Arzneimittellehre

20 Ustd.2 Kapitel93 Fragen
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Einleitung

Das Fach „Arzneimittellehre“ vermittelt Grundkenntnisse der allgemeinen Pharmakologie und Toxikologie. Damit stellt es ein Bindeglied zur Speziellen Krankheitslehre her. Im Besonderen finden sich hier Verknüpfungen zu den Lehrplaneinheiten der Inneren Medizin und Geriatrie, Neurologie, Psychiatrie und Gerontopsychiatrie.

Die Schülerinnen und Schüler erwerben einen Überblick über ausgewählte Arzneimittelgruppen, deren Wirkungsweisen für den Ergotherapeuten von Bedeutung sind. Sie sollen befähigt werden, Rückschlüsse auf ergotherapeutisch relevante Arzneimittelwirkungen- und Arzneimittelnebenwirkungen zu ziehen.

Die Vermittlung der Inhalte ist praxisbezogen am Berufsbild des Ergotherapeuten auszurichten. Es wird empfohlen, die Erfahrungen der Schülerinnen und Schüler aus ihrer praktischen Arbeit in den Unterricht einzubeziehen.

Quelle

Sächsisches Staatsministerium für Kultus: Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin, freigegeben ab 1. August 2020, S. 65-67.

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01 Grundlagen der allgemeinen Pharmakologie 6 Ustd. 46 Unterfragen
Lehrplananforderung

Die Schülerinnen und Schüler besitzen einen Einblick in die Bedeutung und Herkunft des Arzneimittels. Sie kennen die Stufen von der Entwicklung eines Arzneimittels bis zur Einführung auf dem Markt. Die Schülerinnen und Schüler können den Weg eines Arzneimittels von der Applikation über die Aufnahme des Wirkstoffes bis zum Ausscheiden aus dem Organismus darstellen.

Quelle: Sächsisches Staatsministerium für Kultus: Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin, freigegeben ab 1. August 2020, S. 66.

Fragen & Antworten46

Kapitelkern

Nennen Sie fünf mögliche Zwecke von Arzneimitteln. 5 P
  • Krankheiten erkennen
  • Krankheiten verhüten
  • Krankheiten lindern
  • Krankheiten behandeln
  • Körperfunktionen beeinflussen
Beschreiben Sie Arzneistoff und Hilfsstoff anhand der wesentlichen Merkmale. 2 P
  • Der Arzneistoff trägt die beabsichtigte pharmakologische Wirkung
  • Hilfsstoffe ermöglichen Herstellung, Haltbarkeit, Freisetzung, Geschmack oder Anwendung der Arzneiform
Nennen Sie sechs Herkunftsarten von Arzneistoffen. 6 P
  • Pflanzlicher Ursprung
  • Tierischer Ursprung
  • Mikrobieller Ursprung
  • Mineralischer Ursprung
  • Synthetischer Ursprung
  • Biotechnologischer Ursprung
Definieren Sie Generikum. 3 P
  • Ein Generikum enthält denselben Wirkstoff wie das Referenzarzneimittel
  • Arzneiform, Hilfsstoffe oder Aussehen können abweichen
  • Die Bioäquivalenz muss belegt sein
Ordnen Sie sechs Schritte der Arzneimittelentwicklung in die richtige Reihenfolge. 6 P
  • Wirkstoffsuche
  • Präklinische Prüfung
  • Klinische Studien
  • Zulassungsprüfung
  • Markteinführung
  • Fortlaufende Überwachung der Arzneimittelsicherheit
Nennen Sie vier Prüfbereiche der präklinischen Arzneimittelprüfung. 4 P
  • Pharmakologische Wirkung
  • Toxizität
  • Dosisbereiche
  • Mögliche Organschäden in Zell- und Tiermodellen
Ordnen Sie die vier Phasen klinischer Arzneimittelprüfungen ihren Schwerpunkten zu. 4 P
  • Phase I: Verträglichkeit und Pharmakokinetik
  • Phase II: erste Wirksamkeit und Dosierung
  • Phase III: Nutzen und Risiken an größeren Gruppen
  • Phase IV: Anwendung und Überwachung nach der Zulassung
Beschreiben Sie Zulassung anhand der wesentlichen Merkmale. 2 P
  • Eine Zulassung bestätigt, dass Qualität, Wirksamkeit und Sicherheit für festgelegte Anwendungsgebiete ausreichend belegt sind
  • Sie ersetzt keine individuelle Nutzen-Risiko-Abwägung
Nennen Sie vier Aufgaben der Pharmakovigilanz. 4 P
  • Unerwünschte Arzneimittelwirkungen erkennen
  • Unerwünschte Arzneimittelwirkungen bewerten
  • Unerwünschte Arzneimittelwirkungen verstehen
  • Unerwünschte Arzneimittelwirkungen verhindern
Nennen Sie 8 Applikationswege oder Anwendungsformen. 8 P
  • Applikationsweg: oral
  • Applikationsweg: sublingual
  • Applikationsweg: rektal
  • Applikationsweg: inhalativ
  • Applikationsweg: kutan
  • Applikationsweg: transdermal
  • Applikationsweg: durch Injektion
  • Applikationsweg: Infusion
Beschreiben Sie enterale Applikation anhand der wesentlichen Merkmale. 2 P
  • Enteral bedeutet Verabreichung über den Verdauungstrakt, insbesondere oral oder rektal
  • Aufnahme und Wirkung können durch Nahrung, Motilität und Verdauung beeinflusst werden
Definieren Sie parenterale Applikation und nennen Sie drei Beispiele. 4 P
  • Parenterale Applikation umgeht den Verdauungstrakt
  • Beispiel: intravenös
  • Beispiel: intramuskulär
  • Beispiel: subkutan
Definieren Sie lokale Arzneimittelanwendung und nennen Sie zwei Beispiele. 3 P
  • Die Wirkung soll überwiegend am Applikationsort entstehen
  • Beispiel: Salbe oder Augentropfen
  • Beispiel: lokal wirksames Inhalativum
Definieren Sie systemische Arzneimittelanwendung anhand von zwei Merkmalen. 2 P
  • Der Wirkstoff gelangt in den Kreislauf
  • Er erreicht über das Blut verschiedene Organe und Gewebe
Definieren Sie Resorption. 2 P
  • Resorption ist die Aufnahme eines Wirkstoffs vom Applikationsort in Blut oder Lymphe
  • Sie hängt unter anderem von Arzneiform, Durchblutung und chemischen Eigenschaften ab
Definieren Sie Bioverfügbarkeit anhand von Anteil und Geschwindigkeit. 2 P
  • Anteil des unveränderten Wirkstoffs, der den systemischen Kreislauf erreicht
  • Geschwindigkeit, mit der der Wirkstoff den systemischen Kreislauf erreicht
Erklären Sie den First-Pass-Effekt anhand von Ort, Zeitpunkt und Folge. 3 P
  • Abbau findet bereits in Darmwand und Leber statt
  • Er erfolgt nach oraler Aufnahme vor vollständigem Erreichen des Körperkreislaufs
  • Dadurch kann die Bioverfügbarkeit sinken
Erläutern Sie Verteilung. 2 P
  • Verteilung bezeichnet den Transport eines Wirkstoffs vom Blut in Organe und Gewebe
  • Durchblutung, Membrangängigkeit und Eiweißbindung beeinflussen sie
Definieren Sie Plasmaproteinbindung. 3 P
  • Gebundener Wirkstoff dient als Reservoir
  • Unmittelbar wirksam und verteilungsfähig ist vor allem der freie Anteil
  • Verdrängung kann den freien Anteil verändern
Definieren Sie Blut-Hirn-Schranke. 2 P
  • Die Blut-Hirn-Schranke begrenzt den Übertritt vieler Stoffe ins zentrale Nervensystem
  • Fettlöslichkeit und spezielle Transporter beeinflussen die Passage
Definieren Sie Metabolismus. 2 P
  • Metabolismus ist die enzymatische Umwandlung eines Wirkstoffs, überwiegend in der Leber
  • Dabei können unwirksame, wirksame oder toxische Metaboliten entstehen
Definieren Sie eine Prodrug anhand von Ausgangsform und Aktivierung. 2 P
  • Die Ausgangsform ist wenig oder nicht wirksam
  • Stoffwechselprozesse überführen sie in die wirksame Form
Beschreiben Sie Enzyminduktion anhand der wesentlichen Merkmale. 2 P
  • Enzyminduktion steigert die Aktivität bestimmter Abbauenzyme
  • Dadurch können Wirkstoffspiegel sinken und Wirkungen abgeschwächt werden
Beschreiben Sie Enzymhemmung anhand der wesentlichen Merkmale. 2 P
  • Enzymhemmung verlangsamt den Abbau bestimmter Wirkstoffe
  • Dadurch können Konzentration, Wirkung und Nebenwirkungsrisiko steigen
Nennen Sie sechs Ausscheidungswege von Arzneistoffen. 6 P
  • Niere
  • Galle
  • Darm
  • Lunge
  • Schweiß
  • Muttermilch
Beschreiben Sie renale Elimination anhand der wesentlichen Merkmale. 2 P
  • Die Niere scheidet Wirkstoffe durch Filtration, Sekretion und Rückresorption aus
  • Eine eingeschränkte Nierenfunktion kann Wirkstoffe anreichern
Definieren Sie Halbwertszeit. 2 P
  • Die Halbwertszeit ist die Zeit, in der die Wirkstoffkonzentration im Körper ungefähr auf die Hälfte sinkt
  • Sie beeinflusst Dosierungsabstände und Wirkdauer
Definieren Sie den Steady State bei wiederholter Arzneimittelgabe. 2 P
  • Pro Zeiteinheit wird ungefähr gleich viel Wirkstoff zugeführt wie ausgeschieden
  • Dadurch stellt sich ein Fließgleichgewicht der Wirkstoffkonzentration ein
Nennen Sie die vier Teilprozesse der Pharmakokinetik. 4 P
  • Resorption
  • Verteilung
  • Metabolismus
  • Ausscheidung
Definieren Sie Pharmakodynamik und nennen Sie vier mögliche Wirkorte. 5 P
  • Pharmakodynamik beschreibt, was ein Arzneistoff am Körper bewirkt
  • Möglicher Wirkort: Rezeptor
  • Möglicher Wirkort: Enzym
  • Möglicher Wirkort: Transporter
  • Möglicher Wirkort: Ionenkanal
Definieren Sie Rezeptoragonist. 2 P
  • Ein Agonist bindet an einen Rezeptor und aktiviert ihn
  • Ein partieller Agonist aktiviert ihn schwächer als ein voller Agonist
Definieren Sie einen Rezeptorantagonisten anhand von Bindung und Wirkung. 2 P
  • Ein Antagonist bindet an einen Rezeptor, ohne ihn zu aktivieren
  • Er vermindert oder verhindert die Wirkung eines Agonisten
Erklären Sie Dosis-Wirkungs-Beziehung. 2 P
  • Mit steigender Dosis nimmt die Wirkung meist bis zu einem Maximum zu
  • Gleichzeitig kann das Risiko unerwünschter Wirkungen steigen
Definieren Sie therapeutische Breite. 2 P
  • Die therapeutische Breite beschreibt den Abstand zwischen wirksamer und toxischer Dosis
  • Eine geringe Breite erfordert besonders genaue Dosierung und Kontrolle
Definieren Sie Indikation anhand von Grund und Bezug. 2 P
  • Eine Indikation ist der medizinische Grund für eine Maßnahme oder Arzneimittelgabe
  • Sie bezieht sich auf ein bestimmtes Krankheitsbild, Symptom oder Behandlungsziel
Definieren Sie Kontraindikation. 2 P
  • Eine Kontraindikation ist ein Umstand, der gegen die Anwendung spricht
  • Sie kann absolut oder nach individueller Abwägung relativ sein
Definieren Sie eine Nebenwirkung anhand von drei Merkmalen. 3 P
  • Die Reaktion ist schädlich
  • Die Reaktion ist unbeabsichtigt
  • Sie tritt bei bestimmungsgemäßem Gebrauch auf
Erklären Sie Arzneimittelwechselwirkungen anhand von Auslöser und Folge. 2 P
  • Andere Arzneimittel, Nahrung, Alkohol oder weitere Stoffe können eine Wechselwirkung auslösen
  • Die Wechselwirkung verändert erwünschte Wirkungen oder Nebenwirkungen
Definieren Sie Kumulation. 2 P
  • Kumulation ist die Anreicherung eines Wirkstoffs, wenn Zufuhr schneller erfolgt als Abbau und Ausscheidung
  • Dadurch kann die Wirkung unerwartet zunehmen
Erläutern Sie Toleranzentwicklung. 2 P
  • Toleranz bedeutet, dass bei wiederholter Anwendung eine höhere Dosis für dieselbe Wirkung erforderlich wird
  • Sie ist nicht mit Abhängigkeit gleichzusetzen
Beschreiben Sie Arzneimittelabhängigkeit anhand der wesentlichen Merkmale. 2 P
  • Abhängigkeit kann psychisches Verlangen, Kontrollverlust, Toleranz und körperliche Entzugssymptome umfassen
  • Das Risiko hängt von Stoff, Dosis, Dauer und Person ab
Definieren Sie Arzneimittelmissbrauch anhand von Absicht, Abweichung und Beispielen. 3 P
  • Die Anwendung erfolgt absichtlich
  • Die Anwendung weicht vom bestimmungsgemäßen Gebrauch ab
  • Beispiele sind Anwendung ohne Indikation, zu hohe Dosis oder Einnahme zur Erzeugung psychischer Wirkungen
Definieren Sie Adhärenz. 2 P
  • Adhärenz bezeichnet die gemeinsam vereinbarte und tatsächlich umgesetzte Arzneimittelanwendung
  • Verständliche Information und praktikable Abläufe fördern sie
Definieren Sie einen Medikationsfehler anhand von Vermeidbarkeit, Prozessstufe und möglicher Folge. 3 P
  • Das Ereignis ist grundsätzlich vermeidbar
  • Es kann beim Verordnen, Bereitstellen, Abgeben oder Anwenden entstehen
  • Es kann zu einem Schaden führen
Nennen Sie 8 Beobachtungskriterien bei Arzneimittelwirkungen in der Ergotherapie. 8 P
  • Beobachtungskriterium: Veränderungen von Wachheit
  • Beobachtungskriterium: Aufmerksamkeit
  • Beobachtungskriterium: Kreislauf
  • Beobachtungskriterium: Koordination
  • Beobachtungskriterium: Muskeltonus
  • Beobachtungskriterium: Schmerz
  • Beobachtungskriterium: Verhalten
  • Beobachtungskriterium: Belastbarkeit
Begründen Sie die fachliche Grenze der Ergotherapie im Umgang mit Arzneimitteln. 2 P
  • Ergotherapeutinnen und Ergotherapeuten verändern keine Medikation eigenständig
  • Sie beobachten, sichern die Behandlungssituation und informieren zuständige medizinische Fachpersonen

Die Fragen und Antworten wurden aus den redaktionellen Lerntexten dieses Kapitels abgeleitet. Jede Antwort gehört ausschließlich zu der unmittelbar darüberstehenden Frage.

02 Ergotherapeutisch relevante Wirkungen ausgewählter Arzneimittel 10 Ustd. 47 Unterfragen
Lehrplananforderung

Die Schülerinnen und Schüler besitzen einen Überblick über ausgewählte Arzneimittelgruppen aus verschiedenen Anwendungsgebieten und kennen Indikationen, Wirkungen und Nebenwirkungen. Auf Grund ihres Wissens können sie insbesondere durch Arzneimittel hervorgerufene Reaktionen von Klienten in ergotherapeutischen Behandlungssituationen fachgerecht einschätzen und ihr Handeln daraufhin ausrichten.

Quelle: Sächsisches Staatsministerium für Kultus: Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin, freigegeben ab 1. August 2020, S. 66.

Fragen & Antworten47

Kapitelkern

Beschreiben Sie Psychopharmaka anhand der wesentlichen Merkmale. 2 P
  • Psychopharmaka beeinflussen psychische Funktionen und neuronale Signalübertragung
  • Dazu zählen unter anderem Antidepressiva, Antipsychotika, Anxiolytika und Stimmungsstabilisierer
Erläutern Sie die ergotherapeutische Relevanz von Antidepressiva. 2 P
  • Mögliche Effekte sind veränderte Aktivierung, Schlaf, Antrieb, Aufmerksamkeit und Kreislauf
  • Zu Beginn können Beschwerden fortbestehen, bevor die gewünschte Wirkung einsetzt
Nennen Sie fünf auffällige Reaktionen unter Antidepressiva. 5 P
  • Starke Unruhe
  • Deutliche Zustandsverschlechterung
  • Neu auftretende Suizidgedanken
  • Zeichen eines Serotoninsyndroms
  • Ausgeprägte Kreislaufprobleme
Erläutern Sie die ergotherapeutische Relevanz von Antipsychotika anhand von Wirkung und fünf möglichen Belastungen. 6 P
  • Antipsychotika können psychotische Symptome vermindern
  • Mögliche Belastung: Müdigkeit
  • Mögliche Belastung: verlangsamte Reaktion
  • Mögliche Belastung: orthostatische Beschwerden
  • Mögliche Belastung: Bewegungsstörungen
  • Mögliche Belastung: Gewichtszunahme
Nennen Sie vier extrapyramidale Nebenwirkungen. 4 P
  • Akathisie
  • Parkinsonoid
  • Dystonien
  • Spätdyskinesien
Nennen Sie vier Warnzeichen des malignen neuroleptischen Syndroms und ordnen Sie die Dringlichkeit ein. 5 P
  • Fieber
  • Ausgeprägter Muskelrigor
  • Bewusstseinsveränderung
  • Vegetative Instabilität
  • Medizinischer Notfall mit sofortigem Hilfebedarf
Beschreiben Sie Anxiolytika und Sedativa anhand der wesentlichen Merkmale. 2 P
  • Diese Mittel senken Angst oder Erregung und können beruhigen
  • Müdigkeit, Sturzgefahr, verlangsamte Reaktion und Abhängigkeit sind besonders zu beachten
Leiten Sie zwei Sicherheitsmaßnahmen bei Benzodiazepinen ab. 2 P
  • Sturz- und Unfallrisiko wegen Sedierung und verlangsamter Reaktion berücksichtigen
  • Abhängigkeit und Entzug als medizinisch zu steuernde Risiken beachten
Erläutern Sie Stimmungsstabilisierer. 2 P
  • Sie dienen vor allem der Stabilisierung manischer und depressiver Phasen
  • Je nach Wirkstoff sind regelmäßige Blutkontrollen und das Erkennen von Intoxikationszeichen wichtig
Nennen Sie sechs Warnzeichen einer möglichen Lithiumintoxikation. 6 P
  • Neu auftretender grober Tremor
  • Gangunsicherheit
  • Erbrechen
  • Durchfall
  • Verwirrtheit
  • Starke Müdigkeit
Beschreiben Sie Antiparkinsonmittel anhand der wesentlichen Merkmale. 2 P
  • Sie verbessern dopaminerge Signalübertragung oder beeinflussen andere Transmittersysteme
  • Wirkungsschwankungen, Dyskinesien, Halluzinationen und Blutdruckabfall sind möglich
Erläutern Sie das On-Off-Phänomen unter Levodopa und eine Konsequenz für die Therapieplanung. 2 P
  • Die Beweglichkeit kann im Tagesverlauf deutlich zwischen guten und schlechten Wirkphasen wechseln
  • Therapiezeiten sollten nach Möglichkeit an gute Wirkphasen angepasst und Schwankungen dokumentiert werden
Erläutern Sie mögliche Impulskontrollstörungen unter Antiparkinsonmitteln und die fachliche Reaktion. 2 P
  • Dopaminerge Mittel können impulsives Spielen, Kaufen, Essen oder gesteigertes Sexualverhalten begünstigen
  • Veränderungen erfordern sensible Beobachtung, Dokumentation und Rückmeldung an das Behandlungsteam
Beschreiben Sie Antiepileptika anhand der wesentlichen Merkmale. 2 P
  • Antiepileptika senken die Anfallsbereitschaft
  • Müdigkeit, Schwindel, Doppelbilder, Ataxie, verlangsamtes Denken oder Stimmungsschwankungen können Betätigungen beeinflussen
Leiten Sie zwei Konsequenzen für die Therapieplanung unter Antiepileptika ab. 2 P
  • Mögliche Müdigkeit, Schwindel oder Koordinationsstörungen bei Belastung und Sicherheitsplanung berücksichtigen
  • Veränderungen und Anfallsbeobachtungen dokumentieren und fachlich weitergeben
Beschreiben Sie Antidiabetika anhand der wesentlichen Merkmale. 2 P
  • Antidiabetika senken erhöhte Blutzuckerwerte
  • Insulin und bestimmte orale Wirkstoffe können Hypoglykämien verursachen
Nennen Sie 7 Hypoglykämiezeichen. 7 P
  • Aspekt: Schwitzen
  • Aspekt: Zittern
  • Aspekt: Heißhunger
  • Aspekt: Blässe
  • Aspekt: Unruhe
  • Aspekt: Konzentrationsstörung
  • Aspekt: später Bewusstseinsstörung
Nennen Sie 5 Hyperglykämiezeichen. 5 P
  • Aspekt: starker Durst
  • Aspekt: häufiges Wasserlassen
  • Aspekt: Müdigkeit
  • Aspekt: Übelkeit
  • Aspekt: Leistungsminderung
Beschreiben Sie Analgetika anhand der wesentlichen Merkmale. 2 P
  • Analgetika lindern Schmerzen über unterschiedliche Wirkmechanismen
  • Schmerzminderung kann Aktivität erleichtern, aber Warnsignale auch verdecken
Beschreiben Sie Nichtopioidanalgetika anhand der wesentlichen Merkmale. 2 P
  • Dazu zählen verschiedene Wirkstoffgruppen mit unterschiedlichem Nutzen und Risiko
  • Magen-Darm-, Nieren-, Leber- oder Blutungsrisiken hängen vom Wirkstoff ab
Erläutern Sie die ergotherapeutische Relevanz von Opioiden. 2 P
  • Opioide können starke Schmerzen mindern und Aktivität ermöglichen
  • Sedierung, Übelkeit, Verstopfung, Schwindel und Atemdepression können Leistung und Sicherheit begrenzen
Nennen Sie drei Warnzeichen einer Opioidüberdosierung und ordnen Sie die Dringlichkeit ein. 4 P
  • Ausgeprägte Bewusstseinsminderung
  • Sehr langsame oder flache Atmung
  • Enge Pupillen
  • Lebensbedrohlicher Notfall mit sofortigem Hilfebedarf
Erläutern Sie Antirheumatika. 2 P
  • Antirheumatika umfassen symptomatisch entzündungshemmende Mittel und krankheitsmodifizierende Medikamente
  • Infektions-, Organ- und Blutbildrisiken können Kontrollen erfordern
Leiten Sie zwei Sicherheitsmaßnahmen bei Immunsuppression ab. 2 P
  • Infektionszeichen und hygienische Risiken besonders beachten
  • Therapie bei akuter Erkrankung oder auffälligen Befunden nach lokalen Vorgaben anpassen und Rücksprache organisieren
Beschreiben Sie Antibiotika anhand der wesentlichen Merkmale. 2 P
  • Antibiotika wirken gegen empfindliche Bakterien, nicht gegen Viren
  • Wirkstoffwahl, Dosis und Dauer richten sich nach Infektion und ärztlicher Verordnung
Nennen Sie vier mögliche Nebenwirkungen von Antibiotika. 4 P
  • Magen-Darm-Beschwerden
  • Hautreaktionen
  • Pilzüberwuchs
  • Schwere allergische Reaktionen
Erklären Sie die Resistenzentwicklung unter Antibiotikatherapie. 2 P
  • Antibiotika erzeugen Resistenzen nicht zielgerichtet, sondern selektieren bereits weniger empfindliche Erreger
  • Unnötige, falsche oder zu kurze Anwendung erhöht den Selektionsdruck und erschwert spätere Behandlung
Erläutern Sie Sedativa. 2 P
  • Sedativa dämpfen das zentrale Nervensystem
  • Aufmerksamkeit, Reaktionsgeschwindigkeit, Gleichgewicht und Lernfähigkeit können vorübergehend vermindert sein
Erläutern Sie Herz-Kreislauf-Arzneimittel. 2 P
  • Sie beeinflussen Blutdruck, Herzfrequenz, Rhythmus, Kontraktionskraft oder Flüssigkeitshaushalt
  • Belastung wird nach Befinden und medizinischen Vorgaben dosiert
Erläutern Sie orthostatische Reaktionen unter Antihypertensiva und drei Schutzmaßnahmen. 4 P
  • Beim Lagewechsel können Schwindel, Schwarzwerden vor Augen oder Unsicherheit auftreten
  • Langsames Aufrichten
  • Sicherung beim Lagewechsel
  • Ausreichende Pausen
Erläutern Sie Betablocker. 2 P
  • Betablocker senken häufig Herzfrequenz und Blutdruck
  • Der Puls steigt bei Belastung möglicherweise weniger stark und ist daher nicht alleiniger Belastungsmaßstab
Beschreiben Sie Diuretika anhand der wesentlichen Merkmale. 2 P
  • Diuretika fördern die Ausscheidung von Wasser und Elektrolyten
  • Häufiger Harndrang, Blutdruckabfall und Elektrolytstörungen können Alltag und Belastbarkeit beeinflussen
Erläutern Sie Herzglykoside. 2 P
  • Herzglykoside können Kontraktionskraft und Herzrhythmus beeinflussen
  • Übelkeit, Sehstörungen, Verwirrtheit oder Rhythmusstörungen können Warnzeichen einer Überdosierung sein
Erläutern Sie Nitrate. 3 P
  • Nitrate erweitern Gefäße und werden unter anderem bei Angina pectoris eingesetzt
  • Kopfschmerz und Blutdruckabfall sind möglich
  • Akute Brustschmerzen verlangen ein festgelegtes Notfallvorgehen
Erläutern Sie Hormone. 2 P
  • Hormonarzneimittel ersetzen, hemmen oder verändern hormonelle Wirkungen
  • Beispiele sind Schilddrüsenhormone, Glukokortikoide und Sexualhormone
Beschreiben Sie Glukokortikoide anhand der wesentlichen Merkmale. 2 P
  • Sie wirken stark entzündungshemmend und immunsuppressiv
  • Bei längerer Anwendung sind unter anderem Infektionsrisiko, Muskelschwäche, Osteoporose und Blutzuckeranstieg bedeutsam
Erläutern Sie Schilddrüsenhormone. 2 P
  • Eine passende Dosis unterstützt Stoffwechsel und Leistungsfähigkeit
  • Über- oder Unterdosierung kann sich in Unruhe, Müdigkeit, Gewichtsveränderung und Herz-Kreislauf-Beschwerden zeigen
Beschreiben Sie Antikoagulanzien anhand der wesentlichen Merkmale. 2 P
  • Antikoagulanzien hemmen die Blutgerinnung und vermindern Thrombosen
  • Gleichzeitig steigt das Risiko für Blutungen
Leiten Sie zwei Sicherheitsmaßnahmen unter Antikoagulanzien ab. 2 P
  • Blutungs- und Verletzungsrisiko bei Aktivitäten und Hilfsmitteln berücksichtigen
  • Auffällige Blutungen oder Hämatome dokumentieren und fachlich weitergeben
Erläutern Sie Thrombozytenaggregationshemmer. 2 P
  • Sie vermindern das Zusammenlagern von Blutplättchen
  • Auch hier sind Blutungszeichen und die sichere Gestaltung verletzungsträchtiger Tätigkeiten wichtig
Erläutern Sie Polypharmazie. 2 P
  • Polypharmazie bezeichnet die gleichzeitige Anwendung mehrerer Arzneimittel
  • Wechselwirkungen, Einnahmefehler, Müdigkeit, Sturzgefahr und anticholinerge Belastung können zunehmen
Nennen Sie sechs mögliche Folgen einer hohen anticholinergen Belastung. 6 P
  • Mundtrockenheit
  • Verstopfung
  • Harnverhalt
  • Sehstörung
  • Verwirrtheit
  • Gedächtnisprobleme
Beschreiben Sie Arzneimittel und Fahrtüchtigkeit anhand der wesentlichen Merkmale. 2 P
  • Müdigkeit, Schwindel, verlangsamte Reaktion oder Sehstörungen können Fahrtüchtigkeit und Maschinenbedienung beeinträchtigen
  • Maßgeblich sind ärztliche Beratung und Fachinformation
Begründen Sie die Rücksprache vor einer Änderung der Arzneimitteleinnahme. 2 P
  • Einnahmeänderungen können Wirkung, Entzug, Wechselwirkungen oder Krankheitsverlauf verändern
  • Änderungen gehören deshalb in ärztliche oder pharmazeutische Verantwortung
Erläutern Sie Medikamentenplan. 2 P
  • Ein aktueller Medikamentenplan erleichtert das Erkennen von Wirkungen, Wechselwirkungen und Einnahmezeiten
  • Unklarheiten werden mit zuständigen Fachpersonen geklärt
Nennen Sie zwei Anforderungen an die ergotherapeutische Dokumentation von Arzneimittelbeobachtungen. 2 P
  • Beobachtung konkret, zeitlich zuordenbar und ohne diagnostische Spekulation dokumentieren
  • Relevante Auswirkungen auf Funktion, Verhalten, Belastbarkeit und Sicherheit benennen
Ordnen Sie fünf Maßnahmen bei einer akuten Reaktion während der Therapie. 5 P
  • Behandlung stoppen
  • Person sichern
  • Vitalzeichen und Bewusstsein nach lokalen Standards beurteilen
  • Hilfe organisieren
  • Beobachtungen präzise weitergeben

Die Fragen und Antworten wurden aus den redaktionellen Lerntexten dieses Kapitels abgeleitet. Jede Antwort gehört ausschließlich zu der unmittelbar darüberstehenden Frage.

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