Fachsprache, Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten

60 Ustd.3 Kapitel64 Fragen
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Einleitung

Das Anliegen des Faches „Fachsprache, Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten“ besteht in der weiteren Befähigung der Schülerinnen und Schüler, kommunikative und sprachtechnische Aufgaben im Therapeutenberuf wahrzunehmen.

In enger Anlehnung an ausgewählte Lehrplaninhalte der Fächer „Grundlagen der Ergotherapie“ sowie „Psychologie und Pädagogik“ wird ein vertiefter Einblick in Bedingungen und Formen der Kommunikation gegeben. Die Schülerinnen und Schüler verbessern ihre schriftliche Ausdrucksfähigkeit und erkennen die Relevanz einzelner Darstellungsarten für die spätere berufliche Tätigkeit.

Durch die Einbeziehung von Texten aus medizinischen Fachgebieten können sie die Fachsprache sachgerecht handhaben und sind zum systematischen und selbstständigen Umgang mit Fachliteratur fähig.

Mit der Erarbeitung einer schriftlichen Abhandlung auf der Grundlage einer Problemuntersuchung sollen die Schülerinnen und Schüler das Fach abschließen. Bei der Themenwahl wird eine enge Absprache mit den Kollegen der jeweiligen Fachbereiche empfohlen.

Quelle

Sächsisches Staatsministerium für Kultus: Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin, freigegeben ab 1. August 2020, S. 15-17.

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01 Grundlagen der fachbezogenen Terminologie 10 Ustd. 29 Unterfragen
Lehrplananforderung

Die Schülerinnen und Schüler besitzen einen Einblick in Herkunft, Bildung, Rechtschreibung, Aussprache sowie Betonung medizinischer Fachausdrücke und häufig vorkommender Wortbildungselemente aus dem Lateinischen und Griechischen. Sie wenden medizinische Fachtermini an.

Quelle: Sächsisches Staatsministerium für Kultus: Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin, freigegeben ab 1. August 2020, S. 16.

Fragen & Antworten29

Kapitelkern

Ordnen Sie „Historische Grundlagen der Fachsprache“ fachlich ein. 2 P
  • Viele medizinische Begriffe stammen aus dem Griechischen und Lateinischen
  • Wortstämme benennen häufig Organ oder Vorgang, Präfixe verändern Richtung oder Lage, Suffixe kennzeichnen etwa Entzündung, Erkrankung oder Untersuchung
Erläutern Sie die sprachlichen Regeln bei „Schreibung, Betonung, Aussprache“. 2 P
  • Fachbegriffe werden nach festgelegten Schreibweisen verwendet
  • Silbentrennung, Wortbausteine und gebräuchliche Aussprache helfen, Begriffe korrekt zu lesen und Missverständnisse zu vermeiden
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Formenlehre“. 2 P
  • Die Formenlehre betrachtet Wortarten, Wortstämme, Präfixe und Suffixe
  • Aus Kombinationen wie hyper-, hypo-, -itis, -ose oder -logie lässt sich die Grundbedeutung vieler Termini erschließen

Geschichte und Sprachlogik der Medizin

Ordnen Sie „Geschichte und Sprachlogik der Medizin“ systematisch ein. 2 P
  • Medizinische Fachsprache ist kein bloßes Vokabellernen
  • Begriffe tragen Spuren ihrer Entstehungszeit, werden im klinischen Gebrauch eingeengt oder umgedeutet und müssen deshalb aus Wortbau, Kontext und Fachbedeutung erschlossen werden
Ordnen Sie „Historische Entwicklung in einer Linie“ fachlich ein. 6 P
  • Griechische Medizin: Grundbegriffe wie Diagnose, Symptom, Prognose, Therapie und Ätiologie
  • Hippokratische Tradition: Beobachtung, Krankheitsverlauf und humoralpathologische Begriffe
  • Galen und arabische Überlieferung: Sammlung, Systematisierung und Weitergabe antiken Wissens
  • Mittelalter und Renaissance: Latein als Wissenschaftssprache
  • Vereinheitlichung anatomischer Benennungen
  • Neuzeit: Ausbau der klinischen Terminologie und später wachsender Einfluss des Englischen
Begründen Sie die fachliche Bedeutung von „Bedeutungswandel verstehen“. 9 P
  • Katarakt: griechisch *katarrháktēs*, Wasserfall
  • Heutige Fachbedeutung: Linsentrübung
  • Rheuma: griechisch *rheûma*, das Fließende
  • Heutige Fachbedeutung: Sammelbegriff für rheumatische Erkrankungen
  • Arterie: griechisch *artēría*, ursprünglich Luftröhre
  • Heutige Fachbedeutung: vom Herzen wegführendes Blutgefäß
  • Symptom: griechisch *sýmptōma*, das Zusammenfallende/Ereignis
  • Heutige Fachbedeutung: Krankheitszeichen
  • Prognose: griechisch *prógnōsis*, Vorwissen
Erläutern Sie die sprachlichen Regeln bei „Griechisch, Latein und Englisch“. 4 P
  • Griechische Bestandteile treten besonders häufig in Krankheitsbezeichnungen, Untersuchungsverfahren und Fachgebieten auf
  • Latein prägt die anatomische Nomenklatur
  • Englisch ist heute vor allem in Forschung, Technik und internationaler Kommunikation wichtig
  • Ein Begriff kann deshalb aus Bestandteilen verschiedener Sprachen zusammengesetzt sein
Erläutern Sie „Humoralpathologie als sprachgeschichtlicher Hintergrund“ im wissenschaftlichen Arbeitsprozess. 3 P
  • Die antike Viersäftelehre erklärte Gesundheit als ausgewogenes Mischungsverhältnis von Blut, gelber Galle, schwarzer Galle und Schleim
  • Begriffe wie Choleriker, Melancholiker, Sanguiniker und Phlegmatiker erinnern daran
  • Diese Theorie ist medizinisch überholt, erklärt aber zahlreiche historische Wortbedeutungen
Erläutern Sie „Praxisrelevanter Kern“ im wissenschaftlichen Arbeitsprozess. 3 P
  • Fachbegriffe werden nicht ausschließlich wörtlich übersetzt
  • Zuerst wird der Wortbau erschlossen, danach wird geprüft, welche Bedeutung der Begriff im heutigen Fachgebiet besitzt
  • Bei unbekannten Begriffen helfen Wortstamm, Präfix, Suffix, Satzkontext und das betroffene Organsystem

Wortbau und medizinische Begriffe entschlüsseln

Erläutern Sie „Grundregel: von hinten nach vorn erschließen“ im wissenschaftlichen Arbeitsprozess. 8 P
  • Präfix: räumliche, zeitliche, mengenmäßige oder wertende Einordnung
  • Beispiel: *hyper-* in Hypertonie
  • Wortstamm: Organ, Gewebe, Funktion oder Stoff
  • Beispiel: *kard-* für Herz
  • Bindevokal: erleichtert die Aussprache, meist *-o-*
  • Beispiel: gonad-o-trop
  • Suffix: Erkrankungsart, Vorgang, Fachgebiet oder Eigenschaft
  • Beispiel: *-itis* für Entzündung
Definieren Sie „Schrittweise Begriffsauflösung“ fachlich präzise. 9 P
  • Endokarditis: endo + kard + itis
  • Bedeutung: Entzündung der Herzinnenhaut
  • Hepatosplenomegalie: hepat + splen + megal + ie
  • Bedeutung: krankhafte Vergrößerung von Leber und Milz
  • Hyperprolaktinämie: hyper + pro + lakt + in + äm + ie
  • Bedeutung: erhöhter Prolaktinspiegel im Blut
  • Gonadotropin: gonad + o + trop + in
  • Bedeutung: Hormon, das auf die Keimdrüsen wirkt. fungizid: fung + i + zid
  • Bedeutung: pilztötend
Erläutern Sie die sprachlichen Regeln bei „Häufige Krankheitssuffixe“. 9 P
  • -itis: Entzündung
  • Beispiel: Arthritis. -ose, -osis: meist degenerativer oder chronischer Vorgang
  • Beispiel: Arthrose. -om, -oma: Geschwulst/Neubildung
  • Beispiel: Fibrom. -ie, -ia: Zustand oder Erkrankung
  • Beispiel: Anämie. -iasis: krankhafter Zustand, häufig Stein- oder Befallserkrankung
  • Beispiel: Nephrolithiasis. -algie: Schmerz
  • Beispiel: Neuralgie. -parese: unvollständige Lähmung
  • Beispiel: Hemiparese. -plegie: vollständige Lähmung
  • Beispiel: Paraplegie. -penie: Mangel/Verminderung
Erläutern Sie „Verfahren, Fachgebiete und Geräte“ im wissenschaftlichen Arbeitsprozess. 10 P
  • -logie: Wissenschaft/Lehre
  • Beispiel: Neurologie. -iatrie: Heilkunde
  • Beispiel: Psychiatrie. -pathie: Krankheit/Leiden
  • Beispiel: Neuropathie. -graphie: Aufzeichnung/Darstellung
  • Beispiel: Angiographie. -gramm: Ergebnis einer Aufzeichnung
  • Beispiel: Elektrokardiogramm. -skopie: Betrachtung/Spiegelung
  • Beispiel: Endoskopie. -metrie: Messung
  • Beispiel: Spirometrie. -tomie: operative Eröffnung/Schnitt
  • Beispiel: Tracheotomie. -ektomie: operative Entfernung
  • Beispiel: Appendektomie
Erläutern Sie „Assimilation“ im wissenschaftlichen Arbeitsprozess. 2 P
  • Beim Zusammentreffen ähnlicher Laute werden Bestandteile angepasst: *ad + spiratio* wird zu Aspiration, *ob + ponere* zu Opposition, *in + permeabel* zu impermeabel
  • Die Bedeutung des Präfixes bleibt erhalten
Erläutern Sie „Diminutive“ im wissenschaftlichen Arbeitsprozess. 1 P
  • Verkleinerungssuffixe wie *-ulus, -ulum, -ellus* oder *-culus* bezeichnen kleinere Strukturen: Cerebrum und Cerebellum, Malleus und Malleolus, Tuber und Tuberculum

Anatomische Orientierung und Bewegungsbegriffe

Erläutern Sie „Anatomische Benennung“ im wissenschaftlichen Arbeitsprozess. 9 P
  • Adjektivattribut: Substantiv + Adjektiv
  • Beispiel: *Arteria profunda*
  • Übersetzung: tiefe Arterie
  • Genitivattribut: Substantiv + Genitiv
  • Beispiel: *Fundus ventriculi*
  • Übersetzung: Grund des Magens
  • Apposition: Substantiv + erklärendes Substantiv
  • Beispiel: *Musculus flexor*
  • Übersetzung: Muskel, der Beuger
Erläutern Sie „Lage- und Richtungsbezeichnungen“ im wissenschaftlichen Arbeitsprozess. 10 P
  • Kranial: kopfwärts
  • Gegenbegriff: kaudal. ventral/anterior: bauchwärts/vorn
  • Gegenbegriff: dorsal/posterior. medial: zur Mitte
  • Gegenbegriff: lateral. proximal: rumpfnah
  • Gegenbegriff: distal. superfiziell: oberflächlich
  • Gegenbegriff: profund. dexter: rechts
  • Gegenbegriff: sinister. ipsilateral: auf derselben Seite
  • Gegenbegriff: kontralateral. palmar/volar: handflächenseitig
  • Gegenbegriff: dorsal. plantar: fußsohlenseitig
  • Gegenbegriff: dorsal
Erläutern Sie „Ebenen und Achsen“ im wissenschaftlichen Arbeitsprozess. 6 P
  • Sagittalebene: rechts und links
  • Typische Bewegung: Flexion/Extension
  • Frontalebene: vorn und hinten
  • Typische Bewegung: Abduktion/Adduktion
  • Transversalebene: oben und unten
  • Typische Bewegung: Rotation
Erläutern Sie „Organe, Gewebe und Lokalisationen“ im wissenschaftlichen Arbeitsprozess. 12 P
  • Abdominal: Bauch
  • Wortherkunft: Abdomen. axillär: Achsel
  • Wortherkunft: Axilla. kardial: Herz
  • Wortherkunft: Cor/Kardia. dermal/kutan: Haut
  • Wortherkunft: Dermis/Cutis. hepatisch: Leber
  • Wortherkunft: Hepar. renal: Niere
  • Wortherkunft: Ren. pulmonal: Lunge
  • Wortherkunft: Pulmo. zerebral: Großhirn/Gehirn
  • Wortherkunft: Cerebrum. zerebellär: Kleinhirn
  • Wortherkunft: Cerebellum. vertebral: Wirbelsäule/Wirbel
  • Wortherkunft: Vertebra. zervikal: Hals
  • Je nach Kontext auch Gebärmutterhals
Definieren Sie „Bewegungsbegriffe“ fachlich präzise. 6 P
  • Flexion/Extension: Beugung/Streckung
  • Abduktion/Adduktion: Wegführen/Heranführen
  • Pronation/Supination: Einwärts-/Auswärtsdrehung von Unterarm oder Fuß
  • Protraktion/Retraktion: Vorführen/Zurückführen
  • Elevation/Depression: Anheben/Absenken
  • Opposition/Reposition: Gegenüberstellung/Rückführung des Daumens
Erläutern Sie „Vorsicht bei Mehrdeutigkeit“ im wissenschaftlichen Arbeitsprozess. 1 P
  • Ein Begriff muss immer im anatomischen Zusammenhang gelesen werden. „Zervikal“ kann den Hals oder den Gebärmutterhals betreffen. „Dorsal“ bezeichnet am Körper die Rückseite, an Hand und Fuß dagegen die vom Handteller beziehungsweise von der Fußsohle abgewandte Seite

Präfixe und Abkürzungen systematisch lernen

Erklären Sie den fachlichen Zusammenhang bei „Präfixe nach Funktion gruppiert“. 11 P
  • A-, an-: ohne, Fehlen von
  • Beispiel: Aphasie, Anurie. in-, im-: nicht, un-
  • Beispiel: impermeabel. dys-: gestört, erschwert, fehlgebildet
  • Beispiel: Dysphagie. hypo-: unter, zu wenig
  • Beispiel: Hypotonie. hyper-: über, zu viel
  • Beispiel: Hypertonie
  • Präfix: Bedeutung
  • Beispiel: Beispiel. intra-, endo-: innerhalb
  • Beispiel: intrazellulär, endokardial. extra-, exo-, ekto-: außerhalb
  • Beispiel: extravasal. epi-, supra-, super-: auf/oberhalb
  • Beispiel: epidural, supraklavikulär
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Häufige Abkürzungen nach Bereichen“. 11 P
  • B, D, DD: Befund, Diagnostik, Differentialdiagnose
  • Ä, P, S, V: Ätiologie, Pathogenese, Symptome, Verlauf
  • E, Pr, K: Epidemiologie, Prognose, Komplikationen
  • I, KI: Indikation, Kontraindikation. o
  • B.: ohne pathologischen Befund
  • V. a.: Verdacht auf
  • CT, MRT/MRI: Computertomografie, Magnetresonanztomografie
  • Kürzel: Bedeutung
  • A., V., N., M.: Arteria, Vena, Nervus, Musculus
  • Art., For., Ggl., Nc.: Articulatio, Foramen, Ganglion, Nucleus
  • HWS, BWS, LWS: Hals-, Brust-, Lendenwirbelsäule
Erläutern Sie die sprachlichen Regeln bei „Abkürzungen sicher verwenden“. 3 P
  • Abkürzungen werden nur verwendet, wenn sie im jeweiligen Fachgebiet eindeutig sind
  • Bei Berichten für andere Berufsgruppen oder für Patientinnen und Patienten wird der Begriff beim ersten Auftreten ausgeschrieben
  • Verwechslungsgefährdete Kürzel werden vermieden

Übungen und Lösungen zur medizinischen Fachsprache

Beurteilen Sie die fachlichen Kriterien bei „Grenzen wörtlicher Übersetzung“. 1 P
  • Weil viele Begriffe historisch gewachsen sind und im heutigen Fachgebrauch eine eingeengte oder veränderte Bedeutung besitzen
Unterscheiden Sie „Arthrose und Arthritis: Unterscheidung“ anhand fachlicher Kriterien. 1 P
  • Die Endung *-ose* verweist hier auf einen degenerativen Gelenkprozess, *-itis* auf eine Entzündung
Erläutern Sie „Kontralateral“ im wissenschaftlichen Arbeitsprozess. 2 P
  • Auf der gegenüberliegenden Körperseite gelegen
  • Ipsilateral bedeutet auf derselben Seite
Erläutern Sie die Verwendung von „cave“ in einer medizinischen Notiz. 2 P
  • „Achtung“ oder „Vorsicht“
  • Es markiert eine besondere Gefahr, Kontraindikation oder zu vermeidende Maßnahme
Erläutern Sie die sprachlichen Regeln bei „Prüfung unbekannter Kürzel“. 3 P
  • Nicht raten
  • Fachgebiet, Satzkontext und lokale Abkürzungslisten prüfen
  • Bei möglicher Mehrdeutigkeit ausschreiben oder nachfragen

Die Fragen und Antworten wurden aus den redaktionellen Lerntexten dieses Kapitels abgeleitet. Jede Antwort gehört ausschließlich zu der unmittelbar darüberstehenden Frage.

Hinweise des Lehrplans
  • Termini aus dem griechischen und lateinischen Wortschatz vgl. Lehrplan, Biologie, Anatomie und Physiologie
  • Regeln und Ausnahmen
  • Wortarten, Suffixe, Präfixe, Wortstämme Übungen in Absprache mit den Fachdisziplinen

Quelle: Sächsisches Staatsministerium für Kultus: Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin, freigegeben ab 1. August 2020, S. 16.

02 Schriftliche Kommunikation 8 Ustd. 3 Unterfragen
Lehrplananforderung

Die Schülerinnen und Schüler festigen und erweitern ihre Grundkenntnisse im schriftlichen Sprachgebrauch. Sie kennen ausgewählte Darstellungsformen für ihre berufliche Tätigkeit und wenden diese an.

Quelle: Sächsisches Staatsministerium für Kultus: Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin, freigegeben ab 1. August 2020, S. 16.

Fragen & Antworten3

Kapitelkern

Erläutern Sie „Merkmale der schriftlichen Kommunikation“ im wissenschaftlichen Arbeitsprozess. 2 P
  • Schriftliche Kommunikation ist dauerhaft, nachprüfbar und oft adressatenübergreifend
  • Sie verlangt klare Struktur, eindeutige Bezüge, sachliche Sprache und einen erkennbaren Zweck
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Ausgewählte Darstellungsformen“. 3 P
  • Eine Beschreibung stellt Merkmale geordnet dar
  • Ein Bericht dokumentiert Ereignisse und Verlauf
  • Fachtexte müssen Beobachtung, Bewertung und Empfehlung voneinander unterscheiden
Erläutern Sie „Erstellen praxisbezogener Texte“ im wissenschaftlichen Arbeitsprozess. 2 P
  • Praxisbezogene Texte nennen Anlass, relevante Beobachtungen, Maßnahmen, Reaktion und Ergebnis
  • Personenbezogene Daten werden sparsam, korrekt und zweckgebunden verwendet

Die Fragen und Antworten wurden aus den redaktionellen Lerntexten dieses Kapitels abgeleitet. Jede Antwort gehört ausschließlich zu der unmittelbar darüberstehenden Frage.

Hinweise des Lehrplans
  • Überblick Darstellungsformen; Textanliegen
  • Unterschiede zwischen allgemeinen und berufsspezifischen Möglichkeiten der jeweiligen Darstellungsform herausarbeiten
  • Übungen, Gruppen- und Einzelarbeit

Quelle: Sächsisches Staatsministerium für Kultus: Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin, freigegeben ab 1. August 2020, S. 16.

03 Grundlage des wissenschaftlichen Arbeitens 30 Ustd. 32 Unterfragen
Lehrplananforderung

Die Schülerinnen und Schüler kennen den Wert einer wissenschaftlichen Arbeit für die Verbreitung wissenschaftlicher Erkenntnisse und setzen sich mit Techniken des wissenschaftlichen Arbeitens auseinander. Sie sind in der Lage, rationell mit Fachliteratur zu arbeiten und wichtige Informationsquellen zu erschließen. Die erworbenen Fähigkeiten und Fertigkeiten stellen sie in einer schriftlichen Abhandlung unter Beweis.

Quelle: Sächsisches Staatsministerium für Kultus: Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin, freigegeben ab 1. August 2020, S. 17.

Fragen & Antworten32

Kapitelkern

Erläutern Sie „Arten wissenschaftlicher Arbeiten“ im wissenschaftlichen Arbeitsprozess. 2 P
  • Zu den wichtigen Formen gehören Haus- und Belegarbeit, Literatur-, Theorie-, Praxis-, Projekt- und empirische Arbeit sowie Fachartikel, Bachelor-, Master- und Doktorarbeit
  • Sie unterscheiden sich in Ziel, Umfang, Methode und Grad der Eigenständigkeit
Erläutern Sie „Anforderungen an wissenschaftliche Arbeiten“ im wissenschaftlichen Arbeitsprozess. 2 P
  • Sie müssen nachvollziehbar, präzise, methodisch geordnet, quellenkritisch, vollständig, ehrlich und ethisch verantwortbar sein
  • Fragestellung, Vorgehen und Schlussfolgerungen müssen zueinander passen
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Bestandteile der Arbeitsmethodik“. 1 P
  • Sie umfasst Auftragsklärung, Themenabgrenzung, Zeitplanung, Recherche, Quellenprüfung, Exzerpieren, Gliederung, Schreiben, Überarbeiten und formale Kontrolle
Erläutern Sie die sprachlichen Regeln bei „Verwendung von Zitaten, Anmerkungen, Bibliografie und Abkürzungen“. 3 P
  • Direkte und indirekte Übernahmen werden an der Textstelle gekennzeichnet und vollständig nachgewiesen
  • Das Literaturverzeichnis folgt einem einheitlichen Schema
  • Zusätzliche Abkürzungen werden sparsam verwendet und alphabetisch erklärt
Beschreiben Sie die fachgerechte Gestaltung von „Arbeit mit Fachliteratur“. 1 P
  • Fachliteratur wird gezielt recherchiert, beschafft, nach Qualität und Relevanz bewertet, mit genauer Fundstelle exzerpiert und zur Beantwortung der Fragestellung vergleichend ausgewertet
Erläutern Sie „Schriftliche Abhandlung aus einer Problemuntersuchung“ im wissenschaftlichen Arbeitsprozess. 2 P
  • Aus einem beruflich relevanten Problem wird eine bearbeitbare Frage entwickelt
  • Die Arbeit stellt den fachlichen Hintergrund dar, prüft Quellen oder Daten, entwickelt eine begründete Antwort und fasst diese im Fazit ohne neue Informationen zusammen

Überdiagnostik: Transkript und Fallanalyse

Erläutern Sie „Nicht ausreichend indizierte Untersuchungen“ im wissenschaftlichen Arbeitsprozess. 3 P
  • Die Myelo-CT mit Lumbalpunktion war bei fehlenden radikulären Ausfällen und ohne sichere Wurzelkompression nicht ausreichend begründet
  • Die zweite Lumbalpunktion folgte aus einer Fehlinterpretation des postpunktionellen Kopfschmerzes
  • Auch die anschliessende Schädel-MRT wurde aus einer vorschnellen Verdachtskette heraus veranlasst
Erläutern Sie „Entstehung der diagnostischen Kaskade“ im wissenschaftlichen Arbeitsprozess. 3 P
  • Aus Sorge und kollegialer Übervorsicht wurde zunächst mehr untersucht als erforderlich
  • Eine Nebenwirkung der ersten Untersuchung wurde als mögliches neues Krankheitszeichen gedeutet
  • Daraus entstanden weitere invasive und bildgebende Untersuchungen, Zufallsbefunde und schliesslich der unzutreffende Verdacht auf Multiple Sklerose
Erläutern Sie „Fallanalyse: Erkenntnis für wissenschaftliches Arbeiten“ im wissenschaftlichen Arbeitsprozess. 3 P
  • Befunde müssen im Zusammenhang mit Vortestwahrscheinlichkeit, Indikation, Sensitivität, Spezifität und möglichen Nebenwirkungen bewertet werden
  • Eine Formulierung wie „vereinbar mit“ belegt keine Diagnose
  • Hypothesen müssen aktiv gegen Alternativerklärungen geprüft werden
Erklären Sie den fachlichen Zusammenhang bei „Folgen der Überdiagnostik“. 1 P
  • Der Patient erlitt vermeidbare Beschwerden, eine vorübergehende Abduzensparese, erhebliche Verunsicherung und Nachteile beim Abschluss einer Versicherung

Wissenschaftliches Arbeiten verstehen

Begründen Sie die fachliche Bedeutung von „Bedeutung wissenschaftlichen Arbeitens für Ergotherapie“. 2 P
  • Es fördert kritisches Denken, evidenzbasiertes Handeln, fachsprachliche Kommunikation und die begründete Auswahl therapeutischer Maßnahmen
  • Außerdem unterstützt es lebenslanges Lernen
Erläutern Sie „Woran erkennt man eine wissenschaftliche Aussage“ im wissenschaftlichen Arbeitsprozess. 1 P
  • Sie ist begrifflich klar, methodisch nachvollziehbar, durch Quellen oder Daten gestützt, prinzipiell überprüfbar und offen für Korrektur

Arten wissenschaftlicher Arbeiten und Fragestellung

Unterscheiden Sie „Ein Thema von einer Fragestellung im Vergleich“ anhand fachlicher Kriterien. 2 P
  • Das Thema bezeichnet den Gegenstandsbereich
  • Die Fragestellung legt fest, welchen konkreten Aspekt die Arbeit untersucht und worauf die Antwort hinauslaufen soll
Beurteilen Sie die fachlichen Kriterien bei „Indikation für eine Literaturarbeit“. 1 P
  • Wenn eine Frage durch vorhandene Fachliteratur beantwortet, unterschiedliche Positionen verglichen oder ein Forschungsstand aufgearbeitet werden soll, ohne eigene Daten zu erheben

Arbeitsprozess, Recherche und Auswertung

Beschreiben Sie das fachgerechte Vorgehen bei „Dokumentation der Recherche: Zweck“. 1 P
  • Damit nachvollziehbar bleibt, wo, wann und mit welchen Begriffen gesucht wurde, welche Quellen ausgewählt wurden und ob wesentliche Literatur übersehen worden sein könnte
Erläutern Sie „Schutz vor unbeabsichtigtem Plagiat“ im wissenschaftlichen Arbeitsprozess. 1 P
  • Quellen bereits beim Lesen vollständig zu notieren und eigene Notizen klar von wörtlichen Übernahmen zu trennen

Aufbau und formale Gestaltung schriftlicher Arbeiten

Beschreiben Sie die fachgerechte Gestaltung von „Grundaufbau einer schriftlichen Arbeit“. 11 P
  • 1: Titelblatt
  • Funktion: Art, Thema, Fach, Einrichtung, Verfasser und Abgabe eindeutig benennen
  • 2: Inhalt
  • Funktion: Aufbau und Seitenbeginn aller Bestandteile zeigen
  • 3: Abkürzungsverzeichnis
  • Funktion: nicht allgemein bekannte Abkürzungen erläutern
  • 4: Textteil
  • Funktion: Fragestellung systematisch bearbeiten
  • 5: Literaturverzeichnis
  • Funktion: alle verwendeten Veröffentlichungen vollständig nachweisen
  • 6: Tabellen-, Abbildungs- und Anlagenverzeichnis
Beschreiben Sie die fachgerechte Gestaltung von „Einleitung, Hauptteil und Fazit“. 6 P
  • Einleitung: 10 %
  • Aufgabe: Thema, Relevanz, Ziel, Fragestellung und Aufbau vorstellen
  • Hauptteil: 80 %
  • Aufgabe: Begriffe klären, Fachwissen ordnen, Quellen auswerten, vergleichen und argumentieren
  • Fazit: 10 %
  • Aufgabe: Fragestellung beantworten, wichtigste Ergebnisse bündeln, keine neuen Inhalte einführen
Erläutern Sie „Formale Vorgaben der Handreichung“ im wissenschaftlichen Arbeitsprozess. 11 P
  • Papier: A4, weiß, unliniert, einseitig beschrieben
  • Schrift: Arial
  • Textgröße: 11 Pt
  • Kopf- und Fußzeile: 10 Pt
  • Zeilenabstand: Text 1,5-fach
  • Tabellen und Verzeichnisse teilweise 1,0-fach
  • Ränder: links 30 mm, rechts 20 mm, oben und unten je 25 mm
  • Ausrichtung: grundsätzlich linksbündig
  • Blocksatz nur für Fließtext
  • Seitennummer: oben mittig
  • Titelblatt und Inhalt werden mitgezählt, aber nicht nummeriert
Erläutern Sie „Gliederungsregeln“ im wissenschaftlichen Arbeitsprozess. 3 P
  • Die Überschriften werden höchstens bis zur vierten Ebene nummeriert
  • Auf eine Untergliederung müssen mindestens zwei Unterpunkte folgen: Ein Punkt 2.1 ohne 2.2 ist nicht sinnvoll
  • Überschriften sollen den tatsächlichen Inhalt präzise benennen
Erläutern Sie die sprachlichen Regeln bei „Abkürzungen“. 3 P
  • Allgemein gebräuchliche Abkürzungen benötigen kein eigenes Verzeichnis
  • Fach- oder arbeitsbezogene Abkürzungen werden alphabetisch erklärt
  • Im Fließtext sollten Abkürzungen sparsam und einheitlich verwendet werden
Erläutern Sie „Selbstständigkeitserklärung“ im wissenschaftlichen Arbeitsprozess. 2 P
  • Sie steht am Ende, wird persönlich unterschrieben und nicht im Inhaltsverzeichnis aufgeführt
  • Sie bestätigt, dass die Arbeit eigenständig erstellt, alle Quellen und Hilfsmittel angegeben und Zitate kenntlich gemacht wurden

Zitieren, Belegen und Quellenverzeichnis

Beurteilen Sie die Aussage: „Muss allgemein bekanntes Wissen belegt werden“. 2 P
  • Allgemeinwissen benötigt meist keinen Beleg
  • Fachspezifische Definitionen, Zahlen, Modelle, Forschungsergebnisse und übernommene Argumente dagegen schon
Beurteilen Sie die Aussage: „Darf ein Rechtschreibfehler in einem direkten Zitat verbessert werden“. 3 P
  • Nein
  • Der Wortlaut bleibt erhalten
  • Ein Fehler kann mit „[sic]“ kenntlich gemacht werden, wenn dies für das Verständnis erforderlich ist

Tabellen, Abbildungen, Anlagen und Arbeitsblätter

Beschreiben Sie die fachgerechte Gestaltung von „Tabellen und Abbildungen sinnvoll einsetzen“. 10 P
  • Tabelle: „Tabelle“, laufende Nummer und aussagekräftiger Titel
  • Position: Überschrift oberhalb
  • Verzeichnis: Tabellenverzeichnis, wenn Tabellen vorhanden sind
  • Abbildung: „Abbildung“, laufende Nummer und Benennung
  • Position: Beschriftung unterhalb
  • Verzeichnis: Abbildungsverzeichnis, wenn Abbildungen vorhanden sind
  • Anlage: „Anlage“, Nummer und Benennung
  • Position: neue Seite
  • Kennzeichnung oben rechts
  • Verzeichnis: Anlagenverzeichnis
Erläutern Sie „Anlagen“ im wissenschaftlichen Arbeitsprozess. 2 P
  • In die Anlage gehören ergänzende Materialien, die Aussagen stützen, aber den Lesefluss im Hauptteil stören würden, etwa umfangreiche Befundbögen, Interviewleitfäden oder zusätzliche Tabellen
  • Wesentliche Argumente dürfen nicht ausschließlich in der Anlage stehen
Beschreiben Sie die fachgerechte Gestaltung von „Ein gutes Arbeitsblatt“. 7 P
  • Ziel: Lernziel und Arbeitsauftrag sind sofort erkennbar
  • Sprache: kurze, eindeutige Verben wie „Nenne“, „Ordne zu“, „Erläutere“ oder „Begründe“
  • Aufbau: klare Reihenfolge, ausreichend Weißraum und sichtbare Gruppierung
  • Umfang: in der vorgesehenen Zeit bearbeitbar
  • Material: nur notwendige Texte, Bilder und Tabellen
  • Quellen sind angegeben
  • Bearbeitung: genügend Platz für Antworten und eindeutige Zuordnung der Felder
Erläutern Sie „Prüfregel“ im wissenschaftlichen Arbeitsprozess. 1 P
  • Ein Arbeitsblatt ist nicht dann gut, wenn es besonders voll wirkt, sondern wenn Lernende ohne zusätzliche Erklärung verstehen, was sie tun sollen, warum sie es tun und wo sie ihr Ergebnis festhalten

SIST-Bericht und schulische Arbeiten planen

Erklären Sie den fachlichen Zusammenhang bei „Grundsatz“. 2 P
  • Ein SIST-Bericht folgt den allgemeinen schulischen Anforderungen an schriftliche Arbeiten, wird aber durch die konkrete Aufgabenstellung für die Sichtstunde ergänzt
  • Die jeweils aktuelle Vorgabe der Schule und der Lehrkraft ist verbindlich
Beschreiben Sie die fachgerechte Gestaltung von „Arbeitscheck für den SIST-Bericht“. 5 P
  • Titelblatt: Art des Berichts, Fach oder Behandlungsverfahren, Thema, Praktikumszeitraum, Praxisstelle, Anleitung, Schule, Name, Klasse und Abgabedatum
  • Formalien: Schriftart und -größe, Zeilenabstand, Seitenränder, Seitennummerierung und Abgabeform
  • Inhalt: vorgeschriebene Bestandteile in der richtigen Reihenfolge
  • Inhaltsverzeichnis: automatisch erstellt, Überschriftsebenen korrekt, Seitenzahlen aktuell
  • Abkürzungen: nur notwendige zusätzliche Abkürzungen alphabetisch erläutert
Beschreiben Sie die fachgerechte Gestaltung von „Digitales Inhaltsverzeichnis“. 3 P
  • Verwende echte Überschriftenformate statt manuell vergrößerter Schrift
  • Das Verzeichnis wird daraus automatisch erzeugt
  • Nach jeder größeren Änderung müssen Seitenzahlen und Überschriftentexte aktualisiert werden
Begründen Sie die fachliche Bedeutung von „Bericht und wissenschaftliche Begründung verbinden“. 4 P
  • Beobachtung: Der Klient unterbricht die Aufgabe nach etwa fünf Minuten und legt das Material ab
  • Interpretation: Das Verhalten kann auf nachlassende Belastbarkeit, Unklarheit des Auftrags oder fehlende Bedeutung der Tätigkeit hinweisen
  • Prüfung: Rückfrage, weitere Beobachtung und gegebenenfalls standardisierte Erhebung
  • Begründung: Bezug zu Befund, Ziel und ausgewählter ergotherapeutischer Vorgehensweise

Die Fragen und Antworten wurden aus den redaktionellen Lerntexten dieses Kapitels abgeleitet. Jede Antwort gehört ausschließlich zu der unmittelbar darüberstehenden Frage.

Hinweise des Lehrplans
  • Artikel, Facharbeit, Belegarbeiten, Dissertation
  • Vorstellung von Fachzeitschriften, Exkursion in eine wissenschaftliche Bibliothek, Arbeit mit Katalogen, Recherche im Internet
  • Themenwahl in Absprache mit Lehrkräften des berufsbezogenen Unterrichtes, Erstellung der schriftlichen Abhandlung in Form einer Hausarbeit

Quelle: Sächsisches Staatsministerium für Kultus: Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin, freigegeben ab 1. August 2020, S. 17.

LLernstoff13 Unterkapitel
Geschichte und Sprachlogik der Medizin
Fragen und Antworten
Ordnen Sie „Geschichte und Sprachlogik der Medizin“ systematisch ein (2 Punkte)
  • Medizinische Fachsprache ist kein bloßes Vokabellernen
  • Begriffe tragen Spuren ihrer Entstehungszeit, werden im klinischen Gebrauch eingeengt oder umgedeutet und müssen deshalb aus Wortbau, Kontext und Fachbedeutung erschlossen werden
Ordnen Sie „Historische Entwicklung in einer Linie“ fachlich ein (6 Punkte)
  • Griechische Medizin: Grundbegriffe wie Diagnose, Symptom, Prognose, Therapie und Ätiologie
  • Hippokratische Tradition: Beobachtung, Krankheitsverlauf und humoralpathologische Begriffe
  • Galen und arabische Überlieferung: Sammlung, Systematisierung und Weitergabe antiken Wissens
  • Mittelalter und Renaissance: Latein als Wissenschaftssprache
  • Vereinheitlichung anatomischer Benennungen
  • Neuzeit: Ausbau der klinischen Terminologie und später wachsender Einfluss des Englischen
Begründen Sie die fachliche Bedeutung von „Bedeutungswandel verstehen“ (9 Punkte)
  • Katarakt: griechisch *katarrháktēs*, Wasserfall
  • Heutige Fachbedeutung: Linsentrübung
  • Rheuma: griechisch *rheûma*, das Fließende
  • Heutige Fachbedeutung: Sammelbegriff für rheumatische Erkrankungen
  • Arterie: griechisch *artēría*, ursprünglich Luftröhre
  • Heutige Fachbedeutung: vom Herzen wegführendes Blutgefäß
  • Symptom: griechisch *sýmptōma*, das Zusammenfallende/Ereignis
  • Heutige Fachbedeutung: Krankheitszeichen
  • Prognose: griechisch *prógnōsis*, Vorwissen
Erläutern Sie die sprachlichen Regeln bei „Griechisch, Latein und Englisch“ (4 Punkte)
  • Griechische Bestandteile treten besonders häufig in Krankheitsbezeichnungen, Untersuchungsverfahren und Fachgebieten auf
  • Latein prägt die anatomische Nomenklatur
  • Englisch ist heute vor allem in Forschung, Technik und internationaler Kommunikation wichtig
  • Ein Begriff kann deshalb aus Bestandteilen verschiedener Sprachen zusammengesetzt sein
Erläutern Sie „Humoralpathologie als sprachgeschichtlicher Hintergrund“ im wissenschaftlichen Arbeitsprozess (3 Punkte)
  • Die antike Viersäftelehre erklärte Gesundheit als ausgewogenes Mischungsverhältnis von Blut, gelber Galle, schwarzer Galle und Schleim
  • Begriffe wie Choleriker, Melancholiker, Sanguiniker und Phlegmatiker erinnern daran
  • Diese Theorie ist medizinisch überholt, erklärt aber zahlreiche historische Wortbedeutungen
Erläutern Sie „Praxisrelevanter Kern“ im wissenschaftlichen Arbeitsprozess (3 Punkte)
  • Fachbegriffe werden nicht ausschließlich wörtlich übersetzt
  • Zuerst wird der Wortbau erschlossen, danach wird geprüft, welche Bedeutung der Begriff im heutigen Fachgebiet besitzt
  • Bei unbekannten Begriffen helfen Wortstamm, Präfix, Suffix, Satzkontext und das betroffene Organsystem
Quellen

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Überdiagnostik: Transkript und Fallanalyse
Fragen und Antworten
Erläutern Sie „Nicht ausreichend indizierte Untersuchungen“ im wissenschaftlichen Arbeitsprozess (3 Punkte)
  • Die Myelo-CT mit Lumbalpunktion war bei fehlenden radikulären Ausfällen und ohne sichere Wurzelkompression nicht ausreichend begründet
  • Die zweite Lumbalpunktion folgte aus einer Fehlinterpretation des postpunktionellen Kopfschmerzes
  • Auch die anschliessende Schädel-MRT wurde aus einer vorschnellen Verdachtskette heraus veranlasst
Erläutern Sie „Entstehung der diagnostischen Kaskade“ im wissenschaftlichen Arbeitsprozess (3 Punkte)
  • Aus Sorge und kollegialer Übervorsicht wurde zunächst mehr untersucht als erforderlich
  • Eine Nebenwirkung der ersten Untersuchung wurde als mögliches neues Krankheitszeichen gedeutet
  • Daraus entstanden weitere invasive und bildgebende Untersuchungen, Zufallsbefunde und schliesslich der unzutreffende Verdacht auf Multiple Sklerose
Erläutern Sie „Fallanalyse: Erkenntnis für wissenschaftliches Arbeiten“ im wissenschaftlichen Arbeitsprozess (3 Punkte)
  • Befunde müssen im Zusammenhang mit Vortestwahrscheinlichkeit, Indikation, Sensitivität, Spezifität und möglichen Nebenwirkungen bewertet werden
  • Eine Formulierung wie „vereinbar mit“ belegt keine Diagnose
  • Hypothesen müssen aktiv gegen Alternativerklärungen geprüft werden
Erklären Sie den fachlichen Zusammenhang bei „Folgen der Überdiagnostik“ (1 Punkt)
  • Der Patient erlitt vermeidbare Beschwerden, eine vorübergehende Abduzensparese, erhebliche Verunsicherung und Nachteile beim Abschluss einer Versicherung
Quellen

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Wissenschaftliches Arbeiten verstehen
Fragen und Antworten
Begründen Sie die fachliche Bedeutung von „Bedeutung wissenschaftlichen Arbeitens für Ergotherapie“ (2 Punkte)
  • Es fördert kritisches Denken, evidenzbasiertes Handeln, fachsprachliche Kommunikation und die begründete Auswahl therapeutischer Maßnahmen
  • Außerdem unterstützt es lebenslanges Lernen
Erläutern Sie „Woran erkennt man eine wissenschaftliche Aussage“ im wissenschaftlichen Arbeitsprozess (1 Punkt)
  • Sie ist begrifflich klar, methodisch nachvollziehbar, durch Quellen oder Daten gestützt, prinzipiell überprüfbar und offen für Korrektur
Quellen

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Wortbau und medizinische Begriffe entschlüsseln
Fragen und Antworten
Erläutern Sie „Grundregel: von hinten nach vorn erschließen“ im wissenschaftlichen Arbeitsprozess (8 Punkte)
  • Präfix: räumliche, zeitliche, mengenmäßige oder wertende Einordnung
  • Beispiel: *hyper-* in Hypertonie
  • Wortstamm: Organ, Gewebe, Funktion oder Stoff
  • Beispiel: *kard-* für Herz
  • Bindevokal: erleichtert die Aussprache, meist *-o-*
  • Beispiel: gonad-o-trop
  • Suffix: Erkrankungsart, Vorgang, Fachgebiet oder Eigenschaft
  • Beispiel: *-itis* für Entzündung
Definieren Sie „Schrittweise Begriffsauflösung“ fachlich präzise (9 Punkte)
  • Endokarditis: endo + kard + itis
  • Bedeutung: Entzündung der Herzinnenhaut
  • Hepatosplenomegalie: hepat + splen + megal + ie
  • Bedeutung: krankhafte Vergrößerung von Leber und Milz
  • Hyperprolaktinämie: hyper + pro + lakt + in + äm + ie
  • Bedeutung: erhöhter Prolaktinspiegel im Blut
  • Gonadotropin: gonad + o + trop + in
  • Bedeutung: Hormon, das auf die Keimdrüsen wirkt. fungizid: fung + i + zid
  • Bedeutung: pilztötend
Erläutern Sie die sprachlichen Regeln bei „Häufige Krankheitssuffixe“ (9 Punkte)
  • -itis: Entzündung
  • Beispiel: Arthritis. -ose, -osis: meist degenerativer oder chronischer Vorgang
  • Beispiel: Arthrose. -om, -oma: Geschwulst/Neubildung
  • Beispiel: Fibrom. -ie, -ia: Zustand oder Erkrankung
  • Beispiel: Anämie. -iasis: krankhafter Zustand, häufig Stein- oder Befallserkrankung
  • Beispiel: Nephrolithiasis. -algie: Schmerz
  • Beispiel: Neuralgie. -parese: unvollständige Lähmung
  • Beispiel: Hemiparese. -plegie: vollständige Lähmung
  • Beispiel: Paraplegie. -penie: Mangel/Verminderung
Erläutern Sie „Verfahren, Fachgebiete und Geräte“ im wissenschaftlichen Arbeitsprozess (10 Punkte)
  • -logie: Wissenschaft/Lehre
  • Beispiel: Neurologie. -iatrie: Heilkunde
  • Beispiel: Psychiatrie. -pathie: Krankheit/Leiden
  • Beispiel: Neuropathie. -graphie: Aufzeichnung/Darstellung
  • Beispiel: Angiographie. -gramm: Ergebnis einer Aufzeichnung
  • Beispiel: Elektrokardiogramm. -skopie: Betrachtung/Spiegelung
  • Beispiel: Endoskopie. -metrie: Messung
  • Beispiel: Spirometrie. -tomie: operative Eröffnung/Schnitt
  • Beispiel: Tracheotomie. -ektomie: operative Entfernung
  • Beispiel: Appendektomie
Erläutern Sie „Assimilation“ im wissenschaftlichen Arbeitsprozess (2 Punkte)
  • Beim Zusammentreffen ähnlicher Laute werden Bestandteile angepasst: *ad + spiratio* wird zu Aspiration, *ob + ponere* zu Opposition, *in + permeabel* zu impermeabel
  • Die Bedeutung des Präfixes bleibt erhalten
Erläutern Sie „Diminutive“ im wissenschaftlichen Arbeitsprozess (1 Punkt)
  • Verkleinerungssuffixe wie *-ulus, -ulum, -ellus* oder *-culus* bezeichnen kleinere Strukturen: Cerebrum und Cerebellum, Malleus und Malleolus, Tuber und Tuberculum
Quellen

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Arten wissenschaftlicher Arbeiten und Fragestellung
Fragen und Antworten
Unterscheiden Sie „Ein Thema von einer Fragestellung im Vergleich“ anhand fachlicher Kriterien (2 Punkte)
  • Das Thema bezeichnet den Gegenstandsbereich
  • Die Fragestellung legt fest, welchen konkreten Aspekt die Arbeit untersucht und worauf die Antwort hinauslaufen soll
Beurteilen Sie die fachlichen Kriterien bei „Indikation für eine Literaturarbeit“ (1 Punkt)
  • Wenn eine Frage durch vorhandene Fachliteratur beantwortet, unterschiedliche Positionen verglichen oder ein Forschungsstand aufgearbeitet werden soll, ohne eigene Daten zu erheben
Quellen

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Anatomische Orientierung und Bewegungsbegriffe
Fragen und Antworten
Erläutern Sie „Anatomische Benennung“ im wissenschaftlichen Arbeitsprozess (9 Punkte)
  • Adjektivattribut: Substantiv + Adjektiv
  • Beispiel: *Arteria profunda*
  • Übersetzung: tiefe Arterie
  • Genitivattribut: Substantiv + Genitiv
  • Beispiel: *Fundus ventriculi*
  • Übersetzung: Grund des Magens
  • Apposition: Substantiv + erklärendes Substantiv
  • Beispiel: *Musculus flexor*
  • Übersetzung: Muskel, der Beuger
Erläutern Sie „Lage- und Richtungsbezeichnungen“ im wissenschaftlichen Arbeitsprozess (10 Punkte)
  • Kranial: kopfwärts
  • Gegenbegriff: kaudal. ventral/anterior: bauchwärts/vorn
  • Gegenbegriff: dorsal/posterior. medial: zur Mitte
  • Gegenbegriff: lateral. proximal: rumpfnah
  • Gegenbegriff: distal. superfiziell: oberflächlich
  • Gegenbegriff: profund. dexter: rechts
  • Gegenbegriff: sinister. ipsilateral: auf derselben Seite
  • Gegenbegriff: kontralateral. palmar/volar: handflächenseitig
  • Gegenbegriff: dorsal. plantar: fußsohlenseitig
  • Gegenbegriff: dorsal
Erläutern Sie „Ebenen und Achsen“ im wissenschaftlichen Arbeitsprozess (6 Punkte)
  • Sagittalebene: rechts und links
  • Typische Bewegung: Flexion/Extension
  • Frontalebene: vorn und hinten
  • Typische Bewegung: Abduktion/Adduktion
  • Transversalebene: oben und unten
  • Typische Bewegung: Rotation
Erläutern Sie „Organe, Gewebe und Lokalisationen“ im wissenschaftlichen Arbeitsprozess (12 Punkte)
  • Abdominal: Bauch
  • Wortherkunft: Abdomen. axillär: Achsel
  • Wortherkunft: Axilla. kardial: Herz
  • Wortherkunft: Cor/Kardia. dermal/kutan: Haut
  • Wortherkunft: Dermis/Cutis. hepatisch: Leber
  • Wortherkunft: Hepar. renal: Niere
  • Wortherkunft: Ren. pulmonal: Lunge
  • Wortherkunft: Pulmo. zerebral: Großhirn/Gehirn
  • Wortherkunft: Cerebrum. zerebellär: Kleinhirn
  • Wortherkunft: Cerebellum. vertebral: Wirbelsäule/Wirbel
  • Wortherkunft: Vertebra. zervikal: Hals
  • Je nach Kontext auch Gebärmutterhals
Definieren Sie „Bewegungsbegriffe“ fachlich präzise (6 Punkte)
  • Flexion/Extension: Beugung/Streckung
  • Abduktion/Adduktion: Wegführen/Heranführen
  • Pronation/Supination: Einwärts-/Auswärtsdrehung von Unterarm oder Fuß
  • Protraktion/Retraktion: Vorführen/Zurückführen
  • Elevation/Depression: Anheben/Absenken
  • Opposition/Reposition: Gegenüberstellung/Rückführung des Daumens
Erläutern Sie „Vorsicht bei Mehrdeutigkeit“ im wissenschaftlichen Arbeitsprozess (1 Punkt)
  • Ein Begriff muss immer im anatomischen Zusammenhang gelesen werden. „Zervikal“ kann den Hals oder den Gebärmutterhals betreffen. „Dorsal“ bezeichnet am Körper die Rückseite, an Hand und Fuß dagegen die vom Handteller beziehungsweise von der Fußsohle abgewandte Seite
Quellen

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Arbeitsprozess, Recherche und Auswertung
Fragen und Antworten
Beschreiben Sie das fachgerechte Vorgehen bei „Dokumentation der Recherche: Zweck“ (1 Punkt)
  • Damit nachvollziehbar bleibt, wo, wann und mit welchen Begriffen gesucht wurde, welche Quellen ausgewählt wurden und ob wesentliche Literatur übersehen worden sein könnte
Erläutern Sie „Schutz vor unbeabsichtigtem Plagiat“ im wissenschaftlichen Arbeitsprozess (1 Punkt)
  • Quellen bereits beim Lesen vollständig zu notieren und eigene Notizen klar von wörtlichen Übernahmen zu trennen
Quellen

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Präfixe und Abkürzungen systematisch lernen
Fragen und Antworten
Erklären Sie den fachlichen Zusammenhang bei „Präfixe nach Funktion gruppiert“ (11 Punkte)
  • A-, an-: ohne, Fehlen von
  • Beispiel: Aphasie, Anurie. in-, im-: nicht, un-
  • Beispiel: impermeabel. dys-: gestört, erschwert, fehlgebildet
  • Beispiel: Dysphagie. hypo-: unter, zu wenig
  • Beispiel: Hypotonie. hyper-: über, zu viel
  • Beispiel: Hypertonie
  • Präfix: Bedeutung
  • Beispiel: Beispiel. intra-, endo-: innerhalb
  • Beispiel: intrazellulär, endokardial. extra-, exo-, ekto-: außerhalb
  • Beispiel: extravasal. epi-, supra-, super-: auf/oberhalb
  • Beispiel: epidural, supraklavikulär
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Häufige Abkürzungen nach Bereichen“ (11 Punkte)
  • B, D, DD: Befund, Diagnostik, Differentialdiagnose
  • Ä, P, S, V: Ätiologie, Pathogenese, Symptome, Verlauf
  • E, Pr, K: Epidemiologie, Prognose, Komplikationen
  • I, KI: Indikation, Kontraindikation. o
  • B.: ohne pathologischen Befund
  • V. a.: Verdacht auf
  • CT, MRT/MRI: Computertomografie, Magnetresonanztomografie
  • Kürzel: Bedeutung
  • A., V., N., M.: Arteria, Vena, Nervus, Musculus
  • Art., For., Ggl., Nc.: Articulatio, Foramen, Ganglion, Nucleus
  • HWS, BWS, LWS: Hals-, Brust-, Lendenwirbelsäule
Erläutern Sie die sprachlichen Regeln bei „Abkürzungen sicher verwenden“ (3 Punkte)
  • Abkürzungen werden nur verwendet, wenn sie im jeweiligen Fachgebiet eindeutig sind
  • Bei Berichten für andere Berufsgruppen oder für Patientinnen und Patienten wird der Begriff beim ersten Auftreten ausgeschrieben
  • Verwechslungsgefährdete Kürzel werden vermieden
Quellen

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Aufbau und formale Gestaltung schriftlicher Arbeiten
Fragen und Antworten
Beschreiben Sie die fachgerechte Gestaltung von „Grundaufbau einer schriftlichen Arbeit“ (11 Punkte)
  • 1: Titelblatt
  • Funktion: Art, Thema, Fach, Einrichtung, Verfasser und Abgabe eindeutig benennen
  • 2: Inhalt
  • Funktion: Aufbau und Seitenbeginn aller Bestandteile zeigen
  • 3: Abkürzungsverzeichnis
  • Funktion: nicht allgemein bekannte Abkürzungen erläutern
  • 4: Textteil
  • Funktion: Fragestellung systematisch bearbeiten
  • 5: Literaturverzeichnis
  • Funktion: alle verwendeten Veröffentlichungen vollständig nachweisen
  • 6: Tabellen-, Abbildungs- und Anlagenverzeichnis
Beschreiben Sie die fachgerechte Gestaltung von „Einleitung, Hauptteil und Fazit“ (6 Punkte)
  • Einleitung: 10 %
  • Aufgabe: Thema, Relevanz, Ziel, Fragestellung und Aufbau vorstellen
  • Hauptteil: 80 %
  • Aufgabe: Begriffe klären, Fachwissen ordnen, Quellen auswerten, vergleichen und argumentieren
  • Fazit: 10 %
  • Aufgabe: Fragestellung beantworten, wichtigste Ergebnisse bündeln, keine neuen Inhalte einführen
Erläutern Sie „Formale Vorgaben der Handreichung“ im wissenschaftlichen Arbeitsprozess (11 Punkte)
  • Papier: A4, weiß, unliniert, einseitig beschrieben
  • Schrift: Arial
  • Textgröße: 11 Pt
  • Kopf- und Fußzeile: 10 Pt
  • Zeilenabstand: Text 1,5-fach
  • Tabellen und Verzeichnisse teilweise 1,0-fach
  • Ränder: links 30 mm, rechts 20 mm, oben und unten je 25 mm
  • Ausrichtung: grundsätzlich linksbündig
  • Blocksatz nur für Fließtext
  • Seitennummer: oben mittig
  • Titelblatt und Inhalt werden mitgezählt, aber nicht nummeriert
Erläutern Sie „Gliederungsregeln“ im wissenschaftlichen Arbeitsprozess (3 Punkte)
  • Die Überschriften werden höchstens bis zur vierten Ebene nummeriert
  • Auf eine Untergliederung müssen mindestens zwei Unterpunkte folgen: Ein Punkt 2.1 ohne 2.2 ist nicht sinnvoll
  • Überschriften sollen den tatsächlichen Inhalt präzise benennen
Erläutern Sie die sprachlichen Regeln bei „Abkürzungen“ (3 Punkte)
  • Allgemein gebräuchliche Abkürzungen benötigen kein eigenes Verzeichnis
  • Fach- oder arbeitsbezogene Abkürzungen werden alphabetisch erklärt
  • Im Fließtext sollten Abkürzungen sparsam und einheitlich verwendet werden
Erläutern Sie „Selbstständigkeitserklärung“ im wissenschaftlichen Arbeitsprozess (2 Punkte)
  • Sie steht am Ende, wird persönlich unterschrieben und nicht im Inhaltsverzeichnis aufgeführt
  • Sie bestätigt, dass die Arbeit eigenständig erstellt, alle Quellen und Hilfsmittel angegeben und Zitate kenntlich gemacht wurden
Quellen

Sächsischer Lehrplan Ergotherapie 2024, S. 17, 22.07.2026

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FÄCHER(6).zip / FS,EWA/ewa/theoretischer Unterrichtsinhalt II.pdf, 22.07.2026

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Übungen und Lösungen zur medizinischen Fachsprache
Fragen und Antworten
Beurteilen Sie die fachlichen Kriterien bei „Grenzen wörtlicher Übersetzung“ (1 Punkt)
  • Weil viele Begriffe historisch gewachsen sind und im heutigen Fachgebrauch eine eingeengte oder veränderte Bedeutung besitzen
Unterscheiden Sie „Arthrose und Arthritis: Unterscheidung“ anhand fachlicher Kriterien (1 Punkt)
  • Die Endung *-ose* verweist hier auf einen degenerativen Gelenkprozess, *-itis* auf eine Entzündung
Erläutern Sie „Kontralateral“ im wissenschaftlichen Arbeitsprozess (2 Punkte)
  • Auf der gegenüberliegenden Körperseite gelegen
  • Ipsilateral bedeutet auf derselben Seite
Erläutern Sie die Verwendung von „cave“ in einer medizinischen Notiz (2 Punkte)
  • „Achtung“ oder „Vorsicht“
  • Es markiert eine besondere Gefahr, Kontraindikation oder zu vermeidende Maßnahme
Erläutern Sie die sprachlichen Regeln bei „Prüfung unbekannter Kürzel“ (3 Punkte)
  • Nicht raten
  • Fachgebiet, Satzkontext und lokale Abkürzungslisten prüfen
  • Bei möglicher Mehrdeutigkeit ausschreiben oder nachfragen
Quellen

Sächsischer Lehrplan Ergotherapie 2024, S. 16, 22.07.2026

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Zitieren, Belegen und Quellenverzeichnis
Fragen und Antworten
Beurteilen Sie die Aussage: „Muss allgemein bekanntes Wissen belegt werden“ (2 Punkte)
  • Allgemeinwissen benötigt meist keinen Beleg
  • Fachspezifische Definitionen, Zahlen, Modelle, Forschungsergebnisse und übernommene Argumente dagegen schon
Beurteilen Sie die Aussage: „Darf ein Rechtschreibfehler in einem direkten Zitat verbessert werden“ (3 Punkte)
  • Nein
  • Der Wortlaut bleibt erhalten
  • Ein Fehler kann mit „[sic]“ kenntlich gemacht werden, wenn dies für das Verständnis erforderlich ist
Quellen

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Tabellen, Abbildungen, Anlagen und Arbeitsblätter
Fragen und Antworten
Beschreiben Sie die fachgerechte Gestaltung von „Tabellen und Abbildungen sinnvoll einsetzen“ (10 Punkte)
  • Tabelle: „Tabelle“, laufende Nummer und aussagekräftiger Titel
  • Position: Überschrift oberhalb
  • Verzeichnis: Tabellenverzeichnis, wenn Tabellen vorhanden sind
  • Abbildung: „Abbildung“, laufende Nummer und Benennung
  • Position: Beschriftung unterhalb
  • Verzeichnis: Abbildungsverzeichnis, wenn Abbildungen vorhanden sind
  • Anlage: „Anlage“, Nummer und Benennung
  • Position: neue Seite
  • Kennzeichnung oben rechts
  • Verzeichnis: Anlagenverzeichnis
Erläutern Sie „Anlagen“ im wissenschaftlichen Arbeitsprozess (2 Punkte)
  • In die Anlage gehören ergänzende Materialien, die Aussagen stützen, aber den Lesefluss im Hauptteil stören würden, etwa umfangreiche Befundbögen, Interviewleitfäden oder zusätzliche Tabellen
  • Wesentliche Argumente dürfen nicht ausschließlich in der Anlage stehen
Beschreiben Sie die fachgerechte Gestaltung von „Ein gutes Arbeitsblatt“ (7 Punkte)
  • Ziel: Lernziel und Arbeitsauftrag sind sofort erkennbar
  • Sprache: kurze, eindeutige Verben wie „Nenne“, „Ordne zu“, „Erläutere“ oder „Begründe“
  • Aufbau: klare Reihenfolge, ausreichend Weißraum und sichtbare Gruppierung
  • Umfang: in der vorgesehenen Zeit bearbeitbar
  • Material: nur notwendige Texte, Bilder und Tabellen
  • Quellen sind angegeben
  • Bearbeitung: genügend Platz für Antworten und eindeutige Zuordnung der Felder
Erläutern Sie „Prüfregel“ im wissenschaftlichen Arbeitsprozess (1 Punkt)
  • Ein Arbeitsblatt ist nicht dann gut, wenn es besonders voll wirkt, sondern wenn Lernende ohne zusätzliche Erklärung verstehen, was sie tun sollen, warum sie es tun und wo sie ihr Ergebnis festhalten
Quellen

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SIST-Bericht und schulische Arbeiten planen
Fragen und Antworten
Erklären Sie den fachlichen Zusammenhang bei „Grundsatz“ (2 Punkte)
  • Ein SIST-Bericht folgt den allgemeinen schulischen Anforderungen an schriftliche Arbeiten, wird aber durch die konkrete Aufgabenstellung für die Sichtstunde ergänzt
  • Die jeweils aktuelle Vorgabe der Schule und der Lehrkraft ist verbindlich
Beschreiben Sie die fachgerechte Gestaltung von „Arbeitscheck für den SIST-Bericht“ (5 Punkte)
  • Titelblatt: Art des Berichts, Fach oder Behandlungsverfahren, Thema, Praktikumszeitraum, Praxisstelle, Anleitung, Schule, Name, Klasse und Abgabedatum
  • Formalien: Schriftart und -größe, Zeilenabstand, Seitenränder, Seitennummerierung und Abgabeform
  • Inhalt: vorgeschriebene Bestandteile in der richtigen Reihenfolge
  • Inhaltsverzeichnis: automatisch erstellt, Überschriftsebenen korrekt, Seitenzahlen aktuell
  • Abkürzungen: nur notwendige zusätzliche Abkürzungen alphabetisch erläutert
Beschreiben Sie die fachgerechte Gestaltung von „Digitales Inhaltsverzeichnis“ (3 Punkte)
  • Verwende echte Überschriftenformate statt manuell vergrößerter Schrift
  • Das Verzeichnis wird daraus automatisch erzeugt
  • Nach jeder größeren Änderung müssen Seitenzahlen und Überschriftentexte aktualisiert werden
Begründen Sie die fachliche Bedeutung von „Bericht und wissenschaftliche Begründung verbinden“ (4 Punkte)
  • Beobachtung: Der Klient unterbricht die Aufgabe nach etwa fünf Minuten und legt das Material ab
  • Interpretation: Das Verhalten kann auf nachlassende Belastbarkeit, Unklarheit des Auftrags oder fehlende Bedeutung der Tätigkeit hinweisen
  • Prüfung: Rückfrage, weitere Beobachtung und gegebenenfalls standardisierte Erhebung
  • Begründung: Bezug zu Befund, Ziel und ausgewählter ergotherapeutischer Vorgehensweise
Quellen

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