Grundlagen der Arbeitsmedizin

30 Ustd.1 Kapitel134 Fragen
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Einleitung

In dem Fach „Grundlagen der Arbeitsmedizin“ wird der Zusammenhang von Arbeit und Erkrankung sowie von Berufsbelastung und Berufserkrankungen dargestellt. Das Fach vermittelt den Schülerinnen und Schülern ausgewählte Kenntnisse aus dem Gebiet der Arbeitsmedizin, die sie zum Verständnis ihres Vorgehens im Fach „Arbeitstherapeutische Verfahren“ benötigen.

Anliegen des Faches ist es, die Schülerinnen und Schüler in die Lage zu versetzen, Anforderungsprofile für ergotherapeutische „Arbeitsplätze“ zu erstellen. Sie werden befähigt, die jeweilige Eignung des Klienten einzuschätzen und sind in der Lage, den „Arbeitsplatz“ in der Ergotherapie nach ergonomischen Kriterien einzurichten. Insbesondere ist die Rolle der Berufsgenossenschaften in der beruflichen Rehabilitation herauszuarbeiten.

Die Unterrichtsinhalte sind in engem Bezug zur beruflichen Praxis der Ergotherapeuten zu vermitteln und an ausgewählten Beispielen darzustellen. Dabei sind insbesondere die Verbindungen zu den Fächern „Arbeitstherapeutische Verfahren“, „Berufs-, Gesetzes- und Staatskunde“, „Prävention und Rehabilitation“ sowie zu Themen der Arbeitsund Organisationspsychologie aus dem Fach „Psychologie und Pädagogik“ herzustellen.

Um eine komplexe Vermittlung der Lehrinhalte zu ermöglichen, wird auf eine Strukturierung des Faches in Lehrplaneinheiten verzichtet.

Quelle

Sächsisches Staatsministerium für Kultus: Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin, freigegeben ab 1. August 2020, S. 68-70.

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01 Grundlagen der Arbeitsmedizin 25 Ustd. 134 Unterfragen
Lehrplananforderung

Die Schülerinnen und Schüler kennen Leistungs- und Belastungsfaktoren von Arbeit und legen deren Charakteristika sowie Auswirkungen auf den Menschen dar. Sie besitzen einen Überblick über wesentliche gesetzliche Grundlagen und berücksichtigen diese in ihrem Arbeitsfeld. Die Schülerinnen und Schüler setzen sich mit wesentlichen Grundsätzen ergonomischer Arbeitsplatzeinrichtung auseinander und wenden diese in der ergotherapeutischen Praxis an.

Quelle: Sächsisches Staatsministerium für Kultus: Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin, freigegeben ab 1. August 2020, S. 69.

Fragen & Antworten134

Kapitelkern

Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Entwicklung, Aufgaben und Ziele der Arbeitsmedizin“. 1 P
  • Arbeitsmedizin verhindert arbeitsbedingte Erkrankungen, erhält Beschäftigungsfähigkeit und berät zu Gefährdungen, Vorsorge und Wiedereingliederung
Erklären Sie den arbeitsmedizinischen Zusammenhang bei „Arbeitsphysiologie“. 2 P
  • Arbeitsphysiologie betrachtet Energieumsatz, Muskelarbeit, Ermüdung, Erholung und Anpassung
  • Dauer, Intensität, Haltung und Pausen bestimmen Belastung
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Arbeitsplatz und Arbeitsaufgaben“. 2 P
  • Arbeitsanalyse erfasst Aufgaben, Umgebung, Arbeitsmittel, Zeitdruck, soziale Bedingungen und individuelle Anforderungen
  • Gestaltung soll Belastung reduzieren und Handlungsspielraum fördern
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Arbeitsmedizinische Aufgaben in der beruflichen Rehabilitation“. 2 P
  • Rehabilitation fördert Funktionsfähigkeit, Aktivität, Teilhabe und selbstbestimmte Lebensführung
  • Medizinische, berufliche und soziale Leistungen werden koordiniert

Arbeitsmedizin: Auftrag, Strukturen und Rechtsrahmen

Erklären Sie den fachlichen Zusammenhang bei „Arbeitsmedizin: Gegenstand“. 2 P
  • Arbeitsmedizin untersucht, wie Tätigkeit, Arbeitsorganisation und Arbeitsumgebung Gesundheit und Leistungsfähigkeit beeinflussen
  • Sie verbindet Prävention, Beratung, Vorsorge, Rehabilitation und menschengerechte Arbeitsgestaltung
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Ziele der Arbeitsmedizin“. 1 P
  • Ziele sind arbeitsbedingte Erkrankungen und Unfälle zu verhüten, Beschäftigungsfähigkeit zu erhalten, gesundheitliche Risiken früh zu erkennen und eine sichere Rückkehr in Arbeit zu unterstützen
Begründen Sie die fachliche Bedeutung von „Arbeitsschutz: Verantwortung des Arbeitgebers“. 2 P
  • Der Arbeitgeber muss Gefährdungen beurteilen, geeignete Maßnahmen festlegen, umsetzen und auf Wirksamkeit prüfen
  • Die Verantwortung bleibt bei ihm, auch wenn Fachleute beratend mitwirken
Erklären Sie den fachlichen Zusammenhang bei „Gefährdungsbeurteilung: Funktion“. 2 P
  • Sie ermittelt systematisch Gefährdungen einer konkreten Tätigkeit und bewertet den Handlungsbedarf
  • Aus ihr werden Schutzmaßnahmen, Unterweisungen, Vorsorge und Wirksamkeitskontrollen abgeleitet
Erklären Sie den fachlichen Zusammenhang bei „Arbeitsmedizinische Vorsorge: Zweck“. 2 P
  • Vorsorge dient der individuellen Beratung sowie der Früherkennung und Verhütung arbeitsbedingter Erkrankungen
  • Sie ist keine allgemeine Eignungsprüfung und ersetzt weder Gefährdungsbeurteilung noch Schutzmaßnahmen
Unterscheiden Sie „Pflicht-, Angebots- und Wunschvorsorge“ anhand fachlicher Kriterien. 3 P
  • Pflichtvorsorge ist bei bestimmten Gefährdungen Voraussetzung für die Tätigkeit
  • Angebotsvorsorge muss angeboten werden
  • Wunschvorsorge ist auf Verlangen zu ermöglichen, sofern ein Gesundheitsschaden nicht ausgeschlossen werden kann
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Betriebsarzt: Kernaufgaben“. 2 P
  • Betriebsärzte beraten Beschäftigte und Arbeitgeber zu Wechselwirkungen von Arbeit und Gesundheit, Vorsorge, Wiedereingliederung und Arbeitsplatzgestaltung
  • Sie unterliegen der ärztlichen Schweigepflicht
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Fachkraft für Arbeitssicherheit: Kernaufgaben“. 2 P
  • Sie berät vor allem technisch und organisatorisch zu Gefährdungen, Arbeitsmitteln, Betriebsabläufen und Schutzmaßnahmen
  • Betriebsarzt und Fachkraft arbeiten mit Führung, Interessenvertretung und Beschäftigten zusammen
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Gesetzliche Unfallversicherung: Träger“. 2 P
  • Berufsgenossenschaften sind für gewerbliche Unternehmen, Unfallkassen überwiegend für öffentliche Bereiche zuständig
  • Finanziert wird die gesetzliche Unfallversicherung grundsätzlich durch die Unternehmen beziehungsweise öffentlichen Träger
Erklären Sie den fachlichen Zusammenhang bei „TOP-Prinzip“. 3 P
  • Schutzmaßnahmen folgen der Rangfolge technisch, organisatorisch, persönlich
  • Gefahren sollen zuerst an der Quelle beseitigt oder technisch begrenzt werden
  • Persönliche Schutzausrüstung ist nachrangig
Erklären Sie den arbeitsmedizinischen Zusammenhang bei „Durchgangsarztverfahren“. 2 P
  • Nach bestimmten Arbeits- oder Wegeunfällen ist ein Durchgangsarzt einzubeziehen
  • Er beurteilt die besondere unfallmedizinische Behandlung und koordiniert das weitere Verfahren mit dem Unfallversicherungsträger

Belastung, Beanspruchung, Leistung und Erholung

Erklären Sie den arbeitsmedizinischen Zusammenhang bei „Belastung und Beanspruchung“. 3 P
  • Belastung bezeichnet objektive Einwirkungen aus Aufgabe und Umgebung
  • Beanspruchung ist die individuelle unmittelbare Wirkung
  • Sie hängt unter anderem von Fähigkeiten, Gesundheit, Erfahrung, Motivation und Erholung ab
Erklären Sie den arbeitsmedizinischen Zusammenhang bei „Fehlbeanspruchung“. 2 P
  • Fehlbeanspruchung entsteht, wenn Anforderungen und Voraussetzungen ungünstig zusammenwirken
  • Sie kann durch Überforderung, Unterforderung, Monotonie, Zeitdruck, fehlende Kontrolle oder unzureichende Erholung entstehen
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Leistung: Bestandteile“. 2 P
  • Arbeitsleistung entsteht aus Leistungsfähigkeit, Leistungsbereitschaft und den konkreten Arbeitsbedingungen
  • Eine hohe Fähigkeit führt ohne Motivation, klare Aufgabe oder geeignete Umgebung nicht automatisch zu guter Leistung
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Leistungsfähigkeit: Einflussfaktoren“. 2 P
  • Einfluss nehmen Training, Alter, Gesundheit, Schlaf, Ernährung, Medikamente, Tageszeit, Erfahrung, Hilfsmittel und Arbeitsgestaltung
  • Die Beurteilung muss deshalb tätigkeitsbezogen und zeitlich aktuell erfolgen
Erklären Sie den arbeitsmedizinischen Zusammenhang bei „Leistungsbereitschaft“. 2 P
  • Leistungsbereitschaft beschreibt die aktuelle Motivation und Bereitschaft, vorhandene Fähigkeiten einzusetzen
  • Sie wird durch Sinn, Anerkennung, Zielklarheit, Beteiligung, Belastung und persönliche Situation beeinflusst
Erklären Sie den arbeitsmedizinischen Zusammenhang bei „Tagesverlauf der Leistungsfähigkeit“. 3 P
  • Viele Funktionen schwanken circadian
  • Aufmerksamkeit und Leistungsniveau sind häufig tagsüber höher und nachts vermindert
  • Individuelle Chronotypen, Schlafdauer und Schichtsystem verändern den Verlauf
Erklären Sie den arbeitsmedizinischen Zusammenhang bei „Ermüdung“. 2 P
  • Ermüdung ist eine grundsätzlich reversible Abnahme von Leistungsfähigkeit und Aufmerksamkeit nach Belastung
  • Sie erhöht Fehler- und Unfallrisiko und verlangt Erholung statt bloßer Willensanstrengung
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Erholung: Bedingungen“. 2 P
  • Erholung gelingt durch ausreichenden Schlaf, wirksame Pausen, Tätigkeitswechsel, Abstand zur Anforderung und passende soziale Bedingungen
  • Eine Pause wirkt besser, bevor ausgeprägte Erschöpfung eingetreten ist
Beschreiben Sie das arbeitsmedizinische Vorgehen bei „Arbeitsanalyse: Betrachtungsebenen“. 1 P
  • Zu prüfen sind körperliche, sensorische, kognitive, emotionale und soziale Anforderungen sowie Dauer, Häufigkeit, Umgebung, Arbeitsmittel, Zeitdruck und Handlungsspielraum
Leiten Sie aus „Belastungsdosierung in der Ergotherapie“ Konsequenzen für die ergotherapeutische Praxis ab. 2 P
  • Anforderungen werden so gewählt, dass sie beobachtbare Leistung ermöglichen, aber keine gesundheitsschädliche Überforderung erzeugen
  • Dauer, Tempo, Komplexität, Hilfen und Pausen werden gezielt variiert

Muskelarbeit, Fertigkeit und körperliche Leistungsfähigkeit

Erklären Sie den arbeitsmedizinischen Zusammenhang bei „Dynamische Muskelarbeit“. 2 P
  • Bei dynamischer Arbeit wechseln Kontraktion und Entspannung
  • Dadurch bleibt die Durchblutung günstiger, Stoffwechselprodukte werden besser abtransportiert und die Muskulatur kann länger arbeiten
Erklären Sie den arbeitsmedizinischen Zusammenhang bei „Statische Muskelarbeit“. 2 P
  • Bei Haltearbeit bleibt Muskelspannung über längere Zeit bestehen
  • Gefäße werden komprimiert, die lokale Versorgung verschlechtert sich und Ermüdung sowie Schmerz treten vergleichsweise früh auf
Erklären Sie den arbeitsmedizinischen Zusammenhang bei „Ungünstige Haltearbeit“. 2 P
  • Besonders belastend sind vorgeneigter Rumpf, Arbeiten über Schulterhöhe, dauerhaftes Greifen, verdrehte Gelenkstellungen und fehlende Abstützung
  • Dauer und Kraft verstärken die Wirkung
Beschreiben Sie das arbeitsmedizinische Vorgehen bei „Muskelarbeit und Pausengestaltung“. 2 P
  • Kurze, rechtzeitige Entlastungen und Wechsel zwischen Muskelgruppen sind wirksamer als eine späte lange Pause
  • Bei statischer Arbeit müssen Haltung und Kraft möglichst häufig unterbrochen werden
Erklären Sie den arbeitsmedizinischen Zusammenhang bei „Lastmoment am Rücken“. 3 P
  • Die Belastung steigt mit Gewicht und horizontalem Abstand der Last zum Körper
  • Körpernahes Führen verkürzt den Hebelarm
  • Drehung und Vorbeuge unter Last erhöhen das mechanische Moment
Erklären Sie den arbeitsmedizinischen Zusammenhang bei „Fertigkeitsentwicklung“. 2 P
  • Übung verbessert zeitliche Abstimmung, Kraftdosierung und Bewegungsökonomie
  • Eine automatisierte Fertigkeit benötigt weniger Aufmerksamkeit, muss aber auf ungünstige Wiederholung und Fehlhaltung geprüft werden
Erklären Sie den arbeitsmedizinischen Zusammenhang bei „Kraft und Ausdauer im Leistungsprofil“. 2 P
  • Kraft beschreibt die überwindbare Belastung, Ausdauer die mögliche Dauer wiederholter oder anhaltender Leistung
  • Beide müssen in einer arbeitsnahen Aufgabe und nicht nur isoliert beurteilt werden
Erklären Sie den arbeitsmedizinischen Zusammenhang bei „Alter und körperliche Leistungsfähigkeit“. 2 P
  • Mit dem Alter können Maximalkraft, Reaktionsgeschwindigkeit und Regeneration abnehmen
  • Erfahrung, Technik, Training und angepasste Arbeitsgestaltung können viele Anforderungen dennoch gut kompensieren
Erklären Sie den arbeitsmedizinischen Zusammenhang bei „Training und Verhältnisprävention“. 2 P
  • Training kann Belastbarkeit verbessern, beseitigt aber keine schlecht gestaltete Tätigkeit
  • Arbeitsmittel, Arbeitshöhe, Lastgewicht, Takt und Organisation müssen vorrangig angepasst werden
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Warnzeichen körperlicher Überlastung“. 1 P
  • Zunehmender Schmerz, Kraftverlust, Taubheit, Schwellung, Zittern, Koordinationsfehler und ungewöhnlich lange Erholung weisen auf Anpassungsbedarf oder medizinische Abklärung hin

Arbeit, Psyche, Stress und Burnout

Erklären Sie den arbeitsmedizinischen Zusammenhang bei „Psychische Belastung“. 3 P
  • Psychische Belastung umfasst alle erfassbaren Einflüsse, die von außen auf Denken, Fühlen und Verhalten einwirken
  • Sie ist zunächst wertneutral
  • Ihre Wirkung hängt von Intensität, Dauer und individuellen Voraussetzungen ab
Erklären Sie den arbeitsmedizinischen Zusammenhang bei „Psychische Fehlbelastung: typische Quellen“. 1 P
  • Typisch sind widersprüchliche Aufgaben, ständige Unterbrechungen, Zeitdruck, emotionale Konflikte, geringe Kontrolle, Monotonie, fehlende Unterstützung, Unsicherheit und unklare Zuständigkeiten
Begründen Sie die fachliche Bedeutung von „Handlungsspielraum als Schutzfaktor“. 2 P
  • Ein angemessener Spielraum bei Reihenfolge, Methode und Tempo stärkt Kontrolle und ermöglicht Anpassung an die Situation
  • Er schützt nur, wenn Verantwortung, Ressourcen und Kompetenzen zusammenpassen
Erklären Sie den arbeitsmedizinischen Zusammenhang bei „Soziale Unterstützung“. 2 P
  • Verlässliche Hilfe, faire Führung, verständliche Kommunikation und kollegialer Rückhalt erleichtern Problemlösung und Erholung
  • Soziale Konflikte und fehlende Anerkennung können dagegen Belastung verstärken
Erklären Sie den arbeitsmedizinischen Zusammenhang bei „Akute Stressreaktion“. 2 P
  • Kurzfristig steigen Aktivierung, Herzfrequenz, Muskeltonus und Energiebereitstellung
  • Das kann Leistung vorübergehend unterstützen, vermindert bei zu hoher Aktivierung aber Aufmerksamkeit, Feinmotorik und Entscheidungsqualität
Erklären Sie den fachlichen Zusammenhang bei „Dauerstress: mögliche Folgen“. 1 P
  • Möglich sind Schlafstörungen, Erschöpfung, Reizbarkeit, Konzentrationsprobleme, Muskelbeschwerden, riskantes Verhalten und veränderte Herz-Kreislauf- oder Verdauungsfunktionen
Ordnen Sie „Burnout: Einordnung“ fachlich ein. 2 P
  • Burnout beschreibt im Arbeitskontext Erschöpfung, mentale Distanz und verminderte Wirksamkeit
  • Ähnliche Beschwerden können bei Depression, Angst, Schlafstörung oder körperlicher Erkrankung auftreten und müssen differenziert werden
Erklären Sie den arbeitsmedizinischen Zusammenhang bei „Verhältnisprävention“. 2 P
  • Verhältnisprävention verändert Arbeitsmenge, Personal, Abläufe, Rollen, Führung, Arbeitszeit oder Umgebung
  • Sie setzt an den Bedingungen an und hat Vorrang vor alleinigen Bewältigungstipps
Erklären Sie den arbeitsmedizinischen Zusammenhang bei „Verhaltensprävention“. 2 P
  • Verhaltensprävention stärkt individuelle Kompetenzen wie Pausenverhalten, Kommunikation, Stressregulation oder Bewegung
  • Sie ergänzt gute Arbeitsgestaltung, darf strukturelle Mängel aber nicht verdecken
Erklären Sie den arbeitsmedizinischen Zusammenhang bei „Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung“. 2 P
  • Beurteilt werden Arbeitsinhalt, Organisation, soziale Beziehungen, Arbeitszeit und Umgebung, nicht die psychische Verfassung einzelner Beschäftigter
  • Maßnahmen werden anschließend umgesetzt und überprüft
Erklären Sie den arbeitsmedizinischen Zusammenhang bei „Psychische Belastung in der Arbeitstherapie“. 2 P
  • Beobachtet werden Aufmerksamkeit, Tempo, Frustrationstoleranz, soziale Interaktion, Selbststeuerung und Reaktion auf Rückmeldung
  • Die Situation muss realistisch, sicher und nachvollziehbar dosiert sein

Ergonomie und anthropometrische Arbeitsplatzgestaltung

Definieren Sie „Ergonomie“ fachlich präzise. 2 P
  • Ergonomie gestaltet Arbeitssysteme passend zu menschlichen Fähigkeiten, Körpermaßen und Grenzen
  • Ziel sind Sicherheit, Gesundheit, Leistungsfähigkeit, Gebrauchstauglichkeit und möglichst geringe Fehlbelastung
Definieren Sie „Anthropometrie“ fachlich präzise. 2 P
  • Anthropometrie beschreibt Körpermaße und Reichweiten
  • Arbeitsplätze müssen für eine Nutzergruppe verstellbar sein, statt nur für einen Durchschnittsmenschen geplant zu werden
Beschreiben Sie das fachgerechte Vorgehen bei „Arbeitsplatzanpassung: Reihenfolge“. 2 P
  • Zuerst werden Aufgabe und notwendige Bewegungen analysiert
  • Danach folgen Arbeitshöhe, Sitz- oder Stehmöglichkeit, Greifräume, Arbeitsmittel, Sichtbedingungen und individuelle Hilfen
Erklären Sie den arbeitsmedizinischen Zusammenhang bei „Sitzhöhe“. 3 P
  • Die Sitzhöhe erlaubt sicheren Fußkontakt oder eine Fußstütze
  • Knie und Hüften bleiben beweglich
  • Tischhöhe und Armauflage müssen gleichzeitig passen, damit Schultern nicht hochgezogen werden
Erklären Sie den arbeitsmedizinischen Zusammenhang bei „Sitztiefe und Rückenstütze“. 2 P
  • Zwischen Sitzkante und Kniekehle bleibt Abstand, damit kein Druck entsteht
  • Die Rückenlehne unterstützt vor allem den Lendenbereich, ohne Bewegungswechsel zu verhindern
Erklären Sie den arbeitsmedizinischen Zusammenhang bei „Dynamisches Sitzen“. 2 P
  • Dynamisches Sitzen bedeutet häufige Haltungswechsel, zeitweises Anlehnen, Aufstehen und Bewegen
  • Keine einzelne Sitzhaltung bleibt über lange Zeit beschwerdefrei
Erklären Sie den arbeitsmedizinischen Zusammenhang bei „Arbeitshöhe nach Tätigkeit“. 3 P
  • Präzisionsarbeit benötigt meist eine höhere Sicht- und Arbeitsebene
  • Kraftbetonte Arbeit eher eine niedrigere
  • Schulterhebung, starke Vorbeuge und abgeknickte Handgelenke sollen vermieden werden
Erklären Sie den arbeitsmedizinischen Zusammenhang bei „Kleiner und großer Greifraum“. 2 P
  • Häufige und schwere Arbeitsmittel gehören in den kleinen Greifraum, der ohne Rumpfvorbeuge erreichbar ist
  • Selten Benötigtes kann weiter außen liegen, sofern sichere Reichweite besteht
Erklären Sie den arbeitsmedizinischen Zusammenhang bei „Steharbeitsplatz“. 2 P
  • Arbeitshöhe, Fußraum und erreichbare Ablageflächen müssen passen
  • Eine Stehhilfe, wechselnde Fußpositionen und der Wechsel zwischen Sitzen, Stehen und Gehen reduzieren Dauerbelastung
Beurteilen Sie die fachlichen Kriterien bei „Ergonomische Wirksamkeitsprüfung“. 2 P
  • Nach einer Anpassung werden Haltung, Bewegungsfluss, Kraftaufwand, Fehler, Beschwerden und Arbeitsleistung erneut beobachtet
  • Ergonomie ist ein überprüfbarer Prozess, keine einmalige Einstellung

Rückengerechtes Heben, Tragen, Ziehen, Schieben und Transferhilfen

Erklären Sie den arbeitsmedizinischen Zusammenhang bei „Vorbereitung eines Hebevorgangs“. 2 P
  • Gewicht, Form, Griff, Zielort und Weg werden vorab geprüft
  • Hindernisse werden entfernt, Hilfsmittel bereitgestellt und bei unsicherer Last eine zweite Person organisiert
Erklären Sie den arbeitsmedizinischen Zusammenhang bei „Körpernahes Lastführen“. 2 P
  • Je näher die Last am Körper liegt, desto kürzer ist der Hebelarm und desto geringer das erforderliche Haltemoment
  • Das reduziert besonders die Beanspruchung von Rücken und Schultergürtel
Erklären Sie den arbeitsmedizinischen Zusammenhang bei „Drehung unter Last“. 2 P
  • Rumpfdrehung bei gebeugter Haltung und Last erhöht asymmetrische Belastung
  • Günstiger ist es, die Füße umzusetzen und den Körper als Einheit zur neuen Richtung auszurichten
Erklären Sie den arbeitsmedizinischen Zusammenhang bei „Heben aus tiefer Position“. 2 P
  • Stand stabilisieren, Last nah heranziehen und Beine sowie Hüfte beteiligen
  • Ruckartiges Heben, extreme Beugung und gleichzeitige Drehung werden vermieden
Erklären Sie den arbeitsmedizinischen Zusammenhang bei „Schieben und Ziehen“. 2 P
  • Schieben erlaubt häufig eine günstigere Körperhaltung und Nutzung des Körpergewichts
  • Griffhöhe, Rollwiderstand, Boden, Sicht und Richtung entscheiden jedoch über die tatsächliche Belastung
Erklären Sie den arbeitsmedizinischen Zusammenhang bei „Transportmittel: Prüfung“. 2 P
  • Rollen, Bremsen, Griffhöhe, Tragfähigkeit und Wendigkeit müssen zur Last und zum Weg passen
  • Defekte oder schlecht laufende Hilfsmittel erhöhen Kraftbedarf und Unfallgefahr
Erklären Sie den fachlichen Zusammenhang bei „Transfer eines Menschen: Grundprinzip“. 2 P
  • Eigenaktivität, verständliche Anleitung, Sicherheit und Bewegungsziel stehen vor passivem Heben
  • Fähigkeiten, Schmerzen, Kreislauf, Hilfsmittel und Umgebung werden vor dem Transfer geprüft
Erklären Sie den arbeitsmedizinischen Zusammenhang bei „Gleitmatte und Rutschbrett“. 3 P
  • Gleitmatten reduzieren Reibung im Bett
  • Rutschbretter überbrücken kurze Höhen- und Distanzunterschiede beim sitzenden Transfer
  • Beide benötigen passende Indikation und sichere Anwendung
Erklären Sie den arbeitsmedizinischen Zusammenhang bei „Lifter und Aufstehhilfe“. 3 P
  • Ein Lifter übernimmt das Heben bei fehlender sicherer Eigenaktivität
  • Eine Aufstehhilfe setzt ausreichende Stand- und Haltefähigkeit voraus
  • Die Auswahl folgt Befund, Umgebung und Herstellerangaben
Erklären Sie den arbeitsmedizinischen Zusammenhang bei „Kleine Hilfsmittel“. 2 P
  • Bettleiter, Haltegurt, Drehscheibe, Gleitunterlage und höhenverstellbare Flächen können Bewegungsrichtung und Kraftbedarf günstig verändern
  • Sie ersetzen keine Befundung und Einweisung
Erklären Sie den arbeitsmedizinischen Zusammenhang bei „Grenze manueller Körpertechnik“. 2 P
  • Gute Technik vermindert Belastung, kann aber hohe Lasten, ungünstige Umgebung oder fehlende Mitarbeit nicht ausgleichen
  • Technische und organisatorische Lösungen haben Vorrang

Bildschirmarbeit, Licht, Klima und Lärm

Erklären Sie den arbeitsmedizinischen Zusammenhang bei „Bildschirmposition“. 2 P
  • Der Bildschirm steht frontal zur Hauptblickrichtung
  • Höhe, Abstand und Neigung ermöglichen entspannten Blick ohne dauerhafte Kopfrotation oder starke Nackenbeugung
Erklären Sie den arbeitsmedizinischen Zusammenhang bei „Sehabstand“. 3 P
  • Der Abstand muss Schriftgröße, Bildschirmgröße und Sehvermögen entsprechen
  • Inhalte sollen ohne Vorbeugen lesbar sein
  • Bei größeren Bildschirmen ist meist ein größerer Abstand sinnvoll
Erklären Sie den arbeitsmedizinischen Zusammenhang bei „Tastatur und Eingabegeräte“. 2 P
  • Tastatur und Maus liegen körpernah und erlauben entspannte Schultern sowie möglichst neutrale Handgelenke
  • Bei längerer Notebookarbeit sind separate Eingabegeräte und eine erhöhte Anzeige günstig
Erklären Sie den arbeitsmedizinischen Zusammenhang bei „Dokumentenposition“. 2 P
  • Vorlagen liegen möglichst nahe der Blickachse, etwa auf einem Dokumentenhalter zwischen Tastatur und Bildschirm
  • Dadurch sinken häufige Kopfbewegungen und ungünstige Nackenrotation
Erklären Sie den arbeitsmedizinischen Zusammenhang bei „Blendung und Reflexion“. 2 P
  • Bildschirm und Arbeitsfläche werden so angeordnet, dass Fenster und Leuchten keine störenden Spiegelungen erzeugen
  • Tageslicht kommt günstig von der Seite und muss regulierbar sein
Erklären Sie den arbeitsmedizinischen Zusammenhang bei „Beleuchtung“. 2 P
  • Beleuchtung muss zur Sehaufgabe passen, ausreichend und gleichmäßig sein sowie starke Helligkeitskontraste vermeiden
  • Gute Beleuchtung unterstützt Sehleistung und vermindert visuelle Ermüdung
Erklären Sie den arbeitsmedizinischen Zusammenhang bei „Sehbeschwerden bei Bildschirmarbeit“. 2 P
  • Trockene Augen, Brennen, Kopfschmerz und verschwommenes Sehen können durch lange Nahsicht, seltenes Blinzeln, Blendung oder ungeeignete Korrektur entstehen
  • Blickwechsel und Unterbrechungen entlasten
Erklären Sie den arbeitsmedizinischen Zusammenhang bei „Raumklima“. 2 P
  • Temperatur, Luftfeuchte, Luftbewegung, Wärmestrahlung und Luftqualität beeinflussen Behaglichkeit und Konzentration
  • Beschäftigte sollten belastende Bedingungen melden und möglichst mitregulieren können
Erklären Sie den arbeitsmedizinischen Zusammenhang bei „Lärm unterhalb der Gehörschädigung“. 2 P
  • Auch nicht gehörschädigender Lärm kann Sprache verdecken, Konzentration stören, Fehler fördern und Stress erhöhen
  • Anforderungen hängen von der geistigen und kommunikativen Aufgabe ab
Erklären Sie den arbeitsmedizinischen Zusammenhang bei „Bildschirmarbeit und Bewegungswechsel“. 2 P
  • Sitzhaltung, Stehen, Gehen und kurze Unterbrechungen sollten wechseln
  • Die beste Einzelhaltung ersetzt keine bewegungsfördernde Arbeitsorganisation
Erklären Sie den arbeitsmedizinischen Zusammenhang bei „Ergotherapeutische Arbeitsplatzanalyse“. 2 P
  • Beobachtet werden tatsächliche Aufgabe, Blickwege, Greifen, Eingabeverhalten, Sitzdauer, Beschwerden und Umgebung
  • Anpassungen werden gemeinsam erprobt und an Leistung sowie Alltagstauglichkeit geprüft

Arbeitsformen, Taktarbeit und Fließbandarbeit

Erklären Sie den arbeitsmedizinischen Zusammenhang bei „Taktarbeit“. 2 P
  • Bei Taktarbeit wiederholt sich eine Aufgabe in vorgegebenen Zeitabschnitten
  • Das Tempo ist nur begrenzt individuell steuerbar, wodurch Verzögerungen rasch Zeitdruck erzeugen können
Erklären Sie den arbeitsmedizinischen Zusammenhang bei „Fließbandarbeit“. 2 P
  • Fließbandarbeit ist taktgebundene Arbeit mit fortlaufendem Material- oder Produktfluss
  • Arbeitsinhalt, Reihenfolge und Zeit sind häufig stark standardisiert
Erklären Sie den arbeitsmedizinischen Zusammenhang bei „Repetition als Belastung“. 2 P
  • Häufig gleiche Bewegungen belasten besonders, wenn Kraft, ungünstige Gelenkstellung, hohes Tempo und lange Dauer zusammentreffen
  • Eine geringe Einzelkraft ist deshalb nicht automatisch unbedenklich
Erklären Sie den arbeitsmedizinischen Zusammenhang bei „Monotonie“. 2 P
  • Monotonie entsteht bei reizarmen, gleichförmigen Anforderungen mit wenig geistiger Aktivierung
  • Aufmerksamkeit kann absinken, während körperliche Wiederholungsbelastung bestehen bleibt
Erklären Sie den arbeitsmedizinischen Zusammenhang bei „Zeitdruck und Störungen“. 2 P
  • Ein enger Takt lässt wenig Puffer für Fehler, Materialprobleme oder individuelle Schwankungen
  • Störungen erhöhen psychische Beanspruchung und können unsichere Ausgleichsbewegungen fördern
Erklären Sie den arbeitsmedizinischen Zusammenhang bei „Jobrotation“. 2 P
  • Jobrotation ist nur wirksam, wenn Aufgaben tatsächlich unterschiedliche Muskelgruppen, Haltungen und kognitive Anforderungen beanspruchen
  • Der Wechsel zwischen ähnlich belastenden Tätigkeiten reicht nicht
Erklären Sie den arbeitsmedizinischen Zusammenhang bei „Mikropausen“. 2 P
  • Sehr kurze regelmäßige Unterbrechungen können lokale Ermüdung und Aufmerksamkeitsabfall begrenzen
  • Sie ergänzen gesetzliche Pausen und müssen in den Arbeitsablauf eingeplant sein
Beschreiben Sie das arbeitsmedizinische Vorgehen bei „Arbeitsplatzgestaltung bei Taktarbeit“. 2 P
  • Werkzeuge, Greifräume, Arbeitshöhe und Materialzufuhr werden an Körpermaße und Bewegungsfolge angepasst
  • Unnötige Wege, starke Kräfte und Endstellungen sind zu reduzieren
Erklären Sie den arbeitsmedizinischen Zusammenhang bei „Beteiligung der Beschäftigten“. 2 P
  • Beschäftigte kennen reale Störungen, Umgehungslösungen und Belastungsspitzen
  • Ihre Beteiligung verbessert die Gefährdungsbeurteilung und erhöht die Alltagstauglichkeit von Maßnahmen
Beschreiben Sie das fachgerechte Vorgehen bei „Gefährdungsbeurteilung des Arbeitsablaufs“. 1 P
  • Bewertet wird nicht nur der Musterarbeitsplatz, sondern der tatsächliche Ablauf einschließlich Takt, Stückzahl, Störungen, Wechseln, Pausen, Qualitätsdruck und individuellen Anpassungsmöglichkeiten

Arbeitszeit, Pausen, Schicht- und Nachtarbeit

Erklären Sie den arbeitsmedizinischen Zusammenhang bei „Schichtarbeit“. 2 P
  • Schichtarbeit liegt vor, wenn Beschäftigte sich nach einem festgelegten Plan an derselben Aufgabe oder Funktion zeitlich ablösen
  • Lage und Wechsel der Arbeitszeit beeinflussen Belastung und Erholung
Erklären Sie den arbeitsmedizinischen Zusammenhang bei „Circadianer Rhythmus“. 2 P
  • Der circadiane Rhythmus steuert unter anderem Schlafbereitschaft, Aufmerksamkeit, Körpertemperatur und Hormonausschüttung
  • Nachtarbeit verlangt Leistung in einer biologisch ungünstigen Phase
Erklären Sie den arbeitsmedizinischen Zusammenhang bei „Tagesschlaf nach Nachtschicht“. 2 P
  • Tagesschlaf ist häufig kürzer und störanfälliger als Nachtschlaf
  • Licht, Lärm, soziale Verpflichtungen und die innere Uhr erschweren vollständige Erholung
Beurteilen Sie die fachlichen Kriterien bei „Nachtarbeit: Sicherheitsrisiko“. 2 P
  • Aufmerksamkeit und Reaktionsfähigkeit sinken nachts, besonders gegen Morgen und nach langen Schichten
  • Müdigkeit erhöht Fehler-, Wege- und Unfallrisiko
Erklären Sie den arbeitsmedizinischen Zusammenhang bei „Vorwärtsrotation“. 2 P
  • Bei Vorwärtsrotation folgen Früh-, Spät- und Nachtschicht
  • Diese Richtung entspricht eher einer Verlängerung des biologischen Tages als eine rückwärts rotierende Abfolge
Erklären Sie den fachlichen Zusammenhang bei „Kurze Schichtfolgen“. 2 P
  • Wenige aufeinanderfolgende Nachtschichten begrenzen die Ansammlung von Schlafdefizit
  • Die konkrete Gestaltung muss dennoch Ruhezeiten, Belastung und individuelle Situation berücksichtigen
Erklären Sie den arbeitsmedizinischen Zusammenhang bei „Planbarkeit des Dienstplans“. 2 P
  • Früh veröffentlichte und verlässliche Pläne erleichtern Schlaf, Familie, Termine und soziale Teilhabe
  • Kurzfristige Wechsel vermindern Erholungsmöglichkeiten und Kontrolle
Erklären Sie den arbeitsmedizinischen Zusammenhang bei „Pausen in Nacht- und Schichtarbeit“. 2 P
  • Pausen werden vor ausgeprägter Ermüdung eingeplant und ermöglichen tatsächliche Erholung
  • Bei sicherheitskritischen Tätigkeiten können zusätzliche kurze Unterbrechungen erforderlich sein
Erklären Sie den arbeitsmedizinischen Zusammenhang bei „Koffein bei Nachtarbeit“. 2 P
  • Koffein kann Wachheit vorübergehend erhöhen, ersetzt aber keinen Schlaf
  • Späte oder hohe Mengen können den anschließenden Tagesschlaf verschlechtern
Unterscheiden Sie „Schichtarbeit: individuelle Unterschiede“ anhand fachlicher Kriterien. 2 P
  • Chronotyp, Alter, Betreuungspflichten, Gesundheit, Pendelweg und Schlafumgebung verändern Verträglichkeit
  • Diese Faktoren rechtfertigen keine ungeprüfte Personalauswahl, sondern eine gute Gestaltung
Beschreiben Sie das arbeitsmedizinische Vorgehen bei „Ergotherapeutische Beratung bei Schichtarbeit“. 2 P
  • Alltagsroutinen für Schlaf, Mahlzeiten, Bewegung und soziale Termine werden an den Dienstplan angepasst
  • Grenzen entstehen, wenn der Plan selbst keine ausreichende Erholung zulässt

Hitze- und Kältearbeit

Erklären Sie den arbeitsmedizinischen Zusammenhang bei „Wärmebilanz des Körpers“. 2 P
  • Wärme entsteht durch Stoffwechsel und Muskelarbeit und wird über Strahlung, Leitung, Konvektion und Verdunstung abgegeben
  • Klima, Kleidung und Arbeitsintensität bestimmen, ob Wärme gespeichert wird
Erklären Sie den arbeitsmedizinischen Zusammenhang bei „Hohe Luftfeuchte bei Hitze“. 2 P
  • Hohe Luftfeuchte vermindert die Verdunstung von Schweiß
  • Der Körper kann Wärme schlechter abgeben, obwohl starkes Schwitzen und Flüssigkeitsverlust fortbestehen
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Hitzebelastung: Warnzeichen“. 1 P
  • Kopfschmerz, Schwindel, Übelkeit, Krämpfe, ungewöhnliche Erschöpfung, Verwirrtheit, Koordinationsverlust und Kollaps erfordern sofortige Entlastung und je nach Schwere medizinische Hilfe
Erklären Sie den arbeitsmedizinischen Zusammenhang bei „Akklimatisation“. 2 P
  • Wiederholte angepasste Hitzeexposition verbessert Schweißreaktion und Kreislaufanpassung
  • Die Wirkung benötigt Zeit und geht nach längerer Unterbrechung teilweise verloren
Erklären Sie den arbeitsmedizinischen Zusammenhang bei „Flüssigkeit bei Hitzearbeit“. 3 P
  • Getränke müssen rechtzeitig, regelmäßig und passend zur Belastung verfügbar sein
  • Starker Durst ist ein spätes Signal
  • Sehr hohe Verluste können zusätzlich eine abgestimmte Elektrolytzufuhr erfordern
Erklären Sie den fachlichen Zusammenhang bei „Kältearbeit: funktionelle Folgen“. 3 P
  • Kälte vermindert Hautdurchblutung, Sensibilität und Fingerbeweglichkeit
  • Greifen, Tasten und Reagieren werden unsicherer
  • Muskeltonus und Kraftaufwand können steigen
Erklären Sie den arbeitsmedizinischen Zusammenhang bei „Unterkühlung“. 2 P
  • Unterkühlung betrifft den gesamten Körper und zeigt sich zunächst durch starkes Zittern, Koordinations- und Denkstörungen
  • Fortschreitende Bewusstseinsstörung ist ein Notfall
Erklären Sie den arbeitsmedizinischen Zusammenhang bei „Erfrierung“. 2 P
  • Erfrierung ist eine lokale Kälteschädigung, besonders an Fingern, Zehen, Ohren und Nase
  • Taubheit, blasse oder verhärtete Haut verlangen Schutz vor weiterer Kälte und medizinische Beurteilung
Beschreiben Sie das fachgerechte Vorgehen bei „Technische Maßnahmen bei Klimaextremen“. 2 P
  • Vorrangig sind Abschirmung, Lüftung, Kühlung, Beheizung, Automatisierung und geeignete Arbeitsräume
  • Maßnahmen sollen die Exposition an der Quelle oder im Arbeitsbereich vermindern
Beschreiben Sie das fachgerechte Vorgehen bei „Organisatorische Maßnahmen bei Klimaextremen“. 2 P
  • Expositionszeiten, Arbeitsintensität, Pausenorte, Getränke, Schichtplanung und Akklimatisation werden angepasst
  • Besonders gefährdete Personen benötigen eine fachlich begründete individuelle Beratung
Beschreiben Sie das fachgerechte Vorgehen bei „Persönliche Schutzmaßnahmen bei Klimaextremen“. 2 P
  • Geeignete Kleidung, Handschuhe, Sonnen- oder Kälteschutz ergänzen technische und organisatorische Maßnahmen
  • Schutzkleidung kann bei Hitze selbst zusätzliche Wärmebelastung erzeugen

Arbeitsunfälle, Wegeunfälle und Berufskrankheiten

Definieren Sie „Arbeitsunfall“ fachlich präzise. 1 P
  • Ein Arbeitsunfall ist ein zeitlich begrenztes, von außen auf den Körper einwirkendes Ereignis infolge einer versicherten Tätigkeit, das zu Gesundheitsschaden oder Tod führt
Definieren Sie „Wegeunfall“ fachlich präzise. 3 P
  • Versichert ist grundsätzlich der unmittelbare Weg zur oder von der Arbeits- beziehungsweise Ausbildungsstätte
  • Bestimmte notwendige Umwege können eingeschlossen sein
  • Private Unterbrechungen werden gesondert bewertet
Erklären Sie den arbeitsmedizinischen Zusammenhang bei „Meldepflichtiger Unfall“. 2 P
  • Das Unternehmen muss einen Arbeits- oder Wegeunfall anzeigen, wenn die versicherte Person stirbt oder mehr als drei Kalendertage arbeitsunfähig ist
  • Unabhängig davon ist eine betriebliche Dokumentation wichtig
Definieren Sie „Berufskrankheit“ fachlich präzise. 1 P
  • Eine Berufskrankheit ist eine in der Berufskrankheiten-Verordnung bezeichnete Krankheit, die durch besondere berufliche Einwirkungen verursacht wurde und die rechtlichen Anerkennungsvoraussetzungen erfüllt
Definieren Sie „Arbeitsbedingte Erkrankung und Berufskrankheit“ fachlich präzise. 2 P
  • Arbeitsbedingte Erkrankungen werden durch Arbeit verursacht oder mitverursacht, ohne automatisch die Voraussetzungen einer Listen-Berufskrankheit zu erfüllen
  • Prävention ist trotzdem erforderlich
Erklären Sie den fachlichen Zusammenhang bei „Berufskrankheiten: Einwirkungsgruppen“. 1 P
  • Die BK-Liste umfasst unter anderem chemische Stoffe, physikalische Einwirkungen, Infektionen, Atemwegs- und Hauterkrankungen sowie bestimmte Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems
Beurteilen Sie die fachlichen Kriterien bei „BK-Verdachtsanzeige“. 2 P
  • Ärzte und Arbeitgeber müssen einen begründeten Verdacht dem Unfallversicherungsträger anzeigen
  • Auch Versicherte können eine Prüfung anstoßen
Erklären Sie den arbeitsmedizinischen Zusammenhang bei „Expositionsanamnese“. 2 P
  • Sie erfasst Art, Intensität, Dauer und Zeitraum beruflicher Einwirkungen sowie Tätigkeiten und Schutzmaßnahmen
  • Diese Angaben sind zentral für Prävention und Kausalitätsprüfung
Erklären Sie den arbeitsmedizinischen Zusammenhang bei „Kausalitätsprüfung“. 2 P
  • Geprüft werden gesicherte Diagnose, berufliche Einwirkung, zeitlicher Zusammenhang und konkurrierende Ursachen
  • Eine bloße zeitliche Nähe zur Arbeit genügt nicht
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Aufgaben der Unfallversicherung nach Versicherungsfall“. 2 P
  • Der Unfallversicherungsträger steuert Heilbehandlung, medizinische und berufliche Rehabilitation, Teilhabeleistungen und gegebenenfalls Geldleistungen
  • Ziel ist möglichst vollständige Wiederherstellung und Teilhabe
Erklären Sie den arbeitsmedizinischen Zusammenhang bei „Prävention vor Entschädigung“. 2 P
  • Unfallversicherungsträger sollen Gefährdungen mit geeigneten Mitteln verhüten
  • Nach einem Versicherungsfall haben Wiederherstellung und Teilhabe Vorrang vor dauerhaften Geldleistungen

Berufliche Rehabilitation, Leistungsprofil und Ergotherapie

Ordnen Sie „Berufliche Rehabilitation: Ziel“ fachlich ein. 2 P
  • Berufliche Rehabilitation soll Erwerbsfähigkeit und Teilhabe am Arbeitsleben erhalten, verbessern oder wiederherstellen
  • Maßstab ist eine nachhaltige Passung zwischen Person, Tätigkeit und Umfeld
Erklären Sie den arbeitsmedizinischen Zusammenhang bei „Leistungsprofil“. 1 P
  • Das Leistungsprofil beschreibt aktuelle körperliche, sensorische, kognitive, psychische und soziale Fähigkeiten sowie Belastbarkeit, Tempo, Ausdauer und benötigte Unterstützung
Erklären Sie den arbeitsmedizinischen Zusammenhang bei „Anforderungsprofil“. 1 P
  • Das Anforderungsprofil beschreibt konkrete Aufgaben, Qualität, Tempo, Arbeitszeit, Körperhaltungen, Kräfte, kognitive Anforderungen, soziale Bedingungen und Umweltfaktoren eines Arbeitsplatzes
Beschreiben Sie das arbeitsmedizinische Vorgehen bei „Profilvergleich“. 2 P
  • Leistungs- und Anforderungsprofil werden systematisch verglichen
  • Abweichungen können durch Training, Hilfsmittel, Arbeitsplatzanpassung, Aufgabenänderung, Qualifizierung oder einen anderen Arbeitsplatz bearbeitet werden
Beschreiben Sie das arbeitsmedizinische Vorgehen bei „Stufenweise Wiedereingliederung“. 3 P
  • Die Arbeitszeit und Belastung werden nach längerer Erkrankung schrittweise gesteigert
  • Verlauf, Beschwerden und Leistungsentwicklung werden überprüft
  • Die Maßnahme ist kein bloßes Durchhaltenstraining
Erklären Sie den arbeitsmedizinischen Zusammenhang bei „Arbeitsplatzwechsel“. 2 P
  • Ein Wechsel wird erwogen, wenn die bisherige Tätigkeit trotz angemessener Anpassung dauerhaft nicht sicher oder gesundheitsgerecht möglich ist
  • Er soll Qualifikation und Teilhabe möglichst erhalten
Erklären Sie den arbeitsmedizinischen Zusammenhang bei „Qualifizierung und Umschulung“. 3 P
  • Qualifizierung erweitert Fähigkeiten für angepasste Aufgaben
  • Umschulung führt zu einer neuen beruflichen Qualifikation
  • Auswahl und Umfang richten sich nach Eignung, Arbeitsmarkt und Rehabilitationsziel
Erklären Sie den arbeitsmedizinischen Zusammenhang bei „Technische Arbeitshilfen“. 2 P
  • Technische Hilfen gleichen funktionelle Einschränkungen aus oder vermindern Belastung, etwa angepasste Eingabegeräte, Hebehilfen oder spezielle Werkzeuge
  • Sie müssen sicher, trainiert und alltagstauglich sein
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Besondere Beschäftigungsformen“. 2 P
  • Bei hohem Unterstützungsbedarf können besondere oder geschützte Beschäftigungsformen Teilhabe ermöglichen
  • Ziel, Rechte, Entwicklungsmöglichkeiten und Übergänge in andere Arbeitsformen bleiben zu prüfen
Ordnen Sie „Berufsgenossenschaft in der Rehabilitation“ fachlich ein. 2 P
  • Nach Arbeitsunfall oder Berufskrankheit koordiniert der Unfallversicherungsträger medizinische, berufliche und soziale Leistungen
  • Er kann Arbeitsplatzanpassung, Qualifizierung und Hilfsmittel finanzieren
Leiten Sie aus „Ergotherapeutische Arbeitsanalyse“ Konsequenzen für die ergotherapeutische Praxis ab. 2 P
  • Ergotherapeuten zerlegen reale Tätigkeiten in Handlungsschritte und Anforderungen
  • Sie beobachten Ausführung, Sicherheit, Tempo, Ausdauer, Strategien und Umweltpassung unter möglichst arbeitsnahen Bedingungen
Begründen Sie die fachliche Bedeutung von „Arbeitstherapie: Bedeutung“. 2 P
  • Arbeitstherapie nutzt gezielte, realitätsnahe Tätigkeiten zur Befundung, Förderung und Erprobung arbeitsbezogener Fähigkeiten
  • Das Mittel wird nach dem konkreten Betätigungsziel gewählt, nicht als Selbstzweck
Erklären Sie den arbeitsmedizinischen Zusammenhang bei „Ergotherapeutische Verlaufsbewertung“. 2 P
  • Ziele, Beobachtungskriterien und Belastungsstufen werden vorab festgelegt
  • Fortschritt zeigt sich in sicherer Ausführung, geringerer Hilfe, stabilerer Qualität, angemessenem Tempo und nachhaltiger Erholung

Die Fragen und Antworten wurden aus den redaktionellen Lerntexten dieses Kapitels abgeleitet. Jede Antwort gehört ausschließlich zu der unmittelbar darüberstehenden Frage.

Hinweise des Lehrplans
  • Überblick
  • vgl. Lehrplan Arbeitstherapeutische Verfahren
  • Darstellung der gesetzlichen Bestimmungen
  • vgl. Lehrplan Arbeitstherapeutische Verfahren
  • Unterschiede dynamischer und statischer Muskelarbeit herausarbeiten vgl. Lehrplan Biologie, Anatomie und Physiologie vgl. Lehrplan Spezielle Krankheitslehre, LPE 10
  • Methoden zur Feststellung der Leistungsfähigkeit erarbeiten
  • Bedeutung von Schicht- und Nachtarbeit, Ermüdung und Erholung Bedeutung der emotionalen Situation, Burnout-Syndrom
  • auf statische und dynamische Muskelarbeit eingehen vgl. Lehrplan Biologie, Anatomie und Physiologie
  • Fließfertigung, Gruppenarbeit, Hitze- Kälte-Arbeit, Bildschirmarbeit
  • vgl. Lehrplan Prävention und Rehabilitation
  • vgl. Lehrplan Arbeitstherapeutische Verfahren

Quelle: Sächsisches Staatsministerium für Kultus: Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin, freigegeben ab 1. August 2020, S. 69.

LLernstoff12 Unterkapitel
Arbeitsmedizin: Auftrag, Strukturen und Rechtsrahmen
Fragen und Antworten
Erklären Sie den fachlichen Zusammenhang bei „Arbeitsmedizin: Gegenstand“ (2 Punkte)
  • Arbeitsmedizin untersucht, wie Tätigkeit, Arbeitsorganisation und Arbeitsumgebung Gesundheit und Leistungsfähigkeit beeinflussen
  • Sie verbindet Prävention, Beratung, Vorsorge, Rehabilitation und menschengerechte Arbeitsgestaltung
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Ziele der Arbeitsmedizin“ (1 Punkt)
  • Ziele sind arbeitsbedingte Erkrankungen und Unfälle zu verhüten, Beschäftigungsfähigkeit zu erhalten, gesundheitliche Risiken früh zu erkennen und eine sichere Rückkehr in Arbeit zu unterstützen
Begründen Sie die fachliche Bedeutung von „Arbeitsschutz: Verantwortung des Arbeitgebers“ (2 Punkte)
  • Der Arbeitgeber muss Gefährdungen beurteilen, geeignete Maßnahmen festlegen, umsetzen und auf Wirksamkeit prüfen
  • Die Verantwortung bleibt bei ihm, auch wenn Fachleute beratend mitwirken
Erklären Sie den fachlichen Zusammenhang bei „Gefährdungsbeurteilung: Funktion“ (2 Punkte)
  • Sie ermittelt systematisch Gefährdungen einer konkreten Tätigkeit und bewertet den Handlungsbedarf
  • Aus ihr werden Schutzmaßnahmen, Unterweisungen, Vorsorge und Wirksamkeitskontrollen abgeleitet
Erklären Sie den fachlichen Zusammenhang bei „Arbeitsmedizinische Vorsorge: Zweck“ (2 Punkte)
  • Vorsorge dient der individuellen Beratung sowie der Früherkennung und Verhütung arbeitsbedingter Erkrankungen
  • Sie ist keine allgemeine Eignungsprüfung und ersetzt weder Gefährdungsbeurteilung noch Schutzmaßnahmen
Unterscheiden Sie „Pflicht-, Angebots- und Wunschvorsorge“ anhand fachlicher Kriterien (3 Punkte)
  • Pflichtvorsorge ist bei bestimmten Gefährdungen Voraussetzung für die Tätigkeit
  • Angebotsvorsorge muss angeboten werden
  • Wunschvorsorge ist auf Verlangen zu ermöglichen, sofern ein Gesundheitsschaden nicht ausgeschlossen werden kann
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Betriebsarzt: Kernaufgaben“ (2 Punkte)
  • Betriebsärzte beraten Beschäftigte und Arbeitgeber zu Wechselwirkungen von Arbeit und Gesundheit, Vorsorge, Wiedereingliederung und Arbeitsplatzgestaltung
  • Sie unterliegen der ärztlichen Schweigepflicht
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Fachkraft für Arbeitssicherheit: Kernaufgaben“ (2 Punkte)
  • Sie berät vor allem technisch und organisatorisch zu Gefährdungen, Arbeitsmitteln, Betriebsabläufen und Schutzmaßnahmen
  • Betriebsarzt und Fachkraft arbeiten mit Führung, Interessenvertretung und Beschäftigten zusammen
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Gesetzliche Unfallversicherung: Träger“ (2 Punkte)
  • Berufsgenossenschaften sind für gewerbliche Unternehmen, Unfallkassen überwiegend für öffentliche Bereiche zuständig
  • Finanziert wird die gesetzliche Unfallversicherung grundsätzlich durch die Unternehmen beziehungsweise öffentlichen Träger
Erklären Sie den fachlichen Zusammenhang bei „TOP-Prinzip“ (3 Punkte)
  • Schutzmaßnahmen folgen der Rangfolge technisch, organisatorisch, persönlich
  • Gefahren sollen zuerst an der Quelle beseitigt oder technisch begrenzt werden
  • Persönliche Schutzausrüstung ist nachrangig
Erklären Sie den arbeitsmedizinischen Zusammenhang bei „Durchgangsarztverfahren“ (2 Punkte)
  • Nach bestimmten Arbeits- oder Wegeunfällen ist ein Durchgangsarzt einzubeziehen
  • Er beurteilt die besondere unfallmedizinische Behandlung und koordiniert das weitere Verfahren mit dem Unfallversicherungsträger
Quellen

Sächsischer Lehrplan Ergotherapie 2024, S. 69, 22.07.2026

FÄCHER(6).zip / GAM/Grundlagen Arbeitsmedizin.pdf, 22.07.2026

FÄCHER(6).zip / GAM/Grundlagen der Arbeitsmedizin 06.2025.pdf, 22.07.2026

Belastung, Beanspruchung, Leistung und Erholung
Fragen und Antworten
Erklären Sie den arbeitsmedizinischen Zusammenhang bei „Belastung und Beanspruchung“ (3 Punkte)
  • Belastung bezeichnet objektive Einwirkungen aus Aufgabe und Umgebung
  • Beanspruchung ist die individuelle unmittelbare Wirkung
  • Sie hängt unter anderem von Fähigkeiten, Gesundheit, Erfahrung, Motivation und Erholung ab
Erklären Sie den arbeitsmedizinischen Zusammenhang bei „Fehlbeanspruchung“ (2 Punkte)
  • Fehlbeanspruchung entsteht, wenn Anforderungen und Voraussetzungen ungünstig zusammenwirken
  • Sie kann durch Überforderung, Unterforderung, Monotonie, Zeitdruck, fehlende Kontrolle oder unzureichende Erholung entstehen
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Leistung: Bestandteile“ (2 Punkte)
  • Arbeitsleistung entsteht aus Leistungsfähigkeit, Leistungsbereitschaft und den konkreten Arbeitsbedingungen
  • Eine hohe Fähigkeit führt ohne Motivation, klare Aufgabe oder geeignete Umgebung nicht automatisch zu guter Leistung
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Leistungsfähigkeit: Einflussfaktoren“ (2 Punkte)
  • Einfluss nehmen Training, Alter, Gesundheit, Schlaf, Ernährung, Medikamente, Tageszeit, Erfahrung, Hilfsmittel und Arbeitsgestaltung
  • Die Beurteilung muss deshalb tätigkeitsbezogen und zeitlich aktuell erfolgen
Erklären Sie den arbeitsmedizinischen Zusammenhang bei „Leistungsbereitschaft“ (2 Punkte)
  • Leistungsbereitschaft beschreibt die aktuelle Motivation und Bereitschaft, vorhandene Fähigkeiten einzusetzen
  • Sie wird durch Sinn, Anerkennung, Zielklarheit, Beteiligung, Belastung und persönliche Situation beeinflusst
Erklären Sie den arbeitsmedizinischen Zusammenhang bei „Tagesverlauf der Leistungsfähigkeit“ (3 Punkte)
  • Viele Funktionen schwanken circadian
  • Aufmerksamkeit und Leistungsniveau sind häufig tagsüber höher und nachts vermindert
  • Individuelle Chronotypen, Schlafdauer und Schichtsystem verändern den Verlauf
Erklären Sie den arbeitsmedizinischen Zusammenhang bei „Ermüdung“ (2 Punkte)
  • Ermüdung ist eine grundsätzlich reversible Abnahme von Leistungsfähigkeit und Aufmerksamkeit nach Belastung
  • Sie erhöht Fehler- und Unfallrisiko und verlangt Erholung statt bloßer Willensanstrengung
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Erholung: Bedingungen“ (2 Punkte)
  • Erholung gelingt durch ausreichenden Schlaf, wirksame Pausen, Tätigkeitswechsel, Abstand zur Anforderung und passende soziale Bedingungen
  • Eine Pause wirkt besser, bevor ausgeprägte Erschöpfung eingetreten ist
Beschreiben Sie das arbeitsmedizinische Vorgehen bei „Arbeitsanalyse: Betrachtungsebenen“ (1 Punkt)
  • Zu prüfen sind körperliche, sensorische, kognitive, emotionale und soziale Anforderungen sowie Dauer, Häufigkeit, Umgebung, Arbeitsmittel, Zeitdruck und Handlungsspielraum
Leiten Sie aus „Belastungsdosierung in der Ergotherapie“ Konsequenzen für die ergotherapeutische Praxis ab (2 Punkte)
  • Anforderungen werden so gewählt, dass sie beobachtbare Leistung ermöglichen, aber keine gesundheitsschädliche Überforderung erzeugen
  • Dauer, Tempo, Komplexität, Hilfen und Pausen werden gezielt variiert
Quellen

Sächsischer Lehrplan Ergotherapie 2024, S. 69, 22.07.2026

FÄCHER(6).zip / GAM/Grundlagen der Arbeitsmedizin 06.2025.pdf, 22.07.2026

FÄCHER(6).zip / GAM/Grundlagen Arbeitsmedizin.pdf, 22.07.2026

Muskelarbeit, Fertigkeit und körperliche Leistungsfähigkeit
Fragen und Antworten
Erklären Sie den arbeitsmedizinischen Zusammenhang bei „Dynamische Muskelarbeit“ (2 Punkte)
  • Bei dynamischer Arbeit wechseln Kontraktion und Entspannung
  • Dadurch bleibt die Durchblutung günstiger, Stoffwechselprodukte werden besser abtransportiert und die Muskulatur kann länger arbeiten
Erklären Sie den arbeitsmedizinischen Zusammenhang bei „Statische Muskelarbeit“ (2 Punkte)
  • Bei Haltearbeit bleibt Muskelspannung über längere Zeit bestehen
  • Gefäße werden komprimiert, die lokale Versorgung verschlechtert sich und Ermüdung sowie Schmerz treten vergleichsweise früh auf
Erklären Sie den arbeitsmedizinischen Zusammenhang bei „Ungünstige Haltearbeit“ (2 Punkte)
  • Besonders belastend sind vorgeneigter Rumpf, Arbeiten über Schulterhöhe, dauerhaftes Greifen, verdrehte Gelenkstellungen und fehlende Abstützung
  • Dauer und Kraft verstärken die Wirkung
Beschreiben Sie das arbeitsmedizinische Vorgehen bei „Muskelarbeit und Pausengestaltung“ (2 Punkte)
  • Kurze, rechtzeitige Entlastungen und Wechsel zwischen Muskelgruppen sind wirksamer als eine späte lange Pause
  • Bei statischer Arbeit müssen Haltung und Kraft möglichst häufig unterbrochen werden
Erklären Sie den arbeitsmedizinischen Zusammenhang bei „Lastmoment am Rücken“ (3 Punkte)
  • Die Belastung steigt mit Gewicht und horizontalem Abstand der Last zum Körper
  • Körpernahes Führen verkürzt den Hebelarm
  • Drehung und Vorbeuge unter Last erhöhen das mechanische Moment
Erklären Sie den arbeitsmedizinischen Zusammenhang bei „Fertigkeitsentwicklung“ (2 Punkte)
  • Übung verbessert zeitliche Abstimmung, Kraftdosierung und Bewegungsökonomie
  • Eine automatisierte Fertigkeit benötigt weniger Aufmerksamkeit, muss aber auf ungünstige Wiederholung und Fehlhaltung geprüft werden
Erklären Sie den arbeitsmedizinischen Zusammenhang bei „Kraft und Ausdauer im Leistungsprofil“ (2 Punkte)
  • Kraft beschreibt die überwindbare Belastung, Ausdauer die mögliche Dauer wiederholter oder anhaltender Leistung
  • Beide müssen in einer arbeitsnahen Aufgabe und nicht nur isoliert beurteilt werden
Erklären Sie den arbeitsmedizinischen Zusammenhang bei „Alter und körperliche Leistungsfähigkeit“ (2 Punkte)
  • Mit dem Alter können Maximalkraft, Reaktionsgeschwindigkeit und Regeneration abnehmen
  • Erfahrung, Technik, Training und angepasste Arbeitsgestaltung können viele Anforderungen dennoch gut kompensieren
Erklären Sie den arbeitsmedizinischen Zusammenhang bei „Training und Verhältnisprävention“ (2 Punkte)
  • Training kann Belastbarkeit verbessern, beseitigt aber keine schlecht gestaltete Tätigkeit
  • Arbeitsmittel, Arbeitshöhe, Lastgewicht, Takt und Organisation müssen vorrangig angepasst werden
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Warnzeichen körperlicher Überlastung“ (1 Punkt)
  • Zunehmender Schmerz, Kraftverlust, Taubheit, Schwellung, Zittern, Koordinationsfehler und ungewöhnlich lange Erholung weisen auf Anpassungsbedarf oder medizinische Abklärung hin
Quellen

Sächsischer Lehrplan Ergotherapie 2024, S. 69, 22.07.2026

FÄCHER(6).zip / GAM/Grundlagen der Arbeitsmedizin 06.2025.pdf, 22.07.2026

FÄCHER(6).zip / GAM/BBS_Arbeitsblatt_1_Heben_und_Tragen_12_2018.pdf, 22.07.2026

FÄCHER(6).zip / GAM/Grundlagen Arbeitsmedizin.pdf, 22.07.2026

Arbeit, Psyche, Stress und Burnout
Fragen und Antworten
Erklären Sie den arbeitsmedizinischen Zusammenhang bei „Psychische Belastung“ (3 Punkte)
  • Psychische Belastung umfasst alle erfassbaren Einflüsse, die von außen auf Denken, Fühlen und Verhalten einwirken
  • Sie ist zunächst wertneutral
  • Ihre Wirkung hängt von Intensität, Dauer und individuellen Voraussetzungen ab
Erklären Sie den arbeitsmedizinischen Zusammenhang bei „Psychische Fehlbelastung: typische Quellen“ (1 Punkt)
  • Typisch sind widersprüchliche Aufgaben, ständige Unterbrechungen, Zeitdruck, emotionale Konflikte, geringe Kontrolle, Monotonie, fehlende Unterstützung, Unsicherheit und unklare Zuständigkeiten
Begründen Sie die fachliche Bedeutung von „Handlungsspielraum als Schutzfaktor“ (2 Punkte)
  • Ein angemessener Spielraum bei Reihenfolge, Methode und Tempo stärkt Kontrolle und ermöglicht Anpassung an die Situation
  • Er schützt nur, wenn Verantwortung, Ressourcen und Kompetenzen zusammenpassen
Erklären Sie den arbeitsmedizinischen Zusammenhang bei „Soziale Unterstützung“ (2 Punkte)
  • Verlässliche Hilfe, faire Führung, verständliche Kommunikation und kollegialer Rückhalt erleichtern Problemlösung und Erholung
  • Soziale Konflikte und fehlende Anerkennung können dagegen Belastung verstärken
Erklären Sie den arbeitsmedizinischen Zusammenhang bei „Akute Stressreaktion“ (2 Punkte)
  • Kurzfristig steigen Aktivierung, Herzfrequenz, Muskeltonus und Energiebereitstellung
  • Das kann Leistung vorübergehend unterstützen, vermindert bei zu hoher Aktivierung aber Aufmerksamkeit, Feinmotorik und Entscheidungsqualität
Erklären Sie den fachlichen Zusammenhang bei „Dauerstress: mögliche Folgen“ (1 Punkt)
  • Möglich sind Schlafstörungen, Erschöpfung, Reizbarkeit, Konzentrationsprobleme, Muskelbeschwerden, riskantes Verhalten und veränderte Herz-Kreislauf- oder Verdauungsfunktionen
Ordnen Sie „Burnout: Einordnung“ fachlich ein (2 Punkte)
  • Burnout beschreibt im Arbeitskontext Erschöpfung, mentale Distanz und verminderte Wirksamkeit
  • Ähnliche Beschwerden können bei Depression, Angst, Schlafstörung oder körperlicher Erkrankung auftreten und müssen differenziert werden
Erklären Sie den arbeitsmedizinischen Zusammenhang bei „Verhältnisprävention“ (2 Punkte)
  • Verhältnisprävention verändert Arbeitsmenge, Personal, Abläufe, Rollen, Führung, Arbeitszeit oder Umgebung
  • Sie setzt an den Bedingungen an und hat Vorrang vor alleinigen Bewältigungstipps
Erklären Sie den arbeitsmedizinischen Zusammenhang bei „Verhaltensprävention“ (2 Punkte)
  • Verhaltensprävention stärkt individuelle Kompetenzen wie Pausenverhalten, Kommunikation, Stressregulation oder Bewegung
  • Sie ergänzt gute Arbeitsgestaltung, darf strukturelle Mängel aber nicht verdecken
Erklären Sie den arbeitsmedizinischen Zusammenhang bei „Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung“ (2 Punkte)
  • Beurteilt werden Arbeitsinhalt, Organisation, soziale Beziehungen, Arbeitszeit und Umgebung, nicht die psychische Verfassung einzelner Beschäftigter
  • Maßnahmen werden anschließend umgesetzt und überprüft
Erklären Sie den arbeitsmedizinischen Zusammenhang bei „Psychische Belastung in der Arbeitstherapie“ (2 Punkte)
  • Beobachtet werden Aufmerksamkeit, Tempo, Frustrationstoleranz, soziale Interaktion, Selbststeuerung und Reaktion auf Rückmeldung
  • Die Situation muss realistisch, sicher und nachvollziehbar dosiert sein
Quellen

Sächsischer Lehrplan Ergotherapie 2024, S. 69, 22.07.2026

FÄCHER(6).zip / GAM/Grundlagen der Arbeitsmedizin 06.2025.pdf, 22.07.2026

FÄCHER(6).zip / GAM/Stresstest (1).pdf, 22.07.2026

FÄCHER(6).zip / GAM/Grundlagen Arbeitsmedizin.pdf, 22.07.2026

Ergonomie und anthropometrische Arbeitsplatzgestaltung
Fragen und Antworten
Definieren Sie „Ergonomie“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • Ergonomie gestaltet Arbeitssysteme passend zu menschlichen Fähigkeiten, Körpermaßen und Grenzen
  • Ziel sind Sicherheit, Gesundheit, Leistungsfähigkeit, Gebrauchstauglichkeit und möglichst geringe Fehlbelastung
Definieren Sie „Anthropometrie“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • Anthropometrie beschreibt Körpermaße und Reichweiten
  • Arbeitsplätze müssen für eine Nutzergruppe verstellbar sein, statt nur für einen Durchschnittsmenschen geplant zu werden
Beschreiben Sie das fachgerechte Vorgehen bei „Arbeitsplatzanpassung: Reihenfolge“ (2 Punkte)
  • Zuerst werden Aufgabe und notwendige Bewegungen analysiert
  • Danach folgen Arbeitshöhe, Sitz- oder Stehmöglichkeit, Greifräume, Arbeitsmittel, Sichtbedingungen und individuelle Hilfen
Erklären Sie den arbeitsmedizinischen Zusammenhang bei „Sitzhöhe“ (3 Punkte)
  • Die Sitzhöhe erlaubt sicheren Fußkontakt oder eine Fußstütze
  • Knie und Hüften bleiben beweglich
  • Tischhöhe und Armauflage müssen gleichzeitig passen, damit Schultern nicht hochgezogen werden
Erklären Sie den arbeitsmedizinischen Zusammenhang bei „Sitztiefe und Rückenstütze“ (2 Punkte)
  • Zwischen Sitzkante und Kniekehle bleibt Abstand, damit kein Druck entsteht
  • Die Rückenlehne unterstützt vor allem den Lendenbereich, ohne Bewegungswechsel zu verhindern
Erklären Sie den arbeitsmedizinischen Zusammenhang bei „Dynamisches Sitzen“ (2 Punkte)
  • Dynamisches Sitzen bedeutet häufige Haltungswechsel, zeitweises Anlehnen, Aufstehen und Bewegen
  • Keine einzelne Sitzhaltung bleibt über lange Zeit beschwerdefrei
Erklären Sie den arbeitsmedizinischen Zusammenhang bei „Arbeitshöhe nach Tätigkeit“ (3 Punkte)
  • Präzisionsarbeit benötigt meist eine höhere Sicht- und Arbeitsebene
  • Kraftbetonte Arbeit eher eine niedrigere
  • Schulterhebung, starke Vorbeuge und abgeknickte Handgelenke sollen vermieden werden
Erklären Sie den arbeitsmedizinischen Zusammenhang bei „Kleiner und großer Greifraum“ (2 Punkte)
  • Häufige und schwere Arbeitsmittel gehören in den kleinen Greifraum, der ohne Rumpfvorbeuge erreichbar ist
  • Selten Benötigtes kann weiter außen liegen, sofern sichere Reichweite besteht
Erklären Sie den arbeitsmedizinischen Zusammenhang bei „Steharbeitsplatz“ (2 Punkte)
  • Arbeitshöhe, Fußraum und erreichbare Ablageflächen müssen passen
  • Eine Stehhilfe, wechselnde Fußpositionen und der Wechsel zwischen Sitzen, Stehen und Gehen reduzieren Dauerbelastung
Beurteilen Sie die fachlichen Kriterien bei „Ergonomische Wirksamkeitsprüfung“ (2 Punkte)
  • Nach einer Anpassung werden Haltung, Bewegungsfluss, Kraftaufwand, Fehler, Beschwerden und Arbeitsleistung erneut beobachtet
  • Ergonomie ist ein überprüfbarer Prozess, keine einmalige Einstellung
Quellen

Sächsischer Lehrplan Ergotherapie 2024, S. 69, 22.07.2026

FÄCHER(6).zip / GAM/Ergonomische Arbeitsplatzgestaltung Zusammenfassung.pdf, 22.07.2026

FÄCHER(6).zip / GAM/Grundlagen der Arbeitsmedizin 06.2025.pdf, 22.07.2026

FÄCHER(6).zip / GAM/Grundlagen Arbeitsmedizin.pdf, 22.07.2026

Rückengerechtes Heben, Tragen, Ziehen, Schieben und Transferhilfen
Fragen und Antworten
Erklären Sie den arbeitsmedizinischen Zusammenhang bei „Vorbereitung eines Hebevorgangs“ (2 Punkte)
  • Gewicht, Form, Griff, Zielort und Weg werden vorab geprüft
  • Hindernisse werden entfernt, Hilfsmittel bereitgestellt und bei unsicherer Last eine zweite Person organisiert
Erklären Sie den arbeitsmedizinischen Zusammenhang bei „Körpernahes Lastführen“ (2 Punkte)
  • Je näher die Last am Körper liegt, desto kürzer ist der Hebelarm und desto geringer das erforderliche Haltemoment
  • Das reduziert besonders die Beanspruchung von Rücken und Schultergürtel
Erklären Sie den arbeitsmedizinischen Zusammenhang bei „Drehung unter Last“ (2 Punkte)
  • Rumpfdrehung bei gebeugter Haltung und Last erhöht asymmetrische Belastung
  • Günstiger ist es, die Füße umzusetzen und den Körper als Einheit zur neuen Richtung auszurichten
Erklären Sie den arbeitsmedizinischen Zusammenhang bei „Heben aus tiefer Position“ (2 Punkte)
  • Stand stabilisieren, Last nah heranziehen und Beine sowie Hüfte beteiligen
  • Ruckartiges Heben, extreme Beugung und gleichzeitige Drehung werden vermieden
Erklären Sie den arbeitsmedizinischen Zusammenhang bei „Schieben und Ziehen“ (2 Punkte)
  • Schieben erlaubt häufig eine günstigere Körperhaltung und Nutzung des Körpergewichts
  • Griffhöhe, Rollwiderstand, Boden, Sicht und Richtung entscheiden jedoch über die tatsächliche Belastung
Erklären Sie den arbeitsmedizinischen Zusammenhang bei „Transportmittel: Prüfung“ (2 Punkte)
  • Rollen, Bremsen, Griffhöhe, Tragfähigkeit und Wendigkeit müssen zur Last und zum Weg passen
  • Defekte oder schlecht laufende Hilfsmittel erhöhen Kraftbedarf und Unfallgefahr
Erklären Sie den fachlichen Zusammenhang bei „Transfer eines Menschen: Grundprinzip“ (2 Punkte)
  • Eigenaktivität, verständliche Anleitung, Sicherheit und Bewegungsziel stehen vor passivem Heben
  • Fähigkeiten, Schmerzen, Kreislauf, Hilfsmittel und Umgebung werden vor dem Transfer geprüft
Erklären Sie den arbeitsmedizinischen Zusammenhang bei „Gleitmatte und Rutschbrett“ (3 Punkte)
  • Gleitmatten reduzieren Reibung im Bett
  • Rutschbretter überbrücken kurze Höhen- und Distanzunterschiede beim sitzenden Transfer
  • Beide benötigen passende Indikation und sichere Anwendung
Erklären Sie den arbeitsmedizinischen Zusammenhang bei „Lifter und Aufstehhilfe“ (3 Punkte)
  • Ein Lifter übernimmt das Heben bei fehlender sicherer Eigenaktivität
  • Eine Aufstehhilfe setzt ausreichende Stand- und Haltefähigkeit voraus
  • Die Auswahl folgt Befund, Umgebung und Herstellerangaben
Erklären Sie den arbeitsmedizinischen Zusammenhang bei „Kleine Hilfsmittel“ (2 Punkte)
  • Bettleiter, Haltegurt, Drehscheibe, Gleitunterlage und höhenverstellbare Flächen können Bewegungsrichtung und Kraftbedarf günstig verändern
  • Sie ersetzen keine Befundung und Einweisung
Erklären Sie den arbeitsmedizinischen Zusammenhang bei „Grenze manueller Körpertechnik“ (2 Punkte)
  • Gute Technik vermindert Belastung, kann aber hohe Lasten, ungünstige Umgebung oder fehlende Mitarbeit nicht ausgleichen
  • Technische und organisatorische Lösungen haben Vorrang
Quellen

Sächsischer Lehrplan Ergotherapie 2024, S. 69, 22.07.2026

FÄCHER(6).zip / GAM/Arbeitsblatt Gut für den Rücken.pdf, 22.07.2026

FÄCHER(6).zip / GAM/Arbeitsblatt Kleine Hilfsmittel.pdf, 22.07.2026

FÄCHER(6).zip / GAM/Arbeitsblatt_2_BBS_Rueckengerechtes_Arbeiten_07_2018.pdf, 22.07.2026

FÄCHER(6).zip / GAM/BBS_Arbeitsblatt_1_Heben_und_Tragen_12_2018.pdf, 22.07.2026

Bildschirmarbeit, Licht, Klima und Lärm
Fragen und Antworten
Erklären Sie den arbeitsmedizinischen Zusammenhang bei „Bildschirmposition“ (2 Punkte)
  • Der Bildschirm steht frontal zur Hauptblickrichtung
  • Höhe, Abstand und Neigung ermöglichen entspannten Blick ohne dauerhafte Kopfrotation oder starke Nackenbeugung
Erklären Sie den arbeitsmedizinischen Zusammenhang bei „Sehabstand“ (3 Punkte)
  • Der Abstand muss Schriftgröße, Bildschirmgröße und Sehvermögen entsprechen
  • Inhalte sollen ohne Vorbeugen lesbar sein
  • Bei größeren Bildschirmen ist meist ein größerer Abstand sinnvoll
Erklären Sie den arbeitsmedizinischen Zusammenhang bei „Tastatur und Eingabegeräte“ (2 Punkte)
  • Tastatur und Maus liegen körpernah und erlauben entspannte Schultern sowie möglichst neutrale Handgelenke
  • Bei längerer Notebookarbeit sind separate Eingabegeräte und eine erhöhte Anzeige günstig
Erklären Sie den arbeitsmedizinischen Zusammenhang bei „Dokumentenposition“ (2 Punkte)
  • Vorlagen liegen möglichst nahe der Blickachse, etwa auf einem Dokumentenhalter zwischen Tastatur und Bildschirm
  • Dadurch sinken häufige Kopfbewegungen und ungünstige Nackenrotation
Erklären Sie den arbeitsmedizinischen Zusammenhang bei „Blendung und Reflexion“ (2 Punkte)
  • Bildschirm und Arbeitsfläche werden so angeordnet, dass Fenster und Leuchten keine störenden Spiegelungen erzeugen
  • Tageslicht kommt günstig von der Seite und muss regulierbar sein
Erklären Sie den arbeitsmedizinischen Zusammenhang bei „Beleuchtung“ (2 Punkte)
  • Beleuchtung muss zur Sehaufgabe passen, ausreichend und gleichmäßig sein sowie starke Helligkeitskontraste vermeiden
  • Gute Beleuchtung unterstützt Sehleistung und vermindert visuelle Ermüdung
Erklären Sie den arbeitsmedizinischen Zusammenhang bei „Sehbeschwerden bei Bildschirmarbeit“ (2 Punkte)
  • Trockene Augen, Brennen, Kopfschmerz und verschwommenes Sehen können durch lange Nahsicht, seltenes Blinzeln, Blendung oder ungeeignete Korrektur entstehen
  • Blickwechsel und Unterbrechungen entlasten
Erklären Sie den arbeitsmedizinischen Zusammenhang bei „Raumklima“ (2 Punkte)
  • Temperatur, Luftfeuchte, Luftbewegung, Wärmestrahlung und Luftqualität beeinflussen Behaglichkeit und Konzentration
  • Beschäftigte sollten belastende Bedingungen melden und möglichst mitregulieren können
Erklären Sie den arbeitsmedizinischen Zusammenhang bei „Lärm unterhalb der Gehörschädigung“ (2 Punkte)
  • Auch nicht gehörschädigender Lärm kann Sprache verdecken, Konzentration stören, Fehler fördern und Stress erhöhen
  • Anforderungen hängen von der geistigen und kommunikativen Aufgabe ab
Erklären Sie den arbeitsmedizinischen Zusammenhang bei „Bildschirmarbeit und Bewegungswechsel“ (2 Punkte)
  • Sitzhaltung, Stehen, Gehen und kurze Unterbrechungen sollten wechseln
  • Die beste Einzelhaltung ersetzt keine bewegungsfördernde Arbeitsorganisation
Erklären Sie den arbeitsmedizinischen Zusammenhang bei „Ergotherapeutische Arbeitsplatzanalyse“ (2 Punkte)
  • Beobachtet werden tatsächliche Aufgabe, Blickwege, Greifen, Eingabeverhalten, Sitzdauer, Beschwerden und Umgebung
  • Anpassungen werden gemeinsam erprobt und an Leistung sowie Alltagstauglichkeit geprüft
Quellen

Sächsischer Lehrplan Ergotherapie 2024, S. 69, 22.07.2026

FÄCHER(6).zip / GAM/Ergonomische Arbeitsplatzgestaltung Zusammenfassung.pdf, 22.07.2026

FÄCHER(6).zip / GAM/Grundlagen Arbeitsmedizin.pdf, 22.07.2026

FÄCHER(6).zip / GAM/Grundlagen der Arbeitsmedizin 06.2025.pdf, 22.07.2026

Arbeitsformen, Taktarbeit und Fließbandarbeit
Fragen und Antworten
Erklären Sie den arbeitsmedizinischen Zusammenhang bei „Taktarbeit“ (2 Punkte)
  • Bei Taktarbeit wiederholt sich eine Aufgabe in vorgegebenen Zeitabschnitten
  • Das Tempo ist nur begrenzt individuell steuerbar, wodurch Verzögerungen rasch Zeitdruck erzeugen können
Erklären Sie den arbeitsmedizinischen Zusammenhang bei „Fließbandarbeit“ (2 Punkte)
  • Fließbandarbeit ist taktgebundene Arbeit mit fortlaufendem Material- oder Produktfluss
  • Arbeitsinhalt, Reihenfolge und Zeit sind häufig stark standardisiert
Erklären Sie den arbeitsmedizinischen Zusammenhang bei „Repetition als Belastung“ (2 Punkte)
  • Häufig gleiche Bewegungen belasten besonders, wenn Kraft, ungünstige Gelenkstellung, hohes Tempo und lange Dauer zusammentreffen
  • Eine geringe Einzelkraft ist deshalb nicht automatisch unbedenklich
Erklären Sie den arbeitsmedizinischen Zusammenhang bei „Monotonie“ (2 Punkte)
  • Monotonie entsteht bei reizarmen, gleichförmigen Anforderungen mit wenig geistiger Aktivierung
  • Aufmerksamkeit kann absinken, während körperliche Wiederholungsbelastung bestehen bleibt
Erklären Sie den arbeitsmedizinischen Zusammenhang bei „Zeitdruck und Störungen“ (2 Punkte)
  • Ein enger Takt lässt wenig Puffer für Fehler, Materialprobleme oder individuelle Schwankungen
  • Störungen erhöhen psychische Beanspruchung und können unsichere Ausgleichsbewegungen fördern
Erklären Sie den arbeitsmedizinischen Zusammenhang bei „Jobrotation“ (2 Punkte)
  • Jobrotation ist nur wirksam, wenn Aufgaben tatsächlich unterschiedliche Muskelgruppen, Haltungen und kognitive Anforderungen beanspruchen
  • Der Wechsel zwischen ähnlich belastenden Tätigkeiten reicht nicht
Erklären Sie den arbeitsmedizinischen Zusammenhang bei „Mikropausen“ (2 Punkte)
  • Sehr kurze regelmäßige Unterbrechungen können lokale Ermüdung und Aufmerksamkeitsabfall begrenzen
  • Sie ergänzen gesetzliche Pausen und müssen in den Arbeitsablauf eingeplant sein
Beschreiben Sie das arbeitsmedizinische Vorgehen bei „Arbeitsplatzgestaltung bei Taktarbeit“ (2 Punkte)
  • Werkzeuge, Greifräume, Arbeitshöhe und Materialzufuhr werden an Körpermaße und Bewegungsfolge angepasst
  • Unnötige Wege, starke Kräfte und Endstellungen sind zu reduzieren
Erklären Sie den arbeitsmedizinischen Zusammenhang bei „Beteiligung der Beschäftigten“ (2 Punkte)
  • Beschäftigte kennen reale Störungen, Umgehungslösungen und Belastungsspitzen
  • Ihre Beteiligung verbessert die Gefährdungsbeurteilung und erhöht die Alltagstauglichkeit von Maßnahmen
Beschreiben Sie das fachgerechte Vorgehen bei „Gefährdungsbeurteilung des Arbeitsablaufs“ (1 Punkt)
  • Bewertet wird nicht nur der Musterarbeitsplatz, sondern der tatsächliche Ablauf einschließlich Takt, Stückzahl, Störungen, Wechseln, Pausen, Qualitätsdruck und individuellen Anpassungsmöglichkeiten
Quellen

Sächsischer Lehrplan Ergotherapie 2024, S. 69, 22.07.2026

FÄCHER(6).zip / GAM/Fließbandarbeit.pdf, 22.07.2026

FÄCHER(6).zip / GAM/Grundlagen der Arbeitsmedizin 06.2025.pdf, 22.07.2026

FÄCHER(6).zip / GAM/Grundlagen Arbeitsmedizin.pdf, 22.07.2026

Arbeitszeit, Pausen, Schicht- und Nachtarbeit
Fragen und Antworten
Erklären Sie den arbeitsmedizinischen Zusammenhang bei „Schichtarbeit“ (2 Punkte)
  • Schichtarbeit liegt vor, wenn Beschäftigte sich nach einem festgelegten Plan an derselben Aufgabe oder Funktion zeitlich ablösen
  • Lage und Wechsel der Arbeitszeit beeinflussen Belastung und Erholung
Erklären Sie den arbeitsmedizinischen Zusammenhang bei „Circadianer Rhythmus“ (2 Punkte)
  • Der circadiane Rhythmus steuert unter anderem Schlafbereitschaft, Aufmerksamkeit, Körpertemperatur und Hormonausschüttung
  • Nachtarbeit verlangt Leistung in einer biologisch ungünstigen Phase
Erklären Sie den arbeitsmedizinischen Zusammenhang bei „Tagesschlaf nach Nachtschicht“ (2 Punkte)
  • Tagesschlaf ist häufig kürzer und störanfälliger als Nachtschlaf
  • Licht, Lärm, soziale Verpflichtungen und die innere Uhr erschweren vollständige Erholung
Beurteilen Sie die fachlichen Kriterien bei „Nachtarbeit: Sicherheitsrisiko“ (2 Punkte)
  • Aufmerksamkeit und Reaktionsfähigkeit sinken nachts, besonders gegen Morgen und nach langen Schichten
  • Müdigkeit erhöht Fehler-, Wege- und Unfallrisiko
Erklären Sie den arbeitsmedizinischen Zusammenhang bei „Vorwärtsrotation“ (2 Punkte)
  • Bei Vorwärtsrotation folgen Früh-, Spät- und Nachtschicht
  • Diese Richtung entspricht eher einer Verlängerung des biologischen Tages als eine rückwärts rotierende Abfolge
Erklären Sie den fachlichen Zusammenhang bei „Kurze Schichtfolgen“ (2 Punkte)
  • Wenige aufeinanderfolgende Nachtschichten begrenzen die Ansammlung von Schlafdefizit
  • Die konkrete Gestaltung muss dennoch Ruhezeiten, Belastung und individuelle Situation berücksichtigen
Erklären Sie den arbeitsmedizinischen Zusammenhang bei „Planbarkeit des Dienstplans“ (2 Punkte)
  • Früh veröffentlichte und verlässliche Pläne erleichtern Schlaf, Familie, Termine und soziale Teilhabe
  • Kurzfristige Wechsel vermindern Erholungsmöglichkeiten und Kontrolle
Erklären Sie den arbeitsmedizinischen Zusammenhang bei „Pausen in Nacht- und Schichtarbeit“ (2 Punkte)
  • Pausen werden vor ausgeprägter Ermüdung eingeplant und ermöglichen tatsächliche Erholung
  • Bei sicherheitskritischen Tätigkeiten können zusätzliche kurze Unterbrechungen erforderlich sein
Erklären Sie den arbeitsmedizinischen Zusammenhang bei „Koffein bei Nachtarbeit“ (2 Punkte)
  • Koffein kann Wachheit vorübergehend erhöhen, ersetzt aber keinen Schlaf
  • Späte oder hohe Mengen können den anschließenden Tagesschlaf verschlechtern
Unterscheiden Sie „Schichtarbeit: individuelle Unterschiede“ anhand fachlicher Kriterien (2 Punkte)
  • Chronotyp, Alter, Betreuungspflichten, Gesundheit, Pendelweg und Schlafumgebung verändern Verträglichkeit
  • Diese Faktoren rechtfertigen keine ungeprüfte Personalauswahl, sondern eine gute Gestaltung
Beschreiben Sie das arbeitsmedizinische Vorgehen bei „Ergotherapeutische Beratung bei Schichtarbeit“ (2 Punkte)
  • Alltagsroutinen für Schlaf, Mahlzeiten, Bewegung und soziale Termine werden an den Dienstplan angepasst
  • Grenzen entstehen, wenn der Plan selbst keine ausreichende Erholung zulässt
Quellen

Sächsischer Lehrplan Ergotherapie 2024, S. 69, 22.07.2026

FÄCHER(6).zip / GAM/Schichtarbeit.pdf, 22.07.2026

FÄCHER(6).zip / GAM/Grundlagen der Arbeitsmedizin 06.2025.pdf, 22.07.2026

FÄCHER(6).zip / GAM/Grundlagen Arbeitsmedizin.pdf, 22.07.2026

Hitze- und Kältearbeit
Fragen und Antworten
Erklären Sie den arbeitsmedizinischen Zusammenhang bei „Wärmebilanz des Körpers“ (2 Punkte)
  • Wärme entsteht durch Stoffwechsel und Muskelarbeit und wird über Strahlung, Leitung, Konvektion und Verdunstung abgegeben
  • Klima, Kleidung und Arbeitsintensität bestimmen, ob Wärme gespeichert wird
Erklären Sie den arbeitsmedizinischen Zusammenhang bei „Hohe Luftfeuchte bei Hitze“ (2 Punkte)
  • Hohe Luftfeuchte vermindert die Verdunstung von Schweiß
  • Der Körper kann Wärme schlechter abgeben, obwohl starkes Schwitzen und Flüssigkeitsverlust fortbestehen
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Hitzebelastung: Warnzeichen“ (1 Punkt)
  • Kopfschmerz, Schwindel, Übelkeit, Krämpfe, ungewöhnliche Erschöpfung, Verwirrtheit, Koordinationsverlust und Kollaps erfordern sofortige Entlastung und je nach Schwere medizinische Hilfe
Erklären Sie den arbeitsmedizinischen Zusammenhang bei „Akklimatisation“ (2 Punkte)
  • Wiederholte angepasste Hitzeexposition verbessert Schweißreaktion und Kreislaufanpassung
  • Die Wirkung benötigt Zeit und geht nach längerer Unterbrechung teilweise verloren
Erklären Sie den arbeitsmedizinischen Zusammenhang bei „Flüssigkeit bei Hitzearbeit“ (3 Punkte)
  • Getränke müssen rechtzeitig, regelmäßig und passend zur Belastung verfügbar sein
  • Starker Durst ist ein spätes Signal
  • Sehr hohe Verluste können zusätzlich eine abgestimmte Elektrolytzufuhr erfordern
Erklären Sie den fachlichen Zusammenhang bei „Kältearbeit: funktionelle Folgen“ (3 Punkte)
  • Kälte vermindert Hautdurchblutung, Sensibilität und Fingerbeweglichkeit
  • Greifen, Tasten und Reagieren werden unsicherer
  • Muskeltonus und Kraftaufwand können steigen
Erklären Sie den arbeitsmedizinischen Zusammenhang bei „Unterkühlung“ (2 Punkte)
  • Unterkühlung betrifft den gesamten Körper und zeigt sich zunächst durch starkes Zittern, Koordinations- und Denkstörungen
  • Fortschreitende Bewusstseinsstörung ist ein Notfall
Erklären Sie den arbeitsmedizinischen Zusammenhang bei „Erfrierung“ (2 Punkte)
  • Erfrierung ist eine lokale Kälteschädigung, besonders an Fingern, Zehen, Ohren und Nase
  • Taubheit, blasse oder verhärtete Haut verlangen Schutz vor weiterer Kälte und medizinische Beurteilung
Beschreiben Sie das fachgerechte Vorgehen bei „Technische Maßnahmen bei Klimaextremen“ (2 Punkte)
  • Vorrangig sind Abschirmung, Lüftung, Kühlung, Beheizung, Automatisierung und geeignete Arbeitsräume
  • Maßnahmen sollen die Exposition an der Quelle oder im Arbeitsbereich vermindern
Beschreiben Sie das fachgerechte Vorgehen bei „Organisatorische Maßnahmen bei Klimaextremen“ (2 Punkte)
  • Expositionszeiten, Arbeitsintensität, Pausenorte, Getränke, Schichtplanung und Akklimatisation werden angepasst
  • Besonders gefährdete Personen benötigen eine fachlich begründete individuelle Beratung
Beschreiben Sie das fachgerechte Vorgehen bei „Persönliche Schutzmaßnahmen bei Klimaextremen“ (2 Punkte)
  • Geeignete Kleidung, Handschuhe, Sonnen- oder Kälteschutz ergänzen technische und organisatorische Maßnahmen
  • Schutzkleidung kann bei Hitze selbst zusätzliche Wärmebelastung erzeugen
Quellen

Sächsischer Lehrplan Ergotherapie 2024, S. 69, 22.07.2026

FÄCHER(6).zip / GAM/Hitzearbeit.pdf, 22.07.2026

FÄCHER(6).zip / GAM/Kältearbeit.pdf, 22.07.2026

FÄCHER(6).zip / GAM/Grundlagen Arbeitsmedizin.pdf, 22.07.2026

Arbeitsunfälle, Wegeunfälle und Berufskrankheiten
Fragen und Antworten
Definieren Sie „Arbeitsunfall“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Ein Arbeitsunfall ist ein zeitlich begrenztes, von außen auf den Körper einwirkendes Ereignis infolge einer versicherten Tätigkeit, das zu Gesundheitsschaden oder Tod führt
Definieren Sie „Wegeunfall“ fachlich präzise (3 Punkte)
  • Versichert ist grundsätzlich der unmittelbare Weg zur oder von der Arbeits- beziehungsweise Ausbildungsstätte
  • Bestimmte notwendige Umwege können eingeschlossen sein
  • Private Unterbrechungen werden gesondert bewertet
Erklären Sie den arbeitsmedizinischen Zusammenhang bei „Meldepflichtiger Unfall“ (2 Punkte)
  • Das Unternehmen muss einen Arbeits- oder Wegeunfall anzeigen, wenn die versicherte Person stirbt oder mehr als drei Kalendertage arbeitsunfähig ist
  • Unabhängig davon ist eine betriebliche Dokumentation wichtig
Definieren Sie „Berufskrankheit“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Eine Berufskrankheit ist eine in der Berufskrankheiten-Verordnung bezeichnete Krankheit, die durch besondere berufliche Einwirkungen verursacht wurde und die rechtlichen Anerkennungsvoraussetzungen erfüllt
Definieren Sie „Arbeitsbedingte Erkrankung und Berufskrankheit“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • Arbeitsbedingte Erkrankungen werden durch Arbeit verursacht oder mitverursacht, ohne automatisch die Voraussetzungen einer Listen-Berufskrankheit zu erfüllen
  • Prävention ist trotzdem erforderlich
Erklären Sie den fachlichen Zusammenhang bei „Berufskrankheiten: Einwirkungsgruppen“ (1 Punkt)
  • Die BK-Liste umfasst unter anderem chemische Stoffe, physikalische Einwirkungen, Infektionen, Atemwegs- und Hauterkrankungen sowie bestimmte Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems
Beurteilen Sie die fachlichen Kriterien bei „BK-Verdachtsanzeige“ (2 Punkte)
  • Ärzte und Arbeitgeber müssen einen begründeten Verdacht dem Unfallversicherungsträger anzeigen
  • Auch Versicherte können eine Prüfung anstoßen
Erklären Sie den arbeitsmedizinischen Zusammenhang bei „Expositionsanamnese“ (2 Punkte)
  • Sie erfasst Art, Intensität, Dauer und Zeitraum beruflicher Einwirkungen sowie Tätigkeiten und Schutzmaßnahmen
  • Diese Angaben sind zentral für Prävention und Kausalitätsprüfung
Erklären Sie den arbeitsmedizinischen Zusammenhang bei „Kausalitätsprüfung“ (2 Punkte)
  • Geprüft werden gesicherte Diagnose, berufliche Einwirkung, zeitlicher Zusammenhang und konkurrierende Ursachen
  • Eine bloße zeitliche Nähe zur Arbeit genügt nicht
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Aufgaben der Unfallversicherung nach Versicherungsfall“ (2 Punkte)
  • Der Unfallversicherungsträger steuert Heilbehandlung, medizinische und berufliche Rehabilitation, Teilhabeleistungen und gegebenenfalls Geldleistungen
  • Ziel ist möglichst vollständige Wiederherstellung und Teilhabe
Erklären Sie den arbeitsmedizinischen Zusammenhang bei „Prävention vor Entschädigung“ (2 Punkte)
  • Unfallversicherungsträger sollen Gefährdungen mit geeigneten Mitteln verhüten
  • Nach einem Versicherungsfall haben Wiederherstellung und Teilhabe Vorrang vor dauerhaften Geldleistungen
Quellen

Sächsischer Lehrplan Ergotherapie 2024, S. 69, 22.07.2026

FÄCHER(6).zip / GAM/dguv-information-21-00-002-liste-berufskrankheiten-data.pdf, 22.07.2026

FÄCHER(6).zip / GAM/Fallbeispiele.pdf, 22.07.2026

FÄCHER(6).zip / GAM/Aufgabe 26.06.2025 SOL.docx, 22.07.2026

Berufliche Rehabilitation, Leistungsprofil und Ergotherapie
Fragen und Antworten
Ordnen Sie „Berufliche Rehabilitation: Ziel“ fachlich ein (2 Punkte)
  • Berufliche Rehabilitation soll Erwerbsfähigkeit und Teilhabe am Arbeitsleben erhalten, verbessern oder wiederherstellen
  • Maßstab ist eine nachhaltige Passung zwischen Person, Tätigkeit und Umfeld
Erklären Sie den arbeitsmedizinischen Zusammenhang bei „Leistungsprofil“ (1 Punkt)
  • Das Leistungsprofil beschreibt aktuelle körperliche, sensorische, kognitive, psychische und soziale Fähigkeiten sowie Belastbarkeit, Tempo, Ausdauer und benötigte Unterstützung
Erklären Sie den arbeitsmedizinischen Zusammenhang bei „Anforderungsprofil“ (1 Punkt)
  • Das Anforderungsprofil beschreibt konkrete Aufgaben, Qualität, Tempo, Arbeitszeit, Körperhaltungen, Kräfte, kognitive Anforderungen, soziale Bedingungen und Umweltfaktoren eines Arbeitsplatzes
Beschreiben Sie das arbeitsmedizinische Vorgehen bei „Profilvergleich“ (2 Punkte)
  • Leistungs- und Anforderungsprofil werden systematisch verglichen
  • Abweichungen können durch Training, Hilfsmittel, Arbeitsplatzanpassung, Aufgabenänderung, Qualifizierung oder einen anderen Arbeitsplatz bearbeitet werden
Beschreiben Sie das arbeitsmedizinische Vorgehen bei „Stufenweise Wiedereingliederung“ (3 Punkte)
  • Die Arbeitszeit und Belastung werden nach längerer Erkrankung schrittweise gesteigert
  • Verlauf, Beschwerden und Leistungsentwicklung werden überprüft
  • Die Maßnahme ist kein bloßes Durchhaltenstraining
Erklären Sie den arbeitsmedizinischen Zusammenhang bei „Arbeitsplatzwechsel“ (2 Punkte)
  • Ein Wechsel wird erwogen, wenn die bisherige Tätigkeit trotz angemessener Anpassung dauerhaft nicht sicher oder gesundheitsgerecht möglich ist
  • Er soll Qualifikation und Teilhabe möglichst erhalten
Erklären Sie den arbeitsmedizinischen Zusammenhang bei „Qualifizierung und Umschulung“ (3 Punkte)
  • Qualifizierung erweitert Fähigkeiten für angepasste Aufgaben
  • Umschulung führt zu einer neuen beruflichen Qualifikation
  • Auswahl und Umfang richten sich nach Eignung, Arbeitsmarkt und Rehabilitationsziel
Erklären Sie den arbeitsmedizinischen Zusammenhang bei „Technische Arbeitshilfen“ (2 Punkte)
  • Technische Hilfen gleichen funktionelle Einschränkungen aus oder vermindern Belastung, etwa angepasste Eingabegeräte, Hebehilfen oder spezielle Werkzeuge
  • Sie müssen sicher, trainiert und alltagstauglich sein
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Besondere Beschäftigungsformen“ (2 Punkte)
  • Bei hohem Unterstützungsbedarf können besondere oder geschützte Beschäftigungsformen Teilhabe ermöglichen
  • Ziel, Rechte, Entwicklungsmöglichkeiten und Übergänge in andere Arbeitsformen bleiben zu prüfen
Ordnen Sie „Berufsgenossenschaft in der Rehabilitation“ fachlich ein (2 Punkte)
  • Nach Arbeitsunfall oder Berufskrankheit koordiniert der Unfallversicherungsträger medizinische, berufliche und soziale Leistungen
  • Er kann Arbeitsplatzanpassung, Qualifizierung und Hilfsmittel finanzieren
Leiten Sie aus „Ergotherapeutische Arbeitsanalyse“ Konsequenzen für die ergotherapeutische Praxis ab (2 Punkte)
  • Ergotherapeuten zerlegen reale Tätigkeiten in Handlungsschritte und Anforderungen
  • Sie beobachten Ausführung, Sicherheit, Tempo, Ausdauer, Strategien und Umweltpassung unter möglichst arbeitsnahen Bedingungen
Begründen Sie die fachliche Bedeutung von „Arbeitstherapie: Bedeutung“ (2 Punkte)
  • Arbeitstherapie nutzt gezielte, realitätsnahe Tätigkeiten zur Befundung, Förderung und Erprobung arbeitsbezogener Fähigkeiten
  • Das Mittel wird nach dem konkreten Betätigungsziel gewählt, nicht als Selbstzweck
Erklären Sie den arbeitsmedizinischen Zusammenhang bei „Ergotherapeutische Verlaufsbewertung“ (2 Punkte)
  • Ziele, Beobachtungskriterien und Belastungsstufen werden vorab festgelegt
  • Fortschritt zeigt sich in sicherer Ausführung, geringerer Hilfe, stabilerer Qualität, angemessenem Tempo und nachhaltiger Erholung
Quellen

Sächsischer Lehrplan Ergotherapie 2024, S. 69, 22.07.2026

FÄCHER(6).zip / GAM/Fachartikel berufliche Reha.docx, 22.07.2026

FÄCHER(6).zip / GAM/Ergotherapeutische Mittel in der Ausbildung.pdf, 22.07.2026

FÄCHER(6).zip / GAM/Grundlagen Arbeitsmedizin.pdf, 22.07.2026

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