Biologie, Anatomie und Physiologie

180 Ustd.9 Kapitel611 Fragen
0 %abgehakt

Einleitung

Das Fach „Biologie, Anatomie und Physiologie“ ist ein Grundlagenfach für das Verständnis der Zusammenhänge und das Erkennen und Erfassen der Komplexität des menschlichen Organismus und seiner Handlungsfähigkeit. Es schafft wesentliche Voraussetzungen für das Begreifen der in den Fächern der medizinischen Grundlagen und ergotherapeutischen Verfahren vermittelten Unterrichtsinhalte.

Die Schülerinnen und Schüler entwickeln Verständnis für die Körperstrukturen und Körperfunktionen. Sie werden befähigt, den Menschen in seiner psychosozialen Einheit zu begreifen und ihr ergotherapeutisches Handeln darauf auszurichten.

Ausgehend vom Behandlungsauftrag der Ergotherapeuten, Handlungsfähigkeit zu erreichen, sind detaillierte Kenntnisse zum Bewegungsapparat und zum Nervensystem von besonderer Bedeutung. Die anderen Lehrplaneinheiten sind im Überblick zu vermitteln.

Der Unterricht ist durch Demonstrationen, Übungen an Modellen sowie den Einsatz geeigneter Medien, z. B. interaktive Software bzw. Selbsterfahrung anschaulich zu gestalten. Insbesondere ist ein enger Bezug zu den ergotherapeutischen Behandlungsverfahren sowie den Fächern „Allgemeine Krankheitslehre“, „Spezielle Krankheitslehre“ und „Erste Hilfe“ herzustellen.

Quelle

Sächsisches Staatsministerium für Kultus: Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin, freigegeben ab 1. August 2020, S. 27-37.

Originallehrplan im sächsischen Schulportal öffnen

01 Allgemeine Biologie, Anatomie und Physiologie 10 Ustd. 58 Unterfragen
Lehrplananforderung

Die Schülerinnen und Schüler kennen die Richtungsbezeichnungen und Achsen des menschlichen Körpers. Sie besitzen Kenntnisse zum Aufbau und den Funktionen der Zelle, kennen das Prinzip des Regelkreises und beschreiben Regelkreise sowie deren Störungen an ausgewählten Beispielen.

Quelle: Sächsisches Staatsministerium für Kultus: Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin, freigegeben ab 1. August 2020, S. 28.

Fragen & Antworten58

Kapitelkern

Unterscheiden Sie Anatomie, Physiologie und Biologie nach Gegenstand und Wortherkunft. 4 P
  • Anatomie beschreibt den Bau des Körpers; der Name geht auf griechisch ana, „auf“, und tome, „Schnitt“, zurück
  • Physiologie untersucht Funktionen und Lebensvorgänge; physis bedeutet „Natur“, logos „Lehre“
  • Biologie, aus bios „Leben“ und logos, verbindet Struktur und Funktion
  • Für die Ergotherapie erklären diese Fächer, welche körperlichen Voraussetzungen eine Handlung ermöglichen oder begrenzen
Begründen Sie die anatomische Orientierung als gemeinsame Fachsprache. 3 P
  • Anatomische Grundstellung, Richtungsbezeichnungen, Ebenen und Achsen machen Körperbeschreibungen unabhängig von Blickrichtung und momentaner Haltung
  • Dadurch können Befunde, Bewegungsanalysen und Übergaben eindeutig formuliert werden
  • Angaben wie distal, palmar oder Rotation in der Transversalebene verhindern unklare Alltagssprache und erleichtern die interprofessionelle Verständigung
Erläutern Sie die Zelle als Bau- und Funktionseinheit. 4 P
  • Die Zelle ist die kleinste selbstständig lebensfähige Bau- und Funktionseinheit des Körpers
  • Zellmembran, Organellen und Zytoskelett ermöglichen Stoffaustausch, Energiegewinnung, Proteinsynthese, Bewegung und Kommunikation
  • Unterschiede in Genaktivität und Ausstattung führen zur Spezialisierung
  • Zellschädigungen können sich deshalb auf Gewebe, Organe und schließlich auf Handlungsfähigkeit auswirken
Ordnen Sie Grundgewebe und körperliche Organisationsstufen. 3 P
  • Ähnlich spezialisierte Zellen bilden Gewebe; mehrere Gewebe verbinden sich zu Organen, mehrere Organe zu Organsystemen
  • Epithelgewebe grenzt ab und sezerniert, Binde- und Stützgewebe verbindet und trägt, Muskelgewebe erzeugt Kraft, Nervengewebe verarbeitet Informationen
  • Eigenschaften wie Durchblutung, Elastizität und Regenerationsfähigkeit bestimmen Belastbarkeit und Heilungsverlauf
Erklären Sie biologische Regelkreise und Homöostase. 4 P
  • Biologische Regelkreise halten veränderliche Körpergrößen in funktionsfähigen Bereichen
  • Sensoren erfassen den Istwert, ein Regelzentrum vergleicht ihn mit dem Sollbereich, Effektoren verändern die Regelgröße; Rückkopplung meldet das Ergebnis
  • Adaptation und Kompensation können Abweichungen ausgleichen
  • Reichen Reserven nicht mehr, entsteht Dekompensation mit Funktionsverlust

Körperorientierung, Ebenen, Achsen und Proportionen

Beschreiben Sie die anatomische Grundstellung. 3 P
  • Die anatomische Grundstellung ist die Bezugsposition für sämtliche Lage- und Bewegungsangaben: aufrechter Stand, Blick nach vorn, Arme seitlich am Körper, Handflächen nach vorn, Füße parallel beziehungsweise leicht auseinander
  • Rechts und links beziehen sich immer auf die beschriebene Person
  • So bleiben Aussagen eindeutig, auch wenn sie sitzt, liegt oder die Extremität verdreht hält
Unterscheiden Sie kranial, kaudal, superior und inferior. 4 P
  • Kranial bedeutet zum Kopf hin, kaudal zum Steiß hin
  • Superior und inferior bezeichnen entsprechend eine höhere beziehungsweise tiefere Lage
  • Am Rumpf sind diese Paare weitgehend vergleichbar; an Kopf und Extremitäten sind spezifischere Begriffe oft genauer
  • Eine Struktur kann beispielsweise kaudal des Thorax und zugleich superior zum Beckenboden liegen
Unterscheiden Sie ventral, dorsal, anterior und posterior. 4 P
  • Ventral bezeichnet die Bauchseite, dorsal die Rückenseite
  • Anterior bedeutet vorn, posterior hinten
  • Beim aufrecht stehenden Menschen stimmen ventral und anterior sowie dorsal und posterior meist überein; am Gehirn oder bei vierfüßigen Tieren ist die Zuordnung anders
  • Die Begriffe beschreiben Lagebeziehungen, nicht die Blickrichtung der untersuchenden Person
Unterscheiden Sie medial, lateral und median. 4 P
  • Medial bedeutet zur Medianebene hin, lateral von ihr weg
  • Median liegt genau in der Körpermittellinie
  • Die Ulna ist in anatomischer Grundstellung medial vom Radius, der Daumen lateral vom kleinen Finger
  • Die Begriffe erlauben relative Aussagen: Eine Struktur kann gegenüber einer anderen medial, zugleich gegenüber einer dritten lateral liegen
Unterscheiden Sie proximal, distal, superfiziell und profund. 5 P
  • Proximal bezeichnet eine Lage näher am Rumpf oder Ursprung, distal eine weiter entfernte
  • Superfiziell bedeutet oberflächlich, profund tief gelegen
  • Am Arm liegt der Ellenbogen proximal zum Handgelenk, die Finger distal
  • Haut liegt superfiziell zur Muskulatur, Knochen meist profund
  • Diese Begriffe sind besonders für Extremitäten, Wunden und Schichtbefunde geeignet
Unterscheiden Sie radial, ulnar, palmar und dorsal an der Hand. 4 P
  • Radial bedeutet zur Speichenseite und damit zum Daumen, ulnar zur Ellenseite und damit zum kleinen Finger
  • Palmar bezeichnet die Hohlhandseite; dorsal die Handrückenseite
  • Die Zuordnung gilt aus der anatomischen Grundstellung, unabhängig von Pronation oder Supination
  • Sie präzisiert Sensibilitätsbefunde, Narbenlagen und Bewegungsrichtungen an Hand und Unterarm
Erläutern Sie die drei Hauptebenen des Körpers. 4 P
  • Die Sagittalebene teilt den Körper in rechte und linke Anteile; die Medianebene ist die mittlere Sagittalebene
  • Die Frontalebene trennt vorn und hinten, die Transversalebene oben und unten
  • Bewegungen werden ihrer überwiegenden Ebene zugeordnet, obwohl Alltagsaktivitäten meist mehrere Ebenen verbinden
  • Ebenen dienen daher der Analyse, nicht der künstlichen Zerlegung von Handlung
Erläutern Sie die drei Hauptachsen des Körpers. 3 P
  • Die Longitudinalachse verläuft kranio-kaudal, die Transversalachse von rechts nach links und die Sagittalachse von vorn nach hinten
  • Eine Bewegung findet um eine Achse statt, die senkrecht auf ihrer Hauptebene steht
  • Rotation erfolgt typischerweise um die Longitudinalachse, Flexion und Extension um die Transversalachse, Abduktion und Adduktion um die Sagittalachse
Erklären Sie das Ebenen-Achsen-Prinzip. 3 P
  • Jede idealisierte Gelenkbewegung wird einer Ebene und der dazu senkrechten Achse zugeordnet
  • Flexion und Extension verlaufen überwiegend in der Sagittalebene um eine Transversalachse; Abduktion und Adduktion in der Frontalebene um eine Sagittalachse; Innen- und Außenrotation in der Transversalebene um eine Longitudinalachse
  • Abweichungen entstehen durch Gelenkform und Ausgangsstellung
Beschreiben Sie die Veränderung der Körperproportionen im Lebensverlauf. 4 P
  • Körperproportionen verändern sich mit Wachstum und Alter
  • Beim Neugeborenen macht der Kopf ungefähr ein Viertel der Körperlänge aus, beim Erwachsenen etwa ein Siebtel bis Achtel; Extremitäten wachsen relativ stärker
  • Proportionen beeinflussen Körperschwerpunkt, Reichweite und Bewegungsstrategie
  • Befund und Hilfsmittelanpassung müssen daher Alter, Körperbau und individuelle Maße berücksichtigen
Begründen Sie den therapeutischen Nutzen anatomischer Orientierung. 3 P
  • Eindeutige Orientierung ermöglicht, Bewegungsrichtung, betroffene Seite, Gelenkstellung und Lage einer Struktur reproduzierbar zu dokumentieren
  • Eine Aussage wie „Schmerz palmar-radial am Handgelenk bei Extension“ ist prüfbarer als „vorn außen tut es weh“
  • Die Fachsprache unterstützt Befundvergleich, Zielkontrolle, Hilfsmittelbau und sichere Kommunikation mit anderen Berufsgruppen
Analysieren Sie die Armabduktion mit anatomischen Lage- und Bewegungsbegriffen. 3 P
  • Bei einer seitlichen Armhebung entfernt sich der Humerus vom Rumpf: Abduktion im Schultergelenk, überwiegend in der Frontalebene um eine Sagittalachse
  • Gleichzeitig rotiert die Scapula aufwärts und bewegt sich am Thorax; bei größerer Elevation beteiligt sich die Clavicula
  • Die Gesamtbewegung ist daher eine gekoppelte Komplexbewegung des Schultergürtels, nicht nur eine isolierte Gelenkaktion

Zelle: Aufbau, Stoffwechsel, Transport und Teilung

Definieren Sie Zytologie und den Begriff Zelle. 4 P
  • Zytologie ist die Lehre von den Zellen; griechisch kytos bedeutet „Hohlraum“ oder „Gefäß“, logos „Lehre“
  • Eine menschliche Zelle ist durch eine Membran abgegrenzt, besitzt Stoffwechsel und reagiert auf Signale
  • Sie kann wachsen, sich je nach Zelltyp teilen und spezialisierte Aufgaben erfüllen
  • Obwohl Zellen zusammenarbeiten, bleibt jede eine eigenständige funktionelle Einheit
Beschreiben Sie Aufbau und Aufgaben der Zellmembran. 3 P
  • Die Zellmembran besteht vor allem aus einer Phospholipid-Doppelschicht mit eingelagerten Proteinen, Kohlenhydratanteilen und Cholesterin
  • Sie trennt intra- und extrazellulären Raum, reguliert Stofftransport und elektrische Gradienten, trägt Rezeptoren und vermittelt Zellkontakte
  • Ihre selektive Permeabilität entsteht aus Lipidschicht, Kanälen, Carriern und Pumpen, nicht aus völliger Undurchlässigkeit
Unterscheiden Sie Formen und Funktionen der Zellkontakte. 4 P
  • Tight Junctions dichten Zellverbände ab und begrenzen den parazellulären Stoffweg
  • Desmosomen und andere Haftkontakte verbinden Zellen mechanisch und übertragen Zugkräfte
  • Gap Junctions bilden Kanäle zwischen Nachbarzellen und erlauben den Austausch kleiner Moleküle und Ionen
  • Je nach Gewebe sichern Zellkontakte Barriere, Stabilität, Kommunikation und koordinierte Erregung
Erklären Sie den Zusammenhang von Zellkern, DNA und Genexpression. 4 P
  • Der Zellkern enthält den größten Teil der DNA und schützt die Erbinformation
  • Vor einer Teilung wird das Genom verdoppelt; bei der Genexpression wird ein DNA-Abschnitt in RNA umgeschrieben und anschließend als Protein umgesetzt
  • Der Nucleolus bildet Bestandteile der Ribosomen
  • Zelltypen besitzen weitgehend dieselbe DNA, nutzen jedoch unterschiedliche Gene und entwickeln dadurch verschiedene Strukturen und Funktionen
Erläutern Sie Zytoplasma und Zytoskelett. 4 P
  • Das Zytoplasma umfasst Zytosol, Organellen und Zytoskelett
  • Mikrofilamente, Intermediärfilamente und Mikrotubuli stabilisieren die Zellform, verankern Strukturen und bilden Bahnen für intrazellulären Transport
  • Sie ermöglichen Zellbewegung, Formänderung und geordnete Verteilung der Chromosomen
  • Störungen können besonders lange oder mechanisch belastete Zellen wie Neurone und Muskelzellen beeinträchtigen
Erklären Sie den Zusammenhang von Mitochondrien und ATP. 4 P
  • Mitochondrien gewinnen aus Nährstoffen unter Sauerstoffverbrauch den größten Teil des ATP
  • ATP überträgt kurzfristig nutzbare Energie auf Prozesse wie aktiven Membrantransport, Muskelkontraktion, Biosynthese und intrazellulären Transport
  • Zellen mit hohem Energiebedarf besitzen besonders viele Mitochondrien
  • Ein Ausfall trifft daher Nervenzellen, Herz- und Skelettmuskulatur früh und kann Funktion rasch begrenzen
Ordnen Sie Ribosomen, raues ER und Golgi-Apparat in die Proteinverarbeitung ein. 4 P
  • Ribosomen verknüpfen Aminosäuren zu Proteinen
  • Freie Ribosomen bilden vor allem Proteine für das Zytosol; Ribosomen am rauen endoplasmatischen Retikulum produzieren Membran-, Lysosomen- und Exportproteine
  • Im ER werden sie gefaltet und geprüft, im Golgi-Apparat verändert, sortiert und in Vesikel verpackt
  • Der gemeinsame Weg ermöglicht zielgerichtete Proteinverteilung
Unterscheiden Sie glattes ER und Lysosomen nach Funktion. 4 P
  • Das glatte endoplasmatische Retikulum ist an Lipid- und Steroidsynthese, Entgiftung und Calcium-Speicherung beteiligt; seine Ausprägung hängt vom Zelltyp ab
  • Lysosomen enthalten saure Enzyme und bauen aufgenommene Stoffe, Krankheitserreger und beschädigte Zellbestandteile ab
  • Kontrollierter Abbau liefert Bausteine zurück
  • Defekte führen zur Anhäufung von Material und können Zellfunktion schädigen
Unterscheiden Sie Diffusion und erleichterte Diffusion. 3 P
  • Bei einfacher Diffusion bewegen sich kleine geeignete Moleküle entlang ihres Konzentrations- oder elektrochemischen Gradienten durch die Membran
  • Erleichterte Diffusion nutzt selektive Kanäle oder Carrier, bleibt aber passiv und benötigt kein ATP für den Transportvorgang
  • Geschwindigkeit und Richtung hängen vom Gradienten, von Membraneigenschaften und der Zahl verfügbarer Transportproteine ab
Erklären Sie den Zusammenhang von Osmose und Zellvolumen. 4 P
  • Osmose ist die Bewegung von Wasser durch eine semipermeable Membran zur Seite mit höherer wirksamer Teilchenkonzentration
  • In einer hypotonen Umgebung nimmt eine Zelle Wasser auf und kann anschwellen; in einer hypertonen verliert sie Wasser und schrumpft
  • Isotone Lösungen erzeugen keinen anhaltenden Netto-Wasserstrom
  • Entscheidend sind nicht alle Teilchen, sondern die membranwirksamen Osmolyte
Definieren Sie Filtration als Membrantransport. 4 P
  • Filtration bewegt Wasser und kleine gelöste Stoffe aufgrund eines Druckunterschieds durch eine poröse Barriere
  • Porengröße, Ladung, Oberfläche und Druckgradient bestimmen, welche Bestandteile passieren
  • Anders als Diffusion beruht sie primär auf hydrostatischem Druck
  • Im Körper ist Filtration beispielsweise an Kapillaren und in den Nierenkörperchen bedeutsam; anschließend können Rücktransport und Resorption folgen
Erklären Sie aktiven Transport am Beispiel der Natrium-Kalium-Pumpe. 4 P
  • Aktiver Transport verschiebt Stoffe gegen ihr Konzentrations- oder elektrochemisches Gefälle und benötigt Energie
  • Die Natrium-Kalium-ATPase spaltet ATP und transportiert pro Zyklus drei Natriumionen aus der Zelle sowie zwei Kaliumionen hinein
  • Sie erhält Ionengradienten, Zellvolumen und die Voraussetzung elektrischer Erregbarkeit
  • Sekundär aktive Transporter nutzen anschließend die gespeicherte Gradientenergie
Unterscheiden Sie Endozytose und Exozytose. 3 P
  • Bei der Endozytose stülpt sich die Zellmembran ein und nimmt Material in Vesikeln auf; Phagozytose erfasst größere Partikel, rezeptorvermittelte Endozytose bestimmte Moleküle
  • Bei der Exozytose verschmilzt ein Vesikel mit der Membran und gibt seinen Inhalt nach außen ab
  • So werden etwa Transmitter, Hormone oder Enzyme freigesetzt und Membranbestandteile erneuert
Unterscheiden Sie Mitose, Meiose und Differenzierung. 4 P
  • Mitose verteilt einen zuvor verdoppelten Chromosomensatz auf zwei genetisch weitgehend gleiche Tochterzellen und dient Wachstum, Erneuerung und Reparatur
  • Meiose erzeugt Keimzellen mit halbiertem Chromosomensatz und genetischer Neukombination
  • Differenzierung verändert vor allem die Genaktivität, sodass aus ähnlicher Erbinformation spezialisierte Zelltypen entstehen
  • Nicht jede ausgereifte Zelle bleibt teilungsfähig
Leiten Sie Funktionsverluste aus Störungen des Zellstoffwechsels ab. 4 P
  • Zellstoffwechsel umfasst Aufnahme, Umwandlung und Abgabe von Stoffen sowie Energiegewinnung und Biosynthese
  • Membrantransport, Enzyme, Organellen und Sauerstoffversorgung müssen zusammenwirken
  • Bei Energiemangel versagen zuerst aktive Pumpen; Ionengradienten und Zellvolumen entgleisen, Proteinsynthese und Reparatur nehmen ab
  • Anhaltende Störung kann zu reversibler Schädigung oder Zelltod führen

Gewebe, Organe und Organsysteme

Definieren Sie Histologie und den Begriff Gewebe. 4 P
  • Histologie ist die Lehre von den Geweben; griechisch histos bedeutet „Gewebe“ oder „Gewebtes“, logos „Lehre“
  • Ein Gewebe besteht aus Zellen mit ähnlicher Differenzierung und ihrer extrazellulären Matrix
  • Zellen müssen nicht identisch sein, wirken aber an gemeinsamen Aufgaben mit
  • Gewebestruktur erklärt Eigenschaften wie Barriere, Kraftentwicklung, Reizleitung, Elastizität und Druckfestigkeit
Ordnen Sie Zelle, Gewebe, Organ und Organsystem. 4 P
  • Ein Gewebe verbindet spezialisierte Zellen und Matrix zu einer funktionellen Einheit
  • Ein Organ kombiniert mehrere Gewebe in charakteristischer räumlicher Ordnung; im Herzen wirken beispielsweise Muskel-, Binde-, Epithel- und Nervengewebe zusammen
  • Ein Organsystem verknüpft mehrere Organe für eine übergeordnete Funktion
  • Störungen können daher auf jeder Ebene entstehen und sich auf den gesamten Organismus auswirken
Erläutern Sie die vier Grundgewebe. 3 P
  • Die vier Grundgewebe sind Epithelgewebe, Binde- und Stützgewebe, Muskelgewebe und Nervengewebe
  • Epithelien bedecken, kleiden aus und bilden Drüsen; Binde- und Stützgewebe verbinden, speichern und tragen; Muskelgewebe erzeugt Kraft; Nervengewebe nimmt Informationen auf, verarbeitet und leitet sie
  • Organe enthalten meist Anteile aller vier Gruppen in unterschiedlicher Ausprägung
Beschreiben Sie Aufbau und Funktionen des Epithelgewebes. 3 P
  • Epithelgewebe besteht aus dicht verbundenen Zellen mit wenig Zwischenzellsubstanz und liegt auf einer Basalmembran
  • Oberflächenepithel schützt und ermöglicht Transport, Drüsenepithel bildet und sezerniert Stoffe, Sinnesepithel wandelt Reize in Signale um
  • Epithelien sind selbst gefäßfrei und werden aus dem darunterliegenden Gewebe versorgt; viele erneuern sich wegen hoher Belastung rasch
Unterscheiden Sie exokrine und endokrine Drüsen. 3 P
  • Exokrine Drüsen geben ihr Sekret über einen Ausführungsgang an eine innere oder äußere Oberfläche ab, etwa Speichel in die Mundhöhle oder Schweiß auf die Haut
  • Endokrine Drüsen besitzen keinen Ausführungsgang und geben Hormone in das Interstitium und Blut ab
  • Die Einteilung beschreibt den Abgabeweg, nicht die chemische Zusammensetzung oder Wirkung des Sekrets
Erläutern Sie Binde- und Stützgewebe. 3 P
  • Binde- und Stützgewebe enthält im Verhältnis zu den Zellen viel extrazelluläre Matrix aus Grundsubstanz und Fasern
  • Lockeres und straffes Bindegewebe verbindet und führt Strukturen; Fettgewebe speichert Energie, polstert und bildet Botenstoffe; Knorpel ist druckelastisch; Knochen mineralisiert und belastbar
  • Zusammensetzung und Faserorientierung passen sich der jeweiligen mechanischen Aufgabe an
Definieren Sie die extrazelluläre Matrix und ihre Funktionen. 4 P
  • Die extrazelluläre Matrix wird von Zellen gebildet und besteht je nach Gewebe aus Kollagen- und Elastinfasern, Proteoglykanen, Wasser und mineralischen Anteilen
  • Sie überträgt Kräfte, bindet Flüssigkeit, führt Zellwanderung und beeinflusst Signalwege
  • Ihre Anordnung bestimmt Zugfestigkeit, Elastizität oder Druckresistenz
  • Umbau reagiert auf Belastung, Immobilisation, Entzündung und Heilung
Vergleichen Sie die drei Muskelgewebeformen. 4 P
  • Skelettmuskulatur ist quergestreift, meist willkürlich ansteuerbar und bewegt oder stabilisiert das Skelett
  • Herzmuskulatur ist ebenfalls quergestreift, elektrisch gekoppelt und arbeitet rhythmisch ohne willentliche Einzelsteuerung
  • Glatte Muskulatur besitzt keine sichtbare Querstreifung, kontrahiert langsam und ausdauernd und reguliert Hohlorgane und Gefäße
  • Alle erzeugen Kraft durch Aktin-Myosin-Interaktion
Beschreiben Sie Aufbau und Funktionen des Nervengewebes. 4 P
  • Nervengewebe besteht aus Neuronen und Gliazellen
  • Neurone nehmen Signale auf, integrieren sie und leiten Erregung über Axone und Synapsen weiter
  • Gliazellen versorgen, isolieren und schützen Neurone, regulieren die chemische Umgebung und beteiligen sich an Immun- und Reparaturprozessen
  • Die Funktion entsteht aus Netzwerken; einzelne Zellen sind daher auf geordnete Verbindungen angewiesen
Vergleichen Sie die Regenerationsfähigkeit der Grundgewebe. 4 P
  • Regeneration hängt von Teilungsfähigkeit, Stammzellvorrat, Durchblutung und Erhalt der Gewebearchitektur ab
  • Viele Epithelien erneuern sich gut, Bindegewebe bildet häufig Narben, Skelettmuskel regeneriert begrenzt über Satellitenzellen
  • Knorpel heilt wegen Gefäßarmut langsam
  • Neurone des ZNS werden kaum ersetzt, können Funktionen jedoch durch synaptische Plastizität teilweise neu organisieren
Begründen Sie die Bedeutung von Gewebeeigenschaften für die Belastungssteuerung. 3 P
  • Belastbarkeit ergibt sich aus Gewebeart, Faserverlauf, Wassergehalt, Durchblutung, Stoffwechsel und Anpassungszustand
  • Knochen reagiert auf dosierte mechanische Last, Knorpel benötigt wechselnden Druck zur Stoffversorgung, Sehnen passen sich langsam an, Muskel relativ schneller
  • Therapie muss deshalb Art, Intensität, Dauer und Erholung gewebespezifisch dosieren und Schmerz oder Schwellung im Verlauf einordnen

Biologische Regelkreise, Homöostase und Störungen

Definieren Sie Homöostase einschließlich Wortherkunft. 4 P
  • Homöostase bezeichnet die dynamische Stabilität des inneren Milieus; griechisch homoios bedeutet „ähnlich“, stasis „Stand“
  • Körpergrößen werden nicht auf einen starren Einzelwert festgelegt, sondern innerhalb funktionsfähiger Bereiche reguliert
  • Sollbereiche können sich durch Tageszeit, Aktivität, Alter oder Anpassung verschieben
  • Stabilität entsteht daher durch fortlaufende Veränderung, nicht durch Stillstand
Ordnen Sie die Bestandteile eines biologischen Regelkreises. 5 P
  • Eine Regelgröße wird von Sensoren beziehungsweise Rezeptoren erfasst
  • Der gemessene Istwert gelangt über Informationswege zum Regler, der ihn mit einem Sollwert oder Sollbereich vergleicht
  • Stellglieder und Effektoren verändern die Regelgröße; die Rückmeldung zeigt das Ergebnis
  • Störgrößen wirken von außen oder innen
  • Mehrere Regelkreise sind häufig gekoppelt und beeinflussen sich gegenseitig
Erklären Sie die negative Rückkopplung. 4 P
  • Negative Rückkopplung wirkt einer Abweichung entgegen: Steigt eine Regelgröße über den Sollbereich, werden Prozesse aktiviert, die sie senken; fällt sie ab, erfolgt die Gegenreaktion
  • So werden etwa Temperatur, Blutdruck oder Blutzucker stabilisiert
  • Die Antwort endet oder schwächt sich ab, sobald die Abweichung kleiner wird
  • Verzögerungen und Überkorrekturen können dennoch Schwankungen erzeugen
Erklären Sie die positive Rückkopplung. 4 P
  • Positive Rückkopplung verstärkt eine begonnene Veränderung, statt sie auszugleichen
  • Sie eignet sich für Prozesse, die rasch bis zu einem definierten Endpunkt ablaufen sollen, etwa Wehen, Blutgerinnung oder die aufsteigende Phase eines Aktionspotenzials
  • Ohne Begrenzung kann sie instabil werden
  • Ein Endsignal, Substratverbrauch oder ein übergeordneter negativer Regelkreis beendet den Vorgang
Vergleichen Sie Steuerung und Regelung. 4 P
  • Bei einer Steuerung wird ein Prozess ausgelöst, ohne dass das Ergebnis zwingend zurückgemeldet und automatisch korrigiert wird
  • Eine Regelung erfasst fortlaufend den Istwert und passt die Stellgröße anhand der Abweichung an
  • Im Körper treten Mischformen auf: Vorhersagende Steuerung bereitet eine Belastung vor, rückgekoppelte Regelung korrigiert anschließend
  • Feedforward und Feedback ergänzen sich
Analysieren Sie die Temperaturregulation als biologischen Regelkreis. 4 P
  • Thermorezeptoren in Haut und Körperkern erfassen Temperatur, der Hypothalamus integriert die Signale
  • Bei Wärme fördern Hautdurchblutung und Schwitzen die Abgabe; bei Kälte verringert Gefäßverengung den Verlust, Muskelzittern steigert die Produktion
  • Verhalten wie Kleidung oder Ortswechsel ergänzt den physiologischen Regelkreis
  • Fieber verändert den Sollwert und ist nicht bloß unkontrollierte Überwärmung
Analysieren Sie die Blutzuckerregulation als gekoppelten Regelkreis. 4 P
  • Nach Nahrungsaufnahme steigt die Glukosekonzentration; Betazellen des Pankreas setzen Insulin frei, wodurch Zellen Glukose aufnehmen und Leber sowie Muskel Speicher aufbauen
  • Bei niedrigem Blutzucker fördert Glukagon die Freisetzung aus der Leber
  • Stresshormone, Bewegung und Nahrungszufuhr wirken als zusätzliche Einflüsse
  • Regulation entsteht aus mehreren Organen und Hormonen, nicht aus einem einzigen Schalter
Definieren Sie Adaptation. 4 P
  • Adaptation ist eine reversible oder längerfristige Anpassung an wiederkehrende Anforderungen
  • Sie kann Rezeptorempfindlichkeit, Stoffwechsel, Kreislauf, Muskelkraft oder Bewegungsstrategie verändern
  • Ein Trainingseffekt ist nur dann funktionell, wenn Belastungsreiz, Erholung und individuelle Ressourcen zusammenpassen
  • Anpassung verbessert den Umgang mit einer Anforderung, beseitigt aber nicht automatisch ihre Ursache oder jede Funktionsgrenze
Definieren Sie Kompensation. 4 P
  • Kompensation gleicht eine Störung durch Reserven, andere Strukturen oder veränderte Strategien aus
  • Beispielsweise kann ein stärkerer Einsatz proximaler Gelenke eine eingeschränkte Handbewegung teilweise überbrücken
  • Kompensation erhält Funktion, kann aber zusätzlichen Energieaufwand, Fehlbelastung oder geringere Präzision verursachen
  • Sie ist daher weder grundsätzlich schlecht noch mit vollständiger Wiederherstellung gleichzusetzen
Definieren Sie Dekompensation. 4 P
  • Dekompensation liegt vor, wenn Ausgleichsmechanismen und Reserven die Belastung nicht mehr bewältigen
  • Eine zuvor stabile Funktion verschlechtert sich, etwa durch zusätzliche Erkrankung, Erschöpfung oder zu hohe Anforderung
  • Zeichen sind abhängig vom System und können Leistungsabfall, Dyspnoe, Schwindel, Bewusstseinsänderung oder zunehmende Schwellung umfassen
  • Der Begriff beschreibt das Versagen des Ausgleichs, nicht die Ursache
Leiten Sie Folgen einer Störung am Rezeptor ab. 4 P
  • Ein Rezeptorproblem führt dazu, dass eine Regelgröße gar nicht, verzögert oder falsch erfasst wird
  • Der Regler kann dann trotz intakter Verarbeitung eine unpassende Antwort auslösen
  • Beispiele sind verminderte Sensibilität, gestörte Barorezeptorfunktion oder fehlende Wahrnehmung von Hypoglykämie
  • Therapeutisch ist wichtig, fehlende Rückmeldung nicht als fehlende Motivation zu deuten und externe Kontrolle einzuplanen
Leiten Sie Folgen einer Störung von Informationsweg oder Regler ab. 4 P
  • Unterbrochene Nervenbahnen, fehlerhafte Botenstoffübertragung oder eine Schädigung des Regelzentrums verändern die Verarbeitung zwischen Sensor und Effektor
  • Der Istwert kann korrekt erfasst sein, erreicht den Regler aber nicht oder wird falsch bewertet
  • Dadurch entstehen verzögerte, überschießende oder ausbleibende Reaktionen
  • Befunde müssen deshalb Wahrnehmung, Leitung, zentrale Verarbeitung und Reaktion getrennt betrachten
Leiten Sie Folgen einer Störung am Effektor ab. 4 P
  • Ein Effektor kann auf ein korrektes Steuersignal unzureichend reagieren, etwa bei Muskelschwäche, Drüsenschädigung oder verminderter Rezeptorempfindlichkeit des Zielgewebes
  • Der Regler verstärkt dann häufig das Signal, ohne die Regelgröße ausreichend zu korrigieren
  • Ein hoher Steuerimpuls beweist daher keine gute Wirkung
  • Funktionelle Prüfung muss die tatsächlich erzielte Antwort und ihre Belastbarkeit erfassen
Erklären Sie die Folgen nichtkompensierbarer Störgrößen. 3 P
  • Eine Störgröße wird nichtkompensierbar, wenn Intensität oder Dauer die vorhandenen Reserven übersteigt oder mehrere Regelglieder gleichzeitig ausfallen
  • Die Regelgröße verlässt den funktionsfähigen Bereich, Folgesysteme werden belastet und ein Teufelskreis kann entstehen
  • Frühzeitige Entlastung oder Behandlung kann Reserven sichern; im Lernmodell zeigt der Verlauf, warum stabile Werte keine unbegrenzte Belastbarkeit beweisen
Begründen Sie die ergotherapeutische Bedeutung biologischer Regelung. 4 P
  • Regelkreise erklären, weshalb Leistung von Belastung, Rückmeldung, Erholung und Umweltbedingungen abhängt
  • In Befund und Therapie werden nicht nur Endwerte, sondern Reaktion, Anpassungszeit, Schwankung und Erholung beobachtet
  • Dosierte Aktivität kann Adaptation fördern; fehlende Sensorik erfordert Ersatzfeedback, begrenzte Reserven Pausen oder Anpassung
  • Diagnostische und medizinische Entscheidungen bleiben ärztlich abzuklären

Die Fragen und Antworten wurden aus den redaktionellen Lerntexten dieses Kapitels abgeleitet. Jede Antwort gehört ausschließlich zu der unmittelbar darüberstehenden Frage.

02 Bewegungsapparat 55 Ustd. 170 Unterfragen
Lehrplananforderung

Die Schülerinnen und Schüler besitzen grundlegendes Wissen zur allgemeinen Knochen- und Muskellehre. Sie beschreiben den Knochenbau, kennen die einzelnen Knochen und Gelenke sowie die Muskeln, deren Innervation und Funktionen. Entsprechend ihrer Aufgabe, als zukünftige Ergotherapeuten Handlungsfähigkeit zu bewirken, verfügen sie über besonders detaillierte Kenntnisse zum Aufbau und den Funktionen der oberen Extremitäten und der Hand.

Quelle: Sächsisches Staatsministerium für Kultus: Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin, freigegeben ab 1. August 2020, S. 29.

Fragen & Antworten170

Kapitelkern

Ordnen Sie die vier Funktionsstufen des Bewegungsapparats. 4 P
  • Knochen bilden das tragende und schützende Gerüst.
  • Gelenke und Bänder bestimmen Bewegungsraum und passive Führung.
  • Muskeln und Sehnen erzeugen und übertragen Kraft.
  • Nervale Steuerung und Sensibilität koordinieren die Strukturen zu einer zielgerichteten Handlung.
Vergleichen Sie passive und aktive Bestandteile des Bewegungsapparats. 4 P
  • Passive Bestandteile sind vor allem Knochen, Knorpel, Gelenke und Bänder.
  • Sie tragen Last, führen Bewegung und setzen mechanische Grenzen.
  • Aktive Bestandteile sind vor allem Skelettmuskeln und ihre Sehnen.
  • Sie erzeugen Kraft, stabilisieren und passen Bewegung an die Aufgabe an.
Erklären Sie die Bewegungskette vom Rumpf bis zur Hand. 5 P
  • Der Rumpf stellt eine stabile, ausgerichtete Basis bereit.
  • Der Schultergürtel positioniert die Gelenkpfanne.
  • Schulter und Ellenbogen bestimmen Reichweite und Höhe.
  • Unterarm und Handgelenk richten die Handfläche und Fingerarbeitsstellung aus.
  • Finger, Daumen und Sensibilität erzeugen den passenden Griff und die Manipulation.
Begründen Sie den Lehrplanschwerpunkt obere Extremität und Hand. 4 P
  • Ergotherapeutische Betätigung erfordert häufig Greifen, Manipulieren und Werkzeuggebrauch.
  • Kleine Funktionsverluste an Hand und Arm können Selbstversorgung, Arbeit und Kommunikation stark begrenzen.
  • Die Schulter-Hand-Kette verbindet große Reichweite mit feinster Präzision.
  • Befund, Schienenbau, Training und Hilfsmittelanpassung benötigen detaillierte Struktur- und Funktionskenntnisse.
Analysieren Sie eine Bewegung anhand von sechs anatomischen Ebenen. 6 P
  • Beteiligte Knochen und Gelenke.
  • Bewegungsebene, Achse und Bewegungsumfang.
  • Agonisten, Antagonisten, Synergisten und Fixatoren.
  • Innervation und sensorische Rückmeldung.
  • Äußere Last, Hebel und Stützfläche.
  • Bedeutung der Bewegung für die konkrete Betätigung.
Leiten Sie vier Grundfragen für einen ergotherapeutischen Bewegungsbefund ab. 4 P
  • Welche Betätigung ist eingeschränkt und in welcher Phase?
  • Welche Gelenkbewegung, Kraft oder Stabilität fehlt?
  • Welche Kompensation, Schmerzreaktion oder sensorische Unsicherheit tritt auf?
  • Welche Veränderung von Person, Aufgabe oder Umwelt verbessert die Ausführung?

Knochen: Aufbau, Wachstum und Belastungsanpassung

Nennen Sie fünf Hauptfunktionen des Knochens. 5 P
  • Stützfunktion: Knochen geben dem Körper Form und tragen Last.
  • Schutzfunktion: Schädel, Wirbelkanal und Thorax umgeben empfindliche Organe.
  • Bewegungsfunktion: Knochen wirken als Hebel und Ansatzpunkte für Muskeln.
  • Speicherfunktion: Vor allem Calcium und Phosphat werden in der Matrix gebunden.
  • Blutbildung: Rotes Knochenmark bildet die zellulären Bestandteile des Blutes.
Ordnen Sie fünf Knochenformen jeweils einem Beispiel zu. 5 P
  • Langer Knochen: Humerus oder Femur.
  • Kurzer Knochen: Handwurzel- oder Fußwurzelknochen.
  • Platter Knochen: Scapula, Sternum oder Schädelkalotte.
  • Unregelmäßiger Knochen: Wirbel oder Gesichtsschädelknochen.
  • Sesambein: Patella.
Beschreiben Sie den Aufbau eines Röhrenknochens anhand von sechs Strukturen. 6 P
  • Diaphyse: röhrenförmiger Schaft.
  • Epiphysen: gelenknahe Knochenenden.
  • Metaphysen: Übergangszonen zwischen Schaft und Epiphysen.
  • Kompakta: feste äußere Knochenschicht.
  • Spongiosa: trabekuläres Innengerüst mit belastungsorientierter Architektur.
  • Markhöhle und Knochenmark: beim Erwachsenen im Schaft überwiegend gelbes Fettmark, in spongiösen Bereichen teilweise rotes Mark.
Unterscheiden Sie Kompakta und Spongiosa anhand von Aufbau, Lage und Funktion. 6 P
  • Kompakta: dicht organisierte Lamellen beziehungsweise Osteone.
  • Kompakta: bildet vor allem die tragfähige Außenschicht und den Schaft langer Knochen.
  • Kompakta: widersteht Biegung und Torsion.
  • Spongiosa: besteht aus einem räumlichen Netz von Trabekeln.
  • Spongiosa: liegt vor allem in Epiphysen und im Inneren platter oder kurzer Knochen.
  • Spongiosa: spart Gewicht und richtet sich entlang typischer Zug- und Drucklinien aus.
Erläutern Sie vier Funktionen des Periosts. 4 P
  • Gefäße des Periosts versorgen äußere Knochenanteile.
  • Sensible Nerven machen das Periost stark schmerzempfindlich.
  • Die innere Zellschicht beteiligt sich an Dickenwachstum und Heilung.
  • Sehnen und Bänder verankern sich über das Periost am Knochen.
Unterscheiden Sie Osteoblasten, Osteoklasten und Osteozyten anhand ihrer Hauptaufgaben. 6 P
  • Osteoblasten bilden organische Knochenmatrix.
  • Osteoblasten fördern deren anschließende Mineralisation.
  • Osteoklasten lösen mineralisierte Matrix und bauen Knochen ab.
  • Osteoklasten schaffen damit Raum für Umbau und Calciumfreisetzung.
  • Osteozyten sind eingemauerte reife Knochenzellen.
  • Osteozyten registrieren Belastung und koordinieren lokale Umbauantworten.
Erklären Sie die mechanische Bedeutung der organischen und anorganischen Knochenmatrix. 4 P
  • Kollagenfasern bilden den wichtigsten organischen Anteil.
  • Der organische Anteil verleiht Zugfestigkeit und eine begrenzte Elastizität.
  • Calciumphosphat in Form von Hydroxylapatit bildet den wichtigsten mineralischen Anteil.
  • Der mineralische Anteil verleiht Druckfestigkeit und Härte.
Unterscheiden Sie desmale und chondrale Ossifikation anhand von Ausgangsgewebe, Ablauf und Beispielen. 6 P
  • Desmale Ossifikation beginnt direkt im Mesenchym.
  • Desmale Ossifikation bildet unter anderem große Teile des Schädeldachs.
  • Chondrale Ossifikation nutzt ein knorpeliges Vorläufermodell.
  • Bei der chondralen Ossifikation wird Knorpel schrittweise durch Knochen ersetzt.
  • Chondral entstehen unter anderem lange Röhrenknochen und Rippen.
  • Beide Wege führen zunächst zu Geflechtknochen, der zu Lamellenknochen umgebaut wird.
Beschreiben Sie das Längenwachstum eines Röhrenknochens in vier Schritten. 4 P
  • In der Epiphysenfuge wird auf der Epiphysenseite Knorpel gebildet.
  • Knorpelzellen proliferieren und vergrößern sich.
  • Auf der Diaphysenseite verkalkt die Knorpelmatrix und wird abgebaut.
  • Knochengewebe ersetzt den Knorpel, bis sich die Epiphysenfuge am Wachstumsende schließt.
Erklären Sie das Dickenwachstum des Knochens. 4 P
  • Osteoblasten der inneren Periostschicht lagern außen neue Lamellen an.
  • Osteoklasten erweitern gleichzeitig die Markhöhle von innen.
  • Außenanbau und Innenabbau vergrößern den Durchmesser ohne unnötige Gewichtszunahme.
  • Die Anpassung reagiert auf Wachstum und mechanische Beanspruchung.
Erklären Sie die Belastungsanpassung des Knochens als gekoppelten Umbauprozess. 5 P
  • Mechanische Dehnung und Flüssigkeitsbewegung werden von Osteozyten erfasst.
  • Belastete Bereiche fördern lokal knochenaufbauende Signale.
  • Osteoblasten lagern dort neue Matrix an.
  • Osteoklasten entfernen wenig belastete oder geschädigte Matrix.
  • Dadurch verändern sich Masse und Trabekelverlauf entsprechend der wiederkehrenden Belastung.
Leiten Sie vier mögliche Knochenfolgen längerer Immobilisation ab. 4 P
  • Fehlende mechanische Reize vermindern den Knochenaufbau.
  • Der Knochenabbau kann den Aufbau übersteigen.
  • Knochenmasse und Belastbarkeit nehmen ab.
  • Nach der Immobilisation muss Belastung dosiert gesteigert werden, weil Struktur und Leistungsfähigkeit verzögert reagieren.
Erläutern Sie die Rolle des Knochens im Calciumhaushalt. 4 P
  • Die Knochenmatrix bindet den größten Teil des körpereigenen Calciums.
  • Bei sinkendem Blutcalcium kann Knochenabbau Calcium freisetzen.
  • Bei ausreichendem Angebot kann Calcium wieder mineralisiert eingelagert werden.
  • Hormone, Vitamin D, Niere und Darm koppeln den Knochen an die systemische Regulation.
Beschreiben Sie fünf übergeordnete Phasen der Frakturheilung. 5 P
  • Hämatom und Entzündungsreaktion stabilisieren und reinigen das Verletzungsgebiet.
  • Granulationsgewebe und weicher Kallus überbrücken den Spalt.
  • Harter Kallus aus Geflechtknochen erhöht die Stabilität.
  • Lamellenknochen ersetzt schrittweise den Geflechtknochen.
  • Remodellierung richtet die Struktur über Monate an der Belastung aus.
Begründen Sie die dosierte mechanische Belastung während der Knochenheilung. 4 P
  • Angemessene Belastung liefert einen Reiz für gerichteten Knochenumbau.
  • Zu geringe Belastung begünstigt Abbau und verzögert funktionelle Anpassung.
  • Zu hohe oder zu frühe Belastung kann Stabilität und Gewebebrücken gefährden.
  • Die zulässige Dosis richtet sich nach Fraktur, Stabilisierung, Heilungsphase und ärztlicher Freigabe.
Erklären Sie die Wortherkunft von Os, Osteon und Skelett. 3 P
  • Lateinisch os, Genitiv ossis, bedeutet Knochen und erscheint etwa in ossär oder Ossifikation.
  • Griechisch ostéon bedeutet Knochen und steckt in Osteologie, Osteoblast und Osteoporose.
  • Griechisch skeletós bedeutet ausgetrocknet beziehungsweise mumifiziert und wurde zur Bezeichnung des knöchernen Gerüsts.

*Weiterführung:* Die Knochenform bestimmt, wo Flächen, Vorsprünge und Hebel entstehen. Im nächsten Kapitel folgt deshalb die Frage, wie Knochen miteinander verbunden werden und aus Stabilität kontrollierte Beweglichkeit entsteht.

Gelenke und Knochenverbindungen: Führung, Beweglichkeit und Stabilität

Definieren Sie eine Synarthrose anhand von drei Merkmalen. 3 P
  • Synarthrosen sind kontinuierliche Knochenverbindungen ohne echten Gelenkspalt.
  • Das verbindende Gewebe kann Bindegewebe, Knorpel oder Knochen sein.
  • Sie erlauben keine oder nur geringe, gewebebedingte Bewegung.
Ordnen Sie Syndesmose, Synchondrose, Symphyse und Synostose jeweils einem Verbindungsgewebe zu. 4 P
  • Syndesmose: straffes Bindegewebe oder Bandstruktur.
  • Synchondrose: hyaliner Knorpel.
  • Symphyse: Faserknorpel zwischen knorpelig überzogenen Knochenflächen.
  • Synostose: knöcherne Verbindung.
Nennen Sie sechs Grundbestandteile eines echten Gelenks. 6 P
  • Mindestens zwei artikulierende Knochen beziehungsweise Gelenkkörper.
  • Gelenkflächen mit Gelenkknorpel.
  • Gelenkspalt.
  • Synovialflüssigkeit.
  • Gelenkkapsel mit äußerer und innerer Schicht.
  • Führende oder sichernde Bänder, sofern gelenkspezifisch vorhanden.
Unterscheiden Sie Membrana fibrosa und Membrana synovialis der Gelenkkapsel. 4 P
  • Membrana fibrosa: äußere, kollagenfaserreiche Kapselschicht.
  • Membrana fibrosa: mechanische Führung und Begrenzung.
  • Membrana synovialis: innere, gefäßreiche Kapselschicht.
  • Membrana synovialis: bildet und resorbiert Bestandteile der Synovialflüssigkeit.
Erklären Sie vier Funktionen der Synovialflüssigkeit. 4 P
  • Sie vermindert die Reibung zwischen den Gelenkflächen.
  • Sie verteilt Druck über die Kontaktfläche.
  • Sie versorgt den weitgehend gefäßfreien Gelenkknorpel durch Diffusion.
  • Sie transportiert Stoffwechselprodukte aus dem Knorpel ab.
Erklären Sie die Bedeutung wechselnder Be- und Entlastung für Gelenkknorpel. 4 P
  • Belastung presst Flüssigkeit und gelöste Stoffe teilweise aus der Knorpelmatrix.
  • Entlastung lässt Flüssigkeit mit Nährstoffen wieder einströmen.
  • Der Wechsel unterstützt Diffusion und Stoffaustausch im gefäßfreien Gewebe.
  • Dauerhafte Überlastung ebenso wie vollständige Immobilisation stört diese Versorgung.
Unterscheiden Sie hyalinen, elastischen und Faserknorpel anhand von Eigenschaft und Beispiel. 6 P
  • Hyaliner Knorpel: druckelastische, glatte Matrix; Beispiel Gelenkknorpel.
  • Hyaliner Knorpel: auch in Rippenknorpeln und Wachstumsfugen.
  • Elastischer Knorpel: reich an elastischen Fasern und formrückstellend.
  • Elastischer Knorpel: Beispiel Ohrmuschel.
  • Faserknorpel: kollagenfaserreich und zug- sowie druckfest.
  • Faserknorpel: Beispiel Bandscheibe, Meniskus oder Schambeinfuge.
Definieren Sie den Freiheitsgrad eines Gelenks. 3 P
  • Ein Freiheitsgrad bezeichnet eine voneinander unabhängige Bewegungsmöglichkeit.
  • Jede Rotationsachse entspricht idealisiert einem Freiheitsgrad.
  • Gelenkform und Führung bestimmen, ob ein Gelenk ein-, zwei- oder dreiachsig beweglich ist.
Ordnen Sie sechs Gelenkformen einem typischen Beispiel zu. 6 P
  • Scharniergelenk: Interphalangealgelenk oder Humeroulnargelenk.
  • Rad- beziehungsweise Zapfengelenk: proximales Radioulnargelenk.
  • Eigelenk: Radiokarpalgelenk.
  • Sattelgelenk: Daumensattelgelenk.
  • Kugel- beziehungsweise Nussgelenk: Schulter- beziehungsweise Hüftgelenk.
  • Planes Gelenk: Interkarpalgelenk oder Akromioklavikulargelenk.
Vergleichen Sie Scharnier-, Ei-, Sattel- und Kugelgelenk anhand ihrer Bewegungsachsen. 8 P
  • Scharniergelenk: eine Hauptachse.
  • Scharniergelenk: vor allem Flexion und Extension.
  • Eigelenk: zwei Hauptachsen.
  • Eigelenk: Flexion/Extension sowie Abduktion/Adduktion.
  • Sattelgelenk: zwei Hauptachsen mit gegensinnig gekrümmten Gelenkflächen.
  • Sattelgelenk: zusätzlich gekoppelte Zirkumduktion möglich.
  • Kugelgelenk: drei Hauptachsen.
  • Kugelgelenk: Flexion/Extension, Abduktion/Adduktion und Rotation.
Erläutern Sie fünf Faktoren der Gelenkstabilität. 5 P
  • Kongruenz und Form der Gelenkflächen.
  • Spannung und Verlauf der Gelenkkapsel.
  • Lage und Festigkeit der Bänder.
  • Aktive Führung durch Muskeln und Sehnen.
  • Neuromuskuläre Kontrolle einschließlich Propriozeption und reflexnaher Anpassung.
Unterscheiden Sie Band und Sehne anhand von Verbindung und Hauptfunktion. 4 P
  • Ein Band verbindet überwiegend Knochen mit Knochen.
  • Ein Band führt, begrenzt oder stabilisiert ein Gelenk.
  • Eine Sehne verbindet Muskel mit Knochen oder einer anderen Ansatzstruktur.
  • Eine Sehne überträgt Muskelkraft auf das Skelett.
Nennen Sie vier Aufgaben von Menisken, Disci oder Gelenklippen. 4 P
  • Vergrößerung beziehungsweise Anpassung der Kontaktfläche.
  • Verbesserung der Gelenkkongruenz.
  • Druckverteilung und Stoßdämpfung.
  • Führung, Abdichtung oder Vertiefung einer Gelenkpfanne.
Erklären Sie aktive und passive Gelenkbegrenzung. 4 P
  • Aktive Begrenzung entsteht durch Muskelspannung oder willkürliche Gegensteuerung.
  • Passive Begrenzung entsteht durch Kapsel, Bänder, Knochenkontakt oder Weichteilkontakt.
  • Die Endgefühlqualität kann Hinweise auf die dominierende Begrenzungsstruktur geben.
  • Schmerz oder Schutzspannung kann den Bewegungsumfang vor der anatomischen Grenze stoppen.
Unterscheiden Sie Gelenkspiel und physiologische Gelenkbewegung. 4 P
  • Physiologische Bewegung ist die aktiv oder passiv ausführbare Winkelbewegung wie Flexion.
  • Gelenkspiel umfasst kleine translatorische Bewegungen wie Gleiten oder Traktion.
  • Gelenkspiel ist für normale Roll-Gleit-Mechanik und vollständigen Bewegungsumfang erforderlich.
  • Gelenkspiel wird klinisch passiv geprüft und ist nicht als willkürliche Einzelbewegung ausführbar.
Erklären Sie die Roll-Gleit-Kopplung an einem bewegten Gelenk. 4 P
  • Beim Rollen wandern fortlaufend neue Punkte beider Gelenkflächen aufeinander.
  • Beim Gleiten bleibt ein Punkt einer Fläche mit wechselnden Punkten der anderen in Kontakt.
  • Die Kombination hält die Gelenkflächen trotz Winkeländerung zentriert.
  • Fehlendes Gegengleiten würde zum Abrollen aus der Pfanne oder zum mechanischen Anschlag führen.
Leiten Sie vier Folgen längerer Gelenkimmobilisation ab. 4 P
  • Kapsel und periartikuläres Bindegewebe können verkürzen und verkleben.
  • Der Gelenkknorpel erhält weniger wechselnde Diffusionsreize.
  • Muskulatur verliert Kraft und neuromuskuläre Kontrolle.
  • Bewegungsumfang, Belastbarkeit und alltagsbezogene Nutzung nehmen ab.
Analysieren Sie eine eingeschränkte Gelenkbewegung anhand von sechs Prüffaktoren. 6 P
  • Aktiver und passiver Bewegungsumfang im Vergleich.
  • Schmerzort, Schmerzverlauf und Reizbarkeit.
  • Endgefühl und Bewegungsqualität.
  • Kapsel-, Band- oder Weichteilspannung.
  • Muskelkraft, Muskelverkürzung und motorische Kontrolle.
  • Funktionelle Auswirkung auf eine konkrete Betätigung.

*Weiterführung:* Gelenke stellen Bewegungsräume bereit, erzeugen aber keine Kraft. Im nächsten Kapitel folgt deshalb die aktive Seite des Bewegungsapparats: Muskelaufbau, Innervation und das abgestimmte Zusammenspiel mehrerer Muskeln.

Muskeln, Sehnen und Faszien: Kraftentstehung und Koordination

Unterscheiden Sie glatte, Herz- und Skelettmuskulatur anhand von Steuerung und Vorkommen. 6 P
  • Glatte Muskulatur: überwiegend unwillkürlich durch vegetative und lokale Mechanismen gesteuert.
  • Glatte Muskulatur: in Wänden von Hohlorganen und Blutgefäßen.
  • Herzmuskulatur: unwillkürlich und rhythmisch erregbar.
  • Herzmuskulatur: bildet das Myokard einschließlich spezialisierter Erregungsbildungs- und Leitungselemente.
  • Skelettmuskulatur: somatomotorisch willkürlich ansteuerbar und reflektorisch beeinflussbar.
  • Skelettmuskulatur: bewegt und stabilisiert vor allem Skelettabschnitte.
Beschreiben Sie den makroskopischen Aufbau eines Skelettmuskels anhand von sechs Ebenen. 6 P
  • Muskelbauch als kontraktiler Hauptteil.
  • Gesamtmuskelhülle aus Epimysium.
  • Muskelfaserbündel mit Perimysium.
  • Einzelne Muskelfasern mit Endomysium.
  • Sehne oder Aponeurose zur Kraftübertragung.
  • Gefäße und Nerven, die im Bindegewebsgerüst verlaufen.
Beschreiben Sie die mikroskopische Organisation von der Muskelfaser bis zum Sarkomer. 5 P
  • Die Muskelfaser ist eine lange, mehrkernige Muskelzelle.
  • Sie enthält zahlreiche parallel verlaufende Myofibrillen.
  • Myofibrillen bestehen aus hintereinandergeschalteten Sarkomeren.
  • Ein Sarkomer reicht von Z-Scheibe zu Z-Scheibe.
  • Aktin- und Myosinfilamente bilden die kontraktile Filamentordnung.
Erklären Sie den Querbrückenzyklus in fünf Schritten. 5 P
  • Calcium bindet an Troponin und verschiebt Tropomyosin von den Aktinbindungsstellen.
  • Ein vorgespannter Myosinkopf bindet an Aktin.
  • Der Kraftschlag zieht das Aktinfilament zur Sarkomermitte.
  • ATP-Bindung löst Myosin wieder vom Aktin.
  • ATP-Spaltung spannt den Myosinkopf für den nächsten Zyklus vor.
Erklären Sie die Erregungs-Kontraktions-Kopplung in sechs Schritten. 6 P
  • Ein Aktionspotenzial erreicht die motorische Endplatte.
  • Acetylcholin wird freigesetzt und depolarisiert die Muskelfasermembran.
  • Das Muskelaktionspotenzial breitet sich über Sarkolemm und T-Tubuli aus.
  • Das sarkoplasmatische Retikulum setzt Calcium frei.
  • Calcium ermöglicht den Querbrückenzyklus.
  • Calciumpumpen transportieren Calcium zurück; die Faser erschlafft.
Definieren Sie eine motorische Einheit. 3 P
  • Sie besteht aus einem alpha-Motoneuron.
  • Sie umfasst dessen Axon und neuromuskuläre Endplatten.
  • Sie umfasst alle Muskelfasern, die dieses Motoneuron innerviert.
Erklären Sie zwei neuronale Wege der Kraftsteigerung. 4 P
  • Rekrutierung: zusätzliche motorische Einheiten werden zugeschaltet.
  • Größenprinzip: meist werden zunächst kleine, ermüdungsresistente Einheiten aktiviert.
  • Frequenzsteigerung: Motoneurone senden Aktionspotenziale in kürzeren Abständen.
  • Zeitliche Summation erhöht dadurch die mittlere Muskelspannung.
Unterscheiden Sie konzentrische, exzentrische und isometrische Muskelarbeit. 6 P
  • Konzentrisch: Der Muskel verkürzt sich unter Spannung.
  • Konzentrisch: Er überwindet einen Widerstand beziehungsweise beschleunigt eine Bewegung.
  • Exzentrisch: Der Muskel verlängert sich kontrolliert unter Spannung.
  • Exzentrisch: Er bremst oder dosiert eine äußere Kraft.
  • Isometrisch: Die Muskellänge bleibt annähernd gleich.
  • Isometrisch: Kraft dient vor allem Haltung und Stabilisation ohne sichtbare Gelenkbewegung.
Erläutern Sie vier funktionelle Rollen von Muskeln in einer Bewegung. 4 P
  • Agonist: erzeugt den wesentlichen Bewegungsanteil.
  • Antagonist: wirkt der Bewegung entgegen oder bremst sie.
  • Synergist: unterstützt die Zielbewegung oder neutralisiert Nebenbewegungen.
  • Fixator: stabilisiert einen proximalen Abschnitt als Arbeitsbasis.
Erklären Sie den Unterschied zwischen Muskelursprung und Muskelansatz. 4 P
  • Ursprung bezeichnet traditionell den eher proximalen oder stabileren Befestigungspunkt.
  • Ansatz bezeichnet traditionell den eher distalen oder bewegteren Befestigungspunkt.
  • Die Begriffe beschreiben Anatomie, nicht zwingend die tatsächliche Bewegungsrichtung.
  • In geschlossenen Ketten kann sich der übliche Ansatz dem fixierten Ursprung annähern oder umgekehrt.
Unterscheiden Sie spindelförmige, gefiederte und ringförmige Muskeln funktionell. 6 P
  • Spindelförmig: lange, annähernd parallele Fasern.
  • Spindelförmig: großer Verkürzungsweg und hohe Bewegungsgeschwindigkeit.
  • Gefiedert: viele kurze Fasern setzen schräg an einer Sehne an.
  • Gefiedert: großer physiologischer Querschnitt und hohe Kraft bei kleinerem Verkürzungsweg.
  • Ringförmig: Fasern umgeben eine Körperöffnung.
  • Ringförmig: Öffnen oder Schließen, etwa beim M. orbicularis oris.
Erklären Sie die aktive Insuffizienz eines mehrgelenkigen Muskels. 4 P
  • Der Muskel wird über mehrere überspannte Gelenke gleichzeitig maximal verkürzt.
  • Die Aktin-Myosin-Überlappung erreicht eine ungünstige Länge.
  • Der Muskel kann an einem weiteren Gelenk weniger Kraft oder Bewegung erzeugen.
  • Beispiel: Fingerbeuger greifen bei stark gebeugtem Handgelenk schwächer.
Erklären Sie die passive Insuffizienz eines mehrgelenkigen Muskels. 4 P
  • Der Muskel wird über mehrere Gelenke gleichzeitig verlängert.
  • Passive Spannung begrenzt den Bewegungsumfang, bevor alle Gelenke ihre Einzelreichweite erreichen.
  • Die Begrenzung entsteht ohne aktive Muskelkontraktion.
  • Beispiel: gestrecktes Knie begrenzt bei verkürzter ischiokruraler Muskulatur die Hüftflexion.
Erklären Sie die Längen-Kraft-Beziehung eines Skelettmuskels. 4 P
  • Bei mittlerer Sarkomerlänge überlappen Aktin und Myosin günstig.
  • Zu starke Verkürzung führt zu Filamentüberlagerung und mechanischer Behinderung.
  • Zu starke Dehnung vermindert die Zahl möglicher Querbrücken.
  • Gelenkstellung und Länge mehrgelenkiger Muskeln verändern deshalb die verfügbare Kraft.
Erklären Sie vier Funktionen von Sehnen. 4 P
  • Sehnen übertragen Muskelkraft auf Knochen oder andere Ansatzstrukturen.
  • Sie bündeln Kraft über kleine Ansatzflächen.
  • Elastische Dehnung kann Energie speichern und zurückgeben.
  • Sehnenorgane liefern sensorische Information über Spannung.
Erläutern Sie Aufbau und Funktion einer Sehnenscheide. 4 P
  • Sie besteht aus einer äußeren fibrösen Führung und einer inneren Synovialauskleidung.
  • Ein inneres und äußeres Blatt bilden einen gleitfähigen Raum.
  • Synovialflüssigkeit vermindert Reibung bei wiederholter Sehnenbewegung.
  • Sehnenscheiden sind besonders dort ausgeprägt, wo Sehnen unter Haltebändern oder um Knochenkanten verlaufen.
Erklären Sie vier Funktionen von Faszien. 4 P
  • Faszien umhüllen und gliedern Muskeln beziehungsweise Muskelgruppen.
  • Sie bilden Gleitflächen zwischen Gewebeschichten.
  • Sie übertragen Kräfte innerhalb und zwischen Muskelketten.
  • Sie führen Gefäße und Nerven und enthalten sensible Rezeptoren.
Unterscheiden Sie offene und geschlossene kinetische Kette. 4 P
  • Offene Kette: Das distale Segment bewegt sich frei im Raum.
  • Offene Kette: Bewegung und Muskelwirkung lassen sich häufig gezielter isolieren.
  • Geschlossene Kette: Das distale Segment ist fixiert oder belastet.
  • Geschlossene Kette: Mehrere Gelenke und Muskelgruppen reagieren gekoppelt auf Last.
Erklären Sie den Muskeltonus als regelabhängigen Zustand. 4 P
  • Muskeltonus bezeichnet die aktuelle Grundspannung und Bereitschaft zur Kraftentwicklung.
  • Er wird durch zentrale Aktivierung, Reflexsysteme und sensorische Rückmeldung beeinflusst.
  • Haltung, Aufgabe, Emotion, Schmerz und Ermüdung verändern ihn.
  • Tonus ist keine unveränderliche Eigenschaft und nicht mit maximaler Kraft gleichzusetzen.
Analysieren Sie Muskelkraft in einer Alltagshandlung anhand von sechs Faktoren. 6 P
  • Ausgangsstellung und Gelenkwinkel.
  • Kontraktionsform: konzentrisch, exzentrisch oder isometrisch.
  • Hebelarm von Muskel und äußerer Last.
  • Rekrutierung, Koordination und Ermüdung.
  • Proximale Stabilität und Mitbewegungen.
  • Bedeutung für Geschwindigkeit, Genauigkeit und Ausdauer der Betätigung.
Erklären Sie die Wortherkunft von Muskel, Sehne und Faszie. 3 P
  • Lateinisch musculus bedeutet Mäuschen; die Form kontrahierter Muskeln erinnerte an ein kleines Tier.
  • Lateinisch tendo bedeutet Sehne beziehungsweise ausgespannte Schnur und steckt in Tendinitis oder Tendinopathie.
  • Lateinisch fascia bedeutet Band oder Binde und erscheint in Faszie, Faszienloge und Fasziotomie.
Begründen Sie die Bedeutung proximaler Stabilisation für distale Präzision. 4 P
  • Ein stabiler Rumpf begrenzt unerwünschte Ausweichbewegungen.
  • Der Schultergürtel bietet dem Arm eine kontrollierte Ausgangsbasis.
  • Dadurch können kleinere distale Muskeln Kraft und Richtung feiner dosieren.
  • Fehlende Stabilität erhöht Kompensation, Energieverbrauch und Ungenauigkeit der Handbewegung.

*Weiterführung:* Muskeln wirken nie losgelöst von ihrer knöchernen Umgebung. Im nächsten Kapitel wird deshalb das Achsenskelett als zentrale Stütz- und Bewegungsbasis betrachtet, an der Kopf-, Rumpf- und Extremitätenmuskeln ansetzen.

Achsenskelett: Schädel, Wirbelsäule, Thorax und Becken

Unterscheiden Sie Gehirn- und Gesichtsschädel anhand von Hauptfunktion und Beispielen. 6 P
  • Gehirnschädel: umschließt und schützt das Gehirn.
  • Gehirnschädel: Beispiele sind Stirnbein, Scheitelbein, Schläfenbein und Hinterhauptbein.
  • Gehirnschädel: beteiligt sich an Schädelkalotte und Schädelbasis.
  • Gesichtsschädel: bildet das knöcherne Gerüst des Gesichts.
  • Gesichtsschädel: beteiligt sich an Augenhöhle, Nasen- und Mundraum.
  • Gesichtsschädel: Beispiele sind Oberkiefer, Unterkiefer, Jochbein und Nasenbein.
Benennen Sie vier wichtige Schädelnähte oder Verbindungsbereiche. 4 P
  • Sutura coronalis beziehungsweise Kranznaht.
  • Sutura sagittalis beziehungsweise Pfeilnaht.
  • Sutura lambdoidea beziehungsweise Lambdanaht.
  • Sutura squamosa beziehungsweise Schuppennaht.
Ordnen Sie die Hirnnerven I bis VI ihren wichtigsten Schädelöffnungen zu. 6 P
  • N. olfactorius I: Lamina cribrosa des Siebbeins.
  • N. opticus II: Canalis opticus.
  • N. oculomotorius III: Fissura orbitalis superior.
  • N. trochlearis IV: Fissura orbitalis superior.
  • N. trigeminus, Augenast V1: Fissura orbitalis superior.
  • N. abducens VI: Fissura orbitalis superior.
Ordnen Sie die Hirnnerven V2 bis XII ihren wichtigsten Schädelöffnungen zu. 8 P
  • N. maxillaris V2: Foramen rotundum.
  • N. mandibularis V3: Foramen ovale.
  • N. facialis VII: Meatus acusticus internus; Austritt am Foramen stylomastoideum.
  • N. vestibulocochlearis VIII: Meatus acusticus internus.
  • N. glossopharyngeus IX: Foramen jugulare.
  • N. vagus X: Foramen jugulare.
  • N. accessorius XI: Foramen jugulare nach Eintritt durch das Foramen magnum.
  • N. hypoglossus XII: Canalis nervi hypoglossi.
Unterscheiden Sie mimische und Kaumuskulatur anhand von Ansatz, Funktion und Innervation. 6 P
  • Mimische Muskeln setzen häufig in Haut oder Weichteilen des Gesichts an.
  • Mimische Muskeln bewegen Gesichtshaut und formen Ausdruck sowie Mundschluss.
  • Mimische Muskulatur wird vom N. facialis innerviert.
  • Kaumuskeln setzen überwiegend am Unterkiefer an.
  • Kaumuskeln heben, senken, protrahieren oder verschieben die Mandibula.
  • Kaumuskulatur wird motorisch vom N. mandibularis, dem dritten Trigeminusast, innerviert.
Nennen Sie die fünf Abschnitte der Wirbelsäule mit ihrer typischen Wirbelzahl. 5 P
  • Halswirbelsäule: sieben Wirbel.
  • Brustwirbelsäule: zwölf Wirbel.
  • Lendenwirbelsäule: fünf Wirbel.
  • Kreuzbein: meist fünf verschmolzene Kreuzwirbel.
  • Steißbein: meist drei bis fünf, variabel verschmolzene Wirbel.
Beschreiben Sie einen typischen Wirbel anhand von sechs Strukturen. 6 P
  • Wirbelkörper zur Lastaufnahme.
  • Wirbelbogen als hintere Begrenzung des Wirbellochs.
  • Wirbelloch; gemeinsam bilden die Wirbellöcher den Wirbelkanal.
  • Dornfortsatz als Muskel- und Bandansatz.
  • Zwei Querfortsätze als Ansatz- oder Gelenkstrukturen.
  • Obere und untere Gelenkfortsätze zur segmentalen Führung.
Erklären Sie vier Funktionen der physiologischen Wirbelsäulenkrümmungen. 4 P
  • Sie vergrößern die elastische Federwirkung bei axialer Belastung.
  • Sie verteilen den Körperschwerpunkt über die Stützfläche.
  • Sie ermöglichen aufrechte Haltung mit begrenztem Muskelaufwand.
  • Sie koppeln regionale Beweglichkeit und Stabilität.
Unterscheiden Sie primäre und sekundäre Wirbelsäulenkrümmungen. 4 P
  • Primäre Krümmungen sind kyphotisch und bereits vorgeburtlich angelegt.
  • Brustkyphose und Sakralkyphose gehören zu den primären Krümmungen.
  • Sekundäre Krümmungen entstehen mit Kopfkontrolle und Aufrichtung.
  • Halslordose und Lendenlordose gehören zu den sekundären Krümmungen.
Beschreiben Sie Atlas und Axis anhand von vier Besonderheiten. 4 P
  • Atlas C1 besitzt keinen typischen Wirbelkörper.
  • Atlas trägt den Schädel über seine oberen Gelenkflächen.
  • Axis C2 besitzt den Dens axis als Drehzapfen.
  • Atlas, Axis und Bänder bilden die zentrale Mechanik der oberen Halsrotation.
Unterscheiden Sie oberes und unteres Kopfgelenk funktionell. 4 P
  • Oberes Kopfgelenk: Verbindung zwischen Hinterhauptkondylen und Atlas.
  • Oberes Kopfgelenk: vor allem Flexion und Extension sowie geringe Seitneigung.
  • Unteres Kopfgelenk: funktionelle Einheit zwischen Atlas und Axis.
  • Unteres Kopfgelenk: vor allem Rotation um den Dens.
Vergleichen Sie HWS, BWS und LWS anhand von Beweglichkeit und regionaler Form. 6 P
  • HWS: kleine Wirbelkörper und relativ große Beweglichkeit in mehreren Ebenen.
  • HWS: Foramina transversaria; C1 und C2 sind spezialisiert.
  • BWS: Rippen-Gelenkflächen und lange, überlappende Dornfortsätze.
  • BWS: Rotation relativ gut, Extension durch Thorax und Dornfortsätze begrenzt.
  • LWS: große Wirbelkörper zur Lastaufnahme.
  • LWS: gute Flexion und Extension, aber durch sagittale Facetten geringe Rotation.
Erläutern Sie Aufbau und Funktion einer Bandscheibe. 5 P
  • Anulus fibrosus aus konzentrischen Faserlamellen umgibt den Kern.
  • Nucleus pulposus ist wasserreich und verteilt Druck.
  • Knorpelige Deckplatten verbinden die Bandscheibe mit den Wirbelkörpern.
  • Bandscheiben ermöglichen begrenzte Segmentbewegung und dämpfen Lastspitzen.
  • Belastungswechsel fördert ihren Flüssigkeitsaustausch.
Erklären Sie den Zusammenhang zwischen Beckenkippung und Lendenlordose. 4 P
  • Ventrale Beckenkippung richtet das Sakrum steiler auf.
  • Dadurch nimmt die Lendenlordose meist zu.
  • Dorsale Beckenkippung richtet das Sakrum flacher aus.
  • Dadurch nimmt die Lendenlordose meist ab und die LWS geht eher in Flexion.
Nennen Sie fünf Bestandteile des knöchernen Thorax. 5 P
  • Zwölf Brustwirbel.
  • Zwölf Rippenpaare.
  • Sternum mit Manubrium, Corpus und Processus xiphoideus.
  • Rippenknorpel.
  • Costovertebral- und costotransversal gelegene Gelenkverbindungen.
Erklären Sie die Pumpen- und Eimerhenkelbewegung der Rippen. 4 P
  • Obere Rippen heben das Sternum bei Inspiration nach kranial und ventral: Pumpenhenkelbewegung.
  • Dadurch nimmt der sagittale Thoraxdurchmesser zu.
  • Untere Rippen schwenken seitlich nach kranial: Eimerhenkelbewegung.
  • Dadurch nimmt der transversale Thoraxdurchmesser zu.
Unterscheiden Sie Haupt- und Atemhilfsmuskeln der Inspiration. 5 P
  • Zwerchfell: wichtigster Inspirationsmuskel und vergrößert den Thorax kaudal.
  • Äußere Interkostalmuskeln: heben und stabilisieren Rippen.
  • Skaleni: können obere Rippen bei fixierter Halswirbelsäule anheben.
  • M. sternocleidomastoideus: hebt bei fixiertem Kopf Sternum und Clavicula.
  • Pectoral- und Serratusmuskeln können bei fixiertem Schultergürtel unterstützend wirken.
Beschreiben Sie das Becken als knöchernen Ring. 5 P
  • Rechtes und linkes Hüftbein bilden die seitlichen Ringanteile.
  • Jedes Hüftbein entsteht aus Darmbein, Sitzbein und Schambein.
  • Dorsal verbindet das Kreuzbein beide Hüftbeine über die Sakroiliakalgelenke.
  • Ventral verbindet die Symphysis pubica beide Schambeine.
  • Der Ring überträgt Last zwischen Wirbelsäule und unteren Extremitäten.
Erläutern Sie vier Eigenschaften des Sakroiliakalgelenks. 4 P
  • Es verbindet Kreuzbein und Darmbein.
  • Unregelmäßige Gelenkflächen und starke Bänder erzeugen hohe Form- und Kraftschlüssigkeit.
  • Die Beweglichkeit ist klein, aber für Lastübertragung und Geburtsmechanik relevant.
  • Muskeln und Faszien des Rumpfs sowie Beckens beeinflussen die aktive Stabilisierung.
Erklären Sie vier Funktionen der autochthonen Rückenmuskulatur. 4 P
  • Beidseitige Aktivität richtet und streckt die Wirbelsäule.
  • Einseitige Aktivität unterstützt Seitneigung oder Rotation je nach Muskelzug.
  • Kurze tiefe Muskeln stabilisieren einzelne Bewegungssegmente.
  • Propriozeptive Rückmeldung unterstützt Haltung und Anpassung an Last.
Unterscheiden Sie vordere und hintere Bauchwand funktionell. 4 P
  • Vordere und seitliche Bauchwand umfasst Rectus, Obliquus externus, Obliquus internus und Transversus abdominis.
  • Sie beugt, rotiert und stabilisiert den Rumpf und erhöht den intraabdominellen Druck.
  • Hintere Bauchwand umfasst unter anderem M. quadratus lumborum und M. psoas major.
  • Sie koppelt Lendenwirbelsäule, Becken, Atmung und Hüftbewegung.
Begründen Sie die Bedeutung der Rumpfstabilität für Arm- und Handfunktion. 4 P
  • Der Rumpf positioniert Schultergürtel und Kopf relativ zur Aufgabe.
  • Segmentale Stabilität reduziert ungewollte Ausweichbewegungen.
  • Armkräfte können sicher in den Körper und zur Unterlage übertragen werden.
  • Dadurch steigen Reichweite, Genauigkeit und Ausdauer der distalen Bewegung.
Analysieren Sie eine sitzende Greifaufgabe anhand von sechs axialen Faktoren. 6 P
  • Beckenposition und symmetrische Lastaufnahme.
  • Lenden- und Brustwirbelsäulenausrichtung.
  • Kopfposition und visuelle Orientierung.
  • Rumpfstabilität gegen die Armbewegung.
  • Atmungsfreiheit und unnötige Pressspannung.
  • Reichweite ohne übermäßige Flexion, Rotation oder Seitneigung.
Erklären Sie die Wortherkunft von Cranium, Vertebra und Thorax. 3 P
  • Griechisch kraníon bedeutet Schädel und erscheint in kranial oder intrakraniell.
  • Lateinisch vertebra hängt mit vertere, drehen, zusammen und bezeichnet den Wirbel.
  • Griechisch thórax bedeutet Brustpanzer beziehungsweise Brustkorb und erscheint in Thorax, intrathorakal und Thorakotomie.

*Weiterführung:* Das Achsenskelett stellt die proximale Basis bereit. Im nächsten Kapitel folgt die obere Extremität als besonders bewegliche Kette, die diese Basis nutzt, um die Hand gezielt im Raum zu positionieren.

Obere Extremität: Schultergürtel, Arm und Hand

Benennen Sie die Knochen der oberen Extremität von proximal nach distal. 8 P
  • Clavicula.
  • Scapula.
  • Humerus.
  • Ulna.
  • Radius.
  • Acht Handwurzelknochen.
  • Fünf Mittelhandknochen.
  • Vierzehn Fingerknochen einschließlich Daumenphalangen.
Benennen Sie sechs klinisch wichtige Strukturen der Scapula. 6 P
  • Spina scapulae.
  • Acromion.
  • Processus coracoideus.
  • Cavitas glenoidalis.
  • Margo medialis beziehungsweise vertebralis.
  • Angulus inferior.
Beschreiben Sie die Clavicula anhand von vier funktionellen Merkmalen. 4 P
  • Medial artikuliert sie mit dem Sternum, lateral mit dem Acromion.
  • Sie hält die Scapula auf Abstand zum Thorax und vergrößert den Arbeitsraum des Arms.
  • Ihre S-Form verteilt Druck-, Zug- und Torsionskräfte.
  • Sie überträgt Armkräfte auf das Achsenskelett und dient mehreren Muskeln als Ansatz.
Benennen Sie sechs wichtige Strukturen des Humerus. 6 P
  • Caput humeri.
  • Collum anatomicum und Collum chirurgicum.
  • Tuberculum majus.
  • Tuberculum minus.
  • Sulcus intertubercularis.
  • Condylus humeri mit Trochlea und Capitulum.
Unterscheiden Sie Radius und Ulna anhand von Lage, Gelenkbeteiligung und Funktion. 6 P
  • Radius liegt in anatomischer Grundstellung lateral auf der Daumenseite.
  • Radius trägt den Hauptkontakt zum Handgelenk.
  • Radius kreuzt bei Pronation die Ulna.
  • Ulna liegt medial auf der Kleinfingerseite.
  • Ulna bildet mit der Trochlea humeri das stabile Humeroulnargelenk.
  • Ulna dient als relativ stabile Achse der Unterarmrotation.
Beschreiben Sie die sechs Grundbewegungen der Scapula. 6 P
  • Elevation: Bewegung nach kranial.
  • Depression: Bewegung nach kaudal.
  • Protraktion: Bewegung nach ventral-lateral um den Thorax.
  • Retraktion: Bewegung nach dorsal-medial.
  • Aufwärtsrotation: Cavitas glenoidalis richtet sich stärker kranial aus.
  • Abwärtsrotation: Cavitas glenoidalis richtet sich stärker kaudal aus.
Ordnen Sie vier wichtige Halsmuskeln ihrer Hauptfunktion und Innervation zu. 8 P
  • Sternocleidomastoideus: Flexion, einseitig Seitneigung und Gegenrotation.
  • Sternocleidomastoideus: N. accessorius plus zervikale Anteile.
  • Skaleni: Seitneigung und Atemhilfe an Rippe 1 und 2.
  • Skaleni: ventrale Äste zervikaler Spinalnerven.
  • Oberer Trapezius: Elevation und Aufwärtsrotation der Scapula.
  • Trapezius: N. accessorius plus zervikale Anteile.
  • Prävertebrale Muskeln: tiefe Flexion und segmentale Stabilisation.
  • Prävertebrale: ventrale Äste zervikaler Spinalnerven.
Erklären Sie die Funktion des Sternoklavikulargelenks. 4 P
  • Es verbindet die Clavicula mit dem Manubrium sterni.
  • Es ist die einzige echte knöcherne Verbindung der freien oberen Extremität zum Achsenskelett.
  • Es erlaubt Elevation/Depression, Protraktion/Retraktion und axiale Rotation der Clavicula.
  • Ein Discus articularis verbessert Kongruenz und Lastverteilung.
Erläutern Sie die Funktion des Akromioklavikulargelenks. 4 P
  • Es verbindet laterale Clavicula und Acromion.
  • Kleine Gleit- und Rotationsbewegungen ermöglichen die Anpassung der Scapula am Thorax.
  • Akromioklavikuläre und korakoklavikuläre Bänder sichern die Verbindung.
  • Ohne diese Anpassung wäre eine vollständige Armhebung trotz Sternoklavikularbewegung nicht möglich.
Vergleichen Sie Schulter- und Hüftgelenk anhand von Pfanne, Beweglichkeit, Stabilität und Belastung. 8 P
  • Schulter: kleine, flache Pfanne im Verhältnis zum Humeruskopf.
  • Schulter: sehr große Beweglichkeit.
  • Schulter: Stabilität stark durch Labrum, Kapsel und Muskulatur.
  • Schulter: überwiegend Positionierung der Hand und Übertragung variabler Armkräfte.
  • Hüfte: tiefe, durch Labrum ergänzte Pfanne.
  • Hüfte: geringere Beweglichkeit als die Schulter.
  • Hüfte: hohe knöcherne und ligamentäre Stabilität.
  • Hüfte: regelmäßige Aufnahme und Weiterleitung des Körpergewichts.
Nennen Sie die vier Muskeln der Rotatorenmanschette mit ihrer Hauptfunktion. 8 P
  • M. supraspinatus: beginnt und stabilisiert die Abduktion.
  • M. infraspinatus: Außenrotation und Zentrierung.
  • M. teres minor: Außenrotation und Adduktion in geringerem Umfang.
  • M. subscapularis: Innenrotation.
  • Alle vier Muskeln komprimieren den Humeruskopf gegen die Gelenkpfanne.
  • Supraspinatus und Infraspinatus werden vom N. suprascapularis innerviert.
  • Teres minor wird vom N. axillaris innerviert.
  • Subscapularis wird von den Nn. subscapulares innerviert.
Erklären Sie den funktionellen Zusammenhang von Deltoideus und Rotatorenmanschette. 4 P
  • Der Deltoideus erzeugt ein starkes kraniales und abduzierendes Drehmoment.
  • Ohne Gegenführung würde der Humeruskopf übermäßig nach kranial gleiten.
  • Die Rotatorenmanschette komprimiert und zentriert den Humeruskopf.
  • Gemeinsam entsteht kontrollierte Elevation statt bloßer Translation.
Erklären Sie die Aufwärtsrotation der Scapula anhand der beteiligten Muskelschlinge. 5 P
  • Oberer Trapezius zieht laterale Clavicula und Acromion nach kranial.
  • Unterer Trapezius zieht die mediale Spina scapulae nach kaudal.
  • Serratus anterior zieht den Angulus inferior nach ventral-lateral.
  • Gemeinsam drehen sie die Cavitas glenoidalis nach kranial.
  • Die Aufwärtsrotation schafft Raum und richtet die Pfanne für Überkopfbewegung aus.
Leiten Sie vier funktionelle Folgen einer Schwäche des M. serratus anterior ab. 4 P
  • Der mediale Scapularand kann sich vom Thorax abheben: Scapula alata.
  • Protraktion und Fixation der Scapula sind vermindert.
  • Aufwärtsrotation bei Armhebung ist erschwert.
  • Überkopfaktivität verliert Reichweite, Kraft und stabile Schulterbasis.
Benennen Sie die drei Teilgelenke des Ellenbogenkomplexes und ihre Hauptbewegung. 6 P
  • Art. humeroulnaris: vor allem Flexion und Extension.
  • Art. humeroradialis: beteiligt sich an Flexion und Extension.
  • Art. humeroradialis: überträgt außerdem Druck vom Radiuskopf.
  • Art. radioulnaris proximalis: Pronation und Supination.
  • Alle drei liegen in einer gemeinsamen Gelenkkapsel.
  • Das distale Radioulnargelenk ergänzt die Unterarmrotation außerhalb der Ellenbogenkapsel.
Unterscheiden Sie Pronation und Supination anatomisch. 4 P
  • Supination: Radius und Ulna verlaufen annähernd parallel.
  • Supination: Handfläche weist in anatomischer Grundstellung nach ventral.
  • Pronation: Radius kreuzt die Ulna.
  • Pronation: Handfläche dreht nach dorsal beziehungsweise bei gebeugtem Ellenbogen nach unten.
Nennen Sie je zwei Hauptmuskeln für Pronation und Supination mit Innervation. 8 P
  • M. pronator teres: Pronation; N. medianus.
  • M. pronator quadratus: Pronation; N. interosseus anterior aus dem N. medianus.
  • M. supinator: Supination; tiefer Ast des N. radialis.
  • M. biceps brachii: kräftige Supination bei gebeugtem Ellenbogen; N. musculocutaneus.
  • Der Biceps wirkt zugleich als Ellenbogenflexor.
  • Der Supinator arbeitet besonders bei geringer Last.
  • Pronator teres unterstützt zusätzlich die Ellenbogenflexion.
  • Pronator quadratus stabilisiert das distale Radioulnargelenk.
Nennen Sie drei wichtige Ellenbogenflexoren mit Innervation. 6 P
  • M. brachialis: stärkster gelenknaher Flexor; überwiegend N. musculocutaneus.
  • M. biceps brachii: Flexion und Supination; N. musculocutaneus.
  • M. brachioradialis: Flexion besonders aus Mittelstellung; N. radialis.
  • Der Brachialis wirkt unabhängig von der Unterarmrotation.
  • Der Biceps wirkt in Supinationsstellung besonders günstig.
  • Der Brachioradialis führt aus Pro- oder Supination zur Neutralstellung.
Beschreiben Sie Ellenbogenextension anhand von Muskel und Innervation. 4 P
  • M. triceps brachii ist der wichtigste Ellenbogenextensor.
  • M. anconeus unterstützt die Extension und Gelenkführung.
  • Beide werden vom N. radialis innerviert.
  • Der lange Trizepskopf beeinflusst zusätzlich Schulterextension und -adduktion.
Benennen Sie die acht Handwurzelknochen in zwei Reihen. 8 P
  • Proximale Reihe radial nach ulnar: Os scaphoideum.
  • Os lunatum.
  • Os triquetrum.
  • Os pisiforme.
  • Distale Reihe radial nach ulnar: Os trapezium.
  • Os trapezoideum.
  • Os capitatum.
  • Os hamatum.
Erklären Sie die Funktion von Längs- und Quergewölben der Hand. 4 P
  • Sie bilden eine anpassbare Hohlhand und vergrößern den Kontakt zu Gegenständen.
  • Sie verteilen Druck zwischen Thenar, Hypothenar und Mittelhand.
  • Sie erlauben den Wechsel zwischen stabiler Kraftübertragung und beweglicher Anpassung.
  • Intrinsische Muskeln, Bänder und knöcherne Form erhalten beziehungsweise verändern die Gewölbe.
Unterscheiden Sie Radiokarpal- und Mediokarpalgelenk funktionell. 4 P
  • Radiokarpalgelenk liegt zwischen distalem Radius/Discus und proximaler Handwurzelreihe.
  • Es trägt wesentlich zu Flexion, Extension und Seitbewegung bei.
  • Mediokarpalgelenk liegt zwischen proximaler und distaler Handwurzelreihe.
  • Beide Gelenke teilen die Gesamtbewegung; ihr Anteil ändert sich je nach Richtung.
Erläutern Sie die Besonderheit des Daumensattelgelenks. 5 P
  • Es verbindet Os trapezium und ersten Mittelhandknochen.
  • Beide Gelenkflächen sind in zwei Richtungen gegensinnig gekrümmt.
  • Es ermöglicht Flexion/Extension und Abduktion/Adduktion.
  • Gekoppelte Rotation erlaubt die Opposition.
  • Die große Beweglichkeit ist für Präzisions- und Kraftgriffe zentral.
Erklären Sie die Funktion der Kollateralbänder an den Fingergrundgelenken. 4 P
  • In Flexion sind die Kollateralbänder gespannt.
  • Dadurch wird seitliche Bewegung reduziert und der Griff stabilisiert.
  • In Extension sind sie lockerer.
  • Dadurch sind Abduktion und Adduktion der Finger vor allem bei gestreckten Grundgelenken möglich.
Beschreiben Sie die Funktionsstellung der Hand anhand von fünf Gelenkstellungen. 5 P
  • Handgelenk etwa 20 bis 30 Grad Extension.
  • Handgelenk geringe Ulnarduktion.
  • Fingergrundgelenke etwa 45 Grad Flexion.
  • Interphalangealgelenke in leichter Flexion.
  • Daumen in Opposition und leichter Abduktion.
Erklären Sie den Zusammenhang zwischen Handgelenkextension und Griffkraft. 4 P
  • Leichte Handgelenkextension verlängert die langen Fingerbeuger in einen günstigen Arbeitsbereich.
  • Dadurch können sie größere aktive Spannung erzeugen.
  • Bei starker Handgelenkflexion sind die Fingerbeuger aktiv insuffizient.
  • Handgelenkextensoren stabilisieren deshalb das Handgelenk beim kräftigen Faustschluss.
Ordnen Sie die wichtigsten Handgelenkbeuger ihrer Innervation zu. 6 P
  • M. flexor carpi radialis: N. medianus.
  • M. palmaris longus: N. medianus.
  • M. flexor carpi ulnaris: N. ulnaris.
  • Gemeinsame Aktivität erzeugt Flexion.
  • Flexor carpi radialis unterstützt Radialduktion.
  • Flexor carpi ulnaris unterstützt Ulnarduktion.
Ordnen Sie die wichtigsten Handgelenkstrecker ihrer Innervation zu. 6 P
  • M. extensor carpi radialis longus: N. radialis.
  • M. extensor carpi radialis brevis: tiefer Ast des N. radialis.
  • M. extensor carpi ulnaris: N. interosseus posterior.
  • Gemeinsame Aktivität erzeugt Extension.
  • Radiale Extensoren unterstützen Radialduktion.
  • Extensor carpi ulnaris unterstützt Ulnarduktion.
Beschreiben Sie Inhalt und Begrenzung des Karpaltunnels in sechs Punkten. 6 P
  • Boden und Seiten werden von den Handwurzelknochen gebildet.
  • Dach ist das Retinaculum flexorum.
  • Der N. medianus verläuft durch den Tunnel.
  • Vier Sehnen des M. flexor digitorum superficialis verlaufen hindurch.
  • Vier Sehnen des M. flexor digitorum profundus verlaufen hindurch.
  • Die Sehne des M. flexor pollicis longus verläuft hindurch.
Benennen Sie die sechs Strecksehnenfächer am Handgelenk mit ihren Hauptsehnen. 6 P
  • Erstes Fach: Abductor pollicis longus und Extensor pollicis brevis.
  • Zweites Fach: Extensor carpi radialis longus und brevis.
  • Drittes Fach: Extensor pollicis longus.
  • Viertes Fach: Extensor digitorum und Extensor indicis.
  • Fünftes Fach: Extensor digiti minimi.
  • Sechstes Fach: Extensor carpi ulnaris.
Erklären Sie die Streckaponeurose der Langfinger. 5 P
  • Die Sehne des M. extensor digitorum geht dorsal in eine flächige Aponeurose über.
  • Ein Mittelzügel setzt an der Basis der Mittelphalanx an.
  • Zwei Seitenzügel vereinigen sich zur Endsehne an der Endphalanx.
  • Lumbricales und Interossei strahlen seitlich in die Aponeurose ein.
  • Dadurch können Grundgelenkflexion und Interphalangealextension gekoppelt werden.
Beschreiben Sie die langen Fingerstrecker anhand von Funktion und Innervation. 5 P
  • M. extensor digitorum streckt vor allem die Grundgelenke der Finger II bis V.
  • Über die Streckaponeurose unterstützt er die Interphalangealextension.
  • M. extensor indicis ermöglicht zusätzliche, relativ unabhängige Zeigefingerextension.
  • M. extensor digiti minimi unterstützt die Kleinfingerextension.
  • Alle werden über den N. interosseus posterior aus dem N. radialis innerviert.
Unterscheiden Sie M. flexor digitorum superficialis und profundus anhand von Ansatz und Innervation. 6 P
  • Flexor digitorum superficialis setzt an den Mittelphalangen II bis V an.
  • Er beugt vor allem die proximalen Interphalangealgelenke.
  • Er wird vom N. medianus innerviert.
  • Flexor digitorum profundus setzt an den Endphalangen II bis V an.
  • Er beugt die distalen Interphalangealgelenke.
  • Radialer Anteil wird vom N. interosseus anterior, ulnarer Anteil vom N. ulnaris innerviert.
Ordnen Sie lange Daumenmuskeln ihrer Hauptfunktion und Innervation zu. 8 P
  • Flexor pollicis longus: Endgelenkflexion; N. interosseus anterior.
  • Extensor pollicis longus: Endgelenkextension; N. interosseus posterior.
  • Extensor pollicis brevis: Grundgelenkextension; N. interosseus posterior.
  • Abductor pollicis longus: Abduktion und Extension im Sattelgelenk; N. interosseus posterior.
  • Die Muskelbäuche liegen im Unterarm.
  • Die Sehnen überqueren das Handgelenk.
  • Dadurch beeinflussen sie auch die Handgelenkstellung.
  • Opposition benötigt zusätzlich die Thenarmuskeln.
Unterscheiden Sie Lumbricales und Interossei anhand von Funktion und Innervation. 8 P
  • Lumbricales beugen die Fingergrundgelenke.
  • Lumbricales strecken über die Dorsalaponeurose die Interphalangealgelenke.
  • Erster und zweiter Lumbricalis: N. medianus.
  • Dritter und vierter Lumbricalis: N. ulnaris.
  • Dorsale Interossei abduzieren die Finger.
  • Palmare Interossei adduzieren die Finger.
  • Alle Interossei unterstützen Grundgelenkflexion und Interphalangealextension.
  • Interossei werden vom tiefen Ast des N. ulnaris innerviert.
Ordnen Sie Thenar- und Hypothenarmuskeln ihrer Hauptfunktion und Innervation zu. 8 P
  • Abductor pollicis brevis: palmare Abduktion; meist N. medianus.
  • Opponens pollicis: Opposition; N. medianus.
  • Flexor pollicis brevis: Grundgelenkflexion; oberflächlich Medianus, tief oft Ulnaris.
  • Adductor pollicis: Adduktion und Kraftgriff; N. ulnaris.
  • Abductor digiti minimi: Kleinfingerabduktion; N. ulnaris.
  • Flexor digiti minimi brevis: Grundgelenkflexion; N. ulnaris.
  • Opponens digiti minimi: palmarer Zug am fünften Mittelhandknochen; N. ulnaris.
  • Hypothenar: formt den ulnaren Hohlhandrand.
Unterscheiden Sie N. medianus, N. ulnaris und N. radialis anhand zentraler Handfunktionen. 6 P
  • N. medianus: Thenaropposition und sensible Versorgung der radialen Hohlhandfinger.
  • N. medianus: viele Unterarmbeuger und radiale tiefe Fingerbeuger.
  • N. ulnaris: Interossei, ulnare Lumbricales und Adductor pollicis.
  • N. ulnaris: sensible Versorgung des kleinen Fingers und ulnaren Ringfingeranteils.
  • N. radialis: Streckmuskulatur von Ellenbogen, Handgelenk, Fingern und Daumen.
  • N. radialis: sensible Versorgung eines dorsoradialen Handareals, aber keine intrinsischen Handmuskeln.
Analysieren Sie eine Überkopfbewegung anhand von sechs Teilbeiträgen. 6 P
  • Glenohumerale Elevation des Humerus.
  • Aufwärtsrotation der Scapula.
  • Posteriorer Tilt und Außenrotation der Scapula.
  • Elevation und axiale Rotation der Clavicula.
  • Zentrierung durch Rotatorenmanschette und kontrollierte Deltoideuskraft.
  • Rumpf- und Wirbelsäulenposition ohne unnötige Kompensation.

*Weiterführung:* Die obere Extremität zeigt, wie Beweglichkeit durch aktive Führung nutzbar wird. Das nächste Kapitel stellt ihr die untere Extremität gegenüber, deren Bau stärker auf Lastaufnahme, Stand und Fortbewegung ausgerichtet ist.

Untere Extremität: Lastaufnahme, Stand und Fortbewegung

Benennen Sie die Knochen der unteren Extremität von proximal nach distal. 8 P
  • Os coxae beziehungsweise Hüftbein.
  • Femur.
  • Patella.
  • Tibia.
  • Fibula.
  • Sieben Fußwurzelknochen.
  • Fünf Mittelfußknochen.
  • Vierzehn Zehenknochen.
Benennen Sie die wichtigsten Knochen des Fußskeletts und die Zehengelenke. 8 P
  • Rückfuß: Talus und Calcaneus.
  • Mittelfußwurzel: Os naviculare und Os cuboideum.
  • Drei Ossa cuneiformia.
  • Fünf Ossa metatarsalia.
  • Vierzehn Phalangen; die Großzehe besitzt zwei, die übrigen Zehen je drei.
  • Metatarsophalangealgelenke verbinden Mittelfuß und Grundphalangen.
  • Proximale Interphalangealgelenke liegen an den Zehen II bis V.
  • Distale Interphalangealgelenke liegen an den Zehen II bis V; die Großzehe besitzt nur ein Interphalangealgelenk.
Beschreiben Sie das Hüftgelenk anhand von fünf Strukturmerkmalen. 5 P
  • Gelenkkopf ist das Caput femoris.
  • Pfanne ist das Acetabulum des Hüftbeins.
  • Das Labrum acetabulare vertieft die Pfanne.
  • Kräftige Kapsel und Bänder stabilisieren besonders in Extension.
  • Als Nussgelenk erlaubt es Bewegungen um drei Achsen.
Nennen Sie die Hauptbewegungen des Hüftgelenks mit je einer wichtigen Muskelgruppe. 6 P
  • Flexion: Iliopsoas und weitere ventrale Hüftmuskeln.
  • Extension: Gluteus maximus und ischiokrurale Muskulatur.
  • Abduktion: Gluteus medius und minimus.
  • Adduktion: Adduktorengruppe.
  • Außenrotation: tiefe Außenrotatoren und Anteile des Gluteus maximus.
  • Innenrotation: ventrale Anteile von Gluteus medius/minimus und Tensor fasciae latae.
Erklären Sie das Beckenabsinken bei Schwäche der Hüftabduktoren. 4 P
  • Im Einbeinstand zieht das Körpergewicht das freie Becken nach kaudal.
  • Gluteus medius und minimus der Standbeinseite erzeugen ein Gegendrehmoment.
  • Bei Schwäche sinkt die Beckenseite des Spielbeins ab: Trendelenburg-Zeichen.
  • Eine Rumpfneigung zur Standbeinseite kann den äußeren Hebelarm verkürzen und kompensieren.
Beschreiben Sie das Kniegelenk anhand von sechs Teilstrukturen. 6 P
  • Femorotibialgelenk zwischen Femurkondylen und Tibiaplateau.
  • Femoropatellargelenk zwischen Patella und Trochlea femoris.
  • Medialer und lateraler Meniskus zur Flächenanpassung.
  • Vorderes und hinteres Kreuzband zur zentralen Führung.
  • Innen- und Außenband zur seitlichen Stabilität.
  • Gemeinsame Kapsel mit synovialen Rezessus.
Erläutern Sie vier Funktionen der Menisken. 4 P
  • Sie vergrößern die Kontaktfläche zwischen Femur und Tibia.
  • Sie verteilen Druck und vermindern lokale Spitzenbelastung.
  • Sie unterstützen Führung und Stabilität.
  • Sie bewegen sich bei Flexion, Extension und Rotation mit und tragen zur Propriozeption bei.
Unterscheiden Sie vorderes und hinteres Kreuzband anhand ihrer Hauptbegrenzung. 4 P
  • Vorderes Kreuzband begrenzt vor allem die anteriore Translation der Tibia gegenüber dem Femur.
  • Es begrenzt zusätzlich übermäßige Rotation und Hyperextension.
  • Hinteres Kreuzband begrenzt vor allem die posteriore Translation der Tibia.
  • Es trägt besonders in Flexion zur zentralen Stabilität bei.
Erklären Sie die Funktion der Patella. 4 P
  • Sie ist als Sesambein in die Quadrizepssehne eingebettet.
  • Sie vergrößert den Hebelarm des Quadriceps gegenüber der Knieachse.
  • Sie führt die Sehne über die Vorderseite des Gelenks.
  • Sie schützt die ventrale Gelenkregion und verteilt Kontaktkräfte im femoropatellaren Gelenk.
Nennen Sie die wichtigsten Kniebeuger und Kniestrecker mit Innervation. 6 P
  • Quadriceps femoris: Knieextension; N. femoralis.
  • Biceps femoris: Knieflexion; langer Kopf N. tibialis, kurzer Kopf N. fibularis communis.
  • Semitendinosus: Knieflexion; N. tibialis.
  • Semimembranosus: Knieflexion; N. tibialis.
  • Gastrocnemius unterstützt die Knieflexion; N. tibialis.
  • Popliteus leitet die Entriegelung des gestreckten Knies ein; N. tibialis.
Unterscheiden Sie oberes und unteres Sprunggelenk funktionell. 4 P
  • Oberes Sprunggelenk liegt zwischen Malleolengabel und Talusrolle.
  • Es ermöglicht vor allem Dorsalextension und Plantarflexion.
  • Unteres Sprunggelenk umfasst talokalkaneare und talokalkanonavikuläre Anteile.
  • Es ermöglicht vor allem Inversion/Eversion beziehungsweise Supination/Pronation des Fußes.
Erklären Sie die knöcherne Stabilität des oberen Sprunggelenks in Dorsalextension. 4 P
  • Die Talusrolle ist ventral breiter als dorsal.
  • Bei Dorsalextension gleitet der breitere Anteil in die Malleolengabel.
  • Die Gabel wird dadurch mechanisch gespannt und die Kongruenz steigt.
  • In Plantarflexion befindet sich der schmalere Talusanteil in der Gabel und die knöcherne Führung ist geringer.
Nennen Sie vier Hauptmuskeln der Dorsalextension und Eversion mit Innervation. 4 P
  • Tibialis anterior: Dorsalextension und Inversion; N. fibularis profundus.
  • Extensor hallucis longus: Dorsalextension und Großzehenextension; N. fibularis profundus.
  • Extensor digitorum longus: Dorsalextension und Zehenextension; N. fibularis profundus.
  • Fibularis longus und brevis: Eversion und Plantarflexionsanteil; N. fibularis superficialis.
Nennen Sie vier Hauptmuskeln der Plantarflexion und Inversion mit Innervation. 4 P
  • Gastrocnemius: Plantarflexion und Knieflexion; N. tibialis.
  • Soleus: ausdauernde Plantarflexion und Standkontrolle; N. tibialis.
  • Tibialis posterior: Plantarflexion und Inversion; N. tibialis.
  • Flexor hallucis longus und Flexor digitorum longus: Zehenflexion und Unterstützung der Plantarflexion; N. tibialis.
Beschreiben Sie das Längs- und Quergewölbe des Fußes. 5 P
  • Mediales Längsgewölbe verläuft über Calcaneus, Talus, Naviculare, Keilbeine und mediale Mittelfußknochen.
  • Laterales Längsgewölbe ist flacher und verläuft über Calcaneus, Cuboid und laterale Mittelfußknochen.
  • Quergewölbe spannt sich vor allem über Fußwurzel und Mittelfußbasen.
  • Bänder, Plantaraponeurose und Muskeln sichern die Gewölbe.
  • Gewölbe verteilen Last, speichern elastische Energie und passen den Fuß an den Untergrund an.
Erläutern Sie vier Funktionen der intrinsischen Fußmuskulatur. 4 P
  • Sie stabilisiert Längs- und Quergewölbe.
  • Sie richtet Zehen und Mittelfußknochen unter Belastung fein aus.
  • Sie unterstützt Zehenflexion, -abduktion und -adduktion.
  • Sie passt den Fuß an Untergrund und Abstoßphase an, ohne die großen Unterschenkelmuskeln zu ersetzen.
Erklären Sie die Windlass-Funktion der Plantaraponeurose. 4 P
  • Bei Großzehenextension wickelt sich die Plantaraponeurose um den Metatarsalkopf.
  • Dadurch verkürzt sich der Abstand zwischen Ferse und Vorfuß funktionell.
  • Das Längsgewölbe hebt und versteift sich.
  • Der Fuß wird für den Abstoß zu einem stabileren Hebel.
Analysieren Sie die Standbeinphase anhand von sechs Funktionen der unteren Extremität. 6 P
  • Hüftabduktoren stabilisieren das Becken in der Frontalebene.
  • Hüftextensoren kontrollieren den Rumpf zu Beginn der Belastung.
  • Quadriceps kontrolliert die Knieflexion und Stoßdämpfung.
  • Dorsalextensoren senken den Vorfuß nach Fersenkontakt kontrolliert ab.
  • Plantarflexoren kontrollieren die Vorwärtsbewegung der Tibia und erzeugen später Vortrieb.
  • Fußgewölbe wechseln von anpassbarer Lastaufnahme zu stabiler Abstoßbasis.
Leiten Sie vier Alltagsfolgen einer eingeschränkten Dorsalextension ab. 4 P
  • Kniebeuge und Treppenabstieg benötigen früh eine Ausweichbewegung.
  • Ferse kann beim Gehen oder Hocken vorzeitig abheben.
  • Fuß kann stärker pronieren oder nach außen drehen.
  • Schrittlänge, Gleichgewicht und kontrolliertes Absenken des Körperschwerpunkts können abnehmen.
Vergleichen Sie Hand- und Fußgewölbe anhand von Funktion und Belastung. 6 P
  • Beide entstehen aus knöcherner Form, Bändern und Muskelspannung.
  • Beide passen Kontaktflächen an und verteilen Kräfte.
  • Handgewölbe dienen vor allem Formanpassung, Greifen und Manipulation.
  • Fußgewölbe dienen vor allem Körperlast, Stoßdämpfung und Vortrieb.
  • Handgewölbe verändern sich sehr beweglich und willkürlich.
  • Fußgewölbe wechseln lastabhängig zwischen Anpassung und Versteifung.
Beurteilen Sie eine kompensierte Einbeinstandstrategie anhand von fünf Kriterien. 5 P
  • Bleibt das Becken annähernd horizontal oder sinkt die Spielbeinseite ab?
  • Neigt sich der Rumpf deutlich zur Standbeinseite?
  • Bleiben Knie und Fußachse kontrolliert oder weichen sie aus?
  • Kann die Position ohne Festhalten und über die geforderte Zeit gehalten werden?
  • Erfüllt die Strategie die Alltagsaufgabe sicher, schmerzarm und mit vertretbarem Aufwand?
Erklären Sie die Wortherkunft von Femur, Tibia und Fibula. 3 P
  • Lateinisch femur bedeutet Oberschenkel beziehungsweise Oberschenkelknochen.
  • Lateinisch tibia bezeichnete Schienbein und zugleich eine aus Knochen gefertigte Flöte.
  • Lateinisch fibula bedeutet Spange oder Fibel; das Wadenbein liegt wie eine seitliche Klammer neben der Tibia.

*Weiterführung:* Mit der unteren Extremität sind Tragwerk, Gelenke und Muskelketten vollständig. Das letzte Kapitel bündelt diese Grundlagen an der Hand, weil dort Reichweite, Sensibilität, Kraftdosierung und feinste Koordination unmittelbar in Betätigung übergehen.

Hand und Greifen: Integration von Reichweite, Sensibilität und Manipulation

Nennen Sie sieben aufeinanderfolgende Teilphasen einer Greifhandlung. 7 P
  • Aufgabe und Gegenstand wahrnehmen.
  • Arm und Hand zum Ziel orientieren.
  • Hand passend öffnen.
  • Kontaktfläche herstellen.
  • Gegenstand greifen und Kraft dosieren.
  • Gegenstand transportieren oder innerhalb der Hand manipulieren.
  • Griff kontrolliert lösen und Hand zurückführen.
Unterscheiden Sie Kraft- und Präzisionsgriff anhand von Kontaktfläche, Kraft und Aufgabe. 6 P
  • Kraftgriff: Gegenstand liegt großflächig in der Hohlhand.
  • Kraftgriff: Finger und Daumen umschließen den Gegenstand mit hoher Kraft.
  • Kraftgriff: geeignet für Halten, Tragen oder Werkzeugkraft.
  • Präzisionsgriff: Gegenstand wird vor allem zwischen Fingerkuppen und Daumen geführt.
  • Präzisionsgriff: geringere Kraft, aber hohe Dosierung und Genauigkeit.
  • Präzisionsgriff: geeignet für kleine Gegenstände, Schreiben oder feine Manipulation.
Benennen Sie vier typische Präzisionsgriffe mit je einem Beispiel. 8 P
  • Pinzettengriff zwischen Daumen und Zeigefingerkuppe.
  • Beispiel Pinzettengriff: Nadel oder Krümel aufnehmen.
  • Dreipunktgriff zwischen Daumen, Zeige- und Mittelfinger.
  • Beispiel Dreipunktgriff: Stift halten.
  • Schlüsselgriff zwischen Daumenkuppe und radialer Zeigefingerseite.
  • Beispiel Schlüsselgriff: Schlüssel drehen oder Karte halten.
  • Zylinderfeingriff beziehungsweise kleiner Rundgriff.
  • Beispiel: dünnen Pinsel oder Schraubendreher führen.
Beschreiben Sie die Opposition des Daumens anhand von fünf Bewegungsanteilen. 5 P
  • Palmare Abduktion aus der Handebene.
  • Flexion im Daumensattelgelenk.
  • Innenrotation des ersten Mittelhandknochens.
  • Adduktion zur Fingerkuppe.
  • Anpassende Flexion in Grund- und Endgelenk.
Begründen Sie die zentrale Bedeutung des Daumens für Handlungsfähigkeit. 4 P
  • Opposition schafft eine Gegenfläche zu den Langfingern.
  • Der Daumen ermöglicht Kraftschluss und präzise Pinzettenkontakte.
  • Seine Beweglichkeit passt die Hand an sehr unterschiedliche Objektformen an.
  • Ein Ausfall reduziert Greifkraft, Feinmotorik und sichere Manipulation überproportional.
Erklären Sie den Tenodeseeffekt von Handgelenk und Fingern. 4 P
  • Handgelenkextension spannt die langen Fingerbeuger passiv an und fördert Fingerflexion.
  • Handgelenkflexion spannt die langen Fingerstrecker passiv an und fördert Fingerextension.
  • Der Effekt entsteht durch die mehrgelenkige Sehnenführung.
  • Er kann funktionell genutzt werden, ersetzt aber keine aktive, fein dosierte Greifkontrolle.
Beschreiben Sie die Intrinsic-plus-Stellung der Finger. 5 P
  • Fingergrundgelenke sind flektiert.
  • Proximale Interphalangealgelenke sind gestreckt.
  • Distale Interphalangealgelenke sind gestreckt.
  • Lumbricales und Interossei erzeugen diese Kombination über die Streckaponeurose.
  • Die Stellung unterstützt Anpassung an größere Gegenstände und schützt Kapsel-Band-Längen.
Erklären Sie die funktionelle Bedeutung der Handgewölbe beim Greifen. 4 P
  • Längsgewölbe richten die Fingerstrahlen auf die Hohlhand aus.
  • Quergewölbe passen die Handfläche an runde oder flache Gegenstände an.
  • Der mobile ulnare Handrand kann sich stärker einrollen als der stabilere radiale Anteil.
  • Dadurch verbindet die Hand eine feste Daumenseite mit einer anpassbaren Greifschale.
Unterscheiden Sie extrinsische und intrinsische Handmuskeln. 4 P
  • Extrinsische Muskeln haben ihren Muskelbauch überwiegend im Unterarm.
  • Ihre langen Sehnen erzeugen größere Finger- und Daumenbewegungen sowie Kraft.
  • Intrinsische Muskeln liegen in der Hand.
  • Sie formen Gewölbe, steuern Seitenbewegungen und koordinieren komplexe Gelenkkombinationen.
Erklären Sie die sensorische Rückkopplung bei der Kraftdosierung. 5 P
  • Hautrezeptoren melden Kontakt, Druck, Schlupf und Oberflächenstruktur.
  • Propriozeptoren melden Gelenkstellung, Muskellänge und Spannung.
  • Das Nervensystem vergleicht Rückmeldung mit dem Handlungsziel.
  • Bei beginnendem Schlupf wird Griffkraft rasch erhöht.
  • Ohne verlässliche Sensibilität wird stärker visuell kontrolliert und häufig unnötig fest gegriffen.
Ordnen Sie die sensible Handversorgung von Medianus, Ulnaris und Radialis grob zu. 6 P
  • N. medianus: palmare Seite von Daumen, Zeige-, Mittel- und radialem Ringfingeranteil.
  • N. medianus: dorsale Fingerkuppen dieser radialen Finger.
  • N. ulnaris: kleiner Finger und ulnarer Anteil des Ringfingers palmar.
  • N. ulnaris: entsprechender ulnarer Handbereich dorsal.
  • N. radialis: dorsoradialer Handrücken und proximale dorsale Daumen-/Zeigefingerregion.
  • Autonome Prüfgebiete sind kleiner als die gesamten Versorgungsfelder und überlappen weniger.
Leiten Sie vier typische Handfolgen einer Medianusläsion am Handgelenk ab. 4 P
  • Thenaropposition und palmare Daumenabduktion sind geschwächt.
  • Präzisions- und Pinzettengriffe verlieren Anpassung und Kraft.
  • Sensibilität an radialen Hohlhandfingern ist beeinträchtigt.
  • Feinmanipulation wird stärker visuell kontrolliert und kleine Gegenstände können leichter entgleiten.
Leiten Sie vier typische Handfolgen einer Ulnarisläsion ab. 4 P
  • Fingerabduktion und -adduktion durch Interossei sind geschwächt.
  • Grundgelenkflexion mit gleichzeitiger Interphalangealextension ist besonders an Ring- und Kleinfinger gestört.
  • Daumenadduktion und kraftvoller Schlüsselgriff nehmen ab.
  • Sensibilität am kleinen Finger und ulnaren Handrand ist beeinträchtigt.
Leiten Sie vier typische Handfolgen einer Radialisläsion proximal des Handgelenks ab. 4 P
  • Handgelenkextension ist geschwächt oder fällt aus: Fallhand.
  • Finger- und Daumenextension sind beeinträchtigt.
  • Griffkraft sinkt sekundär durch die ungünstige Handgelenkstellung.
  • Dorsoradiale Handsensibilität kann beeinträchtigt sein; intrinsische Handmuskeln bleiben motorisch erhalten.
Analysieren Sie eine schwache Griffkraft anhand von sechs möglichen Ursachenebenen. 6 P
  • Unzureichende Handgelenkextension oder schmerzhafte Gelenkstellung.
  • Schwäche oder aktive Insuffizienz der langen Fingerbeuger.
  • Fehlende Daumenopposition oder Adduktion.
  • Instabile proximale Basis an Schultergürtel oder Rumpf.
  • Sensible Störung mit unsicherer Kraftdosierung.
  • Allgemeine Faktoren wie Schmerz, Ermüdung, Angst oder ungeeignete Objektgröße.
Analysieren Sie das Öffnen eines Schraubglases anhand von sechs anatomischen Anforderungen. 6 P
  • Beidseitige Armpositionierung und Rumpfstabilität.
  • Eine Hand stabilisiert das Glas mit Kraftgriff.
  • Die andere Hand passt sich dem Deckel über Daumen und Finger an.
  • Unterarmrotation und Handgelenkstabilität übertragen das Drehmoment.
  • Fingerbeuger und intrinsische Muskeln dosieren Reibung und Druck.
  • Sensibilität erkennt Schlupf; Schulter und Rumpf erzeugen zusätzliche Gegenkraft.
Analysieren Sie Schreiben anhand von sechs funktionellen Komponenten. 6 P
  • Sitz- und Schultergürtelstabilität.
  • Dreipunkt- oder angepasster Präzisionsgriff.
  • Leichte Handgelenkextension als Arbeitsstellung.
  • Dosierte Fingerbewegung mit stabilisierender intrinsischer Muskulatur.
  • Sensorische Rückmeldung über Stiftdruck und Papierkontakt.
  • Unterarmgleiten und Schulterbewegung für Zeilenfortschritt statt verkrampfter Fingerarbeit.
Analysieren Sie Knöpfen anhand von sechs funktionellen Komponenten. 6 P
  • Visuelle Lokalisierung von Knopf und Knopfloch.
  • Beidseitige Handkoordination.
  • Pinzetten- oder Dreipunktgriff.
  • Daumenopposition und Fingerkuppensensibilität.
  • Innerhandmanipulation und abgestimmtes Loslassen.
  • Genügende Schulter- und Ellenbogenposition für den Körperbereich.
Unterscheiden Sie Reichweite, Griff, Manipulation und Freigabe. 4 P
  • Reichweite positioniert Hand und Arm am Gegenstand.
  • Griff stellt einen ausreichend stabilen Kontakt her.
  • Manipulation verändert Lage oder Ausrichtung des Gegenstands innerhalb beziehungsweise zwischen den Händen.
  • Freigabe reduziert Kraft kontrolliert und beendet den Kontakt am gewünschten Ort.
Erläutern Sie vier Gründe für eine verlangsamte Handgeschicklichkeit trotz normaler Maximalkraft. 4 P
  • Sensible Rückmeldung kann ungenau sein.
  • Individuelle Fingerbewegungen oder Opposition können schlecht koordiniert sein.
  • Visuomotorische Planung und Reihenfolge können verzögert sein.
  • Rumpf-, Schulter- oder Handgelenkstabilität kann zusätzliche Korrekturen erfordern.
Beurteilen Sie einen kompensierten Griff anhand von fünf Kriterien. 5 P
  • Erreicht die Person das Betätigungsziel zuverlässig?
  • Ist die Strategie sicher und schmerzarm?
  • Ist der Kraft- und Zeitaufwand im Alltag vertretbar?
  • Entstehen Folgebelastungen durch übermäßige Schulter-, Rumpf- oder Handgelenkkompensation?
  • Ist die Strategie selbst gewählt und gegenüber Training oder Hilfsmittelanpassung sinnvoll?
Leiten Sie vier Anpassungsmöglichkeiten aus einer eingeschränkten Handöffnung ab. 4 P
  • Gegenstandsdurchmesser verkleinern oder Griff vorbereitend positionieren.
  • Reibung erhöhen, damit weniger Umschlusskraft nötig ist.
  • Zweihändige Technik oder Unterlage zur Stabilisierung nutzen.
  • Handgelenk- und Fingerstellung über Lagerung, Schiene oder Aufgabenhöhe günstiger einstellen.
Erklären Sie den Übergang vom Bewegungsapparat zum Nervensystem. 4 P
  • Knochen und Gelenke bestimmen mechanische Möglichkeiten und Grenzen.
  • Muskeln erzeugen Kraft, benötigen dafür aber motorische Erregung.
  • Sensorische Systeme melden Stellung, Berührung und Belastung zurück.
  • Zentrale Netzwerke wählen, koordinieren und lernen die zur Betätigung passende Bewegung.
Erklären Sie die Wortherkunft von manus, carpus und Phalanx. 3 P
  • Lateinisch manus bedeutet Hand und erscheint in manuell, Manipulation und Manufaktur.
  • Griechisch karpós bedeutet Handwurzel; daraus stammen Karpus, karpal und Karpaltunnel.
  • Griechisch phálanx bezeichnete eine geschlossene Reihe und später Finger- oder Zehenglied; Plural Phalangen.

*Weiterführung:* Damit endet der Bewegungsapparat nicht bei der Benennung einzelner Strukturen, sondern bei ihrer koordinierten Nutzung. Der folgende Lehrplanblock Nervensystem und Sinnesorgane erklärt, wie Bewegung geplant, rückgemeldet und an wechselnde Aufgaben angepasst wird.

Die Fragen und Antworten wurden aus den redaktionellen Lerntexten dieses Kapitels abgeleitet. Jede Antwort gehört ausschließlich zu der unmittelbar darüberstehenden Frage.

Hinweise des Lehrplans
  • Überblick
  • in praktischen Übungen Zusammenhang zwischen Lendenlordose und Beckenkippung herausarbeiten vgl. Lehrplan Motorisch-funktionelle Behandlungsverfahren
  • erstes Karpometakarpalgelenk besonders herausarbeiten Funktionen der Seitenbänder herausarbeiten Funktionsstellung der Hand
  • eingelenkige und mehrgelenkige Muskeln
  • Bau der Streckaponeurose Rolle der Sehnenscheiden
  • Unterschiede zwischen Schulter- und Hüftgelenk erarbeiten

Quelle: Sächsisches Staatsministerium für Kultus: Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin, freigegeben ab 1. August 2020, S. 29.

03 Nervensystem und Sinnesorgane 34 Ustd. 106 Unterfragen
Lehrplananforderung

Die Schülerinnen und Schüler kennen die Entwicklung, Funktionen, Form und Lage des Nervensystems. Entsprechend der hierarchischen Gliederung des ZNS beschreiben sie die wesentlichen Funktionen des Nervensystems und des Sinnessystems. Die Schülerinnen und Schüler kennen die motorischen und sensorischen Bahnen des peripheren Nervensystems mit dem Schwerpunkt der Versorgung der oberen Extremität.

Quelle: Sächsisches Staatsministerium für Kultus: Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin, freigegeben ab 1. August 2020, S. 32.

Fragen & Antworten106

Kapitelkern

Entwicklung des Nervensystems?

Das Nervensystem entsteht aus dem Neuralrohr und reift durch Zellbildung, Verschaltung, Myelinisierung und erfahrungsabhängige Anpassung. Entwicklung setzt sich nach der Geburt fort.

  • vorgeburtliche Entwicklung
  • nachgeburtliche Entwicklung
Physiologie des Nervensystems?

Nervenzellen erzeugen und leiten elektrische Signale. An Synapsen übertragen Botenstoffe Informationen; hemmende und erregende Einflüsse werden integriert.

  • Erregung
  • Erregungsleitung
  • Synapsen
  • Transmitter
Zentrales Nervensystem?

Gehirn und Rückenmark bilden das zentrale Nervensystem. Rückenmark vermittelt segmentale Funktionen und Leitungsbahnen; Hirnstamm, Kleinhirn, Zwischen- und Großhirn übernehmen unterschiedliche Integrationsaufgaben.

  • topografische Lage
  • Hüllen von Gehirn und Rückenmark
  • Ventrikel- und Liquorsystem
  • Gefäßversorgung des ZNS
  • Rückenmark
  • Lage
  • segmentale Gliederung
  • afferente und efferente Bahnen
  • Hirnstamm
  • Rautenhirn
  • Mittelhirn
  • Zwischenhirn
  • Lage der Hirnnervenkerne
  • Formatio reticularis
  • Kleinhirn
  • Aufbau
  • Verbindungen zu den verschiedenen Hirn- und Rückenmarksbereichen
  • Großhirn
  • makroskopischer Bau
  • Aufbau der Großhirnrinde
  • Anordnung der Fasersysteme
  • Basalganglien
  • limbisches System
  • Hirnfunktion
  • Gedächtnis
Peripheres Nervensystem?

Periphere Nerven verbinden Rezeptoren und Muskeln mit dem Zentralnervensystem. Afferente Fasern leiten zum ZNS, efferente vom ZNS zu Effektoren.

  • Rezeptoren
  • der Haut
  • in den Muskeln
  • in den Sehnen, an den Gelenken
  • afferente Bahnen
  • efferente Bahnen
  • Hirnnervenpaare und ihre Funktionen
  • vom Rückenmark ausgehende Nerven und Nervengeflechte
Vegetatives Nervensystem?

Sympathikus, Parasympathikus und enterisches Nervensystem regulieren weitgehend unwillkürlich Kreislauf, Verdauung, Pupillen, Drüsen und weitere Organfunktionen.

  • Aufbau
  • Funktion
  • Aufgaben
Afferente und efferente Bahnen: Unterschied?

Afferente Bahnen führen zum ZNS, efferente Bahnen vom ZNS weg.

Schnellere Leitung myelinisierter Axone?

Die Erregung springt saltatorisch zwischen Ranvier-Schnürringen.

Aufgaben von Basalganglien und Kleinhirn?

Basalganglien wählen und skalieren Bewegungsprogramme; das Kleinhirn koordiniert, vergleicht Soll und Ist und unterstützt motorisches Lernen.

Informationen der Hinterstrangbahn?

Feine Berührung, Vibration und bewusste Propriozeption.

Sensibilität und gezielte Bewegung?

Sie liefert Rückmeldung über Stellung, Druck, Kontakt und Kraftdosierung.

Organisation des Nervensystems, Entwicklung, Neurone und Glia

Nennen Sie die zwei Hauptbereiche des Nervensystems und ihre Bestandteile. 4 P
  • ZNS: Gehirn.
  • ZNS: Rückenmark.
  • PNS: Hirn- und Spinalnerven.
  • PNS: periphere Ganglien und Rezeptorverbindungen.
Unterscheiden Sie afferente und efferente Leitungsrichtung. 4 P
  • Afferent führt Information aus der Peripherie zum ZNS.
  • Afferente Signale sind überwiegend sensorisch.
  • Efferent führt Information vom ZNS zur Peripherie.
  • Efferente Signale steuern Muskeln oder Drüsen.
Unterscheiden Sie somatisches und vegetatives Nervensystem anhand von Zielorgan und Steuerbarkeit. 4 P
  • Somatisch: Skelettmuskulatur.
  • Somatisch: überwiegend willkürlich beeinflussbar.
  • Vegetativ: innere Organe, Gefäße und Drüsen.
  • Vegetativ: überwiegend unwillkürlich reguliert.
Beschreiben Sie ein Neuron anhand von fünf Struktur-Funktions-Zuordnungen. 5 P
  • Dendriten nehmen Signale auf.
  • Soma integriert Stoffwechsel und eingehende Signale.
  • Axonhügel bildet häufig Aktionspotenziale.
  • Axon leitet Erregung weiter.
  • Synaptische Endigungen übertragen Signale auf Zielzellen.
Erklären Sie die funktionelle Bedeutung von Myelin. 4 P
  • Myelin isoliert Axonabschnitte elektrisch.
  • Aktionspotenziale werden an Ranvier-Schnürringen erneuert.
  • Die Erregung springt saltatorisch von Knoten zu Knoten.
  • Leitungsgeschwindigkeit steigt bei geringerem Energieaufwand.
Ordnen Sie vier Gliazelltypen ihrer Hauptaufgabe zu. 4 P
  • Astrozyten: Milieuregulation und Versorgung im ZNS.
  • Oligodendrozyten: Myelinbildung im ZNS.
  • Schwann-Zellen: Myelinbildung und Regenerationshilfe im PNS.
  • Mikroglia: Immunüberwachung und Phagozytose.
Beschreiben Sie die vorgeburtliche Entwicklung des Nervensystems in fünf Grundschritten. 5 P
  • Ektoderm verdickt sich zur Neuralplatte.
  • Neuralfalten nähern sich und bilden das Neuralrohr.
  • Aus dem Neuralrohr entstehen Gehirn und Rückenmark.
  • Neuralleistenzellen bilden große Teile des PNS.
  • Differenzierung, Migration und Vernetzung formen spezialisierte Nervensystembereiche.
Erläutern Sie vier Kennzeichen der nachgeburtlichen Nervensystementwicklung. 4 P
  • Synapsenzahl und Verschaltung verändern sich erfahrungsabhängig.
  • Myelinisierung setzt sich über Jahre fort.
  • Häufig genutzte Netzwerke werden stabilisiert.
  • Wenig genutzte Verbindungen können reduziert werden.
Erklären Sie Neuroplastizität anhand von vier Mechanismen. 4 P
  • Synapsen können ihre Übertragungsstärke verändern.
  • Neue synaptische Verbindungen können entstehen.
  • Kortikale Repräsentationen können sich verschieben.
  • Training und Umweltreize beeinflussen die Netzwerkorganisation.
Begründen Sie die Bedeutung von Neuroplastizität für Ergotherapie. 4 P
  • Alltagsorientiertes Üben liefert wiederholte relevante Reize.
  • Aufgabenvariation fördert flexible Netzwerkbildung.
  • Bedeutungsvolle Aktivität erhöht Aufmerksamkeit und Übungsbereitschaft.
  • Dosierung und Wiederholung unterstützen funktionellen Transfer.

*Weiterführung:* Nach der strukturellen Grundordnung folgt die elektrische Sprache der Nervenzellen: Erst Erregung, Leitung und synaptische Übertragung erklären, wie Information im Nervensystem tatsächlich weitergegeben wird.

Erregung, Erregungsleitung, Synapsen und Transmitter

Definieren Sie das Ruhepotential anhand von drei Merkmalen. 3 P
  • Stabile negative Spannung der Zellinnenseite gegenüber außen.
  • Entsteht durch ungleiche Ionenverteilung und selektive Membranpermeabilität.
  • Wird wesentlich durch Leckströme und Natrium-Kalium-Pumpe aufrechterhalten.
Beschreiben Sie ein Aktionspotential in fünf Phasen. 5 P
  • Schwellenwert wird erreicht.
  • Spannungsabhängige Natriumkanäle öffnen und depolarisieren die Membran.
  • Natriumkanäle inaktivieren.
  • Kaliumkanäle öffnen und repolarisieren die Membran.
  • Nachhyperpolarisation und Rückkehr zum Ruhepotential folgen.
Erklären Sie das Alles-oder-Nichts-Prinzip. 3 P
  • Unterhalb der Schwelle entsteht kein vollständiges Aktionspotential.
  • Ab Erreichen der Schwelle läuft ein vollständiges Aktionspotential ab.
  • Reizstärke wird vor allem über Frequenz und Zahl aktivierter Fasern codiert.
Unterscheiden Sie kontinuierliche und saltatorische Erregungsleitung. 4 P
  • Kontinuierlich: Erregung wird an jedem benachbarten Membranabschnitt neu gebildet.
  • Kontinuierlich: typisch für nicht myelinisierte Axone.
  • Saltatorisch: Erregung springt zwischen Ranvier-Schnürringen.
  • Saltatorisch: schneller und energieökonomischer bei myelinisierten Axonen.
Beschreiben Sie die chemische synaptische Übertragung in sechs Schritten. 6 P
  • Aktionspotential erreicht die präsynaptische Endigung.
  • Spannungsabhängige Calciumkanäle öffnen.
  • Calcium löst Vesikelfusion aus.
  • Transmitter wird in den synaptischen Spalt freigesetzt.
  • Transmitter bindet an postsynaptische Rezeptoren.
  • Abbau, Wiederaufnahme oder Diffusion beendet das Signal.
Unterscheiden Sie EPSP und IPSP. 4 P
  • EPSP depolarisiert die postsynaptische Membran.
  • EPSP erhöht die Wahrscheinlichkeit eines Aktionspotentials.
  • IPSP hyperpolarisiert oder stabilisiert die Membran.
  • IPSP senkt die Wahrscheinlichkeit eines Aktionspotentials.
Erklären Sie räumliche und zeitliche Summation. 4 P
  • Räumlich: Signale mehrerer Synapsen treffen gleichzeitig zusammen.
  • Räumliche Summation verrechnet erregende und hemmende Einflüsse.
  • Zeitlich: rasch aufeinanderfolgende Signale derselben Synapse addieren sich.
  • Am Axonhügel entscheidet die Gesamtsumme über die Schwellenüberschreitung.
Nennen Sie vier wichtige Neurotransmitter und je eine Hauptbedeutung. 4 P
  • Acetylcholin: neuromuskuläre Übertragung und vegetative Signalwege.
  • Glutamat: wichtigster erregender Transmitter im ZNS.
  • GABA: wichtigster hemmender Transmitter im ZNS.
  • Dopamin: Modulation von Bewegung, Motivation und Lernen.
Leiten Sie zwei mögliche Folgen einer Demyelinisierung ab. 4 P
  • Stromverlust zwischen den Schnürringen nimmt zu.
  • Leitung wird verlangsamt oder blockiert.
  • Motorische Signale können verzögert oder unvollständig ankommen.
  • Sensorische Information kann abgeschwächt oder fehlgeleitet werden.

*Weiterführung:* Aus der Signalübertragung entsteht noch keine geordnete Handlung. Dafür müssen die vielen Leitungen in anatomisch und funktionell gegliederten Gehirnabschnitten zusammengeführt werden.

Großhirn, Zwischenhirn, Basalganglien und limbisches System

Nennen Sie die vier Großhirnlappen und je eine Kernfunktion. 4 P
  • Frontallappen: Planung, Exekutivfunktionen und motorische Steuerung.
  • Parietallappen: somatosensorische Verarbeitung und räumliche Integration.
  • Temporallappen: Hören, Sprachverstehen und Gedächtnisbezüge.
  • Okzipitallappen: visuelle Verarbeitung.
Beschreiben Sie den Aufbau der Großhirnrinde anhand von vier Merkmalen. 4 P
  • Graue Substanz liegt oberflächlich als Kortex.
  • Kortex enthält vor allem Nervenzellkörper und lokale Verschaltungen.
  • Windungen und Furchen vergrößern die Oberfläche.
  • Unter dem Kortex liegt weiße Substanz mit Faserbahnen.
Unterscheiden Sie Projektions-, Assoziations- und Kommissurenfasern. 6 P
  • Projektionsfasern verbinden Kortex mit tieferen Hirnabschnitten oder Rückenmark.
  • Projektionsfasern führen auf- oder absteigende Information.
  • Assoziationsfasern verbinden Kortexgebiete derselben Hemisphäre.
  • Assoziationsfasern ermöglichen funktionelle Netzwerke innerhalb einer Hemisphäre.
  • Kommissurenfasern verbinden beide Hemisphären.
  • Der Corpus callosum ist die größte Kommissurenbahn.
Erklären Sie die Funktion des Thalamus. 4 P
  • Thalamus ist zentrale Umschalt- und Filterstation.
  • Die meisten sensorischen Informationen werden dort vor dem Kortex verschaltet.
  • Aufmerksamkeit und Relevanz beeinflussen die Weiterleitung.
  • Motorische Schleifen mit Basalganglien und Kleinhirn laufen ebenfalls über thalamische Kerne.
Erläutern Sie vier Funktionen des Hypothalamus. 4 P
  • Regulation von Körpertemperatur.
  • Steuerung von Hunger, Durst und Energiehaushalt.
  • Kopplung von Nervensystem und Hormonsystem über die Hypophyse.
  • Mitsteuerung vegetativer Reaktionen und Tag-Nacht-Rhythmik.
Erklären Sie die Rolle der Basalganglien bei Bewegung. 4 P
  • Basalganglien wählen und gewichten motorische Programme.
  • Erwünschte Bewegungen werden erleichtert.
  • Konkurrierende Bewegungsprogramme werden gehemmt.
  • Automatisierung und Skalierung von Bewegungen werden unterstützt.
Beschreiben Sie vier Funktionen des limbischen Systems. 4 P
  • Emotionale Bewertung von Situationen.
  • Verknüpfung von Motivation und Verhalten.
  • Beteiligung an Gedächtnisbildung.
  • Kopplung emotionaler Zustände an vegetative Reaktionen.
Unterscheiden Sie Arbeits-, episodisches, semantisches und prozedurales Gedächtnis. 4 P
  • Arbeitsgedächtnis hält und bearbeitet Information kurzfristig.
  • Episodisches Gedächtnis speichert persönlich erlebte Ereignisse.
  • Semantisches Gedächtnis speichert Fakten und Begriffe.
  • Prozedurales Gedächtnis speichert Fertigkeiten und Gewohnheiten.
Analysieren Sie die Folgen einer Frontallappenstörung anhand von vier Funktionsbereichen. 4 P
  • Planung und Handlungsorganisation können beeinträchtigt sein.
  • Impulskontrolle und soziale Anpassung können verändert sein.
  • Aufmerksamkeit und Arbeitsgedächtnis können reduziert sein.
  • Initiative und zielgerichtetes Verhalten können abnehmen.
Begründen Sie den Alltagsbezug kortikaler Netzwerke für Ergotherapie. 4 P
  • Alltagshandlungen benötigen gleichzeitig Wahrnehmung, Planung und Motorik.
  • Funktionen sind in Netzwerken statt isolierten Zentren organisiert.
  • Aufgaben müssen deshalb in realistischen Kontexten analysiert werden.
  • Training sollte Aktivität, Umwelt und persönliche Bedeutung verbinden.

*Weiterführung:* Großhirn und Zwischenhirn planen und bewerten. Damit Bewegungen zeitlich abgestimmt, Haltung stabil und Wachheit reguliert werden, folgen Hirnstamm und Kleinhirn.

Hirnstamm, Formatio reticularis, Kleinhirn und Hirnnervenkerne

Nennen Sie die drei Hauptabschnitte des Hirnstamms. 3 P
  • Mittelhirn.
  • Brücke beziehungsweise Pons.
  • Verlängertes Mark beziehungsweise Medulla oblongata.
Beschreiben Sie vier übergeordnete Funktionen des Hirnstamms. 4 P
  • Durchleitung auf- und absteigender Bahnen.
  • Lage vieler Hirnnervenkerne.
  • Regulation lebenswichtiger Funktionen wie Atmung und Kreislauf.
  • Mitsteuerung von Wachheit, Haltung und Reflexen.
Erklären Sie die Funktion der Formatio reticularis. 4 P
  • Weit verzweigtes Netzwerk im Hirnstamm.
  • Reguliert Wachheit und Aktivierungsniveau.
  • Filtert und gewichtet sensorische Reize.
  • Beeinflusst Muskeltonus und vegetative Funktionen.
Beschreiben Sie den Grundaufbau des Kleinhirns. 4 P
  • Zwei Kleinhirnhemisphären und Vermis.
  • Oberflächliche graue Kleinhirnrinde.
  • Innere weiße Substanz.
  • Tiefe Kleinhirnkerne als wichtige Ausgangsstationen.
Erklären Sie die Bewegungskoordination durch das Kleinhirn. 5 P
  • Kleinhirn erhält Informationen über geplante Bewegung.
  • Es erhält laufende Rückmeldung aus Propriozeption und Gleichgewicht.
  • Soll- und Ist-Zustand werden verglichen.
  • Abweichungen werden über Korrektursignale beeinflusst.
  • Bewegungen werden zeitlich abgestimmt, dosiert und gelernt.
Nennen Sie vier typische Zeichen einer Kleinhirnstörung. 4 P
  • Ataxie.
  • Dysmetrie.
  • Intentionstremor.
  • Dysdiadochokinese.
Unterscheiden Sie Ataxie, Dysmetrie und Intentionstremor. 3 P
  • Ataxie: gestörte Koordination von Haltung und Bewegung.
  • Dysmetrie: Ziel wird über- oder unterschossen.
  • Intentionstremor: Zittern nimmt bei Zielannäherung zu.
Erläutern Sie die Bedeutung der Hirnnervenkerne. 4 P
  • Sie enthalten sensible oder motorische Umschalt- und Ursprungsgebiete.
  • Sie versorgen Kopf- und Halsstrukturen.
  • Einige steuern Augenbewegungen, Schlucken und Sprechen.
  • Vegetative Hirnnervenanteile regulieren Organe.
Leiten Sie vier ergotherapeutisch relevante Folgen einer Kleinhirnstörung ab. 4 P
  • Greifbewegungen können überschießen.
  • Feinmotorische Dosierung kann ungenau sein.
  • Sitz- und Standstabilität können vermindert sein.
  • Aufgaben brauchen Tempoanpassung, externe Stabilität und wiederholte Rückmeldung.

*Weiterführung:* Hirnstrukturen sind geschützt und versorgt, zugleich aber auf empfindliche Flüssigkeits- und Gefäßsysteme angewiesen. Deshalb folgt nun die Umgebung des ZNS.

Hirnhäute, Ventrikel, Liquor und Gefäßversorgung des ZNS

Nennen Sie die drei Hirn- und Rückenmarkshäute von außen nach innen. 3 P
  • Dura mater.
  • Arachnoidea.
  • Pia mater.
Unterscheiden Sie Dura, Arachnoidea und Pia anhand ihrer Hauptmerkmale. 6 P
  • Dura: feste äußere Schutzhaut.
  • Dura: bildet im Schädel venöse Sinus und Septen.
  • Arachnoidea: liegt als Spinngewebshaut über dem Subarachnoidalraum.
  • Arachnoidea: beteiligt sich über Granulationen an der Liquorrückresorption.
  • Pia: liegt dem Nervengewebe direkt an.
  • Pia: begleitet Gefäße in die Oberfläche des ZNS.
Beschreiben Sie den Liquorweg in sechs Stationen. 6 P
  • Bildung überwiegend in Plexus choroidei der Seitenventrikel.
  • Weiterleitung durch Foramina interventricularia zum dritten Ventrikel.
  • Durch den Aquädukt zum vierten Ventrikel.
  • Austritt in den Subarachnoidalraum.
  • Zirkulation um Gehirn und Rückenmark.
  • Rückresorption über Arachnoidalgranulationen in venöse Sinus.
Nennen Sie vier Funktionen des Liquors. 4 P
  • Mechanischer Auftrieb und Stoßdämpfung.
  • Konstantes chemisches Milieu.
  • Transport von Stoffen und Signalmolekülen.
  • Abtransport gelöster Stoffwechselprodukte.
Erklären Sie die Blut-Hirn-Schranke anhand von vier Merkmalen. 4 P
  • Dichte Endothelverbindungen begrenzen den Stoffdurchtritt.
  • Basalmembran und Astrozytenfortsätze unterstützen die Barriere.
  • Nährstoffe gelangen über selektive Transporter hinein.
  • Viele Schadstoffe und Medikamente werden zurückgehalten.
Nennen Sie die zwei großen arteriellen Zuflusssysteme des Gehirns. 2 P
  • Vorderer Kreislauf über die Arteriae carotides internae.
  • Hinterer Kreislauf über die Arteriae vertebrales und die Arteria basilaris.
Erklären Sie die Funktion des Circulus arteriosus cerebri. 3 P
  • Verbindet vorderen und hinteren Hirnkreislauf.
  • Ermöglicht potenziell kollaterale Umleitung von Blut.
  • Ausgleich ist individuell unterschiedlich und bei akutem Verschluss oft begrenzt.
Leiten Sie vier Folgen einer unterbrochenen Hirndurchblutung ab. 4 P
  • Sauerstoff- und Glukoseversorgung fällt aus.
  • ATP-Mangel stört Ionenpumpen und Membranpotentiale.
  • Nervenzellen verlieren rasch ihre Funktion und können absterben.
  • Ausfälle entsprechen dem betroffenen Gefäßgebiet und Netzwerk.
Beurteilen Sie Kopfschmerz, Bewusstseinsstörung und neue fokale Ausfälle als Warnzeichen. 4 P
  • Plötzlicher Beginn kann auf akutes neurologisches Ereignis hinweisen.
  • Bewusstseinsstörung zeigt mögliche zentrale Gefährdung.
  • Fokale Ausfälle sprechen für umschriebene Hirnfunktionsstörung.
  • Sofortige medizinische Abklärung ist erforderlich.

*Weiterführung:* Nach Schutz und Versorgung folgt das Rückenmark als zentrale Durchleitungs- und Verschaltungsstation zwischen Gehirn und Peripherie.

Rückenmark, Spinalnerven, Plexus und periphere Nerven

Beschreiben Sie Lage und Ausdehnung des Rückenmarks. 4 P
  • Liegt im Wirbelkanal.
  • Beginnt am Übergang der Medulla oblongata.
  • Endet beim Erwachsenen meist auf Höhe L1 bis L2.
  • Darunter verlaufen Nervenwurzeln als Cauda equina.
Nennen Sie die 31 Rückenmarkssegmente nach Regionen. 5 P
  • 8 Zervikalsegmente.
  • 12 Thorakalsegmente.
  • 5 Lumbalsegmente.
  • 5 Sakralsegmente.
  • 1 Kokzygealsegment.
Unterscheiden Sie Hinterhorn, Vorderhorn und Seitenhorn. 6 P
  • Hinterhorn: Aufnahme und Verschaltung sensibler Information.
  • Hinterhorn: Verbindung zu afferenten Hinterwurzeln.
  • Vorderhorn: somatomotorische Motoneurone.
  • Vorderhorn: Axone verlassen über Vorderwurzeln das Rückenmark.
  • Seitenhorn: vegetative Neurone in bestimmten Segmenten.
  • Seitenhorn: beteiligt an sympathischen beziehungsweise parasympathischen Ausgängen.
Beschreiben Sie die Bildung eines Spinalnervs in vier Schritten. 4 P
  • Sensible Fasern treten über die Hinterwurzel ein.
  • Zellkörper sensibler Neurone liegen im Spinalganglion.
  • Motorische Fasern verlassen das Rückenmark über die Vorderwurzel.
  • Vorder- und Hinterwurzel vereinigen sich zum gemischten Spinalnerv.
Definieren Sie Dermatom und Myotom. 4 P
  • Dermatom: Hautgebiet mit überwiegender sensibler Versorgung aus einem Rückenmarkssegment.
  • Dermatome überlappen benachbart.
  • Myotom: Muskelgruppe mit überwiegender motorischer Versorgung aus einem Segment.
  • Myotome helfen bei der Zuordnung segmentaler motorischer Ausfälle.
Erklären Sie die Bildung eines Plexus. 4 P
  • Vordere Äste mehrerer Spinalnerven verflechten sich.
  • Fasern werden neu zu peripheren Nerven gebündelt.
  • Ein peripherer Nerv enthält dadurch meist Fasern mehrerer Segmente.
  • Ausfallmuster eines peripheren Nervs unterscheidet sich von einer einzelnen Wurzelläsion.
Nennen Sie vier wichtige Endnerven des Plexus brachialis. 4 P
  • Nervus medianus.
  • Nervus ulnaris.
  • Nervus radialis.
  • Nervus musculocutaneus.
Ordnen Sie Medianus, Ulnaris und Radialis je einer typischen Handfunktion zu. 3 P
  • Medianus: Daumenopposition und Präzisionsgriff.
  • Ulnaris: Fingerabduktion und -adduktion durch Interossei.
  • Radialis: Extension von Handgelenk und Fingern.
Unterscheiden Sie periphere Nervenläsion und Wurzelläsion anhand von drei Kriterien. 6 P
  • Periphere Läsion folgt dem Versorgungsgebiet eines benannten Nervs.
  • Periphere Läsion betrifft dessen motorische und sensible Äste.
  • Wurzelläsion folgt eher Dermatom und Myotom.
  • Wurzelläsion kann mehrere periphere Nerven gleichzeitig betreffen.
  • Reflexveränderungen richten sich bei Wurzelläsion nach Segmenten.
  • Provokation kann durch Wirbelsäulenstellung oder Nervenwurzelbelastung beeinflusst werden.
Analysieren Sie einen Ulnarisausfall anhand von vier erwartbaren Befunden. 4 P
  • Schwäche der Fingerabduktion und -adduktion.
  • Eingeschränkte Feinmotorik und Kraftdosierung.
  • Sensibilitätsstörung an Kleinfinger und ulnarem Ringfingeranteil.
  • Krallenstellung kann bei ausgeprägter Läsion entstehen.

*Weiterführung:* Periphere Nerven leiten nicht nur somatische Signale. Innere Organe werden über ein eigenes, eng mit dem ZNS verschaltetes Regulationssystem gesteuert.

Vegetatives Nervensystem

Nennen Sie die drei Hauptanteile des vegetativen Nervensystems. 3 P
  • Sympathikus.
  • Parasympathikus.
  • Enterisches Nervensystem.
Unterscheiden Sie somatomotorische und vegetativ-motorische Efferenz. 4 P
  • Somatomotorisch: meist ein Motoneuron vom ZNS zur Skelettmuskelfaser.
  • Somatomotorisch: Acetylcholin an der motorischen Endplatte.
  • Vegetativ: meist Zwei-Neuronen-Kette mit Umschaltung im Ganglion.
  • Vegetativ: Zielorgane sind glatte Muskulatur, Herz und Drüsen.
Beschreiben Sie die Zwei-Neuronen-Kette des vegetativen Nervensystems. 4 P
  • Präganglionäres Neuron liegt im ZNS.
  • Sein Axon zieht zu einem vegetativen Ganglion.
  • Dort wird auf ein postganglionäres Neuron umgeschaltet.
  • Das postganglionäre Axon erreicht das Zielorgan.
Unterscheiden Sie Sympathikus und Parasympathikus anhand von Ursprung und Grundwirkung. 4 P
  • Sympathikus: thorakolumbaler Ursprung.
  • Sympathikus: mobilisiert Leistung und Energie.
  • Parasympathikus: kraniosakraler Ursprung.
  • Parasympathikus: fördert Regeneration, Verdauung und Energiespeicherung.
Ordnen Sie fünf Organwirkungen dem Sympathikus zu. 5 P
  • Herzfrequenz und Kontraktionskraft steigen.
  • Bronchien erweitern sich.
  • Pupillen erweitern sich.
  • Verdauungsaktivität wird gehemmt.
  • Blutfluss wird leistungsabhängig umverteilt.
Ordnen Sie fünf Organwirkungen dem Parasympathikus zu. 5 P
  • Herzfrequenz sinkt.
  • Pupillen verengen sich.
  • Speichel- und Verdauungssekretion steigen.
  • Darmmotilität wird gefördert.
  • Blasenentleerung wird unterstützt.
Unterscheiden Sie die wichtigsten Transmitter in sympathischen und parasympathischen Bahnen. 4 P
  • Alle präganglionären vegetativen Neurone setzen Acetylcholin frei.
  • Parasympathische postganglionäre Neurone setzen überwiegend Acetylcholin frei.
  • Sympathische postganglionäre Neurone setzen überwiegend Noradrenalin frei.
  • Sympathische Schweißdrüsenfasern sind eine wichtige cholinerge Ausnahme.
Erklären Sie vegetative Balance statt starrer Gegenspieler. 4 P
  • Beide Systeme besitzen einen Grundtonus.
  • Organwirkungen hängen von Rezeptoren und Situation ab.
  • Ein Organ kann überwiegend von einem System gesteuert sein.
  • Ziel ist flexible Homöostase, nicht dauerhafte Gleichaktivität.
Leiten Sie vier mögliche Folgen vegetativer Dysregulation ab. 4 P
  • Orthostatische Kreislaufprobleme.
  • Störungen von Blasen- oder Darmfunktion.
  • Veränderte Schweiß- und Temperaturregulation.
  • Belastungsintoleranz oder inadäquate Herzfrequenzreaktion.

*Weiterführung:* Vegetative Regulation erhält innere Stabilität. Für zielgerichtete Handlung muss das Nervensystem zusätzlich äußere und körpernahe Reize in bewusste Wahrnehmung übersetzen.

Sinnessysteme: Somatosensorik, Sehen, Hören, Riechen und Schmecken

Definieren Sie Rezeptor und Transduktion. 4 P
  • Rezeptor registriert eine bestimmte Reizart.
  • Rezeptoren besitzen eine angemessene Reizmodalität.
  • Transduktion wandelt Reizenergie in ein elektrisches Signal um.
  • Das resultierende Rezeptorpotential beeinflusst die Aktionspotentialfrequenz.
Unterscheiden Sie Mechanorezeptoren, Thermorezeptoren, Nozizeptoren und Chemorezeptoren. 4 P
  • Mechanorezeptoren reagieren auf Druck, Dehnung oder Schwingung.
  • Thermorezeptoren reagieren auf Temperaturänderungen.
  • Nozizeptoren reagieren auf potenziell gewebeschädigende Reize.
  • Chemorezeptoren reagieren auf gelöste Moleküle oder chemische Milieuänderungen.
Erklären Sie sensorische Adaptation. 4 P
  • Bei konstantem Reiz nimmt die Rezeptorantwort häufig ab.
  • Rasch adaptierende Rezeptoren melden vor allem Reizänderungen.
  • Langsam adaptierende Rezeptoren melden anhaltende Reizmerkmale.
  • Adaptation verhindert Überlastung und hebt Veränderungen hervor.
Unterscheiden Sie epikritische und protopathische Sensibilität. 4 P
  • Epikritisch: feine Berührung, Vibration und bewusste Propriozeption.
  • Epikritisch: hohe räumliche Auflösung.
  • Protopathisch: Schmerz, Temperatur und grobe Berührung.
  • Protopathisch: eher Schutz- und Warnfunktion.
Beschreiben Sie den visuellen Informationsweg in fünf Stationen. 5 P
  • Licht wird auf der Netzhaut in Rezeptorsignale umgewandelt.
  • Ganglienzellaxone bilden den Nervus opticus.
  • Im Chiasma kreuzen die nasalen Netzhautfasern.
  • Weiterleitung erfolgt über Tractus opticus und Corpus geniculatum laterale.
  • Sehstrahlung erreicht den visuellen Kortex im Okzipitallappen.
Unterscheiden Sie Stäbchen und Zapfen. 4 P
  • Stäbchen: hohe Lichtempfindlichkeit.
  • Stäbchen: Dämmerungssehen ohne Farbdifferenzierung.
  • Zapfen: Farbsehen und hohe Sehschärfe.
  • Zapfen: besonders dicht in der Fovea.
Beschreiben Sie den auditiven Informationsweg in fünf Grundstationen. 5 P
  • Schall versetzt Trommelfell und Gehörknöchelchen in Schwingung.
  • Steigbügel überträgt Bewegung auf das ovale Fenster.
  • Wanderwelle bewegt die Basilarmembran in der Cochlea.
  • Haarzellen transduzieren die Bewegung.
  • Signale laufen über N. cochlearis, Hirnstamm, Thalamus zum auditiven Kortex.
Unterscheiden Sie Riechen und Schmecken anhand von Rezeptorort und Reizweg. 4 P
  • Riechen: Rezeptorneurone im Riechepithel.
  • Riechen: direkter früher Bezug zu olfaktorischem Kortex und limbischem System.
  • Schmecken: Rezeptorzellen in Geschmacksknospen.
  • Schmecken: Weiterleitung über Hirnnerven zum Hirnstamm, Thalamus und gustatorischen Kortex.
Analysieren Sie vier mögliche Alltagsfolgen einer Gesichtsfeldeinschränkung. 4 P
  • Gegenstände auf einer Seite werden übersehen.
  • Orientierung und Mobilität können unsicher werden.
  • Lesen kann durch Zeilenverlust erschwert sein.
  • Systematische Suchstrategien und Umweltanpassung können kompensieren.
Begründen Sie multisensorische Gestaltung einer ergotherapeutischen Aufgabe. 4 P
  • Mehrere Sinneskanäle können sich gegenseitig ergänzen.
  • Relevante Reize erhöhen Orientierung und Aufmerksamkeit.
  • Überforderung durch zu viele Reize muss vermieden werden.
  • Dosierung richtet sich nach Ziel, Störung und Alltagssituation.

*Weiterführung:* Die einzelnen Sinnessysteme liefern Teilinformationen. Körperstellung, Bewegung und Schwerkraft müssen zusätzlich zu einem fortlaufenden Körperschema integriert werden.

Motorische Systeme, Reflexe und Leitungsbahnen

Beschreiben Sie die Pyramidenbahn in fünf Grundstationen. 5 P
  • Ursprung überwiegend im motorischen Kortex.
  • Fasern ziehen durch Corona radiata und Capsula interna.
  • Weiterleitung durch Hirnstamm.
  • Großer Anteil kreuzt in der Pyramidenkreuzung.
  • Endigung über Interneurone oder Motoneurone im Rückenmark.
Erklären Sie die Hauptfunktion der Pyramidenbahn. 4 P
  • Steuert zielgerichtete willkürliche Bewegung.
  • Besonders wichtig für fraktionierte distale Bewegungen.
  • Beeinflusst Feinmotorik von Hand und Fingern.
  • Arbeitet mit Hirnstamm-, Basalganglien- und Kleinhirnsystemen zusammen.
Erläutern Sie vier Funktionen extrapyramidaler Systeme. 4 P
  • Regulation von Haltung und Muskeltonus.
  • Vorbereitung automatischer Bewegungsanteile.
  • Koordination von Begleitbewegungen.
  • Anpassung von Bewegung an Gleichgewicht und Kontext.
Definieren Sie einen Reflexbogen anhand von fünf Bestandteilen. 5 P
  • Rezeptor nimmt Reiz auf.
  • Afferente Faser leitet zum ZNS.
  • Zentrale Verschaltung verarbeitet das Signal.
  • Efferente Faser leitet zum Effektor.
  • Muskel oder Drüse erzeugt die Antwort.
Unterscheiden Sie Eigen- und Fremdreflex. 6 P
  • Eigenreflex: Rezeptor und Effektor liegen im selben Organ beziehungsweise Muskel.
  • Eigenreflex: meist monosynaptisch.
  • Eigenreflex: kurze Latenz und geringe Ermüdbarkeit.
  • Fremdreflex: Rezeptor und Effektor liegen in verschiedenen Organen.
  • Fremdreflex: polysynaptisch.
  • Fremdreflex: variabler und stärker modulierbar.
Erklären Sie den Muskeldehnungsreflex. 4 P
  • Muskelspindel registriert Dehnung.
  • Ia-Afferenz leitet zum Rückenmark.
  • Alpha-Motoneuron desselben Muskels wird aktiviert.
  • Muskel kontrahiert und wirkt der Dehnung entgegen.
Unterscheiden Sie erstes und zweites Motoneuron. 4 P
  • Erstes Motoneuron liegt im motorischen Kortex oder Hirnstamm.
  • Sein Axon zieht innerhalb des ZNS zum zweiten Motoneuron.
  • Zweites Motoneuron liegt im Vorderhorn oder motorischen Hirnnervenkern.
  • Sein Axon verlässt das ZNS und innerviert Skelettmuskulatur.
Leiten Sie typische Zeichen einer Schädigung des ersten Motoneurons ab. 4 P
  • Kraftminderung oder Parese.
  • Erhöhter Muskeltonus beziehungsweise Spastik.
  • Gesteigerte Muskeleigenreflexe.
  • Pathologische Reflexzeichen können auftreten.
Leiten Sie typische Zeichen einer Schädigung des zweiten Motoneurons ab. 4 P
  • Schlaffe Parese.
  • Verminderter Muskeltonus.
  • Abgeschwächte oder fehlende Reflexe.
  • Muskelatrophie und eventuell Faszikulationen.
Beurteilen Sie die Aussage „Willkürbewegung entsteht allein im motorischen Kortex“. 4 P
  • Motorischer Kortex gibt wichtige absteigende Signale.
  • Basalganglien wählen und skalieren Programme.
  • Kleinhirn koordiniert und korrigiert.
  • Sensorische Rückmeldung und Hirnstammsysteme sind für Ausführung und Anpassung erforderlich.

*Weiterführung:* Motorische Bahnen setzen Handlungspläne um. Damit Bewegungen genau, stabil und an die Schwerkraft angepasst bleiben, folgt die Integration von Propriozeption und Gleichgewicht.

Propriozeption, kinästhetisches und vestibuläres System

Definieren Sie Propriozeption und Kinästhesie. 4 P
  • Propriozeption erfasst Stellung, Bewegung und Kraft des eigenen Körpers.
  • Sie nutzt Rezeptoren in Muskeln, Sehnen und Gelenken.
  • Kinästhesie bezeichnet besonders die bewusste Wahrnehmung von Bewegung.
  • Beide tragen zum Körperschema und zur Bewegungssteuerung bei.
Unterscheiden Sie Muskelspindel und Golgi-Sehnenorgan. 6 P
  • Muskelspindel liegt parallel zu Muskelfasern.
  • Muskelspindel registriert Muskellänge und Längenänderung.
  • Muskelspindel unterstützt Dehnungsreflex und Tonusregulation.
  • Golgi-Sehnenorgan liegt in Serie im Muskel-Sehnen-Übergang.
  • Golgi-Sehnenorgan registriert Spannung beziehungsweise Kraft.
  • Golgi-Sehnenorgan beeinflusst Schutz- und Kraftregulation.
Nennen Sie vier Informationsquellen für Propriozeption. 4 P
  • Muskelspindeln.
  • Golgi-Sehnenorgane.
  • Gelenkrezeptoren.
  • Hautmechanorezeptoren bei Dehnung und Druck.
Beschreiben Sie den Aufbau des Vestibularorgans anhand von vier Teilen. 4 P
  • Drei Bogengänge.
  • Utriculus.
  • Sacculus.
  • Sinneszellen mit Haarbündeln in Endolymphsystemen.
Unterscheiden Sie Bogengänge und Otolithenorgane. 4 P
  • Bogengänge registrieren Winkelbeschleunigung des Kopfes.
  • Ihre drei Ebenen erfassen Rotationen räumlich.
  • Utriculus und Sacculus registrieren lineare Beschleunigung.
  • Otolithenorgane erfassen zudem Kopfneigung relativ zur Schwerkraft.
Erklären Sie den vestibulo-okulären Reflex. 4 P
  • Kopfbewegung wird vestibulär registriert.
  • Augenmuskeln erhalten kompensatorische Signale.
  • Augen bewegen sich entgegen der Kopfbewegung.
  • Blickziel bleibt trotz Kopfbewegung stabil.
Erklären Sie Gleichgewicht als multisensorische Leistung. 4 P
  • Vestibuläres System meldet Beschleunigung und Schwerkraft.
  • Visuelles System liefert Umwelt- und Bewegungsbezug.
  • Propriozeption meldet Stellung und Belastung der Körpersegmente.
  • ZNS gewichtet Informationen situationsabhängig und steuert Haltung.
Analysieren Sie vier mögliche Folgen gestörter Propriozeption der Hand. 4 P
  • Griffkraft wird ungenau dosiert.
  • Fingerstellung muss häufiger visuell kontrolliert werden.
  • Feinmotorik wird langsamer und unsicherer.
  • Gegenstände können fallen oder übermäßig fest gehalten werden.
Leiten Sie vier Therapieprinzipien bei Gleichgewichtsstörungen ab. 4 P
  • Ausgangsstellung und Sicherung an Sturzrisiko anpassen.
  • Aufgaben von stabil zu variabel steigern.
  • Visuelle, vestibuläre und propriozeptive Anforderungen gezielt dosieren.
  • Transfer in alltagsnahe Mobilität und Handlungssituationen üben.
Begründen Sie den Abschluss des Nervensystemkapitels mit sensomotorischer Integration. 4 P
  • Wahrnehmung und Bewegung bilden einen fortlaufenden Regelkreis.
  • Motorische Befehle werden durch Rückmeldung angepasst.
  • Körperschema verbindet mehrere Sinneskanäle.
  • Handlungsfähigkeit entsteht erst aus integrierter, kontextbezogener Steuerung.

*Weiterführung:* Mit der sensomotorischen Integration ist der Regelkreis von Reizaufnahme bis Handlung geschlossen. Die folgenden Organsysteme zeigen, wie Kreislauf, Atmung und Stoffwechsel diese neuronale Leistung versorgen.

Die Fragen und Antworten wurden aus den redaktionellen Lerntexten dieses Kapitels abgeleitet. Jede Antwort gehört ausschließlich zu der unmittelbar darüberstehenden Frage.

Hinweise des Lehrplans
  • Überblick Nervenzellstatus, Grad der Vernetzung, Einflüsse des genetischen Potentials, Einflüsse der Umwelt
  • Informationsaufnahme, -verarbeitung Gedächtnis aus neuroanatomischer Sicht darstellen
  • besondere Bedeutung von Plexus cervicalis, Plexus brachialis herausarbeiten
  • Überblick
  • vgl. LPE 9

Quelle: Sächsisches Staatsministerium für Kultus: Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin, freigegeben ab 1. August 2020, S. 32.

04 Herz- und Blutgefäßsystem 10 Ustd. 72 Unterfragen
Lehrplananforderung

Die Schülerinnen und Schüler besitzen einen Überblick über Bau, Funktion des Herzens und des Blutgefäßsystems sowie des Blutes. Sie erkennen, dass ihr erworbenes Wissen die Basis für das Verständnis der Zusammenhänge der allgemeinen Krankheitslehre und der Inneren Medizin bildet.

Quelle: Sächsisches Staatsministerium für Kultus: Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin, freigegeben ab 1. August 2020, S. 34.

Fragen & Antworten72

Kapitelkern

Herz- und Blutgefäßsystem?

Herz, Gefäße, Blut und Lymphsystem bilden ein gekoppeltes Transport- und Regulationssystem. Der neue Kapitelbogen führt vom anatomischen Blutweg über Herzmechanik und Erregungsleitung zu Gefäßwiderstand, Kapillaraustausch, venösem Rückstrom sowie Blut- und Lymphfunktionen.

Das will der Lehrplan von dir

Du sollst Lage und Bau des rechten und linken Herzens, Klappen, Herztätigkeit, Erregungsleitung und vegetative Versorgung überblicken. Dazu gehören Gefäßbau und -funktion, Körper-, Lungen- und Pfortaderkreislauf, Aortenbogen, Hirn- und Extremitätengefäße, Windkesselfunktion, Puls, Blutdruck, venöser Rückstrom sowie Blutzellen, Plasma und Blutgruppen.

Kapitelbogen

  1. Herz: Räume, Wandschichten, Klappen und Koronargefäße legen den gerichteten Blutweg fest.
  2. Herzaktion: Druckphasen, Erregungsleitung und vegetative Regulation erzeugen den koordinierten Auswurf.
  3. Gefäße und Kreisläufe: Widerstand, Elastizität und Kapillaren verteilen den Auswurf und führen Blut zurück.
  4. Blut und Lymphsystem: Transportmedium, Abwehr, Gerinnung und Flüssigkeitsrückführung schließen den Kreislauf zum Gewebe.

Prüfungslogik

Die Aufgaben nennen einen eindeutigen Operator und eine Maximalpunktzahl. Jedes fachlich getrennte Erwartungselement zählt einen Punkt; Teilpunkte sind deshalb nachvollziehbar möglich.

Herz: Lage, Wandschichten, Räume, Klappen und Koronargefäße

Nennen Sie fünf Lage- und Größenmerkmale des Herzens. 5 P
  • Das Herz liegt im mittleren Mediastinum zwischen den Lungenflügeln.
  • Es liegt hinter dem Brustbein.
  • Es ruht dem Zwerchfell auf.
  • Etwa zwei Drittel liegen links der Körpermittellinie.
  • Es ist ungefähr faustgroß und wiegt beim Erwachsenen grob 300 Gramm.
Ordnen Sie die vier Schichten des Herzens von innen nach außen. 4 P
  • Endokard.
  • Myokard.
  • Epikard.
  • Perikard.
Erläutern Sie die Hauptfunktion der vier Herzschichten. 4 P
  • Das Endokard kleidet die Herzhöhlen glatt aus und bildet die Klappen.
  • Das Myokard erzeugt durch Kontraktion den Pumpdruck.
  • Das Epikard bildet die äußere Herzoberfläche und die viszerale Schicht des Herzbeutels.
  • Das Perikard umschließt und fixiert das Herz und begrenzt eine akute Überdehnung.
Erklären Sie die Funktion des Perikardspalts. 3 P
  • Der Perikardspalt liegt zwischen viszeralem und parietalem Blatt des serösen Herzbeutels.
  • Er enthält eine geringe Flüssigkeitsmenge.
  • Die Flüssigkeit vermindert Reibung bei jeder Herzbewegung.
Benennen Sie die vier Herzhöhlen und die trennenden Septen. 6 P
  • Rechter Vorhof.
  • Rechte Herzkammer.
  • Linker Vorhof.
  • Linke Herzkammer.
  • Das Vorhofseptum trennt die Vorhöfe.
  • Das Ventrikelseptum trennt die Kammern.
Ordnen Sie dem rechten Herzen zwei Zuflüsse und einen Abfluss zu. 3 P
  • Die obere Hohlvene mündet in den rechten Vorhof.
  • Die untere Hohlvene mündet in den rechten Vorhof.
  • Der Truncus pulmonalis verlässt die rechte Kammer.
Ordnen Sie dem linken Herzen Zufluss und Abfluss zu. 2 P
  • Vier Lungenvenen münden in den linken Vorhof.
  • Die Aorta verlässt die linke Kammer.
Ordnen Sie die vier Herzklappen nach Herzseite, Lage und Klappentyp. 4 P
  • Rechts zwischen Vorhof und Kammer liegt die Trikuspidalklappe als Segelklappe.
  • Links zwischen Vorhof und Kammer liegt die Mitral- oder Bikuspidalklappe als Segelklappe.
  • Zwischen rechter Kammer und Truncus pulmonalis liegt die Pulmonalklappe als Taschenklappe.
  • Zwischen linker Kammer und Aorta liegt die Aortenklappe als Taschenklappe.
Erklären Sie das druckabhängige Öffnen und Schließen der Herzklappen. 4 P
  • Eine Klappe öffnet, wenn der Druck vor ihr höher ist als hinter ihr.
  • Sie schließt, wenn sich das Druckgefälle umkehrt.
  • Die Klappen werden nicht aktiv durch eigene Muskulatur bewegt.
  • Papillarmuskeln und Sehnenfäden verhindern bei den Segelklappen ein Umschlagen in die Vorhöfe.
Ordnen Sie den vollständigen Blutweg durch Herz und Lunge in zwölf Stationen. 12 P
  • Hohlvenen.
  • Rechter Vorhof.
  • Trikuspidalklappe.
  • Rechte Kammer.
  • Pulmonalklappe.
  • Truncus pulmonalis und Lungenarterien.
  • Lungenkapillaren.
  • Lungenvenen.
  • Linker Vorhof.
  • Mitralklappe.
  • Linke Kammer.
  • Aortenklappe und Aorta.
Vergleichen Sie rechte und linke Kammer anhand von Kreislauf, Druck und Wanddicke. 4 P
  • Die rechte Kammer versorgt den druckärmeren Lungenkreislauf.
  • Ihre Muskelwand ist vergleichsweise dünn.
  • Die linke Kammer versorgt den widerstandsreicheren Körperkreislauf.
  • Ihre Muskelwand ist deutlich dicker.
Erklären Sie die Eigenversorgung des Herzens durch die Koronargefäße. 4 P
  • Die Koronararterien entspringen unmittelbar oberhalb der Aortenklappe aus der Aorta.
  • Sie versorgen das Myokard mit Sauerstoff und Nährstoffen.
  • Koronarvenen sammeln das venöse Blut des Herzmuskels.
  • Der größte Teil mündet über den Sinus coronarius in den rechten Vorhof.
Unterscheiden Sie Gefäßbezeichnung und Sauerstoffgehalt des Blutes. 4 P
  • Arterien sind Gefäße, die Blut vom Herzen wegführen.
  • Venen führen Blut zum Herzen hin.
  • Arterielles Blut bezeichnet meist sauerstoffreiches Blut.
  • Venöses Blut bezeichnet meist sauerstoffarmes Blut.
Begründen Sie die scheinbare Ausnahme bei Lungenarterien und Lungenvenen. 4 P
  • Die Lungenarterien heißen Arterien, weil sie vom rechten Herzen wegführen.
  • Sie transportieren dennoch sauerstoffarmes Blut.
  • Die Lungenvenen heißen Venen, weil sie zum linken Herzen hinführen.
  • Sie transportieren dennoch sauerstoffreiches Blut.
Erklären Sie die funktionelle Bedeutung der Herzscheidewand. 4 P
  • Sie trennt rechten und linken Kreislauf anatomisch.
  • Sie verhindert die direkte Vermischung sauerstoffarmen und sauerstoffreichen Blutes.
  • Dadurch können Lungen- und Körperkreislauf mit unterschiedlichen Drücken arbeiten.
  • Die Trennung ermöglicht eine wirksame Sauerstoffversorgung der Organe.
Erklären Sie die Wortherkunft von Atrium, Ventrikel und Perikard. 3 P
  • Lateinisch atrium bezeichnet einen Vorraum und erscheint anatomisch für den Herzvorhof.
  • Lateinisch ventriculus bedeutet kleine Bauchhöhle und bezeichnet eine Herzkammer.
  • Griechisch peri bedeutet um und kardia Herz; Perikard bezeichnet die Hülle um das Herz.
Leiten Sie zwei Folgen einer deutlich verminderten Herzpumpleistung ab. 4 P
  • Ein vermindertes Herzzeitvolumen senkt die Versorgung der Organe mit Sauerstoff und Nährstoffen.
  • Blut kann sich vor der geschwächten Herzhälfte in den vorgeschalteten Kreislaufabschnitt zurückstauen.
  • Verminderte Organversorgung kann sich als schnelle Ermüdbarkeit und Leistungsminderung zeigen.
  • Rückstau kann die Bildung von Flüssigkeitseinlagerungen begünstigen.

*Weiterführung:* Der anatomische Blutweg erklärt die räumliche Ordnung, aber noch nicht den zeitlichen Ablauf. Deshalb folgt nun, wie Druck, Klappenstellung, Erregungsleitung und Muskelarbeit zu einem koordinierten Herzzyklus werden.

Herzaktion: Mechanik, Erregungsleitung, EKG und Leistung

Definieren Sie Systole und Diastole anhand von je zwei Merkmalen. 4 P
  • Systole bezeichnet die Kontraktions- und Austreibungsphase der Kammern.
  • Während der Systole steigt der Kammerdruck und Blut wird in die großen Arterien ausgeworfen.
  • Diastole bezeichnet die Erschlaffungs- und Füllungsphase der Kammern.
  • Während der Diastole sinkt der Kammerdruck und Blut strömt aus den Vorhöfen ein.
Ordnen Sie die vier Phasen des Herzzyklus mit Klappenstellung und Blutbewegung. 4 P
  • Anspannungsphase: Kammern kontrahieren, alle Klappen sind geschlossen, der Druck steigt.
  • Austreibungsphase: Taschenklappen sind offen, Blut wird in Aorta und Truncus pulmonalis ausgeworfen.
  • Entspannungsphase: Kammern erschlaffen, alle Klappen sind geschlossen, der Druck fällt.
  • Füllungsphase: Segelklappen sind offen, Blut strömt aus den Vorhöfen in die Kammern.
Unterscheiden Sie Anspannungs- und Entspannungsphase. 4 P
  • In beiden Phasen sind alle Herzklappen geschlossen.
  • In der Anspannungsphase kontrahiert das Kammermyokard und der Druck steigt.
  • In der Entspannungsphase erschlafft das Kammermyokard und der Druck fällt.
  • In beiden Phasen ändert sich das Kammervolumen zunächst nicht.
Ordnen Sie ersten und zweiten Herzton ihrem mechanischen Ereignis zu. 4 P
  • Der erste Herzton entsteht überwiegend durch Schwingungen zu Beginn der Kammerkontraktion nach Schluss der Segelklappen.
  • Er markiert den Beginn der Systole.
  • Der zweite Herzton entsteht durch den Schluss von Aorten- und Pulmonalklappe.
  • Er markiert das Ende der Austreibungsphase und den Beginn der Diastole.
Definieren Sie Herzfrequenz, Schlagvolumen und Herzzeitvolumen. 4 P
  • Herzfrequenz ist die Zahl der Herzschläge pro Minute.
  • Schlagvolumen ist die Blutmenge, die eine Kammer pro Schlag auswirft.
  • Herzzeitvolumen ist die Blutmenge, die eine Kammer pro Minute auswirft.
  • Herzzeitvolumen ergibt sich aus Herzfrequenz mal Schlagvolumen.
Berechnen Sie das Herzzeitvolumen bei 70 Schlägen pro Minute und 70 Millilitern Schlagvolumen. 3 P
  • Die Rechnung lautet 70 pro Minute mal 70 Milliliter.
  • Das Ergebnis beträgt 4900 Milliliter pro Minute.
  • Das entspricht 4,9 Litern pro Minute.
Erklären Sie den Einfluss von Vorlast, Kontraktilität und Nachlast auf das Schlagvolumen. 6 P
  • Vorlast beschreibt die Füllung und Dehnung der Kammer vor der Kontraktion.
  • Eine angemessene höhere Vorlast kann das Schlagvolumen steigern.
  • Kontraktilität bezeichnet die eigenständige Kraftentwicklung des Myokards.
  • Höhere Kontraktilität steigert bei sonst gleichen Bedingungen das Schlagvolumen.
  • Nachlast ist der Widerstand, gegen den die Kammer auswerfen muss.
  • Eine deutlich höhere Nachlast erschwert den Auswurf und kann das Schlagvolumen senken.
Erklären Sie den Frank-Starling-Mechanismus. 4 P
  • Eine stärkere physiologische Füllung dehnt die Herzmuskelfasern vor der Kontraktion.
  • Innerhalb eines günstigen Bereichs verbessert die Dehnung die Kraftentwicklung.
  • Dadurch wird mehr des zusätzlich einströmenden Blutes ausgeworfen.
  • So passen sich rechte und linke Herzhälfte kurzfristig an den venösen Rückstrom an.
Ordnen Sie sechs Stationen des Erregungsbildungs- und Erregungsleitungssystems. 6 P
  • Sinusknoten.
  • Vorhofmyokard.
  • AV-Knoten.
  • His-Bündel.
  • Tawara-Schenkel.
  • Purkinje-Fasern.
Erklären Sie die Verzögerung der Erregung im AV-Knoten. 3 P
  • Der AV-Knoten leitet die Erregung verzögert von den Vorhöfen zu den Kammern weiter.
  • Dadurch können die Vorhöfe ihre Kontraktion vor der Kammerkontraktion beenden.
  • Die Kammern erhalten Zeit, sich zusätzlich zu füllen.
Vergleichen Sie Sinusknoten, AV-Knoten und ventrikuläre Ersatzrhythmen. 4 P
  • Der Sinusknoten ist das primäre Reizbildungszentrum mit der höchsten Eigenfrequenz von ungefähr 60 bis 80 Impulsen pro Minute.
  • Der AV-Knoten kann bei Ausfall langsamer mit ungefähr 40 bis 60 Impulsen pro Minute übernehmen.
  • Tiefere ventrikuläre Zentren erzeugen meist nur ungefähr 20 bis 40 Impulse pro Minute.
  • Das jeweils schnellste funktionsfähige Zentrum unterdrückt die langsameren Ersatzrhythmen.
Ordnen Sie P-Welle, QRS-Komplex und T-Welle den elektrischen Vorgängen zu. 4 P
  • Die P-Welle zeigt die Erregungsausbreitung in den Vorhöfen.
  • Der QRS-Komplex zeigt die Erregungsausbreitung in den Kammern.
  • Die Vorhofrückbildung wird meist vom QRS-Komplex überlagert.
  • Die T-Welle zeigt die elektrische Rückbildung der Kammern.
Unterscheiden Sie EKG und mechanische Herzleistung. 3 P
  • Das EKG zeichnet elektrische Spannungsänderungen an der Körperoberfläche auf.
  • Es zeigt Rhythmus, Erregungsbildung und Erregungsausbreitung.
  • Es misst nicht unmittelbar Druck, Auswurfmenge oder Kontraktionskraft des Herzens.
Erläutern Sie die vegetative Regulation des Herzens. 5 P
  • Der Sympathikus erhöht die Herzfrequenz.
  • Er steigert die Kontraktionskraft.
  • Er beschleunigt die Erregungsleitung.
  • Der Parasympathikus senkt vor allem Herzfrequenz und AV-Überleitung.
  • Die vegetative Regulation passt die Herzleistung an Ruhe, Belastung und Kreislaufbedarf an.
Unterscheiden Sie positive Chronotropie, Inotropie und Dromotropie. 3 P
  • Positive Chronotropie bedeutet eine Zunahme der Herzfrequenz.
  • Positive Inotropie bedeutet eine Zunahme der Kontraktionskraft.
  • Positive Dromotropie bedeutet eine schnellere Erregungsleitung, besonders am AV-Knoten.
Erklären Sie die Anpassung des Herzzeitvolumens bei körperlicher Belastung. 5 P
  • Die Herzfrequenz steigt durch verstärkte sympathische Aktivität.
  • Die Kontraktilität nimmt zu.
  • Der venöse Rückstrom und damit die Vorlast können steigen.
  • Das Schlagvolumen nimmt in einem physiologischen Bereich zu.
  • Herzfrequenz und Schlagvolumen erhöhen gemeinsam das Herzzeitvolumen.
Leiten Sie zwei mögliche Folgen einer sehr hohen Herzfrequenz ab. 4 P
  • Die verkürzte Diastole vermindert die Füllungszeit der Kammern.
  • Ein geringeres Füllungsvolumen kann das Schlagvolumen senken.
  • Die koronare Versorgung kann durch die verkürzte Diastole ungünstiger werden.
  • Trotz hoher Frequenz kann das wirksame Herzzeitvolumen bei extremer Tachykardie abnehmen.

*Weiterführung:* Die Herzleistung erzeugt einen pulsierenden Auswurf. Erst Gefäßwand, Widerstand, Kapillaraustausch und venöser Rückstrom erklären, wie dieser Auswurf im ganzen Körper verteilt und zum Herzen zurückgeführt wird.

Gefäße und Kreisläufe: Druck, Widerstand, Austausch und Rückstrom

Unterscheiden Sie Arterien, Venen und Kapillaren anhand von Strömungsrichtung und Hauptfunktion. 6 P
  • Arterien führen Blut vom Herzen weg.
  • Sie verteilen Blut unter vergleichsweise hohem Druck.
  • Venen führen Blut zum Herzen zurück.
  • Sie dienen zugleich als Volumenspeicher.
  • Kapillaren verbinden Arteriolen und Venolen.
  • Ihre dünne Wand ermöglicht Gas-, Stoff- und Flüssigkeitsaustausch.
Beschreiben Sie den dreischichtigen Grundbau einer Arterie. 4 P
  • Die Tunica intima besteht innen aus Endothel und einer dünnen Bindegewebsschicht.
  • Die Tunica media enthält glatte Muskulatur und elastische Fasern.
  • Die Tunica externa oder Adventitia besteht überwiegend aus Bindegewebe.
  • Die Schichten sind je nach Gefäßtyp unterschiedlich stark ausgeprägt.
Vergleichen Sie Arterien und Venen anhand von Wand, Lumen, Druck und Klappen. 6 P
  • Arterien besitzen eine stärkere Media.
  • Ihr Lumen ist bei vergleichbarer Größe meist kleiner und formstabiler.
  • Sie führen Blut unter höherem Druck.
  • Venen besitzen dünnere Wände und ein größeres, leichter verformbares Lumen.
  • In vielen Venen der Extremitäten verhindern Venenklappen den Rückstrom.
  • Venen führen Blut unter niedrigerem Druck und speichern einen großen Anteil des Blutvolumens.
Unterscheiden Sie Arterien vom elastischen und muskulären Typ. 4 P
  • Elastische Arterien liegen herznah und enthalten viele elastische Fasern in der Media.
  • Sie dehnen sich beim systolischen Auswurf und geben Energie in der Diastole wieder ab.
  • Muskuläre Arterien und Arteriolen besitzen relativ viel glatte Muskulatur.
  • Sie verändern ihren Durchmesser und regulieren Organverteilung sowie Widerstand.
Erklären Sie die Windkesselfunktion der großen Arterien. 4 P
  • Während der Systole dehnt ein Teil des Schlagvolumens die elastische Arterienwand.
  • Dabei wird Druckenergie gespeichert.
  • Während der Diastole zieht sich die Wand elastisch zurück.
  • Dadurch bleibt der Blutstrom zwischen zwei Herzschlägen aufrechterhalten.
Begründen Sie die Bezeichnung der Arteriolen als Widerstandsgefäße. 4 P
  • Arteriolen besitzen eine kräftige glatte Muskulatur im Verhältnis zu ihrem kleinen Lumen.
  • Schon geringe Änderungen des Radius verändern den Strömungswiderstand stark.
  • Vasokonstriktion erhöht den Widerstand.
  • Vasodilatation senkt den Widerstand und steigert die lokale Durchblutung.
Erklären Sie den Stoffaustausch an Kapillaren anhand von fünf Bedingungen. 5 P
  • Die Kapillarwand besteht im Wesentlichen aus einer dünnen Endothelschicht.
  • Die große Gesamtoberfläche verlangsamt die Strömung.
  • Kurze Diffusionswege erleichtern den Austausch.
  • Konzentrations- und Druckunterschiede treiben Gas- und Stoffbewegungen an.
  • Wasser, Elektrolyte, Nährstoffe und Stoffwechselprodukte werden zwischen Blut und Gewebe verschoben.
Ordnen Sie den Körperkreislauf in acht Gefäßabschnitte. 8 P
  • Linke Kammer.
  • Aorta.
  • Arterien.
  • Arteriolen.
  • Körperkapillaren.
  • Venolen.
  • Venen.
  • Obere und untere Hohlvene zum rechten Vorhof.
Ordnen Sie den Lungenkreislauf in acht Stationen. 8 P
  • Rechte Kammer.
  • Truncus pulmonalis.
  • Lungenarterien.
  • Lungenarteriolen.
  • Lungenkapillaren.
  • Lungenvenolen.
  • Lungenvenen.
  • Linker Vorhof.
Benennen Sie die drei Hauptabgänge des Aortenbogens. 3 P
  • Truncus brachiocephalicus.
  • Linke Arteria carotis communis.
  • Linke Arteria subclavia.
Beschreiben Sie die arterielle Grundversorgung des Gehirns. 5 P
  • Zwei Arteriae carotides internae versorgen vor allem vordere Hirnabschnitte.
  • Zwei Arteriae vertebrales vereinigen sich zur Arteria basilaris.
  • Das vertebrobasiläre System versorgt vor allem Hirnstamm, Kleinhirn und hintere Hirnabschnitte.
  • Verbindungsarterien bilden an der Hirnbasis den Circulus arteriosus cerebri.
  • Der Gefäßring kann begrenzte Umleitungen ermöglichen, ersetzt aber keinen vollständigen Gefäßverschluss zuverlässig.
Ordnen Sie die wichtigsten Arterien der oberen Extremität von proximal nach distal. 5 P
  • Arteria subclavia.
  • Arteria axillaris.
  • Arteria brachialis.
  • Arteria radialis.
  • Arteria ulnaris.
Ordnen Sie die wichtigsten Arterien der unteren Extremität von proximal nach distal. 5 P
  • Arteria iliaca externa.
  • Arteria femoralis.
  • Arteria poplitea.
  • Arteria tibialis anterior.
  • Arteria tibialis posterior.
Erklären Sie den Pfortaderkreislauf in fünf Schritten. 5 P
  • Venöses Blut aus Magen-Darm-Trakt, Bauchspeicheldrüse und Milz sammelt sich in Zuflüssen der Pfortader.
  • Die Vena portae führt dieses Blut zur Leber.
  • Die Leber verarbeitet Nährstoffe und baut oder speichert Stoffe um.
  • Sie kann aufgenommene Schadstoffe teilweise entgiften.
  • Über Lebervenen gelangt das Blut in die untere Hohlvene.
Unterscheiden Sie Puls und Blutdruck. 4 P
  • Der Puls ist die durch den Herzschlag ausgelöste Druck- und Dehnungswelle in Arterien.
  • Die Pulsfrequenz entspricht bei wirksamer Überleitung meist der Herzfrequenz.
  • Blutdruck ist der Druck des Blutes auf die Gefäßwand.
  • Er wird klinisch meist als systolischer und diastolischer arterieller Druck angegeben.
Erklären Sie systolischen und diastolischen Blutdruckwert. 4 P
  • Der systolische Wert ist der höchste arterielle Druck während der Austreibungsphase.
  • Er hängt besonders von Schlagvolumen, Auswurfgeschwindigkeit und Elastizität der großen Arterien ab.
  • Der diastolische Wert ist der niedrigste arterielle Druck vor dem nächsten Auswurf.
  • Er wird besonders durch peripheren Widerstand und elastischen Rückstoß der Arterien geprägt.
Erklären Sie fünf Hauptdeterminanten des arteriellen Blutdrucks. 5 P
  • Das Herzzeitvolumen bestimmt, wie viel Blut pro Minute in den Kreislauf gelangt.
  • Der periphere Gefäßwiderstand bremst die Strömung.
  • Das zirkulierende Blutvolumen beeinflusst Füllung und Druck.
  • Die Elastizität großer Arterien beeinflusst Druckspitzen und Druckabfall.
  • Vegetative, hormonelle und renale Regulation verändern diese Größen.
Erläutern Sie sechs Hilfen des venösen Rückstroms. 6 P
  • Venenklappen verhindern in den Extremitäten einen Rückstrom.
  • Die Skelettmuskelpumpe drückt Venen bei Bewegung zusammen.
  • Die Atempumpe erzeugt bei der Einatmung ein Druckgefälle zum Thorax.
  • Der Sog des Herzens unterstützt den Einstrom in die Vorhöfe.
  • Arteriovenöse Kopplung kann benachbarte Venen rhythmisch komprimieren.
  • Ein ausreichender Venentonus begrenzt eine übermäßige Volumenversackung.
Leiten Sie die Kreislaufreaktion beim raschen Aufstehen ab. 4 P
  • Schwerkraft verlagert Blut kurzfristig in Bein- und Beckenvenen.
  • Der venöse Rückstrom und das Schlagvolumen sinken zunächst.
  • Barorezeptoren registrieren den Druckabfall.
  • Sympathische Aktivierung steigert Herzfrequenz und Gefäßtonus, um den Blutdruck zu stabilisieren.

*Weiterführung:* Gefäße erklären Weg, Druck und Austauschfläche. Nun folgt das transportierte Medium selbst und die Rückführung von Gewebsflüssigkeit: Blut und Lymphe verbinden Versorgung, Abwehr, Gerinnung und Flüssigkeitshaushalt.

Blut und Lymphsystem: Transport, Abwehr, Gerinnung und Flüssigkeitsrückführung

Unterscheiden Sie Blutplasma und zelluläre Blutbestandteile. 5 P
  • Blutplasma ist der flüssige Anteil des Blutes.
  • Es besteht überwiegend aus Wasser und gelösten Stoffen.
  • Zelluläre Bestandteile sind Erythrozyten, Leukozyten und Thrombozyten.
  • Plasma macht grob etwas mehr als die Hälfte des Blutvolumens aus.
  • Die zellulären Bestandteile machen grob etwas weniger als die Hälfte aus.
Ordnen Sie Erythrozyten, Leukozyten und Thrombozyten ihren Hauptaufgaben zu. 6 P
  • Erythrozyten transportieren vor allem Sauerstoff und einen Teil des Kohlenstoffdioxids.
  • Leukozyten übernehmen unspezifische und spezifische Immunabwehr.
  • Thrombozyten haften an verletzten Gefäßstellen.
  • Thrombozyten bilden den primären Blutplättchenpfropf.
  • Leukozyten umfassen mehrere Zellgruppen mit unterschiedlichen Abwehrfunktionen.
  • Erythrozyten stellen den größten Anteil der Blutzellen.
Erklären Sie vier Anpassungen des Erythrozyten an den Atemgastransport. 4 P
  • Die bikonkave Form vergrößert die Austauschoberfläche.
  • Der fehlende Zellkern schafft Raum für Hämoglobin.
  • Die hohe Verformbarkeit ermöglicht die Passage enger Kapillaren.
  • Hämoglobin bindet Sauerstoff reversibel.
Ordnen Sie fünf Leukozytengruppen der unspezifischen oder spezifischen Abwehr zu. 5 P
  • Neutrophile Granulozyten gehören überwiegend zur unspezifischen Abwehr.
  • Eosinophile Granulozyten wirken besonders bei Parasitenabwehr und allergischen Reaktionen.
  • Basophile Granulozyten setzen unter anderem entzündungsfördernde Mediatoren frei.
  • Monozyten entwickeln sich im Gewebe zu Makrophagen und phagozytieren Fremdmaterial.
  • B- und T-Lymphozyten gehören zur spezifischen Abwehr.
Beschreiben Sie die primäre Blutstillung in vier Schritten. 4 P
  • Das verletzte Gefäß verengt sich zunächst.
  • Thrombozyten haften an freigelegten Strukturen der Gefäßwand.
  • Aktivierte Thrombozyten setzen Botenstoffe frei und lagern sich zusammen.
  • Ein vorläufiger Thrombozytenpfropf verschließt die Verletzungsstelle.
Nennen Sie sechs Stoffgruppen des Blutplasmas. 6 P
  • Wasser.
  • Plasmaeiweiße.
  • Elektrolyte.
  • Nährstoffe.
  • Hormone und weitere Botenstoffe.
  • Stoffwechselprodukte und gelöste Gase.
Unterscheiden Sie Plasma und Serum. 3 P
  • Plasma ist der flüssige Blutanteil einschließlich Gerinnungsfaktoren.
  • Serum bleibt nach abgeschlossener Gerinnung als Flüssigkeit zurück.
  • Serum enthält deshalb insbesondere kein Fibrinogen mehr.
Erläutern Sie fünf Gesamtfunktionen des Blutes. 5 P
  • Transport von Atemgasen, Nährstoffen, Hormonen und Stoffwechselprodukten.
  • Verteilung von Wärme.
  • Abwehr von Krankheitserregern und Fremdstoffen.
  • Blutstillung und Gerinnung nach Gefäßverletzungen.
  • Mitwirkung an pH-, Wasser- und Elektrolythaushalt.
Definieren Sie den Hämatokrit. 3 P
  • Der Hämatokrit bezeichnet den Volumenanteil der zellulären Blutbestandteile am Gesamtblut.
  • Er wird überwiegend durch die Menge der Erythrozyten bestimmt.
  • Er verändert sich sowohl bei Änderungen der Zellmasse als auch des Plasmavolumens.
Ordnen Sie den vier AB0-Blutgruppen ihre Erythrozytenantigene und Plasmaantikörper zu. 4 P
  • Blutgruppe A trägt Antigen A und besitzt Anti-B-Antikörper.
  • Blutgruppe B trägt Antigen B und besitzt Anti-A-Antikörper.
  • Blutgruppe AB trägt Antigen A und B und besitzt normalerweise weder Anti-A noch Anti-B.
  • Blutgruppe 0 trägt weder Antigen A noch B und besitzt Anti-A sowie Anti-B.
Erklären Sie eine AB0-unverträgliche Erythrozytentransfusion. 4 P
  • Empfängerantikörper binden an fremde AB0-Antigene der übertragenen Erythrozyten.
  • Die Erythrozyten können verklumpen.
  • Eine Hämolyse kann Erythrozyten zerstören.
  • Die Reaktion kann schwere Kreislauf- und Organschäden verursachen.
Unterscheiden Sie Rhesus-positiv und Rhesus-negativ. 4 P
  • Rhesus-positive Erythrozyten tragen das Antigen D.
  • Rhesus-negative Erythrozyten tragen das Antigen D nicht.
  • Rhesus-negative Menschen besitzen nicht von Geburt an Anti-D-Antikörper.
  • Anti-D kann erst nach Kontakt mit rhesuspositiven Erythrozyten gebildet werden.
Erklären Sie die Entstehung der Lymphe. 5 P
  • Kapillardruck filtriert Wasser und kleine gelöste Stoffe in das Interstitium.
  • Ein Teil der Flüssigkeit kann abhängig von den Druckverhältnissen wieder in Blutkapillaren gelangen.
  • Überschüssige Flüssigkeit und größere Eiweißmoleküle verbleiben im Interstitium.
  • Blinde Lymphkapillaren nehmen diesen Überschuss auf.
  • Nach der Aufnahme wird die Gewebsflüssigkeit als Lymphe bezeichnet.
Ordnen Sie den Lymphweg vom Gewebe bis zum venösen Blut. 6 P
  • Lymphkapillaren.
  • Größere Lymphgefäße.
  • Zwischengeschaltete Lymphknoten.
  • Lymphstämme.
  • Ductus thoracicus oder rechter Lymphgang.
  • Mündung in den jeweiligen Venenwinkel.
Unterscheiden Sie primäre und sekundäre lymphatische Organe. 5 P
  • Knochenmark und Thymus sind primäre lymphatische Organe.
  • In ihnen entstehen oder reifen Lymphozyten.
  • Lymphknoten, Milz, Mandeln und mukosaassoziiertes lymphatisches Gewebe sind sekundäre lymphatische Organe.
  • Dort treffen Lymphozyten auf Antigene.
  • Dort werden spezifische Abwehrreaktionen aktiviert und Zellklone vermehrt.
Erläutern Sie vier Funktionen eines Lymphknotens. 4 P
  • Er unterbricht eine Lymphbahn als Filterstation.
  • Makrophagen und andere Zellen entfernen Partikel und Erregerbestandteile.
  • Antigene werden Immunzellen präsentiert.
  • Lymphozyten können aktiviert und vermehrt werden.
Leiten Sie die Entstehung eines Lymphödems aus einer Abflussstörung ab. 5 P
  • Der Lymphabfluss reicht nicht aus, um Gewebsflüssigkeit und Eiweiße abzutransportieren.
  • Eiweißreiche Flüssigkeit bleibt im Interstitium.
  • Der erhöhte osmotische Effekt hält zusätzlich Wasser im Gewebe.
  • Das Gewebe schwillt an.
  • Chronisch können Entzündung und Gewebeumbau die Schwellung verfestigen.
Begründen Sie die Verbindung von Blut- und Lymphsystem. 4 P
  • Das Blutkapillarsystem liefert den Ausgangspunkt der Gewebsflüssigkeit.
  • Lymphkapillaren übernehmen den nicht direkt venös rückresorbierten Anteil.
  • Lymphgefäße führen Flüssigkeit und Eiweiße zum venösen System zurück.
  • Lymphatische Organe verbinden den Flüssigkeitstransport mit Immunüberwachung.

*Weiterführung:* Blut kann Sauerstoff nur transportieren, wenn er in der Lunge aufgenommen und Kohlenstoffdioxid abgegeben wird. Der nächste Abschnitt folgt deshalb dem Atemweg bis zu Alveolen, Atemmechanik und Gasaustausch.

Die Fragen und Antworten wurden aus den redaktionellen Lerntexten dieses Kapitels abgeleitet. Jede Antwort gehört ausschließlich zu der unmittelbar darüberstehenden Frage.

Hinweise des Lehrplans
  • vgl. Lehrplan Spezielle Krankheitslehre, LPE 3
  • vgl. Lehrplan Allgemeine Krankheitslehre
  • vgl. Lehrplan Allgemeine Krankheitslehre
  • vgl. Lehrplan Allgemeine Krankheitslehre
  • vgl. Lehrplan Allgemeine Krankheitslehre

Quelle: Sächsisches Staatsministerium für Kultus: Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin, freigegeben ab 1. August 2020, S. 34.

05 Atmungssystem 10 Ustd. 51 Unterfragen
Lehrplananforderung

Die Schülerinnen und Schüler besitzen einen Überblick zum Bau der Atemwege und kennen die physiologischen Vorgänge der Atmung. Sie begreifen, dass ihr Wissen Voraussetzung für die Beobachtung von Klienten und das Erkennen von bedrohlichen Veränderungen ist.

Quelle: Sächsisches Staatsministerium für Kultus: Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin, freigegeben ab 1. August 2020, S. 35.

Fragen & Antworten51

Kapitelkern

Atmungssystem?

Atemwege, Lunge, Pleura, Atemmechanik, Ventilation, Gasaustausch, Gastransport und Atemregulation werden als zusammenhängender Versorgungsprozess aufgebaut.

Das will der Lehrplan von dir

Du sollst den Luftweg, die Atemmechanik, Atemvolumina, Gasaustausch und Atemregulation erklären und Warnzeichen bei Belastung einordnen.

Atemwege: Leitung, Reinigung, Erwärmung und Schutz

Ordnen Sie sechs Stationen des Luftwegs von der Außenluft bis zu den Bronchiolen. 6 P
  • Nasen- oder Mundhöhle
  • Rachen
  • Kehlkopf
  • Luftröhre
  • Hauptbronchien
  • Bronchien und Bronchiolen
Erläutern Sie vier Aufgaben der Nasenhöhle. 4 P
  • Sie leitet die Atemluft
  • Die gut durchblutete Schleimhaut erwärmt sie
  • Schleimhaut und Flimmerepithel befeuchten und reinigen sie
  • Die Riechschleimhaut ermöglicht Geruchswahrnehmung
Beschreiben Sie den Aufbau der Nasenhöhle anhand von vier Merkmalen. 4 P
  • Das Septum nasi teilt sie in zwei Hälften
  • Drei Nasenmuscheln vergrößern je Seite die Oberfläche
  • Der größte Teil trägt respiratorische Schleimhaut
  • Im Dach liegt die Regio olfactoria mit Riechsinneszellen
Nennen Sie vier Nasennebenhöhlen. 4 P
  • Stirnhöhle
  • Kieferhöhle
  • Keilbeinhöhle
  • Siebbeinzellen
Erklären Sie die mukoziliäre Reinigung in vier Schritten. 4 P
  • Becherzellen und Drüsen bilden Schleim
  • Partikel und Mikroorganismen bleiben im Schleim haften
  • Flimmerhärchen schlagen koordiniert Richtung Rachen
  • Der Schleim wird geschluckt oder abgehustet
Unterscheiden Sie Nasenrachen, Mundrachen und Kehlkopfrachen. 4 P
  • Der Nasenrachen liegt hinter der Nasenhöhle und führt vorwiegend Luft
  • Der Mundrachen liegt hinter der Mundhöhle und führt Luft sowie Nahrung
  • Der Kehlkopfrachen liegt vor der Speiseröhre und verteilt Luft und Speiseweg
  • Alle drei Abschnitte bilden gemeinsam den Pharynx
Erläutern Sie vier Funktionen des Kehlkopfs. 4 P
  • Er hält den Atemweg offen
  • Der Kehldeckel und weitere Verschlussmechanismen schützen beim Schlucken
  • Stimmlippen erzeugen den Grundton der Stimme
  • Hustenreflex und sensible Innervation dienen dem Atemwegsschutz
Beschreiben Sie den Wandbau der Trachea anhand von vier Merkmalen. 4 P
  • Hufeisenförmige Knorpelspangen halten das Lumen offen
  • Die offene Hinterwand grenzt an die Speiseröhre
  • Glatte Muskulatur verbindet die Knorpelenden
  • Respiratorisches Flimmerepithel kleidet die Innenfläche aus
Erklären Sie die Verzweigung des Bronchialbaums. 4 P
  • Die Trachea teilt sich in rechten und linken Hauptbronchus
  • Hauptbronchien verzweigen sich in Lappen- und Segmentbronchien
  • Kleinere Bronchien gehen in Bronchiolen über
  • Terminale und respiratorische Bronchiolen führen zu Alveolargängen und Alveolen
Begründen Sie die erhöhte Aspirationsgefahr im rechten Hauptbronchus. 4 P
  • Der rechte Hauptbronchus verläuft steiler
  • Er ist im Mittel weiter als der linke
  • Er setzt die Richtung der Trachea unmittelbarer fort
  • Fremdkörper gelangen deshalb häufiger in die rechte Lunge

Lunge und Pleura: Lappen, Läppchen, Alveolen und mechanische Kopplung

Nennen Sie vier makroskopische Merkmale der Lunge. 4 P
  • Die rechte Lunge besitzt drei Lappen
  • Die linke Lunge besitzt zwei Lappen
  • Beide Lungen sind in bronchopulmonale Segmente gegliedert
  • Am Hilum treten Bronchien, Gefäße, Nerven und Lymphbahnen ein oder aus
Unterscheiden Sie rechte und linke Lunge anhand von vier Merkmalen. 4 P
  • Rechts liegen Ober-, Mittel- und Unterlappen
  • Links liegen Ober- und Unterlappen
  • Links schafft die Herzbucht Raum für das Herz
  • Die rechte Lunge ist wegen der Leber etwas kürzer und meist breiter
Ordnen Sie fünf Verzweigungsstufen vom Segmentbronchus bis zur Alveole. 5 P
  • Segmentbronchus
  • Kleinere Bronchien
  • Bronchiolen
  • Alveolargänge
  • Alveolen
Beschreiben Sie die Blut-Luft-Schranke anhand von vier Bestandteilen. 4 P
  • Eine dünne Schicht aus Alveolarepithel begrenzt die Luftseite
  • Gemeinsame oder eng anliegende Basalmembranen verkürzen den Diffusionsweg
  • Kapillarendothel begrenzt die Blutseite
  • Surfactant bedeckt die Alveolaroberfläche und senkt die Oberflächenspannung
Unterscheiden Sie Pneumozyten Typ I und Typ II. 4 P
  • Typ-I-Pneumozyten sind sehr flach und bilden den größten Teil der Austauschfläche
  • Sie ermöglichen kurze Diffusionswege
  • Typ-II-Pneumozyten bilden Surfactant
  • Typ-II-Zellen können zur Erneuerung des Alveolarepithels beitragen
Erklären Sie die Funktion des Surfactants. 4 P
  • Surfactant senkt die Oberflächenspannung in den Alveolen
  • Dadurch wird ihre Entfaltung erleichtert
  • Kleine Alveolen werden vor Kollaps geschützt
  • Die Atemarbeit sinkt
Benennen Sie die zwei Pleurablätter und ihre Lage. 4 P
  • Pleura visceralis oder Lungenfell überzieht die Lungenoberfläche
  • Pleura parietalis oder Rippenfell kleidet Thoraxwand, Zwerchfell und Mediastinum aus
  • Zwischen beiden liegt der Pleuraspalt
  • Eine dünne Flüssigkeitsschicht ermöglicht reibungsarmes Gleiten
Erklären Sie die mechanische Kopplung von Lunge und Thorax. 4 P
  • Im Pleuraspalt herrscht unter normalen Bedingungen ein relativer Unterdruck
  • Adhäsionskräfte der Flüssigkeit halten die Pleurablätter aneinander
  • Thoraxbewegungen werden dadurch auf die Lunge übertragen
  • Die Lunge folgt der Erweiterung und Verkleinerung des Brustkorbs
Leiten Sie vier Folgen eines offenen Pneumothorax ab. 4 P
  • Luft dringt in den Pleuraspalt ein
  • Der relative Unterdruck geht verloren
  • Die betroffene Lunge zieht sich durch elastische Rückstellkräfte zusammen
  • Ventilation und Gasaustausch der Seite nehmen deutlich ab
Begründen Sie die Eignung der Alveolen für schnellen Gasaustausch. 4 P
  • Sehr viele Alveolen erzeugen eine große Gesamtoberfläche
  • Die Blut-Luft-Schranke ist äußerst dünn
  • Ein dichtes Kapillarnetz sichert die Perfusion
  • Ventilation und Blutfluss erhalten Partialdruckgefälle

Atemmechanik: Atemmuskeln, Druckänderungen und Atemformen

Erklären Sie die ruhige Inspiration in vier Schritten. 4 P
  • Das Zwerchfell kontrahiert und senkt seine Kuppeln
  • Äußere Zwischenrippenmuskeln heben die Rippen
  • Das Thorax- und Lungenvolumen nimmt zu
  • Der Alveolardruck fällt unter den Außendruck und Luft strömt ein
Erklären Sie die ruhige Exspiration in vier Schritten. 4 P
  • Inspirationsmuskeln entspannen
  • Elastische Rückstellkräfte von Lunge und Thorax verkleinern das Volumen
  • Der Alveolardruck steigt über den Außendruck
  • Luft strömt nach außen; zusätzliche Muskelarbeit ist in Ruhe kaum nötig
Nennen Sie vier Muskeln oder Muskelgruppen der forcierten Inspiration. 4 P
  • Zwerchfell
  • Äußere Zwischenrippenmuskeln
  • Mm. scaleni
  • M. sternocleidomastoideus oder fixierte Schultergürtelmuskeln
Nennen Sie drei Muskelgruppen der forcierten Exspiration. 3 P
  • Bauchmuskulatur
  • Innere Zwischenrippenmuskeln
  • Weitere thoraxsenkende Muskulatur bei fixierten Ansatzpunkten
Unterscheiden Sie thorakale und abdominale Atmung. 4 P
  • Thorakale Atmung zeigt sich vor allem durch Rippen- und Brustkorbbewegung
  • Sie nutzt deutlich die Zwischenrippenmuskulatur
  • Abdominale Atmung entsteht vor allem durch Zwerchfellsenkung
  • Dabei werden Bauchorgane verdrängt und die Bauchdecke wölbt sich vor
Definieren Sie Compliance und elastische Rückstellkraft. 4 P
  • Compliance beschreibt die Dehnbarkeit von Lunge und Thorax
  • Hohe Compliance bedeutet große Volumenänderung bei kleiner Druckänderung
  • Elastische Rückstellkraft bezeichnet das Bestreben zur Ausgangsform zurückzukehren
  • Beide Eigenschaften beeinflussen die Atemarbeit
Erklären Sie die Bedeutung des intrapleuralen Drucks. 4 P
  • Er ist normalerweise niedriger als der Alveolar- und Außendruck
  • Er hält die Lunge über die Pleura am Thorax entfaltet
  • Bei Inspiration wird er meist stärker negativ
  • Sein Verlust gefährdet die mechanische Kopplung
Vergleichen Sie Ruheatmung und forcierte Atmung anhand von vier Kriterien. 4 P
  • Ruheatmung benötigt vor allem Zwerchfell und äußere Interkostalmuskeln
  • Ihre Ausatmung ist überwiegend passiv
  • Forcierte Inspiration rekrutiert Atemhilfsmuskeln
  • Forcierte Exspiration nutzt aktive Bauch- und innere Interkostalmuskulatur
Analysieren Sie vier mögliche Folgen einer flachen Schonatmung. 4 P
  • Das Atemzugvolumen sinkt
  • Ein größerer Anteil der Ventilation bleibt relativ im Totraum
  • Basale Lungenabschnitte können schlechter belüftet werden
  • Sekretstau und unzureichender Gasaustausch werden wahrscheinlicher
Beurteilen Sie die Beobachtung der Atembewegung in der Ergotherapie. 4 P
  • Sie liefert Hinweise auf Atemfrequenz und Atemtiefe
  • Asymmetrien können auf Schmerz, Schonung oder einseitige Einschränkung hinweisen
  • Atemhilfsmuskeleinsatz spricht für erhöhte Atemarbeit
  • Die Beobachtung ersetzt keine medizinische Diagnostik, unterstützt aber sichere Belastungssteuerung

Ventilation, Gasaustausch und Gastransport

Definieren Sie Atemzugvolumen, Atemfrequenz und Atemminutenvolumen. 4 P
  • Atemzugvolumen ist die Luftmenge eines normalen Atemzugs
  • Atemfrequenz ist die Zahl der Atemzüge pro Minute
  • Atemminutenvolumen ist die pro Minute bewegte Luftmenge
  • Es ergibt sich aus Atemzugvolumen mal Atemfrequenz
Unterscheiden Sie anatomischen Totraum und alveoläre Ventilation. 4 P
  • Der anatomische Totraum umfasst luftleitende Wege ohne Gasaustausch
  • Sein Luftanteil erreicht keine Alveolen
  • Alveoläre Ventilation bezeichnet die frische Luftmenge, die Austauschflächen pro Minute erreicht
  • Sie ergibt sich aus Atemzugvolumen minus Totraumvolumen, multipliziert mit der Atemfrequenz
Nennen Sie vier wichtige Atemvolumina oder Kapazitäten. 4 P
  • Atemzugvolumen
  • Inspiratorisches Reservevolumen
  • Exspiratorisches Reservevolumen
  • Vitalkapazität oder Residualvolumen
Unterscheiden Sie Ventilation, Diffusion und Perfusion. 4 P
  • Ventilation bewegt Luft zwischen Umgebung und Alveolen
  • Diffusion bewegt Sauerstoff und Kohlendioxid durch die Blut-Luft-Schranke
  • Perfusion bezeichnet den Blutfluss durch Lungenkapillaren
  • Wirksamer Gasaustausch verlangt die Abstimmung aller drei Prozesse
Erklären Sie den alveolären Sauerstoffaustausch. 4 P
  • Alveolarluft besitzt einen höheren Sauerstoffpartialdruck als venöses Kapillarblut
  • Sauerstoff diffundiert durch die Blut-Luft-Schranke ins Blut
  • Er tritt in Erythrozyten ein
  • Der größte Anteil bindet reversibel an Hämoglobin
Erklären Sie den alveolären Kohlendioxidaustausch. 4 P
  • Venöses Kapillarblut besitzt einen höheren Kohlendioxidpartialdruck als Alveolarluft
  • Kohlendioxid diffundiert in die Alveolen
  • Bicarbonat wird in Erythrozyten wieder zu Kohlendioxid umgewandelt
  • Die Exspiration entfernt es aus dem Körper
Nennen Sie drei Transportformen des Kohlendioxids im Blut. 3 P
  • Vor allem als Bicarbonat im Plasma
  • Chemisch an Proteine, insbesondere Hämoglobin, gebunden
  • In kleinerem Anteil physikalisch gelöst
Erklären Sie vier Faktoren der Sauerstoffabgabe vom Hämoglobin ins Gewebe. 4 P
  • Ein niedriger Gewebe-Sauerstoffpartialdruck fördert die Abgabe
  • Ein höherer Kohlendioxidanteil fördert sie
  • Ein niedrigerer pH-Wert fördert sie
  • Höhere Gewebetemperatur fördert die Abgabe bei aktiver Muskulatur
Analysieren Sie vier Ursachen eines gestörten Gasaustauschs. 4 P
  • Unzureichende Ventilation vermindert Frischluftzufuhr
  • Eine verdickte oder verkleinerte Austauschfläche behindert Diffusion
  • Unzureichende Perfusion vermindert Blutangebot
  • Ein Missverhältnis von Ventilation und Perfusion senkt die Oxygenierung
Leiten Sie die Wirkung einer stark erhöhten Atemfrequenz bei sehr flacher Atmung ab. 4 P
  • Das Atemminutenvolumen kann rechnerisch hoch erscheinen
  • Ein großer Luftanteil pendelt nur im Totraum
  • Die alveoläre Ventilation kann dennoch unzureichend bleiben
  • Atemarbeit steigt, ohne den Gasaustausch entsprechend zu verbessern

Atemregulation, Belastungsanpassung und Warnzeichen

Nennen Sie vier zentrale Bestandteile der Atemregulation. 4 P
  • Rhythmusbildende Netzwerke in Medulla oblongata und Pons
  • Zentrale Chemorezeptoren
  • Periphere Chemorezeptoren in Glomera carotica und aortica
  • Atemmuskeln als Effektoren
Erklären Sie die Bedeutung von Kohlendioxid und pH für den Atemantrieb. 4 P
  • Kohlendioxid bildet im Körper Kohlensäure
  • Dadurch verändert sich die Konzentration von Wasserstoffionen und der pH-Wert
  • Zentrale Chemorezeptoren reagieren besonders auf diese Veränderung im Liquormilieu
  • Steigendes Kohlendioxid erhöht normalerweise Atemtiefe und Atemfrequenz
Unterscheiden Sie zentrale und periphere Chemorezeptoren. 4 P
  • Zentrale Chemorezeptoren liegen im Bereich der Medulla
  • Sie reagieren vor allem indirekt auf Kohlendioxid über pH-Veränderungen
  • Periphere Chemorezeptoren liegen an Karotis- und Aortenkörperchen
  • Sie reagieren zusätzlich besonders auf starken Sauerstoffabfall sowie Blut-pH und Kohlendioxid
Erklären Sie die Atemanpassung bei körperlicher Belastung. 4 P
  • Muskelstoffwechsel erhöht Sauerstoffbedarf und Kohlendioxidproduktion
  • Nervale Mitsteuerung und chemische Signale steigern die Ventilation
  • Atemzugvolumen und später Atemfrequenz nehmen zu
  • Ventilation und Perfusion werden an die erhöhte Leistung angepasst
Nennen Sie fünf beobachtbare Atemmerkmale. 5 P
  • Atemfrequenz
  • Atemtiefe
  • Atemrhythmus
  • Thorax- und Bauchbewegung einschließlich Symmetrie
  • Einsatz von Atemhilfsmuskeln oder hörbare Atemgeräusche
Definieren Sie Dyspnoe, Orthopnoe und Zyanose. 4 P
  • Dyspnoe ist subjektiv empfundene erschwerte oder unangenehme Atmung
  • Orthopnoe ist schwere Atemnot, die eine aufrechte Haltung erforderlich macht
  • Zyanose ist eine bläuliche Verfärbung durch erhöhten Anteil desoxygenierten Hämoglobins
  • Alle drei Befunde verlangen eine situationsgerechte medizinische Einschätzung
Nennen Sie fünf Warnzeichen für einen Belastungsabbruch. 5 P
  • Zunehmende oder unverhältnismäßige Atemnot
  • Brustschmerz oder Druckgefühl
  • Zyanose oder auffällige Blässe
  • Schwindel, Verwirrtheit oder Bewusstseinsminderung
  • Plötzlicher Leistungsabfall oder deutlich erschöpfte Atemmuskulatur
Begründen Sie die atemerleichternde Wirkung einer aufrechten, abgestützten Haltung. 4 P
  • Die Bauchorgane drücken weniger gegen das Zwerchfell
  • Der Thorax kann sich leichter erweitern
  • Fixierte Arme geben Atemhilfsmuskeln einen günstigen Ansatz
  • Die Person kann Atembewegung und Sekretmobilisation besser kontrollieren
Analysieren Sie vier Merkmale einer erhöhten Atemarbeit. 4 P
  • Atemfrequenz und Atemtiefe verändern sich auffällig
  • Atemhilfsmuskeln werden sichtbar eingesetzt
  • Nasenflügeln oder Einziehungen können auftreten
  • Sprechen, Bewegung und Erholung werden durch Atemnot eingeschränkt
Beurteilen Sie die Rolle der Ergotherapie bei Atemauffälligkeiten. 4 P
  • Sie beobachtet Atmung während Aktivität und Ruhe
  • Sie passt Belastung, Pausen, Haltung und Tätigkeitsanforderung an
  • Sie kann atemerleichternde Positionen und dosierte Aktivität anleiten
  • Akute Warnzeichen erfordern Unterbrechung und medizinische Hilfe statt eigenständiger Behandlung

Die Fragen und Antworten wurden aus den redaktionellen Lerntexten dieses Kapitels abgeleitet. Jede Antwort gehört ausschließlich zu der unmittelbar darüberstehenden Frage.

Hinweise des Lehrplans
  • vgl. Lehrplan Spezielle Krankheitslehre, LPE 3
  • Stimm- und Lautbildung
  • vgl. Lehrplan Erste Hilfe

Quelle: Sächsisches Staatsministerium für Kultus: Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin, freigegeben ab 1. August 2020, S. 35.

06 Verdauungssystem 6 Ustd. 41 Unterfragen
Lehrplananforderung

Die Schülerinnen und Schüler besitzen einen Überblick über das Verdauungssystem und können die Zusammenhänge zwischen Ernährung und Stoffwechsel darstellen. Sie erkennen, dass ihr Wissen Voraussetzung für das Verständnis der Zusammenhänge der Inneren Medizin und Chirurgie bildet.

Quelle: Sächsisches Staatsministerium für Kultus: Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin, freigegeben ab 1. August 2020, S. 36.

Fragen & Antworten41

Kapitelkern

Verdauungssystem?

Der Verdauungsweg führt von Aufnahme und Transport über enzymatische Spaltung und Resorption bis zur Verarbeitung durch Leber, Galle und Pankreas.

Das will der Lehrplan von dir

Du sollst Verdauungsorgane, Nährstoffspaltung, Resorption, Stoffwechselorgane und Aufgaben der Nährstoffe im Zusammenhang darstellen.

Verdauungsweg: Mundhöhle, Speiseröhre, Magen, Dünn- und Dickdarm

Ordnen Sie neun Stationen des Verdauungswegs. 9 P
  • Mundhöhle
  • Rachen
  • Speiseröhre
  • Magen
  • Duodenum
  • Jejunum
  • Ileum
  • Dickdarm
  • Rektum und Analkanal
Nennen Sie vier Aufgaben der Mundhöhle bei der Verdauung. 4 P
  • Nahrung aufnehmen
  • Mechanisch zerkleinern und mit Speichel mischen
  • Geschmack und Beschaffenheit prüfen
  • Den geformten Bolus zum Schlucken vorbereiten
Erklären Sie den Schluckakt in drei Phasen. 4 P
  • Die orale Phase transportiert den Bolus willkürlich nach hinten
  • Die pharyngeale Phase verschließt Atemweg und Nasenraum reflexartig
  • Die ösophageale Phase befördert den Bolus durch Peristaltik zum Magen
  • Die koordinierte Abfolge schützt vor Aspiration
Beschreiben Sie vier Merkmale der Speiseröhre. 4 P
  • Sie ist ein muskulärer Schlauch zwischen Rachen und Magen
  • Sie verläuft durch Hals, Brustraum und Zwerchfell
  • Peristaltische Wellen transportieren den Bolus
  • Schließmechanismen begrenzen Luftschlucken und Rückfluss von Mageninhalt
Nennen Sie vier Hauptaufgaben des Magens. 4 P
  • Nahrung vorübergehend speichern
  • Nahrung durchmischen und zu Speisebrei verarbeiten
  • Salzsäure bilden und Proteine denaturieren
  • Speisebrei portionsweise an das Duodenum abgeben
Beschreiben Sie den Magenbau anhand von vier Abschnitten. 4 P
  • Kardia am Übergang von der Speiseröhre
  • Fundus als kuppelförmiger oberer Abschnitt
  • Corpus als größter Hauptabschnitt
  • Antrum und Pylorus dosieren die Magenentleerung
Ordnen Sie die drei Dünndarmabschnitte und ihre Hauptbezüge. 4 P
  • Duodenum nimmt Galle und Pankreassaft auf
  • Jejunum ist ein Hauptort der Nährstoffresorption
  • Ileum resorbiert unter anderem Gallensäuren und Vitamin B12-Komplexe
  • Alle Abschnitte mischen und transportieren den Darminhalt
Nennen Sie fünf Abschnitte oder Strukturen des Dickdarms. 5 P
  • Caecum
  • Appendix vermiformis
  • Colon ascendens
  • Colon transversum und descendens
  • Colon sigmoideum, Rektum und Analkanal
Unterscheiden Sie Dünn- und Dickdarm anhand von vier Funktionen. 4 P
  • Im Dünndarm findet der größte Teil der enzymatischen Verdauung statt
  • Dort wird der größte Anteil der Nährstoffe resorbiert
  • Der Dickdarm resorbiert vor allem Wasser und Elektrolyte
  • Er formt, speichert und transportiert den Stuhl unter Beteiligung der Darmmikrobiota
Erklären Sie die Peristaltik anhand von vier Merkmalen. 4 P
  • Ring- und Längsmuskulatur der Darmwand arbeiten koordiniert
  • Hinter dem Inhalt kontrahiert die Ringmuskulatur
  • Vor dem Inhalt erschlafft oder erweitert sich der Abschnitt
  • Dadurch wird Inhalt aboral weitertransportiert und zugleich durchmischt

Verdauung und Resorption: Enzyme, Oberflächenvergrößerung und Transportwege

Definieren Sie Verdauung und Resorption. 4 P
  • Verdauung zerlegt Nahrung mechanisch und chemisch in aufnehmbare Bestandteile
  • Enzyme spalten große Nährstoffmoleküle
  • Resorption bezeichnet den Übertritt von Stoffen durch die Darmwand
  • Aufgenommene Stoffe gelangen in Blut oder Lymphe
Erklären Sie die Kohlenhydratverdauung in vier Stufen. 4 P
  • Speichelamylase beginnt den Abbau von Stärke
  • Magensäure beendet die Speichelamylasewirkung weitgehend
  • Pankreasamylase spaltet Stärke im Dünndarm weiter
  • Bürstensaumenzyme erzeugen Monosaccharide, die ins Blut resorbiert werden
Erklären Sie die Proteinverdauung in vier Stufen. 4 P
  • Magensäure denaturiert Proteine
  • Pepsin beginnt ihre Spaltung im Magen
  • Pankreasproteasen zerlegen Polypeptide im Dünndarm
  • Peptidasen bilden Aminosäuren und kleine Peptide zur Resorption
Erklären Sie die Fettverdauung in fünf Schritten. 5 P
  • Gallensäuren emulgieren große Fetttröpfchen
  • Dadurch vergrößert sich die Angriffsfläche für Lipasen
  • Pankreaslipase spaltet Triglyceride
  • Mizellen bringen Spaltprodukte zur Darmwand
  • Enterozyten bilden Chylomikronen, die zunächst in Lymphgefäße gelangen
Nennen Sie vier Mechanismen der Oberflächenvergrößerung im Dünndarm. 4 P
  • Kerckring-Falten
  • Darmzotten
  • Mikrovilli als Bürstensaum
  • Große Länge des Dünndarms
Unterscheiden Sie den Transport wasserlöslicher und langkettiger fettlöslicher Nährstoffe. 4 P
  • Monosaccharide und Aminosäuren gelangen in Blutkapillaren der Zotten
  • Sie werden über die Pfortader zur Leber geführt
  • Langkettige Fettprodukte werden zu Chylomikronen verpackt
  • Diese gelangen über Lymphgefäße später in den venösen Kreislauf
Erklären Sie die Bedeutung der Pfortader. 4 P
  • Sie sammelt nährstoffreiches Blut aus Magen-Darm-Trakt, Milz und Pankreas
  • Das Blut gelangt zuerst zur Leber
  • Die Leber kann Nährstoffe speichern oder umwandeln
  • Sie kann zugleich Fremdstoffe und Stoffwechselprodukte bearbeiten
Nennen Sie vier Aufgaben der Darmmikrobiota. 4 P
  • Unverdauliche Substrate fermentieren
  • Kurzkettige Fettsäuren und einzelne Vitamine bereitstellen
  • Die Schleimhautbarriere und Immunentwicklung beeinflussen
  • Besiedlungsraum gegenüber Krankheitserregern behaupten
Leiten Sie vier Folgen einer stark verminderten Dünndarmoberfläche ab. 4 P
  • Die Resorption von Nährstoffen nimmt ab
  • Wasser- und Elektrolytverluste können zunehmen
  • Gewichtsverlust und Mangelzustände werden wahrscheinlicher
  • Leistungsfähigkeit und Regeneration können sinken
Beurteilen Sie die Bedeutung des Kauens für weitere Verdauungsschritte. 4 P
  • Kauen zerkleinert Nahrung und vergrößert ihre Oberfläche
  • Speichel befeuchtet und formt einen schluckfähigen Bolus
  • Amylase beginnt die Kohlenhydratverdauung
  • Unzureichendes Kauen kann Schlucken, Magenarbeit und Essenssicherheit erschweren

Leber, Galle und Pankreas: Verarbeitung, Speicherung und Verdauungssekrete

Nennen Sie sechs Hauptaufgaben der Leber. 6 P
  • Nährstoffe umwandeln und speichern
  • Plasma- und Gerinnungsproteine bilden
  • Gallensaft bilden
  • Fremdstoffe und Medikamente biochemisch bearbeiten
  • Ammoniak zu Harnstoff umwandeln
  • Bilirubin aufnehmen, verarbeiten und ausscheiden
Beschreiben Sie die doppelte Blutversorgung der Leber. 4 P
  • Die Pfortader führt nährstoffreiches, sauerstoffärmeres Blut aus dem Bauchraum
  • Die Leberarterie führt sauerstoffreiches Blut
  • Beide Blutströme mischen sich in den Sinusoiden
  • Lebervenen leiten das Blut zur unteren Hohlvene ab
Erklären Sie Bildung, Speicherung und Abgabe der Galle. 4 P
  • Leberzellen bilden Gallensaft
  • Gallenwege leiten ihn zur Gallenblase oder direkt zum Duodenum
  • Die Gallenblase speichert und konzentriert Galle
  • Bei Nahrungsfett wird sie in den Zwölffingerdarm abgegeben
Erläutern Sie vier Aufgaben der Galle. 4 P
  • Gallensäuren emulgieren Fette
  • Sie unterstützen Mizellenbildung und Fettresorption
  • Bilirubin wird über Galle ausgeschieden
  • Cholesterin und weitere Stoffe können über die Galle abgegeben werden
Unterscheiden Sie exokrine und endokrine Pankreasfunktion. 4 P
  • Exokrine Zellen geben Verdauungssaft über Ausführungsgänge in das Duodenum ab
  • Dieser enthält Enzyme und Bicarbonat
  • Endokrine Inselzellen geben Hormone direkt ins Blut ab
  • Dazu gehören insbesondere Insulin und Glucagon
Nennen Sie vier Enzymgruppen des Pankreassafts und ihre Substrate. 4 P
  • Amylasen spalten Kohlenhydrate
  • Proteasen und Peptidasen spalten Proteine
  • Lipasen spalten Fette
  • Nukleasen spalten Nukleinsäuren
Erklären Sie die Funktion des Bicarbonats im Pankreassaft. 4 P
  • Saurer Mageninhalt gelangt ins Duodenum
  • Bicarbonat neutralisiert einen Teil der Säure
  • Dadurch wird die Dünndarmschleimhaut geschützt
  • Pankreas- und Bürstensaumenzyme erhalten ein günstigeres pH-Milieu
Begründen Sie die zentrale Rolle der Leber im Blutzuckerhaushalt. 4 P
  • Sie speichert Glucose als Glykogen
  • Sie kann Glykogen wieder zu Glucose abbauen
  • Sie bildet bei Bedarf Glucose aus Nichtkohlenhydrat-Vorstufen
  • Insulin und Glucagon steuern diese Prozesse mit
Leiten Sie vier Folgen einer fehlenden Galle im Dünndarm ab. 4 P
  • Fette werden schlechter emulgiert
  • Lipasen greifen die Fettoberfläche weniger wirksam an
  • Fettresorption sinkt
  • Mangel an fettlöslichen Vitaminen und fettreicher Stuhl können entstehen
Vergleichen Sie Leber und Pankreas anhand von vier Funktionsbereichen. 4 P
  • Beide bilden Sekrete für den Dünndarm
  • Die Leber bildet Galle, das Pankreas Verdauungsenzyme und Bicarbonat
  • Beide wirken im Stoffwechsel und hormonabhängig
  • Das Pankreas besitzt zusätzlich eine klar abgegrenzte endokrine Inselzellfunktion

Nährstoffe und Stoffwechsel: Energie, Baustoffe, Wasser, Elektrolyte und Vitamine

Nennen Sie sieben wesentliche Nahrungsbestandteile. 7 P
  • Kohlenhydrate
  • Proteine
  • Fette
  • Wasser
  • Mineralstoffe und Spurenelemente
  • Vitamine
  • Ballaststoffe
Unterscheiden Sie Hauptaufgaben von Kohlenhydraten, Fetten und Proteinen. 4 P
  • Kohlenhydrate dienen bevorzugt der rasch verfügbaren Energiegewinnung
  • Fette sind energiereicher Speicher, Membranbestandteil und Ausgangsstoff
  • Proteine bilden Strukturen, Enzyme, Transporter und Antikörper
  • Proteine werden nur begrenzt als eigentlicher Energiespeicher genutzt
Definieren Sie Grundumsatz und Leistungsumsatz. 4 P
  • Grundumsatz ist der Energiebedarf zur Erhaltung lebenswichtiger Funktionen in Ruhe
  • Er wird unter standardisierten Ruhebedingungen betrachtet
  • Leistungsumsatz ist der zusätzliche Energiebedarf für Aktivität und Arbeit
  • Gesamtenergieumsatz setzt sich aus Grund- und Leistungsanteilen sowie weiteren thermischen Effekten zusammen
Erklären Sie die Rolle von ATP im Energiestoffwechsel. 4 P
  • ATP speichert kurzfristig chemisch nutzbare Energie
  • Seine Spaltung stellt Energie für Muskelarbeit, Transport und Synthese bereit
  • Nährstoffe liefern Energie zur Wiederbildung von ATP
  • ATP ist kein großer Langzeitspeicher, sondern ein fortlaufend regenerierter Energieträger
Nennen Sie fünf Aufgaben des Wassers im Organismus. 5 P
  • Lösungs- und Transportmittel
  • Reaktionsraum für Stoffwechselprozesse
  • Temperaturregulation durch Wärmekapazität und Verdunstung
  • Bestandteil von Blut, Zellen und Gewebsflüssigkeit
  • Mitwirkung an Ausscheidung und Volumenhaushalt
Nennen Sie vier Funktionen wichtiger Elektrolyte. 4 P
  • Natrium prägt den Extrazellulärraum und Wasserhaushalt
  • Kalium ist zentral für Membranpotenziale im Zellinneren
  • Calcium wirkt bei Muskelkontraktion, Signalübertragung und Knochen
  • Chlorid und Bicarbonat wirken bei Ladungs- und Säure-Basen-Ausgleich
Unterscheiden Sie fett- und wasserlösliche Vitamine. 4 P
  • Fettlöslich sind A, D, E und K
  • Sie benötigen Fettresorption und können stärker gespeichert werden
  • Wasserlöslich sind B-Vitamine und Vitamin C
  • Sie werden meist begrenzter gespeichert und Überschüsse eher renal ausgeschieden
Erläutern Sie vier Wirkungen von Ballaststoffen. 4 P
  • Sie binden Wasser und erhöhen das Stuhlvolumen
  • Sie fördern Peristaltik und Sättigung
  • Darmbakterien nutzen fermentierbare Anteile
  • Sie können Blutzuckeranstieg und Cholesterinaufnahme günstig beeinflussen
Definieren Sie Enzym, Substrat und aktive Stelle. 4 P
  • Ein Enzym beschleunigt eine chemische Reaktion, ohne verbraucht zu werden
  • Das Substrat ist der umgesetzte Ausgangsstoff
  • Die aktive Stelle bindet das Substrat spezifisch
  • Temperatur und pH beeinflussen Struktur und Aktivität des Enzyms
Beurteilen Sie die Bedeutung ausgewogener Ernährung für Handlungsfähigkeit. 4 P
  • Sie stellt Energie für körperliche und kognitive Aktivität bereit
  • Proteine und Mikronährstoffe unterstützen Gewebeaufbau und Regeneration
  • Wasser und Elektrolyte sichern Kreislauf und Nervenfunktion
  • Mangel oder Überversorgung können Ausdauer, Konzentration, Heilung und Teilhabe begrenzen

Die Fragen und Antworten wurden aus den redaktionellen Lerntexten dieses Kapitels abgeleitet. Jede Antwort gehört ausschließlich zu der unmittelbar darüberstehenden Frage.

Hinweise des Lehrplans
  • vgl. Lehrplan Spezielle Krankheitslehre, LPE 3 und 4

Quelle: Sächsisches Staatsministerium für Kultus: Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin, freigegeben ab 1. August 2020, S. 36.

07 Urogenitalsystem/Embryologie 6 Ustd. 41 Unterfragen
Lehrplananforderung

Die Schülerinnen und Schüler besitzen einen Überblick über die Organe und die Funktionen des Urogenitalsystems. Sie kennen die Entwicklung des menschlichen Embryos als Voraussetzung für das Verständnis von Fehlbildungen.

Quelle: Sächsisches Staatsministerium für Kultus: Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin, freigegeben ab 1. August 2020, S. 36.

Fragen & Antworten41

Kapitelkern

Urogenitalsystem/Embryologie?

Nierenbau und Harnbildung werden mit Wasser-, Elektrolyt-, Säure-Basen- und Hormonregulation verbunden. Harnwege, Geschlechtsorgane und frühe Entwicklung schließen den Abschnitt ab.

Das will der Lehrplan von dir

Du sollst Nierenfunktion und Harnwege erklären sowie Befruchtung, Embryonal- und Fetalphase grundlegend unterscheiden.

Niere und Nephron: Lage, Gliederung und Gefäßweg

Nennen Sie fünf Lagebeziehungen der Nieren. 5 P
  • Sie liegen retroperitoneal beidseits der Wirbelsäule
  • Ihre Lage reicht ungefähr vom unteren Brust- bis oberen Lendenbereich
  • Die rechte Niere liegt wegen der Leber meist etwas tiefer
  • Obere Pole sind teilweise von Rippen geschützt
  • Nebennieren liegen den oberen Polen auf
Ordnen Sie fünf makroskopische Nierenstrukturen von außen nach innen. 5 P
  • Nierenkapsel
  • Nierenrinde
  • Nierenmark mit Markpyramiden
  • Nierenkelche
  • Nierenbecken mit Übergang zum Harnleiter
Beschreiben Sie den Nierenhilus anhand von vier Strukturen. 4 P
  • Am medialen Nierenrand liegt der Hilus
  • Die Nierenarterie tritt ein
  • Nierenvene und Harnleiter treten aus
  • Nerven und Lymphgefäße verlaufen ebenfalls durch den Hilus
Definieren Sie das Nephron anhand von vier Bestandteilen. 4 P
  • Das Nephron ist die funktionelle Einheit der Niere
  • Es beginnt mit Nierenkörperchen aus Glomerulum und Bowman-Kapsel
  • Es umfasst proximalen Tubulus, Henle-Schleife und distalen Tubulus
  • Sein Filtrat mündet in ein Sammelrohrsystem
Ordnen Sie den Blutweg durch das Nierenkörperchen. 5 P
  • Zuführende Arteriole
  • Glomeruläre Kapillarschlingen
  • Abführende Arteriole
  • Peritubuläre Kapillaren oder Vasa recta
  • Venöses Gefäßsystem der Niere
Beschreiben Sie die glomeruläre Filtrationsbarriere. 4 P
  • Fenestriertes Kapillarendothel hält Blutzellen zurück
  • Die Basalmembran begrenzt große und negativ geladene Moleküle
  • Podozyten bilden Filtrationsschlitze
  • Wasser und kleine gelöste Stoffe können in die Bowman-Kapsel gelangen
Unterscheiden Sie Nierenrinde und Nierenmark. 4 P
  • Die Rinde enthält Nierenkörperchen sowie gewundene Tubulusabschnitte
  • Das Mark enthält vor allem Henle-Schleifen und Sammelrohre
  • Markpyramiden leiten Harn zu Papillen und Kelchen
  • Die räumliche Gliederung ermöglicht Konzentrationsmechanismen
Nennen Sie sechs Gesamtaufgaben der Niere. 6 P
  • Ausscheidung harnpflichtiger Stoffe
  • Regulation von Wasser und Elektrolyten
  • Säure-Basen-Regulation
  • Mitwirkung an Blutdruckregulation
  • Erythropoetinbildung
  • Vitamin-D-Aktivierung
Begründen Sie die hohe Nierendurchblutung. 4 P
  • Die Niere muss große Plasmamengen zur Filtration erhalten
  • Sie überwacht Wasser- und Elektrolytzusammensetzung des Blutes
  • Sie reagiert auf Perfusionsdruck und beeinflusst den Blutdruck
  • Hohe Durchblutung dient überwiegend Regulation und Ausscheidung, nicht nur Eigenversorgung
Leiten Sie vier Folgen einer Schädigung der Filtrationsbarriere ab. 4 P
  • Proteine können vermehrt in den Primärharn gelangen
  • Bei stärkerer Schädigung können Blutzellen erscheinen
  • Plasmaproteinverlust begünstigt Ödeme
  • Die Filtrationsleistung und Zusammensetzung des Harns werden unzuverlässig

Harnbildung und Regulation: Filtration, Rückresorption, Sekretion und Hormone

Unterscheiden Sie glomeruläre Filtration, Rückresorption und Sekretion. 4 P
  • Filtration überführt Wasser und kleine Stoffe aus dem Blut in die Bowman-Kapsel
  • Rückresorption bringt benötigte Stoffe aus dem Tubulus ins Blut zurück
  • Sekretion transportiert ausgewählte Stoffe aus Blut oder Tubuluszellen in das Lumen
  • Alle drei Prozesse bestimmen den Endharn
Vergleichen Sie Primärharn und Endharn anhand von vier Merkmalen. 4 P
  • Primärharn ist ein nahezu zell- und großproteinfreies Ultrafiltrat
  • Pro Tag entstehen grob 150 bis 180 Liter Primärharn
  • Endharn enthält konzentrierte Ausscheidungsstoffe
  • Seine tägliche Menge liegt meist nur bei etwa ein bis zwei Litern und schwankt mit dem Wasserhaushalt
Nennen Sie fünf Stoffgruppen, die normalerweise weitgehend rückresorbiert werden. 5 P
  • Glucose
  • Aminosäuren
  • Bicarbonat
  • Große Anteile von Natrium und anderen Elektrolyten
  • Der überwiegende Teil des filtrierten Wassers
Erklären Sie die Harnkonzentrierung in vier Grundzügen. 4 P
  • Henle-Schleifen erzeugen ein Konzentrationsgefälle im Nierenmark
  • Sammelrohre durchlaufen dieses Gefälle
  • ADH erhöht ihre Wasserpermeabilität
  • Wasser wird rückresorbiert und der Endharn konzentrierter
Erläutern Sie die Wirkung von ADH. 4 P
  • ADH wird im Hypothalamus gebildet und aus dem Hypophysenhinterlappen freigesetzt
  • Es steigert den Einbau von Wasserkanälen in Sammelrohren
  • Mehr Wasser wird ins Blut rückresorbiert
  • Urinmenge sinkt und Urinkonzentration steigt
Erläutern Sie die Wirkung von Aldosteron. 4 P
  • Aldosteron wird in der Nebennierenrinde gebildet
  • Es steigert im distalen Nephron die Natriumrückresorption
  • Kaliumsekretion wird gefördert
  • Wasser folgt dem rückresorbierten Natrium und das Extrazellulärvolumen kann steigen
Erklären Sie das Renin-Angiotensin-Aldosteron-System in fünf Schritten. 5 P
  • Niedrige Nierenperfusion oder Natriumzufuhr fördert Reninfreisetzung
  • Renin startet die Bildung von Angiotensin II
  • Angiotensin II verengt Gefäße
  • Es fördert Aldosteron und weitere volumensteigernde Reaktionen
  • Blutdruck und Natrium-Wasser-Rückhalt steigen
Erklären Sie die renale Säure-Basen-Regulation. 4 P
  • Die Niere rückresorbiert filtriertes Bicarbonat
  • Sie scheidet Wasserstoffionen aus
  • Sie kann neues Bicarbonat für das Blut bereitstellen
  • Ammonium- und Phosphatpuffer ermöglichen Säureausscheidung im Urin
Nennen Sie drei endokrine Nierenfunktionen. 3 P
  • Renin wirkt an der Blutdruck- und Volumenregulation mit
  • Erythropoetin fördert die Bildung roter Blutkörperchen
  • Die Niere aktiviert Vitamin D und beeinflusst Calcium- und Knochenstoffwechsel
Analysieren Sie vier mögliche Folgen deutlich verminderter Nierenfunktion. 4 P
  • Harnpflichtige Stoffe sammeln sich an
  • Wasser- und Elektrolythaushalt entgleisen
  • Säure kann sich ansammeln
  • Anämie, Blutdruckprobleme und Störungen des Knochenstoffwechsels können folgen

Harnwege und Geschlechtsorgane: Transport, Speicherung und Fortpflanzungsfunktion

Ordnen Sie vier Stationen des ableitenden Harnwegs. 4 P
  • Nierenbecken
  • Harnleiter
  • Harnblase
  • Harnröhre
Erklären Sie den Harntransport im Harnleiter. 4 P
  • Glatte Muskulatur erzeugt peristaltische Wellen
  • Der Transport funktioniert deshalb auch unabhängig von der Schwerkraft
  • Schräger Eintritt in die Blasenwand vermindert Rückfluss
  • Engstellen sind typische Orte für steckenbleibende Harnsteine
Beschreiben Sie die Harnblase anhand von vier Merkmalen. 4 P
  • Sie ist ein muskuläres Hohlorgan im kleinen Becken
  • Das Urothel kann sich stark dehnen
  • Der Detrusor bildet die glatte Blasenmuskulatur
  • Blasenhals und Schließmechanismen sichern Speicherung und Entleerung
Erklären Sie die Miktion in vier Schritten. 4 P
  • Dehnungsrezeptoren melden zunehmende Füllung
  • Spinale und höhere Zentren koordinieren den Reflex
  • Der Detrusor kontrahiert
  • Innere und äußere Verschlussmechanismen öffnen sich koordiniert
Unterscheiden Sie weibliche und männliche Harnröhre. 4 P
  • Die weibliche Harnröhre ist deutlich kürzer
  • Sie dient ausschließlich dem Harntransport
  • Die männliche Harnröhre durchzieht Prostata und Penis
  • Sie dient ab bestimmten Abschnitten Harn- und Samenleitung, jedoch nicht gleichzeitig
Nennen Sie fünf innere weibliche Geschlechtsorgane. 5 P
  • Ovarien
  • Eileiter
  • Uterus
  • Zervix
  • Vagina
Nennen Sie sechs innere männliche Geschlechtsorgane oder Leitungsstrukturen. 6 P
  • Hoden
  • Nebenhoden
  • Samenleiter
  • Samenbläschen
  • Prostata
  • Harnröhre
Erläutern Sie vier Funktionen der Ovarien. 4 P
  • Reifung und Freisetzung von Eizellen
  • Bildung von Östrogenen
  • Bildung von Progesteron nach der Ovulation
  • Steuerung von Zyklus, Schleimhautaufbau und Fortpflanzungsbereitschaft
Erläutern Sie vier Funktionen von Hoden und Nebenhoden. 4 P
  • In den Hoden entstehen Spermien
  • Leydig-Zellen bilden Testosteron
  • Im Nebenhoden reifen Spermien funktionell nach
  • Der Nebenhoden speichert und leitet sie zum Samenleiter weiter
Beurteilen Sie die Bedeutung von Kontinenz für Handlungsfähigkeit. 4 P
  • Kontinenz beeinflusst Selbstversorgung und Schlaf
  • Sie wirkt auf Mobilität, Kleidung und Toilettennutzung
  • Unsicherheit kann soziale Teilhabe und Aktivitätswahl einschränken
  • Ergotherapeutische Umweltanpassung und Routinen können unterstützen, ersetzen aber keine medizinische Abklärung

Embryologie: Befruchtung, Keimblätter, Organanlage und Fetalentwicklung

Definieren Sie Befruchtung und Zygote. 4 P
  • Befruchtung ist die Verschmelzung der haploiden Keimzellen
  • Mütterliches und väterliches Erbgut werden vereinigt
  • Die Zygote ist die erste diploide Zelle des neuen Organismus
  • Sie beginnt anschließend mit Furchungsteilungen
Ordnen Sie fünf frühe Entwicklungsstadien. 5 P
  • Zygote
  • Furchungszellen
  • Morula
  • Blastozyste
  • Implantation in die Gebärmutterschleimhaut
Unterscheiden Sie Schwangerschaftswoche und Entwicklungswoche. 4 P
  • Schwangerschaftswochen werden ab dem ersten Tag der letzten Menstruation gezählt
  • Sie umfassen bei termingerechter Geburt etwa 40 Wochen
  • Entwicklungswochen werden ab der Befruchtung gezählt
  • Sie liegen deshalb ungefähr zwei Wochen hinter der geburtshilflichen Zählung
Unterscheiden Sie Embryonal- und Fetalphase. 4 P
  • Die Embryonalphase umfasst die frühe Entwicklung bis Ende der achten Entwicklungswoche
  • In ihr werden Keimblätter und Organanlagen gebildet
  • Die Fetalphase reicht danach bis zur Geburt
  • Sie ist besonders durch Wachstum, Reifung und Proportionsänderungen geprägt
Nennen Sie die drei Keimblätter. 3 P
  • Ektoderm
  • Mesoderm
  • Endoderm
Ordnen Sie jedem Keimblatt zwei wichtige Abkömmlinge zu. 6 P
  • Ektoderm: Nervensystem und Epidermis
  • Mesoderm: Muskulatur und Skelett
  • Mesoderm: Herz-Kreislauf- und große Teile des Urogenitalsystems
  • Endoderm: Epithel von Verdauungs- und Atemwegen
  • Endoderm: Anteile von Leber und Pankreas
  • Die Zuordnung betrifft Hauptursprünge; viele Organe enthalten Gewebe mehrerer Keimblätter
Erläutern Sie vier Aufgaben der Plazenta. 4 P
  • Austausch von Sauerstoff, Kohlendioxid, Nährstoffen und Stoffwechselprodukten
  • Bildung wichtiger Schwangerschaftshormone
  • Teilweise Barriere- und Schutzfunktion
  • Übertragung bestimmter mütterlicher Antikörper; mütterliches und fetales Blut mischen sich normalerweise nicht direkt
Definieren Sie den Begriff Teratogen. 4 P
  • Ein Teratogen ist ein äußerer Einfluss, der die vorgeburtliche Entwicklung schädigen kann
  • Wirkung hängt von Dosis und Dauer ab
  • Besonders entscheidend ist der Entwicklungszeitpunkt
  • Beispiele sind bestimmte Medikamente, Alkohol, Infektionen oder Strahlung
Begründen Sie die besondere Empfindlichkeit der Embryonalphase. 4 P
  • In kurzer Zeit entstehen grundlegende Organanlagen
  • Zellen teilen und differenzieren sich rasch
  • Störungen treffen deshalb ganze Entwicklungsprogramme
  • Art der Fehlbildung hängt stark vom Zeitpunkt der Einwirkung ab
Beurteilen Sie die Aussage, die Plazenta sei eine vollständige Schutzbarriere. 4 P
  • Sie trennt mütterlichen und fetalen Kreislauf anatomisch
  • Viele Stoffe werden selektiv transportiert
  • Einige Medikamente, Alkohol, Nikotinbestandteile und Erreger können sie jedoch passieren
  • Die Aussage ist deshalb falsch; die Plazenta schützt nur teilweise

Die Fragen und Antworten wurden aus den redaktionellen Lerntexten dieses Kapitels abgeleitet. Jede Antwort gehört ausschließlich zu der unmittelbar darüberstehenden Frage.

Hinweise des Lehrplans
  • Zusammenhang von Funktion und mikroskopischem Bau darstellen
  • Überblick
  • vgl. Lehrplan Spezielle Krankheitslehre, LPE 1 und 10

Quelle: Sächsisches Staatsministerium für Kultus: Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin, freigegeben ab 1. August 2020, S. 36.

08 Haut und Hautanhangsorgane 4 Ustd. 31 Unterfragen
Lehrplananforderung

Die Schülerinnen und Schüler kennen Bau und Funktion der Haut und die Bedeutung der Haut als Sinnesorgan im Überblick.

Quelle: Sächsisches Staatsministerium für Kultus: Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin, freigegeben ab 1. August 2020, S. 37.

Fragen & Antworten31

Kapitelkern

Haut und Hautanhangsorgane?

Hautschichten, Barriere, Anhangsorgane, Sensibilität und Temperaturregulation werden vom Gewebeaufbau bis zur Bedeutung für Handlungsfähigkeit verbunden.

Das will der Lehrplan von dir

Du sollst Hautaufbau, Schutz-, Sinnes- und Regulationsfunktionen sowie Hautanhangsorgane im Überblick erklären.

Hautschichten: Epidermis, Dermis und Subcutis

Ordnen Sie die drei Hautschichten von außen nach innen. 3 P
  • Epidermis oder Oberhaut
  • Dermis oder Lederhaut
  • Subcutis oder Unterhaut
Beschreiben Sie vier Merkmale der Epidermis. 4 P
  • Sie besteht aus mehrschichtig verhorntem Plattenepithel
  • Sie besitzt keine eigenen Blutgefäße
  • Keratinozyten wandern von basal nach oberflächlich
  • Hornzellen bilden die äußere Barriere
Nennen Sie vier wichtige Zelltypen der Epidermis. 4 P
  • Keratinozyten
  • Melanozyten
  • Langerhans-Zellen
  • Merkel-Zellen
Erklären Sie die Erneuerung der Epidermis. 4 P
  • Basale Keratinozyten teilen sich
  • Tochterzellen wandern zur Oberfläche
  • Sie bilden Keratin und verlieren schrittweise Zellorganellen
  • Hornzellen werden schließlich abgeschilfert
Erläutern Sie die Funktion des Melanins. 4 P
  • Melanozyten bilden Melanin
  • Pigment wird an Keratinozyten abgegeben
  • Es absorbiert einen Teil ultravioletter Strahlung
  • Es vermindert DNA-Schädigung, bietet aber keinen vollständigen Sonnenschutz
Beschreiben Sie vier Merkmale der Dermis. 4 P
  • Sie besteht aus kollagen- und elastinreichem Bindegewebe
  • Sie enthält Blut- und Lymphgefäße
  • Nerven, Rezeptoren, Haarfollikel und Drüsen liegen in ihr
  • Sie verleiht Zugfestigkeit und Elastizität
Unterscheiden Sie Papillar- und Retikulärschicht der Dermis. 4 P
  • Die Papillarschicht liegt oberflächlich und verzahnt sich mit der Epidermis
  • Sie enthält feine Gefäße und sensible Endigungen
  • Die Retikulärschicht ist tiefer und faserreicher
  • Sie trägt wesentlich zur mechanischen Festigkeit bei
Beschreiben Sie vier Funktionen der Subcutis. 4 P
  • Sie verbindet Haut verschieblich mit tieferen Strukturen
  • Fettgewebe speichert Energie
  • Sie isoliert gegen Wärmeverlust
  • Sie polstert Druck und enthält größere Gefäße sowie Nerven
Erklären Sie die Ernährung der gefäßlosen Epidermis. 4 P
  • Kapillaren liegen in der Dermis
  • Sauerstoff und Nährstoffe treten ins Gewebe aus
  • Sie diffundieren über kurze Strecken zur Epidermis
  • Tiefe Epidermisschichten werden besser versorgt als die oberflächliche Hornschicht
Begründen Sie die mechanische Bedeutung der Verzahnung von Epidermis und Dermis. 4 P
  • Papillen vergrößern die Kontaktfläche
  • Scherkräfte werden besser verteilt
  • Stoffaustauschwege bleiben kurz
  • An stark belasteten Stellen entstehen charakteristische Hautleisten

Hautfunktionen und Hautanhangsorgane

Nennen Sie sechs Gesamtfunktionen der Haut. 6 P
  • Mechanische und chemische Barriere
  • Schutz vor Wasserverlust
  • Immunabwehr
  • Sinneswahrnehmung
  • Temperaturregulation
  • Vitamin-D-Bildung und soziale Signalwirkung
Erklären Sie die Hautbarriere anhand von vier Bestandteilen. 4 P
  • Hornzellen bilden eine feste Zellschicht
  • Lipide zwischen den Zellen begrenzen Wasser- und Stoffdurchtritt
  • Säureschutzmantel hemmt manche Mikroorganismen
  • Mikrobiota und Immunzellen ergänzen den Schutz
Unterscheiden Sie ekkrine Schweiß- und Talgdrüsen. 4 P
  • Ekkrine Schweißdrüsen geben wässrigen Schweiß direkt an die Oberfläche ab
  • Sie dienen vor allem der Thermoregulation
  • Talgdrüsen münden meist in Haarfollikel
  • Talg hält Haut und Haare geschmeidig und unterstützt die Barriere
Erläutern Sie vier Funktionen der Haare. 4 P
  • Sie bieten begrenzten mechanischen und thermischen Schutz
  • Wimpern und Nasenhaare fangen Partikel ab
  • Haarfollikel sind sensibel innerviert
  • Haare besitzen soziale und kommunikative Bedeutung
Erläutern Sie vier Funktionen der Nägel. 4 P
  • Sie schützen Finger- und Zehenenden
  • Sie bilden ein Widerlager für den Fingerbeerenkontakt
  • Sie erleichtern feines Greifen und Manipulieren
  • Farbe und Form können Hinweise auf lokale oder allgemeine Veränderungen geben
Ordnen Sie vier Grundphasen der Wundheilung. 4 P
  • Blutstillung
  • Entzündungs- und Reinigungsphase
  • Proliferation mit Granulationsgewebe und Epithelisierung
  • Remodellierung und Narbenreifung
Erklären Sie die kutane Vitamin-D-Bildung. 4 P
  • UV-B-Strahlung wirkt auf eine Vorstufe in der Haut
  • Es entsteht zunächst Prävitamin D und dann Vitamin D3
  • Leber und Niere wandeln es weiter um
  • Aktives Vitamin D unterstützt Calciumhaushalt und Knochenmineralisierung
Nennen Sie vier Faktoren, die Hautbarriere und Wundheilung beeinträchtigen können. 4 P
  • Druck, Reibung oder Feuchtigkeit
  • Durchblutungsstörungen
  • Mangelernährung oder Flüssigkeitsmangel
  • Diabetes, Infektion oder bestimmte Medikamente
Begründen Sie die besondere Bedeutung intakter Handhaut für Betätigung. 4 P
  • Sie vermittelt differenzierte Berührung und Druck
  • Sie ermöglicht reibungsangepasstes Greifen
  • Schmerz oder Wunden verändern Kraftdosierung und Nutzung
  • Intakte Barriere schützt bei Alltag, Arbeit und Therapie vor Reizstoffen und Infektionen
Beurteilen Sie die Aussage, Haut sei nur eine passive Hülle. 4 P
  • Die Haut reguliert Stoff- und Wasserverlust aktiv
  • Sie enthält Immunzellen, Gefäße, Drüsen und Rezeptoren
  • Sie wirkt an Temperatur, Vitamin-D-Stoffwechsel und Kommunikation mit
  • Die Aussage ist deshalb fachlich unzutreffend

Hautrezeptoren, Schmerz und Thermoregulation

Ordnen Sie vier Mechanorezeptoren ihrem bevorzugten Reiz zu. 4 P
  • Merkel-Komplexe reagieren auf anhaltenden Druck und Form
  • Meissner-Körperchen reagieren auf leichte Berührung und schnelle Änderungen
  • Ruffini-Körperchen erfassen Hautdehnung
  • Pacini-Körperchen reagieren besonders auf Vibration und schnelle Druckänderung
Unterscheiden Sie schnell und langsam adaptierende Hautrezeptoren. 4 P
  • Schnell adaptierende Rezeptoren reagieren besonders auf Reizbeginn, Reizende oder Bewegung
  • Ihre Entladungsrate sinkt bei konstantem Reiz rasch
  • Langsam adaptierende Rezeptoren melden anhaltenden Druck oder Dehnung weiter
  • Zusammen erfassen sie Veränderung und Dauer eines Kontakts
Definieren Sie Zweipunktdiskrimination und Raumschwelle. 4 P
  • Zweipunktdiskrimination ist die Fähigkeit, zwei gleichzeitige Berührungen getrennt wahrzunehmen
  • Die Raumschwelle ist der kleinste Abstand, bei dem dies gelingt
  • Sie hängt von Rezeptordichte und Größe rezeptiver Felder ab
  • Fingerkuppen besitzen eine kleinere Raumschwelle als Rücken oder Oberarm
Definieren Sie Nozizeptor und Nozizeption. 4 P
  • Nozizeptoren sind freie Nervenendigungen für potenziell gewebeschädigende Reize
  • Sie reagieren auf mechanische, thermische oder chemische Einwirkungen
  • Nozizeption bezeichnet Aufnahme und neuronale Verarbeitung dieser Signale
  • Schmerz ist die bewusste, emotional beeinflusste Erfahrung und nicht mit Nozizeption identisch
Unterscheiden Sie Kälte-, Wärme- und Schmerzreize der Haut. 4 P
  • Thermorezeptoren reagieren in bestimmten nichtschädigenden Temperaturbereichen
  • Kälte- und Wärmerezeptoren besitzen unterschiedliche Empfindlichkeitsbereiche
  • Extreme Hitze oder Kälte aktiviert zusätzlich Nozizeptoren
  • Temperaturerleben wird durch Adaptation und Umgebung beeinflusst
Erklären Sie die Wärmeabgabe bei Überwärmung. 4 P
  • Hautgefäße erweitern sich
  • Mehr warmes Blut erreicht die Oberfläche
  • Schweißsekretion nimmt zu
  • Verdunstung entzieht dem Körper Wärme
Erklären Sie die Wärmeerhaltung bei Kälte. 4 P
  • Hautgefäße verengen sich
  • Durchblutung der Oberfläche sinkt
  • Wärmeverlust wird begrenzt
  • Muskelzittern und Stoffwechselsteigerung können zusätzliche Wärme erzeugen
Definieren Sie ein Dermatom. 4 P
  • Ein Dermatom ist ein Hautgebiet, das überwiegend von sensiblen Fasern einer Spinalnervenwurzel versorgt wird
  • Benachbarte Dermatome überlappen sich
  • Typische Ausfallmuster erlauben Rückschlüsse auf Wurzelläsionen
  • Dermatome sind nicht identisch mit Versorgungsgebieten einzelner peripherer Nerven
Analysieren Sie vier Folgen verminderter Schutzsensibilität an der Hand. 4 P
  • Schädigende Hitze, Druck oder scharfe Kanten werden später bemerkt
  • Kraftdosierung und Objektkontrolle werden unsicherer
  • Verletzungs- und Überlastungsrisiko steigt
  • Visuelle Kontrolle und systematische Hautinspektion werden wichtiger
Beurteilen Sie die Bedeutung der Hautsensibilität für Feinmotorik. 4 P
  • Taktile Rückmeldung informiert über Kontakt, Schlupf und Oberflächenstruktur
  • Sie ermöglicht angepasste Greifkraft
  • Sie ergänzt Propriozeption und Sehen
  • Verminderte Sensibilität kann selbst bei erhaltener Muskelkraft die Handgeschicklichkeit deutlich begrenzen

Die Fragen und Antworten wurden aus den redaktionellen Lerntexten dieses Kapitels abgeleitet. Jede Antwort gehört ausschließlich zu der unmittelbar darüberstehenden Frage.

Hinweise des Lehrplans
  • vgl. Lehrplan Spezielle Krankheitslehre, LPE 4
  • vgl. LPE 3

Quelle: Sächsisches Staatsministerium für Kultus: Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin, freigegeben ab 1. August 2020, S. 37.

09 Endokrinologisches System 5 Ustd. 41 Unterfragen
Lehrplananforderung

Die Schülerinnen und Schüler erwerben einen Überblick über das endokrine System und beschreiben ausgewählte Hormone und deren Funktion.

Quelle: Sächsisches Staatsministerium für Kultus: Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin, freigegeben ab 1. August 2020, S. 37.

Fragen & Antworten41

Kapitelkern

Endokrinologisches System?

Hormonarten und Rückkopplung führen über Hypothalamus und Hypophyse zu Schilddrüse, Nebenniere, Pankreas, Keimdrüsen und Calciumregulation.

Das will der Lehrplan von dir

Du sollst hormonelle Signalübertragung, zentrale Achsen und die wichtigsten Wirkungen ausgewählter Hormondrüsen erklären.

Hormone und endokrine Regelkreise

Definieren Sie Hormon, Zielzelle und Rezeptor. 4 P
  • Ein Hormon ist ein körpereigener chemischer Botenstoff
  • Es wird von endokrinen Zellen freigesetzt und meist über Blut verteilt
  • Eine Zielzelle besitzt den passenden Rezeptor
  • Die Rezeptorbindung löst eine spezifische Zellantwort aus
Unterscheiden Sie endokrine, parakrine und autokrine Signalübertragung. 4 P
  • Endokrine Signale erreichen entfernte Ziele über das Blut
  • Parakrine Signale wirken auf benachbarte Zellen
  • Autokrine Signale wirken auf die freisetzende Zelle selbst
  • Die Begriffe beschreiben vor allem die räumliche Reichweite
Vergleichen Sie Peptid- und Steroidhormone anhand von vier Kriterien. 4 P
  • Peptidhormone sind wasserlöslich und werden meist in Vesikeln gespeichert
  • Sie binden überwiegend an Membranrezeptoren
  • Steroidhormone sind fettlöslich und werden bei Bedarf synthetisiert
  • Sie binden meist intrazelluläre Rezeptoren und verändern Genexpression
Erklären Sie eine negative hormonelle Rückkopplung. 4 P
  • Eine übergeordnete Stelle stimuliert eine Hormondrüse
  • Das Endhormon steigt im Blut
  • Es hemmt übergeordnete Freisetzungsschritte
  • Dadurch wird eine übermäßige Hormonproduktion begrenzt
Nennen Sie fünf allgemeine Hormonfunktionen. 5 P
  • Stoffwechsel regulieren
  • Wachstum und Entwicklung steuern
  • Fortpflanzung koordinieren
  • Wasser-, Elektrolyt- und Blutdruckhaushalt beeinflussen
  • Stress, Schlaf und Anpassung an Tagesrhythmen mitsteuern
Unterscheiden Sie nervale und hormonelle Signalübertragung. 4 P
  • Nervale Signale laufen schnell über elektrische Erregung und Synapsen
  • Sie wirken meist räumlich gezielt und kurz
  • Hormone werden über Körperflüssigkeiten verteilt
  • Sie wirken häufig langsamer, länger und auf mehrere Zielgewebe
Erklären Sie die Bedeutung der Rezeptorspezifität. 4 P
  • Hormone erreichen viele Gewebe über das Blut
  • Nur Zellen mit passendem Rezeptor reagieren direkt
  • Rezeptordichte beeinflusst die Empfindlichkeit
  • Ein Hormon kann in verschiedenen Geweben unterschiedliche Wirkungen auslösen
Nennen Sie vier Einflussgrößen auf Hormonwirkung. 4 P
  • Hormonkonzentration
  • Zahl und Empfindlichkeit der Rezeptoren
  • Bindungsproteine und Abbaugeschwindigkeit
  • Zusammenwirken mit anderen Hormonen und Stoffwechsellage
Definieren Sie circadianen Rhythmus. 4 P
  • Ein circadianer Rhythmus wiederholt sich ungefähr alle 24 Stunden
  • Er wird durch innere Taktgeber erzeugt
  • Licht und andere Zeitgeber synchronisieren ihn
  • Hormone wie Cortisol und Melatonin zeigen typische Tagesverläufe
Beurteilen Sie die Aussage, höhere Hormonkonzentration bedeute stets stärkere Wirkung. 4 P
  • Wirkung hängt auch von Rezeptorzahl und Signalweg ab
  • Rezeptoren können gesättigt oder herunterreguliert sein
  • Bindungsproteine verändern den freien Hormonanteil
  • Die Aussage ist deshalb zu pauschal

Hypothalamus und Hypophyse: zentrale Achsen und Rückkopplung

Beschreiben Sie die Lagebeziehung von Hypothalamus und Hypophyse. 4 P
  • Der Hypothalamus liegt im Zwischenhirn
  • Die Hypophyse liegt in der Sella turcica
  • Der Hypophysenstiel verbindet beide
  • Gefäß- und Nervenverbindungen ermöglichen zentrale Steuerung
Unterscheiden Sie Adeno- und Neurohypophyse. 4 P
  • Die Adenohypophyse besteht aus Drüsengewebe
  • Sie bildet eigene Hormone unter Einfluss hypothalamischer Releasing- und Inhibiting-Hormone
  • Die Neurohypophyse besteht aus Nervengewebe
  • Sie speichert und setzt im Hypothalamus gebildetes ADH und Oxytocin frei
Erklären Sie das hypothalamisch-hypophysäre Pfortadersystem. 4 P
  • Hypothalamische Hormone gelangen in ein erstes Kapillarnetz
  • Pfortadergefäße transportieren sie direkt zur Adenohypophyse
  • Dort steuern sie die Freisetzung hypophysärer Hormone
  • Der direkte Weg ermöglicht hohe lokale Wirkung bei kleinen Mengen
Ordnen Sie vier Hypophysenhormone ihren Zielorganen zu. 4 P
  • TSH stimuliert die Schilddrüse
  • ACTH stimuliert die Nebennierenrinde
  • FSH und LH wirken an Keimdrüsen
  • Wachstumshormon wirkt direkt und über IGF-1 auf viele Gewebe
Erläutern Sie vier Wirkungen des Wachstumshormons. 4 P
  • Es fördert über IGF-1 Körper- und Knochenwachstum
  • Es unterstützt Proteinsynthese
  • Es mobilisiert Fettreserven
  • Es kann die Glucosekonzentration im Blut erhöhen
Erläutern Sie die Bildung und Wirkung von ADH. 4 P
  • ADH wird in hypothalamischen Kernen gebildet
  • Es wird entlang von Axonen zur Neurohypophyse transportiert
  • Dort wird es ins Blut freigesetzt
  • Es steigert Wasserresorption im Sammelrohr und kann Gefäße beeinflussen
Erläutern Sie drei Wirkungen des Oxytocins. 4 P
  • Es fördert Kontraktionen der Gebärmutter bei der Geburt
  • Es löst Milchejektion aus
  • Es wirkt zusätzlich in neuronalen Netzwerken sozialer Bindung und Stressverarbeitung
  • Seine Wirkung hängt vom jeweiligen Zielgewebe und Kontext ab
Erklären Sie die Schilddrüsenachse in vier Stufen. 4 P
  • Der Hypothalamus setzt TRH frei
  • Die Adenohypophyse setzt TSH frei
  • Die Schilddrüse bildet T4 und T3
  • Schilddrüsenhormone hemmen über negative Rückkopplung TRH und TSH
Erklären Sie die Nebennierenrindenachse in vier Stufen. 4 P
  • Der Hypothalamus setzt CRH frei
  • Die Adenohypophyse setzt ACTH frei
  • Die Nebennierenrinde bildet Cortisol
  • Cortisol hemmt über negative Rückkopplung CRH und ACTH
Analysieren Sie vier Folgen eines Ausfalls der Hypophysensteuerung. 4 P
  • Mehrere periphere Drüsen können gleichzeitig unterstimuliert sein
  • Wachstum, Stoffwechsel und Fortpflanzung können betroffen sein
  • Wasserhaushalt kann bei ADH-Störung entgleisen
  • Das Muster hängt davon ab, ob Vorder- oder Hinterlappen und welche Hormonachsen betroffen sind

Schilddrüse und Nebenniere: Stoffwechsel, Stress und Kreislaufanpassung

Beschreiben Sie vier anatomische Merkmale der Schilddrüse. 4 P
  • Sie liegt vorne am Hals unterhalb des Kehlkopfs
  • Zwei Lappen sind meist durch einen Isthmus verbunden
  • Follikel speichern hormonhaltiges Kolloid
  • Die Drüse ist stark durchblutet
Nennen Sie vier Wirkungen von T3 und T4. 4 P
  • Grundumsatz und Wärmeproduktion steigern
  • Kohlenhydrat-, Fett- und Proteinstoffwechsel beeinflussen
  • Wachstum und Reifung, besonders des Nervensystems, unterstützen
  • Empfindlichkeit für Katecholamine erhöhen
Erklären Sie die Bedeutung von Iod für die Schilddrüse. 4 P
  • Iod ist Bestandteil von T3 und T4
  • Die Schilddrüse nimmt Iodid aktiv aus dem Blut auf
  • Bei Mangel sinkt die mögliche Hormonsynthese
  • Erhöhtes TSH kann dann Schilddrüsenwachstum und Struma fördern
Unterscheiden Sie Nebennierenrinde und Nebennierenmark. 4 P
  • Die Rinde ist der äußere Drüsenanteil
  • Sie bildet Steroidhormone wie Aldosteron, Cortisol und Androgene
  • Das Mark ist funktionell Teil des sympathischen Systems
  • Es setzt vor allem Adrenalin und Noradrenalin frei
Erläutern Sie vier Wirkungen des Cortisols. 4 P
  • Es stellt bei Belastung Energieträger bereit
  • Es fördert Glucosebereitstellung
  • Es beeinflusst Fett- und Proteinstoffwechsel
  • Es hemmt bei höherer oder längerer Wirkung Entzündungs- und Immunreaktionen
Erläutern Sie vier Wirkungen des Aldosterons. 4 P
  • Es steigert Natriumrückresorption im distalen Nephron
  • Es fördert Kaliumausscheidung
  • Wasser folgt dem Natrium
  • Extrazellulärvolumen und Blutdruck können steigen
Vergleichen Sie Adrenalin und Noradrenalin anhand von vier Wirkungen. 4 P
  • Beide steigern die Bereitschaft für akute Belastung
  • Adrenalin erhöht deutlich Herzfrequenz und Energiebereitstellung
  • Noradrenalin bewirkt besonders Gefäßverengung und Blutdruckanstieg
  • Wirkung hängt von den angesprochenen adrenergen Rezeptoren ab
Erklären Sie die akute Stressreaktion in vier Schritten. 4 P
  • Sympathische Zentren aktivieren das Nebennierenmark
  • Adrenalin und Noradrenalin werden rasch freigesetzt
  • Herzleistung, Blutdruck und Energiebereitstellung steigen
  • Blutfluss wird zugunsten akut benötigter Organe umverteilt
Unterscheiden Sie akute Katecholamin- und längerfristige Cortisolreaktion. 4 P
  • Katecholamine wirken innerhalb von Sekunden bis Minuten
  • Sie verändern vor allem Kreislauf und sofortige Energiebereitstellung
  • Cortisol steigt verzögert über die Hypophysenachse
  • Es unterstützt länger anhaltende Stoffwechselanpassung und beeinflusst Immunreaktionen
Beurteilen Sie die Auswirkung hormoneller Über- oder Unterfunktion auf Aktivität. 4 P
  • Schilddrüsenstörungen können Tempo, Ausdauer, Wärmeempfinden und Konzentration verändern
  • Cortisolstörungen beeinflussen Kraft, Kreislauf, Schlaf und Stressverarbeitung
  • Aldosteronstörungen verändern Volumen und Elektrolyte
  • Aktivitätsbeobachtung kann Hinweise liefern, ersetzt aber keine Labor- und ärztliche Diagnostik

Pankreas, Keimdrüsen und Calciumregulation

Ordnen Sie vier Inselzelltypen ihren Hormonen zu. 4 P
  • Beta-Zellen bilden Insulin
  • Alpha-Zellen bilden Glucagon
  • Delta-Zellen bilden Somatostatin
  • PP-Zellen bilden pankreatisches Polypeptid
Erläutern Sie vier Wirkungen des Insulins. 4 P
  • Es fördert Glucoseaufnahme besonders in Muskel- und Fettzellen
  • Es unterstützt Glykogenbildung
  • Es fördert Fett- und Proteinsynthese
  • Es senkt dadurch die Blutglucose nach Nahrungsaufnahme
Erläutern Sie vier Wirkungen des Glucagons. 4 P
  • Es wirkt besonders an der Leber
  • Es fördert Glykogenabbau
  • Es fördert Glucoseneubildung
  • Es erhöht die Blutglucose zwischen Mahlzeiten oder bei Bedarf
Unterscheiden Sie Insulin und Glucagon im Regelkreis. 4 P
  • Hohe Blutglucose fördert Insulinfreisetzung
  • Insulin senkt die Blutglucose
  • Niedrige Blutglucose fördert Glucagonfreisetzung
  • Glucagon erhöht die Blutglucose; beide wirken antagonistisch, aber koordiniert
Nennen Sie vier Hauptwirkungen der Östrogene. 4 P
  • Entwicklung und Erhaltung weiblicher Geschlechtsmerkmale
  • Aufbau der Gebärmutterschleimhaut im Zyklus
  • Einfluss auf Knochenstoffwechsel
  • Mitwirkung an Haut, Gefäßen und weiteren Geweben
Nennen Sie vier Hauptwirkungen von Progesteron. 4 P
  • Umwandlung und Erhaltung der Gebärmutterschleimhaut nach der Ovulation
  • Unterstützung einer Schwangerschaft
  • Dämpfung der Uteruskontraktilität
  • Einfluss auf Brustdrüse und Körpertemperatur
Nennen Sie vier Hauptwirkungen des Testosterons. 4 P
  • Entwicklung männlicher Geschlechtsorgane und sekundärer Merkmale
  • Unterstützung der Spermienbildung
  • Förderung von Muskel- und Knochenaufbau
  • Einfluss auf Libido und Erythropoese
Erklären Sie die Wirkung des Parathormons auf den Calciumhaushalt. 4 P
  • Es wird bei niedrigem Blutcalcium freigesetzt
  • Es fördert Calciumfreisetzung aus dem Knochen im regulierten Umbau
  • Es steigert renale Calciumrückresorption
  • Es fördert Vitamin-D-Aktivierung und damit intestinale Calciumaufnahme
Vergleichen Sie Parathormon, Vitamin D und Calcitonin. 4 P
  • Parathormon erhöht Blutcalcium und aktiviert Vitamin D
  • Aktives Vitamin D steigert Calciumaufnahme im Darm
  • Calcitonin kann hohe Calciumwerte senken und Knochenabbau hemmen
  • Beim Erwachsenen sind Parathormon und Vitamin D die dominanteren Regulatoren
Beurteilen Sie die Bedeutung hormoneller Regulation für Knochen und Bewegung. 4 P
  • Insulin und Schilddrüsenhormone beeinflussen Energie und Muskelstoffwechsel
  • Sexualhormone wirken auf Knochenmasse und Muskelaufbau
  • Parathormon und Vitamin D sichern Calciumverfügbarkeit
  • Störungen können Kraft, Belastbarkeit, Frakturrisiko und damit Handlungsfähigkeit verändern

Die Fragen und Antworten wurden aus den redaktionellen Lerntexten dieses Kapitels abgeleitet. Jede Antwort gehört ausschließlich zu der unmittelbar darüberstehenden Frage.

Hinweise des Lehrplans
  • an ausgewählten Beispielen darstellen

Quelle: Sächsisches Staatsministerium für Kultus: Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin, freigegeben ab 1. August 2020, S. 37.

LLernstoff45 Unterkapitel
Körperorientierung, Ebenen, Achsen und Proportionen
Orientierungssystem

Alle Lage- und Bewegungsangaben beziehen sich auf die anatomische Grundstellung. Rechts und links werden aus Sicht der beschriebenen Person benannt.

LagebezugBegriffspaar
Kopf und Steißkranial / kaudal
Vorder- und Rückseiteventral / dorsal; anterior / posterior
Körpermittemedial / lateral; median
Rumpfnäheproximal / distal
Gewebetiefesuperfiziell / profund
Unterarm und Handradial / ulnar; palmar / dorsal
Bewegungsebenesenkrechte Achsetypische Bewegung
SagittalebeneTransversalachseFlexion / Extension
FrontalebeneSagittalachseAbduktion / Adduktion
TransversalebeneLongitudinalachseRotation

Alltagsbewegungen sind gekoppelte Komplexbewegungen. Ebenen und Achsen dienen dazu, ihre Anteile präzise zu beschreiben.

Fragen und Antworten
Beschreiben Sie die anatomische Grundstellung (3 Punkte)
  • Die anatomische Grundstellung ist die Bezugsposition für sämtliche Lage- und Bewegungsangaben: aufrechter Stand, Blick nach vorn, Arme seitlich am Körper, Handflächen nach vorn, Füße parallel beziehungsweise leicht auseinander
  • Rechts und links beziehen sich immer auf die beschriebene Person
  • So bleiben Aussagen eindeutig, auch wenn sie sitzt, liegt oder die Extremität verdreht hält
Unterscheiden Sie kranial, kaudal, superior und inferior (4 Punkte)
  • Kranial bedeutet zum Kopf hin, kaudal zum Steiß hin
  • Superior und inferior bezeichnen entsprechend eine höhere beziehungsweise tiefere Lage
  • Am Rumpf sind diese Paare weitgehend vergleichbar; an Kopf und Extremitäten sind spezifischere Begriffe oft genauer
  • Eine Struktur kann beispielsweise kaudal des Thorax und zugleich superior zum Beckenboden liegen
Unterscheiden Sie ventral, dorsal, anterior und posterior (4 Punkte)
  • Ventral bezeichnet die Bauchseite, dorsal die Rückenseite
  • Anterior bedeutet vorn, posterior hinten
  • Beim aufrecht stehenden Menschen stimmen ventral und anterior sowie dorsal und posterior meist überein; am Gehirn oder bei vierfüßigen Tieren ist die Zuordnung anders
  • Die Begriffe beschreiben Lagebeziehungen, nicht die Blickrichtung der untersuchenden Person
Unterscheiden Sie medial, lateral und median (4 Punkte)
  • Medial bedeutet zur Medianebene hin, lateral von ihr weg
  • Median liegt genau in der Körpermittellinie
  • Die Ulna ist in anatomischer Grundstellung medial vom Radius, der Daumen lateral vom kleinen Finger
  • Die Begriffe erlauben relative Aussagen: Eine Struktur kann gegenüber einer anderen medial, zugleich gegenüber einer dritten lateral liegen
Unterscheiden Sie proximal, distal, superfiziell und profund (5 Punkte)
  • Proximal bezeichnet eine Lage näher am Rumpf oder Ursprung, distal eine weiter entfernte
  • Superfiziell bedeutet oberflächlich, profund tief gelegen
  • Am Arm liegt der Ellenbogen proximal zum Handgelenk, die Finger distal
  • Haut liegt superfiziell zur Muskulatur, Knochen meist profund
  • Diese Begriffe sind besonders für Extremitäten, Wunden und Schichtbefunde geeignet
Unterscheiden Sie radial, ulnar, palmar und dorsal an der Hand (4 Punkte)
  • Radial bedeutet zur Speichenseite und damit zum Daumen, ulnar zur Ellenseite und damit zum kleinen Finger
  • Palmar bezeichnet die Hohlhandseite; dorsal die Handrückenseite
  • Die Zuordnung gilt aus der anatomischen Grundstellung, unabhängig von Pronation oder Supination
  • Sie präzisiert Sensibilitätsbefunde, Narbenlagen und Bewegungsrichtungen an Hand und Unterarm
Erläutern Sie die drei Hauptebenen des Körpers (4 Punkte)
  • Die Sagittalebene teilt den Körper in rechte und linke Anteile; die Medianebene ist die mittlere Sagittalebene
  • Die Frontalebene trennt vorn und hinten, die Transversalebene oben und unten
  • Bewegungen werden ihrer überwiegenden Ebene zugeordnet, obwohl Alltagsaktivitäten meist mehrere Ebenen verbinden
  • Ebenen dienen daher der Analyse, nicht der künstlichen Zerlegung von Handlung
Erläutern Sie die drei Hauptachsen des Körpers (3 Punkte)
  • Die Longitudinalachse verläuft kranio-kaudal, die Transversalachse von rechts nach links und die Sagittalachse von vorn nach hinten
  • Eine Bewegung findet um eine Achse statt, die senkrecht auf ihrer Hauptebene steht
  • Rotation erfolgt typischerweise um die Longitudinalachse, Flexion und Extension um die Transversalachse, Abduktion und Adduktion um die Sagittalachse
Erklären Sie das Ebenen-Achsen-Prinzip (3 Punkte)
  • Jede idealisierte Gelenkbewegung wird einer Ebene und der dazu senkrechten Achse zugeordnet
  • Flexion und Extension verlaufen überwiegend in der Sagittalebene um eine Transversalachse; Abduktion und Adduktion in der Frontalebene um eine Sagittalachse; Innen- und Außenrotation in der Transversalebene um eine Longitudinalachse
  • Abweichungen entstehen durch Gelenkform und Ausgangsstellung
Beschreiben Sie die Veränderung der Körperproportionen im Lebensverlauf (4 Punkte)
  • Körperproportionen verändern sich mit Wachstum und Alter
  • Beim Neugeborenen macht der Kopf ungefähr ein Viertel der Körperlänge aus, beim Erwachsenen etwa ein Siebtel bis Achtel; Extremitäten wachsen relativ stärker
  • Proportionen beeinflussen Körperschwerpunkt, Reichweite und Bewegungsstrategie
  • Befund und Hilfsmittelanpassung müssen daher Alter, Körperbau und individuelle Maße berücksichtigen
Begründen Sie den therapeutischen Nutzen anatomischer Orientierung (3 Punkte)
  • Eindeutige Orientierung ermöglicht, Bewegungsrichtung, betroffene Seite, Gelenkstellung und Lage einer Struktur reproduzierbar zu dokumentieren
  • Eine Aussage wie „Schmerz palmar-radial am Handgelenk bei Extension“ ist prüfbarer als „vorn außen tut es weh“
  • Die Fachsprache unterstützt Befundvergleich, Zielkontrolle, Hilfsmittelbau und sichere Kommunikation mit anderen Berufsgruppen
Analysieren Sie die Armabduktion mit anatomischen Lage- und Bewegungsbegriffen (3 Punkte)
  • Bei einer seitlichen Armhebung entfernt sich der Humerus vom Rumpf: Abduktion im Schultergelenk, überwiegend in der Frontalebene um eine Sagittalachse
  • Gleichzeitig rotiert die Scapula aufwärts und bewegt sich am Thorax; bei größerer Elevation beteiligt sich die Clavicula
  • Die Gesamtbewegung ist daher eine gekoppelte Komplexbewegung des Schultergürtels, nicht nur eine isolierte Gelenkaktion
Quellen

BAP_skript_ALLG_NS_SP.pdf, 14.07.2026

lp_bfs_ergotherapeut_2024-1(5).pdf, S. 28, 21.07.2026

Knochen: Aufbau, Wachstum und Belastungsanpassung
Kernstruktur
EbeneZentrale Frage
FormWelche Knochenform passt zu Schutz, Hebel oder Lastverteilung?
GewebeWie ergänzen sich Kompakta, Spongiosa, Periost und Knochenmark?
ZellenWie steuern Osteoblasten, Osteoklasten und Osteozyten den Umbau?
EntwicklungWie entstehen Knochen und wie wachsen sie in Länge und Dicke?
BelastungWie reagieren Knochen auf Training, Immobilisation und Verletzung?
Fragen und Antworten
Nennen Sie fünf Hauptfunktionen des Knochens (5 Punkte)
  • Stützfunktion: Knochen geben dem Körper Form und tragen Last.
  • Schutzfunktion: Schädel, Wirbelkanal und Thorax umgeben empfindliche Organe.
  • Bewegungsfunktion: Knochen wirken als Hebel und Ansatzpunkte für Muskeln.
  • Speicherfunktion: Vor allem Calcium und Phosphat werden in der Matrix gebunden.
  • Blutbildung: Rotes Knochenmark bildet die zellulären Bestandteile des Blutes.
Ordnen Sie fünf Knochenformen jeweils einem Beispiel zu (5 Punkte)
  • Langer Knochen: Humerus oder Femur.
  • Kurzer Knochen: Handwurzel- oder Fußwurzelknochen.
  • Platter Knochen: Scapula, Sternum oder Schädelkalotte.
  • Unregelmäßiger Knochen: Wirbel oder Gesichtsschädelknochen.
  • Sesambein: Patella.
Beschreiben Sie den Aufbau eines Röhrenknochens anhand von sechs Strukturen (6 Punkte)
  • Diaphyse: röhrenförmiger Schaft.
  • Epiphysen: gelenknahe Knochenenden.
  • Metaphysen: Übergangszonen zwischen Schaft und Epiphysen.
  • Kompakta: feste äußere Knochenschicht.
  • Spongiosa: trabekuläres Innengerüst mit belastungsorientierter Architektur.
  • Markhöhle und Knochenmark: beim Erwachsenen im Schaft überwiegend gelbes Fettmark, in spongiösen Bereichen teilweise rotes Mark.
Unterscheiden Sie Kompakta und Spongiosa anhand von Aufbau, Lage und Funktion (6 Punkte)
  • Kompakta: dicht organisierte Lamellen beziehungsweise Osteone.
  • Kompakta: bildet vor allem die tragfähige Außenschicht und den Schaft langer Knochen.
  • Kompakta: widersteht Biegung und Torsion.
  • Spongiosa: besteht aus einem räumlichen Netz von Trabekeln.
  • Spongiosa: liegt vor allem in Epiphysen und im Inneren platter oder kurzer Knochen.
  • Spongiosa: spart Gewicht und richtet sich entlang typischer Zug- und Drucklinien aus.
Erläutern Sie vier Funktionen des Periosts (4 Punkte)
  • Gefäße des Periosts versorgen äußere Knochenanteile.
  • Sensible Nerven machen das Periost stark schmerzempfindlich.
  • Die innere Zellschicht beteiligt sich an Dickenwachstum und Heilung.
  • Sehnen und Bänder verankern sich über das Periost am Knochen.
Unterscheiden Sie Osteoblasten, Osteoklasten und Osteozyten anhand ihrer Hauptaufgaben (6 Punkte)
  • Osteoblasten bilden organische Knochenmatrix.
  • Osteoblasten fördern deren anschließende Mineralisation.
  • Osteoklasten lösen mineralisierte Matrix und bauen Knochen ab.
  • Osteoklasten schaffen damit Raum für Umbau und Calciumfreisetzung.
  • Osteozyten sind eingemauerte reife Knochenzellen.
  • Osteozyten registrieren Belastung und koordinieren lokale Umbauantworten.
Erklären Sie die mechanische Bedeutung der organischen und anorganischen Knochenmatrix (4 Punkte)
  • Kollagenfasern bilden den wichtigsten organischen Anteil.
  • Der organische Anteil verleiht Zugfestigkeit und eine begrenzte Elastizität.
  • Calciumphosphat in Form von Hydroxylapatit bildet den wichtigsten mineralischen Anteil.
  • Der mineralische Anteil verleiht Druckfestigkeit und Härte.
Unterscheiden Sie desmale und chondrale Ossifikation anhand von Ausgangsgewebe, Ablauf und Beispielen (6 Punkte)
  • Desmale Ossifikation beginnt direkt im Mesenchym.
  • Desmale Ossifikation bildet unter anderem große Teile des Schädeldachs.
  • Chondrale Ossifikation nutzt ein knorpeliges Vorläufermodell.
  • Bei der chondralen Ossifikation wird Knorpel schrittweise durch Knochen ersetzt.
  • Chondral entstehen unter anderem lange Röhrenknochen und Rippen.
  • Beide Wege führen zunächst zu Geflechtknochen, der zu Lamellenknochen umgebaut wird.
Beschreiben Sie das Längenwachstum eines Röhrenknochens in vier Schritten (4 Punkte)
  • In der Epiphysenfuge wird auf der Epiphysenseite Knorpel gebildet.
  • Knorpelzellen proliferieren und vergrößern sich.
  • Auf der Diaphysenseite verkalkt die Knorpelmatrix und wird abgebaut.
  • Knochengewebe ersetzt den Knorpel, bis sich die Epiphysenfuge am Wachstumsende schließt.
Erklären Sie das Dickenwachstum des Knochens (4 Punkte)
  • Osteoblasten der inneren Periostschicht lagern außen neue Lamellen an.
  • Osteoklasten erweitern gleichzeitig die Markhöhle von innen.
  • Außenanbau und Innenabbau vergrößern den Durchmesser ohne unnötige Gewichtszunahme.
  • Die Anpassung reagiert auf Wachstum und mechanische Beanspruchung.
Erklären Sie die Belastungsanpassung des Knochens als gekoppelten Umbauprozess (5 Punkte)
  • Mechanische Dehnung und Flüssigkeitsbewegung werden von Osteozyten erfasst.
  • Belastete Bereiche fördern lokal knochenaufbauende Signale.
  • Osteoblasten lagern dort neue Matrix an.
  • Osteoklasten entfernen wenig belastete oder geschädigte Matrix.
  • Dadurch verändern sich Masse und Trabekelverlauf entsprechend der wiederkehrenden Belastung.
Leiten Sie vier mögliche Knochenfolgen längerer Immobilisation ab (4 Punkte)
  • Fehlende mechanische Reize vermindern den Knochenaufbau.
  • Der Knochenabbau kann den Aufbau übersteigen.
  • Knochenmasse und Belastbarkeit nehmen ab.
  • Nach der Immobilisation muss Belastung dosiert gesteigert werden, weil Struktur und Leistungsfähigkeit verzögert reagieren.
Erläutern Sie die Rolle des Knochens im Calciumhaushalt (4 Punkte)
  • Die Knochenmatrix bindet den größten Teil des körpereigenen Calciums.
  • Bei sinkendem Blutcalcium kann Knochenabbau Calcium freisetzen.
  • Bei ausreichendem Angebot kann Calcium wieder mineralisiert eingelagert werden.
  • Hormone, Vitamin D, Niere und Darm koppeln den Knochen an die systemische Regulation.
Beschreiben Sie fünf übergeordnete Phasen der Frakturheilung (5 Punkte)
  • Hämatom und Entzündungsreaktion stabilisieren und reinigen das Verletzungsgebiet.
  • Granulationsgewebe und weicher Kallus überbrücken den Spalt.
  • Harter Kallus aus Geflechtknochen erhöht die Stabilität.
  • Lamellenknochen ersetzt schrittweise den Geflechtknochen.
  • Remodellierung richtet die Struktur über Monate an der Belastung aus.
Begründen Sie die dosierte mechanische Belastung während der Knochenheilung (4 Punkte)
  • Angemessene Belastung liefert einen Reiz für gerichteten Knochenumbau.
  • Zu geringe Belastung begünstigt Abbau und verzögert funktionelle Anpassung.
  • Zu hohe oder zu frühe Belastung kann Stabilität und Gewebebrücken gefährden.
  • Die zulässige Dosis richtet sich nach Fraktur, Stabilisierung, Heilungsphase und ärztlicher Freigabe.
Erklären Sie die Wortherkunft von Os, Osteon und Skelett (3 Punkte)
  • Lateinisch os, Genitiv ossis, bedeutet Knochen und erscheint etwa in ossär oder Ossifikation.
  • Griechisch ostéon bedeutet Knochen und steckt in Osteologie, Osteoblast und Osteoporose.
  • Griechisch skeletós bedeutet ausgetrocknet beziehungsweise mumifiziert und wurde zur Bezeichnung des knöchernen Gerüsts.

*Weiterführung:* Die Knochenform bestimmt, wo Flächen, Vorsprünge und Hebel entstehen. Im nächsten Kapitel folgt deshalb die Frage, wie Knochen miteinander verbunden werden und aus Stabilität kontrollierte Beweglichkeit entsteht.

Quellen

BAP_2_Skelett_1_Knochen_TR.pdf, 22.07.2026

BAP_skript_Bewegungsapparat.pdf, 22.07.2026

lp_bfs_ergotherapeut_2024-1(5).pdf, S. 29, 22.07.2026

Organisation des Nervensystems, Entwicklung, Neurone und Glia
Fragen und Antworten
Nennen Sie die zwei Hauptbereiche des Nervensystems und ihre Bestandteile (4 Punkte)
  • ZNS: Gehirn.
  • ZNS: Rückenmark.
  • PNS: Hirn- und Spinalnerven.
  • PNS: periphere Ganglien und Rezeptorverbindungen.
Unterscheiden Sie afferente und efferente Leitungsrichtung (4 Punkte)
  • Afferent führt Information aus der Peripherie zum ZNS.
  • Afferente Signale sind überwiegend sensorisch.
  • Efferent führt Information vom ZNS zur Peripherie.
  • Efferente Signale steuern Muskeln oder Drüsen.
Unterscheiden Sie somatisches und vegetatives Nervensystem anhand von Zielorgan und Steuerbarkeit (4 Punkte)
  • Somatisch: Skelettmuskulatur.
  • Somatisch: überwiegend willkürlich beeinflussbar.
  • Vegetativ: innere Organe, Gefäße und Drüsen.
  • Vegetativ: überwiegend unwillkürlich reguliert.
Beschreiben Sie ein Neuron anhand von fünf Struktur-Funktions-Zuordnungen (5 Punkte)
  • Dendriten nehmen Signale auf.
  • Soma integriert Stoffwechsel und eingehende Signale.
  • Axonhügel bildet häufig Aktionspotenziale.
  • Axon leitet Erregung weiter.
  • Synaptische Endigungen übertragen Signale auf Zielzellen.
Erklären Sie die funktionelle Bedeutung von Myelin (4 Punkte)
  • Myelin isoliert Axonabschnitte elektrisch.
  • Aktionspotenziale werden an Ranvier-Schnürringen erneuert.
  • Die Erregung springt saltatorisch von Knoten zu Knoten.
  • Leitungsgeschwindigkeit steigt bei geringerem Energieaufwand.
Ordnen Sie vier Gliazelltypen ihrer Hauptaufgabe zu (4 Punkte)
  • Astrozyten: Milieuregulation und Versorgung im ZNS.
  • Oligodendrozyten: Myelinbildung im ZNS.
  • Schwann-Zellen: Myelinbildung und Regenerationshilfe im PNS.
  • Mikroglia: Immunüberwachung und Phagozytose.
Beschreiben Sie die vorgeburtliche Entwicklung des Nervensystems in fünf Grundschritten (5 Punkte)
  • Ektoderm verdickt sich zur Neuralplatte.
  • Neuralfalten nähern sich und bilden das Neuralrohr.
  • Aus dem Neuralrohr entstehen Gehirn und Rückenmark.
  • Neuralleistenzellen bilden große Teile des PNS.
  • Differenzierung, Migration und Vernetzung formen spezialisierte Nervensystembereiche.
Erläutern Sie vier Kennzeichen der nachgeburtlichen Nervensystementwicklung (4 Punkte)
  • Synapsenzahl und Verschaltung verändern sich erfahrungsabhängig.
  • Myelinisierung setzt sich über Jahre fort.
  • Häufig genutzte Netzwerke werden stabilisiert.
  • Wenig genutzte Verbindungen können reduziert werden.
Erklären Sie Neuroplastizität anhand von vier Mechanismen (4 Punkte)
  • Synapsen können ihre Übertragungsstärke verändern.
  • Neue synaptische Verbindungen können entstehen.
  • Kortikale Repräsentationen können sich verschieben.
  • Training und Umweltreize beeinflussen die Netzwerkorganisation.
Begründen Sie die Bedeutung von Neuroplastizität für Ergotherapie (4 Punkte)
  • Alltagsorientiertes Üben liefert wiederholte relevante Reize.
  • Aufgabenvariation fördert flexible Netzwerkbildung.
  • Bedeutungsvolle Aktivität erhöht Aufmerksamkeit und Übungsbereitschaft.
  • Dosierung und Wiederholung unterstützen funktionellen Transfer.

*Weiterführung:* Nach der strukturellen Grundordnung folgt die elektrische Sprache der Nervenzellen: Erst Erregung, Leitung und synaptische Übertragung erklären, wie Information im Nervensystem tatsächlich weitergegeben wird.

Quellen

lp_bfs_ergotherapeut_2024-1(5).pdf, S. 32–33, 22.07.2026

FÄCHER(6).zip und FÄCHER2(6).zip: BAP-Unterlagen, 22.07.2026

Herz: Lage, Wandschichten, Räume, Klappen und Koronargefäße
Fragen und Antworten
Nennen Sie fünf Lage- und Größenmerkmale des Herzens (5 Punkte)
  • Das Herz liegt im mittleren Mediastinum zwischen den Lungenflügeln.
  • Es liegt hinter dem Brustbein.
  • Es ruht dem Zwerchfell auf.
  • Etwa zwei Drittel liegen links der Körpermittellinie.
  • Es ist ungefähr faustgroß und wiegt beim Erwachsenen grob 300 Gramm.
Ordnen Sie die vier Schichten des Herzens von innen nach außen (4 Punkte)
  • Endokard.
  • Myokard.
  • Epikard.
  • Perikard.
Erläutern Sie die Hauptfunktion der vier Herzschichten (4 Punkte)
  • Das Endokard kleidet die Herzhöhlen glatt aus und bildet die Klappen.
  • Das Myokard erzeugt durch Kontraktion den Pumpdruck.
  • Das Epikard bildet die äußere Herzoberfläche und die viszerale Schicht des Herzbeutels.
  • Das Perikard umschließt und fixiert das Herz und begrenzt eine akute Überdehnung.
Erklären Sie die Funktion des Perikardspalts (3 Punkte)
  • Der Perikardspalt liegt zwischen viszeralem und parietalem Blatt des serösen Herzbeutels.
  • Er enthält eine geringe Flüssigkeitsmenge.
  • Die Flüssigkeit vermindert Reibung bei jeder Herzbewegung.
Benennen Sie die vier Herzhöhlen und die trennenden Septen (6 Punkte)
  • Rechter Vorhof.
  • Rechte Herzkammer.
  • Linker Vorhof.
  • Linke Herzkammer.
  • Das Vorhofseptum trennt die Vorhöfe.
  • Das Ventrikelseptum trennt die Kammern.
Ordnen Sie dem rechten Herzen zwei Zuflüsse und einen Abfluss zu (3 Punkte)
  • Die obere Hohlvene mündet in den rechten Vorhof.
  • Die untere Hohlvene mündet in den rechten Vorhof.
  • Der Truncus pulmonalis verlässt die rechte Kammer.
Ordnen Sie dem linken Herzen Zufluss und Abfluss zu (2 Punkte)
  • Vier Lungenvenen münden in den linken Vorhof.
  • Die Aorta verlässt die linke Kammer.
Ordnen Sie die vier Herzklappen nach Herzseite, Lage und Klappentyp (4 Punkte)
  • Rechts zwischen Vorhof und Kammer liegt die Trikuspidalklappe als Segelklappe.
  • Links zwischen Vorhof und Kammer liegt die Mitral- oder Bikuspidalklappe als Segelklappe.
  • Zwischen rechter Kammer und Truncus pulmonalis liegt die Pulmonalklappe als Taschenklappe.
  • Zwischen linker Kammer und Aorta liegt die Aortenklappe als Taschenklappe.
Erklären Sie das druckabhängige Öffnen und Schließen der Herzklappen (4 Punkte)
  • Eine Klappe öffnet, wenn der Druck vor ihr höher ist als hinter ihr.
  • Sie schließt, wenn sich das Druckgefälle umkehrt.
  • Die Klappen werden nicht aktiv durch eigene Muskulatur bewegt.
  • Papillarmuskeln und Sehnenfäden verhindern bei den Segelklappen ein Umschlagen in die Vorhöfe.
Ordnen Sie den vollständigen Blutweg durch Herz und Lunge in zwölf Stationen (12 Punkte)
  • Hohlvenen.
  • Rechter Vorhof.
  • Trikuspidalklappe.
  • Rechte Kammer.
  • Pulmonalklappe.
  • Truncus pulmonalis und Lungenarterien.
  • Lungenkapillaren.
  • Lungenvenen.
  • Linker Vorhof.
  • Mitralklappe.
  • Linke Kammer.
  • Aortenklappe und Aorta.
Vergleichen Sie rechte und linke Kammer anhand von Kreislauf, Druck und Wanddicke (4 Punkte)
  • Die rechte Kammer versorgt den druckärmeren Lungenkreislauf.
  • Ihre Muskelwand ist vergleichsweise dünn.
  • Die linke Kammer versorgt den widerstandsreicheren Körperkreislauf.
  • Ihre Muskelwand ist deutlich dicker.
Erklären Sie die Eigenversorgung des Herzens durch die Koronargefäße (4 Punkte)
  • Die Koronararterien entspringen unmittelbar oberhalb der Aortenklappe aus der Aorta.
  • Sie versorgen das Myokard mit Sauerstoff und Nährstoffen.
  • Koronarvenen sammeln das venöse Blut des Herzmuskels.
  • Der größte Teil mündet über den Sinus coronarius in den rechten Vorhof.
Unterscheiden Sie Gefäßbezeichnung und Sauerstoffgehalt des Blutes (4 Punkte)
  • Arterien sind Gefäße, die Blut vom Herzen wegführen.
  • Venen führen Blut zum Herzen hin.
  • Arterielles Blut bezeichnet meist sauerstoffreiches Blut.
  • Venöses Blut bezeichnet meist sauerstoffarmes Blut.
Begründen Sie die scheinbare Ausnahme bei Lungenarterien und Lungenvenen (4 Punkte)
  • Die Lungenarterien heißen Arterien, weil sie vom rechten Herzen wegführen.
  • Sie transportieren dennoch sauerstoffarmes Blut.
  • Die Lungenvenen heißen Venen, weil sie zum linken Herzen hinführen.
  • Sie transportieren dennoch sauerstoffreiches Blut.
Erklären Sie die funktionelle Bedeutung der Herzscheidewand (4 Punkte)
  • Sie trennt rechten und linken Kreislauf anatomisch.
  • Sie verhindert die direkte Vermischung sauerstoffarmen und sauerstoffreichen Blutes.
  • Dadurch können Lungen- und Körperkreislauf mit unterschiedlichen Drücken arbeiten.
  • Die Trennung ermöglicht eine wirksame Sauerstoffversorgung der Organe.
Erklären Sie die Wortherkunft von Atrium, Ventrikel und Perikard (3 Punkte)
  • Lateinisch atrium bezeichnet einen Vorraum und erscheint anatomisch für den Herzvorhof.
  • Lateinisch ventriculus bedeutet kleine Bauchhöhle und bezeichnet eine Herzkammer.
  • Griechisch peri bedeutet um und kardia Herz; Perikard bezeichnet die Hülle um das Herz.
Leiten Sie zwei Folgen einer deutlich verminderten Herzpumpleistung ab (4 Punkte)
  • Ein vermindertes Herzzeitvolumen senkt die Versorgung der Organe mit Sauerstoff und Nährstoffen.
  • Blut kann sich vor der geschwächten Herzhälfte in den vorgeschalteten Kreislaufabschnitt zurückstauen.
  • Verminderte Organversorgung kann sich als schnelle Ermüdbarkeit und Leistungsminderung zeigen.
  • Rückstau kann die Bildung von Flüssigkeitseinlagerungen begünstigen.

*Weiterführung:* Der anatomische Blutweg erklärt die räumliche Ordnung, aber noch nicht den zeitlichen Ablauf. Deshalb folgt nun, wie Druck, Klappenstellung, Erregungsleitung und Muskelarbeit zu einem koordinierten Herzzyklus werden.

Quellen

lp_bfs_ergotherapeut_2024-1(5).pdf, S. 34–35, 22.07.2026

BAP_HKS_1_TR_Einführung_Herz Anatomie.pdf, 22.07.2026

BAP_HKS_2_TR_Blutfluss_Herzmechanik.pdf, 22.07.2026

BAP_skript_HKL_Atmung.pdf, 22.07.2026

Atemwege: Leitung, Reinigung, Erwärmung und Schutz
Fragen und Antworten
Ordnen Sie sechs Stationen des Luftwegs von der Außenluft bis zu den Bronchiolen (6 Punkte)
  • Nasen- oder Mundhöhle
  • Rachen
  • Kehlkopf
  • Luftröhre
  • Hauptbronchien
  • Bronchien und Bronchiolen
Erläutern Sie vier Aufgaben der Nasenhöhle (4 Punkte)
  • Sie leitet die Atemluft
  • Die gut durchblutete Schleimhaut erwärmt sie
  • Schleimhaut und Flimmerepithel befeuchten und reinigen sie
  • Die Riechschleimhaut ermöglicht Geruchswahrnehmung
Beschreiben Sie den Aufbau der Nasenhöhle anhand von vier Merkmalen (4 Punkte)
  • Das Septum nasi teilt sie in zwei Hälften
  • Drei Nasenmuscheln vergrößern je Seite die Oberfläche
  • Der größte Teil trägt respiratorische Schleimhaut
  • Im Dach liegt die Regio olfactoria mit Riechsinneszellen
Nennen Sie vier Nasennebenhöhlen (4 Punkte)
  • Stirnhöhle
  • Kieferhöhle
  • Keilbeinhöhle
  • Siebbeinzellen
Erklären Sie die mukoziliäre Reinigung in vier Schritten (4 Punkte)
  • Becherzellen und Drüsen bilden Schleim
  • Partikel und Mikroorganismen bleiben im Schleim haften
  • Flimmerhärchen schlagen koordiniert Richtung Rachen
  • Der Schleim wird geschluckt oder abgehustet
Unterscheiden Sie Nasenrachen, Mundrachen und Kehlkopfrachen (4 Punkte)
  • Der Nasenrachen liegt hinter der Nasenhöhle und führt vorwiegend Luft
  • Der Mundrachen liegt hinter der Mundhöhle und führt Luft sowie Nahrung
  • Der Kehlkopfrachen liegt vor der Speiseröhre und verteilt Luft und Speiseweg
  • Alle drei Abschnitte bilden gemeinsam den Pharynx
Erläutern Sie vier Funktionen des Kehlkopfs (4 Punkte)
  • Er hält den Atemweg offen
  • Der Kehldeckel und weitere Verschlussmechanismen schützen beim Schlucken
  • Stimmlippen erzeugen den Grundton der Stimme
  • Hustenreflex und sensible Innervation dienen dem Atemwegsschutz
Beschreiben Sie den Wandbau der Trachea anhand von vier Merkmalen (4 Punkte)
  • Hufeisenförmige Knorpelspangen halten das Lumen offen
  • Die offene Hinterwand grenzt an die Speiseröhre
  • Glatte Muskulatur verbindet die Knorpelenden
  • Respiratorisches Flimmerepithel kleidet die Innenfläche aus
Erklären Sie die Verzweigung des Bronchialbaums (4 Punkte)
  • Die Trachea teilt sich in rechten und linken Hauptbronchus
  • Hauptbronchien verzweigen sich in Lappen- und Segmentbronchien
  • Kleinere Bronchien gehen in Bronchiolen über
  • Terminale und respiratorische Bronchiolen führen zu Alveolargängen und Alveolen
Begründen Sie die erhöhte Aspirationsgefahr im rechten Hauptbronchus (4 Punkte)
  • Der rechte Hauptbronchus verläuft steiler
  • Er ist im Mittel weiter als der linke
  • Er setzt die Richtung der Trachea unmittelbarer fort
  • Fremdkörper gelangen deshalb häufiger in die rechte Lunge
Übergang

Sind Luftleitung und Schutz geklärt, folgt das eigentliche Austauschorgan. Lappen, Bronchialbaum, Alveolen und Pleura erklären, wie eine große, bewegliche Austauschfläche entsteht.

Quellen

lp_bfs_ergotherapeut_2024-1(5).pdf, S. 35–37, 22.07.2026

BAP_Atmung_Anatomie.pdf, 22.07.2026

BAP_skript_HKL_Atmung.pdf, 22.07.2026

Verdauungsweg: Mundhöhle, Speiseröhre, Magen, Dünn- und Dickdarm
Fragen und Antworten
Ordnen Sie neun Stationen des Verdauungswegs (9 Punkte)
  • Mundhöhle
  • Rachen
  • Speiseröhre
  • Magen
  • Duodenum
  • Jejunum
  • Ileum
  • Dickdarm
  • Rektum und Analkanal
Nennen Sie vier Aufgaben der Mundhöhle bei der Verdauung (4 Punkte)
  • Nahrung aufnehmen
  • Mechanisch zerkleinern und mit Speichel mischen
  • Geschmack und Beschaffenheit prüfen
  • Den geformten Bolus zum Schlucken vorbereiten
Erklären Sie den Schluckakt in drei Phasen (4 Punkte)
  • Die orale Phase transportiert den Bolus willkürlich nach hinten
  • Die pharyngeale Phase verschließt Atemweg und Nasenraum reflexartig
  • Die ösophageale Phase befördert den Bolus durch Peristaltik zum Magen
  • Die koordinierte Abfolge schützt vor Aspiration
Beschreiben Sie vier Merkmale der Speiseröhre (4 Punkte)
  • Sie ist ein muskulärer Schlauch zwischen Rachen und Magen
  • Sie verläuft durch Hals, Brustraum und Zwerchfell
  • Peristaltische Wellen transportieren den Bolus
  • Schließmechanismen begrenzen Luftschlucken und Rückfluss von Mageninhalt
Nennen Sie vier Hauptaufgaben des Magens (4 Punkte)
  • Nahrung vorübergehend speichern
  • Nahrung durchmischen und zu Speisebrei verarbeiten
  • Salzsäure bilden und Proteine denaturieren
  • Speisebrei portionsweise an das Duodenum abgeben
Beschreiben Sie den Magenbau anhand von vier Abschnitten (4 Punkte)
  • Kardia am Übergang von der Speiseröhre
  • Fundus als kuppelförmiger oberer Abschnitt
  • Corpus als größter Hauptabschnitt
  • Antrum und Pylorus dosieren die Magenentleerung
Ordnen Sie die drei Dünndarmabschnitte und ihre Hauptbezüge (4 Punkte)
  • Duodenum nimmt Galle und Pankreassaft auf
  • Jejunum ist ein Hauptort der Nährstoffresorption
  • Ileum resorbiert unter anderem Gallensäuren und Vitamin B12-Komplexe
  • Alle Abschnitte mischen und transportieren den Darminhalt
Nennen Sie fünf Abschnitte oder Strukturen des Dickdarms (5 Punkte)
  • Caecum
  • Appendix vermiformis
  • Colon ascendens
  • Colon transversum und descendens
  • Colon sigmoideum, Rektum und Analkanal
Unterscheiden Sie Dünn- und Dickdarm anhand von vier Funktionen (4 Punkte)
  • Im Dünndarm findet der größte Teil der enzymatischen Verdauung statt
  • Dort wird der größte Anteil der Nährstoffe resorbiert
  • Der Dickdarm resorbiert vor allem Wasser und Elektrolyte
  • Er formt, speichert und transportiert den Stuhl unter Beteiligung der Darmmikrobiota
Erklären Sie die Peristaltik anhand von vier Merkmalen (4 Punkte)
  • Ring- und Längsmuskulatur der Darmwand arbeiten koordiniert
  • Hinter dem Inhalt kontrahiert die Ringmuskulatur
  • Vor dem Inhalt erschlafft oder erweitert sich der Abschnitt
  • Dadurch wird Inhalt aboral weitertransportiert und zugleich durchmischt
Übergang

Der Organweg beschreibt Stationen und Bewegungen. Im nächsten Kapitel wird geklärt, wie Kohlenhydrate, Proteine und Fette enzymatisch zerlegt und über die Darmwand aufgenommen werden.

Quellen

lp_bfs_ergotherapeut_2024-1(5).pdf, S. 36, 22.07.2026

Verdauung_JT_TR_2.pdf, 22.07.2026

BAP_skript_Verdauung_Urogenital_Embryologie_Endokrinologie.pdf, 22.07.2026

Niere und Nephron: Lage, Gliederung und Gefäßweg
Fragen und Antworten
Nennen Sie fünf Lagebeziehungen der Nieren (5 Punkte)
  • Sie liegen retroperitoneal beidseits der Wirbelsäule
  • Ihre Lage reicht ungefähr vom unteren Brust- bis oberen Lendenbereich
  • Die rechte Niere liegt wegen der Leber meist etwas tiefer
  • Obere Pole sind teilweise von Rippen geschützt
  • Nebennieren liegen den oberen Polen auf
Ordnen Sie fünf makroskopische Nierenstrukturen von außen nach innen (5 Punkte)
  • Nierenkapsel
  • Nierenrinde
  • Nierenmark mit Markpyramiden
  • Nierenkelche
  • Nierenbecken mit Übergang zum Harnleiter
Beschreiben Sie den Nierenhilus anhand von vier Strukturen (4 Punkte)
  • Am medialen Nierenrand liegt der Hilus
  • Die Nierenarterie tritt ein
  • Nierenvene und Harnleiter treten aus
  • Nerven und Lymphgefäße verlaufen ebenfalls durch den Hilus
Definieren Sie das Nephron anhand von vier Bestandteilen (4 Punkte)
  • Das Nephron ist die funktionelle Einheit der Niere
  • Es beginnt mit Nierenkörperchen aus Glomerulum und Bowman-Kapsel
  • Es umfasst proximalen Tubulus, Henle-Schleife und distalen Tubulus
  • Sein Filtrat mündet in ein Sammelrohrsystem
Ordnen Sie den Blutweg durch das Nierenkörperchen (5 Punkte)
  • Zuführende Arteriole
  • Glomeruläre Kapillarschlingen
  • Abführende Arteriole
  • Peritubuläre Kapillaren oder Vasa recta
  • Venöses Gefäßsystem der Niere
Beschreiben Sie die glomeruläre Filtrationsbarriere (4 Punkte)
  • Fenestriertes Kapillarendothel hält Blutzellen zurück
  • Die Basalmembran begrenzt große und negativ geladene Moleküle
  • Podozyten bilden Filtrationsschlitze
  • Wasser und kleine gelöste Stoffe können in die Bowman-Kapsel gelangen
Unterscheiden Sie Nierenrinde und Nierenmark (4 Punkte)
  • Die Rinde enthält Nierenkörperchen sowie gewundene Tubulusabschnitte
  • Das Mark enthält vor allem Henle-Schleifen und Sammelrohre
  • Markpyramiden leiten Harn zu Papillen und Kelchen
  • Die räumliche Gliederung ermöglicht Konzentrationsmechanismen
Nennen Sie sechs Gesamtaufgaben der Niere (6 Punkte)
  • Ausscheidung harnpflichtiger Stoffe
  • Regulation von Wasser und Elektrolyten
  • Säure-Basen-Regulation
  • Mitwirkung an Blutdruckregulation
  • Erythropoetinbildung
  • Vitamin-D-Aktivierung
Begründen Sie die hohe Nierendurchblutung (4 Punkte)
  • Die Niere muss große Plasmamengen zur Filtration erhalten
  • Sie überwacht Wasser- und Elektrolytzusammensetzung des Blutes
  • Sie reagiert auf Perfusionsdruck und beeinflusst den Blutdruck
  • Hohe Durchblutung dient überwiegend Regulation und Ausscheidung, nicht nur Eigenversorgung
Leiten Sie vier Folgen einer Schädigung der Filtrationsbarriere ab (4 Punkte)
  • Proteine können vermehrt in den Primärharn gelangen
  • Bei stärkerer Schädigung können Blutzellen erscheinen
  • Plasmaproteinverlust begünstigt Ödeme
  • Die Filtrationsleistung und Zusammensetzung des Harns werden unzuverlässig
Übergang

Der Bau des Nephrons beschreibt den Weg. Im nächsten Kapitel wird daraus Funktion: Filtration, Rückresorption, Sekretion und hormonelle Regulation bestimmen Menge und Zusammensetzung des Endharns.

Quellen

lp_bfs_ergotherapeut_2024-1(5).pdf, S. 36–37, 22.07.2026

Urogenitalsystem_JT_TR_2.pdf, 22.07.2026

BAP_skript_Verdauung_Urogenital_Embryologie_Endokrinologie.pdf, 22.07.2026

Hautschichten: Epidermis, Dermis und Subcutis
Fragen und Antworten
Ordnen Sie die drei Hautschichten von außen nach innen (3 Punkte)
  • Epidermis oder Oberhaut
  • Dermis oder Lederhaut
  • Subcutis oder Unterhaut
Beschreiben Sie vier Merkmale der Epidermis (4 Punkte)
  • Sie besteht aus mehrschichtig verhorntem Plattenepithel
  • Sie besitzt keine eigenen Blutgefäße
  • Keratinozyten wandern von basal nach oberflächlich
  • Hornzellen bilden die äußere Barriere
Nennen Sie vier wichtige Zelltypen der Epidermis (4 Punkte)
  • Keratinozyten
  • Melanozyten
  • Langerhans-Zellen
  • Merkel-Zellen
Erklären Sie die Erneuerung der Epidermis (4 Punkte)
  • Basale Keratinozyten teilen sich
  • Tochterzellen wandern zur Oberfläche
  • Sie bilden Keratin und verlieren schrittweise Zellorganellen
  • Hornzellen werden schließlich abgeschilfert
Erläutern Sie die Funktion des Melanins (4 Punkte)
  • Melanozyten bilden Melanin
  • Pigment wird an Keratinozyten abgegeben
  • Es absorbiert einen Teil ultravioletter Strahlung
  • Es vermindert DNA-Schädigung, bietet aber keinen vollständigen Sonnenschutz
Beschreiben Sie vier Merkmale der Dermis (4 Punkte)
  • Sie besteht aus kollagen- und elastinreichem Bindegewebe
  • Sie enthält Blut- und Lymphgefäße
  • Nerven, Rezeptoren, Haarfollikel und Drüsen liegen in ihr
  • Sie verleiht Zugfestigkeit und Elastizität
Unterscheiden Sie Papillar- und Retikulärschicht der Dermis (4 Punkte)
  • Die Papillarschicht liegt oberflächlich und verzahnt sich mit der Epidermis
  • Sie enthält feine Gefäße und sensible Endigungen
  • Die Retikulärschicht ist tiefer und faserreicher
  • Sie trägt wesentlich zur mechanischen Festigkeit bei
Beschreiben Sie vier Funktionen der Subcutis (4 Punkte)
  • Sie verbindet Haut verschieblich mit tieferen Strukturen
  • Fettgewebe speichert Energie
  • Sie isoliert gegen Wärmeverlust
  • Sie polstert Druck und enthält größere Gefäße sowie Nerven
Erklären Sie die Ernährung der gefäßlosen Epidermis (4 Punkte)
  • Kapillaren liegen in der Dermis
  • Sauerstoff und Nährstoffe treten ins Gewebe aus
  • Sie diffundieren über kurze Strecken zur Epidermis
  • Tiefe Epidermisschichten werden besser versorgt als die oberflächliche Hornschicht
Begründen Sie die mechanische Bedeutung der Verzahnung von Epidermis und Dermis (4 Punkte)
  • Papillen vergrößern die Kontaktfläche
  • Scherkräfte werden besser verteilt
  • Stoffaustauschwege bleiben kurz
  • An stark belasteten Stellen entstehen charakteristische Hautleisten
Übergang

Schichten erklären den Grundbau. Danach werden Schutz, Temperaturregulation, Drüsen, Haare und Nägel als konkrete Leistungen der Haut betrachtet.

Quellen

lp_bfs_ergotherapeut_2024-1(5).pdf, S. 37, 22.07.2026

BAP_Sinne_4_Haut_.pdf, 22.07.2026

BAP_skript_Sinne_SP.pdf, 22.07.2026

Hormone und endokrine Regelkreise
Fragen und Antworten
Definieren Sie Hormon, Zielzelle und Rezeptor (4 Punkte)
  • Ein Hormon ist ein körpereigener chemischer Botenstoff
  • Es wird von endokrinen Zellen freigesetzt und meist über Blut verteilt
  • Eine Zielzelle besitzt den passenden Rezeptor
  • Die Rezeptorbindung löst eine spezifische Zellantwort aus
Unterscheiden Sie endokrine, parakrine und autokrine Signalübertragung (4 Punkte)
  • Endokrine Signale erreichen entfernte Ziele über das Blut
  • Parakrine Signale wirken auf benachbarte Zellen
  • Autokrine Signale wirken auf die freisetzende Zelle selbst
  • Die Begriffe beschreiben vor allem die räumliche Reichweite
Vergleichen Sie Peptid- und Steroidhormone anhand von vier Kriterien (4 Punkte)
  • Peptidhormone sind wasserlöslich und werden meist in Vesikeln gespeichert
  • Sie binden überwiegend an Membranrezeptoren
  • Steroidhormone sind fettlöslich und werden bei Bedarf synthetisiert
  • Sie binden meist intrazelluläre Rezeptoren und verändern Genexpression
Erklären Sie eine negative hormonelle Rückkopplung (4 Punkte)
  • Eine übergeordnete Stelle stimuliert eine Hormondrüse
  • Das Endhormon steigt im Blut
  • Es hemmt übergeordnete Freisetzungsschritte
  • Dadurch wird eine übermäßige Hormonproduktion begrenzt
Nennen Sie fünf allgemeine Hormonfunktionen (5 Punkte)
  • Stoffwechsel regulieren
  • Wachstum und Entwicklung steuern
  • Fortpflanzung koordinieren
  • Wasser-, Elektrolyt- und Blutdruckhaushalt beeinflussen
  • Stress, Schlaf und Anpassung an Tagesrhythmen mitsteuern
Unterscheiden Sie nervale und hormonelle Signalübertragung (4 Punkte)
  • Nervale Signale laufen schnell über elektrische Erregung und Synapsen
  • Sie wirken meist räumlich gezielt und kurz
  • Hormone werden über Körperflüssigkeiten verteilt
  • Sie wirken häufig langsamer, länger und auf mehrere Zielgewebe
Erklären Sie die Bedeutung der Rezeptorspezifität (4 Punkte)
  • Hormone erreichen viele Gewebe über das Blut
  • Nur Zellen mit passendem Rezeptor reagieren direkt
  • Rezeptordichte beeinflusst die Empfindlichkeit
  • Ein Hormon kann in verschiedenen Geweben unterschiedliche Wirkungen auslösen
Nennen Sie vier Einflussgrößen auf Hormonwirkung (4 Punkte)
  • Hormonkonzentration
  • Zahl und Empfindlichkeit der Rezeptoren
  • Bindungsproteine und Abbaugeschwindigkeit
  • Zusammenwirken mit anderen Hormonen und Stoffwechsellage
Definieren Sie circadianen Rhythmus (4 Punkte)
  • Ein circadianer Rhythmus wiederholt sich ungefähr alle 24 Stunden
  • Er wird durch innere Taktgeber erzeugt
  • Licht und andere Zeitgeber synchronisieren ihn
  • Hormone wie Cortisol und Melatonin zeigen typische Tagesverläufe
Beurteilen Sie die Aussage, höhere Hormonkonzentration bedeute stets stärkere Wirkung (4 Punkte)
  • Wirkung hängt auch von Rezeptorzahl und Signalweg ab
  • Rezeptoren können gesättigt oder herunterreguliert sein
  • Bindungsproteine verändern den freien Hormonanteil
  • Die Aussage ist deshalb zu pauschal
Übergang

Allgemeine Regelkreise führen zur zentralen Steuerung. Hypothalamus und Hypophyse verbinden Nervensystem und Hormonsystem und ordnen mehrere Drüsenachsen.

Quellen

lp_bfs_ergotherapeut_2024-1(5).pdf, S. 37, 22.07.2026

BAP_9_Hormonsystem.pdf, 22.07.2026

BAP_skript_Verdauung_Urogenital_Embryologie_Endokrinologie.pdf, 22.07.2026

Zelle: Aufbau, Stoffwechsel, Transport und Teilung
Funktionelle Zellübersicht
StrukturKernfunktion
ZellmembranAbgrenzung, selektiver Transport, Rezeptoren und Kontakte
ZellkernSpeicherung und Nutzung der Erbinformation
ZytoskelettForm, Stabilität, Bewegung und intrazellulärer Transport
MitochondrienATP-Bereitstellung
Ribosomen und raues ERProteinsynthese und -verarbeitung
glattes ERLipidstoffwechsel, Entgiftung und Calcium-Speicherung
Golgi-ApparatVeränderung, Sortierung und Verpackung
Lysosomenenzymatischer Abbau und Recycling

Passive Transporte folgen einem Konzentrations-, elektrochemischen oder Druckgradienten. Aktiver Transport benötigt Energie; Vesikeltransport bewegt größere Stoffmengen. Zellteilung und Differenzierung verbinden Wachstum, Reparatur, Fortpflanzung und Spezialisierung.

Fragen und Antworten
Definieren Sie Zytologie und den Begriff Zelle (4 Punkte)
  • Zytologie ist die Lehre von den Zellen; griechisch kytos bedeutet „Hohlraum“ oder „Gefäß“, logos „Lehre“
  • Eine menschliche Zelle ist durch eine Membran abgegrenzt, besitzt Stoffwechsel und reagiert auf Signale
  • Sie kann wachsen, sich je nach Zelltyp teilen und spezialisierte Aufgaben erfüllen
  • Obwohl Zellen zusammenarbeiten, bleibt jede eine eigenständige funktionelle Einheit
Beschreiben Sie Aufbau und Aufgaben der Zellmembran (3 Punkte)
  • Die Zellmembran besteht vor allem aus einer Phospholipid-Doppelschicht mit eingelagerten Proteinen, Kohlenhydratanteilen und Cholesterin
  • Sie trennt intra- und extrazellulären Raum, reguliert Stofftransport und elektrische Gradienten, trägt Rezeptoren und vermittelt Zellkontakte
  • Ihre selektive Permeabilität entsteht aus Lipidschicht, Kanälen, Carriern und Pumpen, nicht aus völliger Undurchlässigkeit
Unterscheiden Sie Formen und Funktionen der Zellkontakte (4 Punkte)
  • Tight Junctions dichten Zellverbände ab und begrenzen den parazellulären Stoffweg
  • Desmosomen und andere Haftkontakte verbinden Zellen mechanisch und übertragen Zugkräfte
  • Gap Junctions bilden Kanäle zwischen Nachbarzellen und erlauben den Austausch kleiner Moleküle und Ionen
  • Je nach Gewebe sichern Zellkontakte Barriere, Stabilität, Kommunikation und koordinierte Erregung
Erklären Sie den Zusammenhang von Zellkern, DNA und Genexpression (4 Punkte)
  • Der Zellkern enthält den größten Teil der DNA und schützt die Erbinformation
  • Vor einer Teilung wird das Genom verdoppelt; bei der Genexpression wird ein DNA-Abschnitt in RNA umgeschrieben und anschließend als Protein umgesetzt
  • Der Nucleolus bildet Bestandteile der Ribosomen
  • Zelltypen besitzen weitgehend dieselbe DNA, nutzen jedoch unterschiedliche Gene und entwickeln dadurch verschiedene Strukturen und Funktionen
Erläutern Sie Zytoplasma und Zytoskelett (4 Punkte)
  • Das Zytoplasma umfasst Zytosol, Organellen und Zytoskelett
  • Mikrofilamente, Intermediärfilamente und Mikrotubuli stabilisieren die Zellform, verankern Strukturen und bilden Bahnen für intrazellulären Transport
  • Sie ermöglichen Zellbewegung, Formänderung und geordnete Verteilung der Chromosomen
  • Störungen können besonders lange oder mechanisch belastete Zellen wie Neurone und Muskelzellen beeinträchtigen
Erklären Sie den Zusammenhang von Mitochondrien und ATP (4 Punkte)
  • Mitochondrien gewinnen aus Nährstoffen unter Sauerstoffverbrauch den größten Teil des ATP
  • ATP überträgt kurzfristig nutzbare Energie auf Prozesse wie aktiven Membrantransport, Muskelkontraktion, Biosynthese und intrazellulären Transport
  • Zellen mit hohem Energiebedarf besitzen besonders viele Mitochondrien
  • Ein Ausfall trifft daher Nervenzellen, Herz- und Skelettmuskulatur früh und kann Funktion rasch begrenzen
Ordnen Sie Ribosomen, raues ER und Golgi-Apparat in die Proteinverarbeitung ein (4 Punkte)
  • Ribosomen verknüpfen Aminosäuren zu Proteinen
  • Freie Ribosomen bilden vor allem Proteine für das Zytosol; Ribosomen am rauen endoplasmatischen Retikulum produzieren Membran-, Lysosomen- und Exportproteine
  • Im ER werden sie gefaltet und geprüft, im Golgi-Apparat verändert, sortiert und in Vesikel verpackt
  • Der gemeinsame Weg ermöglicht zielgerichtete Proteinverteilung
Unterscheiden Sie glattes ER und Lysosomen nach Funktion (4 Punkte)
  • Das glatte endoplasmatische Retikulum ist an Lipid- und Steroidsynthese, Entgiftung und Calcium-Speicherung beteiligt; seine Ausprägung hängt vom Zelltyp ab
  • Lysosomen enthalten saure Enzyme und bauen aufgenommene Stoffe, Krankheitserreger und beschädigte Zellbestandteile ab
  • Kontrollierter Abbau liefert Bausteine zurück
  • Defekte führen zur Anhäufung von Material und können Zellfunktion schädigen
Unterscheiden Sie Diffusion und erleichterte Diffusion (3 Punkte)
  • Bei einfacher Diffusion bewegen sich kleine geeignete Moleküle entlang ihres Konzentrations- oder elektrochemischen Gradienten durch die Membran
  • Erleichterte Diffusion nutzt selektive Kanäle oder Carrier, bleibt aber passiv und benötigt kein ATP für den Transportvorgang
  • Geschwindigkeit und Richtung hängen vom Gradienten, von Membraneigenschaften und der Zahl verfügbarer Transportproteine ab
Erklären Sie den Zusammenhang von Osmose und Zellvolumen (4 Punkte)
  • Osmose ist die Bewegung von Wasser durch eine semipermeable Membran zur Seite mit höherer wirksamer Teilchenkonzentration
  • In einer hypotonen Umgebung nimmt eine Zelle Wasser auf und kann anschwellen; in einer hypertonen verliert sie Wasser und schrumpft
  • Isotone Lösungen erzeugen keinen anhaltenden Netto-Wasserstrom
  • Entscheidend sind nicht alle Teilchen, sondern die membranwirksamen Osmolyte
Definieren Sie Filtration als Membrantransport (4 Punkte)
  • Filtration bewegt Wasser und kleine gelöste Stoffe aufgrund eines Druckunterschieds durch eine poröse Barriere
  • Porengröße, Ladung, Oberfläche und Druckgradient bestimmen, welche Bestandteile passieren
  • Anders als Diffusion beruht sie primär auf hydrostatischem Druck
  • Im Körper ist Filtration beispielsweise an Kapillaren und in den Nierenkörperchen bedeutsam; anschließend können Rücktransport und Resorption folgen
Erklären Sie aktiven Transport am Beispiel der Natrium-Kalium-Pumpe (4 Punkte)
  • Aktiver Transport verschiebt Stoffe gegen ihr Konzentrations- oder elektrochemisches Gefälle und benötigt Energie
  • Die Natrium-Kalium-ATPase spaltet ATP und transportiert pro Zyklus drei Natriumionen aus der Zelle sowie zwei Kaliumionen hinein
  • Sie erhält Ionengradienten, Zellvolumen und die Voraussetzung elektrischer Erregbarkeit
  • Sekundär aktive Transporter nutzen anschließend die gespeicherte Gradientenergie
Unterscheiden Sie Endozytose und Exozytose (3 Punkte)
  • Bei der Endozytose stülpt sich die Zellmembran ein und nimmt Material in Vesikeln auf; Phagozytose erfasst größere Partikel, rezeptorvermittelte Endozytose bestimmte Moleküle
  • Bei der Exozytose verschmilzt ein Vesikel mit der Membran und gibt seinen Inhalt nach außen ab
  • So werden etwa Transmitter, Hormone oder Enzyme freigesetzt und Membranbestandteile erneuert
Unterscheiden Sie Mitose, Meiose und Differenzierung (4 Punkte)
  • Mitose verteilt einen zuvor verdoppelten Chromosomensatz auf zwei genetisch weitgehend gleiche Tochterzellen und dient Wachstum, Erneuerung und Reparatur
  • Meiose erzeugt Keimzellen mit halbiertem Chromosomensatz und genetischer Neukombination
  • Differenzierung verändert vor allem die Genaktivität, sodass aus ähnlicher Erbinformation spezialisierte Zelltypen entstehen
  • Nicht jede ausgereifte Zelle bleibt teilungsfähig
Leiten Sie Funktionsverluste aus Störungen des Zellstoffwechsels ab (4 Punkte)
  • Zellstoffwechsel umfasst Aufnahme, Umwandlung und Abgabe von Stoffen sowie Energiegewinnung und Biosynthese
  • Membrantransport, Enzyme, Organellen und Sauerstoffversorgung müssen zusammenwirken
  • Bei Energiemangel versagen zuerst aktive Pumpen; Ionengradienten und Zellvolumen entgleisen, Proteinsynthese und Reparatur nehmen ab
  • Anhaltende Störung kann zu reversibler Schädigung oder Zelltod führen
Quellen

BAP_1_ALLG_Zellen_Gewebe_3.pdf, 14.07.2026

BAP_skript_ALLG_NS_SP.pdf, 14.07.2026

lp_bfs_ergotherapeut_2024-1(5).pdf, S. 28, 21.07.2026

Gelenke und Knochenverbindungen: Führung, Beweglichkeit und Stabilität
Kernstruktur
VerbindungKennzeichenBeispiel
SyndesmoseBindegewebeMembrana interossea, distale Tibiofibularverbindung
Synchondrosehyaliner KnorpelEpiphysenfuge
SymphyseFaserknorpelBandscheibe, Schambeinfuge
SynostoseKnochenverknöcherte Schädelnaht
DiarthroseGelenkspalt, Knorpel, KapselSchulter-, Ellenbogen- oder Hüftgelenk
Fragen und Antworten
Definieren Sie eine Synarthrose anhand von drei Merkmalen (3 Punkte)
  • Synarthrosen sind kontinuierliche Knochenverbindungen ohne echten Gelenkspalt.
  • Das verbindende Gewebe kann Bindegewebe, Knorpel oder Knochen sein.
  • Sie erlauben keine oder nur geringe, gewebebedingte Bewegung.
Ordnen Sie Syndesmose, Synchondrose, Symphyse und Synostose jeweils einem Verbindungsgewebe zu (4 Punkte)
  • Syndesmose: straffes Bindegewebe oder Bandstruktur.
  • Synchondrose: hyaliner Knorpel.
  • Symphyse: Faserknorpel zwischen knorpelig überzogenen Knochenflächen.
  • Synostose: knöcherne Verbindung.
Nennen Sie sechs Grundbestandteile eines echten Gelenks (6 Punkte)
  • Mindestens zwei artikulierende Knochen beziehungsweise Gelenkkörper.
  • Gelenkflächen mit Gelenkknorpel.
  • Gelenkspalt.
  • Synovialflüssigkeit.
  • Gelenkkapsel mit äußerer und innerer Schicht.
  • Führende oder sichernde Bänder, sofern gelenkspezifisch vorhanden.
Unterscheiden Sie Membrana fibrosa und Membrana synovialis der Gelenkkapsel (4 Punkte)
  • Membrana fibrosa: äußere, kollagenfaserreiche Kapselschicht.
  • Membrana fibrosa: mechanische Führung und Begrenzung.
  • Membrana synovialis: innere, gefäßreiche Kapselschicht.
  • Membrana synovialis: bildet und resorbiert Bestandteile der Synovialflüssigkeit.
Erklären Sie vier Funktionen der Synovialflüssigkeit (4 Punkte)
  • Sie vermindert die Reibung zwischen den Gelenkflächen.
  • Sie verteilt Druck über die Kontaktfläche.
  • Sie versorgt den weitgehend gefäßfreien Gelenkknorpel durch Diffusion.
  • Sie transportiert Stoffwechselprodukte aus dem Knorpel ab.
Erklären Sie die Bedeutung wechselnder Be- und Entlastung für Gelenkknorpel (4 Punkte)
  • Belastung presst Flüssigkeit und gelöste Stoffe teilweise aus der Knorpelmatrix.
  • Entlastung lässt Flüssigkeit mit Nährstoffen wieder einströmen.
  • Der Wechsel unterstützt Diffusion und Stoffaustausch im gefäßfreien Gewebe.
  • Dauerhafte Überlastung ebenso wie vollständige Immobilisation stört diese Versorgung.
Unterscheiden Sie hyalinen, elastischen und Faserknorpel anhand von Eigenschaft und Beispiel (6 Punkte)
  • Hyaliner Knorpel: druckelastische, glatte Matrix; Beispiel Gelenkknorpel.
  • Hyaliner Knorpel: auch in Rippenknorpeln und Wachstumsfugen.
  • Elastischer Knorpel: reich an elastischen Fasern und formrückstellend.
  • Elastischer Knorpel: Beispiel Ohrmuschel.
  • Faserknorpel: kollagenfaserreich und zug- sowie druckfest.
  • Faserknorpel: Beispiel Bandscheibe, Meniskus oder Schambeinfuge.
Definieren Sie den Freiheitsgrad eines Gelenks (3 Punkte)
  • Ein Freiheitsgrad bezeichnet eine voneinander unabhängige Bewegungsmöglichkeit.
  • Jede Rotationsachse entspricht idealisiert einem Freiheitsgrad.
  • Gelenkform und Führung bestimmen, ob ein Gelenk ein-, zwei- oder dreiachsig beweglich ist.
Ordnen Sie sechs Gelenkformen einem typischen Beispiel zu (6 Punkte)
  • Scharniergelenk: Interphalangealgelenk oder Humeroulnargelenk.
  • Rad- beziehungsweise Zapfengelenk: proximales Radioulnargelenk.
  • Eigelenk: Radiokarpalgelenk.
  • Sattelgelenk: Daumensattelgelenk.
  • Kugel- beziehungsweise Nussgelenk: Schulter- beziehungsweise Hüftgelenk.
  • Planes Gelenk: Interkarpalgelenk oder Akromioklavikulargelenk.
Vergleichen Sie Scharnier-, Ei-, Sattel- und Kugelgelenk anhand ihrer Bewegungsachsen (8 Punkte)
  • Scharniergelenk: eine Hauptachse.
  • Scharniergelenk: vor allem Flexion und Extension.
  • Eigelenk: zwei Hauptachsen.
  • Eigelenk: Flexion/Extension sowie Abduktion/Adduktion.
  • Sattelgelenk: zwei Hauptachsen mit gegensinnig gekrümmten Gelenkflächen.
  • Sattelgelenk: zusätzlich gekoppelte Zirkumduktion möglich.
  • Kugelgelenk: drei Hauptachsen.
  • Kugelgelenk: Flexion/Extension, Abduktion/Adduktion und Rotation.
Erläutern Sie fünf Faktoren der Gelenkstabilität (5 Punkte)
  • Kongruenz und Form der Gelenkflächen.
  • Spannung und Verlauf der Gelenkkapsel.
  • Lage und Festigkeit der Bänder.
  • Aktive Führung durch Muskeln und Sehnen.
  • Neuromuskuläre Kontrolle einschließlich Propriozeption und reflexnaher Anpassung.
Unterscheiden Sie Band und Sehne anhand von Verbindung und Hauptfunktion (4 Punkte)
  • Ein Band verbindet überwiegend Knochen mit Knochen.
  • Ein Band führt, begrenzt oder stabilisiert ein Gelenk.
  • Eine Sehne verbindet Muskel mit Knochen oder einer anderen Ansatzstruktur.
  • Eine Sehne überträgt Muskelkraft auf das Skelett.
Nennen Sie vier Aufgaben von Menisken, Disci oder Gelenklippen (4 Punkte)
  • Vergrößerung beziehungsweise Anpassung der Kontaktfläche.
  • Verbesserung der Gelenkkongruenz.
  • Druckverteilung und Stoßdämpfung.
  • Führung, Abdichtung oder Vertiefung einer Gelenkpfanne.
Erklären Sie aktive und passive Gelenkbegrenzung (4 Punkte)
  • Aktive Begrenzung entsteht durch Muskelspannung oder willkürliche Gegensteuerung.
  • Passive Begrenzung entsteht durch Kapsel, Bänder, Knochenkontakt oder Weichteilkontakt.
  • Die Endgefühlqualität kann Hinweise auf die dominierende Begrenzungsstruktur geben.
  • Schmerz oder Schutzspannung kann den Bewegungsumfang vor der anatomischen Grenze stoppen.
Unterscheiden Sie Gelenkspiel und physiologische Gelenkbewegung (4 Punkte)
  • Physiologische Bewegung ist die aktiv oder passiv ausführbare Winkelbewegung wie Flexion.
  • Gelenkspiel umfasst kleine translatorische Bewegungen wie Gleiten oder Traktion.
  • Gelenkspiel ist für normale Roll-Gleit-Mechanik und vollständigen Bewegungsumfang erforderlich.
  • Gelenkspiel wird klinisch passiv geprüft und ist nicht als willkürliche Einzelbewegung ausführbar.
Erklären Sie die Roll-Gleit-Kopplung an einem bewegten Gelenk (4 Punkte)
  • Beim Rollen wandern fortlaufend neue Punkte beider Gelenkflächen aufeinander.
  • Beim Gleiten bleibt ein Punkt einer Fläche mit wechselnden Punkten der anderen in Kontakt.
  • Die Kombination hält die Gelenkflächen trotz Winkeländerung zentriert.
  • Fehlendes Gegengleiten würde zum Abrollen aus der Pfanne oder zum mechanischen Anschlag führen.
Leiten Sie vier Folgen längerer Gelenkimmobilisation ab (4 Punkte)
  • Kapsel und periartikuläres Bindegewebe können verkürzen und verkleben.
  • Der Gelenkknorpel erhält weniger wechselnde Diffusionsreize.
  • Muskulatur verliert Kraft und neuromuskuläre Kontrolle.
  • Bewegungsumfang, Belastbarkeit und alltagsbezogene Nutzung nehmen ab.
Analysieren Sie eine eingeschränkte Gelenkbewegung anhand von sechs Prüffaktoren (6 Punkte)
  • Aktiver und passiver Bewegungsumfang im Vergleich.
  • Schmerzort, Schmerzverlauf und Reizbarkeit.
  • Endgefühl und Bewegungsqualität.
  • Kapsel-, Band- oder Weichteilspannung.
  • Muskelkraft, Muskelverkürzung und motorische Kontrolle.
  • Funktionelle Auswirkung auf eine konkrete Betätigung.

*Weiterführung:* Gelenke stellen Bewegungsräume bereit, erzeugen aber keine Kraft. Im nächsten Kapitel folgt deshalb die aktive Seite des Bewegungsapparats: Muskelaufbau, Innervation und das abgestimmte Zusammenspiel mehrerer Muskeln.

Quellen

BAP_2_Skelett_2_Gelenke_TR.pdf, 22.07.2026

BAP_skript_Bewegungsapparat.pdf, 22.07.2026

lp_bfs_ergotherapeut_2024-1(5).pdf, S. 29, 22.07.2026

Erregung, Erregungsleitung, Synapsen und Transmitter
Fragen und Antworten
Definieren Sie das Ruhepotential anhand von drei Merkmalen (3 Punkte)
  • Stabile negative Spannung der Zellinnenseite gegenüber außen.
  • Entsteht durch ungleiche Ionenverteilung und selektive Membranpermeabilität.
  • Wird wesentlich durch Leckströme und Natrium-Kalium-Pumpe aufrechterhalten.
Beschreiben Sie ein Aktionspotential in fünf Phasen (5 Punkte)
  • Schwellenwert wird erreicht.
  • Spannungsabhängige Natriumkanäle öffnen und depolarisieren die Membran.
  • Natriumkanäle inaktivieren.
  • Kaliumkanäle öffnen und repolarisieren die Membran.
  • Nachhyperpolarisation und Rückkehr zum Ruhepotential folgen.
Erklären Sie das Alles-oder-Nichts-Prinzip (3 Punkte)
  • Unterhalb der Schwelle entsteht kein vollständiges Aktionspotential.
  • Ab Erreichen der Schwelle läuft ein vollständiges Aktionspotential ab.
  • Reizstärke wird vor allem über Frequenz und Zahl aktivierter Fasern codiert.
Unterscheiden Sie kontinuierliche und saltatorische Erregungsleitung (4 Punkte)
  • Kontinuierlich: Erregung wird an jedem benachbarten Membranabschnitt neu gebildet.
  • Kontinuierlich: typisch für nicht myelinisierte Axone.
  • Saltatorisch: Erregung springt zwischen Ranvier-Schnürringen.
  • Saltatorisch: schneller und energieökonomischer bei myelinisierten Axonen.
Beschreiben Sie die chemische synaptische Übertragung in sechs Schritten (6 Punkte)
  • Aktionspotential erreicht die präsynaptische Endigung.
  • Spannungsabhängige Calciumkanäle öffnen.
  • Calcium löst Vesikelfusion aus.
  • Transmitter wird in den synaptischen Spalt freigesetzt.
  • Transmitter bindet an postsynaptische Rezeptoren.
  • Abbau, Wiederaufnahme oder Diffusion beendet das Signal.
Unterscheiden Sie EPSP und IPSP (4 Punkte)
  • EPSP depolarisiert die postsynaptische Membran.
  • EPSP erhöht die Wahrscheinlichkeit eines Aktionspotentials.
  • IPSP hyperpolarisiert oder stabilisiert die Membran.
  • IPSP senkt die Wahrscheinlichkeit eines Aktionspotentials.
Erklären Sie räumliche und zeitliche Summation (4 Punkte)
  • Räumlich: Signale mehrerer Synapsen treffen gleichzeitig zusammen.
  • Räumliche Summation verrechnet erregende und hemmende Einflüsse.
  • Zeitlich: rasch aufeinanderfolgende Signale derselben Synapse addieren sich.
  • Am Axonhügel entscheidet die Gesamtsumme über die Schwellenüberschreitung.
Nennen Sie vier wichtige Neurotransmitter und je eine Hauptbedeutung (4 Punkte)
  • Acetylcholin: neuromuskuläre Übertragung und vegetative Signalwege.
  • Glutamat: wichtigster erregender Transmitter im ZNS.
  • GABA: wichtigster hemmender Transmitter im ZNS.
  • Dopamin: Modulation von Bewegung, Motivation und Lernen.
Leiten Sie zwei mögliche Folgen einer Demyelinisierung ab (4 Punkte)
  • Stromverlust zwischen den Schnürringen nimmt zu.
  • Leitung wird verlangsamt oder blockiert.
  • Motorische Signale können verzögert oder unvollständig ankommen.
  • Sensorische Information kann abgeschwächt oder fehlgeleitet werden.

*Weiterführung:* Aus der Signalübertragung entsteht noch keine geordnete Handlung. Dafür müssen die vielen Leitungen in anatomisch und funktionell gegliederten Gehirnabschnitten zusammengeführt werden.

Quellen

lp_bfs_ergotherapeut_2024-1(5).pdf, S. 32–33, 22.07.2026

FÄCHER(6).zip und FÄCHER2(6).zip: BAP-Unterlagen, 22.07.2026

Herzaktion: Mechanik, Erregungsleitung, EKG und Leistung
Fragen und Antworten
Definieren Sie Systole und Diastole anhand von je zwei Merkmalen (4 Punkte)
  • Systole bezeichnet die Kontraktions- und Austreibungsphase der Kammern.
  • Während der Systole steigt der Kammerdruck und Blut wird in die großen Arterien ausgeworfen.
  • Diastole bezeichnet die Erschlaffungs- und Füllungsphase der Kammern.
  • Während der Diastole sinkt der Kammerdruck und Blut strömt aus den Vorhöfen ein.
Ordnen Sie die vier Phasen des Herzzyklus mit Klappenstellung und Blutbewegung (4 Punkte)
  • Anspannungsphase: Kammern kontrahieren, alle Klappen sind geschlossen, der Druck steigt.
  • Austreibungsphase: Taschenklappen sind offen, Blut wird in Aorta und Truncus pulmonalis ausgeworfen.
  • Entspannungsphase: Kammern erschlaffen, alle Klappen sind geschlossen, der Druck fällt.
  • Füllungsphase: Segelklappen sind offen, Blut strömt aus den Vorhöfen in die Kammern.
Unterscheiden Sie Anspannungs- und Entspannungsphase (4 Punkte)
  • In beiden Phasen sind alle Herzklappen geschlossen.
  • In der Anspannungsphase kontrahiert das Kammermyokard und der Druck steigt.
  • In der Entspannungsphase erschlafft das Kammermyokard und der Druck fällt.
  • In beiden Phasen ändert sich das Kammervolumen zunächst nicht.
Ordnen Sie ersten und zweiten Herzton ihrem mechanischen Ereignis zu (4 Punkte)
  • Der erste Herzton entsteht überwiegend durch Schwingungen zu Beginn der Kammerkontraktion nach Schluss der Segelklappen.
  • Er markiert den Beginn der Systole.
  • Der zweite Herzton entsteht durch den Schluss von Aorten- und Pulmonalklappe.
  • Er markiert das Ende der Austreibungsphase und den Beginn der Diastole.
Definieren Sie Herzfrequenz, Schlagvolumen und Herzzeitvolumen (4 Punkte)
  • Herzfrequenz ist die Zahl der Herzschläge pro Minute.
  • Schlagvolumen ist die Blutmenge, die eine Kammer pro Schlag auswirft.
  • Herzzeitvolumen ist die Blutmenge, die eine Kammer pro Minute auswirft.
  • Herzzeitvolumen ergibt sich aus Herzfrequenz mal Schlagvolumen.
Berechnen Sie das Herzzeitvolumen bei 70 Schlägen pro Minute und 70 Millilitern Schlagvolumen (3 Punkte)
  • Die Rechnung lautet 70 pro Minute mal 70 Milliliter.
  • Das Ergebnis beträgt 4900 Milliliter pro Minute.
  • Das entspricht 4,9 Litern pro Minute.
Erklären Sie den Einfluss von Vorlast, Kontraktilität und Nachlast auf das Schlagvolumen (6 Punkte)
  • Vorlast beschreibt die Füllung und Dehnung der Kammer vor der Kontraktion.
  • Eine angemessene höhere Vorlast kann das Schlagvolumen steigern.
  • Kontraktilität bezeichnet die eigenständige Kraftentwicklung des Myokards.
  • Höhere Kontraktilität steigert bei sonst gleichen Bedingungen das Schlagvolumen.
  • Nachlast ist der Widerstand, gegen den die Kammer auswerfen muss.
  • Eine deutlich höhere Nachlast erschwert den Auswurf und kann das Schlagvolumen senken.
Erklären Sie den Frank-Starling-Mechanismus (4 Punkte)
  • Eine stärkere physiologische Füllung dehnt die Herzmuskelfasern vor der Kontraktion.
  • Innerhalb eines günstigen Bereichs verbessert die Dehnung die Kraftentwicklung.
  • Dadurch wird mehr des zusätzlich einströmenden Blutes ausgeworfen.
  • So passen sich rechte und linke Herzhälfte kurzfristig an den venösen Rückstrom an.
Ordnen Sie sechs Stationen des Erregungsbildungs- und Erregungsleitungssystems (6 Punkte)
  • Sinusknoten.
  • Vorhofmyokard.
  • AV-Knoten.
  • His-Bündel.
  • Tawara-Schenkel.
  • Purkinje-Fasern.
Erklären Sie die Verzögerung der Erregung im AV-Knoten (3 Punkte)
  • Der AV-Knoten leitet die Erregung verzögert von den Vorhöfen zu den Kammern weiter.
  • Dadurch können die Vorhöfe ihre Kontraktion vor der Kammerkontraktion beenden.
  • Die Kammern erhalten Zeit, sich zusätzlich zu füllen.
Vergleichen Sie Sinusknoten, AV-Knoten und ventrikuläre Ersatzrhythmen (4 Punkte)
  • Der Sinusknoten ist das primäre Reizbildungszentrum mit der höchsten Eigenfrequenz von ungefähr 60 bis 80 Impulsen pro Minute.
  • Der AV-Knoten kann bei Ausfall langsamer mit ungefähr 40 bis 60 Impulsen pro Minute übernehmen.
  • Tiefere ventrikuläre Zentren erzeugen meist nur ungefähr 20 bis 40 Impulse pro Minute.
  • Das jeweils schnellste funktionsfähige Zentrum unterdrückt die langsameren Ersatzrhythmen.
Ordnen Sie P-Welle, QRS-Komplex und T-Welle den elektrischen Vorgängen zu (4 Punkte)
  • Die P-Welle zeigt die Erregungsausbreitung in den Vorhöfen.
  • Der QRS-Komplex zeigt die Erregungsausbreitung in den Kammern.
  • Die Vorhofrückbildung wird meist vom QRS-Komplex überlagert.
  • Die T-Welle zeigt die elektrische Rückbildung der Kammern.
Unterscheiden Sie EKG und mechanische Herzleistung (3 Punkte)
  • Das EKG zeichnet elektrische Spannungsänderungen an der Körperoberfläche auf.
  • Es zeigt Rhythmus, Erregungsbildung und Erregungsausbreitung.
  • Es misst nicht unmittelbar Druck, Auswurfmenge oder Kontraktionskraft des Herzens.
Erläutern Sie die vegetative Regulation des Herzens (5 Punkte)
  • Der Sympathikus erhöht die Herzfrequenz.
  • Er steigert die Kontraktionskraft.
  • Er beschleunigt die Erregungsleitung.
  • Der Parasympathikus senkt vor allem Herzfrequenz und AV-Überleitung.
  • Die vegetative Regulation passt die Herzleistung an Ruhe, Belastung und Kreislaufbedarf an.
Unterscheiden Sie positive Chronotropie, Inotropie und Dromotropie (3 Punkte)
  • Positive Chronotropie bedeutet eine Zunahme der Herzfrequenz.
  • Positive Inotropie bedeutet eine Zunahme der Kontraktionskraft.
  • Positive Dromotropie bedeutet eine schnellere Erregungsleitung, besonders am AV-Knoten.
Erklären Sie die Anpassung des Herzzeitvolumens bei körperlicher Belastung (5 Punkte)
  • Die Herzfrequenz steigt durch verstärkte sympathische Aktivität.
  • Die Kontraktilität nimmt zu.
  • Der venöse Rückstrom und damit die Vorlast können steigen.
  • Das Schlagvolumen nimmt in einem physiologischen Bereich zu.
  • Herzfrequenz und Schlagvolumen erhöhen gemeinsam das Herzzeitvolumen.
Leiten Sie zwei mögliche Folgen einer sehr hohen Herzfrequenz ab (4 Punkte)
  • Die verkürzte Diastole vermindert die Füllungszeit der Kammern.
  • Ein geringeres Füllungsvolumen kann das Schlagvolumen senken.
  • Die koronare Versorgung kann durch die verkürzte Diastole ungünstiger werden.
  • Trotz hoher Frequenz kann das wirksame Herzzeitvolumen bei extremer Tachykardie abnehmen.

*Weiterführung:* Die Herzleistung erzeugt einen pulsierenden Auswurf. Erst Gefäßwand, Widerstand, Kapillaraustausch und venöser Rückstrom erklären, wie dieser Auswurf im ganzen Körper verteilt und zum Herzen zurückgeführt wird.

Quellen

lp_bfs_ergotherapeut_2024-1(5).pdf, S. 34, 22.07.2026

BAP_HKS_2_TR_Blutfluss_Herzmechanik.pdf, 22.07.2026

BAP_HKS_4_TR_Erregung_Gefäße_Kreislauf.pdf, 22.07.2026

BAP_skript_HKL_Atmung.pdf, 22.07.2026

Lunge und Pleura: Lappen, Läppchen, Alveolen und mechanische Kopplung
Fragen und Antworten
Nennen Sie vier makroskopische Merkmale der Lunge (4 Punkte)
  • Die rechte Lunge besitzt drei Lappen
  • Die linke Lunge besitzt zwei Lappen
  • Beide Lungen sind in bronchopulmonale Segmente gegliedert
  • Am Hilum treten Bronchien, Gefäße, Nerven und Lymphbahnen ein oder aus
Unterscheiden Sie rechte und linke Lunge anhand von vier Merkmalen (4 Punkte)
  • Rechts liegen Ober-, Mittel- und Unterlappen
  • Links liegen Ober- und Unterlappen
  • Links schafft die Herzbucht Raum für das Herz
  • Die rechte Lunge ist wegen der Leber etwas kürzer und meist breiter
Ordnen Sie fünf Verzweigungsstufen vom Segmentbronchus bis zur Alveole (5 Punkte)
  • Segmentbronchus
  • Kleinere Bronchien
  • Bronchiolen
  • Alveolargänge
  • Alveolen
Beschreiben Sie die Blut-Luft-Schranke anhand von vier Bestandteilen (4 Punkte)
  • Eine dünne Schicht aus Alveolarepithel begrenzt die Luftseite
  • Gemeinsame oder eng anliegende Basalmembranen verkürzen den Diffusionsweg
  • Kapillarendothel begrenzt die Blutseite
  • Surfactant bedeckt die Alveolaroberfläche und senkt die Oberflächenspannung
Unterscheiden Sie Pneumozyten Typ I und Typ II (4 Punkte)
  • Typ-I-Pneumozyten sind sehr flach und bilden den größten Teil der Austauschfläche
  • Sie ermöglichen kurze Diffusionswege
  • Typ-II-Pneumozyten bilden Surfactant
  • Typ-II-Zellen können zur Erneuerung des Alveolarepithels beitragen
Erklären Sie die Funktion des Surfactants (4 Punkte)
  • Surfactant senkt die Oberflächenspannung in den Alveolen
  • Dadurch wird ihre Entfaltung erleichtert
  • Kleine Alveolen werden vor Kollaps geschützt
  • Die Atemarbeit sinkt
Benennen Sie die zwei Pleurablätter und ihre Lage (4 Punkte)
  • Pleura visceralis oder Lungenfell überzieht die Lungenoberfläche
  • Pleura parietalis oder Rippenfell kleidet Thoraxwand, Zwerchfell und Mediastinum aus
  • Zwischen beiden liegt der Pleuraspalt
  • Eine dünne Flüssigkeitsschicht ermöglicht reibungsarmes Gleiten
Erklären Sie die mechanische Kopplung von Lunge und Thorax (4 Punkte)
  • Im Pleuraspalt herrscht unter normalen Bedingungen ein relativer Unterdruck
  • Adhäsionskräfte der Flüssigkeit halten die Pleurablätter aneinander
  • Thoraxbewegungen werden dadurch auf die Lunge übertragen
  • Die Lunge folgt der Erweiterung und Verkleinerung des Brustkorbs
Leiten Sie vier Folgen eines offenen Pneumothorax ab (4 Punkte)
  • Luft dringt in den Pleuraspalt ein
  • Der relative Unterdruck geht verloren
  • Die betroffene Lunge zieht sich durch elastische Rückstellkräfte zusammen
  • Ventilation und Gasaustausch der Seite nehmen deutlich ab
Begründen Sie die Eignung der Alveolen für schnellen Gasaustausch (4 Punkte)
  • Sehr viele Alveolen erzeugen eine große Gesamtoberfläche
  • Die Blut-Luft-Schranke ist äußerst dünn
  • Ein dichtes Kapillarnetz sichert die Perfusion
  • Ventilation und Blutfluss erhalten Partialdruckgefälle
Übergang

Der anatomische Aufbau schafft die Austauschfläche. Als Nächstes wird geklärt, wie Zwerchfell, Rippen und Druckänderungen Luft tatsächlich in diese Fläche hinein- und wieder herausbewegen.

Quellen

lp_bfs_ergotherapeut_2024-1(5).pdf, S. 35–37, 22.07.2026

BAP_Atmung_Anatomie.pdf, 22.07.2026

BAP_skript_HKL_Atmung.pdf, 22.07.2026

Verdauung und Resorption: Enzyme, Oberflächenvergrößerung und Transportwege
Fragen und Antworten
Definieren Sie Verdauung und Resorption (4 Punkte)
  • Verdauung zerlegt Nahrung mechanisch und chemisch in aufnehmbare Bestandteile
  • Enzyme spalten große Nährstoffmoleküle
  • Resorption bezeichnet den Übertritt von Stoffen durch die Darmwand
  • Aufgenommene Stoffe gelangen in Blut oder Lymphe
Erklären Sie die Kohlenhydratverdauung in vier Stufen (4 Punkte)
  • Speichelamylase beginnt den Abbau von Stärke
  • Magensäure beendet die Speichelamylasewirkung weitgehend
  • Pankreasamylase spaltet Stärke im Dünndarm weiter
  • Bürstensaumenzyme erzeugen Monosaccharide, die ins Blut resorbiert werden
Erklären Sie die Proteinverdauung in vier Stufen (4 Punkte)
  • Magensäure denaturiert Proteine
  • Pepsin beginnt ihre Spaltung im Magen
  • Pankreasproteasen zerlegen Polypeptide im Dünndarm
  • Peptidasen bilden Aminosäuren und kleine Peptide zur Resorption
Erklären Sie die Fettverdauung in fünf Schritten (5 Punkte)
  • Gallensäuren emulgieren große Fetttröpfchen
  • Dadurch vergrößert sich die Angriffsfläche für Lipasen
  • Pankreaslipase spaltet Triglyceride
  • Mizellen bringen Spaltprodukte zur Darmwand
  • Enterozyten bilden Chylomikronen, die zunächst in Lymphgefäße gelangen
Nennen Sie vier Mechanismen der Oberflächenvergrößerung im Dünndarm (4 Punkte)
  • Kerckring-Falten
  • Darmzotten
  • Mikrovilli als Bürstensaum
  • Große Länge des Dünndarms
Unterscheiden Sie den Transport wasserlöslicher und langkettiger fettlöslicher Nährstoffe (4 Punkte)
  • Monosaccharide und Aminosäuren gelangen in Blutkapillaren der Zotten
  • Sie werden über die Pfortader zur Leber geführt
  • Langkettige Fettprodukte werden zu Chylomikronen verpackt
  • Diese gelangen über Lymphgefäße später in den venösen Kreislauf
Erklären Sie die Bedeutung der Pfortader (4 Punkte)
  • Sie sammelt nährstoffreiches Blut aus Magen-Darm-Trakt, Milz und Pankreas
  • Das Blut gelangt zuerst zur Leber
  • Die Leber kann Nährstoffe speichern oder umwandeln
  • Sie kann zugleich Fremdstoffe und Stoffwechselprodukte bearbeiten
Nennen Sie vier Aufgaben der Darmmikrobiota (4 Punkte)
  • Unverdauliche Substrate fermentieren
  • Kurzkettige Fettsäuren und einzelne Vitamine bereitstellen
  • Die Schleimhautbarriere und Immunentwicklung beeinflussen
  • Besiedlungsraum gegenüber Krankheitserregern behaupten
Leiten Sie vier Folgen einer stark verminderten Dünndarmoberfläche ab (4 Punkte)
  • Die Resorption von Nährstoffen nimmt ab
  • Wasser- und Elektrolytverluste können zunehmen
  • Gewichtsverlust und Mangelzustände werden wahrscheinlicher
  • Leistungsfähigkeit und Regeneration können sinken
Beurteilen Sie die Bedeutung des Kauens für weitere Verdauungsschritte (4 Punkte)
  • Kauen zerkleinert Nahrung und vergrößert ihre Oberfläche
  • Speichel befeuchtet und formt einen schluckfähigen Bolus
  • Amylase beginnt die Kohlenhydratverdauung
  • Unzureichendes Kauen kann Schlucken, Magenarbeit und Essenssicherheit erschweren
Übergang

Resorption führt die aufgenommenen Stoffe in Pfortader oder Lymphe. Leber, Galle und Pankreas übernehmen anschließend zentrale Aufgaben der Verarbeitung, Speicherung und Verdauungssekretion.

Quellen

lp_bfs_ergotherapeut_2024-1(5).pdf, S. 36, 22.07.2026

Verdauung_JT_TR_2.pdf, 22.07.2026

BAP_skript_Verdauung_Urogenital_Embryologie_Endokrinologie.pdf, 22.07.2026

Harnbildung und Regulation: Filtration, Rückresorption, Sekretion und Hormone
Fragen und Antworten
Unterscheiden Sie glomeruläre Filtration, Rückresorption und Sekretion (4 Punkte)
  • Filtration überführt Wasser und kleine Stoffe aus dem Blut in die Bowman-Kapsel
  • Rückresorption bringt benötigte Stoffe aus dem Tubulus ins Blut zurück
  • Sekretion transportiert ausgewählte Stoffe aus Blut oder Tubuluszellen in das Lumen
  • Alle drei Prozesse bestimmen den Endharn
Vergleichen Sie Primärharn und Endharn anhand von vier Merkmalen (4 Punkte)
  • Primärharn ist ein nahezu zell- und großproteinfreies Ultrafiltrat
  • Pro Tag entstehen grob 150 bis 180 Liter Primärharn
  • Endharn enthält konzentrierte Ausscheidungsstoffe
  • Seine tägliche Menge liegt meist nur bei etwa ein bis zwei Litern und schwankt mit dem Wasserhaushalt
Nennen Sie fünf Stoffgruppen, die normalerweise weitgehend rückresorbiert werden (5 Punkte)
  • Glucose
  • Aminosäuren
  • Bicarbonat
  • Große Anteile von Natrium und anderen Elektrolyten
  • Der überwiegende Teil des filtrierten Wassers
Erklären Sie die Harnkonzentrierung in vier Grundzügen (4 Punkte)
  • Henle-Schleifen erzeugen ein Konzentrationsgefälle im Nierenmark
  • Sammelrohre durchlaufen dieses Gefälle
  • ADH erhöht ihre Wasserpermeabilität
  • Wasser wird rückresorbiert und der Endharn konzentrierter
Erläutern Sie die Wirkung von ADH (4 Punkte)
  • ADH wird im Hypothalamus gebildet und aus dem Hypophysenhinterlappen freigesetzt
  • Es steigert den Einbau von Wasserkanälen in Sammelrohren
  • Mehr Wasser wird ins Blut rückresorbiert
  • Urinmenge sinkt und Urinkonzentration steigt
Erläutern Sie die Wirkung von Aldosteron (4 Punkte)
  • Aldosteron wird in der Nebennierenrinde gebildet
  • Es steigert im distalen Nephron die Natriumrückresorption
  • Kaliumsekretion wird gefördert
  • Wasser folgt dem rückresorbierten Natrium und das Extrazellulärvolumen kann steigen
Erklären Sie das Renin-Angiotensin-Aldosteron-System in fünf Schritten (5 Punkte)
  • Niedrige Nierenperfusion oder Natriumzufuhr fördert Reninfreisetzung
  • Renin startet die Bildung von Angiotensin II
  • Angiotensin II verengt Gefäße
  • Es fördert Aldosteron und weitere volumensteigernde Reaktionen
  • Blutdruck und Natrium-Wasser-Rückhalt steigen
Erklären Sie die renale Säure-Basen-Regulation (4 Punkte)
  • Die Niere rückresorbiert filtriertes Bicarbonat
  • Sie scheidet Wasserstoffionen aus
  • Sie kann neues Bicarbonat für das Blut bereitstellen
  • Ammonium- und Phosphatpuffer ermöglichen Säureausscheidung im Urin
Nennen Sie drei endokrine Nierenfunktionen (3 Punkte)
  • Renin wirkt an der Blutdruck- und Volumenregulation mit
  • Erythropoetin fördert die Bildung roter Blutkörperchen
  • Die Niere aktiviert Vitamin D und beeinflusst Calcium- und Knochenstoffwechsel
Analysieren Sie vier mögliche Folgen deutlich verminderter Nierenfunktion (4 Punkte)
  • Harnpflichtige Stoffe sammeln sich an
  • Wasser- und Elektrolythaushalt entgleisen
  • Säure kann sich ansammeln
  • Anämie, Blutdruckprobleme und Störungen des Knochenstoffwechsels können folgen
Übergang

Ist der Endharn gebildet, muss er sicher gesammelt, transportiert, gespeichert und ausgeschieden werden. Danach folgt die Verbindung zu Geschlechtsorganen und Fortpflanzung.

Quellen

lp_bfs_ergotherapeut_2024-1(5).pdf, S. 36–37, 22.07.2026

Urogenitalsystem_JT_TR_2.pdf, 22.07.2026

BAP_skript_Verdauung_Urogenital_Embryologie_Endokrinologie.pdf, 22.07.2026

Hautfunktionen und Hautanhangsorgane
Fragen und Antworten
Nennen Sie sechs Gesamtfunktionen der Haut (6 Punkte)
  • Mechanische und chemische Barriere
  • Schutz vor Wasserverlust
  • Immunabwehr
  • Sinneswahrnehmung
  • Temperaturregulation
  • Vitamin-D-Bildung und soziale Signalwirkung
Erklären Sie die Hautbarriere anhand von vier Bestandteilen (4 Punkte)
  • Hornzellen bilden eine feste Zellschicht
  • Lipide zwischen den Zellen begrenzen Wasser- und Stoffdurchtritt
  • Säureschutzmantel hemmt manche Mikroorganismen
  • Mikrobiota und Immunzellen ergänzen den Schutz
Unterscheiden Sie ekkrine Schweiß- und Talgdrüsen (4 Punkte)
  • Ekkrine Schweißdrüsen geben wässrigen Schweiß direkt an die Oberfläche ab
  • Sie dienen vor allem der Thermoregulation
  • Talgdrüsen münden meist in Haarfollikel
  • Talg hält Haut und Haare geschmeidig und unterstützt die Barriere
Erläutern Sie vier Funktionen der Haare (4 Punkte)
  • Sie bieten begrenzten mechanischen und thermischen Schutz
  • Wimpern und Nasenhaare fangen Partikel ab
  • Haarfollikel sind sensibel innerviert
  • Haare besitzen soziale und kommunikative Bedeutung
Erläutern Sie vier Funktionen der Nägel (4 Punkte)
  • Sie schützen Finger- und Zehenenden
  • Sie bilden ein Widerlager für den Fingerbeerenkontakt
  • Sie erleichtern feines Greifen und Manipulieren
  • Farbe und Form können Hinweise auf lokale oder allgemeine Veränderungen geben
Ordnen Sie vier Grundphasen der Wundheilung (4 Punkte)
  • Blutstillung
  • Entzündungs- und Reinigungsphase
  • Proliferation mit Granulationsgewebe und Epithelisierung
  • Remodellierung und Narbenreifung
Erklären Sie die kutane Vitamin-D-Bildung (4 Punkte)
  • UV-B-Strahlung wirkt auf eine Vorstufe in der Haut
  • Es entsteht zunächst Prävitamin D und dann Vitamin D3
  • Leber und Niere wandeln es weiter um
  • Aktives Vitamin D unterstützt Calciumhaushalt und Knochenmineralisierung
Nennen Sie vier Faktoren, die Hautbarriere und Wundheilung beeinträchtigen können (4 Punkte)
  • Druck, Reibung oder Feuchtigkeit
  • Durchblutungsstörungen
  • Mangelernährung oder Flüssigkeitsmangel
  • Diabetes, Infektion oder bestimmte Medikamente
Begründen Sie die besondere Bedeutung intakter Handhaut für Betätigung (4 Punkte)
  • Sie vermittelt differenzierte Berührung und Druck
  • Sie ermöglicht reibungsangepasstes Greifen
  • Schmerz oder Wunden verändern Kraftdosierung und Nutzung
  • Intakte Barriere schützt bei Alltag, Arbeit und Therapie vor Reizstoffen und Infektionen
Beurteilen Sie die Aussage, Haut sei nur eine passive Hülle (4 Punkte)
  • Die Haut reguliert Stoff- und Wasserverlust aktiv
  • Sie enthält Immunzellen, Gefäße, Drüsen und Rezeptoren
  • Sie wirkt an Temperatur, Vitamin-D-Stoffwechsel und Kommunikation mit
  • Die Aussage ist deshalb fachlich unzutreffend
Übergang

Schutz und Anhangsorgane erklären die äußere Funktion. Das nächste Kapitel verbindet Gefäße, Schweiß und sensible Rezeptoren mit Temperaturregulation und Wahrnehmung.

Quellen

lp_bfs_ergotherapeut_2024-1(5).pdf, S. 37, 22.07.2026

BAP_Sinne_4_Haut_.pdf, 22.07.2026

BAP_skript_Sinne_SP.pdf, 22.07.2026

Hypothalamus und Hypophyse: zentrale Achsen und Rückkopplung
Fragen und Antworten
Beschreiben Sie die Lagebeziehung von Hypothalamus und Hypophyse (4 Punkte)
  • Der Hypothalamus liegt im Zwischenhirn
  • Die Hypophyse liegt in der Sella turcica
  • Der Hypophysenstiel verbindet beide
  • Gefäß- und Nervenverbindungen ermöglichen zentrale Steuerung
Unterscheiden Sie Adeno- und Neurohypophyse (4 Punkte)
  • Die Adenohypophyse besteht aus Drüsengewebe
  • Sie bildet eigene Hormone unter Einfluss hypothalamischer Releasing- und Inhibiting-Hormone
  • Die Neurohypophyse besteht aus Nervengewebe
  • Sie speichert und setzt im Hypothalamus gebildetes ADH und Oxytocin frei
Erklären Sie das hypothalamisch-hypophysäre Pfortadersystem (4 Punkte)
  • Hypothalamische Hormone gelangen in ein erstes Kapillarnetz
  • Pfortadergefäße transportieren sie direkt zur Adenohypophyse
  • Dort steuern sie die Freisetzung hypophysärer Hormone
  • Der direkte Weg ermöglicht hohe lokale Wirkung bei kleinen Mengen
Ordnen Sie vier Hypophysenhormone ihren Zielorganen zu (4 Punkte)
  • TSH stimuliert die Schilddrüse
  • ACTH stimuliert die Nebennierenrinde
  • FSH und LH wirken an Keimdrüsen
  • Wachstumshormon wirkt direkt und über IGF-1 auf viele Gewebe
Erläutern Sie vier Wirkungen des Wachstumshormons (4 Punkte)
  • Es fördert über IGF-1 Körper- und Knochenwachstum
  • Es unterstützt Proteinsynthese
  • Es mobilisiert Fettreserven
  • Es kann die Glucosekonzentration im Blut erhöhen
Erläutern Sie die Bildung und Wirkung von ADH (4 Punkte)
  • ADH wird in hypothalamischen Kernen gebildet
  • Es wird entlang von Axonen zur Neurohypophyse transportiert
  • Dort wird es ins Blut freigesetzt
  • Es steigert Wasserresorption im Sammelrohr und kann Gefäße beeinflussen
Erläutern Sie drei Wirkungen des Oxytocins (4 Punkte)
  • Es fördert Kontraktionen der Gebärmutter bei der Geburt
  • Es löst Milchejektion aus
  • Es wirkt zusätzlich in neuronalen Netzwerken sozialer Bindung und Stressverarbeitung
  • Seine Wirkung hängt vom jeweiligen Zielgewebe und Kontext ab
Erklären Sie die Schilddrüsenachse in vier Stufen (4 Punkte)
  • Der Hypothalamus setzt TRH frei
  • Die Adenohypophyse setzt TSH frei
  • Die Schilddrüse bildet T4 und T3
  • Schilddrüsenhormone hemmen über negative Rückkopplung TRH und TSH
Erklären Sie die Nebennierenrindenachse in vier Stufen (4 Punkte)
  • Der Hypothalamus setzt CRH frei
  • Die Adenohypophyse setzt ACTH frei
  • Die Nebennierenrinde bildet Cortisol
  • Cortisol hemmt über negative Rückkopplung CRH und ACTH
Analysieren Sie vier Folgen eines Ausfalls der Hypophysensteuerung (4 Punkte)
  • Mehrere periphere Drüsen können gleichzeitig unterstimuliert sein
  • Wachstum, Stoffwechsel und Fortpflanzung können betroffen sein
  • Wasserhaushalt kann bei ADH-Störung entgleisen
  • Das Muster hängt davon ab, ob Vorder- oder Hinterlappen und welche Hormonachsen betroffen sind
Übergang

Die zentralen Achsen werden nun an peripheren Drüsen konkret. Schilddrüse und Nebennieren zeigen Stoffwechsel-, Kreislauf- und Stressregulation.

Quellen

lp_bfs_ergotherapeut_2024-1(5).pdf, S. 37, 22.07.2026

BAP_9_Hormonsystem.pdf, 22.07.2026

BAP_skript_Verdauung_Urogenital_Embryologie_Endokrinologie.pdf, 22.07.2026

Gewebe, Organe und Organsysteme
Vier Grundgewebe
GrundgewebeHauptfunktionBeispiele
EpithelgewebeAbgrenzung, Transport, Sekretion, ReizaufnahmeHaut, Schleimhaut, Drüsen, Sinnesepithel
Binde- und StützgewebeVerbindung, Speicherung, Form und LastübertragungFett, Sehne, Knorpel, Knochen
Muskelgewebeaktive KraftentwicklungSkelett-, Herz- und glatte Muskulatur
NervengewebeInformationsaufnahme, Verarbeitung und LeitungNeurone und Glia

Gewebeeigenschaften entstehen aus Zellen und extrazellulärer Matrix. Mehrere Gewebe bilden ein Organ; mehrere Organe arbeiten in Organsystemen zusammen. Regeneration und Belastbarkeit unterscheiden sich erheblich und müssen bei Aktivität, Heilung und Therapie berücksichtigt werden.

Fragen und Antworten
Definieren Sie Histologie und den Begriff Gewebe (4 Punkte)
  • Histologie ist die Lehre von den Geweben; griechisch histos bedeutet „Gewebe“ oder „Gewebtes“, logos „Lehre“
  • Ein Gewebe besteht aus Zellen mit ähnlicher Differenzierung und ihrer extrazellulären Matrix
  • Zellen müssen nicht identisch sein, wirken aber an gemeinsamen Aufgaben mit
  • Gewebestruktur erklärt Eigenschaften wie Barriere, Kraftentwicklung, Reizleitung, Elastizität und Druckfestigkeit
Ordnen Sie Zelle, Gewebe, Organ und Organsystem (4 Punkte)
  • Ein Gewebe verbindet spezialisierte Zellen und Matrix zu einer funktionellen Einheit
  • Ein Organ kombiniert mehrere Gewebe in charakteristischer räumlicher Ordnung; im Herzen wirken beispielsweise Muskel-, Binde-, Epithel- und Nervengewebe zusammen
  • Ein Organsystem verknüpft mehrere Organe für eine übergeordnete Funktion
  • Störungen können daher auf jeder Ebene entstehen und sich auf den gesamten Organismus auswirken
Erläutern Sie die vier Grundgewebe (3 Punkte)
  • Die vier Grundgewebe sind Epithelgewebe, Binde- und Stützgewebe, Muskelgewebe und Nervengewebe
  • Epithelien bedecken, kleiden aus und bilden Drüsen; Binde- und Stützgewebe verbinden, speichern und tragen; Muskelgewebe erzeugt Kraft; Nervengewebe nimmt Informationen auf, verarbeitet und leitet sie
  • Organe enthalten meist Anteile aller vier Gruppen in unterschiedlicher Ausprägung
Beschreiben Sie Aufbau und Funktionen des Epithelgewebes (3 Punkte)
  • Epithelgewebe besteht aus dicht verbundenen Zellen mit wenig Zwischenzellsubstanz und liegt auf einer Basalmembran
  • Oberflächenepithel schützt und ermöglicht Transport, Drüsenepithel bildet und sezerniert Stoffe, Sinnesepithel wandelt Reize in Signale um
  • Epithelien sind selbst gefäßfrei und werden aus dem darunterliegenden Gewebe versorgt; viele erneuern sich wegen hoher Belastung rasch
Unterscheiden Sie exokrine und endokrine Drüsen (3 Punkte)
  • Exokrine Drüsen geben ihr Sekret über einen Ausführungsgang an eine innere oder äußere Oberfläche ab, etwa Speichel in die Mundhöhle oder Schweiß auf die Haut
  • Endokrine Drüsen besitzen keinen Ausführungsgang und geben Hormone in das Interstitium und Blut ab
  • Die Einteilung beschreibt den Abgabeweg, nicht die chemische Zusammensetzung oder Wirkung des Sekrets
Erläutern Sie Binde- und Stützgewebe (3 Punkte)
  • Binde- und Stützgewebe enthält im Verhältnis zu den Zellen viel extrazelluläre Matrix aus Grundsubstanz und Fasern
  • Lockeres und straffes Bindegewebe verbindet und führt Strukturen; Fettgewebe speichert Energie, polstert und bildet Botenstoffe; Knorpel ist druckelastisch; Knochen mineralisiert und belastbar
  • Zusammensetzung und Faserorientierung passen sich der jeweiligen mechanischen Aufgabe an
Definieren Sie die extrazelluläre Matrix und ihre Funktionen (4 Punkte)
  • Die extrazelluläre Matrix wird von Zellen gebildet und besteht je nach Gewebe aus Kollagen- und Elastinfasern, Proteoglykanen, Wasser und mineralischen Anteilen
  • Sie überträgt Kräfte, bindet Flüssigkeit, führt Zellwanderung und beeinflusst Signalwege
  • Ihre Anordnung bestimmt Zugfestigkeit, Elastizität oder Druckresistenz
  • Umbau reagiert auf Belastung, Immobilisation, Entzündung und Heilung
Vergleichen Sie die drei Muskelgewebeformen (4 Punkte)
  • Skelettmuskulatur ist quergestreift, meist willkürlich ansteuerbar und bewegt oder stabilisiert das Skelett
  • Herzmuskulatur ist ebenfalls quergestreift, elektrisch gekoppelt und arbeitet rhythmisch ohne willentliche Einzelsteuerung
  • Glatte Muskulatur besitzt keine sichtbare Querstreifung, kontrahiert langsam und ausdauernd und reguliert Hohlorgane und Gefäße
  • Alle erzeugen Kraft durch Aktin-Myosin-Interaktion
Beschreiben Sie Aufbau und Funktionen des Nervengewebes (4 Punkte)
  • Nervengewebe besteht aus Neuronen und Gliazellen
  • Neurone nehmen Signale auf, integrieren sie und leiten Erregung über Axone und Synapsen weiter
  • Gliazellen versorgen, isolieren und schützen Neurone, regulieren die chemische Umgebung und beteiligen sich an Immun- und Reparaturprozessen
  • Die Funktion entsteht aus Netzwerken; einzelne Zellen sind daher auf geordnete Verbindungen angewiesen
Vergleichen Sie die Regenerationsfähigkeit der Grundgewebe (4 Punkte)
  • Regeneration hängt von Teilungsfähigkeit, Stammzellvorrat, Durchblutung und Erhalt der Gewebearchitektur ab
  • Viele Epithelien erneuern sich gut, Bindegewebe bildet häufig Narben, Skelettmuskel regeneriert begrenzt über Satellitenzellen
  • Knorpel heilt wegen Gefäßarmut langsam
  • Neurone des ZNS werden kaum ersetzt, können Funktionen jedoch durch synaptische Plastizität teilweise neu organisieren
Begründen Sie die Bedeutung von Gewebeeigenschaften für die Belastungssteuerung (3 Punkte)
  • Belastbarkeit ergibt sich aus Gewebeart, Faserverlauf, Wassergehalt, Durchblutung, Stoffwechsel und Anpassungszustand
  • Knochen reagiert auf dosierte mechanische Last, Knorpel benötigt wechselnden Druck zur Stoffversorgung, Sehnen passen sich langsam an, Muskel relativ schneller
  • Therapie muss deshalb Art, Intensität, Dauer und Erholung gewebespezifisch dosieren und Schmerz oder Schwellung im Verlauf einordnen
Quellen

BAP_1_ALLG_Zellen_Gewebe_3.pdf, 14.07.2026

BAP_skript_ALLG_NS_SP.pdf, 14.07.2026

lp_bfs_ergotherapeut_2024-1(5).pdf, S. 28, 21.07.2026

Muskeln, Sehnen und Faszien: Kraftentstehung und Koordination
Kernstruktur
OrganisationsebeneFunktion
Muskelerzeugt und überträgt Kraft
Muskelfasererregbare mehrkernige Muskelzelle
MyofibrilleLängsstruktur aus wiederholten Sarkomeren
Sarkomerkontraktile Einheit aus Aktin- und Myosinfilamenten
motorische EinheitMotoneuron und alle von ihm innervierten Muskelfasern
Sehne und FaszieKraftübertragung, Führung und Verbindung
Fragen und Antworten
Unterscheiden Sie glatte, Herz- und Skelettmuskulatur anhand von Steuerung und Vorkommen (6 Punkte)
  • Glatte Muskulatur: überwiegend unwillkürlich durch vegetative und lokale Mechanismen gesteuert.
  • Glatte Muskulatur: in Wänden von Hohlorganen und Blutgefäßen.
  • Herzmuskulatur: unwillkürlich und rhythmisch erregbar.
  • Herzmuskulatur: bildet das Myokard einschließlich spezialisierter Erregungsbildungs- und Leitungselemente.
  • Skelettmuskulatur: somatomotorisch willkürlich ansteuerbar und reflektorisch beeinflussbar.
  • Skelettmuskulatur: bewegt und stabilisiert vor allem Skelettabschnitte.
Beschreiben Sie den makroskopischen Aufbau eines Skelettmuskels anhand von sechs Ebenen (6 Punkte)
  • Muskelbauch als kontraktiler Hauptteil.
  • Gesamtmuskelhülle aus Epimysium.
  • Muskelfaserbündel mit Perimysium.
  • Einzelne Muskelfasern mit Endomysium.
  • Sehne oder Aponeurose zur Kraftübertragung.
  • Gefäße und Nerven, die im Bindegewebsgerüst verlaufen.
Beschreiben Sie die mikroskopische Organisation von der Muskelfaser bis zum Sarkomer (5 Punkte)
  • Die Muskelfaser ist eine lange, mehrkernige Muskelzelle.
  • Sie enthält zahlreiche parallel verlaufende Myofibrillen.
  • Myofibrillen bestehen aus hintereinandergeschalteten Sarkomeren.
  • Ein Sarkomer reicht von Z-Scheibe zu Z-Scheibe.
  • Aktin- und Myosinfilamente bilden die kontraktile Filamentordnung.
Erklären Sie den Querbrückenzyklus in fünf Schritten (5 Punkte)
  • Calcium bindet an Troponin und verschiebt Tropomyosin von den Aktinbindungsstellen.
  • Ein vorgespannter Myosinkopf bindet an Aktin.
  • Der Kraftschlag zieht das Aktinfilament zur Sarkomermitte.
  • ATP-Bindung löst Myosin wieder vom Aktin.
  • ATP-Spaltung spannt den Myosinkopf für den nächsten Zyklus vor.
Erklären Sie die Erregungs-Kontraktions-Kopplung in sechs Schritten (6 Punkte)
  • Ein Aktionspotenzial erreicht die motorische Endplatte.
  • Acetylcholin wird freigesetzt und depolarisiert die Muskelfasermembran.
  • Das Muskelaktionspotenzial breitet sich über Sarkolemm und T-Tubuli aus.
  • Das sarkoplasmatische Retikulum setzt Calcium frei.
  • Calcium ermöglicht den Querbrückenzyklus.
  • Calciumpumpen transportieren Calcium zurück; die Faser erschlafft.
Definieren Sie eine motorische Einheit (3 Punkte)
  • Sie besteht aus einem alpha-Motoneuron.
  • Sie umfasst dessen Axon und neuromuskuläre Endplatten.
  • Sie umfasst alle Muskelfasern, die dieses Motoneuron innerviert.
Erklären Sie zwei neuronale Wege der Kraftsteigerung (4 Punkte)
  • Rekrutierung: zusätzliche motorische Einheiten werden zugeschaltet.
  • Größenprinzip: meist werden zunächst kleine, ermüdungsresistente Einheiten aktiviert.
  • Frequenzsteigerung: Motoneurone senden Aktionspotenziale in kürzeren Abständen.
  • Zeitliche Summation erhöht dadurch die mittlere Muskelspannung.
Unterscheiden Sie konzentrische, exzentrische und isometrische Muskelarbeit (6 Punkte)
  • Konzentrisch: Der Muskel verkürzt sich unter Spannung.
  • Konzentrisch: Er überwindet einen Widerstand beziehungsweise beschleunigt eine Bewegung.
  • Exzentrisch: Der Muskel verlängert sich kontrolliert unter Spannung.
  • Exzentrisch: Er bremst oder dosiert eine äußere Kraft.
  • Isometrisch: Die Muskellänge bleibt annähernd gleich.
  • Isometrisch: Kraft dient vor allem Haltung und Stabilisation ohne sichtbare Gelenkbewegung.
Erläutern Sie vier funktionelle Rollen von Muskeln in einer Bewegung (4 Punkte)
  • Agonist: erzeugt den wesentlichen Bewegungsanteil.
  • Antagonist: wirkt der Bewegung entgegen oder bremst sie.
  • Synergist: unterstützt die Zielbewegung oder neutralisiert Nebenbewegungen.
  • Fixator: stabilisiert einen proximalen Abschnitt als Arbeitsbasis.
Erklären Sie den Unterschied zwischen Muskelursprung und Muskelansatz (4 Punkte)
  • Ursprung bezeichnet traditionell den eher proximalen oder stabileren Befestigungspunkt.
  • Ansatz bezeichnet traditionell den eher distalen oder bewegteren Befestigungspunkt.
  • Die Begriffe beschreiben Anatomie, nicht zwingend die tatsächliche Bewegungsrichtung.
  • In geschlossenen Ketten kann sich der übliche Ansatz dem fixierten Ursprung annähern oder umgekehrt.
Unterscheiden Sie spindelförmige, gefiederte und ringförmige Muskeln funktionell (6 Punkte)
  • Spindelförmig: lange, annähernd parallele Fasern.
  • Spindelförmig: großer Verkürzungsweg und hohe Bewegungsgeschwindigkeit.
  • Gefiedert: viele kurze Fasern setzen schräg an einer Sehne an.
  • Gefiedert: großer physiologischer Querschnitt und hohe Kraft bei kleinerem Verkürzungsweg.
  • Ringförmig: Fasern umgeben eine Körperöffnung.
  • Ringförmig: Öffnen oder Schließen, etwa beim M. orbicularis oris.
Erklären Sie die aktive Insuffizienz eines mehrgelenkigen Muskels (4 Punkte)
  • Der Muskel wird über mehrere überspannte Gelenke gleichzeitig maximal verkürzt.
  • Die Aktin-Myosin-Überlappung erreicht eine ungünstige Länge.
  • Der Muskel kann an einem weiteren Gelenk weniger Kraft oder Bewegung erzeugen.
  • Beispiel: Fingerbeuger greifen bei stark gebeugtem Handgelenk schwächer.
Erklären Sie die passive Insuffizienz eines mehrgelenkigen Muskels (4 Punkte)
  • Der Muskel wird über mehrere Gelenke gleichzeitig verlängert.
  • Passive Spannung begrenzt den Bewegungsumfang, bevor alle Gelenke ihre Einzelreichweite erreichen.
  • Die Begrenzung entsteht ohne aktive Muskelkontraktion.
  • Beispiel: gestrecktes Knie begrenzt bei verkürzter ischiokruraler Muskulatur die Hüftflexion.
Erklären Sie die Längen-Kraft-Beziehung eines Skelettmuskels (4 Punkte)
  • Bei mittlerer Sarkomerlänge überlappen Aktin und Myosin günstig.
  • Zu starke Verkürzung führt zu Filamentüberlagerung und mechanischer Behinderung.
  • Zu starke Dehnung vermindert die Zahl möglicher Querbrücken.
  • Gelenkstellung und Länge mehrgelenkiger Muskeln verändern deshalb die verfügbare Kraft.
Erklären Sie vier Funktionen von Sehnen (4 Punkte)
  • Sehnen übertragen Muskelkraft auf Knochen oder andere Ansatzstrukturen.
  • Sie bündeln Kraft über kleine Ansatzflächen.
  • Elastische Dehnung kann Energie speichern und zurückgeben.
  • Sehnenorgane liefern sensorische Information über Spannung.
Erläutern Sie Aufbau und Funktion einer Sehnenscheide (4 Punkte)
  • Sie besteht aus einer äußeren fibrösen Führung und einer inneren Synovialauskleidung.
  • Ein inneres und äußeres Blatt bilden einen gleitfähigen Raum.
  • Synovialflüssigkeit vermindert Reibung bei wiederholter Sehnenbewegung.
  • Sehnenscheiden sind besonders dort ausgeprägt, wo Sehnen unter Haltebändern oder um Knochenkanten verlaufen.
Erklären Sie vier Funktionen von Faszien (4 Punkte)
  • Faszien umhüllen und gliedern Muskeln beziehungsweise Muskelgruppen.
  • Sie bilden Gleitflächen zwischen Gewebeschichten.
  • Sie übertragen Kräfte innerhalb und zwischen Muskelketten.
  • Sie führen Gefäße und Nerven und enthalten sensible Rezeptoren.
Unterscheiden Sie offene und geschlossene kinetische Kette (4 Punkte)
  • Offene Kette: Das distale Segment bewegt sich frei im Raum.
  • Offene Kette: Bewegung und Muskelwirkung lassen sich häufig gezielter isolieren.
  • Geschlossene Kette: Das distale Segment ist fixiert oder belastet.
  • Geschlossene Kette: Mehrere Gelenke und Muskelgruppen reagieren gekoppelt auf Last.
Erklären Sie den Muskeltonus als regelabhängigen Zustand (4 Punkte)
  • Muskeltonus bezeichnet die aktuelle Grundspannung und Bereitschaft zur Kraftentwicklung.
  • Er wird durch zentrale Aktivierung, Reflexsysteme und sensorische Rückmeldung beeinflusst.
  • Haltung, Aufgabe, Emotion, Schmerz und Ermüdung verändern ihn.
  • Tonus ist keine unveränderliche Eigenschaft und nicht mit maximaler Kraft gleichzusetzen.
Analysieren Sie Muskelkraft in einer Alltagshandlung anhand von sechs Faktoren (6 Punkte)
  • Ausgangsstellung und Gelenkwinkel.
  • Kontraktionsform: konzentrisch, exzentrisch oder isometrisch.
  • Hebelarm von Muskel und äußerer Last.
  • Rekrutierung, Koordination und Ermüdung.
  • Proximale Stabilität und Mitbewegungen.
  • Bedeutung für Geschwindigkeit, Genauigkeit und Ausdauer der Betätigung.
Erklären Sie die Wortherkunft von Muskel, Sehne und Faszie (3 Punkte)
  • Lateinisch musculus bedeutet Mäuschen; die Form kontrahierter Muskeln erinnerte an ein kleines Tier.
  • Lateinisch tendo bedeutet Sehne beziehungsweise ausgespannte Schnur und steckt in Tendinitis oder Tendinopathie.
  • Lateinisch fascia bedeutet Band oder Binde und erscheint in Faszie, Faszienloge und Fasziotomie.
Begründen Sie die Bedeutung proximaler Stabilisation für distale Präzision (4 Punkte)
  • Ein stabiler Rumpf begrenzt unerwünschte Ausweichbewegungen.
  • Der Schultergürtel bietet dem Arm eine kontrollierte Ausgangsbasis.
  • Dadurch können kleinere distale Muskeln Kraft und Richtung feiner dosieren.
  • Fehlende Stabilität erhöht Kompensation, Energieverbrauch und Ungenauigkeit der Handbewegung.

*Weiterführung:* Muskeln wirken nie losgelöst von ihrer knöchernen Umgebung. Im nächsten Kapitel wird deshalb das Achsenskelett als zentrale Stütz- und Bewegungsbasis betrachtet, an der Kopf-, Rumpf- und Extremitätenmuskeln ansetzen.

Quellen

BAP_skript_Muskeln_D_SP.pdf, 22.07.2026

BAP_skript_Bewegungsapparat.pdf, 22.07.2026

lp_bfs_ergotherapeut_2024-1(5).pdf, S. 29 und 31, 22.07.2026

Großhirn, Zwischenhirn, Basalganglien und limbisches System
Fragen und Antworten
Nennen Sie die vier Großhirnlappen und je eine Kernfunktion (4 Punkte)
  • Frontallappen: Planung, Exekutivfunktionen und motorische Steuerung.
  • Parietallappen: somatosensorische Verarbeitung und räumliche Integration.
  • Temporallappen: Hören, Sprachverstehen und Gedächtnisbezüge.
  • Okzipitallappen: visuelle Verarbeitung.
Beschreiben Sie den Aufbau der Großhirnrinde anhand von vier Merkmalen (4 Punkte)
  • Graue Substanz liegt oberflächlich als Kortex.
  • Kortex enthält vor allem Nervenzellkörper und lokale Verschaltungen.
  • Windungen und Furchen vergrößern die Oberfläche.
  • Unter dem Kortex liegt weiße Substanz mit Faserbahnen.
Unterscheiden Sie Projektions-, Assoziations- und Kommissurenfasern (6 Punkte)
  • Projektionsfasern verbinden Kortex mit tieferen Hirnabschnitten oder Rückenmark.
  • Projektionsfasern führen auf- oder absteigende Information.
  • Assoziationsfasern verbinden Kortexgebiete derselben Hemisphäre.
  • Assoziationsfasern ermöglichen funktionelle Netzwerke innerhalb einer Hemisphäre.
  • Kommissurenfasern verbinden beide Hemisphären.
  • Der Corpus callosum ist die größte Kommissurenbahn.
Erklären Sie die Funktion des Thalamus (4 Punkte)
  • Thalamus ist zentrale Umschalt- und Filterstation.
  • Die meisten sensorischen Informationen werden dort vor dem Kortex verschaltet.
  • Aufmerksamkeit und Relevanz beeinflussen die Weiterleitung.
  • Motorische Schleifen mit Basalganglien und Kleinhirn laufen ebenfalls über thalamische Kerne.
Erläutern Sie vier Funktionen des Hypothalamus (4 Punkte)
  • Regulation von Körpertemperatur.
  • Steuerung von Hunger, Durst und Energiehaushalt.
  • Kopplung von Nervensystem und Hormonsystem über die Hypophyse.
  • Mitsteuerung vegetativer Reaktionen und Tag-Nacht-Rhythmik.
Erklären Sie die Rolle der Basalganglien bei Bewegung (4 Punkte)
  • Basalganglien wählen und gewichten motorische Programme.
  • Erwünschte Bewegungen werden erleichtert.
  • Konkurrierende Bewegungsprogramme werden gehemmt.
  • Automatisierung und Skalierung von Bewegungen werden unterstützt.
Beschreiben Sie vier Funktionen des limbischen Systems (4 Punkte)
  • Emotionale Bewertung von Situationen.
  • Verknüpfung von Motivation und Verhalten.
  • Beteiligung an Gedächtnisbildung.
  • Kopplung emotionaler Zustände an vegetative Reaktionen.
Unterscheiden Sie Arbeits-, episodisches, semantisches und prozedurales Gedächtnis (4 Punkte)
  • Arbeitsgedächtnis hält und bearbeitet Information kurzfristig.
  • Episodisches Gedächtnis speichert persönlich erlebte Ereignisse.
  • Semantisches Gedächtnis speichert Fakten und Begriffe.
  • Prozedurales Gedächtnis speichert Fertigkeiten und Gewohnheiten.
Analysieren Sie die Folgen einer Frontallappenstörung anhand von vier Funktionsbereichen (4 Punkte)
  • Planung und Handlungsorganisation können beeinträchtigt sein.
  • Impulskontrolle und soziale Anpassung können verändert sein.
  • Aufmerksamkeit und Arbeitsgedächtnis können reduziert sein.
  • Initiative und zielgerichtetes Verhalten können abnehmen.
Begründen Sie den Alltagsbezug kortikaler Netzwerke für Ergotherapie (4 Punkte)
  • Alltagshandlungen benötigen gleichzeitig Wahrnehmung, Planung und Motorik.
  • Funktionen sind in Netzwerken statt isolierten Zentren organisiert.
  • Aufgaben müssen deshalb in realistischen Kontexten analysiert werden.
  • Training sollte Aktivität, Umwelt und persönliche Bedeutung verbinden.

*Weiterführung:* Großhirn und Zwischenhirn planen und bewerten. Damit Bewegungen zeitlich abgestimmt, Haltung stabil und Wachheit reguliert werden, folgen Hirnstamm und Kleinhirn.

Quellen

lp_bfs_ergotherapeut_2024-1(5).pdf, S. 32–33, 22.07.2026

FÄCHER(6).zip und FÄCHER2(6).zip: BAP-Unterlagen, 22.07.2026

Gefäße und Kreisläufe: Druck, Widerstand, Austausch und Rückstrom
Fragen und Antworten
Unterscheiden Sie Arterien, Venen und Kapillaren anhand von Strömungsrichtung und Hauptfunktion (6 Punkte)
  • Arterien führen Blut vom Herzen weg.
  • Sie verteilen Blut unter vergleichsweise hohem Druck.
  • Venen führen Blut zum Herzen zurück.
  • Sie dienen zugleich als Volumenspeicher.
  • Kapillaren verbinden Arteriolen und Venolen.
  • Ihre dünne Wand ermöglicht Gas-, Stoff- und Flüssigkeitsaustausch.
Beschreiben Sie den dreischichtigen Grundbau einer Arterie (4 Punkte)
  • Die Tunica intima besteht innen aus Endothel und einer dünnen Bindegewebsschicht.
  • Die Tunica media enthält glatte Muskulatur und elastische Fasern.
  • Die Tunica externa oder Adventitia besteht überwiegend aus Bindegewebe.
  • Die Schichten sind je nach Gefäßtyp unterschiedlich stark ausgeprägt.
Vergleichen Sie Arterien und Venen anhand von Wand, Lumen, Druck und Klappen (6 Punkte)
  • Arterien besitzen eine stärkere Media.
  • Ihr Lumen ist bei vergleichbarer Größe meist kleiner und formstabiler.
  • Sie führen Blut unter höherem Druck.
  • Venen besitzen dünnere Wände und ein größeres, leichter verformbares Lumen.
  • In vielen Venen der Extremitäten verhindern Venenklappen den Rückstrom.
  • Venen führen Blut unter niedrigerem Druck und speichern einen großen Anteil des Blutvolumens.
Unterscheiden Sie Arterien vom elastischen und muskulären Typ (4 Punkte)
  • Elastische Arterien liegen herznah und enthalten viele elastische Fasern in der Media.
  • Sie dehnen sich beim systolischen Auswurf und geben Energie in der Diastole wieder ab.
  • Muskuläre Arterien und Arteriolen besitzen relativ viel glatte Muskulatur.
  • Sie verändern ihren Durchmesser und regulieren Organverteilung sowie Widerstand.
Erklären Sie die Windkesselfunktion der großen Arterien (4 Punkte)
  • Während der Systole dehnt ein Teil des Schlagvolumens die elastische Arterienwand.
  • Dabei wird Druckenergie gespeichert.
  • Während der Diastole zieht sich die Wand elastisch zurück.
  • Dadurch bleibt der Blutstrom zwischen zwei Herzschlägen aufrechterhalten.
Begründen Sie die Bezeichnung der Arteriolen als Widerstandsgefäße (4 Punkte)
  • Arteriolen besitzen eine kräftige glatte Muskulatur im Verhältnis zu ihrem kleinen Lumen.
  • Schon geringe Änderungen des Radius verändern den Strömungswiderstand stark.
  • Vasokonstriktion erhöht den Widerstand.
  • Vasodilatation senkt den Widerstand und steigert die lokale Durchblutung.
Erklären Sie den Stoffaustausch an Kapillaren anhand von fünf Bedingungen (5 Punkte)
  • Die Kapillarwand besteht im Wesentlichen aus einer dünnen Endothelschicht.
  • Die große Gesamtoberfläche verlangsamt die Strömung.
  • Kurze Diffusionswege erleichtern den Austausch.
  • Konzentrations- und Druckunterschiede treiben Gas- und Stoffbewegungen an.
  • Wasser, Elektrolyte, Nährstoffe und Stoffwechselprodukte werden zwischen Blut und Gewebe verschoben.
Ordnen Sie den Körperkreislauf in acht Gefäßabschnitte (8 Punkte)
  • Linke Kammer.
  • Aorta.
  • Arterien.
  • Arteriolen.
  • Körperkapillaren.
  • Venolen.
  • Venen.
  • Obere und untere Hohlvene zum rechten Vorhof.
Ordnen Sie den Lungenkreislauf in acht Stationen (8 Punkte)
  • Rechte Kammer.
  • Truncus pulmonalis.
  • Lungenarterien.
  • Lungenarteriolen.
  • Lungenkapillaren.
  • Lungenvenolen.
  • Lungenvenen.
  • Linker Vorhof.
Benennen Sie die drei Hauptabgänge des Aortenbogens (3 Punkte)
  • Truncus brachiocephalicus.
  • Linke Arteria carotis communis.
  • Linke Arteria subclavia.
Beschreiben Sie die arterielle Grundversorgung des Gehirns (5 Punkte)
  • Zwei Arteriae carotides internae versorgen vor allem vordere Hirnabschnitte.
  • Zwei Arteriae vertebrales vereinigen sich zur Arteria basilaris.
  • Das vertebrobasiläre System versorgt vor allem Hirnstamm, Kleinhirn und hintere Hirnabschnitte.
  • Verbindungsarterien bilden an der Hirnbasis den Circulus arteriosus cerebri.
  • Der Gefäßring kann begrenzte Umleitungen ermöglichen, ersetzt aber keinen vollständigen Gefäßverschluss zuverlässig.
Ordnen Sie die wichtigsten Arterien der oberen Extremität von proximal nach distal (5 Punkte)
  • Arteria subclavia.
  • Arteria axillaris.
  • Arteria brachialis.
  • Arteria radialis.
  • Arteria ulnaris.
Ordnen Sie die wichtigsten Arterien der unteren Extremität von proximal nach distal (5 Punkte)
  • Arteria iliaca externa.
  • Arteria femoralis.
  • Arteria poplitea.
  • Arteria tibialis anterior.
  • Arteria tibialis posterior.
Erklären Sie den Pfortaderkreislauf in fünf Schritten (5 Punkte)
  • Venöses Blut aus Magen-Darm-Trakt, Bauchspeicheldrüse und Milz sammelt sich in Zuflüssen der Pfortader.
  • Die Vena portae führt dieses Blut zur Leber.
  • Die Leber verarbeitet Nährstoffe und baut oder speichert Stoffe um.
  • Sie kann aufgenommene Schadstoffe teilweise entgiften.
  • Über Lebervenen gelangt das Blut in die untere Hohlvene.
Unterscheiden Sie Puls und Blutdruck (4 Punkte)
  • Der Puls ist die durch den Herzschlag ausgelöste Druck- und Dehnungswelle in Arterien.
  • Die Pulsfrequenz entspricht bei wirksamer Überleitung meist der Herzfrequenz.
  • Blutdruck ist der Druck des Blutes auf die Gefäßwand.
  • Er wird klinisch meist als systolischer und diastolischer arterieller Druck angegeben.
Erklären Sie systolischen und diastolischen Blutdruckwert (4 Punkte)
  • Der systolische Wert ist der höchste arterielle Druck während der Austreibungsphase.
  • Er hängt besonders von Schlagvolumen, Auswurfgeschwindigkeit und Elastizität der großen Arterien ab.
  • Der diastolische Wert ist der niedrigste arterielle Druck vor dem nächsten Auswurf.
  • Er wird besonders durch peripheren Widerstand und elastischen Rückstoß der Arterien geprägt.
Erklären Sie fünf Hauptdeterminanten des arteriellen Blutdrucks (5 Punkte)
  • Das Herzzeitvolumen bestimmt, wie viel Blut pro Minute in den Kreislauf gelangt.
  • Der periphere Gefäßwiderstand bremst die Strömung.
  • Das zirkulierende Blutvolumen beeinflusst Füllung und Druck.
  • Die Elastizität großer Arterien beeinflusst Druckspitzen und Druckabfall.
  • Vegetative, hormonelle und renale Regulation verändern diese Größen.
Erläutern Sie sechs Hilfen des venösen Rückstroms (6 Punkte)
  • Venenklappen verhindern in den Extremitäten einen Rückstrom.
  • Die Skelettmuskelpumpe drückt Venen bei Bewegung zusammen.
  • Die Atempumpe erzeugt bei der Einatmung ein Druckgefälle zum Thorax.
  • Der Sog des Herzens unterstützt den Einstrom in die Vorhöfe.
  • Arteriovenöse Kopplung kann benachbarte Venen rhythmisch komprimieren.
  • Ein ausreichender Venentonus begrenzt eine übermäßige Volumenversackung.
Leiten Sie die Kreislaufreaktion beim raschen Aufstehen ab (4 Punkte)
  • Schwerkraft verlagert Blut kurzfristig in Bein- und Beckenvenen.
  • Der venöse Rückstrom und das Schlagvolumen sinken zunächst.
  • Barorezeptoren registrieren den Druckabfall.
  • Sympathische Aktivierung steigert Herzfrequenz und Gefäßtonus, um den Blutdruck zu stabilisieren.

*Weiterführung:* Gefäße erklären Weg, Druck und Austauschfläche. Nun folgt das transportierte Medium selbst und die Rückführung von Gewebsflüssigkeit: Blut und Lymphe verbinden Versorgung, Abwehr, Gerinnung und Flüssigkeitshaushalt.

Quellen

lp_bfs_ergotherapeut_2024-1(5).pdf, S. 34–35, 22.07.2026

BAP_HKS_3_TR_Puls_Blutdruck_Blut.pdf, 22.07.2026

BAP_HKS_4_TR_Erregung_Gefäße_Kreislauf.pdf, 22.07.2026

BAP_skript_HKL_Atmung.pdf, 22.07.2026

BAP_NS_06_Hirnhäute_Durchblutung_Liquor.pdf, 22.07.2026

Atemmechanik: Atemmuskeln, Druckänderungen und Atemformen
Fragen und Antworten
Erklären Sie die ruhige Inspiration in vier Schritten (4 Punkte)
  • Das Zwerchfell kontrahiert und senkt seine Kuppeln
  • Äußere Zwischenrippenmuskeln heben die Rippen
  • Das Thorax- und Lungenvolumen nimmt zu
  • Der Alveolardruck fällt unter den Außendruck und Luft strömt ein
Erklären Sie die ruhige Exspiration in vier Schritten (4 Punkte)
  • Inspirationsmuskeln entspannen
  • Elastische Rückstellkräfte von Lunge und Thorax verkleinern das Volumen
  • Der Alveolardruck steigt über den Außendruck
  • Luft strömt nach außen; zusätzliche Muskelarbeit ist in Ruhe kaum nötig
Nennen Sie vier Muskeln oder Muskelgruppen der forcierten Inspiration (4 Punkte)
  • Zwerchfell
  • Äußere Zwischenrippenmuskeln
  • Mm. scaleni
  • M. sternocleidomastoideus oder fixierte Schultergürtelmuskeln
Nennen Sie drei Muskelgruppen der forcierten Exspiration (3 Punkte)
  • Bauchmuskulatur
  • Innere Zwischenrippenmuskeln
  • Weitere thoraxsenkende Muskulatur bei fixierten Ansatzpunkten
Unterscheiden Sie thorakale und abdominale Atmung (4 Punkte)
  • Thorakale Atmung zeigt sich vor allem durch Rippen- und Brustkorbbewegung
  • Sie nutzt deutlich die Zwischenrippenmuskulatur
  • Abdominale Atmung entsteht vor allem durch Zwerchfellsenkung
  • Dabei werden Bauchorgane verdrängt und die Bauchdecke wölbt sich vor
Definieren Sie Compliance und elastische Rückstellkraft (4 Punkte)
  • Compliance beschreibt die Dehnbarkeit von Lunge und Thorax
  • Hohe Compliance bedeutet große Volumenänderung bei kleiner Druckänderung
  • Elastische Rückstellkraft bezeichnet das Bestreben zur Ausgangsform zurückzukehren
  • Beide Eigenschaften beeinflussen die Atemarbeit
Erklären Sie die Bedeutung des intrapleuralen Drucks (4 Punkte)
  • Er ist normalerweise niedriger als der Alveolar- und Außendruck
  • Er hält die Lunge über die Pleura am Thorax entfaltet
  • Bei Inspiration wird er meist stärker negativ
  • Sein Verlust gefährdet die mechanische Kopplung
Vergleichen Sie Ruheatmung und forcierte Atmung anhand von vier Kriterien (4 Punkte)
  • Ruheatmung benötigt vor allem Zwerchfell und äußere Interkostalmuskeln
  • Ihre Ausatmung ist überwiegend passiv
  • Forcierte Inspiration rekrutiert Atemhilfsmuskeln
  • Forcierte Exspiration nutzt aktive Bauch- und innere Interkostalmuskulatur
Analysieren Sie vier mögliche Folgen einer flachen Schonatmung (4 Punkte)
  • Das Atemzugvolumen sinkt
  • Ein größerer Anteil der Ventilation bleibt relativ im Totraum
  • Basale Lungenabschnitte können schlechter belüftet werden
  • Sekretstau und unzureichender Gasaustausch werden wahrscheinlicher
Beurteilen Sie die Beobachtung der Atembewegung in der Ergotherapie (4 Punkte)
  • Sie liefert Hinweise auf Atemfrequenz und Atemtiefe
  • Asymmetrien können auf Schmerz, Schonung oder einseitige Einschränkung hinweisen
  • Atemhilfsmuskeleinsatz spricht für erhöhte Atemarbeit
  • Die Beobachtung ersetzt keine medizinische Diagnostik, unterstützt aber sichere Belastungssteuerung
Übergang

Mechanik erklärt die Luftbewegung, aber noch nicht deren wirksamen Anteil. Danach folgen Atemvolumina, Totraum, alveoläre Ventilation und der Austausch von Sauerstoff und Kohlendioxid.

Quellen

lp_bfs_ergotherapeut_2024-1(5).pdf, S. 35–37, 22.07.2026

BAP_Atmung_Anatomie.pdf, 22.07.2026

BAP_Atmung_Physiologie.pdf, 22.07.2026

BAP_skript_HKL_Atmung.pdf, 22.07.2026

Leber, Galle und Pankreas: Verarbeitung, Speicherung und Verdauungssekrete
Fragen und Antworten
Nennen Sie sechs Hauptaufgaben der Leber (6 Punkte)
  • Nährstoffe umwandeln und speichern
  • Plasma- und Gerinnungsproteine bilden
  • Gallensaft bilden
  • Fremdstoffe und Medikamente biochemisch bearbeiten
  • Ammoniak zu Harnstoff umwandeln
  • Bilirubin aufnehmen, verarbeiten und ausscheiden
Beschreiben Sie die doppelte Blutversorgung der Leber (4 Punkte)
  • Die Pfortader führt nährstoffreiches, sauerstoffärmeres Blut aus dem Bauchraum
  • Die Leberarterie führt sauerstoffreiches Blut
  • Beide Blutströme mischen sich in den Sinusoiden
  • Lebervenen leiten das Blut zur unteren Hohlvene ab
Erklären Sie Bildung, Speicherung und Abgabe der Galle (4 Punkte)
  • Leberzellen bilden Gallensaft
  • Gallenwege leiten ihn zur Gallenblase oder direkt zum Duodenum
  • Die Gallenblase speichert und konzentriert Galle
  • Bei Nahrungsfett wird sie in den Zwölffingerdarm abgegeben
Erläutern Sie vier Aufgaben der Galle (4 Punkte)
  • Gallensäuren emulgieren Fette
  • Sie unterstützen Mizellenbildung und Fettresorption
  • Bilirubin wird über Galle ausgeschieden
  • Cholesterin und weitere Stoffe können über die Galle abgegeben werden
Unterscheiden Sie exokrine und endokrine Pankreasfunktion (4 Punkte)
  • Exokrine Zellen geben Verdauungssaft über Ausführungsgänge in das Duodenum ab
  • Dieser enthält Enzyme und Bicarbonat
  • Endokrine Inselzellen geben Hormone direkt ins Blut ab
  • Dazu gehören insbesondere Insulin und Glucagon
Nennen Sie vier Enzymgruppen des Pankreassafts und ihre Substrate (4 Punkte)
  • Amylasen spalten Kohlenhydrate
  • Proteasen und Peptidasen spalten Proteine
  • Lipasen spalten Fette
  • Nukleasen spalten Nukleinsäuren
Erklären Sie die Funktion des Bicarbonats im Pankreassaft (4 Punkte)
  • Saurer Mageninhalt gelangt ins Duodenum
  • Bicarbonat neutralisiert einen Teil der Säure
  • Dadurch wird die Dünndarmschleimhaut geschützt
  • Pankreas- und Bürstensaumenzyme erhalten ein günstigeres pH-Milieu
Begründen Sie die zentrale Rolle der Leber im Blutzuckerhaushalt (4 Punkte)
  • Sie speichert Glucose als Glykogen
  • Sie kann Glykogen wieder zu Glucose abbauen
  • Sie bildet bei Bedarf Glucose aus Nichtkohlenhydrat-Vorstufen
  • Insulin und Glucagon steuern diese Prozesse mit
Leiten Sie vier Folgen einer fehlenden Galle im Dünndarm ab (4 Punkte)
  • Fette werden schlechter emulgiert
  • Lipasen greifen die Fettoberfläche weniger wirksam an
  • Fettresorption sinkt
  • Mangel an fettlöslichen Vitaminen und fettreicher Stuhl können entstehen
Vergleichen Sie Leber und Pankreas anhand von vier Funktionsbereichen (4 Punkte)
  • Beide bilden Sekrete für den Dünndarm
  • Die Leber bildet Galle, das Pankreas Verdauungsenzyme und Bicarbonat
  • Beide wirken im Stoffwechsel und hormonabhängig
  • Das Pankreas besitzt zusätzlich eine klar abgegrenzte endokrine Inselzellfunktion
Übergang

Nach den Organfunktionen folgt die systematische Einordnung der Nährstoffe. Kohlenhydrate, Fette, Proteine, Wasser, Elektrolyte und Vitamine erklären Energiegewinnung, Baustoffwechsel und Mangelrisiken.

Quellen

lp_bfs_ergotherapeut_2024-1(5).pdf, S. 36, 22.07.2026

Verdauung_JT_TR_2.pdf, 22.07.2026

BAP_skript_Verdauung_Urogenital_Embryologie_Endokrinologie.pdf, 22.07.2026

Harnwege und Geschlechtsorgane: Transport, Speicherung und Fortpflanzungsfunktion
Fragen und Antworten
Ordnen Sie vier Stationen des ableitenden Harnwegs (4 Punkte)
  • Nierenbecken
  • Harnleiter
  • Harnblase
  • Harnröhre
Erklären Sie den Harntransport im Harnleiter (4 Punkte)
  • Glatte Muskulatur erzeugt peristaltische Wellen
  • Der Transport funktioniert deshalb auch unabhängig von der Schwerkraft
  • Schräger Eintritt in die Blasenwand vermindert Rückfluss
  • Engstellen sind typische Orte für steckenbleibende Harnsteine
Beschreiben Sie die Harnblase anhand von vier Merkmalen (4 Punkte)
  • Sie ist ein muskuläres Hohlorgan im kleinen Becken
  • Das Urothel kann sich stark dehnen
  • Der Detrusor bildet die glatte Blasenmuskulatur
  • Blasenhals und Schließmechanismen sichern Speicherung und Entleerung
Erklären Sie die Miktion in vier Schritten (4 Punkte)
  • Dehnungsrezeptoren melden zunehmende Füllung
  • Spinale und höhere Zentren koordinieren den Reflex
  • Der Detrusor kontrahiert
  • Innere und äußere Verschlussmechanismen öffnen sich koordiniert
Unterscheiden Sie weibliche und männliche Harnröhre (4 Punkte)
  • Die weibliche Harnröhre ist deutlich kürzer
  • Sie dient ausschließlich dem Harntransport
  • Die männliche Harnröhre durchzieht Prostata und Penis
  • Sie dient ab bestimmten Abschnitten Harn- und Samenleitung, jedoch nicht gleichzeitig
Nennen Sie fünf innere weibliche Geschlechtsorgane (5 Punkte)
  • Ovarien
  • Eileiter
  • Uterus
  • Zervix
  • Vagina
Nennen Sie sechs innere männliche Geschlechtsorgane oder Leitungsstrukturen (6 Punkte)
  • Hoden
  • Nebenhoden
  • Samenleiter
  • Samenbläschen
  • Prostata
  • Harnröhre
Erläutern Sie vier Funktionen der Ovarien (4 Punkte)
  • Reifung und Freisetzung von Eizellen
  • Bildung von Östrogenen
  • Bildung von Progesteron nach der Ovulation
  • Steuerung von Zyklus, Schleimhautaufbau und Fortpflanzungsbereitschaft
Erläutern Sie vier Funktionen von Hoden und Nebenhoden (4 Punkte)
  • In den Hoden entstehen Spermien
  • Leydig-Zellen bilden Testosteron
  • Im Nebenhoden reifen Spermien funktionell nach
  • Der Nebenhoden speichert und leitet sie zum Samenleiter weiter
Beurteilen Sie die Bedeutung von Kontinenz für Handlungsfähigkeit (4 Punkte)
  • Kontinenz beeinflusst Selbstversorgung und Schlaf
  • Sie wirkt auf Mobilität, Kleidung und Toilettennutzung
  • Unsicherheit kann soziale Teilhabe und Aktivitätswahl einschränken
  • Ergotherapeutische Umweltanpassung und Routinen können unterstützen, ersetzen aber keine medizinische Abklärung
Übergang

Anatomie der Geschlechtsorgane schafft die Voraussetzung für Befruchtung. Das folgende Kapitel verfolgt die Entwicklung von Zygote und Keimblättern bis zur Fetalphase.

Quellen

lp_bfs_ergotherapeut_2024-1(5).pdf, S. 36–37, 22.07.2026

Urogenitalsystem_JT_TR_2.pdf, 22.07.2026

BAP_skript_Verdauung_Urogenital_Embryologie_Endokrinologie.pdf, 22.07.2026

Hautrezeptoren, Schmerz und Thermoregulation
Fragen und Antworten
Ordnen Sie vier Mechanorezeptoren ihrem bevorzugten Reiz zu (4 Punkte)
  • Merkel-Komplexe reagieren auf anhaltenden Druck und Form
  • Meissner-Körperchen reagieren auf leichte Berührung und schnelle Änderungen
  • Ruffini-Körperchen erfassen Hautdehnung
  • Pacini-Körperchen reagieren besonders auf Vibration und schnelle Druckänderung
Unterscheiden Sie schnell und langsam adaptierende Hautrezeptoren (4 Punkte)
  • Schnell adaptierende Rezeptoren reagieren besonders auf Reizbeginn, Reizende oder Bewegung
  • Ihre Entladungsrate sinkt bei konstantem Reiz rasch
  • Langsam adaptierende Rezeptoren melden anhaltenden Druck oder Dehnung weiter
  • Zusammen erfassen sie Veränderung und Dauer eines Kontakts
Definieren Sie Zweipunktdiskrimination und Raumschwelle (4 Punkte)
  • Zweipunktdiskrimination ist die Fähigkeit, zwei gleichzeitige Berührungen getrennt wahrzunehmen
  • Die Raumschwelle ist der kleinste Abstand, bei dem dies gelingt
  • Sie hängt von Rezeptordichte und Größe rezeptiver Felder ab
  • Fingerkuppen besitzen eine kleinere Raumschwelle als Rücken oder Oberarm
Definieren Sie Nozizeptor und Nozizeption (4 Punkte)
  • Nozizeptoren sind freie Nervenendigungen für potenziell gewebeschädigende Reize
  • Sie reagieren auf mechanische, thermische oder chemische Einwirkungen
  • Nozizeption bezeichnet Aufnahme und neuronale Verarbeitung dieser Signale
  • Schmerz ist die bewusste, emotional beeinflusste Erfahrung und nicht mit Nozizeption identisch
Unterscheiden Sie Kälte-, Wärme- und Schmerzreize der Haut (4 Punkte)
  • Thermorezeptoren reagieren in bestimmten nichtschädigenden Temperaturbereichen
  • Kälte- und Wärmerezeptoren besitzen unterschiedliche Empfindlichkeitsbereiche
  • Extreme Hitze oder Kälte aktiviert zusätzlich Nozizeptoren
  • Temperaturerleben wird durch Adaptation und Umgebung beeinflusst
Erklären Sie die Wärmeabgabe bei Überwärmung (4 Punkte)
  • Hautgefäße erweitern sich
  • Mehr warmes Blut erreicht die Oberfläche
  • Schweißsekretion nimmt zu
  • Verdunstung entzieht dem Körper Wärme
Erklären Sie die Wärmeerhaltung bei Kälte (4 Punkte)
  • Hautgefäße verengen sich
  • Durchblutung der Oberfläche sinkt
  • Wärmeverlust wird begrenzt
  • Muskelzittern und Stoffwechselsteigerung können zusätzliche Wärme erzeugen
Definieren Sie ein Dermatom (4 Punkte)
  • Ein Dermatom ist ein Hautgebiet, das überwiegend von sensiblen Fasern einer Spinalnervenwurzel versorgt wird
  • Benachbarte Dermatome überlappen sich
  • Typische Ausfallmuster erlauben Rückschlüsse auf Wurzelläsionen
  • Dermatome sind nicht identisch mit Versorgungsgebieten einzelner peripherer Nerven
Analysieren Sie vier Folgen verminderter Schutzsensibilität an der Hand (4 Punkte)
  • Schädigende Hitze, Druck oder scharfe Kanten werden später bemerkt
  • Kraftdosierung und Objektkontrolle werden unsicherer
  • Verletzungs- und Überlastungsrisiko steigt
  • Visuelle Kontrolle und systematische Hautinspektion werden wichtiger
Beurteilen Sie die Bedeutung der Hautsensibilität für Feinmotorik (4 Punkte)
  • Taktile Rückmeldung informiert über Kontakt, Schlupf und Oberflächenstruktur
  • Sie ermöglicht angepasste Greifkraft
  • Sie ergänzt Propriozeption und Sehen
  • Verminderte Sensibilität kann selbst bei erhaltener Muskelkraft die Handgeschicklichkeit deutlich begrenzen
Übergang

Die Haut reagiert lokal, Hormone koordinieren Körperfunktionen über größere Zeiträume. Das endokrine System bildet deshalb den Abschluss des BAP-Buchs.

Quellen

lp_bfs_ergotherapeut_2024-1(5).pdf, S. 37, 22.07.2026

BAP_Sinne_4_Haut_.pdf, 22.07.2026

BAP_skript_Sinne_SP.pdf, 22.07.2026

Schilddrüse und Nebenniere: Stoffwechsel, Stress und Kreislaufanpassung
Fragen und Antworten
Beschreiben Sie vier anatomische Merkmale der Schilddrüse (4 Punkte)
  • Sie liegt vorne am Hals unterhalb des Kehlkopfs
  • Zwei Lappen sind meist durch einen Isthmus verbunden
  • Follikel speichern hormonhaltiges Kolloid
  • Die Drüse ist stark durchblutet
Nennen Sie vier Wirkungen von T3 und T4 (4 Punkte)
  • Grundumsatz und Wärmeproduktion steigern
  • Kohlenhydrat-, Fett- und Proteinstoffwechsel beeinflussen
  • Wachstum und Reifung, besonders des Nervensystems, unterstützen
  • Empfindlichkeit für Katecholamine erhöhen
Erklären Sie die Bedeutung von Iod für die Schilddrüse (4 Punkte)
  • Iod ist Bestandteil von T3 und T4
  • Die Schilddrüse nimmt Iodid aktiv aus dem Blut auf
  • Bei Mangel sinkt die mögliche Hormonsynthese
  • Erhöhtes TSH kann dann Schilddrüsenwachstum und Struma fördern
Unterscheiden Sie Nebennierenrinde und Nebennierenmark (4 Punkte)
  • Die Rinde ist der äußere Drüsenanteil
  • Sie bildet Steroidhormone wie Aldosteron, Cortisol und Androgene
  • Das Mark ist funktionell Teil des sympathischen Systems
  • Es setzt vor allem Adrenalin und Noradrenalin frei
Erläutern Sie vier Wirkungen des Cortisols (4 Punkte)
  • Es stellt bei Belastung Energieträger bereit
  • Es fördert Glucosebereitstellung
  • Es beeinflusst Fett- und Proteinstoffwechsel
  • Es hemmt bei höherer oder längerer Wirkung Entzündungs- und Immunreaktionen
Erläutern Sie vier Wirkungen des Aldosterons (4 Punkte)
  • Es steigert Natriumrückresorption im distalen Nephron
  • Es fördert Kaliumausscheidung
  • Wasser folgt dem Natrium
  • Extrazellulärvolumen und Blutdruck können steigen
Vergleichen Sie Adrenalin und Noradrenalin anhand von vier Wirkungen (4 Punkte)
  • Beide steigern die Bereitschaft für akute Belastung
  • Adrenalin erhöht deutlich Herzfrequenz und Energiebereitstellung
  • Noradrenalin bewirkt besonders Gefäßverengung und Blutdruckanstieg
  • Wirkung hängt von den angesprochenen adrenergen Rezeptoren ab
Erklären Sie die akute Stressreaktion in vier Schritten (4 Punkte)
  • Sympathische Zentren aktivieren das Nebennierenmark
  • Adrenalin und Noradrenalin werden rasch freigesetzt
  • Herzleistung, Blutdruck und Energiebereitstellung steigen
  • Blutfluss wird zugunsten akut benötigter Organe umverteilt
Unterscheiden Sie akute Katecholamin- und längerfristige Cortisolreaktion (4 Punkte)
  • Katecholamine wirken innerhalb von Sekunden bis Minuten
  • Sie verändern vor allem Kreislauf und sofortige Energiebereitstellung
  • Cortisol steigt verzögert über die Hypophysenachse
  • Es unterstützt länger anhaltende Stoffwechselanpassung und beeinflusst Immunreaktionen
Beurteilen Sie die Auswirkung hormoneller Über- oder Unterfunktion auf Aktivität (4 Punkte)
  • Schilddrüsenstörungen können Tempo, Ausdauer, Wärmeempfinden und Konzentration verändern
  • Cortisolstörungen beeinflussen Kraft, Kreislauf, Schlaf und Stressverarbeitung
  • Aldosteronstörungen verändern Volumen und Elektrolyte
  • Aktivitätsbeobachtung kann Hinweise liefern, ersetzt aber keine Labor- und ärztliche Diagnostik
Übergang

Zum Abschluss folgen hormonbildende Organe mit engem Bezug zu Ernährung, Fortpflanzung und Knochen: Pankreas, Keimdrüsen und Nebenschilddrüsen.

Quellen

lp_bfs_ergotherapeut_2024-1(5).pdf, S. 37, 22.07.2026

BAP_9_Hormonsystem.pdf, 22.07.2026

BAP_skript_Verdauung_Urogenital_Embryologie_Endokrinologie.pdf, 22.07.2026

Biologische Regelkreise, Homöostase und Störungen
Regelkreis lesen
ElementAufgabe
Regelgrößezu stabilisierende Körpergröße
Sensor / RezeptorErfassung des Istwerts
ReglerVergleich mit Sollwert oder Sollbereich
Stellglied / EffektorVeränderung der Regelgröße
RückkopplungMeldung des Ergebnisses
Störgrößeäußerer oder innerer Einfluss

Negative Rückkopplung stabilisiert, positive Rückkopplung verstärkt bis zu einem Endpunkt. Regelkreise sind miteinander gekoppelt und arbeiten mit vorhersagender Steuerung zusammen. Adaptation verändert die Leistungsfähigkeit; Kompensation erhält Funktion trotz Störung; Dekompensation bezeichnet das Versagen des Ausgleichs.

Fragen und Antworten
Definieren Sie Homöostase einschließlich Wortherkunft (4 Punkte)
  • Homöostase bezeichnet die dynamische Stabilität des inneren Milieus; griechisch homoios bedeutet „ähnlich“, stasis „Stand“
  • Körpergrößen werden nicht auf einen starren Einzelwert festgelegt, sondern innerhalb funktionsfähiger Bereiche reguliert
  • Sollbereiche können sich durch Tageszeit, Aktivität, Alter oder Anpassung verschieben
  • Stabilität entsteht daher durch fortlaufende Veränderung, nicht durch Stillstand
Ordnen Sie die Bestandteile eines biologischen Regelkreises (5 Punkte)
  • Eine Regelgröße wird von Sensoren beziehungsweise Rezeptoren erfasst
  • Der gemessene Istwert gelangt über Informationswege zum Regler, der ihn mit einem Sollwert oder Sollbereich vergleicht
  • Stellglieder und Effektoren verändern die Regelgröße; die Rückmeldung zeigt das Ergebnis
  • Störgrößen wirken von außen oder innen
  • Mehrere Regelkreise sind häufig gekoppelt und beeinflussen sich gegenseitig
Erklären Sie die negative Rückkopplung (4 Punkte)
  • Negative Rückkopplung wirkt einer Abweichung entgegen: Steigt eine Regelgröße über den Sollbereich, werden Prozesse aktiviert, die sie senken; fällt sie ab, erfolgt die Gegenreaktion
  • So werden etwa Temperatur, Blutdruck oder Blutzucker stabilisiert
  • Die Antwort endet oder schwächt sich ab, sobald die Abweichung kleiner wird
  • Verzögerungen und Überkorrekturen können dennoch Schwankungen erzeugen
Erklären Sie die positive Rückkopplung (4 Punkte)
  • Positive Rückkopplung verstärkt eine begonnene Veränderung, statt sie auszugleichen
  • Sie eignet sich für Prozesse, die rasch bis zu einem definierten Endpunkt ablaufen sollen, etwa Wehen, Blutgerinnung oder die aufsteigende Phase eines Aktionspotenzials
  • Ohne Begrenzung kann sie instabil werden
  • Ein Endsignal, Substratverbrauch oder ein übergeordneter negativer Regelkreis beendet den Vorgang
Vergleichen Sie Steuerung und Regelung (4 Punkte)
  • Bei einer Steuerung wird ein Prozess ausgelöst, ohne dass das Ergebnis zwingend zurückgemeldet und automatisch korrigiert wird
  • Eine Regelung erfasst fortlaufend den Istwert und passt die Stellgröße anhand der Abweichung an
  • Im Körper treten Mischformen auf: Vorhersagende Steuerung bereitet eine Belastung vor, rückgekoppelte Regelung korrigiert anschließend
  • Feedforward und Feedback ergänzen sich
Analysieren Sie die Temperaturregulation als biologischen Regelkreis (4 Punkte)
  • Thermorezeptoren in Haut und Körperkern erfassen Temperatur, der Hypothalamus integriert die Signale
  • Bei Wärme fördern Hautdurchblutung und Schwitzen die Abgabe; bei Kälte verringert Gefäßverengung den Verlust, Muskelzittern steigert die Produktion
  • Verhalten wie Kleidung oder Ortswechsel ergänzt den physiologischen Regelkreis
  • Fieber verändert den Sollwert und ist nicht bloß unkontrollierte Überwärmung
Analysieren Sie die Blutzuckerregulation als gekoppelten Regelkreis (4 Punkte)
  • Nach Nahrungsaufnahme steigt die Glukosekonzentration; Betazellen des Pankreas setzen Insulin frei, wodurch Zellen Glukose aufnehmen und Leber sowie Muskel Speicher aufbauen
  • Bei niedrigem Blutzucker fördert Glukagon die Freisetzung aus der Leber
  • Stresshormone, Bewegung und Nahrungszufuhr wirken als zusätzliche Einflüsse
  • Regulation entsteht aus mehreren Organen und Hormonen, nicht aus einem einzigen Schalter
Definieren Sie Adaptation (4 Punkte)
  • Adaptation ist eine reversible oder längerfristige Anpassung an wiederkehrende Anforderungen
  • Sie kann Rezeptorempfindlichkeit, Stoffwechsel, Kreislauf, Muskelkraft oder Bewegungsstrategie verändern
  • Ein Trainingseffekt ist nur dann funktionell, wenn Belastungsreiz, Erholung und individuelle Ressourcen zusammenpassen
  • Anpassung verbessert den Umgang mit einer Anforderung, beseitigt aber nicht automatisch ihre Ursache oder jede Funktionsgrenze
Definieren Sie Kompensation (4 Punkte)
  • Kompensation gleicht eine Störung durch Reserven, andere Strukturen oder veränderte Strategien aus
  • Beispielsweise kann ein stärkerer Einsatz proximaler Gelenke eine eingeschränkte Handbewegung teilweise überbrücken
  • Kompensation erhält Funktion, kann aber zusätzlichen Energieaufwand, Fehlbelastung oder geringere Präzision verursachen
  • Sie ist daher weder grundsätzlich schlecht noch mit vollständiger Wiederherstellung gleichzusetzen
Definieren Sie Dekompensation (4 Punkte)
  • Dekompensation liegt vor, wenn Ausgleichsmechanismen und Reserven die Belastung nicht mehr bewältigen
  • Eine zuvor stabile Funktion verschlechtert sich, etwa durch zusätzliche Erkrankung, Erschöpfung oder zu hohe Anforderung
  • Zeichen sind abhängig vom System und können Leistungsabfall, Dyspnoe, Schwindel, Bewusstseinsänderung oder zunehmende Schwellung umfassen
  • Der Begriff beschreibt das Versagen des Ausgleichs, nicht die Ursache
Leiten Sie Folgen einer Störung am Rezeptor ab (4 Punkte)
  • Ein Rezeptorproblem führt dazu, dass eine Regelgröße gar nicht, verzögert oder falsch erfasst wird
  • Der Regler kann dann trotz intakter Verarbeitung eine unpassende Antwort auslösen
  • Beispiele sind verminderte Sensibilität, gestörte Barorezeptorfunktion oder fehlende Wahrnehmung von Hypoglykämie
  • Therapeutisch ist wichtig, fehlende Rückmeldung nicht als fehlende Motivation zu deuten und externe Kontrolle einzuplanen
Leiten Sie Folgen einer Störung von Informationsweg oder Regler ab (4 Punkte)
  • Unterbrochene Nervenbahnen, fehlerhafte Botenstoffübertragung oder eine Schädigung des Regelzentrums verändern die Verarbeitung zwischen Sensor und Effektor
  • Der Istwert kann korrekt erfasst sein, erreicht den Regler aber nicht oder wird falsch bewertet
  • Dadurch entstehen verzögerte, überschießende oder ausbleibende Reaktionen
  • Befunde müssen deshalb Wahrnehmung, Leitung, zentrale Verarbeitung und Reaktion getrennt betrachten
Leiten Sie Folgen einer Störung am Effektor ab (4 Punkte)
  • Ein Effektor kann auf ein korrektes Steuersignal unzureichend reagieren, etwa bei Muskelschwäche, Drüsenschädigung oder verminderter Rezeptorempfindlichkeit des Zielgewebes
  • Der Regler verstärkt dann häufig das Signal, ohne die Regelgröße ausreichend zu korrigieren
  • Ein hoher Steuerimpuls beweist daher keine gute Wirkung
  • Funktionelle Prüfung muss die tatsächlich erzielte Antwort und ihre Belastbarkeit erfassen
Erklären Sie die Folgen nichtkompensierbarer Störgrößen (3 Punkte)
  • Eine Störgröße wird nichtkompensierbar, wenn Intensität oder Dauer die vorhandenen Reserven übersteigt oder mehrere Regelglieder gleichzeitig ausfallen
  • Die Regelgröße verlässt den funktionsfähigen Bereich, Folgesysteme werden belastet und ein Teufelskreis kann entstehen
  • Frühzeitige Entlastung oder Behandlung kann Reserven sichern; im Lernmodell zeigt der Verlauf, warum stabile Werte keine unbegrenzte Belastbarkeit beweisen
Begründen Sie die ergotherapeutische Bedeutung biologischer Regelung (4 Punkte)
  • Regelkreise erklären, weshalb Leistung von Belastung, Rückmeldung, Erholung und Umweltbedingungen abhängt
  • In Befund und Therapie werden nicht nur Endwerte, sondern Reaktion, Anpassungszeit, Schwankung und Erholung beobachtet
  • Dosierte Aktivität kann Adaptation fördern; fehlende Sensorik erfordert Ersatzfeedback, begrenzte Reserven Pausen oder Anpassung
  • Diagnostische und medizinische Entscheidungen bleiben ärztlich abzuklären
Quellen

lp_bfs_ergotherapeut_2024-1(5).pdf, S. 28, 21.07.2026

BAP_9_Hormonsystem.pdf, 14.07.2026

BAP_skript_HKL_Atmung.pdf, 14.07.2026

Achsenskelett: Schädel, Wirbelsäule, Thorax und Becken
Funktionsbogen

Schädel schützt und trägt Sinnes- sowie Kauorgane. Die Wirbelsäule verbindet segmentale Beweglichkeit mit axialer Lastübertragung. Der Thorax ergänzt Schutz und Atmung. Becken, Kreuzbein und Rumpfmuskulatur koppeln Wirbelsäule und untere Extremitäten.

Fragen und Antworten
Unterscheiden Sie Gehirn- und Gesichtsschädel anhand von Hauptfunktion und Beispielen (6 Punkte)
  • Gehirnschädel: umschließt und schützt das Gehirn.
  • Gehirnschädel: Beispiele sind Stirnbein, Scheitelbein, Schläfenbein und Hinterhauptbein.
  • Gehirnschädel: beteiligt sich an Schädelkalotte und Schädelbasis.
  • Gesichtsschädel: bildet das knöcherne Gerüst des Gesichts.
  • Gesichtsschädel: beteiligt sich an Augenhöhle, Nasen- und Mundraum.
  • Gesichtsschädel: Beispiele sind Oberkiefer, Unterkiefer, Jochbein und Nasenbein.
Benennen Sie vier wichtige Schädelnähte oder Verbindungsbereiche (4 Punkte)
  • Sutura coronalis beziehungsweise Kranznaht.
  • Sutura sagittalis beziehungsweise Pfeilnaht.
  • Sutura lambdoidea beziehungsweise Lambdanaht.
  • Sutura squamosa beziehungsweise Schuppennaht.
Ordnen Sie die Hirnnerven I bis VI ihren wichtigsten Schädelöffnungen zu (6 Punkte)
  • N. olfactorius I: Lamina cribrosa des Siebbeins.
  • N. opticus II: Canalis opticus.
  • N. oculomotorius III: Fissura orbitalis superior.
  • N. trochlearis IV: Fissura orbitalis superior.
  • N. trigeminus, Augenast V1: Fissura orbitalis superior.
  • N. abducens VI: Fissura orbitalis superior.
Ordnen Sie die Hirnnerven V2 bis XII ihren wichtigsten Schädelöffnungen zu (8 Punkte)
  • N. maxillaris V2: Foramen rotundum.
  • N. mandibularis V3: Foramen ovale.
  • N. facialis VII: Meatus acusticus internus; Austritt am Foramen stylomastoideum.
  • N. vestibulocochlearis VIII: Meatus acusticus internus.
  • N. glossopharyngeus IX: Foramen jugulare.
  • N. vagus X: Foramen jugulare.
  • N. accessorius XI: Foramen jugulare nach Eintritt durch das Foramen magnum.
  • N. hypoglossus XII: Canalis nervi hypoglossi.
Unterscheiden Sie mimische und Kaumuskulatur anhand von Ansatz, Funktion und Innervation (6 Punkte)
  • Mimische Muskeln setzen häufig in Haut oder Weichteilen des Gesichts an.
  • Mimische Muskeln bewegen Gesichtshaut und formen Ausdruck sowie Mundschluss.
  • Mimische Muskulatur wird vom N. facialis innerviert.
  • Kaumuskeln setzen überwiegend am Unterkiefer an.
  • Kaumuskeln heben, senken, protrahieren oder verschieben die Mandibula.
  • Kaumuskulatur wird motorisch vom N. mandibularis, dem dritten Trigeminusast, innerviert.
Nennen Sie die fünf Abschnitte der Wirbelsäule mit ihrer typischen Wirbelzahl (5 Punkte)
  • Halswirbelsäule: sieben Wirbel.
  • Brustwirbelsäule: zwölf Wirbel.
  • Lendenwirbelsäule: fünf Wirbel.
  • Kreuzbein: meist fünf verschmolzene Kreuzwirbel.
  • Steißbein: meist drei bis fünf, variabel verschmolzene Wirbel.
Beschreiben Sie einen typischen Wirbel anhand von sechs Strukturen (6 Punkte)
  • Wirbelkörper zur Lastaufnahme.
  • Wirbelbogen als hintere Begrenzung des Wirbellochs.
  • Wirbelloch; gemeinsam bilden die Wirbellöcher den Wirbelkanal.
  • Dornfortsatz als Muskel- und Bandansatz.
  • Zwei Querfortsätze als Ansatz- oder Gelenkstrukturen.
  • Obere und untere Gelenkfortsätze zur segmentalen Führung.
Erklären Sie vier Funktionen der physiologischen Wirbelsäulenkrümmungen (4 Punkte)
  • Sie vergrößern die elastische Federwirkung bei axialer Belastung.
  • Sie verteilen den Körperschwerpunkt über die Stützfläche.
  • Sie ermöglichen aufrechte Haltung mit begrenztem Muskelaufwand.
  • Sie koppeln regionale Beweglichkeit und Stabilität.
Unterscheiden Sie primäre und sekundäre Wirbelsäulenkrümmungen (4 Punkte)
  • Primäre Krümmungen sind kyphotisch und bereits vorgeburtlich angelegt.
  • Brustkyphose und Sakralkyphose gehören zu den primären Krümmungen.
  • Sekundäre Krümmungen entstehen mit Kopfkontrolle und Aufrichtung.
  • Halslordose und Lendenlordose gehören zu den sekundären Krümmungen.
Beschreiben Sie Atlas und Axis anhand von vier Besonderheiten (4 Punkte)
  • Atlas C1 besitzt keinen typischen Wirbelkörper.
  • Atlas trägt den Schädel über seine oberen Gelenkflächen.
  • Axis C2 besitzt den Dens axis als Drehzapfen.
  • Atlas, Axis und Bänder bilden die zentrale Mechanik der oberen Halsrotation.
Unterscheiden Sie oberes und unteres Kopfgelenk funktionell (4 Punkte)
  • Oberes Kopfgelenk: Verbindung zwischen Hinterhauptkondylen und Atlas.
  • Oberes Kopfgelenk: vor allem Flexion und Extension sowie geringe Seitneigung.
  • Unteres Kopfgelenk: funktionelle Einheit zwischen Atlas und Axis.
  • Unteres Kopfgelenk: vor allem Rotation um den Dens.
Vergleichen Sie HWS, BWS und LWS anhand von Beweglichkeit und regionaler Form (6 Punkte)
  • HWS: kleine Wirbelkörper und relativ große Beweglichkeit in mehreren Ebenen.
  • HWS: Foramina transversaria; C1 und C2 sind spezialisiert.
  • BWS: Rippen-Gelenkflächen und lange, überlappende Dornfortsätze.
  • BWS: Rotation relativ gut, Extension durch Thorax und Dornfortsätze begrenzt.
  • LWS: große Wirbelkörper zur Lastaufnahme.
  • LWS: gute Flexion und Extension, aber durch sagittale Facetten geringe Rotation.
Erläutern Sie Aufbau und Funktion einer Bandscheibe (5 Punkte)
  • Anulus fibrosus aus konzentrischen Faserlamellen umgibt den Kern.
  • Nucleus pulposus ist wasserreich und verteilt Druck.
  • Knorpelige Deckplatten verbinden die Bandscheibe mit den Wirbelkörpern.
  • Bandscheiben ermöglichen begrenzte Segmentbewegung und dämpfen Lastspitzen.
  • Belastungswechsel fördert ihren Flüssigkeitsaustausch.
Erklären Sie den Zusammenhang zwischen Beckenkippung und Lendenlordose (4 Punkte)
  • Ventrale Beckenkippung richtet das Sakrum steiler auf.
  • Dadurch nimmt die Lendenlordose meist zu.
  • Dorsale Beckenkippung richtet das Sakrum flacher aus.
  • Dadurch nimmt die Lendenlordose meist ab und die LWS geht eher in Flexion.
Nennen Sie fünf Bestandteile des knöchernen Thorax (5 Punkte)
  • Zwölf Brustwirbel.
  • Zwölf Rippenpaare.
  • Sternum mit Manubrium, Corpus und Processus xiphoideus.
  • Rippenknorpel.
  • Costovertebral- und costotransversal gelegene Gelenkverbindungen.
Erklären Sie die Pumpen- und Eimerhenkelbewegung der Rippen (4 Punkte)
  • Obere Rippen heben das Sternum bei Inspiration nach kranial und ventral: Pumpenhenkelbewegung.
  • Dadurch nimmt der sagittale Thoraxdurchmesser zu.
  • Untere Rippen schwenken seitlich nach kranial: Eimerhenkelbewegung.
  • Dadurch nimmt der transversale Thoraxdurchmesser zu.
Unterscheiden Sie Haupt- und Atemhilfsmuskeln der Inspiration (5 Punkte)
  • Zwerchfell: wichtigster Inspirationsmuskel und vergrößert den Thorax kaudal.
  • Äußere Interkostalmuskeln: heben und stabilisieren Rippen.
  • Skaleni: können obere Rippen bei fixierter Halswirbelsäule anheben.
  • M. sternocleidomastoideus: hebt bei fixiertem Kopf Sternum und Clavicula.
  • Pectoral- und Serratusmuskeln können bei fixiertem Schultergürtel unterstützend wirken.
Beschreiben Sie das Becken als knöchernen Ring (5 Punkte)
  • Rechtes und linkes Hüftbein bilden die seitlichen Ringanteile.
  • Jedes Hüftbein entsteht aus Darmbein, Sitzbein und Schambein.
  • Dorsal verbindet das Kreuzbein beide Hüftbeine über die Sakroiliakalgelenke.
  • Ventral verbindet die Symphysis pubica beide Schambeine.
  • Der Ring überträgt Last zwischen Wirbelsäule und unteren Extremitäten.
Erläutern Sie vier Eigenschaften des Sakroiliakalgelenks (4 Punkte)
  • Es verbindet Kreuzbein und Darmbein.
  • Unregelmäßige Gelenkflächen und starke Bänder erzeugen hohe Form- und Kraftschlüssigkeit.
  • Die Beweglichkeit ist klein, aber für Lastübertragung und Geburtsmechanik relevant.
  • Muskeln und Faszien des Rumpfs sowie Beckens beeinflussen die aktive Stabilisierung.
Erklären Sie vier Funktionen der autochthonen Rückenmuskulatur (4 Punkte)
  • Beidseitige Aktivität richtet und streckt die Wirbelsäule.
  • Einseitige Aktivität unterstützt Seitneigung oder Rotation je nach Muskelzug.
  • Kurze tiefe Muskeln stabilisieren einzelne Bewegungssegmente.
  • Propriozeptive Rückmeldung unterstützt Haltung und Anpassung an Last.
Unterscheiden Sie vordere und hintere Bauchwand funktionell (4 Punkte)
  • Vordere und seitliche Bauchwand umfasst Rectus, Obliquus externus, Obliquus internus und Transversus abdominis.
  • Sie beugt, rotiert und stabilisiert den Rumpf und erhöht den intraabdominellen Druck.
  • Hintere Bauchwand umfasst unter anderem M. quadratus lumborum und M. psoas major.
  • Sie koppelt Lendenwirbelsäule, Becken, Atmung und Hüftbewegung.
Begründen Sie die Bedeutung der Rumpfstabilität für Arm- und Handfunktion (4 Punkte)
  • Der Rumpf positioniert Schultergürtel und Kopf relativ zur Aufgabe.
  • Segmentale Stabilität reduziert ungewollte Ausweichbewegungen.
  • Armkräfte können sicher in den Körper und zur Unterlage übertragen werden.
  • Dadurch steigen Reichweite, Genauigkeit und Ausdauer der distalen Bewegung.
Analysieren Sie eine sitzende Greifaufgabe anhand von sechs axialen Faktoren (6 Punkte)
  • Beckenposition und symmetrische Lastaufnahme.
  • Lenden- und Brustwirbelsäulenausrichtung.
  • Kopfposition und visuelle Orientierung.
  • Rumpfstabilität gegen die Armbewegung.
  • Atmungsfreiheit und unnötige Pressspannung.
  • Reichweite ohne übermäßige Flexion, Rotation oder Seitneigung.
Erklären Sie die Wortherkunft von Cranium, Vertebra und Thorax (3 Punkte)
  • Griechisch kraníon bedeutet Schädel und erscheint in kranial oder intrakraniell.
  • Lateinisch vertebra hängt mit vertere, drehen, zusammen und bezeichnet den Wirbel.
  • Griechisch thórax bedeutet Brustpanzer beziehungsweise Brustkorb und erscheint in Thorax, intrathorakal und Thorakotomie.

*Weiterführung:* Das Achsenskelett stellt die proximale Basis bereit. Im nächsten Kapitel folgt die obere Extremität als besonders bewegliche Kette, die diese Basis nutzt, um die Hand gezielt im Raum zu positionieren.

Quellen

BAP_2_Skelett_3_Schaedel_WS_Thorax_Becken_TR.pdf, 22.07.2026

BAP_skript_Bewegungsapparat.pdf, 22.07.2026

BAP_skript_Muskeln_D_SP.pdf, 22.07.2026

lp_bfs_ergotherapeut_2024-1(5).pdf, S. 29–30, 22.07.2026

Hirnstamm, Formatio reticularis, Kleinhirn und Hirnnervenkerne
Fragen und Antworten
Nennen Sie die drei Hauptabschnitte des Hirnstamms (3 Punkte)
  • Mittelhirn.
  • Brücke beziehungsweise Pons.
  • Verlängertes Mark beziehungsweise Medulla oblongata.
Beschreiben Sie vier übergeordnete Funktionen des Hirnstamms (4 Punkte)
  • Durchleitung auf- und absteigender Bahnen.
  • Lage vieler Hirnnervenkerne.
  • Regulation lebenswichtiger Funktionen wie Atmung und Kreislauf.
  • Mitsteuerung von Wachheit, Haltung und Reflexen.
Erklären Sie die Funktion der Formatio reticularis (4 Punkte)
  • Weit verzweigtes Netzwerk im Hirnstamm.
  • Reguliert Wachheit und Aktivierungsniveau.
  • Filtert und gewichtet sensorische Reize.
  • Beeinflusst Muskeltonus und vegetative Funktionen.
Beschreiben Sie den Grundaufbau des Kleinhirns (4 Punkte)
  • Zwei Kleinhirnhemisphären und Vermis.
  • Oberflächliche graue Kleinhirnrinde.
  • Innere weiße Substanz.
  • Tiefe Kleinhirnkerne als wichtige Ausgangsstationen.
Erklären Sie die Bewegungskoordination durch das Kleinhirn (5 Punkte)
  • Kleinhirn erhält Informationen über geplante Bewegung.
  • Es erhält laufende Rückmeldung aus Propriozeption und Gleichgewicht.
  • Soll- und Ist-Zustand werden verglichen.
  • Abweichungen werden über Korrektursignale beeinflusst.
  • Bewegungen werden zeitlich abgestimmt, dosiert und gelernt.
Nennen Sie vier typische Zeichen einer Kleinhirnstörung (4 Punkte)
  • Ataxie.
  • Dysmetrie.
  • Intentionstremor.
  • Dysdiadochokinese.
Unterscheiden Sie Ataxie, Dysmetrie und Intentionstremor (3 Punkte)
  • Ataxie: gestörte Koordination von Haltung und Bewegung.
  • Dysmetrie: Ziel wird über- oder unterschossen.
  • Intentionstremor: Zittern nimmt bei Zielannäherung zu.
Erläutern Sie die Bedeutung der Hirnnervenkerne (4 Punkte)
  • Sie enthalten sensible oder motorische Umschalt- und Ursprungsgebiete.
  • Sie versorgen Kopf- und Halsstrukturen.
  • Einige steuern Augenbewegungen, Schlucken und Sprechen.
  • Vegetative Hirnnervenanteile regulieren Organe.
Leiten Sie vier ergotherapeutisch relevante Folgen einer Kleinhirnstörung ab (4 Punkte)
  • Greifbewegungen können überschießen.
  • Feinmotorische Dosierung kann ungenau sein.
  • Sitz- und Standstabilität können vermindert sein.
  • Aufgaben brauchen Tempoanpassung, externe Stabilität und wiederholte Rückmeldung.

*Weiterführung:* Hirnstrukturen sind geschützt und versorgt, zugleich aber auf empfindliche Flüssigkeits- und Gefäßsysteme angewiesen. Deshalb folgt nun die Umgebung des ZNS.

Quellen

lp_bfs_ergotherapeut_2024-1(5).pdf, S. 32–33, 22.07.2026

FÄCHER(6).zip und FÄCHER2(6).zip: BAP-Unterlagen, 22.07.2026

Blut und Lymphsystem: Transport, Abwehr, Gerinnung und Flüssigkeitsrückführung
Fragen und Antworten
Unterscheiden Sie Blutplasma und zelluläre Blutbestandteile (5 Punkte)
  • Blutplasma ist der flüssige Anteil des Blutes.
  • Es besteht überwiegend aus Wasser und gelösten Stoffen.
  • Zelluläre Bestandteile sind Erythrozyten, Leukozyten und Thrombozyten.
  • Plasma macht grob etwas mehr als die Hälfte des Blutvolumens aus.
  • Die zellulären Bestandteile machen grob etwas weniger als die Hälfte aus.
Ordnen Sie Erythrozyten, Leukozyten und Thrombozyten ihren Hauptaufgaben zu (6 Punkte)
  • Erythrozyten transportieren vor allem Sauerstoff und einen Teil des Kohlenstoffdioxids.
  • Leukozyten übernehmen unspezifische und spezifische Immunabwehr.
  • Thrombozyten haften an verletzten Gefäßstellen.
  • Thrombozyten bilden den primären Blutplättchenpfropf.
  • Leukozyten umfassen mehrere Zellgruppen mit unterschiedlichen Abwehrfunktionen.
  • Erythrozyten stellen den größten Anteil der Blutzellen.
Erklären Sie vier Anpassungen des Erythrozyten an den Atemgastransport (4 Punkte)
  • Die bikonkave Form vergrößert die Austauschoberfläche.
  • Der fehlende Zellkern schafft Raum für Hämoglobin.
  • Die hohe Verformbarkeit ermöglicht die Passage enger Kapillaren.
  • Hämoglobin bindet Sauerstoff reversibel.
Ordnen Sie fünf Leukozytengruppen der unspezifischen oder spezifischen Abwehr zu (5 Punkte)
  • Neutrophile Granulozyten gehören überwiegend zur unspezifischen Abwehr.
  • Eosinophile Granulozyten wirken besonders bei Parasitenabwehr und allergischen Reaktionen.
  • Basophile Granulozyten setzen unter anderem entzündungsfördernde Mediatoren frei.
  • Monozyten entwickeln sich im Gewebe zu Makrophagen und phagozytieren Fremdmaterial.
  • B- und T-Lymphozyten gehören zur spezifischen Abwehr.
Beschreiben Sie die primäre Blutstillung in vier Schritten (4 Punkte)
  • Das verletzte Gefäß verengt sich zunächst.
  • Thrombozyten haften an freigelegten Strukturen der Gefäßwand.
  • Aktivierte Thrombozyten setzen Botenstoffe frei und lagern sich zusammen.
  • Ein vorläufiger Thrombozytenpfropf verschließt die Verletzungsstelle.
Nennen Sie sechs Stoffgruppen des Blutplasmas (6 Punkte)
  • Wasser.
  • Plasmaeiweiße.
  • Elektrolyte.
  • Nährstoffe.
  • Hormone und weitere Botenstoffe.
  • Stoffwechselprodukte und gelöste Gase.
Unterscheiden Sie Plasma und Serum (3 Punkte)
  • Plasma ist der flüssige Blutanteil einschließlich Gerinnungsfaktoren.
  • Serum bleibt nach abgeschlossener Gerinnung als Flüssigkeit zurück.
  • Serum enthält deshalb insbesondere kein Fibrinogen mehr.
Erläutern Sie fünf Gesamtfunktionen des Blutes (5 Punkte)
  • Transport von Atemgasen, Nährstoffen, Hormonen und Stoffwechselprodukten.
  • Verteilung von Wärme.
  • Abwehr von Krankheitserregern und Fremdstoffen.
  • Blutstillung und Gerinnung nach Gefäßverletzungen.
  • Mitwirkung an pH-, Wasser- und Elektrolythaushalt.
Definieren Sie den Hämatokrit (3 Punkte)
  • Der Hämatokrit bezeichnet den Volumenanteil der zellulären Blutbestandteile am Gesamtblut.
  • Er wird überwiegend durch die Menge der Erythrozyten bestimmt.
  • Er verändert sich sowohl bei Änderungen der Zellmasse als auch des Plasmavolumens.
Ordnen Sie den vier AB0-Blutgruppen ihre Erythrozytenantigene und Plasmaantikörper zu (4 Punkte)
  • Blutgruppe A trägt Antigen A und besitzt Anti-B-Antikörper.
  • Blutgruppe B trägt Antigen B und besitzt Anti-A-Antikörper.
  • Blutgruppe AB trägt Antigen A und B und besitzt normalerweise weder Anti-A noch Anti-B.
  • Blutgruppe 0 trägt weder Antigen A noch B und besitzt Anti-A sowie Anti-B.
Erklären Sie eine AB0-unverträgliche Erythrozytentransfusion (4 Punkte)
  • Empfängerantikörper binden an fremde AB0-Antigene der übertragenen Erythrozyten.
  • Die Erythrozyten können verklumpen.
  • Eine Hämolyse kann Erythrozyten zerstören.
  • Die Reaktion kann schwere Kreislauf- und Organschäden verursachen.
Unterscheiden Sie Rhesus-positiv und Rhesus-negativ (4 Punkte)
  • Rhesus-positive Erythrozyten tragen das Antigen D.
  • Rhesus-negative Erythrozyten tragen das Antigen D nicht.
  • Rhesus-negative Menschen besitzen nicht von Geburt an Anti-D-Antikörper.
  • Anti-D kann erst nach Kontakt mit rhesuspositiven Erythrozyten gebildet werden.
Erklären Sie die Entstehung der Lymphe (5 Punkte)
  • Kapillardruck filtriert Wasser und kleine gelöste Stoffe in das Interstitium.
  • Ein Teil der Flüssigkeit kann abhängig von den Druckverhältnissen wieder in Blutkapillaren gelangen.
  • Überschüssige Flüssigkeit und größere Eiweißmoleküle verbleiben im Interstitium.
  • Blinde Lymphkapillaren nehmen diesen Überschuss auf.
  • Nach der Aufnahme wird die Gewebsflüssigkeit als Lymphe bezeichnet.
Ordnen Sie den Lymphweg vom Gewebe bis zum venösen Blut (6 Punkte)
  • Lymphkapillaren.
  • Größere Lymphgefäße.
  • Zwischengeschaltete Lymphknoten.
  • Lymphstämme.
  • Ductus thoracicus oder rechter Lymphgang.
  • Mündung in den jeweiligen Venenwinkel.
Unterscheiden Sie primäre und sekundäre lymphatische Organe (5 Punkte)
  • Knochenmark und Thymus sind primäre lymphatische Organe.
  • In ihnen entstehen oder reifen Lymphozyten.
  • Lymphknoten, Milz, Mandeln und mukosaassoziiertes lymphatisches Gewebe sind sekundäre lymphatische Organe.
  • Dort treffen Lymphozyten auf Antigene.
  • Dort werden spezifische Abwehrreaktionen aktiviert und Zellklone vermehrt.
Erläutern Sie vier Funktionen eines Lymphknotens (4 Punkte)
  • Er unterbricht eine Lymphbahn als Filterstation.
  • Makrophagen und andere Zellen entfernen Partikel und Erregerbestandteile.
  • Antigene werden Immunzellen präsentiert.
  • Lymphozyten können aktiviert und vermehrt werden.
Leiten Sie die Entstehung eines Lymphödems aus einer Abflussstörung ab (5 Punkte)
  • Der Lymphabfluss reicht nicht aus, um Gewebsflüssigkeit und Eiweiße abzutransportieren.
  • Eiweißreiche Flüssigkeit bleibt im Interstitium.
  • Der erhöhte osmotische Effekt hält zusätzlich Wasser im Gewebe.
  • Das Gewebe schwillt an.
  • Chronisch können Entzündung und Gewebeumbau die Schwellung verfestigen.
Begründen Sie die Verbindung von Blut- und Lymphsystem (4 Punkte)
  • Das Blutkapillarsystem liefert den Ausgangspunkt der Gewebsflüssigkeit.
  • Lymphkapillaren übernehmen den nicht direkt venös rückresorbierten Anteil.
  • Lymphgefäße führen Flüssigkeit und Eiweiße zum venösen System zurück.
  • Lymphatische Organe verbinden den Flüssigkeitstransport mit Immunüberwachung.

*Weiterführung:* Blut kann Sauerstoff nur transportieren, wenn er in der Lunge aufgenommen und Kohlenstoffdioxid abgegeben wird. Der nächste Abschnitt folgt deshalb dem Atemweg bis zu Alveolen, Atemmechanik und Gasaustausch.

Quellen

lp_bfs_ergotherapeut_2024-1(5).pdf, S. 34–35, 22.07.2026

BAP_HKS_3_TR_Puls_Blutdruck_Blut.pdf, 22.07.2026

BAP_HKS_4_TR_Erregung_Gefäße_Kreislauf.pdf, 22.07.2026

BAP_skript_HKL_Atmung.pdf, 22.07.2026

Ventilation, Gasaustausch und Gastransport
Fragen und Antworten
Definieren Sie Atemzugvolumen, Atemfrequenz und Atemminutenvolumen (4 Punkte)
  • Atemzugvolumen ist die Luftmenge eines normalen Atemzugs
  • Atemfrequenz ist die Zahl der Atemzüge pro Minute
  • Atemminutenvolumen ist die pro Minute bewegte Luftmenge
  • Es ergibt sich aus Atemzugvolumen mal Atemfrequenz
Unterscheiden Sie anatomischen Totraum und alveoläre Ventilation (4 Punkte)
  • Der anatomische Totraum umfasst luftleitende Wege ohne Gasaustausch
  • Sein Luftanteil erreicht keine Alveolen
  • Alveoläre Ventilation bezeichnet die frische Luftmenge, die Austauschflächen pro Minute erreicht
  • Sie ergibt sich aus Atemzugvolumen minus Totraumvolumen, multipliziert mit der Atemfrequenz
Nennen Sie vier wichtige Atemvolumina oder Kapazitäten (4 Punkte)
  • Atemzugvolumen
  • Inspiratorisches Reservevolumen
  • Exspiratorisches Reservevolumen
  • Vitalkapazität oder Residualvolumen
Unterscheiden Sie Ventilation, Diffusion und Perfusion (4 Punkte)
  • Ventilation bewegt Luft zwischen Umgebung und Alveolen
  • Diffusion bewegt Sauerstoff und Kohlendioxid durch die Blut-Luft-Schranke
  • Perfusion bezeichnet den Blutfluss durch Lungenkapillaren
  • Wirksamer Gasaustausch verlangt die Abstimmung aller drei Prozesse
Erklären Sie den alveolären Sauerstoffaustausch (4 Punkte)
  • Alveolarluft besitzt einen höheren Sauerstoffpartialdruck als venöses Kapillarblut
  • Sauerstoff diffundiert durch die Blut-Luft-Schranke ins Blut
  • Er tritt in Erythrozyten ein
  • Der größte Anteil bindet reversibel an Hämoglobin
Erklären Sie den alveolären Kohlendioxidaustausch (4 Punkte)
  • Venöses Kapillarblut besitzt einen höheren Kohlendioxidpartialdruck als Alveolarluft
  • Kohlendioxid diffundiert in die Alveolen
  • Bicarbonat wird in Erythrozyten wieder zu Kohlendioxid umgewandelt
  • Die Exspiration entfernt es aus dem Körper
Nennen Sie drei Transportformen des Kohlendioxids im Blut (3 Punkte)
  • Vor allem als Bicarbonat im Plasma
  • Chemisch an Proteine, insbesondere Hämoglobin, gebunden
  • In kleinerem Anteil physikalisch gelöst
Erklären Sie vier Faktoren der Sauerstoffabgabe vom Hämoglobin ins Gewebe (4 Punkte)
  • Ein niedriger Gewebe-Sauerstoffpartialdruck fördert die Abgabe
  • Ein höherer Kohlendioxidanteil fördert sie
  • Ein niedrigerer pH-Wert fördert sie
  • Höhere Gewebetemperatur fördert die Abgabe bei aktiver Muskulatur
Analysieren Sie vier Ursachen eines gestörten Gasaustauschs (4 Punkte)
  • Unzureichende Ventilation vermindert Frischluftzufuhr
  • Eine verdickte oder verkleinerte Austauschfläche behindert Diffusion
  • Unzureichende Perfusion vermindert Blutangebot
  • Ein Missverhältnis von Ventilation und Perfusion senkt die Oxygenierung
Leiten Sie die Wirkung einer stark erhöhten Atemfrequenz bei sehr flacher Atmung ab (4 Punkte)
  • Das Atemminutenvolumen kann rechnerisch hoch erscheinen
  • Ein großer Luftanteil pendelt nur im Totraum
  • Die alveoläre Ventilation kann dennoch unzureichend bleiben
  • Atemarbeit steigt, ohne den Gasaustausch entsprechend zu verbessern
Übergang

Gasaustausch läuft nicht ungesteuert. Der letzte Atemabschnitt verbindet Hirnstamm, Chemorezeptoren, Belastungsanpassung und klinische Beobachtung zu einem Regelkreis.

Quellen

lp_bfs_ergotherapeut_2024-1(5).pdf, S. 35–37, 22.07.2026

BAP_Atmung_Physiologie.pdf, 22.07.2026

BAP_skript_HKL_Atmung.pdf, 22.07.2026

Nährstoffe und Stoffwechsel: Energie, Baustoffe, Wasser, Elektrolyte und Vitamine
Fragen und Antworten
Nennen Sie sieben wesentliche Nahrungsbestandteile (7 Punkte)
  • Kohlenhydrate
  • Proteine
  • Fette
  • Wasser
  • Mineralstoffe und Spurenelemente
  • Vitamine
  • Ballaststoffe
Unterscheiden Sie Hauptaufgaben von Kohlenhydraten, Fetten und Proteinen (4 Punkte)
  • Kohlenhydrate dienen bevorzugt der rasch verfügbaren Energiegewinnung
  • Fette sind energiereicher Speicher, Membranbestandteil und Ausgangsstoff
  • Proteine bilden Strukturen, Enzyme, Transporter und Antikörper
  • Proteine werden nur begrenzt als eigentlicher Energiespeicher genutzt
Definieren Sie Grundumsatz und Leistungsumsatz (4 Punkte)
  • Grundumsatz ist der Energiebedarf zur Erhaltung lebenswichtiger Funktionen in Ruhe
  • Er wird unter standardisierten Ruhebedingungen betrachtet
  • Leistungsumsatz ist der zusätzliche Energiebedarf für Aktivität und Arbeit
  • Gesamtenergieumsatz setzt sich aus Grund- und Leistungsanteilen sowie weiteren thermischen Effekten zusammen
Erklären Sie die Rolle von ATP im Energiestoffwechsel (4 Punkte)
  • ATP speichert kurzfristig chemisch nutzbare Energie
  • Seine Spaltung stellt Energie für Muskelarbeit, Transport und Synthese bereit
  • Nährstoffe liefern Energie zur Wiederbildung von ATP
  • ATP ist kein großer Langzeitspeicher, sondern ein fortlaufend regenerierter Energieträger
Nennen Sie fünf Aufgaben des Wassers im Organismus (5 Punkte)
  • Lösungs- und Transportmittel
  • Reaktionsraum für Stoffwechselprozesse
  • Temperaturregulation durch Wärmekapazität und Verdunstung
  • Bestandteil von Blut, Zellen und Gewebsflüssigkeit
  • Mitwirkung an Ausscheidung und Volumenhaushalt
Nennen Sie vier Funktionen wichtiger Elektrolyte (4 Punkte)
  • Natrium prägt den Extrazellulärraum und Wasserhaushalt
  • Kalium ist zentral für Membranpotenziale im Zellinneren
  • Calcium wirkt bei Muskelkontraktion, Signalübertragung und Knochen
  • Chlorid und Bicarbonat wirken bei Ladungs- und Säure-Basen-Ausgleich
Unterscheiden Sie fett- und wasserlösliche Vitamine (4 Punkte)
  • Fettlöslich sind A, D, E und K
  • Sie benötigen Fettresorption und können stärker gespeichert werden
  • Wasserlöslich sind B-Vitamine und Vitamin C
  • Sie werden meist begrenzter gespeichert und Überschüsse eher renal ausgeschieden
Erläutern Sie vier Wirkungen von Ballaststoffen (4 Punkte)
  • Sie binden Wasser und erhöhen das Stuhlvolumen
  • Sie fördern Peristaltik und Sättigung
  • Darmbakterien nutzen fermentierbare Anteile
  • Sie können Blutzuckeranstieg und Cholesterinaufnahme günstig beeinflussen
Definieren Sie Enzym, Substrat und aktive Stelle (4 Punkte)
  • Ein Enzym beschleunigt eine chemische Reaktion, ohne verbraucht zu werden
  • Das Substrat ist der umgesetzte Ausgangsstoff
  • Die aktive Stelle bindet das Substrat spezifisch
  • Temperatur und pH beeinflussen Struktur und Aktivität des Enzyms
Beurteilen Sie die Bedeutung ausgewogener Ernährung für Handlungsfähigkeit (4 Punkte)
  • Sie stellt Energie für körperliche und kognitive Aktivität bereit
  • Proteine und Mikronährstoffe unterstützen Gewebeaufbau und Regeneration
  • Wasser und Elektrolyte sichern Kreislauf und Nervenfunktion
  • Mangel oder Überversorgung können Ausdauer, Konzentration, Heilung und Teilhabe begrenzen
Übergang

Nährstoff- und Wasserhaushalt führen unmittelbar zum Ausscheidungs- und Regulationsorgan Niere. Der nächste Abschnitt erklärt, wie Blut filtriert und das innere Milieu stabil gehalten wird.

Quellen

lp_bfs_ergotherapeut_2024-1(5).pdf, S. 36, 22.07.2026

Verdauung_JT_TR_2.pdf, 22.07.2026

BAP_skript_Verdauung_Urogenital_Embryologie_Endokrinologie.pdf, 22.07.2026

Embryologie: Befruchtung, Keimblätter, Organanlage und Fetalentwicklung
Fragen und Antworten
Definieren Sie Befruchtung und Zygote (4 Punkte)
  • Befruchtung ist die Verschmelzung der haploiden Keimzellen
  • Mütterliches und väterliches Erbgut werden vereinigt
  • Die Zygote ist die erste diploide Zelle des neuen Organismus
  • Sie beginnt anschließend mit Furchungsteilungen
Ordnen Sie fünf frühe Entwicklungsstadien (5 Punkte)
  • Zygote
  • Furchungszellen
  • Morula
  • Blastozyste
  • Implantation in die Gebärmutterschleimhaut
Unterscheiden Sie Schwangerschaftswoche und Entwicklungswoche (4 Punkte)
  • Schwangerschaftswochen werden ab dem ersten Tag der letzten Menstruation gezählt
  • Sie umfassen bei termingerechter Geburt etwa 40 Wochen
  • Entwicklungswochen werden ab der Befruchtung gezählt
  • Sie liegen deshalb ungefähr zwei Wochen hinter der geburtshilflichen Zählung
Unterscheiden Sie Embryonal- und Fetalphase (4 Punkte)
  • Die Embryonalphase umfasst die frühe Entwicklung bis Ende der achten Entwicklungswoche
  • In ihr werden Keimblätter und Organanlagen gebildet
  • Die Fetalphase reicht danach bis zur Geburt
  • Sie ist besonders durch Wachstum, Reifung und Proportionsänderungen geprägt
Nennen Sie die drei Keimblätter (3 Punkte)
  • Ektoderm
  • Mesoderm
  • Endoderm
Ordnen Sie jedem Keimblatt zwei wichtige Abkömmlinge zu (6 Punkte)
  • Ektoderm: Nervensystem und Epidermis
  • Mesoderm: Muskulatur und Skelett
  • Mesoderm: Herz-Kreislauf- und große Teile des Urogenitalsystems
  • Endoderm: Epithel von Verdauungs- und Atemwegen
  • Endoderm: Anteile von Leber und Pankreas
  • Die Zuordnung betrifft Hauptursprünge; viele Organe enthalten Gewebe mehrerer Keimblätter
Erläutern Sie vier Aufgaben der Plazenta (4 Punkte)
  • Austausch von Sauerstoff, Kohlendioxid, Nährstoffen und Stoffwechselprodukten
  • Bildung wichtiger Schwangerschaftshormone
  • Teilweise Barriere- und Schutzfunktion
  • Übertragung bestimmter mütterlicher Antikörper; mütterliches und fetales Blut mischen sich normalerweise nicht direkt
Definieren Sie den Begriff Teratogen (4 Punkte)
  • Ein Teratogen ist ein äußerer Einfluss, der die vorgeburtliche Entwicklung schädigen kann
  • Wirkung hängt von Dosis und Dauer ab
  • Besonders entscheidend ist der Entwicklungszeitpunkt
  • Beispiele sind bestimmte Medikamente, Alkohol, Infektionen oder Strahlung
Begründen Sie die besondere Empfindlichkeit der Embryonalphase (4 Punkte)
  • In kurzer Zeit entstehen grundlegende Organanlagen
  • Zellen teilen und differenzieren sich rasch
  • Störungen treffen deshalb ganze Entwicklungsprogramme
  • Art der Fehlbildung hängt stark vom Zeitpunkt der Einwirkung ab
Beurteilen Sie die Aussage, die Plazenta sei eine vollständige Schutzbarriere (4 Punkte)
  • Sie trennt mütterlichen und fetalen Kreislauf anatomisch
  • Viele Stoffe werden selektiv transportiert
  • Einige Medikamente, Alkohol, Nikotinbestandteile und Erreger können sie jedoch passieren
  • Die Aussage ist deshalb falsch; die Plazenta schützt nur teilweise
Übergang

Entwicklung und Wachstum werden wesentlich hormonell gesteuert. Der folgende Abschnitt nimmt mit der Haut zunächst das große Grenz- und Sinnesorgan in den Blick und schließt danach mit dem endokrinen System.

Quellen

lp_bfs_ergotherapeut_2024-1(5).pdf, S. 36–37, 22.07.2026

Urogenitalsystem_JT_TR_2.pdf, 22.07.2026

BAP_skript_Verdauung_Urogenital_Embryologie_Endokrinologie.pdf, 22.07.2026

Pankreas, Keimdrüsen und Calciumregulation
Fragen und Antworten
Ordnen Sie vier Inselzelltypen ihren Hormonen zu (4 Punkte)
  • Beta-Zellen bilden Insulin
  • Alpha-Zellen bilden Glucagon
  • Delta-Zellen bilden Somatostatin
  • PP-Zellen bilden pankreatisches Polypeptid
Erläutern Sie vier Wirkungen des Insulins (4 Punkte)
  • Es fördert Glucoseaufnahme besonders in Muskel- und Fettzellen
  • Es unterstützt Glykogenbildung
  • Es fördert Fett- und Proteinsynthese
  • Es senkt dadurch die Blutglucose nach Nahrungsaufnahme
Erläutern Sie vier Wirkungen des Glucagons (4 Punkte)
  • Es wirkt besonders an der Leber
  • Es fördert Glykogenabbau
  • Es fördert Glucoseneubildung
  • Es erhöht die Blutglucose zwischen Mahlzeiten oder bei Bedarf
Unterscheiden Sie Insulin und Glucagon im Regelkreis (4 Punkte)
  • Hohe Blutglucose fördert Insulinfreisetzung
  • Insulin senkt die Blutglucose
  • Niedrige Blutglucose fördert Glucagonfreisetzung
  • Glucagon erhöht die Blutglucose; beide wirken antagonistisch, aber koordiniert
Nennen Sie vier Hauptwirkungen der Östrogene (4 Punkte)
  • Entwicklung und Erhaltung weiblicher Geschlechtsmerkmale
  • Aufbau der Gebärmutterschleimhaut im Zyklus
  • Einfluss auf Knochenstoffwechsel
  • Mitwirkung an Haut, Gefäßen und weiteren Geweben
Nennen Sie vier Hauptwirkungen von Progesteron (4 Punkte)
  • Umwandlung und Erhaltung der Gebärmutterschleimhaut nach der Ovulation
  • Unterstützung einer Schwangerschaft
  • Dämpfung der Uteruskontraktilität
  • Einfluss auf Brustdrüse und Körpertemperatur
Nennen Sie vier Hauptwirkungen des Testosterons (4 Punkte)
  • Entwicklung männlicher Geschlechtsorgane und sekundärer Merkmale
  • Unterstützung der Spermienbildung
  • Förderung von Muskel- und Knochenaufbau
  • Einfluss auf Libido und Erythropoese
Erklären Sie die Wirkung des Parathormons auf den Calciumhaushalt (4 Punkte)
  • Es wird bei niedrigem Blutcalcium freigesetzt
  • Es fördert Calciumfreisetzung aus dem Knochen im regulierten Umbau
  • Es steigert renale Calciumrückresorption
  • Es fördert Vitamin-D-Aktivierung und damit intestinale Calciumaufnahme
Vergleichen Sie Parathormon, Vitamin D und Calcitonin (4 Punkte)
  • Parathormon erhöht Blutcalcium und aktiviert Vitamin D
  • Aktives Vitamin D steigert Calciumaufnahme im Darm
  • Calcitonin kann hohe Calciumwerte senken und Knochenabbau hemmen
  • Beim Erwachsenen sind Parathormon und Vitamin D die dominanteren Regulatoren
Beurteilen Sie die Bedeutung hormoneller Regulation für Knochen und Bewegung (4 Punkte)
  • Insulin und Schilddrüsenhormone beeinflussen Energie und Muskelstoffwechsel
  • Sexualhormone wirken auf Knochenmasse und Muskelaufbau
  • Parathormon und Vitamin D sichern Calciumverfügbarkeit
  • Störungen können Kraft, Belastbarkeit, Frakturrisiko und damit Handlungsfähigkeit verändern
Übergang

Damit sind die neun BAP-Lehrplaneinheiten verbunden: von Zelle und Bewegung über neuronale Steuerung und Versorgung bis zu Stoffwechsel, Ausscheidung, Haut und hormoneller Regulation.

Quellen

lp_bfs_ergotherapeut_2024-1(5).pdf, S. 37, 22.07.2026

BAP_9_Hormonsystem.pdf, 22.07.2026

BAP_skript_Verdauung_Urogenital_Embryologie_Endokrinologie.pdf, 22.07.2026

Obere Extremität: Schultergürtel, Arm und Hand
Funktionelle Kette

Der Schultergürtel stellt die Scapula ein, das Glenohumeralgelenk richtet den Arm aus, der Ellenbogen bestimmt die Reichweite, die Radioulnargelenke orientieren die Handfläche und das Handgelenk schafft eine günstige Arbeitsposition für Finger und Daumen.

Fragen und Antworten
Benennen Sie die Knochen der oberen Extremität von proximal nach distal (8 Punkte)
  • Clavicula.
  • Scapula.
  • Humerus.
  • Ulna.
  • Radius.
  • Acht Handwurzelknochen.
  • Fünf Mittelhandknochen.
  • Vierzehn Fingerknochen einschließlich Daumenphalangen.
Benennen Sie sechs klinisch wichtige Strukturen der Scapula (6 Punkte)
  • Spina scapulae.
  • Acromion.
  • Processus coracoideus.
  • Cavitas glenoidalis.
  • Margo medialis beziehungsweise vertebralis.
  • Angulus inferior.
Beschreiben Sie die Clavicula anhand von vier funktionellen Merkmalen (4 Punkte)
  • Medial artikuliert sie mit dem Sternum, lateral mit dem Acromion.
  • Sie hält die Scapula auf Abstand zum Thorax und vergrößert den Arbeitsraum des Arms.
  • Ihre S-Form verteilt Druck-, Zug- und Torsionskräfte.
  • Sie überträgt Armkräfte auf das Achsenskelett und dient mehreren Muskeln als Ansatz.
Benennen Sie sechs wichtige Strukturen des Humerus (6 Punkte)
  • Caput humeri.
  • Collum anatomicum und Collum chirurgicum.
  • Tuberculum majus.
  • Tuberculum minus.
  • Sulcus intertubercularis.
  • Condylus humeri mit Trochlea und Capitulum.
Unterscheiden Sie Radius und Ulna anhand von Lage, Gelenkbeteiligung und Funktion (6 Punkte)
  • Radius liegt in anatomischer Grundstellung lateral auf der Daumenseite.
  • Radius trägt den Hauptkontakt zum Handgelenk.
  • Radius kreuzt bei Pronation die Ulna.
  • Ulna liegt medial auf der Kleinfingerseite.
  • Ulna bildet mit der Trochlea humeri das stabile Humeroulnargelenk.
  • Ulna dient als relativ stabile Achse der Unterarmrotation.
Beschreiben Sie die sechs Grundbewegungen der Scapula (6 Punkte)
  • Elevation: Bewegung nach kranial.
  • Depression: Bewegung nach kaudal.
  • Protraktion: Bewegung nach ventral-lateral um den Thorax.
  • Retraktion: Bewegung nach dorsal-medial.
  • Aufwärtsrotation: Cavitas glenoidalis richtet sich stärker kranial aus.
  • Abwärtsrotation: Cavitas glenoidalis richtet sich stärker kaudal aus.
Ordnen Sie vier wichtige Halsmuskeln ihrer Hauptfunktion und Innervation zu (8 Punkte)
  • Sternocleidomastoideus: Flexion, einseitig Seitneigung und Gegenrotation.
  • Sternocleidomastoideus: N. accessorius plus zervikale Anteile.
  • Skaleni: Seitneigung und Atemhilfe an Rippe 1 und 2.
  • Skaleni: ventrale Äste zervikaler Spinalnerven.
  • Oberer Trapezius: Elevation und Aufwärtsrotation der Scapula.
  • Trapezius: N. accessorius plus zervikale Anteile.
  • Prävertebrale Muskeln: tiefe Flexion und segmentale Stabilisation.
  • Prävertebrale: ventrale Äste zervikaler Spinalnerven.
Erklären Sie die Funktion des Sternoklavikulargelenks (4 Punkte)
  • Es verbindet die Clavicula mit dem Manubrium sterni.
  • Es ist die einzige echte knöcherne Verbindung der freien oberen Extremität zum Achsenskelett.
  • Es erlaubt Elevation/Depression, Protraktion/Retraktion und axiale Rotation der Clavicula.
  • Ein Discus articularis verbessert Kongruenz und Lastverteilung.
Erläutern Sie die Funktion des Akromioklavikulargelenks (4 Punkte)
  • Es verbindet laterale Clavicula und Acromion.
  • Kleine Gleit- und Rotationsbewegungen ermöglichen die Anpassung der Scapula am Thorax.
  • Akromioklavikuläre und korakoklavikuläre Bänder sichern die Verbindung.
  • Ohne diese Anpassung wäre eine vollständige Armhebung trotz Sternoklavikularbewegung nicht möglich.
Vergleichen Sie Schulter- und Hüftgelenk anhand von Pfanne, Beweglichkeit, Stabilität und Belastung (8 Punkte)
  • Schulter: kleine, flache Pfanne im Verhältnis zum Humeruskopf.
  • Schulter: sehr große Beweglichkeit.
  • Schulter: Stabilität stark durch Labrum, Kapsel und Muskulatur.
  • Schulter: überwiegend Positionierung der Hand und Übertragung variabler Armkräfte.
  • Hüfte: tiefe, durch Labrum ergänzte Pfanne.
  • Hüfte: geringere Beweglichkeit als die Schulter.
  • Hüfte: hohe knöcherne und ligamentäre Stabilität.
  • Hüfte: regelmäßige Aufnahme und Weiterleitung des Körpergewichts.
Nennen Sie die vier Muskeln der Rotatorenmanschette mit ihrer Hauptfunktion (8 Punkte)
  • M. supraspinatus: beginnt und stabilisiert die Abduktion.
  • M. infraspinatus: Außenrotation und Zentrierung.
  • M. teres minor: Außenrotation und Adduktion in geringerem Umfang.
  • M. subscapularis: Innenrotation.
  • Alle vier Muskeln komprimieren den Humeruskopf gegen die Gelenkpfanne.
  • Supraspinatus und Infraspinatus werden vom N. suprascapularis innerviert.
  • Teres minor wird vom N. axillaris innerviert.
  • Subscapularis wird von den Nn. subscapulares innerviert.
Erklären Sie den funktionellen Zusammenhang von Deltoideus und Rotatorenmanschette (4 Punkte)
  • Der Deltoideus erzeugt ein starkes kraniales und abduzierendes Drehmoment.
  • Ohne Gegenführung würde der Humeruskopf übermäßig nach kranial gleiten.
  • Die Rotatorenmanschette komprimiert und zentriert den Humeruskopf.
  • Gemeinsam entsteht kontrollierte Elevation statt bloßer Translation.
Erklären Sie die Aufwärtsrotation der Scapula anhand der beteiligten Muskelschlinge (5 Punkte)
  • Oberer Trapezius zieht laterale Clavicula und Acromion nach kranial.
  • Unterer Trapezius zieht die mediale Spina scapulae nach kaudal.
  • Serratus anterior zieht den Angulus inferior nach ventral-lateral.
  • Gemeinsam drehen sie die Cavitas glenoidalis nach kranial.
  • Die Aufwärtsrotation schafft Raum und richtet die Pfanne für Überkopfbewegung aus.
Leiten Sie vier funktionelle Folgen einer Schwäche des M. serratus anterior ab (4 Punkte)
  • Der mediale Scapularand kann sich vom Thorax abheben: Scapula alata.
  • Protraktion und Fixation der Scapula sind vermindert.
  • Aufwärtsrotation bei Armhebung ist erschwert.
  • Überkopfaktivität verliert Reichweite, Kraft und stabile Schulterbasis.
Benennen Sie die drei Teilgelenke des Ellenbogenkomplexes und ihre Hauptbewegung (6 Punkte)
  • Art. humeroulnaris: vor allem Flexion und Extension.
  • Art. humeroradialis: beteiligt sich an Flexion und Extension.
  • Art. humeroradialis: überträgt außerdem Druck vom Radiuskopf.
  • Art. radioulnaris proximalis: Pronation und Supination.
  • Alle drei liegen in einer gemeinsamen Gelenkkapsel.
  • Das distale Radioulnargelenk ergänzt die Unterarmrotation außerhalb der Ellenbogenkapsel.
Unterscheiden Sie Pronation und Supination anatomisch (4 Punkte)
  • Supination: Radius und Ulna verlaufen annähernd parallel.
  • Supination: Handfläche weist in anatomischer Grundstellung nach ventral.
  • Pronation: Radius kreuzt die Ulna.
  • Pronation: Handfläche dreht nach dorsal beziehungsweise bei gebeugtem Ellenbogen nach unten.
Nennen Sie je zwei Hauptmuskeln für Pronation und Supination mit Innervation (8 Punkte)
  • M. pronator teres: Pronation; N. medianus.
  • M. pronator quadratus: Pronation; N. interosseus anterior aus dem N. medianus.
  • M. supinator: Supination; tiefer Ast des N. radialis.
  • M. biceps brachii: kräftige Supination bei gebeugtem Ellenbogen; N. musculocutaneus.
  • Der Biceps wirkt zugleich als Ellenbogenflexor.
  • Der Supinator arbeitet besonders bei geringer Last.
  • Pronator teres unterstützt zusätzlich die Ellenbogenflexion.
  • Pronator quadratus stabilisiert das distale Radioulnargelenk.
Nennen Sie drei wichtige Ellenbogenflexoren mit Innervation (6 Punkte)
  • M. brachialis: stärkster gelenknaher Flexor; überwiegend N. musculocutaneus.
  • M. biceps brachii: Flexion und Supination; N. musculocutaneus.
  • M. brachioradialis: Flexion besonders aus Mittelstellung; N. radialis.
  • Der Brachialis wirkt unabhängig von der Unterarmrotation.
  • Der Biceps wirkt in Supinationsstellung besonders günstig.
  • Der Brachioradialis führt aus Pro- oder Supination zur Neutralstellung.
Beschreiben Sie Ellenbogenextension anhand von Muskel und Innervation (4 Punkte)
  • M. triceps brachii ist der wichtigste Ellenbogenextensor.
  • M. anconeus unterstützt die Extension und Gelenkführung.
  • Beide werden vom N. radialis innerviert.
  • Der lange Trizepskopf beeinflusst zusätzlich Schulterextension und -adduktion.
Benennen Sie die acht Handwurzelknochen in zwei Reihen (8 Punkte)
  • Proximale Reihe radial nach ulnar: Os scaphoideum.
  • Os lunatum.
  • Os triquetrum.
  • Os pisiforme.
  • Distale Reihe radial nach ulnar: Os trapezium.
  • Os trapezoideum.
  • Os capitatum.
  • Os hamatum.
Erklären Sie die Funktion von Längs- und Quergewölben der Hand (4 Punkte)
  • Sie bilden eine anpassbare Hohlhand und vergrößern den Kontakt zu Gegenständen.
  • Sie verteilen Druck zwischen Thenar, Hypothenar und Mittelhand.
  • Sie erlauben den Wechsel zwischen stabiler Kraftübertragung und beweglicher Anpassung.
  • Intrinsische Muskeln, Bänder und knöcherne Form erhalten beziehungsweise verändern die Gewölbe.
Unterscheiden Sie Radiokarpal- und Mediokarpalgelenk funktionell (4 Punkte)
  • Radiokarpalgelenk liegt zwischen distalem Radius/Discus und proximaler Handwurzelreihe.
  • Es trägt wesentlich zu Flexion, Extension und Seitbewegung bei.
  • Mediokarpalgelenk liegt zwischen proximaler und distaler Handwurzelreihe.
  • Beide Gelenke teilen die Gesamtbewegung; ihr Anteil ändert sich je nach Richtung.
Erläutern Sie die Besonderheit des Daumensattelgelenks (5 Punkte)
  • Es verbindet Os trapezium und ersten Mittelhandknochen.
  • Beide Gelenkflächen sind in zwei Richtungen gegensinnig gekrümmt.
  • Es ermöglicht Flexion/Extension und Abduktion/Adduktion.
  • Gekoppelte Rotation erlaubt die Opposition.
  • Die große Beweglichkeit ist für Präzisions- und Kraftgriffe zentral.
Erklären Sie die Funktion der Kollateralbänder an den Fingergrundgelenken (4 Punkte)
  • In Flexion sind die Kollateralbänder gespannt.
  • Dadurch wird seitliche Bewegung reduziert und der Griff stabilisiert.
  • In Extension sind sie lockerer.
  • Dadurch sind Abduktion und Adduktion der Finger vor allem bei gestreckten Grundgelenken möglich.
Beschreiben Sie die Funktionsstellung der Hand anhand von fünf Gelenkstellungen (5 Punkte)
  • Handgelenk etwa 20 bis 30 Grad Extension.
  • Handgelenk geringe Ulnarduktion.
  • Fingergrundgelenke etwa 45 Grad Flexion.
  • Interphalangealgelenke in leichter Flexion.
  • Daumen in Opposition und leichter Abduktion.
Erklären Sie den Zusammenhang zwischen Handgelenkextension und Griffkraft (4 Punkte)
  • Leichte Handgelenkextension verlängert die langen Fingerbeuger in einen günstigen Arbeitsbereich.
  • Dadurch können sie größere aktive Spannung erzeugen.
  • Bei starker Handgelenkflexion sind die Fingerbeuger aktiv insuffizient.
  • Handgelenkextensoren stabilisieren deshalb das Handgelenk beim kräftigen Faustschluss.
Ordnen Sie die wichtigsten Handgelenkbeuger ihrer Innervation zu (6 Punkte)
  • M. flexor carpi radialis: N. medianus.
  • M. palmaris longus: N. medianus.
  • M. flexor carpi ulnaris: N. ulnaris.
  • Gemeinsame Aktivität erzeugt Flexion.
  • Flexor carpi radialis unterstützt Radialduktion.
  • Flexor carpi ulnaris unterstützt Ulnarduktion.
Ordnen Sie die wichtigsten Handgelenkstrecker ihrer Innervation zu (6 Punkte)
  • M. extensor carpi radialis longus: N. radialis.
  • M. extensor carpi radialis brevis: tiefer Ast des N. radialis.
  • M. extensor carpi ulnaris: N. interosseus posterior.
  • Gemeinsame Aktivität erzeugt Extension.
  • Radiale Extensoren unterstützen Radialduktion.
  • Extensor carpi ulnaris unterstützt Ulnarduktion.
Beschreiben Sie Inhalt und Begrenzung des Karpaltunnels in sechs Punkten (6 Punkte)
  • Boden und Seiten werden von den Handwurzelknochen gebildet.
  • Dach ist das Retinaculum flexorum.
  • Der N. medianus verläuft durch den Tunnel.
  • Vier Sehnen des M. flexor digitorum superficialis verlaufen hindurch.
  • Vier Sehnen des M. flexor digitorum profundus verlaufen hindurch.
  • Die Sehne des M. flexor pollicis longus verläuft hindurch.
Benennen Sie die sechs Strecksehnenfächer am Handgelenk mit ihren Hauptsehnen (6 Punkte)
  • Erstes Fach: Abductor pollicis longus und Extensor pollicis brevis.
  • Zweites Fach: Extensor carpi radialis longus und brevis.
  • Drittes Fach: Extensor pollicis longus.
  • Viertes Fach: Extensor digitorum und Extensor indicis.
  • Fünftes Fach: Extensor digiti minimi.
  • Sechstes Fach: Extensor carpi ulnaris.
Erklären Sie die Streckaponeurose der Langfinger (5 Punkte)
  • Die Sehne des M. extensor digitorum geht dorsal in eine flächige Aponeurose über.
  • Ein Mittelzügel setzt an der Basis der Mittelphalanx an.
  • Zwei Seitenzügel vereinigen sich zur Endsehne an der Endphalanx.
  • Lumbricales und Interossei strahlen seitlich in die Aponeurose ein.
  • Dadurch können Grundgelenkflexion und Interphalangealextension gekoppelt werden.
Beschreiben Sie die langen Fingerstrecker anhand von Funktion und Innervation (5 Punkte)
  • M. extensor digitorum streckt vor allem die Grundgelenke der Finger II bis V.
  • Über die Streckaponeurose unterstützt er die Interphalangealextension.
  • M. extensor indicis ermöglicht zusätzliche, relativ unabhängige Zeigefingerextension.
  • M. extensor digiti minimi unterstützt die Kleinfingerextension.
  • Alle werden über den N. interosseus posterior aus dem N. radialis innerviert.
Unterscheiden Sie M. flexor digitorum superficialis und profundus anhand von Ansatz und Innervation (6 Punkte)
  • Flexor digitorum superficialis setzt an den Mittelphalangen II bis V an.
  • Er beugt vor allem die proximalen Interphalangealgelenke.
  • Er wird vom N. medianus innerviert.
  • Flexor digitorum profundus setzt an den Endphalangen II bis V an.
  • Er beugt die distalen Interphalangealgelenke.
  • Radialer Anteil wird vom N. interosseus anterior, ulnarer Anteil vom N. ulnaris innerviert.
Ordnen Sie lange Daumenmuskeln ihrer Hauptfunktion und Innervation zu (8 Punkte)
  • Flexor pollicis longus: Endgelenkflexion; N. interosseus anterior.
  • Extensor pollicis longus: Endgelenkextension; N. interosseus posterior.
  • Extensor pollicis brevis: Grundgelenkextension; N. interosseus posterior.
  • Abductor pollicis longus: Abduktion und Extension im Sattelgelenk; N. interosseus posterior.
  • Die Muskelbäuche liegen im Unterarm.
  • Die Sehnen überqueren das Handgelenk.
  • Dadurch beeinflussen sie auch die Handgelenkstellung.
  • Opposition benötigt zusätzlich die Thenarmuskeln.
Unterscheiden Sie Lumbricales und Interossei anhand von Funktion und Innervation (8 Punkte)
  • Lumbricales beugen die Fingergrundgelenke.
  • Lumbricales strecken über die Dorsalaponeurose die Interphalangealgelenke.
  • Erster und zweiter Lumbricalis: N. medianus.
  • Dritter und vierter Lumbricalis: N. ulnaris.
  • Dorsale Interossei abduzieren die Finger.
  • Palmare Interossei adduzieren die Finger.
  • Alle Interossei unterstützen Grundgelenkflexion und Interphalangealextension.
  • Interossei werden vom tiefen Ast des N. ulnaris innerviert.
Ordnen Sie Thenar- und Hypothenarmuskeln ihrer Hauptfunktion und Innervation zu (8 Punkte)
  • Abductor pollicis brevis: palmare Abduktion; meist N. medianus.
  • Opponens pollicis: Opposition; N. medianus.
  • Flexor pollicis brevis: Grundgelenkflexion; oberflächlich Medianus, tief oft Ulnaris.
  • Adductor pollicis: Adduktion und Kraftgriff; N. ulnaris.
  • Abductor digiti minimi: Kleinfingerabduktion; N. ulnaris.
  • Flexor digiti minimi brevis: Grundgelenkflexion; N. ulnaris.
  • Opponens digiti minimi: palmarer Zug am fünften Mittelhandknochen; N. ulnaris.
  • Hypothenar: formt den ulnaren Hohlhandrand.
Unterscheiden Sie N. medianus, N. ulnaris und N. radialis anhand zentraler Handfunktionen (6 Punkte)
  • N. medianus: Thenaropposition und sensible Versorgung der radialen Hohlhandfinger.
  • N. medianus: viele Unterarmbeuger und radiale tiefe Fingerbeuger.
  • N. ulnaris: Interossei, ulnare Lumbricales und Adductor pollicis.
  • N. ulnaris: sensible Versorgung des kleinen Fingers und ulnaren Ringfingeranteils.
  • N. radialis: Streckmuskulatur von Ellenbogen, Handgelenk, Fingern und Daumen.
  • N. radialis: sensible Versorgung eines dorsoradialen Handareals, aber keine intrinsischen Handmuskeln.
Analysieren Sie eine Überkopfbewegung anhand von sechs Teilbeiträgen (6 Punkte)
  • Glenohumerale Elevation des Humerus.
  • Aufwärtsrotation der Scapula.
  • Posteriorer Tilt und Außenrotation der Scapula.
  • Elevation und axiale Rotation der Clavicula.
  • Zentrierung durch Rotatorenmanschette und kontrollierte Deltoideuskraft.
  • Rumpf- und Wirbelsäulenposition ohne unnötige Kompensation.

*Weiterführung:* Die obere Extremität zeigt, wie Beweglichkeit durch aktive Führung nutzbar wird. Das nächste Kapitel stellt ihr die untere Extremität gegenüber, deren Bau stärker auf Lastaufnahme, Stand und Fortbewegung ausgerichtet ist.

Quellen

BAP_2_Skelett_4_obere_Extremitaet_TR_2.pdf, 22.07.2026

BAP_skript_Muskeln_D_SP.pdf, 22.07.2026

BAP_skript_Bewegungsapparat.pdf, 22.07.2026

lp_bfs_ergotherapeut_2024-1(5).pdf, S. 30–31, 22.07.2026

Hirnhäute, Ventrikel, Liquor und Gefäßversorgung des ZNS
Fragen und Antworten
Nennen Sie die drei Hirn- und Rückenmarkshäute von außen nach innen (3 Punkte)
  • Dura mater.
  • Arachnoidea.
  • Pia mater.
Unterscheiden Sie Dura, Arachnoidea und Pia anhand ihrer Hauptmerkmale (6 Punkte)
  • Dura: feste äußere Schutzhaut.
  • Dura: bildet im Schädel venöse Sinus und Septen.
  • Arachnoidea: liegt als Spinngewebshaut über dem Subarachnoidalraum.
  • Arachnoidea: beteiligt sich über Granulationen an der Liquorrückresorption.
  • Pia: liegt dem Nervengewebe direkt an.
  • Pia: begleitet Gefäße in die Oberfläche des ZNS.
Beschreiben Sie den Liquorweg in sechs Stationen (6 Punkte)
  • Bildung überwiegend in Plexus choroidei der Seitenventrikel.
  • Weiterleitung durch Foramina interventricularia zum dritten Ventrikel.
  • Durch den Aquädukt zum vierten Ventrikel.
  • Austritt in den Subarachnoidalraum.
  • Zirkulation um Gehirn und Rückenmark.
  • Rückresorption über Arachnoidalgranulationen in venöse Sinus.
Nennen Sie vier Funktionen des Liquors (4 Punkte)
  • Mechanischer Auftrieb und Stoßdämpfung.
  • Konstantes chemisches Milieu.
  • Transport von Stoffen und Signalmolekülen.
  • Abtransport gelöster Stoffwechselprodukte.
Erklären Sie die Blut-Hirn-Schranke anhand von vier Merkmalen (4 Punkte)
  • Dichte Endothelverbindungen begrenzen den Stoffdurchtritt.
  • Basalmembran und Astrozytenfortsätze unterstützen die Barriere.
  • Nährstoffe gelangen über selektive Transporter hinein.
  • Viele Schadstoffe und Medikamente werden zurückgehalten.
Nennen Sie die zwei großen arteriellen Zuflusssysteme des Gehirns (2 Punkte)
  • Vorderer Kreislauf über die Arteriae carotides internae.
  • Hinterer Kreislauf über die Arteriae vertebrales und die Arteria basilaris.
Erklären Sie die Funktion des Circulus arteriosus cerebri (3 Punkte)
  • Verbindet vorderen und hinteren Hirnkreislauf.
  • Ermöglicht potenziell kollaterale Umleitung von Blut.
  • Ausgleich ist individuell unterschiedlich und bei akutem Verschluss oft begrenzt.
Leiten Sie vier Folgen einer unterbrochenen Hirndurchblutung ab (4 Punkte)
  • Sauerstoff- und Glukoseversorgung fällt aus.
  • ATP-Mangel stört Ionenpumpen und Membranpotentiale.
  • Nervenzellen verlieren rasch ihre Funktion und können absterben.
  • Ausfälle entsprechen dem betroffenen Gefäßgebiet und Netzwerk.
Beurteilen Sie Kopfschmerz, Bewusstseinsstörung und neue fokale Ausfälle als Warnzeichen (4 Punkte)
  • Plötzlicher Beginn kann auf akutes neurologisches Ereignis hinweisen.
  • Bewusstseinsstörung zeigt mögliche zentrale Gefährdung.
  • Fokale Ausfälle sprechen für umschriebene Hirnfunktionsstörung.
  • Sofortige medizinische Abklärung ist erforderlich.

*Weiterführung:* Nach Schutz und Versorgung folgt das Rückenmark als zentrale Durchleitungs- und Verschaltungsstation zwischen Gehirn und Peripherie.

Quellen

lp_bfs_ergotherapeut_2024-1(5).pdf, S. 32–33, 22.07.2026

FÄCHER(6).zip und FÄCHER2(6).zip: BAP-Unterlagen, 22.07.2026

Atemregulation, Belastungsanpassung und Warnzeichen
Fragen und Antworten
Nennen Sie vier zentrale Bestandteile der Atemregulation (4 Punkte)
  • Rhythmusbildende Netzwerke in Medulla oblongata und Pons
  • Zentrale Chemorezeptoren
  • Periphere Chemorezeptoren in Glomera carotica und aortica
  • Atemmuskeln als Effektoren
Erklären Sie die Bedeutung von Kohlendioxid und pH für den Atemantrieb (4 Punkte)
  • Kohlendioxid bildet im Körper Kohlensäure
  • Dadurch verändert sich die Konzentration von Wasserstoffionen und der pH-Wert
  • Zentrale Chemorezeptoren reagieren besonders auf diese Veränderung im Liquormilieu
  • Steigendes Kohlendioxid erhöht normalerweise Atemtiefe und Atemfrequenz
Unterscheiden Sie zentrale und periphere Chemorezeptoren (4 Punkte)
  • Zentrale Chemorezeptoren liegen im Bereich der Medulla
  • Sie reagieren vor allem indirekt auf Kohlendioxid über pH-Veränderungen
  • Periphere Chemorezeptoren liegen an Karotis- und Aortenkörperchen
  • Sie reagieren zusätzlich besonders auf starken Sauerstoffabfall sowie Blut-pH und Kohlendioxid
Erklären Sie die Atemanpassung bei körperlicher Belastung (4 Punkte)
  • Muskelstoffwechsel erhöht Sauerstoffbedarf und Kohlendioxidproduktion
  • Nervale Mitsteuerung und chemische Signale steigern die Ventilation
  • Atemzugvolumen und später Atemfrequenz nehmen zu
  • Ventilation und Perfusion werden an die erhöhte Leistung angepasst
Nennen Sie fünf beobachtbare Atemmerkmale (5 Punkte)
  • Atemfrequenz
  • Atemtiefe
  • Atemrhythmus
  • Thorax- und Bauchbewegung einschließlich Symmetrie
  • Einsatz von Atemhilfsmuskeln oder hörbare Atemgeräusche
Definieren Sie Dyspnoe, Orthopnoe und Zyanose (4 Punkte)
  • Dyspnoe ist subjektiv empfundene erschwerte oder unangenehme Atmung
  • Orthopnoe ist schwere Atemnot, die eine aufrechte Haltung erforderlich macht
  • Zyanose ist eine bläuliche Verfärbung durch erhöhten Anteil desoxygenierten Hämoglobins
  • Alle drei Befunde verlangen eine situationsgerechte medizinische Einschätzung
Nennen Sie fünf Warnzeichen für einen Belastungsabbruch (5 Punkte)
  • Zunehmende oder unverhältnismäßige Atemnot
  • Brustschmerz oder Druckgefühl
  • Zyanose oder auffällige Blässe
  • Schwindel, Verwirrtheit oder Bewusstseinsminderung
  • Plötzlicher Leistungsabfall oder deutlich erschöpfte Atemmuskulatur
Begründen Sie die atemerleichternde Wirkung einer aufrechten, abgestützten Haltung (4 Punkte)
  • Die Bauchorgane drücken weniger gegen das Zwerchfell
  • Der Thorax kann sich leichter erweitern
  • Fixierte Arme geben Atemhilfsmuskeln einen günstigen Ansatz
  • Die Person kann Atembewegung und Sekretmobilisation besser kontrollieren
Analysieren Sie vier Merkmale einer erhöhten Atemarbeit (4 Punkte)
  • Atemfrequenz und Atemtiefe verändern sich auffällig
  • Atemhilfsmuskeln werden sichtbar eingesetzt
  • Nasenflügeln oder Einziehungen können auftreten
  • Sprechen, Bewegung und Erholung werden durch Atemnot eingeschränkt
Beurteilen Sie die Rolle der Ergotherapie bei Atemauffälligkeiten (4 Punkte)
  • Sie beobachtet Atmung während Aktivität und Ruhe
  • Sie passt Belastung, Pausen, Haltung und Tätigkeitsanforderung an
  • Sie kann atemerleichternde Positionen und dosierte Aktivität anleiten
  • Akute Warnzeichen erfordern Unterbrechung und medizinische Hilfe statt eigenständiger Behandlung
Übergang

Mit der Atmung ist die Sauerstoffversorgung geklärt. Der nächste Organkomplex zeigt, wie der Körper Nährstoffe aufnimmt, zerlegt, resorbiert und als Energie- oder Baustoff bereitstellt.

Quellen

lp_bfs_ergotherapeut_2024-1(5).pdf, S. 35–37, 22.07.2026

BAP_Atmung_Physiologie.pdf, 22.07.2026

BAP_skript_HKL_Atmung.pdf, 22.07.2026

Untere Extremität: Lastaufnahme, Stand und Fortbewegung
Funktionelle Kette

Becken und Hüfte richten den Oberschenkel aus, das Knie passt Beinlänge und Stoßdämpfung an, Sprunggelenke steuern den Fuß unter dem Körperschwerpunkt und die Fußgewölbe verteilen Last über Ferse und Vorfuß.

Fragen und Antworten
Benennen Sie die Knochen der unteren Extremität von proximal nach distal (8 Punkte)
  • Os coxae beziehungsweise Hüftbein.
  • Femur.
  • Patella.
  • Tibia.
  • Fibula.
  • Sieben Fußwurzelknochen.
  • Fünf Mittelfußknochen.
  • Vierzehn Zehenknochen.
Benennen Sie die wichtigsten Knochen des Fußskeletts und die Zehengelenke (8 Punkte)
  • Rückfuß: Talus und Calcaneus.
  • Mittelfußwurzel: Os naviculare und Os cuboideum.
  • Drei Ossa cuneiformia.
  • Fünf Ossa metatarsalia.
  • Vierzehn Phalangen; die Großzehe besitzt zwei, die übrigen Zehen je drei.
  • Metatarsophalangealgelenke verbinden Mittelfuß und Grundphalangen.
  • Proximale Interphalangealgelenke liegen an den Zehen II bis V.
  • Distale Interphalangealgelenke liegen an den Zehen II bis V; die Großzehe besitzt nur ein Interphalangealgelenk.
Beschreiben Sie das Hüftgelenk anhand von fünf Strukturmerkmalen (5 Punkte)
  • Gelenkkopf ist das Caput femoris.
  • Pfanne ist das Acetabulum des Hüftbeins.
  • Das Labrum acetabulare vertieft die Pfanne.
  • Kräftige Kapsel und Bänder stabilisieren besonders in Extension.
  • Als Nussgelenk erlaubt es Bewegungen um drei Achsen.
Nennen Sie die Hauptbewegungen des Hüftgelenks mit je einer wichtigen Muskelgruppe (6 Punkte)
  • Flexion: Iliopsoas und weitere ventrale Hüftmuskeln.
  • Extension: Gluteus maximus und ischiokrurale Muskulatur.
  • Abduktion: Gluteus medius und minimus.
  • Adduktion: Adduktorengruppe.
  • Außenrotation: tiefe Außenrotatoren und Anteile des Gluteus maximus.
  • Innenrotation: ventrale Anteile von Gluteus medius/minimus und Tensor fasciae latae.
Erklären Sie das Beckenabsinken bei Schwäche der Hüftabduktoren (4 Punkte)
  • Im Einbeinstand zieht das Körpergewicht das freie Becken nach kaudal.
  • Gluteus medius und minimus der Standbeinseite erzeugen ein Gegendrehmoment.
  • Bei Schwäche sinkt die Beckenseite des Spielbeins ab: Trendelenburg-Zeichen.
  • Eine Rumpfneigung zur Standbeinseite kann den äußeren Hebelarm verkürzen und kompensieren.
Beschreiben Sie das Kniegelenk anhand von sechs Teilstrukturen (6 Punkte)
  • Femorotibialgelenk zwischen Femurkondylen und Tibiaplateau.
  • Femoropatellargelenk zwischen Patella und Trochlea femoris.
  • Medialer und lateraler Meniskus zur Flächenanpassung.
  • Vorderes und hinteres Kreuzband zur zentralen Führung.
  • Innen- und Außenband zur seitlichen Stabilität.
  • Gemeinsame Kapsel mit synovialen Rezessus.
Erläutern Sie vier Funktionen der Menisken (4 Punkte)
  • Sie vergrößern die Kontaktfläche zwischen Femur und Tibia.
  • Sie verteilen Druck und vermindern lokale Spitzenbelastung.
  • Sie unterstützen Führung und Stabilität.
  • Sie bewegen sich bei Flexion, Extension und Rotation mit und tragen zur Propriozeption bei.
Unterscheiden Sie vorderes und hinteres Kreuzband anhand ihrer Hauptbegrenzung (4 Punkte)
  • Vorderes Kreuzband begrenzt vor allem die anteriore Translation der Tibia gegenüber dem Femur.
  • Es begrenzt zusätzlich übermäßige Rotation und Hyperextension.
  • Hinteres Kreuzband begrenzt vor allem die posteriore Translation der Tibia.
  • Es trägt besonders in Flexion zur zentralen Stabilität bei.
Erklären Sie die Funktion der Patella (4 Punkte)
  • Sie ist als Sesambein in die Quadrizepssehne eingebettet.
  • Sie vergrößert den Hebelarm des Quadriceps gegenüber der Knieachse.
  • Sie führt die Sehne über die Vorderseite des Gelenks.
  • Sie schützt die ventrale Gelenkregion und verteilt Kontaktkräfte im femoropatellaren Gelenk.
Nennen Sie die wichtigsten Kniebeuger und Kniestrecker mit Innervation (6 Punkte)
  • Quadriceps femoris: Knieextension; N. femoralis.
  • Biceps femoris: Knieflexion; langer Kopf N. tibialis, kurzer Kopf N. fibularis communis.
  • Semitendinosus: Knieflexion; N. tibialis.
  • Semimembranosus: Knieflexion; N. tibialis.
  • Gastrocnemius unterstützt die Knieflexion; N. tibialis.
  • Popliteus leitet die Entriegelung des gestreckten Knies ein; N. tibialis.
Unterscheiden Sie oberes und unteres Sprunggelenk funktionell (4 Punkte)
  • Oberes Sprunggelenk liegt zwischen Malleolengabel und Talusrolle.
  • Es ermöglicht vor allem Dorsalextension und Plantarflexion.
  • Unteres Sprunggelenk umfasst talokalkaneare und talokalkanonavikuläre Anteile.
  • Es ermöglicht vor allem Inversion/Eversion beziehungsweise Supination/Pronation des Fußes.
Erklären Sie die knöcherne Stabilität des oberen Sprunggelenks in Dorsalextension (4 Punkte)
  • Die Talusrolle ist ventral breiter als dorsal.
  • Bei Dorsalextension gleitet der breitere Anteil in die Malleolengabel.
  • Die Gabel wird dadurch mechanisch gespannt und die Kongruenz steigt.
  • In Plantarflexion befindet sich der schmalere Talusanteil in der Gabel und die knöcherne Führung ist geringer.
Nennen Sie vier Hauptmuskeln der Dorsalextension und Eversion mit Innervation (4 Punkte)
  • Tibialis anterior: Dorsalextension und Inversion; N. fibularis profundus.
  • Extensor hallucis longus: Dorsalextension und Großzehenextension; N. fibularis profundus.
  • Extensor digitorum longus: Dorsalextension und Zehenextension; N. fibularis profundus.
  • Fibularis longus und brevis: Eversion und Plantarflexionsanteil; N. fibularis superficialis.
Nennen Sie vier Hauptmuskeln der Plantarflexion und Inversion mit Innervation (4 Punkte)
  • Gastrocnemius: Plantarflexion und Knieflexion; N. tibialis.
  • Soleus: ausdauernde Plantarflexion und Standkontrolle; N. tibialis.
  • Tibialis posterior: Plantarflexion und Inversion; N. tibialis.
  • Flexor hallucis longus und Flexor digitorum longus: Zehenflexion und Unterstützung der Plantarflexion; N. tibialis.
Beschreiben Sie das Längs- und Quergewölbe des Fußes (5 Punkte)
  • Mediales Längsgewölbe verläuft über Calcaneus, Talus, Naviculare, Keilbeine und mediale Mittelfußknochen.
  • Laterales Längsgewölbe ist flacher und verläuft über Calcaneus, Cuboid und laterale Mittelfußknochen.
  • Quergewölbe spannt sich vor allem über Fußwurzel und Mittelfußbasen.
  • Bänder, Plantaraponeurose und Muskeln sichern die Gewölbe.
  • Gewölbe verteilen Last, speichern elastische Energie und passen den Fuß an den Untergrund an.
Erläutern Sie vier Funktionen der intrinsischen Fußmuskulatur (4 Punkte)
  • Sie stabilisiert Längs- und Quergewölbe.
  • Sie richtet Zehen und Mittelfußknochen unter Belastung fein aus.
  • Sie unterstützt Zehenflexion, -abduktion und -adduktion.
  • Sie passt den Fuß an Untergrund und Abstoßphase an, ohne die großen Unterschenkelmuskeln zu ersetzen.
Erklären Sie die Windlass-Funktion der Plantaraponeurose (4 Punkte)
  • Bei Großzehenextension wickelt sich die Plantaraponeurose um den Metatarsalkopf.
  • Dadurch verkürzt sich der Abstand zwischen Ferse und Vorfuß funktionell.
  • Das Längsgewölbe hebt und versteift sich.
  • Der Fuß wird für den Abstoß zu einem stabileren Hebel.
Analysieren Sie die Standbeinphase anhand von sechs Funktionen der unteren Extremität (6 Punkte)
  • Hüftabduktoren stabilisieren das Becken in der Frontalebene.
  • Hüftextensoren kontrollieren den Rumpf zu Beginn der Belastung.
  • Quadriceps kontrolliert die Knieflexion und Stoßdämpfung.
  • Dorsalextensoren senken den Vorfuß nach Fersenkontakt kontrolliert ab.
  • Plantarflexoren kontrollieren die Vorwärtsbewegung der Tibia und erzeugen später Vortrieb.
  • Fußgewölbe wechseln von anpassbarer Lastaufnahme zu stabiler Abstoßbasis.
Leiten Sie vier Alltagsfolgen einer eingeschränkten Dorsalextension ab (4 Punkte)
  • Kniebeuge und Treppenabstieg benötigen früh eine Ausweichbewegung.
  • Ferse kann beim Gehen oder Hocken vorzeitig abheben.
  • Fuß kann stärker pronieren oder nach außen drehen.
  • Schrittlänge, Gleichgewicht und kontrolliertes Absenken des Körperschwerpunkts können abnehmen.
Vergleichen Sie Hand- und Fußgewölbe anhand von Funktion und Belastung (6 Punkte)
  • Beide entstehen aus knöcherner Form, Bändern und Muskelspannung.
  • Beide passen Kontaktflächen an und verteilen Kräfte.
  • Handgewölbe dienen vor allem Formanpassung, Greifen und Manipulation.
  • Fußgewölbe dienen vor allem Körperlast, Stoßdämpfung und Vortrieb.
  • Handgewölbe verändern sich sehr beweglich und willkürlich.
  • Fußgewölbe wechseln lastabhängig zwischen Anpassung und Versteifung.
Beurteilen Sie eine kompensierte Einbeinstandstrategie anhand von fünf Kriterien (5 Punkte)
  • Bleibt das Becken annähernd horizontal oder sinkt die Spielbeinseite ab?
  • Neigt sich der Rumpf deutlich zur Standbeinseite?
  • Bleiben Knie und Fußachse kontrolliert oder weichen sie aus?
  • Kann die Position ohne Festhalten und über die geforderte Zeit gehalten werden?
  • Erfüllt die Strategie die Alltagsaufgabe sicher, schmerzarm und mit vertretbarem Aufwand?
Erklären Sie die Wortherkunft von Femur, Tibia und Fibula (3 Punkte)
  • Lateinisch femur bedeutet Oberschenkel beziehungsweise Oberschenkelknochen.
  • Lateinisch tibia bezeichnete Schienbein und zugleich eine aus Knochen gefertigte Flöte.
  • Lateinisch fibula bedeutet Spange oder Fibel; das Wadenbein liegt wie eine seitliche Klammer neben der Tibia.

*Weiterführung:* Mit der unteren Extremität sind Tragwerk, Gelenke und Muskelketten vollständig. Das letzte Kapitel bündelt diese Grundlagen an der Hand, weil dort Reichweite, Sensibilität, Kraftdosierung und feinste Koordination unmittelbar in Betätigung übergehen.

Quellen

BAP_2_Skelett_5_untere_Extremitaet_TR.pdf, 22.07.2026

BAP_skript_Muskeln_D_SP.pdf, 22.07.2026

BAP_skript_Bewegungsapparat.pdf, 22.07.2026

lp_bfs_ergotherapeut_2024-1(5).pdf, S. 31, 22.07.2026

Rückenmark, Spinalnerven, Plexus und periphere Nerven
Fragen und Antworten
Beschreiben Sie Lage und Ausdehnung des Rückenmarks (4 Punkte)
  • Liegt im Wirbelkanal.
  • Beginnt am Übergang der Medulla oblongata.
  • Endet beim Erwachsenen meist auf Höhe L1 bis L2.
  • Darunter verlaufen Nervenwurzeln als Cauda equina.
Nennen Sie die 31 Rückenmarkssegmente nach Regionen (5 Punkte)
  • 8 Zervikalsegmente.
  • 12 Thorakalsegmente.
  • 5 Lumbalsegmente.
  • 5 Sakralsegmente.
  • 1 Kokzygealsegment.
Unterscheiden Sie Hinterhorn, Vorderhorn und Seitenhorn (6 Punkte)
  • Hinterhorn: Aufnahme und Verschaltung sensibler Information.
  • Hinterhorn: Verbindung zu afferenten Hinterwurzeln.
  • Vorderhorn: somatomotorische Motoneurone.
  • Vorderhorn: Axone verlassen über Vorderwurzeln das Rückenmark.
  • Seitenhorn: vegetative Neurone in bestimmten Segmenten.
  • Seitenhorn: beteiligt an sympathischen beziehungsweise parasympathischen Ausgängen.
Beschreiben Sie die Bildung eines Spinalnervs in vier Schritten (4 Punkte)
  • Sensible Fasern treten über die Hinterwurzel ein.
  • Zellkörper sensibler Neurone liegen im Spinalganglion.
  • Motorische Fasern verlassen das Rückenmark über die Vorderwurzel.
  • Vorder- und Hinterwurzel vereinigen sich zum gemischten Spinalnerv.
Definieren Sie Dermatom und Myotom (4 Punkte)
  • Dermatom: Hautgebiet mit überwiegender sensibler Versorgung aus einem Rückenmarkssegment.
  • Dermatome überlappen benachbart.
  • Myotom: Muskelgruppe mit überwiegender motorischer Versorgung aus einem Segment.
  • Myotome helfen bei der Zuordnung segmentaler motorischer Ausfälle.
Erklären Sie die Bildung eines Plexus (4 Punkte)
  • Vordere Äste mehrerer Spinalnerven verflechten sich.
  • Fasern werden neu zu peripheren Nerven gebündelt.
  • Ein peripherer Nerv enthält dadurch meist Fasern mehrerer Segmente.
  • Ausfallmuster eines peripheren Nervs unterscheidet sich von einer einzelnen Wurzelläsion.
Nennen Sie vier wichtige Endnerven des Plexus brachialis (4 Punkte)
  • Nervus medianus.
  • Nervus ulnaris.
  • Nervus radialis.
  • Nervus musculocutaneus.
Ordnen Sie Medianus, Ulnaris und Radialis je einer typischen Handfunktion zu (3 Punkte)
  • Medianus: Daumenopposition und Präzisionsgriff.
  • Ulnaris: Fingerabduktion und -adduktion durch Interossei.
  • Radialis: Extension von Handgelenk und Fingern.
Unterscheiden Sie periphere Nervenläsion und Wurzelläsion anhand von drei Kriterien (6 Punkte)
  • Periphere Läsion folgt dem Versorgungsgebiet eines benannten Nervs.
  • Periphere Läsion betrifft dessen motorische und sensible Äste.
  • Wurzelläsion folgt eher Dermatom und Myotom.
  • Wurzelläsion kann mehrere periphere Nerven gleichzeitig betreffen.
  • Reflexveränderungen richten sich bei Wurzelläsion nach Segmenten.
  • Provokation kann durch Wirbelsäulenstellung oder Nervenwurzelbelastung beeinflusst werden.
Analysieren Sie einen Ulnarisausfall anhand von vier erwartbaren Befunden (4 Punkte)
  • Schwäche der Fingerabduktion und -adduktion.
  • Eingeschränkte Feinmotorik und Kraftdosierung.
  • Sensibilitätsstörung an Kleinfinger und ulnarem Ringfingeranteil.
  • Krallenstellung kann bei ausgeprägter Läsion entstehen.

*Weiterführung:* Periphere Nerven leiten nicht nur somatische Signale. Innere Organe werden über ein eigenes, eng mit dem ZNS verschaltetes Regulationssystem gesteuert.

Quellen

lp_bfs_ergotherapeut_2024-1(5).pdf, S. 32–33, 22.07.2026

FÄCHER(6).zip und FÄCHER2(6).zip: BAP-Unterlagen, 22.07.2026

Hand und Greifen: Integration von Reichweite, Sensibilität und Manipulation
Handlungsfolge

Orientieren und erreichen, Hand öffnen, Kontakt vorbereiten, Gegenstand greifen, Kraft dosieren, innerhalb der Hand manipulieren, transportieren und kontrolliert loslassen. Jede Phase kann durch eine andere Struktur oder Funktion begrenzt sein.

Fragen und Antworten
Nennen Sie sieben aufeinanderfolgende Teilphasen einer Greifhandlung (7 Punkte)
  • Aufgabe und Gegenstand wahrnehmen.
  • Arm und Hand zum Ziel orientieren.
  • Hand passend öffnen.
  • Kontaktfläche herstellen.
  • Gegenstand greifen und Kraft dosieren.
  • Gegenstand transportieren oder innerhalb der Hand manipulieren.
  • Griff kontrolliert lösen und Hand zurückführen.
Unterscheiden Sie Kraft- und Präzisionsgriff anhand von Kontaktfläche, Kraft und Aufgabe (6 Punkte)
  • Kraftgriff: Gegenstand liegt großflächig in der Hohlhand.
  • Kraftgriff: Finger und Daumen umschließen den Gegenstand mit hoher Kraft.
  • Kraftgriff: geeignet für Halten, Tragen oder Werkzeugkraft.
  • Präzisionsgriff: Gegenstand wird vor allem zwischen Fingerkuppen und Daumen geführt.
  • Präzisionsgriff: geringere Kraft, aber hohe Dosierung und Genauigkeit.
  • Präzisionsgriff: geeignet für kleine Gegenstände, Schreiben oder feine Manipulation.
Benennen Sie vier typische Präzisionsgriffe mit je einem Beispiel (8 Punkte)
  • Pinzettengriff zwischen Daumen und Zeigefingerkuppe.
  • Beispiel Pinzettengriff: Nadel oder Krümel aufnehmen.
  • Dreipunktgriff zwischen Daumen, Zeige- und Mittelfinger.
  • Beispiel Dreipunktgriff: Stift halten.
  • Schlüsselgriff zwischen Daumenkuppe und radialer Zeigefingerseite.
  • Beispiel Schlüsselgriff: Schlüssel drehen oder Karte halten.
  • Zylinderfeingriff beziehungsweise kleiner Rundgriff.
  • Beispiel: dünnen Pinsel oder Schraubendreher führen.
Beschreiben Sie die Opposition des Daumens anhand von fünf Bewegungsanteilen (5 Punkte)
  • Palmare Abduktion aus der Handebene.
  • Flexion im Daumensattelgelenk.
  • Innenrotation des ersten Mittelhandknochens.
  • Adduktion zur Fingerkuppe.
  • Anpassende Flexion in Grund- und Endgelenk.
Begründen Sie die zentrale Bedeutung des Daumens für Handlungsfähigkeit (4 Punkte)
  • Opposition schafft eine Gegenfläche zu den Langfingern.
  • Der Daumen ermöglicht Kraftschluss und präzise Pinzettenkontakte.
  • Seine Beweglichkeit passt die Hand an sehr unterschiedliche Objektformen an.
  • Ein Ausfall reduziert Greifkraft, Feinmotorik und sichere Manipulation überproportional.
Erklären Sie den Tenodeseeffekt von Handgelenk und Fingern (4 Punkte)
  • Handgelenkextension spannt die langen Fingerbeuger passiv an und fördert Fingerflexion.
  • Handgelenkflexion spannt die langen Fingerstrecker passiv an und fördert Fingerextension.
  • Der Effekt entsteht durch die mehrgelenkige Sehnenführung.
  • Er kann funktionell genutzt werden, ersetzt aber keine aktive, fein dosierte Greifkontrolle.
Beschreiben Sie die Intrinsic-plus-Stellung der Finger (5 Punkte)
  • Fingergrundgelenke sind flektiert.
  • Proximale Interphalangealgelenke sind gestreckt.
  • Distale Interphalangealgelenke sind gestreckt.
  • Lumbricales und Interossei erzeugen diese Kombination über die Streckaponeurose.
  • Die Stellung unterstützt Anpassung an größere Gegenstände und schützt Kapsel-Band-Längen.
Erklären Sie die funktionelle Bedeutung der Handgewölbe beim Greifen (4 Punkte)
  • Längsgewölbe richten die Fingerstrahlen auf die Hohlhand aus.
  • Quergewölbe passen die Handfläche an runde oder flache Gegenstände an.
  • Der mobile ulnare Handrand kann sich stärker einrollen als der stabilere radiale Anteil.
  • Dadurch verbindet die Hand eine feste Daumenseite mit einer anpassbaren Greifschale.
Unterscheiden Sie extrinsische und intrinsische Handmuskeln (4 Punkte)
  • Extrinsische Muskeln haben ihren Muskelbauch überwiegend im Unterarm.
  • Ihre langen Sehnen erzeugen größere Finger- und Daumenbewegungen sowie Kraft.
  • Intrinsische Muskeln liegen in der Hand.
  • Sie formen Gewölbe, steuern Seitenbewegungen und koordinieren komplexe Gelenkkombinationen.
Erklären Sie die sensorische Rückkopplung bei der Kraftdosierung (5 Punkte)
  • Hautrezeptoren melden Kontakt, Druck, Schlupf und Oberflächenstruktur.
  • Propriozeptoren melden Gelenkstellung, Muskellänge und Spannung.
  • Das Nervensystem vergleicht Rückmeldung mit dem Handlungsziel.
  • Bei beginnendem Schlupf wird Griffkraft rasch erhöht.
  • Ohne verlässliche Sensibilität wird stärker visuell kontrolliert und häufig unnötig fest gegriffen.
Ordnen Sie die sensible Handversorgung von Medianus, Ulnaris und Radialis grob zu (6 Punkte)
  • N. medianus: palmare Seite von Daumen, Zeige-, Mittel- und radialem Ringfingeranteil.
  • N. medianus: dorsale Fingerkuppen dieser radialen Finger.
  • N. ulnaris: kleiner Finger und ulnarer Anteil des Ringfingers palmar.
  • N. ulnaris: entsprechender ulnarer Handbereich dorsal.
  • N. radialis: dorsoradialer Handrücken und proximale dorsale Daumen-/Zeigefingerregion.
  • Autonome Prüfgebiete sind kleiner als die gesamten Versorgungsfelder und überlappen weniger.
Leiten Sie vier typische Handfolgen einer Medianusläsion am Handgelenk ab (4 Punkte)
  • Thenaropposition und palmare Daumenabduktion sind geschwächt.
  • Präzisions- und Pinzettengriffe verlieren Anpassung und Kraft.
  • Sensibilität an radialen Hohlhandfingern ist beeinträchtigt.
  • Feinmanipulation wird stärker visuell kontrolliert und kleine Gegenstände können leichter entgleiten.
Leiten Sie vier typische Handfolgen einer Ulnarisläsion ab (4 Punkte)
  • Fingerabduktion und -adduktion durch Interossei sind geschwächt.
  • Grundgelenkflexion mit gleichzeitiger Interphalangealextension ist besonders an Ring- und Kleinfinger gestört.
  • Daumenadduktion und kraftvoller Schlüsselgriff nehmen ab.
  • Sensibilität am kleinen Finger und ulnaren Handrand ist beeinträchtigt.
Leiten Sie vier typische Handfolgen einer Radialisläsion proximal des Handgelenks ab (4 Punkte)
  • Handgelenkextension ist geschwächt oder fällt aus: Fallhand.
  • Finger- und Daumenextension sind beeinträchtigt.
  • Griffkraft sinkt sekundär durch die ungünstige Handgelenkstellung.
  • Dorsoradiale Handsensibilität kann beeinträchtigt sein; intrinsische Handmuskeln bleiben motorisch erhalten.
Analysieren Sie eine schwache Griffkraft anhand von sechs möglichen Ursachenebenen (6 Punkte)
  • Unzureichende Handgelenkextension oder schmerzhafte Gelenkstellung.
  • Schwäche oder aktive Insuffizienz der langen Fingerbeuger.
  • Fehlende Daumenopposition oder Adduktion.
  • Instabile proximale Basis an Schultergürtel oder Rumpf.
  • Sensible Störung mit unsicherer Kraftdosierung.
  • Allgemeine Faktoren wie Schmerz, Ermüdung, Angst oder ungeeignete Objektgröße.
Analysieren Sie das Öffnen eines Schraubglases anhand von sechs anatomischen Anforderungen (6 Punkte)
  • Beidseitige Armpositionierung und Rumpfstabilität.
  • Eine Hand stabilisiert das Glas mit Kraftgriff.
  • Die andere Hand passt sich dem Deckel über Daumen und Finger an.
  • Unterarmrotation und Handgelenkstabilität übertragen das Drehmoment.
  • Fingerbeuger und intrinsische Muskeln dosieren Reibung und Druck.
  • Sensibilität erkennt Schlupf; Schulter und Rumpf erzeugen zusätzliche Gegenkraft.
Analysieren Sie Schreiben anhand von sechs funktionellen Komponenten (6 Punkte)
  • Sitz- und Schultergürtelstabilität.
  • Dreipunkt- oder angepasster Präzisionsgriff.
  • Leichte Handgelenkextension als Arbeitsstellung.
  • Dosierte Fingerbewegung mit stabilisierender intrinsischer Muskulatur.
  • Sensorische Rückmeldung über Stiftdruck und Papierkontakt.
  • Unterarmgleiten und Schulterbewegung für Zeilenfortschritt statt verkrampfter Fingerarbeit.
Analysieren Sie Knöpfen anhand von sechs funktionellen Komponenten (6 Punkte)
  • Visuelle Lokalisierung von Knopf und Knopfloch.
  • Beidseitige Handkoordination.
  • Pinzetten- oder Dreipunktgriff.
  • Daumenopposition und Fingerkuppensensibilität.
  • Innerhandmanipulation und abgestimmtes Loslassen.
  • Genügende Schulter- und Ellenbogenposition für den Körperbereich.
Unterscheiden Sie Reichweite, Griff, Manipulation und Freigabe (4 Punkte)
  • Reichweite positioniert Hand und Arm am Gegenstand.
  • Griff stellt einen ausreichend stabilen Kontakt her.
  • Manipulation verändert Lage oder Ausrichtung des Gegenstands innerhalb beziehungsweise zwischen den Händen.
  • Freigabe reduziert Kraft kontrolliert und beendet den Kontakt am gewünschten Ort.
Erläutern Sie vier Gründe für eine verlangsamte Handgeschicklichkeit trotz normaler Maximalkraft (4 Punkte)
  • Sensible Rückmeldung kann ungenau sein.
  • Individuelle Fingerbewegungen oder Opposition können schlecht koordiniert sein.
  • Visuomotorische Planung und Reihenfolge können verzögert sein.
  • Rumpf-, Schulter- oder Handgelenkstabilität kann zusätzliche Korrekturen erfordern.
Beurteilen Sie einen kompensierten Griff anhand von fünf Kriterien (5 Punkte)
  • Erreicht die Person das Betätigungsziel zuverlässig?
  • Ist die Strategie sicher und schmerzarm?
  • Ist der Kraft- und Zeitaufwand im Alltag vertretbar?
  • Entstehen Folgebelastungen durch übermäßige Schulter-, Rumpf- oder Handgelenkkompensation?
  • Ist die Strategie selbst gewählt und gegenüber Training oder Hilfsmittelanpassung sinnvoll?
Leiten Sie vier Anpassungsmöglichkeiten aus einer eingeschränkten Handöffnung ab (4 Punkte)
  • Gegenstandsdurchmesser verkleinern oder Griff vorbereitend positionieren.
  • Reibung erhöhen, damit weniger Umschlusskraft nötig ist.
  • Zweihändige Technik oder Unterlage zur Stabilisierung nutzen.
  • Handgelenk- und Fingerstellung über Lagerung, Schiene oder Aufgabenhöhe günstiger einstellen.
Erklären Sie den Übergang vom Bewegungsapparat zum Nervensystem (4 Punkte)
  • Knochen und Gelenke bestimmen mechanische Möglichkeiten und Grenzen.
  • Muskeln erzeugen Kraft, benötigen dafür aber motorische Erregung.
  • Sensorische Systeme melden Stellung, Berührung und Belastung zurück.
  • Zentrale Netzwerke wählen, koordinieren und lernen die zur Betätigung passende Bewegung.
Erklären Sie die Wortherkunft von manus, carpus und Phalanx (3 Punkte)
  • Lateinisch manus bedeutet Hand und erscheint in manuell, Manipulation und Manufaktur.
  • Griechisch karpós bedeutet Handwurzel; daraus stammen Karpus, karpal und Karpaltunnel.
  • Griechisch phálanx bezeichnete eine geschlossene Reihe und später Finger- oder Zehenglied; Plural Phalangen.

*Weiterführung:* Damit endet der Bewegungsapparat nicht bei der Benennung einzelner Strukturen, sondern bei ihrer koordinierten Nutzung. Der folgende Lehrplanblock Nervensystem und Sinnesorgane erklärt, wie Bewegung geplant, rückgemeldet und an wechselnde Aufgaben angepasst wird.

Quellen

BAP_2_Skelett_4_obere_Extremitaet_TR_2.pdf, 22.07.2026

BAP_skript_Muskeln_D_SP.pdf, 22.07.2026

BAP_skript_Bewegungsapparat.pdf, 22.07.2026

lp_bfs_ergotherapeut_2024-1(5).pdf, S. 30–31, 22.07.2026

Vegetatives Nervensystem
Fragen und Antworten
Nennen Sie die drei Hauptanteile des vegetativen Nervensystems (3 Punkte)
  • Sympathikus.
  • Parasympathikus.
  • Enterisches Nervensystem.
Unterscheiden Sie somatomotorische und vegetativ-motorische Efferenz (4 Punkte)
  • Somatomotorisch: meist ein Motoneuron vom ZNS zur Skelettmuskelfaser.
  • Somatomotorisch: Acetylcholin an der motorischen Endplatte.
  • Vegetativ: meist Zwei-Neuronen-Kette mit Umschaltung im Ganglion.
  • Vegetativ: Zielorgane sind glatte Muskulatur, Herz und Drüsen.
Beschreiben Sie die Zwei-Neuronen-Kette des vegetativen Nervensystems (4 Punkte)
  • Präganglionäres Neuron liegt im ZNS.
  • Sein Axon zieht zu einem vegetativen Ganglion.
  • Dort wird auf ein postganglionäres Neuron umgeschaltet.
  • Das postganglionäre Axon erreicht das Zielorgan.
Unterscheiden Sie Sympathikus und Parasympathikus anhand von Ursprung und Grundwirkung (4 Punkte)
  • Sympathikus: thorakolumbaler Ursprung.
  • Sympathikus: mobilisiert Leistung und Energie.
  • Parasympathikus: kraniosakraler Ursprung.
  • Parasympathikus: fördert Regeneration, Verdauung und Energiespeicherung.
Ordnen Sie fünf Organwirkungen dem Sympathikus zu (5 Punkte)
  • Herzfrequenz und Kontraktionskraft steigen.
  • Bronchien erweitern sich.
  • Pupillen erweitern sich.
  • Verdauungsaktivität wird gehemmt.
  • Blutfluss wird leistungsabhängig umverteilt.
Ordnen Sie fünf Organwirkungen dem Parasympathikus zu (5 Punkte)
  • Herzfrequenz sinkt.
  • Pupillen verengen sich.
  • Speichel- und Verdauungssekretion steigen.
  • Darmmotilität wird gefördert.
  • Blasenentleerung wird unterstützt.
Unterscheiden Sie die wichtigsten Transmitter in sympathischen und parasympathischen Bahnen (4 Punkte)
  • Alle präganglionären vegetativen Neurone setzen Acetylcholin frei.
  • Parasympathische postganglionäre Neurone setzen überwiegend Acetylcholin frei.
  • Sympathische postganglionäre Neurone setzen überwiegend Noradrenalin frei.
  • Sympathische Schweißdrüsenfasern sind eine wichtige cholinerge Ausnahme.
Erklären Sie vegetative Balance statt starrer Gegenspieler (4 Punkte)
  • Beide Systeme besitzen einen Grundtonus.
  • Organwirkungen hängen von Rezeptoren und Situation ab.
  • Ein Organ kann überwiegend von einem System gesteuert sein.
  • Ziel ist flexible Homöostase, nicht dauerhafte Gleichaktivität.
Leiten Sie vier mögliche Folgen vegetativer Dysregulation ab (4 Punkte)
  • Orthostatische Kreislaufprobleme.
  • Störungen von Blasen- oder Darmfunktion.
  • Veränderte Schweiß- und Temperaturregulation.
  • Belastungsintoleranz oder inadäquate Herzfrequenzreaktion.

*Weiterführung:* Vegetative Regulation erhält innere Stabilität. Für zielgerichtete Handlung muss das Nervensystem zusätzlich äußere und körpernahe Reize in bewusste Wahrnehmung übersetzen.

Quellen

lp_bfs_ergotherapeut_2024-1(5).pdf, S. 32–33, 22.07.2026

FÄCHER(6).zip und FÄCHER2(6).zip: BAP-Unterlagen, 22.07.2026

Sinnessysteme: Somatosensorik, Sehen, Hören, Riechen und Schmecken
Fragen und Antworten
Definieren Sie Rezeptor und Transduktion (4 Punkte)
  • Rezeptor registriert eine bestimmte Reizart.
  • Rezeptoren besitzen eine angemessene Reizmodalität.
  • Transduktion wandelt Reizenergie in ein elektrisches Signal um.
  • Das resultierende Rezeptorpotential beeinflusst die Aktionspotentialfrequenz.
Unterscheiden Sie Mechanorezeptoren, Thermorezeptoren, Nozizeptoren und Chemorezeptoren (4 Punkte)
  • Mechanorezeptoren reagieren auf Druck, Dehnung oder Schwingung.
  • Thermorezeptoren reagieren auf Temperaturänderungen.
  • Nozizeptoren reagieren auf potenziell gewebeschädigende Reize.
  • Chemorezeptoren reagieren auf gelöste Moleküle oder chemische Milieuänderungen.
Erklären Sie sensorische Adaptation (4 Punkte)
  • Bei konstantem Reiz nimmt die Rezeptorantwort häufig ab.
  • Rasch adaptierende Rezeptoren melden vor allem Reizänderungen.
  • Langsam adaptierende Rezeptoren melden anhaltende Reizmerkmale.
  • Adaptation verhindert Überlastung und hebt Veränderungen hervor.
Unterscheiden Sie epikritische und protopathische Sensibilität (4 Punkte)
  • Epikritisch: feine Berührung, Vibration und bewusste Propriozeption.
  • Epikritisch: hohe räumliche Auflösung.
  • Protopathisch: Schmerz, Temperatur und grobe Berührung.
  • Protopathisch: eher Schutz- und Warnfunktion.
Beschreiben Sie den visuellen Informationsweg in fünf Stationen (5 Punkte)
  • Licht wird auf der Netzhaut in Rezeptorsignale umgewandelt.
  • Ganglienzellaxone bilden den Nervus opticus.
  • Im Chiasma kreuzen die nasalen Netzhautfasern.
  • Weiterleitung erfolgt über Tractus opticus und Corpus geniculatum laterale.
  • Sehstrahlung erreicht den visuellen Kortex im Okzipitallappen.
Unterscheiden Sie Stäbchen und Zapfen (4 Punkte)
  • Stäbchen: hohe Lichtempfindlichkeit.
  • Stäbchen: Dämmerungssehen ohne Farbdifferenzierung.
  • Zapfen: Farbsehen und hohe Sehschärfe.
  • Zapfen: besonders dicht in der Fovea.
Beschreiben Sie den auditiven Informationsweg in fünf Grundstationen (5 Punkte)
  • Schall versetzt Trommelfell und Gehörknöchelchen in Schwingung.
  • Steigbügel überträgt Bewegung auf das ovale Fenster.
  • Wanderwelle bewegt die Basilarmembran in der Cochlea.
  • Haarzellen transduzieren die Bewegung.
  • Signale laufen über N. cochlearis, Hirnstamm, Thalamus zum auditiven Kortex.
Unterscheiden Sie Riechen und Schmecken anhand von Rezeptorort und Reizweg (4 Punkte)
  • Riechen: Rezeptorneurone im Riechepithel.
  • Riechen: direkter früher Bezug zu olfaktorischem Kortex und limbischem System.
  • Schmecken: Rezeptorzellen in Geschmacksknospen.
  • Schmecken: Weiterleitung über Hirnnerven zum Hirnstamm, Thalamus und gustatorischen Kortex.
Analysieren Sie vier mögliche Alltagsfolgen einer Gesichtsfeldeinschränkung (4 Punkte)
  • Gegenstände auf einer Seite werden übersehen.
  • Orientierung und Mobilität können unsicher werden.
  • Lesen kann durch Zeilenverlust erschwert sein.
  • Systematische Suchstrategien und Umweltanpassung können kompensieren.
Begründen Sie multisensorische Gestaltung einer ergotherapeutischen Aufgabe (4 Punkte)
  • Mehrere Sinneskanäle können sich gegenseitig ergänzen.
  • Relevante Reize erhöhen Orientierung und Aufmerksamkeit.
  • Überforderung durch zu viele Reize muss vermieden werden.
  • Dosierung richtet sich nach Ziel, Störung und Alltagssituation.

*Weiterführung:* Die einzelnen Sinnessysteme liefern Teilinformationen. Körperstellung, Bewegung und Schwerkraft müssen zusätzlich zu einem fortlaufenden Körperschema integriert werden.

Quellen

lp_bfs_ergotherapeut_2024-1(5).pdf, S. 32–33, 22.07.2026

FÄCHER(6).zip und FÄCHER2(6).zip: BAP-Unterlagen, 22.07.2026

Motorische Systeme, Reflexe und Leitungsbahnen
Fragen und Antworten
Beschreiben Sie die Pyramidenbahn in fünf Grundstationen (5 Punkte)
  • Ursprung überwiegend im motorischen Kortex.
  • Fasern ziehen durch Corona radiata und Capsula interna.
  • Weiterleitung durch Hirnstamm.
  • Großer Anteil kreuzt in der Pyramidenkreuzung.
  • Endigung über Interneurone oder Motoneurone im Rückenmark.
Erklären Sie die Hauptfunktion der Pyramidenbahn (4 Punkte)
  • Steuert zielgerichtete willkürliche Bewegung.
  • Besonders wichtig für fraktionierte distale Bewegungen.
  • Beeinflusst Feinmotorik von Hand und Fingern.
  • Arbeitet mit Hirnstamm-, Basalganglien- und Kleinhirnsystemen zusammen.
Erläutern Sie vier Funktionen extrapyramidaler Systeme (4 Punkte)
  • Regulation von Haltung und Muskeltonus.
  • Vorbereitung automatischer Bewegungsanteile.
  • Koordination von Begleitbewegungen.
  • Anpassung von Bewegung an Gleichgewicht und Kontext.
Definieren Sie einen Reflexbogen anhand von fünf Bestandteilen (5 Punkte)
  • Rezeptor nimmt Reiz auf.
  • Afferente Faser leitet zum ZNS.
  • Zentrale Verschaltung verarbeitet das Signal.
  • Efferente Faser leitet zum Effektor.
  • Muskel oder Drüse erzeugt die Antwort.
Unterscheiden Sie Eigen- und Fremdreflex (6 Punkte)
  • Eigenreflex: Rezeptor und Effektor liegen im selben Organ beziehungsweise Muskel.
  • Eigenreflex: meist monosynaptisch.
  • Eigenreflex: kurze Latenz und geringe Ermüdbarkeit.
  • Fremdreflex: Rezeptor und Effektor liegen in verschiedenen Organen.
  • Fremdreflex: polysynaptisch.
  • Fremdreflex: variabler und stärker modulierbar.
Erklären Sie den Muskeldehnungsreflex (4 Punkte)
  • Muskelspindel registriert Dehnung.
  • Ia-Afferenz leitet zum Rückenmark.
  • Alpha-Motoneuron desselben Muskels wird aktiviert.
  • Muskel kontrahiert und wirkt der Dehnung entgegen.
Unterscheiden Sie erstes und zweites Motoneuron (4 Punkte)
  • Erstes Motoneuron liegt im motorischen Kortex oder Hirnstamm.
  • Sein Axon zieht innerhalb des ZNS zum zweiten Motoneuron.
  • Zweites Motoneuron liegt im Vorderhorn oder motorischen Hirnnervenkern.
  • Sein Axon verlässt das ZNS und innerviert Skelettmuskulatur.
Leiten Sie typische Zeichen einer Schädigung des ersten Motoneurons ab (4 Punkte)
  • Kraftminderung oder Parese.
  • Erhöhter Muskeltonus beziehungsweise Spastik.
  • Gesteigerte Muskeleigenreflexe.
  • Pathologische Reflexzeichen können auftreten.
Leiten Sie typische Zeichen einer Schädigung des zweiten Motoneurons ab (4 Punkte)
  • Schlaffe Parese.
  • Verminderter Muskeltonus.
  • Abgeschwächte oder fehlende Reflexe.
  • Muskelatrophie und eventuell Faszikulationen.
Beurteilen Sie die Aussage „Willkürbewegung entsteht allein im motorischen Kortex“ (4 Punkte)
  • Motorischer Kortex gibt wichtige absteigende Signale.
  • Basalganglien wählen und skalieren Programme.
  • Kleinhirn koordiniert und korrigiert.
  • Sensorische Rückmeldung und Hirnstammsysteme sind für Ausführung und Anpassung erforderlich.

*Weiterführung:* Motorische Bahnen setzen Handlungspläne um. Damit Bewegungen genau, stabil und an die Schwerkraft angepasst bleiben, folgt die Integration von Propriozeption und Gleichgewicht.

Quellen

lp_bfs_ergotherapeut_2024-1(5).pdf, S. 32–33, 22.07.2026

FÄCHER(6).zip und FÄCHER2(6).zip: BAP-Unterlagen, 22.07.2026

Propriozeption, kinästhetisches und vestibuläres System
Fragen und Antworten
Definieren Sie Propriozeption und Kinästhesie (4 Punkte)
  • Propriozeption erfasst Stellung, Bewegung und Kraft des eigenen Körpers.
  • Sie nutzt Rezeptoren in Muskeln, Sehnen und Gelenken.
  • Kinästhesie bezeichnet besonders die bewusste Wahrnehmung von Bewegung.
  • Beide tragen zum Körperschema und zur Bewegungssteuerung bei.
Unterscheiden Sie Muskelspindel und Golgi-Sehnenorgan (6 Punkte)
  • Muskelspindel liegt parallel zu Muskelfasern.
  • Muskelspindel registriert Muskellänge und Längenänderung.
  • Muskelspindel unterstützt Dehnungsreflex und Tonusregulation.
  • Golgi-Sehnenorgan liegt in Serie im Muskel-Sehnen-Übergang.
  • Golgi-Sehnenorgan registriert Spannung beziehungsweise Kraft.
  • Golgi-Sehnenorgan beeinflusst Schutz- und Kraftregulation.
Nennen Sie vier Informationsquellen für Propriozeption (4 Punkte)
  • Muskelspindeln.
  • Golgi-Sehnenorgane.
  • Gelenkrezeptoren.
  • Hautmechanorezeptoren bei Dehnung und Druck.
Beschreiben Sie den Aufbau des Vestibularorgans anhand von vier Teilen (4 Punkte)
  • Drei Bogengänge.
  • Utriculus.
  • Sacculus.
  • Sinneszellen mit Haarbündeln in Endolymphsystemen.
Unterscheiden Sie Bogengänge und Otolithenorgane (4 Punkte)
  • Bogengänge registrieren Winkelbeschleunigung des Kopfes.
  • Ihre drei Ebenen erfassen Rotationen räumlich.
  • Utriculus und Sacculus registrieren lineare Beschleunigung.
  • Otolithenorgane erfassen zudem Kopfneigung relativ zur Schwerkraft.
Erklären Sie den vestibulo-okulären Reflex (4 Punkte)
  • Kopfbewegung wird vestibulär registriert.
  • Augenmuskeln erhalten kompensatorische Signale.
  • Augen bewegen sich entgegen der Kopfbewegung.
  • Blickziel bleibt trotz Kopfbewegung stabil.
Erklären Sie Gleichgewicht als multisensorische Leistung (4 Punkte)
  • Vestibuläres System meldet Beschleunigung und Schwerkraft.
  • Visuelles System liefert Umwelt- und Bewegungsbezug.
  • Propriozeption meldet Stellung und Belastung der Körpersegmente.
  • ZNS gewichtet Informationen situationsabhängig und steuert Haltung.
Analysieren Sie vier mögliche Folgen gestörter Propriozeption der Hand (4 Punkte)
  • Griffkraft wird ungenau dosiert.
  • Fingerstellung muss häufiger visuell kontrolliert werden.
  • Feinmotorik wird langsamer und unsicherer.
  • Gegenstände können fallen oder übermäßig fest gehalten werden.
Leiten Sie vier Therapieprinzipien bei Gleichgewichtsstörungen ab (4 Punkte)
  • Ausgangsstellung und Sicherung an Sturzrisiko anpassen.
  • Aufgaben von stabil zu variabel steigern.
  • Visuelle, vestibuläre und propriozeptive Anforderungen gezielt dosieren.
  • Transfer in alltagsnahe Mobilität und Handlungssituationen üben.
Begründen Sie den Abschluss des Nervensystemkapitels mit sensomotorischer Integration (4 Punkte)
  • Wahrnehmung und Bewegung bilden einen fortlaufenden Regelkreis.
  • Motorische Befehle werden durch Rückmeldung angepasst.
  • Körperschema verbindet mehrere Sinneskanäle.
  • Handlungsfähigkeit entsteht erst aus integrierter, kontextbezogener Steuerung.

*Weiterführung:* Mit der sensomotorischen Integration ist der Regelkreis von Reizaufnahme bis Handlung geschlossen. Die folgenden Organsysteme zeigen, wie Kreislauf, Atmung und Stoffwechsel diese neuronale Leistung versorgen.

Quellen

lp_bfs_ergotherapeut_2024-1(5).pdf, S. 32–33, 22.07.2026

FÄCHER(6).zip und FÄCHER2(6).zip: BAP-Unterlagen, 22.07.2026

NEigene Notizen

Alle internen Fundstellen

Quiz wird geladen.