie sicher ist und keine schädliche Überlastung erzeugt
Charakterisieren Sie „Rumpf- und Gleichgewichtskontrolle“ (3 Punkte)
  • Viele Handlungen scheitern nicht an der Hand, sondern an fehlender Sitz- oder Standstabilität
  • Unterlage, Sitzhöhe, Fußkontakt und Abstützung werden deshalb vor feinen Hilfsmitteln geprüft
  • Stabilität soll Bewegung ermöglichen und nicht durch starre Fixierung ersetzen
Charakterisieren Sie „Sensorische Rückmeldung“ (3 Punkte)
  • Propriozeption, Berührung und Druck helfen, Bewegung zu steuern
  • Bei verminderter Rückmeldung können visuelle Kontrolle, klare Anschläge oder kontrastreiche Markierungen unterstützen
  • Bei Überempfindlichkeit werden Material und Kontakt dosiert, statt die Person durch wiederholte Reizung zu überfordern
Charakterisieren Sie „Alltagsrelevante Erprobung“ (3 Punkte)
  • Neurologische Leistung schwankt mit Aufmerksamkeit, Müdigkeit, Umgebung und Aufgabenkomplexität
  • Eine Adaption wird deshalb in mehreren Situationen geprüft
  • Entscheidend ist, ob die Person die Strategie selbst erkennt und unter realen Bedingungen sicher einsetzen kann
Quellen

Amtlicher Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 138–141, 21.07.2026

GREMMATIK-Fachband Grundlagen der Ergotherapie, Version 1.7.92, 21.07.2026

Durchführung, Dosierung und Progression
Fragen und Antworten
Charakterisieren Sie „Therapeutische Ausgangsposition“ (3 Punkte)
  • Ausgangsposition und Material werden so vorbereitet, dass die Zielhandlung möglich und sicher ist
  • Vorbereitung darf jedoch nicht alle Anforderungen vorwegnehmen
  • Später wird sie schrittweise an die reale Alltagssituation angenähert
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Hilfestufen“ (3 Punkte)
  • Hilfen können körperlich, verbal, visuell oder durch Materialanordnung erfolgen
  • Sie werden von stärkerer zu geringerer Unterstützung abgestuft oder bei Bedarf vorübergehend erhöht
  • Dokumentiert wird nicht nur, dass Hilfe nötig war, sondern welche Art und an welchem Schritt
Definieren Sie „Progression“ (3 Punkte)
  • Schwierigkeit kann über weniger Unterstützung, mehr Schritte, höhere Genauigkeit, längere Dauer oder komplexere Umgebung gesteigert werden
  • Immer wird nur so viel verändert, dass Lernen noch möglich bleibt
  • Progression ist kein Selbstzweck, wenn das Alltagsziel bereits zuverlässig erreicht wird
Erklären Sie den fachlichen Kern von „Fehlerfreundliches Lernen“ (4 Punkte)
  • Ungefährliche Fehler können Lernen fördern, wenn die Person sie erkennt und korrigiert
  • Bei hohen Risiken wird stärker angeleitet oder die Aufgabe angepasst
  • Die Balance hängt von Einsicht, Gefährdung und Lernziel ab
  • Pauschal fehlerfreies oder fehlerreiches Lernen ist nicht immer passend
Definieren Sie den Begriff „Abbruchkriterien“ (3 Punkte)
  • Vor der Durchführung werden Zeichen für Pause oder Abbruch festgelegt, etwa Schmerzanstieg, deutliche Hautveränderung, Schwindel, Überforderung oder Kontrollverlust
  • Abbruch schützt und liefert zugleich Befundinformation
  • Er wird nicht als mangelnde Motivation bewertet
Quellen

Amtlicher Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 138–141, 21.07.2026

GREMMATIK-Fachband Grundlagen der Ergotherapie, Version 1.7.92, 21.07.2026

Alltagsanforderungen analysieren
Fragen und Antworten
Charakterisieren Sie „Analyse einer konkreten Alltagshandlung“ (3 Punkte)
  • Die Handlung wird in Anfangssituation, Teilhandlungen, benötigte Gegenstände, Umweltbedingungen und Abschluss gegliedert
  • Beobachtet wird, an welchem Schritt die Ausführung stockt und welche Folgen entstehen
  • So wird ein unscharfes Problem in veränderbare Anforderungen übersetzt
Beschreiben Sie Ablauf und fachliche Bedeutung von „Kritische Handlungsschritte“ (3 Punkte)
  • Kritisch sind Schritte mit hohem Kraftbedarf, geringer Stabilität, komplexer Reihenfolge, Zeitdruck oder besonderem Risiko
  • Sie werden zuerst geprüft, weil eine kleine Änderung dort den größten Nutzen bringen kann
  • Nicht jeder langsame oder ungewohnte Schritt braucht eine Adaption
Charakterisieren Sie „Zeit und Energiebedarf“ (3 Punkte)
  • Eine Handlung kann technisch gelingen und dennoch zu lange dauern oder übermäßig ermüden
  • Zeit, Pausen, Schmerz, Konzentrationsabfall und Erholung werden deshalb mitbeobachtet
  • Die passende Lösung verteilt Belastung und erhält Energie für weitere bedeutsame Betätigungen
Begründen Sie die fachlichen Anforderungen bei „Sicherheitsanforderungen“ (3 Punkte)
  • Sicherheit umfasst Sturz-, Verbrennungs-, Schnitt-, Druck-, Fehlbedienungs- und Überlastungsrisiken
  • Risiken werden konkret beschrieben und nicht nur mit „unsicher“ bewertet
  • Ziel ist eine nachvollziehbare Balance zwischen Schutz, Selbstbestimmung und vertretbarem Restrisiko
Charakterisieren Sie „Analyse im natürlichen Kontext“ (3 Punkte)
  • Eine Laboraufgabe zeigt nicht automatisch, wie eine Handlung zu Hause, unterwegs oder bei der Arbeit gelingt
  • Reale Wege, Möbel, Mitmenschen und Gewohnheiten verändern Anforderungen
  • Deshalb wird eine Anpassung möglichst dort geprüft, wo sie später regelmäßig genutzt werden soll
Quellen

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Neuropsychologische Funktionsanalyse
Fragen und Antworten
Erklären Sie den fachlichen Kern von „Aufmerksamkeitsanforderungen“ (3 Punkte)
  • Analysiert werden Daueraufmerksamkeit, Auswahl relevanter Reize, Wechsel zwischen Schritten und gleichzeitige Anforderungen
  • Fehler werden nicht pauschal als Vergesslichkeit bezeichnet
  • Die Anpassung reduziert gezielt jene Aufmerksamkeitsanforderung, die den Alltagsschritt blockiert
Charakterisieren Sie „Neglect und räumliche Exploration“ (3 Punkte)
  • Bei räumlicher Vernachlässigung wird beobachtet, welche Seite, Entfernung oder Raumebene ausgelassen wird und ob Hinweise wirken
  • Gegenstände können zunächst strukturiert und markiert werden
  • Kompensation ersetzt nicht die Sicherheitsprüfung bei Wegen, Verkehr oder heißen Gegenständen
Erklären Sie Wirkzusammenhänge bei „Apraxie und Handlungsabfolge“ (3 Punkte)
  • Bei Apraxie kann die Ausführung trotz ausreichender Kraft und Verständnis fehlerhaft sein
  • Vormachen, Gegenstandskontext, reduzierte Auswahl und feste Reihenfolge können helfen
  • Die Beobachtung trennt Planungsfehler von Sprachverständnis, Wahrnehmung und motorischer Einschränkung
Erklären Sie den fachlichen Kern von „Gedächtnis und Prospektivität“ (4 Punkte)
  • Prospektives Gedächtnis betrifft das Erinnern an zukünftige Handlungen, etwa Medikamente oder Termine
  • Hilfen müssen zum Zeitpunkt und Kontext auslösen
  • Eine Liste ist wirkungslos, wenn sie nicht gesehen wird
  • Ein Signal ist wirkungslos, wenn die erforderliche Handlung daraus nicht abgeleitet werden kann
Charakterisieren Sie „Exekutive Kontrolle und Fehlererkennung“ (3 Punkte)
  • Beurteilt werden Planung, Initiierung, Überwachung, flexible Anpassung und Abschlusskontrolle
  • Manche Personen führen Schritte aus, erkennen aber Fehler nicht
  • Strategien benötigen dann sichtbare Prüfpunkte und Rückmeldungen, die schrittweise in Selbstkontrolle überführt werden
Quellen

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Transfer und Generalisierung
Fragen und Antworten
Charakterisieren Sie „Transfer in den Alltag“ (3 Punkte)
  • Transfer bedeutet, dass eine in Therapie gelernte Strategie in der echten Alltagssituation eingesetzt wird
  • Dafür müssen Kontext, Materialien und Entscheidungsspielräume zunehmend übereinstimmen
  • Eine erfolgreiche Übung im Therapieraum belegt den Transfer noch nicht
Nennen Sie die zentralen Aufgabenbereiche bei „Generalisierung auf ähnliche Aufgaben“ (3 Punkte)
  • Eine Strategie wird auf verwandte Aufgaben übertragen, etwa Griffverdickung von Besteck auf Schreibgerät
  • Gemeinsamkeiten und Unterschiede werden bewusst gemacht
  • Ungeprüfte Übertragung kann scheitern, wenn Kraft, Hygiene oder Sicherheitsanforderung anders sind
Definieren Sie den Begriff „Kontextwechsel“ (3 Punkte)
  • Wohnung, Arbeit, Öffentlichkeit und Urlaub stellen unterschiedliche Anforderungen
  • Die Person übt, welche Teile der Strategie gleich bleiben und was angepasst werden muss
  • Mobile Hilfen, Checklisten oder vorbereitete Alternativen können den Wechsel erleichtern
Charakterisieren Sie „Selbstkontrolle“ (3 Punkte)
  • Langfristige Selbstständigkeit verlangt, Wirkung und Probleme der Anpassung selbst zu erkennen
  • Prüfschritte werden eingeübt, etwa Sitz der Schiene, Vollständigkeit einer Sequenz oder sichere Geräteposition
  • Rückmeldung wird schrittweise von außen nach innen verlagert
Charakterisieren Sie „Rückfall und erneute Anpassung“ (3 Punkte)
  • Erkrankung, Wachstum, Verschleiß oder veränderte Lebensbedingungen können eine funktionierende Lösung unpassend machen
  • Rückfall ist nicht automatisch fehlende Mitarbeit
  • Ein klarer Wiedervorstellungsweg ermöglicht rechtzeitige Nachjustierung
Quellen

Amtlicher Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 138–141, 21.07.2026

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Physische Voraussetzungen zur Selbstständigkeit
Fragen und Antworten
Charakterisieren Sie „Kraft und Kraftdosierung“ (3 Punkte)
  • Nicht nur maximale Kraft, sondern auch Dosierung, Haltefähigkeit und Wiederholbarkeit beeinflussen Alltagshandlungen
  • Eine Adaption kann Hebel verkürzen, Reibung erhöhen, Gewicht verringern oder beidhändige Nutzung ermöglichen
  • Sie wird so gewählt, dass Restkraft sinnvoll eingesetzt wird
Charakterisieren Sie „Beweglichkeit und Gelenkstellung“ (3 Punkte)
  • Bewegungsumfang, Gelenkstabilität und schmerzarme Ausgangsstellung bestimmen Reichweite und Greiffunktion
  • Gegenstände können näher platziert, Griffe verändert oder Bewegungswege verkürzt werden
  • Eine Anpassung darf keine ungünstige Dauerstellung erzwingen oder neue Druckstellen erzeugen
Charakterisieren Sie „Koordination und Gleichgewicht“ bei „Physische Voraussetzungen zur Selbstständigkeit“ (3 Punkte)
  • Zielbewegung, Timing, Rumpfstabilität und Gleichgewicht wirken zusammen
  • Bei Unsicherheit können Sitzposition, Abstützung, Tempo, Gegenstandsfixierung oder Schrittfolge angepasst werden
  • Die Lösung soll unkontrollierte Ausweichbewegungen reduzieren, ohne sinnvolle Eigenaktivität zu blockieren
Charakterisieren Sie „Ausdauer und Belastbarkeit“ (3 Punkte)
  • Ausdauer bestimmt, wie lange eine Tätigkeit verlässlich möglich ist und wie schnell Erholung eintritt
  • Arbeitsflächen, Pausen, Hilfsmittel und Aufgabenverteilung werden an Tagesform und Gesamtbelastung angepasst
  • Ein einzelner erfolgreicher Versuch beweist noch keine alltagstaugliche Belastbarkeit
Begründen Sie die fachlichen Anforderungen bei „Sensibilität und Hautschutz“ (3 Punkte)
  • Verminderte Berührungs-, Schmerz- oder Temperaturempfindung erhöht das Risiko unbemerkter Verletzungen
  • Griffmaterial, Druckverteilung, Temperaturkontrolle und Hautinspektion werden eingeplant
  • Eine bequeme Adaption ist nicht automatisch sicher, wenn Warnreize fehlen
Quellen

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Psychosoziale Funktionsanalyse
Fragen und Antworten
Charakterisieren Sie „Antrieb und Handlungsbeginn“ (3 Punkte)
  • Untersucht wird, ob eine Person eine bedeutsame Tätigkeit beginnen, fortsetzen und beenden kann
  • Verzögerung kann durch Depression, Angst, Überforderung, fehlende Struktur oder geringe Bedeutung entstehen
  • Die Intervention richtet sich nach Ursache und nicht nur nach sichtbarer Passivität
Erklären Sie Wirkzusammenhänge bei „Stress und Reizbelastung“ (3 Punkte)
  • Soziale Dichte, Lärm, Zeitdruck und unklare Erwartungen können Handlungsfähigkeit vermindern
  • Anpassungen schaffen Vorhersagbarkeit, Rückzug oder eindeutige Rollen
  • Sie dürfen nicht zu dauerhafter Vermeidung führen, wenn ein schrittweiser Aufbau von Bewältigung sinnvoll und gewünscht ist
Charakterisieren Sie „Selbstbild und Hilfsmittelakzeptanz“ (3 Punkte)
  • Ein Hilfsmittel kann als Unterstützung, Kontrollverlust oder sichtbares Krankheitszeichen erlebt werden
  • Diese Bedeutung beeinflusst Nutzung
  • Erprobung, Wahlmöglichkeiten und eine nicht defizitorientierte Sprache helfen, ohne die Person zur Akzeptanz einer unerwünschten Lösung zu drängen
Analysieren Sie den Zusammenhang bei „Interaktion und Unterstützung“ (3 Punkte)
  • Beobachtet wird, wie Hinweise gegeben, verstanden und angenommen werden
  • Konflikte können aus Tonfall, Machtgefälle oder widersprüchlicher Hilfe entstehen
  • Eine technische Adaption bleibt unzureichend, wenn die soziale Durchführung unklar oder entwürdigend ist
Beurteilen Sie die zentralen Grenzen und Risiken bei „Krisen- und Sicherheitsgrenzen“ (3 Punkte)
  • Akute Selbst- oder Fremdgefährdung, schwere Verwirrtheit oder medizinische Instabilität erfordern geregelte Krisenwege und gegebenenfalls ärztliche Abklärung
  • Adaptierende Verfahren sind dann nachgeordnet
  • Sicherheit wird nicht durch bloße Beaufsichtigung ohne klaren Auftrag ersetzt
Quellen

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Beratung und gemeinsame Entscheidung
Fragen und Antworten
Definieren Sie den Begriff „Beratungsauftrag“ (3 Punkte)
  • Beratung stellt verständliche Informationen, Optionen, Vor- und Nachteile sowie Grenzen bereit
  • Sie entscheidet nicht stellvertretend, solange die Person selbst entscheiden kann
  • Empfehlung und persönliche Präferenz werden klar voneinander unterschieden
Charakterisieren Sie „Gemeinsame Entscheidungsfindung“ (3 Punkte)
  • Therapeutisches Wissen über Sicherheit und Funktion wird mit den Erfahrungen und Zielen der Person verbunden
  • Varianten werden möglichst praktisch erprobt
  • Eine gemeinsame Entscheidung kann auch bedeuten, eine fachlich mögliche Anpassung bewusst nicht zu wählen
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Verständliche Information“ (3 Punkte)
  • Information wird in passender Sprache, Menge und Form vermittelt
  • Bilder, Demonstration oder einfache Schrittfolgen können Fachsprache ergänzen
  • Verständnis wird nicht durch ein höfliches Nicken angenommen, sondern durch Rückfrage oder praktische Anwendung geprüft
Beurteilen Sie die zentralen Grenzen und Risiken bei „Risiken und Grenzen“ (3 Punkte)
  • Risiken werden konkret, verhältnismäßig und ohne Angstmache erklärt
  • Auch Unsicherheit der Daten oder Produktgrenzen werden benannt
  • Eine Empfehlung darf keine Sicherheit versprechen, die nur bei korrekter Anwendung, Wartung oder bestimmten Umweltbedingungen besteht
Charakterisieren Sie „Dokumentierte Entscheidung“ (3 Punkte)
  • Festgehalten werden besprochene Optionen, gewählte Lösung, offene Fragen und vereinbarte nächste Schritte
  • Bei Ablehnung einer Empfehlung wird die Entscheidung respektiert und der Sicherheitsrahmen geklärt
  • Dokumentation schützt nicht vor, sondern unterstützt transparente Zusammenarbeit
Quellen

Amtlicher Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 138–141, 21.07.2026

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Kognitive und psychische Voraussetzungen
Fragen und Antworten
Charakterisieren Sie „Aufmerksamkeit und Reizsteuerung“ (2 Punkte)
  • Ablenkbarkeit oder verlangsamte Aufmerksamkeit kann durch ruhige Umgebung, reduzierte Auswahl, klare Reihenfolge und sichtbare Startpunkte kompensiert werden
  • Die Anpassung soll relevante Hinweise hervorheben, ohne den Raum mit zusätzlichen Signalen zu überladen
Erklären Sie den fachlichen Kern von „Gedächtnis und Erinnerungshilfen“ (3 Punkte)
  • Erinnerungshilfen reichen von festen Ablageorten über Checklisten bis zu digitalen Hinweisen
  • Sie müssen zum Gedächtnisproblem passen: Abruf, Reihenfolge, Zeit oder Wiedererkennen
  • Wirksamkeit wird daran geprüft, ob die Person die Hilfe selbstständig bemerkt und nutzen kann
Erklären Sie Funktion und fachlichen Zweck von „Planung und exekutive Funktionen“ (3 Punkte)
  • Komplexe Aufgaben werden in überschaubare Schritte, Entscheidungspunkte und Abschlusskontrollen gegliedert
  • Vorlagen oder Routinen können Planung entlasten
  • Die Strategie darf nicht so kompliziert sein, dass ihre Anwendung mehr Organisation verlangt als die ursprüngliche Betätigung
Erklären Sie den fachlichen Kern von „Motivation und Selbstwirksamkeit“ (3 Punkte)
  • Anpassungen werden eher genutzt, wenn ihr Nutzen unmittelbar erlebbar ist und die Person an Auswahl und Erprobung beteiligt ist
  • Zu starke Vereinfachung kann als entwertend erlebt werden
  • Fortschritt wird sichtbar gemacht, ohne Schwierigkeiten zu beschönigen oder Druck aufzubauen
Begründen Sie die fachlichen Anforderungen bei „Angst, Unsicherheit und Vermeidung“ (3 Punkte)
  • Nach Sturz, Schmerz oder Misserfolg kann eine objektiv mögliche Handlung vermieden werden
  • Sicherheit, schrittweise Erprobung und nachvollziehbare Rückmeldung helfen, Vertrauen aufzubauen
  • Eine technische Hilfe allein löst Angst nicht, kann aber einen kontrollierten Handlungsspielraum schaffen
Quellen

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Arbeitstherapeutische Funktionsanalyse
Fragen und Antworten
Definieren Sie den Begriff „Arbeitsanforderungen“ (3 Punkte)
  • Arbeitsanalyse beschreibt Aufgabe, Qualität, Tempo, Wiederholung, Körperhaltung, Kommunikation und Verantwortung
  • Die Anforderungen werden getrennt von den Fähigkeiten der Person erfasst
  • Nur so lässt sich entscheiden, ob Training, Anpassung oder andere Aufgabenzuordnung sinnvoll ist
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Arbeitsplatzbeobachtung“ (2 Punkte)
  • Beobachtet werden Wege, Greifräume, Sitz- oder Stehposition, Werkzeug, Unterbrechungen und organisatorische Abläufe
  • Eine Anpassung darf den eigenen Arbeitsplatz nicht isoliert betrachten, wenn sie Übergaben, Teamarbeit oder Sicherheit anderer beeinflusst
Definieren Sie den Begriff „Leistungsschwankungen“ (3 Punkte)
  • Arbeitsfähigkeit zeigt sich über Dauer, Tageszeit und wiederholte Belastung
  • Kurze Höchstleistung ist nicht mit nachhaltiger Arbeitsleistung gleichzusetzen
  • Pausen, Aufgabenwechsel und stufenweise Steigerung werden deshalb im Befund sichtbar gemacht
Charakterisieren Sie „Selbst- und Fremdeinschätzung“ (4 Punkte)
  • Die eigene Einschätzung liefert Informationen zu Belastung, Sicherheit und Motivation
  • Fremdbeobachtung zeigt konkrete Ausführung
  • Abweichungen werden nicht als Täuschung gewertet, sondern gemeinsam untersucht
  • Unterschiedliche Perspektiven können auf unsichtbare Beschwerden oder fehlende Rückmeldung hinweisen
Definieren Sie den Begriff „Profilvergleich“ (3 Punkte)
  • Fähigkeiten und Tätigkeitsanforderungen werden mit vergleichbaren Kategorien gegenübergestellt
  • Abweichungen zeigen Ansatzpunkte, sind aber keine automatische Eignungsentscheidung
  • Interessen, Lernfähigkeit, Umwelt und reale Erprobung bleiben für berufliche Planung zusätzlich erforderlich
Quellen

Amtlicher Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 138–141, 21.07.2026

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Anleitung, Üben und Teach-back
Fragen und Antworten
Charakterisieren Sie „Demonstration und eigenes Tun“ (3 Punkte)
  • Eine Anleitung zeigt den Ablauf klar und lässt die Person anschließend selbst handeln
  • Reines Zuschauen beweist keine Anwendungskompetenz
  • Schwierige Schritte werden einzeln geübt und danach wieder in die Gesamthandlung eingebaut
Definieren Sie den Begriff „Teach-back“ (3 Punkte)
  • Beim Teach-back erklärt oder zeigt die Person in eigenen Worten, wie sie die Anpassung nutzt
  • Das prüft die Verständlichkeit der Anleitung, nicht die Intelligenz der Person
  • Fehler führen zu erneuter Erklärung und Übung, nicht zu Vorwürfen
Charakterisieren Sie „Schriftliche und bildliche Anleitung“ (3 Punkte)
  • Anleitungen nennen Zweck, Schritte, Sicherheitskontrollen, Reinigung und Kontaktweg bei Problemen
  • Bilder müssen die richtige Perspektive und Reihenfolge zeigen
  • Zu viel Text oder uneindeutige Symbole können die Nutzung erschweren
Definieren Sie den Begriff „Angehörigenanleitung“ (3 Punkte)
  • Angehörige lernen, welche Hilfe erwünscht ist, wie viel Unterstützung nötig ist und welche Zeichen eine Kontrolle erfordern
  • Sie sollen Eigenaktivität ermöglichen, nicht automatisch übernehmen
  • Belastung und realistische Verfügbarkeit werden offen besprochen
Charakterisieren Sie „Erfolgskontrolle der Anleitung“ (3 Punkte)
  • Nach Anleitung wird die Anwendung unter möglichst realen Bedingungen beobachtet
  • Entscheidend sind nicht nur korrekte Schritte, sondern auch Fehlererkennung, Sicherheitsverhalten und selbstständiger Beginn
  • Bei Schwierigkeiten wird Methode oder Hilfsmittel angepasst
Quellen

Amtlicher Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 138–141, 21.07.2026

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Soziale Voraussetzungen und Handlungskompetenz
Fragen und Antworten
Charakterisieren Sie „Soziale Unterstützung“ (3 Punkte)
  • Unterstützung kann informieren, erinnern, sichern, motivieren oder praktisch helfen
  • Entscheidend ist ihre Verfügbarkeit und Verlässlichkeit im Alltag
  • Eine Adaption, die ständig eine zweite Person benötigt, ist nur dann passend, wenn diese Unterstützung tatsächlich vereinbart und akzeptiert ist
Erklären Sie den fachlichen Kern von „Kommunikation von Hilfebedarf“ (3 Punkte)
  • Selbstständigkeit schließt ein, Unterstützung verständlich anzufordern und Grenzen mitzuteilen
  • Formulierungen, Signale oder Notfallwege können geübt werden
  • Bei Kommunikationsbeeinträchtigungen werden passende Ausdrucksmittel bereitgestellt, damit Entscheidungen nicht stellvertretend erraten werden
Erklären Sie den fachlichen Kern von „Handlungskompetenz“ (3 Punkte)
  • Handlungskompetenz verbindet Wissen, Fertigkeiten, Motivation und situationsgerechte Entscheidung
  • Eine Person kann einen Ablauf kennen und dennoch in einer neuen Umgebung Schwierigkeiten haben
  • Training umfasst deshalb nicht nur Ausführung, sondern auch Auswahl, Kontrolle und Anpassung der Strategie
Charakterisieren Sie „Rollen und Verantwortlichkeiten“ (3 Punkte)
  • Therapeutin, Klient, Angehörige, Pflege und Technik haben unterschiedliche Aufgaben
  • Zuständigkeiten für Beschaffung, Wartung, Kontrolle und Unterstützung werden geklärt
  • Unklare Verantwortlichkeit führt dazu, dass Hilfsmittel vorhanden sind, aber nicht sicher oder regelmäßig eingesetzt werden
Beurteilen Sie die zentralen Grenzen und Risiken bei „Grenzen sozialer Anpassung“ (3 Punkte)
  • Nicht jede Schwierigkeit darf durch mehr familiäre Hilfe gelöst werden
  • Dauerhafte Unterstützung kann Angehörige überlasten oder Abhängigkeiten verstärken
  • Alternativen wie Umweltveränderung, professionelle Assistenz oder vereinfachte Abläufe werden mitbedacht und fair verteilt
Quellen

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Testauswahl und Gütekriterien
Fragen und Antworten
Erklären Sie Funktion und fachlichen Zweck von „Zweck eines Tests“ (3 Punkte)
  • Ein Test wird ausgewählt, wenn seine Fragestellung zur Entscheidung über Adaption, Ziel oder Verlauf passt
  • Er ersetzt keine Betätigungsbeobachtung
  • Ergebnisse werden nur innerhalb der vorgesehenen Zielgruppe, Durchführung und Aussagegrenzen interpretiert
Definieren Sie den Begriff „Objektivität“ bei „Testauswahl und Gütekriterien“ (3 Punkte)
  • Objektivität bedeutet, dass Durchführung, Auswertung und Interpretation möglichst wenig von der untersuchenden Person abhängen
  • Standardisierte Instruktionen und Kriterien unterstützen dies
  • Ergotherapeutische Beziehung und Alltagssituation bleiben dennoch relevante Ergänzungen
Erklären Sie den fachlichen Kern von „Reliabilität“ bei „Testauswahl und Gütekriterien“ (3 Punkte)
  • Reliabilität bezeichnet die Zuverlässigkeit einer Messung
  • Ein Verfahren sollte bei unveränderten Bedingungen ähnliche Ergebnisse liefern
  • Schwankende Tagesform kann echte Veränderung sein und darf nicht vorschnell als Messfehler oder Therapiefortschritt gedeutet werden
Definieren Sie den Begriff „Validität“ bei „Testauswahl und Gütekriterien“ (3 Punkte)
  • Validität beschreibt, ob ein Verfahren tatsächlich das Merkmal misst, das es zu messen beansprucht
  • Ein guter Krafttest beweist nicht automatisch selbstständiges Kochen
  • Für adaptierende Verfahren ist die Übertragbarkeit auf die konkrete Betätigung besonders wichtig
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Normwerte und individuelle Ziele“ (3 Punkte)
  • Normwerte ermöglichen Vergleich mit einer Bezugsgruppe, beantworten aber nicht, welche Leistung für die einzelne Person bedeutsam oder ausreichend ist
  • Individuelle Zielwerte können deshalb wichtiger sein
  • Normabweichung allein begründet keine Adaption
Quellen

Amtlicher Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 138–141, 21.07.2026

GREMMATIK-Fachband Grundlagen der Ergotherapie, Version 1.7.92, 21.07.2026

Hilfsmittel und Alltagsgegenstände adaptieren
Fragen und Antworten
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Anpassungsziel“ (3 Punkte)
  • Vor jeder Veränderung wird festgelegt, welcher Handlungsschritt verbessert werden soll
  • Griffverdickung, Verlängerung, Fixierung oder Kontrast dienen unterschiedlichen Problemen
  • Eine unspezifische Veränderung kann Bedienung erschweren oder neue Risiken erzeugen
Charakterisieren Sie „Provisorische Erprobung“ (3 Punkte)
  • Reversible Provisorien ermöglichen schnellen Vergleich von Form, Winkel, Gewicht oder Position
  • Sie werden als Testlösung gekennzeichnet und unter Aufsicht geprüft
  • Für dauerhafte Nutzung müssen Materialfestigkeit, Hygiene und Sicherheit ausreichend sein
Definieren Sie den Begriff „Materialwahl“ (3 Punkte)
  • Material wird nach Hautverträglichkeit, Reinigbarkeit, Temperatur, Gewicht, Elastizität und Belastung ausgewählt
  • Scharfe Kanten, Ablösung oder Flüssigkeitsaufnahme können problematisch sein
  • Herstellerhinweise und Zweckbestimmung dürfen durch Eigenanpassung nicht unbeachtet bleiben
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Passform und Druckverteilung“ (3 Punkte)
  • Eine Anpassung soll Kontaktflächen gleichmäßig nutzen und punktuelle Druckbelastung vermeiden
  • Haut, Schmerz und Bewegungsfreiheit werden kontrolliert
  • Besonders bei Sensibilitätsstörung sind kurze Anfangszeiten und regelmäßige Inspektion erforderlich
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Kennzeichnung und Wartung“ (3 Punkte)
  • Individuelle Veränderungen werden nachvollziehbar beschrieben
  • Die Person weiß, wie Reinigung, Kontrolle und Ersatz erfolgen
  • Verschleiß, Lockerung oder Materialverformung können Funktion verändern und erfordern erneute fachliche Prüfung
Quellen

Amtlicher Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 138–141, 21.07.2026

HIMI/HiMiPräsi_56_57_Einführung.pdf, 21.07.2026

Formen der Adaption
Fragen und Antworten
Charakterisieren Sie „Anpassung der Umwelt an den Menschen“ (3 Punkte)
  • Die Umwelt kann durch Raumordnung, Beleuchtung, Kontraste, Haltemöglichkeiten, Sitzhöhe oder reduzierte Wege verändert werden
  • Ziel ist eine geringere Anforderung bei gleichem Betätigungszweck
  • Veränderungen müssen mit Mitbewohnenden, Arbeitsschutz und realen Platzverhältnissen vereinbar sein
Charakterisieren Sie „Anpassung des Menschen an Umweltbedingungen“ (3 Punkte)
  • Der Mensch kann Strategien, Bewegungsabläufe, Reihenfolgen oder Umgangsweisen lernen, wenn die Umwelt nicht vollständig veränderbar ist
  • Diese Form darf nicht bedeuten, unzumutbare Barrieren einfach der Person anzulasten
  • Training und Umweltkritik gehören zusammen
Erklären Sie Funktion und fachlichen Zweck von „Anpassung der Aufgabe“ (3 Punkte)
  • Aufgaben lassen sich in Umfang, Reihenfolge, Tempo, Material oder Qualitätsanforderung verändern
  • Der Zweck bleibt erhalten, während einzelne Anforderungen sinken
  • Eine sinnvolle Anpassung vereinfacht nicht wahllos, sondern genau den Schritt, der die Teilhabe verhindert
Charakterisieren Sie „Anpassung von Gegenständen“ (4 Punkte)
  • Griffe können verdickt, rutschfester, verlängert oder angewinkelt werden
  • Gegenstände können fixiert, markiert oder leichter bedienbar gemacht werden
  • Material, Hygiene, Belastbarkeit und Verletzungsrisiko werden geprüft
  • Provisorien eignen sich zur Erprobung, nicht automatisch zur Dauerlösung
Charakterisieren Sie „Kompensation und Wiederherstellung“ (3 Punkte)
  • Kompensation nutzt einen anderen Weg, während Wiederherstellung eine beeinträchtigte Fähigkeit gezielt verbessert
  • Beide Ziele können gleichzeitig verfolgt werden
  • Eine Person darf im Alltag kompensieren, auch wenn im Training weiter an Kraft, Wahrnehmung oder Beweglichkeit gearbeitet wird
Quellen

Amtlicher Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 138–141, 21.07.2026

GREMMATIK-Fachband Grundlagen der Ergotherapie, Version 1.7.92, 21.07.2026

Befundbewertung und Zielsetzung
Fragen und Antworten
Beurteilen Sie den Befund bei „Befundbewertung und Zielsetzung“ (3 Punkte)
  • Befunde werden nach Bedeutung für die priorisierte Betätigung gewichtet
  • Nicht jede Auffälligkeit ist behandlungsrelevant
  • Ressourcen, Barrieren, Risiken und Kontext werden zu einer begründeten Arbeitshypothese verbunden, die durch Erprobung bestätigt oder verändert werden kann
Beurteilen Sie „Problemformulierung“ bei „Befundbewertung und Zielsetzung“ (2 Punkte)
  • Eine gute Problemformulierung beschreibt Person, Betätigung, konkrete Schwierigkeit und Situation. „Feinmotorik vermindert“ ist zu allgemein
  • „Knöpfe morgens wegen fehlender Pinzettengriffkontrolle nicht selbst schließen“ zeigt Ansatzpunkt und Alltagseffekt
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Klientenzentrierte Ziele“ (3 Punkte)
  • Ziele werden mit der Person vereinbart und in beobachtbare Alltagshandlungen übersetzt
  • Sie benennen, was unter welchen Bedingungen mit welcher Unterstützung gelingen soll
  • Fachliche Teilziele sind erlaubt, müssen aber erkennbar zum übergeordneten Betätigungsziel beitragen
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Priorisierung von Zielen“ (3 Punkte)
  • Priorität erhalten Ziele mit hoher Bedeutung, Sicherheitsrelevanz oder großer Wirkung auf weitere Lebensbereiche
  • Aufwand und Veränderbarkeit werden mitbedacht
  • Zu viele gleichzeitige Ziele verwässern Training und erschweren die Evaluation
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Zielanpassung im Verlauf“ (3 Punkte)
  • Wenn eine Lösung nicht akzeptiert, nicht genutzt oder durch veränderte Bedingungen überholt wird, muss das Ziel angepasst werden
  • Das ist kein automatisches Scheitern, sondern Teil eines lernenden Prozesses
  • Änderungen werden gemeinsam begründet und dokumentiert
Quellen

Amtlicher Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 138–141, 21.07.2026

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Herstellung individueller Adaptionen
Fragen und Antworten
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Herstellungsplanung“ (3 Punkte)
  • Herstellung beginnt mit Maß, Bewegungsziel, Belastung und Nutzungskontext
  • Eine Skizze oder einfache Vorlage reduziert Fehlversuche
  • Vor dem endgültigen Material wird geprüft, ob eine handelsübliche oder weniger aufwendige Lösung denselben Zweck erfüllt
Charakterisieren Sie „Sichere Bearbeitung“ (3 Punkte)
  • Schneiden, Erwärmen, Kleben und Formen erfolgen mit geeigneten Werkzeugen und Schutzmaßnahmen
  • Materialtemperatur und Kanten werden kontrolliert
  • Die Person wird nicht mit unklaren Prototypen allein gelassen, wenn Bruch, Verbrennung oder Verletzung möglich ist
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Ergonomische Formgebung“ (3 Punkte)
  • Form, Winkel und Oberfläche orientieren sich an funktioneller Gelenkstellung, Kraftlinie und tatsächlichem Griff
  • Größer ist nicht automatisch besser
  • Eine Anpassung muss Handöffnung, Sicht, Reichweite und Transport gemeinsam berücksichtigen
Charakterisieren Sie „Hygiene und Reinigung“ (3 Punkte)
  • Materialien und Verbindungen müssen zur vorgesehenen Reinigung passen
  • Poröse oder schlecht zugängliche Bereiche können Keime und Feuchtigkeit sammeln
  • Bei Körperpflege, Essen oder Wundnähe gelten höhere Anforderungen als bei einer selten genutzten trockenen Alltagshilfe
Charakterisieren Sie „Nachkontrolle“ (3 Punkte)
  • Nachkontrolle erfasst Nutzung, Passform, Materialzustand und erreichten Alltagseffekt
  • Probleme werden nicht nur am Gegenstand, sondern im gesamten Ablauf gesucht
  • Eine handwerklich intakte Adaption kann trotzdem ersetzt werden, wenn sie nicht genutzt wird oder das Ziel verfehlt
Quellen

Amtlicher Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 138–141, 21.07.2026

HIMI/Schienenherstellung Daumenhülse.pdf, 21.07.2026

HIMI/Statische Schiene Handgelenk palmar.pdf, 21.07.2026

Hilfsmittel und Pflegehilfsmittel auswählen
Fragen und Antworten
Charakterisieren Sie „Bedarf vor Produktauswahl“ (4 Punkte)
  • Zuerst werden Betätigung, Problemstelle, Umfeld und Ziel beschrieben
  • Erst danach wird ein Produkt gesucht
  • Eine Diagnose allein bestimmt kein geeignetes Hilfsmittel
  • Dasselbe Gerät kann bei zwei Personen wegen unterschiedlicher Routinen, Körpermaße oder Wohnbedingungen völlig verschieden funktionieren
Definieren Sie „Auswahlkriterien“ (3 Punkte)
  • Wichtige Kriterien sind Funktion, Passform, Kraftbedarf, Bedienbarkeit, Sicherheit, Reinigung, Transport, Haltbarkeit und Akzeptanz
  • Auch Folgekosten und Wartung werden bedacht
  • Ein technisch leistungsfähiges Hilfsmittel ist ungeeignet, wenn es im Alltag zu schwer, kompliziert oder auffällig ist
Charakterisieren Sie „Erprobung vor endgültiger Versorgung“ (3 Punkte)
  • Hilfsmittel werden möglichst in typischen Alltagssituationen erprobt
  • Dabei werden Erfolg, Fehler, Zeitbedarf, Ermüdung und subjektive Sicherheit beobachtet
  • Ein kurzer Versuch unter therapeutischer Anleitung reicht nicht, wenn die Person das Gerät später allein und unter anderen Bedingungen nutzen muss
Unterscheiden Sie „Pflegehilfsmittel und Hilfsmittel im Vergleich“ anhand fachlicher Kriterien (4 Punkte)
  • Hilfsmittel zielen vor allem auf Ausgleich, Sicherung oder Teilhabe der betroffenen Person
  • Pflegehilfsmittel können zusätzlich Pflege erleichtern oder Beschwerden vorbeugen
  • Die praktische Grenze hängt vom konkreten Versorgungszweck ab
  • Für die Beratung bleibt die Alltagssituation entscheidend
Charakterisieren Sie „Versorgungsweg und aktuelle Prüfung“ (3 Punkte)
  • Verordnung, Zuständigkeit und Kostenübernahme richten sich nach aktuellem Versorgungsweg und müssen vor der Beschaffung geprüft werden
  • Ergotherapeutische Beratung dokumentiert Bedarf und Erprobung, ersetzt aber keine verbindliche Leistungszusage
  • Produktangaben werden aktuell und herstellerbezogen kontrolliert
Quellen

Amtlicher Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 138–141, 21.07.2026

HIMI/HiMiPräsi_56_57_Einführung.pdf, 21.07.2026

Dokumentation, Datenschutz und Verlauf
Fragen und Antworten
Charakterisieren Sie „Inhalt der Dokumentation“ (3 Punkte)
  • Dokumentiert werden Anlass, relevante Beobachtung, eingesetzte Unterstützung, Bewertung, Ziel, Maßnahme, Reaktion und weiterer Plan
  • Aussagen der Person werden als solche gekennzeichnet
  • Dokumentation soll den therapeutischen Prozess nachvollziehbar machen, nicht jede Gesprächseinzelheit sammeln
Charakterisieren Sie „Trennung von Fakt und Deutung“ (3 Punkte)
  • Sichtbare Handlung, wörtliche Aussage und fachliche Interpretation werden getrennt formuliert
  • Dadurch bleiben Schlussfolgerungen überprüfbar
  • Wertende oder stigmatisierende Begriffe werden vermieden, insbesondere wenn sie keine konkrete Beobachtung enthalten
Charakterisieren Sie „Digitale Dokumentation“ bei „Dokumentation, Datenschutz und Verlauf“ (3 Punkte)
  • Digitale Systeme erleichtern Verlauf und Austausch, verlangen aber Zugriffsschutz, korrekte Zuordnung und sichere Geräte
  • Nur notwendige Daten werden erfasst
  • Fotos, Videos oder Messdaten benötigen einen klaren Zweck, geregelte Speicherung und eine wirksame Einwilligung
Beschreiben Sie Ablauf und fachliche Bedeutung von „Verlaufsvergleich“ (3 Punkte)
  • Verlauf wird unter möglichst vergleichbaren Bedingungen beurteilt und enthält neben Ergebnis auch Hilfestufe, Zeit, Qualität und Belastung
  • Kleine Veränderungen können relevant sein, wenn sie Selbstständigkeit deutlich erhöhen
  • Unterschiede werden nicht automatisch der Intervention zugeschrieben
Erklären Sie den fachlichen Kern von „Übergabe und interprofessionelle Kommunikation“ (3 Punkte)
  • Übergaben nennen Ziel, aktuelle Nutzung, Sicherheitsaspekte, notwendige Unterstützung und offene Prüfaufträge
  • Produktnamen allein reichen nicht
  • Andere Beteiligte müssen verstehen, wie die Anpassung eingesetzt, kontrolliert und bei Problemen weitergeleitet wird
Quellen

Amtlicher Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 138–141, 21.07.2026

GREMMATIK-Fachband Grundlagen der Ergotherapie, Version 1.7.92, 21.07.2026

Funktionstraining mit Prothesen
Fragen und Antworten
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Ziele des Prothesentrainings“ (3 Punkte)
  • Ziele richten sich nach Prothesenart, körperlicher Situation, Alltag und persönlichen Prioritäten
  • Neben Anlegen und Bedienung werden Einbezug in beidhändige Tätigkeiten, Sicherheit, Pflege und Akzeptanz trainiert
  • Nicht jede Handlung muss mit Prothese ausgeführt werden
Charakterisieren Sie „An- und Ablegen“ bei „Funktionstraining mit Prothesen“ (3 Punkte)
  • Anlegen wird in stabiler Position, klarer Reihenfolge und mit Hautkontrolle geübt
  • Hilfen können Markierungen, Spiegel oder vereinfachte Verschlüsse sein
  • Die Person muss erkennen, wann der Sitz nicht stimmt und eine Nutzung unterbrochen werden soll
Erklären Sie Funktion und fachlichen Zweck von „Funktionsaufbau“ (3 Punkte)
  • Training beginnt mit einfachen, kontrollierten Aufgaben und steigert Material, Reichweite, Kraftdosierung und Alltagstempo
  • Kompensatorische Körperbewegungen werden beobachtet
  • Ziel ist eine funktionelle und ökonomische Nutzung, nicht eine künstlich perfekte Bewegung
Charakterisieren Sie „Haut- und Belastungskontrolle“ (3 Punkte)
  • Druck, Reibung, Wärme, Schweiß und Hautveränderung werden regelmäßig geprüft
  • Verminderte Sensibilität erhöht das Risiko unbemerkter Schädigung
  • Anhaltende Rötung, Schmerzen oder Wunden erfordern Nutzungspause und fachliche Abklärung
Charakterisieren Sie „Akzeptanz und Wahlfreiheit“ (3 Punkte)
  • Prothesennutzung kann funktionelle, ästhetische und soziale Bedeutungen haben
  • Die Person entscheidet, wann sie die Prothese nutzt und wann andere Strategien besser passen
  • Therapie unterstützt informierte Wahl, statt eine bestimmte Nutzungsdauer moralisch zu bewerten
Quellen

Amtlicher Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 138–141, 21.07.2026

Amtlicher Lehrplan Sachsen, Adaptierende Verfahren, Seite 141, 21.07.2026

Funktionstraining mit Schienen
Fragen und Antworten
Erklären Sie Funktion und fachlichen Zweck von „Schienenzweck“ (3 Punkte)
  • Schienen können lagern, stabilisieren, schützen, Bewegung begrenzen oder gezielt ermöglichen
  • Der Zweck bestimmt Gelenkstellung, Tragezeit und Übungen
  • Ohne eindeutige Zielsetzung lässt sich nicht beurteilen, ob die Schiene passend wirkt oder unnötig Funktion einschränkt
Charakterisieren Sie „An- und Ablegen einer Schiene“ (4 Punkte)
  • Anlegen wird in einer reproduzierbaren Reihenfolge geübt
  • Verschlüsse sollen erreichbar sein und nicht übermäßig festgezogen werden
  • Die Person kontrolliert Sitz, Haut und Bewegungsfreigabe
  • Angehörige erhalten nur die notwendige zusätzliche Anleitung
Charakterisieren Sie „Haut- und Druckstellenkontrolle“ (3 Punkte)
  • Druckstellen, Schwellung, Feuchtigkeit, Taubheit und Farbveränderung werden ernst genommen
  • Besonders zu Beginn erfolgt häufige Kontrolle
  • Eine Schiene wird nicht weitergetragen, um sich „daran zu gewöhnen“, wenn anhaltende Rötung, Schmerz oder Durchblutungszeichen auftreten
Charakterisieren Sie „Schiene im Alltag“ (3 Punkte)
  • Die Schiene wird in den Tätigkeiten geprüft, für die sie vorgesehen ist
  • Dicke, Kanten oder Verschlüsse können Griff, Kleidung oder Hygiene beeinflussen
  • Eine gute Passform in Ruhe garantiert noch keine sichere Funktion bei Belastung
Beschreiben Sie Ablauf und fachliche Bedeutung von „Verlauf und Anpassung“ (3 Punkte)
  • Ödem, Heilungsverlauf, Wachstum oder Funktionsveränderung können die Passform rasch verändern
  • Trageplan und Schiene werden kontrolliert und gegebenenfalls angepasst
  • Eigenmächtige Materialverformung oder zusätzliche Polsterung kann Druck verlagern und sollte fachlich geprüft werden
Quellen

Amtlicher Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 138–141, 21.07.2026

HIMI/Schienen E56_57.pdf, 21.07.2026

HIMI/Schienen in der Ergotherapie E56_57.pdf, 21.07.2026

HIMI/Druckstellen.pdf, 21.07.2026

Gelenkschutz und Rückenschule
Fragen und Antworten
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Ziele des Gelenkschutzes“ (3 Punkte)
  • Gelenkschutz reduziert schädliche Belastung, Schmerz und Ermüdung, ohne Aktivität unnötig zu vermeiden
  • Prinzipien sind günstige Gelenkstellung, Lastverteilung, größere Gelenke, verkürzte Hebel und regelmäßige Pausen
  • Anwendung wird an echten Alltagshandlungen geübt
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Belastungsarme Griffstrategien“ (3 Punkte)
  • Dauerhafter Pinzettengriff, hohe Druckkraft oder ulnare Abweichung können belastend sein
  • Dickere Griffe, beidhändige Nutzung oder Schieben statt Tragen verteilen Kräfte
  • Die Strategie muss zur Diagnose, Stabilität und konkreten Aufgabe passen
Definieren Sie den Begriff „Energieökonomie“ (3 Punkte)
  • Energieökonomie ordnet Aufgaben, Pausen, Wege und Arbeitsplätze so, dass Belastung über den Tag verteilt wird
  • Priorisieren und Delegieren gehören dazu
  • Ziel ist nicht maximale Schonung, sondern ausreichend Energie für bedeutsame Betätigungen
Charakterisieren Sie „Alltagsbezogene Rückenschule“ (3 Punkte)
  • Rückenschule verbindet verständliches Wissen mit praktischer Bewegung, Lastennähe, Stand, Sitz und Arbeitsplatzgestaltung
  • Eine einzige „richtige“ Haltung für alle Situationen existiert nicht
  • Wechsel, Dosierung und individuelle Beschwerden werden berücksichtigt
Erläutern Sie die Kernaussagen von „Transfer von Schutzprinzipien“ (3 Punkte)
  • Prinzipien werden an Kochen, Einkaufen, Transfer, Arbeit oder Kinderbetreuung angepasst
  • Allgemeine Regeln reichen nicht, wenn Gegenstände und Rollen verschieden sind
  • Die Person lernt, Belastung selbst zu erkennen und eine passende Variante auszuwählen
Quellen

Amtlicher Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 138–141, 21.07.2026

HIMI/Schienen in der Rheumatologie.pdf, 21.07.2026

Wohnraumanpassung und therapeutischer Hausbesuch
Fragen und Antworten
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Ziel des Hausbesuchs“ (3 Punkte)
  • Der Hausbesuch erfasst reale Wege, Möbel, Routinen und Unterstützung
  • Er dient einer konkreten therapeutischen Fragestellung und wird mit Einwilligung vorbereitet
  • Die Wohnung wird nicht allgemein bewertet, sondern im Hinblick auf priorisierte Betätigungen untersucht
Charakterisieren Sie „Zugänge und Bewegungsflächen“ (3 Punkte)
  • Türbreite, Schwellen, Wendeflächen, Boden und Beleuchtung beeinflussen Mobilität
  • Messung wird mit tatsächlich genutztem Hilfsmittel und typischer Begleitung durchgeführt
  • Eine einzelne Normangabe ersetzt nicht die funktionelle Erprobung im konkreten Raum
Charakterisieren Sie „Bad und Toilette“ (3 Punkte)
  • Im Bad treffen Nässe, Transfers, Intimsphäre und begrenzter Platz zusammen
  • Haltemöglichkeiten, Sitzhöhe, Erreichbarkeit und Rutschhemmung werden geprüft
  • Hilfsmittel müssen stabil positioniert, gereinigt und von der Person im realen Ablauf nutzbar sein
Charakterisieren Sie „Küche und Haushaltsorganisation“ (3 Punkte)
  • Arbeitsflächen, Lagerung, Transportwege und Hitzequellen werden an Reichweite, Kraft und Aufmerksamkeit angepasst
  • Häufig genutzte Gegenstände kommen in sichere Greifräume
  • Eine Änderung muss Kochen ermöglichen, ohne neue Brand-, Schnitt- oder Stolperrisiken zu schaffen
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Evaluation der Wohnraumanpassung“ (4 Punkte)
  • Nach Umsetzung wird geprüft, ob die Zielhandlung leichter, sicherer und akzeptiert ist
  • Veränderungen können andere Bewohner oder weitere Tätigkeiten beeinflussen
  • Bauliche Maßnahmen brauchen klare Zuständigkeit
  • Provisorische Erfolge werden nicht automatisch als dauerhafte Lösung übernommen
Quellen

Amtlicher Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 138–141, 21.07.2026

GREMMATIK-Fachband Spiele, Hilfsmittel, Schienen, technische Medien, Version 1.7.91, 21.07.2026

Arbeitsplatzanpassung und Evaluation
Fragen und Antworten
Definieren Sie den Begriff „Arbeitsplatzanalyse“ (3 Punkte)
  • Arbeitsplatzanpassung beginnt mit realer Tätigkeit, Arbeitsmittel, Zeitvorgabe, Kommunikation und Sicherheitsanforderung
  • Körpermaße allein reichen nicht
  • Beobachtet wird der gesamte Ablauf einschließlich Materialnachschub, Unterbrechung und Übergabe
Charakterisieren Sie „Ergonomische Anpassung“ (3 Punkte)
  • Sitz- oder Stehhöhe, Greifraum, Werkzeug, Beleuchtung und Aufgabenwechsel werden auf Person und Tätigkeit abgestimmt
  • Ergonomie soll Leistung und Gesundheit unterstützen, nicht jede Bewegung vermeiden
  • Veränderung wird praktisch mit typischer Arbeitsdauer erprobt
Charakterisieren Sie „Organisatorische Anpassung“ (3 Punkte)
  • Auch Pausen, Reihenfolge, Arbeitszeit, klare Zuständigkeit oder reduzierte Mehrfachaufgaben können entscheidend sein
  • Technische Anpassung allein löst organisatorische Überforderung nicht
  • Maßnahmen werden mit Betrieb und Person vereinbart, ohne unnötige Gesundheitsdaten offenzulegen
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Evaluation am Arbeitsplatz“ (3 Punkte)
  • Verglichen werden Qualität, Tempo, Fehler, Belastung, Unterstützung und subjektive Sicherheit
  • Eine Verbesserung in der ersten Stunde beweist keine nachhaltige Eignung
  • Verlauf und Auswirkungen auf Team, Sicherheit und Arbeitsorganisation werden mitbeobachtet
Charakterisieren Sie „Nachsteuerung und Zuständigkeit“ (3 Punkte)
  • Arbeitsplatzbedingungen, Aufgaben oder Gesundheit können sich ändern
  • Deshalb werden Kontrollzeitpunkt, Ansprechpartner und Kriterien für Nachsteuerung festgelegt
  • Eine Anpassung bleibt wirksam, wenn sie gewartet, akzeptiert und in betriebliche Abläufe integriert ist
Quellen

Amtlicher Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 138–141, 21.07.2026

GREMMATIK-Fachband Arbeitstherapeutische Verfahren, Version 1.7.97, 21.07.2026

Sicherheit, Wartung und Nachsorge
Fragen und Antworten
Begründen Sie die fachlichen Anforderungen bei „Sicherheitsprüfung vor Nutzung“ (3 Punkte)
  • Vor Nutzung werden Stabilität, Kanten, Verschlüsse, elektrische oder thermische Risiken und passende Position geprüft
  • Die Kontrolle richtet sich nach Produkt und Veränderung
  • Eine bekannte Marke oder frühere gute Erfahrung ersetzt keine Prüfung des aktuellen Zustands
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Wartung und Verschleiß“ (3 Punkte)
  • Verschleiß kann sich durch Risse, Lockerung, Materialermüdung, veränderte Oberfläche oder unzuverlässige Elektronik zeigen
  • Wartungsintervalle und Ersatzteile werden geklärt
  • Weiterverwendung trotz Defekt kann den ursprünglichen Nutzen in ein Sicherheitsrisiko verwandeln
Charakterisieren Sie „Hygiene im Langzeitgebrauch“ (4 Punkte)
  • Reinigung wird so geplant, dass Material und Funktion erhalten bleiben
  • Körpernahe, feuchte oder lebensmittelbezogene Hilfen benötigen besonders klare Abläufe
  • Ungeeignete Desinfektionsmittel können Material schädigen
  • Herstellerangaben und lokale Hygieneregeln werden beachtet
Definieren Sie den Begriff „Nachsorgetermin“ (3 Punkte)
  • Nachsorge prüft Zielerreichung, tatsächliche Nutzung, Haut, Belastung und Veränderungen im Umfeld
  • Sie erfolgt besonders nach neuer Schiene, Prothese, komplexer Technik oder größerer Wohnraumanpassung
  • Nichtnutzung wird als Information untersucht, nicht als bloße Unkooperativität
Beurteilen Sie die zentralen Grenzen und Risiken bei „Weiterleitung bei Problemen“ (3 Punkte)
  • Technische Defekte, medizinische Warnzeichen oder versorgungsrechtliche Fragen werden an zuständige Stellen weitergegeben
  • Ergotherapie dokumentiert Beobachtung und Handlungsbedarf
  • Eigene Reparatur oder Beratung bleibt innerhalb fachlicher Kompetenz und verfügbarer Freigaben
Quellen

Amtlicher Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 138–141, 21.07.2026

GREMMATIK-Fachband Grundlagen der Ergotherapie, Version 1.7.92, 21.07.2026

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