Grundlagen der Ergotherapie

140 Ustd.4 Kapitel334 Fragen
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Einleitung

Im Fach „Grundlagen der Ergotherapie“ wird das Berufsbild der Ergotherapeutin/des Ergotherapeuten aus medizinischer und sozialwissenschaftlicher Sicht betrachtet. Damit nimmt das Fach eine zentrale Bedeutung im Gesamtgefüge der Ausbildung ein und bildet eine wesentliche Schnittstelle zu den ergotherapeutischen Behandlungsverfahren.

Die Schülerinnen und Schüler erwerben Wissen zu Grundlagen des Handelns, setzen sich mit mindestens einem konzeptionellen Modell der Ergotherapie auseinander und können dieses als Basis ihres Handelns gezielt nutzen. Sie entwickeln ein Verständnis zum Begriff Persönlichkeit allgemein und werden sich dabei ihrer eigenen Persönlichkeit sowie therapeutischen Rolle und deren Aufgaben bewusst.

Bei der Vermittlung der themenbezogenen Inhalte sind die theoretischen Grundlagen in engem Zusammenhang mit Handlungen und Handlungskompetenzen zu vermitteln. Der Unterricht ist handlungsorientiert auszurichten und durch Einbeziehung der Erfahrungen der Schülerinnen und Schüler aus ihrer praktischen Ausbildung sowie Übungen zu Selbst- und Fremdwahrnehmung zu ergänzen.

Bei der Gestaltung des Unterrichtes sind insbesondere Abstimmungen mit den Fächern „Psychologie und Pädagogik“, „Behindertenpädagogik“, „Medizinsoziologie und Gerontologie“, „Berufs-, Gesetzes- und Staatskunde“, „Grundlagen der Gesundheitslehre und Hygiene“, „Allgemeine Krankheitslehre“ sowie „Spezielle Krankheitslehre“ vorzunehmen.

Quelle

Sächsisches Staatsministerium für Kultus: Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin, freigegeben ab 1. August 2020, S. 113-117.

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01 Ergotherapie unter wissenschaftlichen Aspekten 26 Ustd. 154 Unterfragen
Lehrplananforderung

Die Schülerinnen und Schüler begreifen die Bedeutung der Medizin- und Sozialwissenschaften als Basiswissenschaften ergotherapeutischer Verfahren und können die Stellung der Ergotherapie im heutigen Gesundheitswesen einordnen. Sie verstehen die Handlungsdefinition und erkennen, wie physische, psychische, geistige und soziale Faktoren die Handlungsfähigkeiten beeinflussen können. Die Schülerinnen und Schüler besitzen einen Überblick über verschiedene Modelle, wobei sie in der Lage sind, mindestens ein Modell der Ergotherapie in ihrem therapeutischen Handeln gezielt zu nutzen.

Quelle: Sächsisches Staatsministerium für Kultus: Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin, freigegeben ab 1. August 2020, S. 114.

Fragen & Antworten154

Kapitelkern

Erläutern Sie den ergotherapeutischen Kern von „Wissenschaftliche Basis der Ergotherapie“. 3 P
  • Ergotherapie verbindet medizinische, psychologische, pädagogische und sozialwissenschaftliche Erkenntnisse mit einer eigenständigen betätigungsbezogenen Perspektive
  • Bezugswissenschaften liefern Erklärungen
  • Ergotherapeutische Modelle ordnen deren Bedeutung für Handlungsfähigkeit und Teilhabe
Erläutern Sie den ergotherapeutischen Kern von „Handlungstheoretischer Kern“. 3 P
  • Handeln ist zielgerichtet, motiviert, strukturiert und in Person-Umwelt-Beziehungen eingebettet
  • Lernen entsteht durch Ausführung, Rückmeldung und Reflexion
  • Therapie untersucht deshalb nicht nur Funktionen, sondern die Organisation bedeutsamer Betätigung
Erläutern Sie den ergotherapeutischen Kern von „Praxismodelle im therapeutischen Handeln“. 2 P
  • MOHO und CMOP-E bieten unterschiedliche, aber ergänzende Ordnungen für Motivation, Rollen, Gewohnheiten, Person, Umwelt und Betätigung
  • Ein Modell wird erst praxisrelevant, wenn es Befund, Ziel und Intervention nachvollziehbar verändert
Definieren Sie „ICF als gemeinsame Klassifikationssprache“ fachlich präzise. 2 P
  • Die ICF beschreibt Funktionsfähigkeit und Behinderung über Körperfunktionen und -strukturen, Aktivitäten, Partizipation und Umweltfaktoren
  • Sie ergänzt Diagnosen, ersetzt aber kein ergotherapeutisches Praxismodell und keine individuelle Zielsetzung

Kernauftrag und Berufsbild der Ergotherapie

Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Ausgangspunkt“. 2 P
  • Ergotherapie unterstützt Menschen dabei, für sie wichtige Betätigungen auszuführen oder wiederzugewinnen
  • Im Mittelpunkt steht nicht eine einzelne Körperfunktion, sondern die Frage, wie eine Person ihren Alltag in Selbstversorgung, Produktivität, Bildung, Arbeit, Freizeit und sozialem Leben gestalten kann
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Kernauftrag der Ergotherapie“. 4 P
  • Ergotherapeutisches Handeln verbindet Person, Betätigung und Umwelt
  • Einschränkungen können aus körperlichen, psychischen, kognitiven oder sozialen Bedingungen entstehen
  • Ebenso können räumliche, materielle, institutionelle und zwischenmenschliche Barrieren die Betätigung erschweren
  • Therapie setzt deshalb an Fähigkeiten, Gewohnheiten, Aufgaben und Kontextbedingungen an
Ordnen Sie „Berufsbild der Ergotherapie“ im Kontext von „Kernauftrag und Berufsbild der Ergotherapie“ fachlich ein. 2 P
  • Ergotherapeutinnen und Ergotherapeuten erheben Betätigungsanliegen, analysieren Anforderungen, vereinbaren Ziele, planen Interventionen, führen sie durch und überprüfen deren Wirkung
  • Sie üben konkrete Alltagshandlungen, verändern Aufgaben und Umweltbedingungen, beraten Bezugspersonen und koordinieren sich mit anderen Berufsgruppen
Erläutern Sie den ergotherapeutischen Kern von „Ergotherapeutische Grundhaltung“. 4 P
  • Die Person wird nicht auf eine Diagnose reduziert
  • Ihre Ziele, Rollen, Erfahrungen und Entscheidungen bilden eine eigenständige Wissensquelle
  • Klientenzentrierung bedeutet jedoch nicht, jede gewünschte Maßnahme unkritisch umzusetzen
  • Fachliche Verantwortung umfasst Sicherheit, Indikation, realistische Zielklärung, Transparenz und gemeinsame Entscheidungen

Medizinische, naturwissenschaftliche und sozialwissenschaftliche Grundlagen

Erläutern Sie den ergotherapeutischen Kern von „Bezugswissenschaften“. 3 P
  • Ergotherapie ist eine eigenständige Profession, greift aber auf Wissen anderer Wissenschaften zurück
  • Bezugswissenschaften liefern Begriffe, Erklärungsmodelle, Untersuchungsverfahren und Begründungen für therapeutische Entscheidungen
  • Übernommenes Wissen muss für ergotherapeutische Fragestellungen übersetzt und kritisch geprüft werden
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Medizin und Naturwissenschaften“. 3 P
  • Medizinische Grundlagen helfen, Krankheitsbilder, Heilungsverläufe, Risiken und Belastungsgrenzen zu verstehen
  • Anatomie, Physiologie und Neurowissenschaften erklären Funktionen und Anpassungsprozesse
  • Dieses Wissen ist notwendig, reicht aber allein nicht aus, weil aus einer Diagnose nicht unmittelbar hervorgeht, welche Betätigung für einen Menschen bedeutsam oder problematisch ist
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Sozialwissenschaften“. 2 P
  • Psychologie, Soziologie, Pädagogik und Kulturwissenschaft untersuchen Erleben, Lernen, Handeln, Rollen, Gruppen, Institutionen und gesellschaftliche Bedingungen
  • Sie machen verständlich, weshalb dieselbe Funktionsstörung in unterschiedlichen Lebenslagen sehr verschiedene Folgen haben kann
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Philosophie und Ethik“. 2 P
  • Philosophische Fragen betreffen Menschenbild, Freiheit, Verantwortung, Normalität und gutes Leben
  • Sie sind praktisch bedeutsam, wenn Therapieziele festgelegt, Risiken abgewogen oder Selbstbestimmung und Schutz miteinander in Beziehung gesetzt werden
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Ergotherapeutische Integration“. 2 P
  • Gute Praxis verbindet medizinisches Wissen mit Betätigungsanalyse, Kontextwissen und der Perspektive der Person
  • Bezugswissenschaften sollen den ergotherapeutischen Blick erweitern, nicht ihn ersetzen

Psychologie, Soziologie und Pädagogik als Bezugswissenschaften

Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Psychologie“. 3 P
  • Psychologie untersucht Erleben, Denken und Verhalten
  • Für die Ergotherapie sind unter anderem Wahrnehmung, Motivation, Emotion, Gedächtnis, Lernen, Entwicklung und Kommunikation bedeutsam
  • Psychologische Erkenntnisse helfen, Verhalten nicht vorschnell als Unwillen zu deuten und Anleitung, Beziehung sowie Belastung passend zu gestalten
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Soziologie“. 3 P
  • Soziologie untersucht soziale Beziehungen, Rollen, Normen, Gruppen und Institutionen
  • Krankheit oder Behinderung verändern nicht nur Körperfunktionen, sondern auch Zugehörigkeit, Einkommen und Zugang zu Bildung, Arbeit oder Freizeit
  • Umgekehrt prägen soziale Bedingungen Gesundheit, Versorgung und Teilhabe
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Pädagogik“. 3 P
  • Pädagogik liefert Grundlagen für Lernen, Vermittlung und Anleitung
  • Ergotherapeutische Interventionen enthalten häufig Lernprozesse: eine neue Technik erwerben, eine Aufgabe strukturieren, ein Hilfsmittel nutzen oder Gewohnheiten verändern
  • Unterrichts- und Beratungssituationen müssen an Voraussetzungen, Motivation und Alltag der Person angepasst werden
Erläutern Sie den ergotherapeutischen Kern von „Integration der Bezugswissenschaften“. 2 P
  • Die Bezugswissenschaften erklären unterschiedliche Teile derselben Situation
  • Ergotherapeutische Planung führt diese Perspektiven zusammen und hält den Bezug zur konkreten Betätigung aufrecht

Aktivität, Handlung, Betätigung und Occupational Performance

Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Aktivität“. 2 P
  • In der ICF bezeichnet Aktivität die Durchführung einer Aufgabe oder Handlung durch einen Menschen
  • Der Begriff beschreibt zunächst, was getan wird, ohne automatisch die persönliche Bedeutung oder den sozialen Zusammenhang vollständig abzubilden
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Handlung“. 4 P
  • Eine Handlung ist bewusst gewählt, zielgerichtet, zeitlich und inhaltlich gegliedert
  • Sie wird durch Motive und Willen beeinflusst und soll eine Situation verändern
  • Handlungen bestehen aus Teilhandlungen und Operationen
  • Ein Frühstück zuzubereiten umfasst beispielsweise Planen, Bereitstellen, Schneiden, Erhitzen und Aufräumen
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Betätigung“. 3 P
  • Betätigung bezeichnet strukturierte und für die Person bedeutsame Aktivitäten des täglichen Lebens
  • Sie entsteht in der Wechselwirkung zwischen Person, Aufgabe und Umwelt
  • Eine äußerlich gleiche Tätigkeit kann für zwei Menschen eine andere Bedeutung besitzen: Kochen kann Versorgung, Beruf, Familienrolle, Genuss oder Belastung sein
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Occupational Performance“. 2 P
  • Occupational Performance meint Ausführung und Prozess, durch den ein Mensch bei einer Betätigung mit seiner Umwelt verbunden ist
  • Entscheidend ist, ob er kulturell und altersbezogen passende Betätigungen auswählen, organisieren und für sich zufriedenstellend ausführen kann
Leiten Sie die ergotherapeutische Bedeutung von Aktivität, Handlung, Betätigung und Occupational Performance ab. 2 P
  • Therapie untersucht nicht nur, ob eine Bewegung möglich ist
  • Sie fragt, welche Handlung damit gelingen soll, unter welchen Bedingungen sie stattfindet und wie die Person ihre Ausführung bewertet

Grundsätze bedeutungsvoller Betätigung

Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Der Mensch als sich betätigendes Wesen“. 3 P
  • Menschen gestalten ihr Leben durch Tun
  • Betätigung dient nicht nur der Versorgung
  • Sie strukturiert Zeit, vermittelt Rollen, ermöglicht Zugehörigkeit und trägt zu Identität und Sinn bei
Erklären Sie den fachlichen Zusammenhang bei „Dynamische Wechselwirkung“. 3 P
  • Betätigung entsteht aus der Interaktion zwischen Individuum, Aktivität und Kontext
  • Fähigkeiten allein erklären daher nicht, ob eine Handlung gelingt
  • Ein passender Gegenstand, eine verständliche Anweisung, soziale Unterstützung oder eine veränderte Umgebung können die Ausführung wesentlich verändern
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Persönliche Erfahrung“. 2 P
  • Die Bedeutung einer Betätigung kann nicht von außen vollständig festgelegt werden
  • Therapeutisch scheinbar kleine Handlungen können für eine Person zentral sein, während eine objektiv komplexe Aufgabe für sie wenig Bedeutung besitzt
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Gesundheit und Wohlbefinden“. 3 P
  • Bedeutungsvolle Betätigung kann Kompetenz, Selbstwirksamkeit, soziale Verbindung und Tagesstruktur stärken
  • Sie kann aber auch überfordern, ausgrenzen oder gesundheitsschädlich sein
  • Deshalb werden Bedeutung und Belastung gemeinsam betrachtet
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Recht auf Betätigung“. 3 P
  • Menschen können Betätigungsbeeinträchtigungen durch eigene Voraussetzungen, Erwartungen der Umwelt oder strukturelle Barrieren erleben
  • Ergotherapie richtet sich daher nicht nur auf Training, sondern auch auf Zugang, Anpassung und Teilhabe
  • Engagement entsteht häufig dadurch, dass eine Betätigung verständlich, erreichbar und persönlich relevant wird

Betätigungsfokussiert, betätigungsorientiert und betätigungsbasiert

Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Drei Abstufungen des Betätigungsbezugs“. 2 P
  • Die Begriffe beschreiben, wie konsequent Betätigung den therapeutischen Prozess bestimmt
  • Sie sind keine Wertung einzelner Übungen, sondern helfen zu prüfen, ob der Bezug zum Alltag erhalten bleibt
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Betätigungsfokussiert“. 3 P
  • Betätigung bildet die berufsspezifische Perspektive
  • Die Therapeutin fragt, welche Alltagsrollen und Betätigungen für die Person im Vordergrund stehen
  • Auch wenn zunächst Körperfunktionen untersucht werden, bleibt deren Bedeutung für konkrete Handlungen sichtbar
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Betätigungsorientiert“. 3 P
  • Betätigung steht bei Evaluation und Zielklärung im Mittelpunkt
  • Ein Instrument wie das COPM kann Betätigungsanliegen priorisieren
  • Die Intervention kann jedoch mit vorbereitenden Tätigkeiten oder Funktionsübungen arbeiten, ohne die Zielbetätigung unmittelbar auszuführen
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Betätigungsbasiert“. 3 P
  • Die tatsächliche Betätigung ist Hauptbestandteil der Intervention
  • Sie wird möglichst in realer oder realitätsnaher Umwelt ausgeführt
  • Beispiel: Nicht nur Armbewegungen trainieren, sondern die Katze füttern, einkaufen oder einen Arbeitsplatz vorbereiten
Definieren Sie „Qualitätsmerkmal der Betätigungsorientierung“ fachlich präzise. 3 P
  • Betätigungsbasiert ist nicht automatisch besser, wenn die Handlung unsicher oder zu komplex ist
  • Vorbereitende Verfahren können notwendig sein
  • Entscheidend ist, dass sie transparent auf ein Betätigungsziel bezogen, dosiert und später in die reale Handlung übertragen werden

Betätigungsprofil und Tagesprofil

Erklären Sie den Zweck von „Betätigungsprofil und Tagesprofil“. 2 P
  • Ein Betätigungs- oder Tagesprofil macht sichtbar, was eine Person im Alltag tatsächlich tut
  • Es erfasst nicht nur Schwierigkeiten, sondern auch gelingende Routinen, Rollen, Interessen, Unterstützungen und belastende Situationen
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Leitfragen des Betätigungsprofils“. 7 P
  • Ein Profil kann nach Zeit, Betätigung, Rolle, Ort, beteiligten Personen, Hilfestellung, Zufriedenheit und Wichtigkeit gegliedert werden
  • Die wichtigsten Fragen lauten: Was geschieht?
  • Wann und wo?
  • Mit wem?
  • Was gelingt?
  • Wo entstehen Barrieren?
  • Was möchte die Person verändern?
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Nutzen des Betätigungsprofils“. 2 P
  • Das Profil erleichtert den Einstieg in ein klientenzentriertes Gespräch
  • Es zeigt Zusammenhänge, die in einer Funktionsprüfung unbemerkt bleiben: Zeitdruck am Morgen, fehlende Pausen, ein überfüllter Tagesablauf, soziale Isolation oder eine wichtige Betätigung, die nicht mehr stattfindet
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Ressourcen im Betätigungsprofil“. 3 P
  • Auch problemfreie Betätigungen werden aufgenommen
  • Sie zeigen Ressourcen, Gewohnheiten und mögliche Anknüpfungspunkte
  • Die Person bewertet selbst, welche Ausführung zufriedenstellend ist und welche Veränderung Priorität besitzt
Beurteilen Sie die fachlichen Kriterien bei „Grenzen des Betätigungsprofils“. 2 P
  • Ein einzelner Tag ist nicht repräsentativ für alle Wochentage und Lebensbereiche
  • Das Profil wird deshalb als Gesprächsbasis genutzt und bei Bedarf durch Beobachtung, COPM, Angehörigengespräch oder konkrete Betätigungsanalyse ergänzt

Handlungsfähigkeit und Handlungsdysfunktion

Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Handlungsfähigkeit“. 2 P
  • Handlungsfähigkeit zeigt sich darin, dass ein Mensch individuell bedeutsame Betätigungen in Selbstversorgung, Produktivität und Freizeit auswählen, planen und ausführen kann
  • Sie umfasst nicht nur motorische Fertigkeiten, sondern auch Motivation, Orientierung, Problemlösen, Kommunikation und Anpassung an Bedingungen
Erklären Sie den fachlichen Zusammenhang bei „Handlungsdysfunktion“. 2 P
  • Eine Handlungsdysfunktion liegt vor, wenn alltägliche Aufgaben oder Rollen zeitweise oder dauerhaft nicht zufriedenstellend bewältigt werden können
  • Die Ursache kann in körperlichen oder psychischen Voraussetzungen, in einer unpassenden Aufgabe, in Gewohnheiten oder in Umweltbarrieren liegen
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Situationsabhängigkeit“. 3 P
  • Eine Person kann dieselbe Handlung in einer Situation ausführen und in einer anderen nicht
  • Ruhe, vertraute Materialien, Zeit, Unterstützung oder ein klarer Ablauf können die Leistung verändern
  • Deshalb darf aus einer einzelnen Beobachtung keine pauschale Fähigkeit oder Unfähigkeit abgeleitet werden
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Ergotherapeutischer Auftrag“. 3 P
  • Befund und Therapie prüfen, welche Bedingungen das Handeln fördern oder hemmen
  • Interventionen können Fähigkeiten trainieren, Strategien vermitteln, Aufgaben vereinfachen, Umgebungen verändern oder Unterstützung organisieren
  • Ziel ist nicht nur korrektes Verhalten im Therapieraum, sondern eine tragfähige Handlung im Alltag

Äußere und personale Handlungsbedingungen

Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Äußere Bedingungen“. 4 P
  • Materielle Bedingungen umfassen Gegenstände, Werkzeuge, Raum, Zeit und Geld
  • Kulturelle Bedingungen betreffen Normen, Werte und religiöse Vorstellungen
  • Soziale Bedingungen entstehen durch Rollen, Gesetze und Erwartungen
  • Interpersonelle Bedingungen zeigen sich in Unterstützung, Konflikt, Anleitung und Zusammenarbeit
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Personale Bedingungen“. 4 P
  • Kognitive Voraussetzungen sind beispielsweise Aufmerksamkeit, Gedächtnis, Orientierung und Planung
  • Emotionale und motivationale Bedingungen umfassen Interessen, Mut, Freude, Angst, Werte und Selbstbild
  • Motorische Voraussetzungen betreffen Kraft, Beweglichkeit, Koordination und Feinmotorik
  • Hinzu kommen kommunikative und soziale Fähigkeiten
Erklären Sie den fachlichen Zusammenhang bei „Wechselwirkung“. 3 P
  • Bedingungen wirken nicht isoliert
  • Ein schweres Gefäß kann bei geringer Kraft zur Barriere werden, mit einem passenden Griff jedoch nutzbar sein
  • Eine bekannte Aufgabe kann trotz Gedächtnisproblem gelingen, während eine neue Aufgabe mehr Anleitung verlangt
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Befundlogik der Handlungsbedingungen“. 3 P
  • Ergotherapeutische Beobachtung beschreibt immer Person, Aufgabe und Situation
  • Statt „kann nicht kochen“ wird konkretisiert: Welche Teilschritte, Materialien, Zeitbedingungen und Unterstützungen waren vorhanden?
  • So entstehen veränderbare Ansatzpunkte statt globaler Defiziturteile

Ziel, Motiv, Motivation und Wille

Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Ziel“. 2 P
  • Das Ziel beschreibt das angestrebte Ergebnis: Wohin soll die Handlung führen?
  • Es richtet Aufmerksamkeit, beeinflusst Planung und ermöglicht später einen Vergleich zwischen Absicht und Ergebnis
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Motiv“. 3 P
  • Das Motiv beantwortet, wozu oder weshalb die Handlung für eine Person bedeutsam ist
  • Motive entstehen aus Bedürfnissen, Interessen, Werten, Rollen und Erfahrungen
  • Sie verleihen der Handlung persönlichen Sinn und stellen Handlungsenergie bereit
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Motivation“. 3 P
  • Motivation entsteht aus dem Zusammenspiel von Ziel, Motiv, erwarteter Wirksamkeit und wahrgenommenen Bedingungen
  • Eine Person kann ein Ziel wichtig finden, aber wegen wiederholter Misserfolge, Angst oder fehlender Aussicht wenig Aktivität zeigen
  • Verminderte Ausführung ist deshalb nicht automatisch fehlender Wille
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Wille und Volition“. 2 P
  • Wille bezeichnet die bewusste Bereitstellung und Verteilung von Handlungsenergie, besonders wenn Schwierigkeiten überwunden oder Bedürfnisse aufgeschoben werden müssen
  • Volition umfasst zusätzlich Interessen, Werte und das Erleben eigener Wirksamkeit
Leiten Sie therapeutische Konsequenzen aus „Ziel, Motiv, Motivation und Wille“ ab. 2 P
  • Ziele werden gemeinsam konkretisiert, Aufgaben an Bedeutung angeknüpft und Erfolge nachvollziehbar gemacht
  • Druck kann kurzfristig Aktivität erzeugen, stärkt aber nicht zwingend eigenständige Motivation

Der Handlungsablauf als Rückkopplungskreis

Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Sequenzielle Struktur“. 3 P
  • Handlungen verlaufen nicht als ungegliederte Bewegung
  • Ein handlungstheoretisches Modell unterscheidet Orientierung, Planung, Durchführung, Vergleich und Veränderung
  • Die Phasen können sich überschneiden und werden bei vertrauten Tätigkeiten teilweise automatisiert
Ordnen Sie „Der Handlungsablauf als Rückkopplungskreis“ systematisch ein. 3 P
  • Die Person erfasst Situation, Ziel und Bedingungen
  • Sie entscheidet, welche Handlung verfolgt wird
  • Fehlende Orientierung zeigt sich beispielsweise in vorschnellem Beginn, unklarem Ziel oder übersehenen Anforderungen
Beschreiben Sie das fachgerechte Vorgehen bei „Planung und Durchführung“. 3 P
  • In der Planung werden Handlungsschritte, Material und Reihenfolge festgelegt
  • Während der Durchführung wird der Plan umgesetzt
  • Bereits dabei können Rückmeldungen zu Korrekturen führen
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Vergleich und Veränderung“. 3 P
  • Das Ergebnis wird mit dem Ziel verglichen
  • Bei Übereinstimmung kann ein erfolgreicher Ablauf gefestigt werden
  • Bei Abweichung werden Material, Reihenfolge, Tempo oder Strategie angepasst
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Ergotherapeutische Beobachtung“. 4 P
  • Die Frage lautet nicht nur, ob das Produkt gelingt
  • Beobachtet wird, in welcher Phase Schwierigkeiten auftreten
  • Ein Fehler kann aus unklarer Zielvorstellung, mangelhafter Planung, motorischer Ausführung oder fehlender Selbstkontrolle entstehen
  • Interventionen werden entsprechend unterschiedlich gewählt

Der hierarchische Aufbau von Handlungen

Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Ebenen“. 4 P
  • Eine komplexe Betätigung besteht aus Handlungen, Teilhandlungen und Operationen
  • Eine Reise vorzubereiten kann die Teilhandlung „Rucksack packen“ enthalten
  • Dazu gehören Operationen wie Schrank öffnen, Kleidung auswählen, falten und einordnen
  • Auf unterster Ebene stehen Bewegungen und Muskelaktivitäten
Begründen Sie die fachliche Bedeutung von „Bedeutung der Ebene“. 3 P
  • Die gewählte Analyseebene verändert die Intervention
  • Wird ausschließlich die Muskelaktivität betrachtet, kann der Sinn der Gesamtbetätigung verloren gehen
  • Wird nur das Endziel betrachtet, bleiben konkrete Fehlerquellen unklar
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Handlungsanalyse“. 2 P
  • Eine Analyse zerlegt nur so weit, wie es für die Fragestellung nötig ist
  • Sie beschreibt Reihenfolge, Material, Sicherheitsanforderungen, sensorische und kognitive Anforderungen, soziale Abstimmung sowie Möglichkeiten der Vereinfachung
Beschreiben Sie das fachgerechte Vorgehen bei „Anleitung auf passender Handlungsebene“. 2 P
  • Bei neuen oder gestörten Handlungen können Teilziele sichtbar gemacht, Schritte visualisiert oder Operationen einzeln geübt werden
  • Hilfen werden anschließend wieder zusammengeführt, damit eine flüssige Gesamtbetätigung entsteht
Beschreiben Sie das ergotherapeutische Vorgehen bei „Transfer zwischen Handlungsebenen“. 2 P
  • Das Beherrschen einzelner Bewegungen garantiert nicht die selbstständige Handlung
  • Umgekehrt kann eine Person trotz Funktionsstörung durch Strategie, Hilfsmittel und Umweltanpassung ein bedeutsames Ziel erreichen

Rückmeldung, Reflexion und Lernen durch Handeln

Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Gegenständliche Veränderung“. 2 P
  • Handeln verändert Gegenstände, Materialien oder Situationen
  • Ein sichtbares Produkt bietet unmittelbare Rückmeldung: Das Ergebnis kann geprüft, ein Fehler erkannt und eine Strategie angepasst werden
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Selbstveränderung“. 3 P
  • Handeln verändert zugleich die handelnde Person
  • Aktuelle Wirkungen wie Anspannung, Freude oder Ermüdung können vorübergehen
  • Habituelle Veränderungen wie neue Fertigkeiten, Gewohnheiten, Wissen und Einstellungen bleiben länger bestehen
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Bewusste Regulation“. 4 P
  • Bei schwierigen Situationen richtet sich Aufmerksamkeit auf kritische Momente
  • Abbruch, Neustrukturierung und Korrektur werden möglich
  • Bei automatisierten Gewohnheiten geschieht vieles unbewusst
  • Bei Störungen muss die Handlung häufig wieder stärker bewusst gesteuert werden
Erläutern Sie die Reflexion bei „Rückmeldung, Reflexion und Lernen durch Handeln“. 3 P
  • Erfahrung wird nicht automatisch zu Lernen
  • Reflexion verbindet Ziel, Vorgehen, Ergebnis und Rückmeldung
  • Die Person beschreibt, was sie versucht hat, wodurch etwas gelang und was beim nächsten Mal verändert werden soll
Erläutern Sie den ergotherapeutischen Kern von „Therapeutische Rückmeldung“. 3 P
  • Feedback bezieht sich auf beobachtbares Verhalten und konkrete Folgen
  • Es unterstützt Selbstbeobachtung, statt nur eine Bewertung von außen zu liefern
  • Transfer wird geplant, indem die Strategie in anderen Situationen und mit variierenden Anforderungen erprobt wird

Modelle, Konzepte, Methoden und Verfahren

Erläutern Sie den ergotherapeutischen Kern von „Modell“. 3 P
  • Ein Modell bildet ausgewählte Zusammenhänge vereinfacht ab
  • Ergotherapeutische Praxismodelle strukturieren den Blick auf Person, Umwelt, Betätigung und Veränderung
  • Sie helfen, Fragen zu ordnen und Entscheidungen zu begründen, ersetzen aber keine individuelle Befunderhebung
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Konzept und Bezugsrahmen“. 2 P
  • Ein Konzept bündelt Annahmen und Handlungsprinzipien zu einem Thema
  • Ein Bezugsrahmen kann stärker aus einer Bezugswissenschaft abgeleitet sein, etwa aus Lern-, Bewegungs- oder Wahrnehmungstheorien
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Methode“. 2 P
  • Eine Methode beschreibt ein planvolles Vorgehen, beispielsweise klientenzentriertes Interview, Betätigungsanalyse, Anleitung oder Gruppenarbeit
  • Sie beantwortet, wie ein Ziel bearbeitet wird
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Verfahren“. 2 P
  • Behandlungsverfahren fassen Vorgehensweisen für bestimmte Schädigungs- und Fähigkeitsbereiche zusammen
  • In der Ergotherapie werden unter anderem motorisch-funktionelle, sensomotorisch-perzeptive, neuropsychologische, psychosoziale, arbeitstherapeutische und adaptive Verfahren unterschieden
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Kritische Abgrenzung“. 4 P
  • Diagnose, Modell, Assessment, Methode und Verfahren sind nicht austauschbar
  • Ein Modell erklärt nicht automatisch die wirksamste Maßnahme
  • Ein Verfahren legt nicht ohne Befund fest, welche Betätigung für die Person wichtig ist
  • Fachliches Arbeiten verbindet diese Ebenen nachvollziehbar

ICF und biopsychosoziales Modell

Erklären Sie den fachlichen Zusammenhang bei „Zweck der ICF“. 2 P
  • Die ICF ist eine Klassifikation von Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit
  • Sie beschreibt keine Krankheitssymptome allein, sondern ordnet Auswirkungen eines Gesundheitsproblems auf Körper, Aktivität, Teilhabe und Kontextbedingungen
Erläutern Sie den ergotherapeutischen Kern von „Biopsychosoziales Modell“. 3 P
  • Biologische, psychische und soziale Aspekte werden als wechselseitig verbunden verstanden
  • Eine Veränderung in einem Bereich kann andere Bereiche beeinflussen
  • Ein Mensch ist deshalb nicht entweder gesund oder krank, sondern kann in einzelnen Bereichen Einschränkungen und zugleich umfangreiche Ressourcen besitzen
Erklären Sie den fachlichen Zusammenhang bei „Funktionale Gesundheit“. 2 P
  • Funktionale Gesundheit umfasst Körperfunktionen und -strukturen, die Ausführung von Aktivitäten sowie Teilhabe an bedeutsamen Lebensbereichen
  • Die Bewertung ist immer in Beziehung zu Lebenssituation und Umwelt zu verstehen
Begründen Sie die fachliche Bedeutung von „Bedeutung für Ergotherapie“. 2 P
  • Die ICF unterstützt eine gemeinsame Sprache zwischen Berufsgruppen und lenkt Aufmerksamkeit auf Aktivität und Teilhabe
  • Sie passt damit zum ergotherapeutischen Auftrag, konkrete Alltagshandlungen und Umweltbedingungen zu betrachten
Definieren Sie „Grenze der ICF“ fachlich präzise. 2 P
  • Die ICF ist eine Klassifikation, kein ergotherapeutisches Modell und kein vollständiger Therapieplan
  • Persönliche Bedeutung, Betätigungsidentität und Beziehung müssen mit weiteren ergotherapeutischen Methoden erfasst werden

Komponenten und Domänen der ICF

Erklären Sie den fachlichen Zusammenhang bei „Gesundheitszustand und Funktionsfähigkeit“. 3 P
  • Die ICF ordnet Informationen zu Körperfunktionen, Körperstrukturen, Aktivitäten und Partizipation
  • Hinzu kommen Umweltfaktoren und personenbezogene Faktoren als Kontext
  • Die Komponenten stehen in Wechselwirkung
Erklären Sie den fachlichen Zusammenhang bei „Körperfunktionen und Körperstrukturen“. 2 P
  • Körperfunktionen sind physiologische und psychologische Funktionen, etwa Schmerz, Muskelkraft, Aufmerksamkeit oder emotionale Funktionen
  • Körperstrukturen sind anatomische Teile wie Organe, Gliedmaßen und ihre Bestandteile
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Aktivität und Partizipation“. 4 P
  • Aktivität beschreibt die Durchführung einer Aufgabe
  • Partizipation bezeichnet Einbezogensein in eine Lebenssituation
  • Die ICF führt beide Bereiche in einer gemeinsamen Kapitelstruktur
  • Ergotherapeutisch ist wichtig, zwischen beobachteter Ausführung und gesellschaftlicher Teilhabe zu unterscheiden
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Umweltfaktoren“. 1 P
  • Produkte, Technologien, bauliche Umgebung, Unterstützung, Einstellungen, Dienste und Systeme können als Förderfaktor oder Barriere wirken
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Personenbezogene Faktoren“. 2 P
  • Alter, Erfahrungen, Bewältigungsstil, Bildung, Motivation und Lebensgeschichte können relevant sein
  • Sie werden in der ICF beschrieben, aber nicht mit einer international einheitlichen Codeliste klassifiziert
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Domänen“. 2 P
  • Jede Komponente ist in Kapitel und Unterkategorien gegliedert
  • Codes machen sichtbar, auf welcher Ebene eine Beobachtung eingeordnet wird

ICF-Codes und Beurteilungsmerkmale

Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Aufbau eines Codes“. 2 P
  • Der Buchstabe kennzeichnet die Komponente: b für Körperfunktionen, s für Körperstrukturen, d für Aktivitäten und Partizipation, e für Umweltfaktoren
  • Danach folgen Ziffern für Kapitel und genauere Kategorien
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Beurteilungsmerkmale“. 3 P
  • Ein Code wird durch mindestens ein Beurteilungsmerkmal ergänzt
  • Bei Körperfunktionen und Aktivitäten beschreibt es das Ausmaß eines Problems von nicht vorhanden bis vollständig ausgeprägt
  • Zusätzliche Kennzeichnungen stehen für nicht spezifiziert oder nicht anwendbar
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Leistung und Leistungsfähigkeit“. 2 P
  • Bei d-Kategorien kann unterschieden werden, was eine Person in ihrer tatsächlichen Umwelt leistet und was sie unter standardisierten Bedingungen ohne bestimmte Hilfen leisten könnte
  • Die Differenz kann auf Umweltbarrieren oder wirksame Unterstützung hinweisen
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Codierung von Umweltfaktoren“. 3 P
  • Umweltfaktoren werden als Barriere oder Förderfaktor bewertet
  • Derselbe Faktor kann je nach Situation unterschiedlich wirken
  • Eine helfende Person kann Teilhabe ermöglichen, aber auch unnötige Abhängigkeit fördern
Beschreiben Sie das fachgerechte Vorgehen bei „Dokumentation von ICF-Codes“. 3 P
  • Codierung braucht konkrete Beobachtungsgrundlagen
  • Ein Zahlenwert ohne Situation, Aufgabe und Begründung ist wenig aussagekräftig
  • In Lern- und Therapiedokumentationen wird daher erläutert, worauf die Einschätzung beruht

Umweltfaktoren, Kontext und Teilhabe

Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Kontext entscheidet mit“. 2 P
  • Funktionsfähigkeit entsteht nicht allein im Körper
  • Treppen, Verkehr, Hilfsmittel, finanzielle Ressourcen, Familienunterstützung, Einstellungen und verfügbare Dienste bestimmen, ob eine Person ihren Alltag gestalten kann
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Förderfaktoren und Barrieren“. 2 P
  • Eine Rampe, verständliche Information, flexible Arbeitszeit oder ein unterstützendes Netzwerk können Teilhabe ermöglichen
  • Fehlende Zugänglichkeit, ablehnende Einstellungen, lange Wege oder unpassende Regeln können dieselbe Person erheblich behindern
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Teilhabeorientierung“. 3 P
  • Erfolgreiche Rehabilitation zeigt sich nicht nur darin, dass eine Funktion messbar besser wird
  • Entscheidend ist, ob die Person wieder an wichtigen Lebensbereichen teilnehmen kann
  • Manchmal führt eine Umweltanpassung schneller zu Teilhabe als weiteres Funktionstraining
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Ergotherapeutische Analyse“. 3 P
  • Therapie prüft, welche Kontextfaktoren veränderbar sind und welche kompensiert werden müssen
  • Dazu gehören Wohnraum, Schule, Arbeitsplatz, soziale Unterstützung und Versorgungswege
  • Die Person bewertet, welche Veränderungen in ihrem Alltag akzeptabel sind
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Vorsicht vor Individualisierung“. 2 P
  • Wenn ein Problem ausschließlich als persönliches Defizit beschrieben wird, bleiben gesellschaftliche Barrieren unsichtbar
  • ICF-orientiertes Arbeiten verbindet individuelle Förderung mit der Anpassung von Umwelt und Systemen

ICF in der Ergotherapie: Nutzen und Grenzen

Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Nutzen“. 2 P
  • Die ICF schafft eine berufsübergreifende Sprache, unterstützt systematische Dokumentation und kann Zusammenhänge zwischen Körper, Aktivität, Teilhabe und Umwelt sichtbar machen
  • Sie hilft, Ziele zu begründen und Ergebnisse über Zeit zu beschreiben
Leiten Sie aus „ICF in der Ergotherapie“ Konsequenzen für die ergotherapeutische Praxis ab. 2 P
  • Ein Betätigungsproblem wird in konkrete ICF-Bereiche übersetzt, ohne seine persönliche Bedeutung zu verlieren
  • Beispielsweise kann das Anziehen mit Beweglichkeit, Schmerz, Handgebrauch, Hilfsmitteln, Unterstützung und Rollenanforderungen verbunden sein
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Stärken“. 3 P
  • Die ICF lenkt weg von einer reinen Diagnosen- und Defizitperspektive
  • Förderfaktoren, Umweltbarrieren und Teilhabe werden ausdrücklich berücksichtigt
  • Sie erleichtert Abstimmung mit Medizin, Pflege, Pädagogik und Rehabilitation
Beurteilen Sie die fachlichen Kriterien bei „Grenzen der ICF“. 4 P
  • Personenbezogene Faktoren besitzen keine einheitliche Codierung
  • Subjektive Bedeutung, Autonomie, Betätigungsidentität und Beziehung werden nur begrenzt erfasst
  • Aktivität und Partizipation sind in der Systematik nicht immer eindeutig getrennt
  • Codierungen können zudem scheingenau wirken, wenn die Beobachtungsgrundlage unklar ist
Beurteilen Sie die fachlichen Kriterien bei „Konsequenz aus den ICF-Grenzen“. 2 P
  • ICF-Codes ergänzen Befund, Gespräch und Betätigungsanalyse
  • Sie ersetzen weder klientenzentrierte Zielklärung noch ergotherapeutisches Clinical Reasoning

ICD-10 und das Zusammenspiel mit der ICF

Definieren Sie „ICD“ fachlich präzise. 3 P
  • Die ICD klassifiziert Krankheiten und Gesundheitsprobleme
  • Ein Code bezeichnet eine diagnostische Kategorie
  • Er unterstützt medizinische Kommunikation, Statistik und Abrechnung, beschreibt aber nicht vollständig, wie eine Person ihren Alltag bewältigt
Definieren Sie „ICF“ fachlich präzise. 2 P
  • Die ICF klassifiziert Funktionsfähigkeit und Behinderung im Zusammenhang mit einem Gesundheitszustand
  • Zwei Menschen mit derselben Diagnose können sehr unterschiedliche Fähigkeiten, Ziele, Umweltbedingungen und Teilhabemöglichkeiten besitzen
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Zusammenspiel“. 3 P
  • Die ICD beantwortet vor allem: Welches Gesundheitsproblem liegt vor?
  • Die ICF ergänzt: Welche Auswirkungen zeigen sich auf Funktionen, Aktivitäten, Teilhabe und Kontext?
  • Ergotherapeutische Befunderhebung ergänzt wiederum die persönliche Bedeutung und konkrete Betätigungsperformance
Definieren Sie „Zusammenspiel von ICD und ICF im Beispiel“ fachlich präzise. 2 P
  • Nach einem Schlaganfall kann die Diagnose gleich sein, während eine Person vor allem beim Ankleiden, eine andere bei der Arbeit und eine dritte bei Kommunikation oder Freizeit eingeschränkt ist
  • Der Therapieauftrag entsteht nicht aus dem Diagnosecode allein
Ordnen Sie die aktuelle fachliche Fassung von „Aktualität von ICD und ICF“ ein. 3 P
  • Klassifikationen und nationale Anwendungen werden fortentwickelt
  • Für Versorgung, Prüfung und Dokumentation ist die jeweils geltende Fassung maßgeblich
  • Die Unterrichtsunterlage behandelt die ICD-10-Systematik

Ergotherapie als Heilmittel

Ordnen Sie „Heilmittel“ fachlich ein. 2 P
  • Ergotherapie kann als ärztlich verordnetes Heilmittel erbracht werden
  • Die Heilmittel-Richtlinie und der zugehörige Katalog ordnen Voraussetzungen, Diagnosegruppen, Leitsymptomatik, Heilmittel und Verordnungsrahmen
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Von der Diagnose zum Auftrag“. 3 P
  • Eine Diagnose allein legt die Behandlung nicht fest
  • Relevant sind die ergotherapeutisch bedeutsame Leitsymptomatik und daraus entstehende Fähigkeits- oder Betätigungsprobleme
  • Die Therapeutin erhebt einen eigenen Befund und stimmt Ziele mit der Person ab
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Verordnete Verfahren“. 3 P
  • Je nach Problemstellung können motorisch-funktionelle, sensomotorisch-perzeptive, neuropsychologisch orientierte oder psychisch-funktionelle Behandlungen sowie ergänzende Maßnahmen eingesetzt werden
  • Die Bezeichnung des Heilmittels ist ein rechtlicher und abrechnungsbezogener Rahmen
  • Die konkrete Intervention wird individuell geplant
Begründen Sie die fachliche Bedeutung von „Verantwortung“. 3 P
  • Verordnung, Befund, Ziel, Durchführung und Dokumentation müssen zueinander passen
  • Abweichungen und Rückfragen werden fachlich geklärt
  • Datenschutz, Einwilligung und sichere Durchführung bleiben unabhängig vom Abrechnungsweg bestehen
Ordnen Sie die aktuelle fachliche Fassung von „Aktualitätsprüfung der Heilmittelregelungen“ ein. 2 P
  • Formulare, Bezeichnungen und Verordnungsregeln können sich ändern
  • In der Praxis ist deshalb stets die aktuelle Fassung der maßgeblichen Richtlinien zu prüfen

Ambulante, stationäre und rehabilitative Versorgung

Beschreiben Sie das fachgerechte Vorgehen bei „Ambulante Versorgung“. 3 P
  • In ambulanten Praxen wird Ergotherapie häufig auf ärztliche Verordnung durchgeführt
  • Therapie findet in der Praxis, als Hausbesuch oder in geeigneten Alltagssituationen statt
  • Der Transfer in Wohnung, Schule oder Arbeitsplatz muss gezielt geplant werden
Beschreiben Sie das fachgerechte Vorgehen bei „Stationäre Versorgung“. 3 P
  • In Krankenhäusern und Kliniken ist Ergotherapie Teil komplexer Behandlungsabläufe
  • Es gibt keinen einzigen Bezugsrahmen für alle stationären Settings
  • Auftrag, Dokumentation und Leistungsbeschreibung hängen von Fachgebiet, Einrichtung und Kostenträger ab
Ordnen Sie „Rehabilitation“ fachlich ein. 2 P
  • In der medizinischen Rehabilitation werden therapeutische Leistungen strukturiert dokumentiert und bewertet
  • Klassifikationssysteme wie die KTL dienen der Beschreibung erbrachter Leistungen, sind aber kein Ersatz für individuellen Befund und Zielplanung
Unterscheiden Sie „Unterschiede der Versorgungssettings“ anhand fachlicher Kriterien. 3 P
  • Akutversorgung priorisiert häufig Sicherheit, frühe Mobilisierung und Entlassungsplanung
  • Rehabilitation arbeitet längerfristig an Selbstständigkeit und Teilhabe
  • Langzeit- und Pflegeeinrichtungen verbinden Erhalt, Anpassung, Tagesstruktur und Lebensqualität
Beschreiben Sie das fachgerechte Vorgehen bei „Versorgungskontinuität“. 2 P
  • Übergänge zwischen Klinik, Praxis, Häuslichkeit und beruflicher Rehabilitation sind risikoreich
  • Gute Versorgung übermittelt relevante Informationen, klärt Verantwortlichkeiten und bindet die Person in Entscheidungen ein

Ergotherapeutische Behandlungsverfahren

Erklären Sie den fachlichen Zusammenhang bei „Motorisch-funktionelle Verfahren“. 2 P
  • Sie behandeln krankheitsbedingte Störungen motorischer Funktionen mit oder ohne Beteiligung peripherer Nerven
  • Beweglichkeit, Kraft, Koordination, Schmerz und Gebrauchsfähigkeit werden auf konkrete Handlungen bezogen
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Sensomotorisch-perzeptive und neurophysiologische Verfahren“. 2 P
  • Diese Verfahren bearbeiten das Zusammenspiel von Wahrnehmung und Bewegung
  • Bei zentralnervösen oder entwicklungsbezogenen Störungen werden angepasste Bewegungs- und Handlungsmuster angebahnt
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Neuropsychologische Verfahren“. 2 P
  • Sie richten sich auf Folgen von Hirnschädigungen, etwa Aufmerksamkeit, Gedächtnis, Planung, Wahrnehmung, Sprache, Verhalten und emotionales Erleben
  • Training wird mit Strategien, Umweltanpassung und Alltagsaufgaben verbunden
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Psychosoziale Verfahren“. 2 P
  • Ziele sind unter anderem psychische Stabilität, Selbstwahrnehmung, soziale Kompetenzen, Tagesstruktur und selbstständige Lebensführung
  • Kompetenz-, interaktions- und ausdrucksorientierte Methoden können eingesetzt werden
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Arbeitstherapeutische und adaptive Verfahren“. 2 P
  • Arbeitstherapie nutzt realitätsnahe Arbeitsaufgaben zur Förderung von Arbeitsfähigkeit und Teilhabe
  • Adaptive Verfahren verändern Umwelt, Hilfsmittel oder Strategie, damit eine Handlung trotz Einschränkung möglich wird
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Auswahl des Behandlungsverfahrens“. 2 P
  • Verfahren werden nicht allein nach Diagnose gewählt
  • Betätigungsziel, Befund, Kontext, Evidenz, Sicherheit und Präferenz bestimmen die konkrete Planung

Fachbereiche: Pädiatrie und Geriatrie

Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Pädiatrie“. 4 P
  • Pädiatrische Ergotherapie arbeitet mit Säuglingen, Kindern und Jugendlichen, deren Betätigung in Familie, Kita, Schule oder Freizeit beeinträchtigt ist
  • Mögliche Ursachen sind Entwicklungs-, Koordinations-, Wahrnehmungs-, neurologische, körperliche oder psychische Störungen
  • Befund und Zielplanung berücksichtigen Spiel, Selbstversorgung, Lernen, soziale Beteiligung und Umwelt
  • Eltern, Erziehungs- und Lehrpersonen werden beraten und angeleitet
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Geriatrie“. 3 P
  • Geriatrische Ergotherapie berücksichtigt häufig mehrere Erkrankungen zusammen mit Verlusten, Wohnsituation und Unterstützungsnetz
  • Ziele sind sichere Alltagsbewältigung, Selbstständigkeit, Erhalt von Fähigkeiten und Teilhabe
  • Hilfsmittel, Umweltanpassung und Angehörigenberatung ergänzen funktionelles Training
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Gemeinsame Grundsätze in Pädiatrie und Geriatrie“. 3 P
  • Alter allein bestimmt weder Ziel noch Methode
  • In beiden Fachbereichen werden Entwicklung, Biografie, Rollen und Umfeld einbezogen
  • Therapie unterstützt vorhandene Handlungsmöglichkeiten und vermeidet Über- wie Unterforderung

Fachbereiche: Orthopädie und Neurologie

Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Orthopädie, Traumatologie und Rheumatologie“. 3 P
  • Behandelt werden angeborene, unfallbedingte oder chronische Funktionsstörungen des Stütz- und Bewegungsapparates
  • Typische Themen sind Verletzungen, Gelenkerkrankungen, Amputationen, Verbrennungen, Wirbelsäulenprobleme und Handrehabilitation
  • Therapie verbindet Beweglichkeit, Kraft, Koordination, Schmerzbewältigung und Belastbarkeit mit bedeutungsvollen Handlungen
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Neurologie“. 4 P
  • Neurologische Ergotherapie arbeitet bei Erkrankungen und Verletzungen von Gehirn, Rückenmark und peripherem Nervensystem
  • Einschränkungen können Motorik, Wahrnehmung, Aufmerksamkeit, Gedächtnis, Sprache, Planung und Verhalten betreffen
  • Mögliche Inhalte sind Alltags- und Arm-Hand-Training, Kompensationsstrategien, Hilfsmittel, Wohnraum- und Arbeitsplatzanpassung sowie Beratung
  • Funktionen werden nicht isoliert trainiert, sondern auf Selbstversorgung, Arbeit und Freizeit bezogen
Erklären Sie den fachlichen Zusammenhang bei „Gemeinsame Logik in Orthopädie und Neurologie“. 3 P
  • Wiederherstellung, Erhalt und Kompensation sind keine Gegensätze
  • Je nach Prognose und Ziel werden sie kombiniert
  • Entscheidend ist, welche Strategie die Handlung sicher, wirksam und im Alltag tragfähig macht

Fachbereiche: Psychiatrie und Arbeitstherapie

Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Psychiatrie und Psychosomatik“. 5 P
  • Ergotherapie arbeitet mit Menschen unterschiedlicher Altersgruppen bei psychischen und psychosozialen Störungen
  • Ziele können Antrieb, Belastbarkeit, emotionale Regulation, Selbstbild, Aufmerksamkeit, soziale Kompetenzen, Selbstversorgung und Tagesstruktur betreffen
  • Kompetenzzentrierte Methoden nutzen sach- und alltagsbezogene Aufgaben
  • Interaktionelle Angebote bearbeiten Kommunikation und Gruppenverhalten
  • Ausdrucksorientierte Methoden eröffnen Zugang zu Erleben und Gestaltung
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Arbeitstherapie“. 3 P
  • Arbeitstherapie richtet sich auf Arbeits- und Handlungsfähigkeit
  • Realitätsnahe Aufgaben machen Planung, Ausdauer, Genauigkeit, Kommunikation und Umgang mit Belastung beobachtbar
  • Ziel kann Rückkehr in Arbeit, Vorbereitung auf berufliche Rehabilitation oder eine alternative Form sinnvoller Produktivität sein
Begründen Sie die fachliche Bedeutung von „Teilhabe statt bloßer Leistung“. 3 P
  • Produktmenge allein ist kein Therapieerfolg
  • Bedeutend sind Selbstständigkeit, Gesundheit, Rollenentwicklung, soziale Einbindung und realistische Perspektiven
  • Arbeitsplatzbedingungen können angepasst, Hilfsmittel erprobt und betriebliche Kommunikation begleitet werden
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Überschneidung von Psychiatrie und Arbeitstherapie“. 2 P
  • Psychiatrische Ergotherapie und Arbeitstherapie überschneiden sich häufig
  • Der Schwerpunkt wird durch Betätigungsanliegen, Setting und Teilhabeziel bestimmt

Praxismodelle und Modellwahl

Erklären Sie den fachlichen Zusammenhang bei „Funktion eines Praxismodells“. 3 P
  • Ein Praxismodell ordnet komplexe Informationen und lenkt die Aufmerksamkeit auf bestimmte Zusammenhänge
  • Es unterstützt Befund, Zielbildung und Intervention, ersetzt aber weder die individuelle Anamnese noch fachliche Prüfung
  • Seine Aussagen müssen am konkreten Fall nachvollziehbar werden
Unterscheiden Sie „Modell und Bezugsrahmen im Vergleich“ anhand fachlicher Kriterien. 3 P
  • Ein Praxismodell beschreibt ergotherapeutisch relevante Zusammenhänge auf einer übergeordneten Ebene
  • Ein Bezugsrahmen konkretisiert Annahmen zu Funktionen, Veränderungsmechanismen und Interventionen
  • Beide Begriffe werden in der Literatur nicht immer einheitlich verwendet und müssen quellenbezogen geklärt werden
Erläutern Sie den ergotherapeutischen Kern von „Nutzen eines Modells im Befund“. 2 P
  • Das Modell liefert Leitfragen: Welche Betätigungen sind bedeutsam, welche persönlichen und umweltbezogenen Bedingungen wirken, und wodurch wird Veränderung möglich?
  • Dadurch werden Daten nicht bloß gesammelt, sondern zu einer begründeten ergotherapeutischen Hypothese verbunden
Beurteilen Sie die fachlichen Kriterien bei „Grenzen eines Praxismodells“. 3 P
  • Kein Modell bildet die gesamte Lebenswirklichkeit ab
  • Es kann kulturelle, institutionelle oder biografische Besonderheiten untergewichten und darf nicht mechanisch auf Menschen übertragen werden
  • Widersprüche zwischen Modell, Befund und Klientensicht werden ausdrücklich reflektiert
Erläutern Sie den ergotherapeutischen Kern von „Kriterien der Modellwahl“. 3 P
  • Die Modellwahl richtet sich nach Betätigungsanliegen, Setting, Zielgruppe, verfügbarer Evidenz und Verständlichkeit für die Beteiligten
  • Ein geeignetes Modell erleichtert konkrete Entscheidungen
  • Ein ungeeignetes Modell erzeugt zusätzliche Begriffe, ohne den Prozess zu verbessern

MOHO: Grundstruktur

Erklären Sie den fachlichen Zusammenhang bei „Kernfrage des MOHO“. 2 P
  • Das Model of Human Occupation erklärt, wodurch menschliche Betätigung motiviert, zu Mustern geordnet und tatsächlich ausgeführt wird
  • Volition, Habituation und Leistungsfähigkeit stehen in dynamischer Wechselwirkung mit der physischen und sozialen Umwelt
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Volition im MOHO“. 3 P
  • Volition bezeichnet die Motivation zur Betätigung
  • Sie umfasst persönliche Wirksamkeitserwartungen, Werte und Interessen
  • Befundfragen richten sich deshalb auf Zutrauen, Bedeutsamkeit, Vorlieben und die erwarteten Folgen einer Handlung
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Habituation im MOHO“. 4 P
  • Habituation beschreibt Gewohnheiten und verinnerlichte Rollen
  • Gewohnheiten strukturieren wiederkehrendes Handeln
  • Rollen verbinden Erwartungen, Identität und soziale Position
  • Erkrankung kann beide Bereiche unterbrechen, auch wenn einzelne Funktionen erhalten bleiben
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Leistungsfähigkeit im MOHO“. 2 P
  • Leistungsfähigkeit umfasst körperliche und geistige Voraussetzungen des Handelns sowie deren subjektives Erleben
  • Befund und Therapie berücksichtigen daher beobachtbare Fähigkeiten und die Art, wie die Person Anstrengung, Sicherheit und Kontrolle erlebt
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Umwelt im MOHO“. 3 P
  • Die Umwelt bietet Möglichkeiten, Anforderungen, Ressourcen und Grenzen
  • Räume, Gegenstände, Beziehungen, Normen und institutionelle Regeln können Betätigung fördern oder behindern
  • Eine Intervention kann deshalb an der Person, der Aufgabe oder der Umwelt ansetzen
Erklären Sie den fachlichen Zusammenhang bei „Dynamik der MOHO-Komponenten“. 3 P
  • Die Komponenten wirken nicht wie getrennte Kästchen
  • Eine neue Umwelt kann Motivation verändern, eine veränderte Rolle kann Gewohnheiten neu ordnen, und verbesserte Leistungsfähigkeit kann neue Interessen ermöglichen
  • Therapeutische Hypothesen beschreiben diese Wechselwirkungen

MOHO: Befund und Falltransfer

Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Betätigungsidentität“. 2 P
  • Betätigungsidentität bezeichnet das aus Erfahrungen entstandene Verständnis davon, wer eine Person als Handelnde ist und werden möchte
  • Werte, Interessen, Rollen und Zukunftsvorstellungen verbinden sich zu einem Selbstbild, das Entscheidungen und Ausdauer beeinflusst
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Betätigungskompetenz“. 2 P
  • Betätigungskompetenz beschreibt, in welchem Maß eine Person ihr gewünschtes Muster von Betätigung und Teilhabe aufrechterhalten kann
  • Entscheidend sind nicht nur einzelne Fertigkeiten, sondern eine tragfähige Organisation von Alltag, Rollen und Routinen
Beschreiben Sie das ergotherapeutische Vorgehen bei „MOHO-orientierte Befundfragen“. 2 P
  • Erfragt werden bedeutungsvolle Betätigungen, Interessen, Werte, Selbstwirksamkeit, Rollen, Gewohnheiten, Leistungsfähigkeit und Umweltbedingungen
  • Beobachtungen werden danach geordnet, wie sie Betätigungsauswahl, Ausführung und Teilhabe beeinflussen
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „MOHO-orientierte Veränderungshebel“. 2 P
  • Interventionen können Interessen aktivieren, Wahlmöglichkeiten schaffen, Rollen neu aufbauen, Routinen strukturieren, Fertigkeiten entwickeln oder Umweltbedingungen verändern
  • Der gewählte Hebel muss zur Hypothese passen und in bedeutsamer Betätigung erprobt werden
Beschreiben Sie das ergotherapeutische Vorgehen bei „MOHO-Falltransfer“. 3 P
  • Bei einem Klienten nach Schlaganfall reicht die Feststellung verminderter Armfunktion nicht aus
  • MOHO fragt zusätzlich nach früheren Rollen, Tagesstruktur, Zutrauen und häuslichen Möglichkeiten
  • Daraus können ein relevantes Betätigungsziel und mehrere abgestimmte Veränderungsansätze entstehen

CMOP-E: Grundstruktur

Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Kernstruktur des CMOP-E“. 3 P
  • Das CMOP-E ordnet ergotherapeutische Betrachtung als Wechselwirkung von Person, Betätigung und Umwelt
  • Im Mittelpunkt stehen Betätigungsperformanz und Engagement
  • Probleme werden daher nicht ausschließlich als Defizit der Person verstanden
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Person im CMOP-E“. 3 P
  • Die Person wird mit affektiven, kognitiven und physischen Komponenten beschrieben
  • Im Zentrum steht Spiritualität als persönlicher Sinn-, Werte- und Identitätskern
  • Sie ist nicht mit Religiosität gleichzusetzen und wird nur in der für die Person passenden Sprache thematisiert
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Betätigungsbereiche im CMOP-E“. 3 P
  • Betätigungen werden den Bereichen Selbstversorgung, Produktivität und Freizeit zugeordnet
  • Diese Einteilung strukturiert die Anamnese, darf aber persönliche Überschneidungen nicht verdecken
  • Eine Tätigkeit kann mehrere Rollen und Bedeutungen gleichzeitig tragen
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Umweltbereiche im CMOP-E“. 3 P
  • Die Umwelt umfasst physische, soziale, kulturelle und institutionelle Bedingungen
  • Dazu gehören Räume und Hilfsmittel ebenso wie Beziehungen, Normen, Finanzierung und Regeln einer Einrichtung
  • Umweltveränderung ist ein eigenständiger therapeutischer Ansatz
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Betätigungsperformanz und Engagement“. 3 P
  • Performanz bezeichnet die tatsächliche Ausführung von Betätigung
  • Engagement betont das innere und äußere Beteiligtsein
  • Eine Person kann an einer Betätigung beteiligt sein, obwohl die sichtbare Ausführung eingeschränkt ist, oder eine Aufgabe ausführen, ohne sie als bedeutsam zu erleben
Begründen Sie die fachliche Bedeutung von „Klientenzentrierung im CMOP-E“. 2 P
  • Klientenzentrierung bedeutet gemeinsame Entscheidungsfindung, Anerkennung der Expertise der Person für ihr Leben und transparente Aushandlung von Zielen
  • Professionelle Verantwortung, Sicherheit und institutionelle Grenzen bleiben bestehen und werden offen benannt

Praxismodelle, ICF und Clinical Reasoning

Unterscheiden Sie „ICF und Praxismodell im Vergleich“ anhand fachlicher Kriterien. 3 P
  • Die ICF stellt eine gemeinsame Klassifikationssprache für Funktionsfähigkeit, Behinderung und Kontext bereit
  • Praxismodelle erklären ergotherapeutische Zusammenhänge und lenken den therapeutischen Prozess
  • Klassifikation und Modell können sich ergänzen, erfüllen aber unterschiedliche Aufgaben
Unterscheiden Sie „MOHO und CMOP-E im Vergleich“ anhand fachlicher Kriterien. 3 P
  • MOHO analysiert besonders Motivation, Gewohnheiten, Rollen, Leistungsfähigkeit und Umwelt
  • CMOP-E betont Person, Betätigung, Umwelt, Spiritualität sowie Performanz und Engagement
  • Die Wahl hängt davon ab, welche Fragen im Fall geklärt werden müssen
Erläutern Sie den ergotherapeutischen Kern von „Top-down-Perspektive der Praxismodelle“. 3 P
  • Top-down beginnt bei Teilhabe, Rollen und konkreten Betätigungen
  • Erst danach werden zugrunde liegende Funktionen geprüft
  • Dadurch bleibt sichtbar, welchem Alltagsergebnis eine Funktionsintervention dienen soll
Erläutern Sie den ergotherapeutischen Kern von „Modellkonsistenz im Prozess“. 3 P
  • Befund, Ziel und Intervention sollen zum gewählten Modell passen
  • Wer Motivation und Rollen als Hauptproblem beschreibt, muss diese Bereiche in Zielsetzung und Intervention bearbeiten
  • Ein Modellname ohne erkennbare Konsequenz ist nur Dekoration
Beschreiben Sie das fachgerechte Vorgehen bei „Dokumentation des Modellbezugs“. 2 P
  • Dokumentiert wird nicht die gesamte Theorie, sondern die klinische Konsequenz: relevante Modellkomponenten, daraus abgeleitete Hypothese, Ziel und Intervention
  • Die Formulierung muss für Team und Klientel verständlich bleiben

Die Fragen und Antworten wurden aus den redaktionellen Lerntexten dieses Kapitels abgeleitet. Jede Antwort gehört ausschließlich zu der unmittelbar darüberstehenden Frage.

Hinweise des Lehrplans
  • vgl. Lehrpläne Psychologie und Pädagogik, Behindertenpädagogik, Medizinsoziologie und Gerontologie, Berufs-, Gesetzes- und Staatskunde, Grundlagen der Gesundheitslehre und Hygiene, Allgemeine Krankheitslehre und Spezielle Krankheitslehre
  • ICIDH-2 International Classifikation of Impairment, Disability and Handycap, Heilmittelrichtlinien, aktueller Indikationskatalog
  • vgl. Lehrpläne Psychologie und Pädagogik sowie Behindertenpädagogik
  • Überblick z. B. Model of Human Occupation (MOHO), Kanadisches Modell, Modell persönlicher Anpassung durch Betätigung
  • Darstellen eines Praxismodells und Übertragen auf eigenes therapeutisches Handeln

Quelle: Sächsisches Staatsministerium für Kultus: Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin, freigegeben ab 1. August 2020, S. 114.

02 Therapeutische Vorgehensweise 36 (20) Ustd. 86 Unterfragen
Lehrplananforderung

Die Schülerinnen und Schüler besitzen grundlegendes Wissen über die Behandlungsplanung, -durchführung, -dokumentation und -auswertung. Sie verstehen die Therapeutenrolle und die Beziehung zwischen Therapeut und Klient. Sie verfügen über Fähigkeiten der sozialen Wahrnehmung und kommunikative Kompetenzen in der klientenzentrierten Gesprächsführung. Die Schülerinnen und Schüler erkennen die Bedeutung des therapeutischen Arbeitens mit Gruppen. Ihnen ist die Notwendigkeit der interdisziplinären Zusammenarbeit bewusst.

Quelle: Sächsisches Staatsministerium für Kultus: Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin, freigegeben ab 1. August 2020, S. 115.

Fragen & Antworten86

Kapitelkern

Beschreiben Sie das ergotherapeutische Vorgehen bei „Therapeutischer Prozess“. 2 P
  • Auftragsklärung, Anamnese, Befund, Bewertung, Zielsetzung, Planung, Durchführung, Evaluation und Abschluss bilden einen rückgekoppelten Prozess
  • Neue Informationen können Hypothesen und Interventionen jederzeit verändern
Erklären Sie den fachlichen Zusammenhang bei „Therapeutische Rolle und Beziehung“. 2 P
  • Die therapeutische Rolle verbindet fachliche Verantwortung mit Empathie, Transparenz und klaren Grenzen
  • Selbst- und Fremdwahrnehmung helfen, Projektionen, Macht und Kommunikationsstörungen zu erkennen
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Gruppen- und Teamarbeit“. 2 P
  • Gruppen bieten soziale Lern- und Betätigungsräume
  • Ergotherapeutische und interdisziplinäre Teams benötigen klare Ziele, Rollen, Übergaben und gemeinsame Sicherheitsverantwortung
Erläutern Sie den ergotherapeutischen Kern von „Clinical Reasoning und Sicherheit“. 2 P
  • Fachliche Entscheidungen verbinden Daten, Erfahrung, Klientensicht, Modellbezug, Kontext und ethische Prüfung
  • Sicherheits- und Belastungsfragen werden vor, während und nach Interventionen berücksichtigt

Therapeutischer Prozess im Überblick

Beschreiben Sie das ergotherapeutische Vorgehen bei „Prozessschritte“. 3 P
  • Der therapeutische Prozess umfasst Auftragsklärung, Anamnese, Befunderhebung, gemeinsame Bewertung, Zielvereinbarung, Planung, Durchführung, Evaluation und Abschluss
  • Die Schritte bilden keine starre Einbahnstraße
  • Neue Informationen können zu einer veränderten Hypothese oder Planung führen
Beschreiben Sie das ergotherapeutische Vorgehen bei „Auftragsklärung im therapeutischen Prozess“. 3 P
  • Zu Beginn werden Verordnung, Einrichtungskontext, Erwartungen und Zuständigkeiten geklärt
  • Die Sicht der Person wird getrennt von ärztlichem oder institutionellem Auftrag erfasst
  • Widersprüche werden transparent besprochen
Beschreiben Sie das ergotherapeutische Vorgehen bei „Fachliche Bewertung der Befunddaten“. 4 P
  • Anamnese und Befund liefern Daten
  • Erst die fachliche Bewertung verbindet sie mit Betätigungsanliegen, Risiken und Kontext
  • Ziele beschreiben angestrebte Veränderungen
  • Interventionen werden gewählt, weil sie diese Ziele plausibel unterstützen
Beschreiben Sie das ergotherapeutische Vorgehen bei „Kontinuierliche Evaluation im Prozess“. 3 P
  • Während jeder Einheit werden Wirkung, Belastung, Sicherheit und Mitarbeit beobachtet
  • Evaluation findet nicht erst am Ende statt
  • Dokumentation macht Entscheidungen nachvollziehbar und unterstützt Kommunikation
Beschreiben Sie das ergotherapeutische Vorgehen bei „Abschluss des therapeutischen Prozesses“. 2 P
  • Therapie endet mit Auswertung, Transferplanung und gegebenenfalls Empfehlungen
  • Erreichte Ziele, wirksame Bedingungen und verbleibender Unterstützungsbedarf werden gemeinsam festgehalten

Anamnese und Betätigungsanliegen

Beschreiben Sie das ergotherapeutische Vorgehen bei „Anamnese“. 3 P
  • Anamnese erfasst relevante Vorgeschichte, aktuellen Alltag, Rollen, Interessen, Beschwerden, bisherige Bewältigung und Erwartungen
  • Nicht jede biografische Information ist therapeutisch erforderlich
  • Erfragt wird, was zum Verständnis des Betätigungsproblems beiträgt
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Betätigungsanliegen“. 2 P
  • Das Betätigungsanliegen beschreibt, was die Person tun möchte, tun muss oder von ihr erwartet wird und wobei Schwierigkeiten entstehen
  • Es wird möglichst konkret formuliert: nicht nur „Handfunktion verbessern“, sondern etwa „morgens selbstständig Knöpfe schließen“
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Betätigungsprofil statt reiner Diagnoseabfrage“. 3 P
  • Ein Betätigungsprofil ordnet Alltag, Rollen und Umwelt
  • Tagesprofile zeigen zeitliche Muster, Überlastung und ungenutzte Ressourcen
  • Fragen zu Zufriedenheit und Wichtigkeit helfen, Prioritäten zu erkennen
Beschreiben Sie das ergotherapeutische Vorgehen bei „Gesprächsführung in der Anamnese“. 4 P
  • Offene Fragen ermöglichen eigene Schwerpunkte
  • Geschlossene Fragen klären Details
  • Zusammenfassungen prüfen, ob die Therapeutin richtig verstanden hat
  • Fachbegriffe werden erklärt, nicht vorausgesetzt
Beschreiben Sie das fachgerechte Vorgehen bei „Dokumentation anamnestischer Angaben“. 2 P
  • Aussagen der Person, Angaben Dritter, Befunde und Interpretationen werden unterschieden
  • Belastende Informationen werden respektvoll und nur im notwendigen Umfang festgehalten

Befunderhebung und ICF-orientierte Datensammlung

Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Mehrere Datenquellen“. 2 P
  • Befunderhebung kombiniert Gespräch, Beobachtung, Betätigungsanalyse, Funktionsprüfung, standardisierte Assessments und Angaben relevanter Bezugspersonen
  • Keine einzelne Methode erfasst die gesamte Handlungsfähigkeit
Beschreiben Sie das fachgerechte Vorgehen bei „Befunderhebung in konkreten Alltagssituationen“. 3 P
  • Beobachtungen werden an einer Aufgabe und unter bekannten Bedingungen durchgeführt
  • Zeit, Hilfsmittel, Anleitung, Umgebungsreize und soziale Situation werden dokumentiert
  • Dadurch wird nachvollziehbar, ob ein Problem in der Fähigkeit, der Aufgabe oder im Kontext liegt
Definieren Sie „ICF-Orientierung“ fachlich präzise. 2 P
  • ICF-Komponenten helfen, Daten zu ordnen: Körperfunktionen und -strukturen, Aktivität und Teilhabe sowie Umweltfaktoren
  • Leistung in tatsächlicher Umwelt und Leistungsfähigkeit unter standardisierten Bedingungen können voneinander abweichen
Definieren Sie „Auswahl und Nutzung von Assessments“ fachlich präzise. 3 P
  • Ein Assessment wird gewählt, wenn sein Zweck zur Frage passt
  • Standardisierung erhöht Vergleichbarkeit, ersetzt aber nicht die klinische Interpretation
  • Ergebnisse werden nicht isoliert als Wahrheit behandelt
Beurteilen Sie die fachlichen Kriterien bei „Sicherheits- und Belastungsprüfung“. 3 P
  • Befunderhebung ist bereits eine Belastungssituation
  • Schmerz, Ermüdung, Angst und Überforderung werden beachtet
  • Testabbruch oder Anpassung kann fachlich notwendig sein

Kompetenz-, Ressourcen- und Defizitorientierung

Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Defizite benennen“. 3 P
  • Eine fachliche Befundung darf Einschränkungen nicht beschönigen
  • Sicherheitsrelevante Probleme, Schmerzen, fehlende Fertigkeiten oder kognitive Störungen müssen klar beschrieben werden
  • Defizitorientierung wird problematisch, wenn die Person darauf reduziert wird
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Erfassung von Ressourcen“. 3 P
  • Ressourcen sind vorhandene Fähigkeiten, Interessen, Routinen, soziale Unterstützung, Hilfsmittel und günstige Umweltbedingungen
  • Sie zeigen, woran Intervention anknüpfen kann
  • Eine Ressource ist situationsabhängig und nicht immer in jedem Kontext verfügbar
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Kompetenzorientierung“. 3 P
  • Kompetenz beschreibt, was eine Person unter bestimmten Bedingungen bewältigt
  • Die Frage lautet: Welche Unterstützung, Strategie oder Umgebung ermöglicht Erfolg?
  • So werden Entwicklungsschritte planbar
Beschreiben Sie das ergotherapeutische Vorgehen bei „Hypothesenbildung im Befund“. 3 P
  • Ein beobachtetes Problem kann mehrere Ursachen haben
  • Langsames Arbeiten kann aus Schmerz, Unsicherheit, Perfektionismus, fehlender Planung oder unklarer Aufgabe entstehen
  • Hypothesen werden durch gezielte Beobachtung geprüft und nicht als Fakten dokumentiert
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Ausgewogene Kompetenz- und Defizitbewertung“. 2 P
  • Ein guter Befund verbindet Schwierigkeiten, Ressourcen, Bedeutung und Kontext
  • Er führt zu veränderbaren Ansatzpunkten statt zu pauschalen Eigenschaften

Therapieziele und Zielhierarchie

Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Zielarten“. 3 P
  • Ein übergeordnetes Teilhabeziel beschreibt den gewünschten Lebensbereich
  • Betätigungsziele benennen konkrete Handlungen
  • Teilziele können notwendige Fähigkeiten, Strategien oder Umweltveränderungen beschreiben
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Therapieziel statt Therapieverfahren“. 2 P
  • „Greifübungen durchführen“ ist eine Maßnahme. „Frau K. öffnet innerhalb von zwei Wochen ihre Medikamentendose mit einer angepassten Unterlage selbstständig“ beschreibt ein Ergebnis
  • Ziele sollen beobachtbar sein, ohne unnötig viele Kriterien zu vermischen
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Gemeinsame Zielvereinbarung“. 3 P
  • Die Person entscheidet mit, welche Veränderung wichtig ist
  • Fachliche Rückmeldung klärt Risiken, Voraussetzungen und realistische Zeiträume
  • Bei institutionellen Erwartungen wird transparent gemacht, wessen Ziel vorliegt
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „SMART und COAST“. 3 P
  • SMART prüft Spezifität, Messbarkeit, Akzeptanz beziehungsweise Erreichbarkeit, Relevanz und Terminierung
  • COAST ordnet Person, Betätigung, Unterstützungsgrad, Bedingungen und Zeitrahmen
  • Beide Systeme sind Prüfhilfen, keine Garantie für ein gutes Ziel
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Überprüfung der Therapieziele“. 2 P
  • Ziele werden im Verlauf angepasst, wenn neue Informationen entstehen oder sich Prioritäten ändern
  • Eine Zieländerung ist kein Scheitern, wenn sie begründet und gemeinsam entschieden wird

Behandlungsplanung und Auswahl der Intervention

Beschreiben Sie das fachgerechte Vorgehen bei „Planungslogik“. 2 P
  • Behandlungsplanung verbindet Betätigungsproblem, Befund, Ziel, Intervention, Dosierung und Evaluation
  • Für jede Maßnahme muss erkennbar sein, welche Veränderung erwartet wird und wie sie überprüft werden kann
Beschreiben Sie das ergotherapeutische Vorgehen bei „Direkte und vorbereitende Interventionen“. 2 P
  • Eine Zielbetätigung kann direkt geübt werden
  • Vorbereitende Funktions-, Wahrnehmungs- oder Strategietrainings sind sinnvoll, wenn sie ein konkretes Hindernis bearbeiten und anschließend in die Handlung übertragen werden
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Anpassung der Betätigungsanforderung“. 2 P
  • Komplexität, Dauer, Tempo, Genauigkeit, Material, Unterstützung und Umweltreize können verändert werden
  • Die Aufgabe soll Lernen ermöglichen, ohne Sicherheit oder Würde zu gefährden
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Auswahl des therapeutischen Verfahrens“. 2 P
  • Behandlungsverfahren werden nach Befund und Ziel ausgewählt, nicht ausschließlich nach Diagnose
  • Evidenz, Erfahrung, Präferenz, Ressourcen und Setting werden gemeinsam berücksichtigt
Beschreiben Sie das fachgerechte Vorgehen bei „Dokumentation der Behandlungsplanung“. 2 P
  • Ein Behandlungsplan nennt Ziel, Ausgangslage, Vorgehen, Hilfen, Beobachtungskriterien und Zeitpunkt der Überprüfung
  • Er bleibt veränderbar, ist aber nicht beliebig

Durchführung, Anpassung und Transfer

Beschreiben Sie die Durchführung von „Durchführung, Anpassung und Transfer“. 3 P
  • Zu Beginn werden Ziel, Aufgabe und Sicherheitsrahmen geklärt
  • Die Person soll verstehen, was erprobt wird und welche Rückmeldung erwartet wird
  • Therapeutische Unterstützung wird so dosiert, dass eigenständiges Handeln möglich bleibt
Definieren Sie „Grading“ fachlich präzise. 2 P
  • Anforderungen werden über Material, Reihenfolge, Zeit, Wiederholungen, Hilfestellung und Kontext abgestuft
  • Eine Steigerung ist sinnvoll, wenn die bisherige Stufe zuverlässig und gesundheitlich verträglich bewältigt wird
Beschreiben Sie das fachgerechte Vorgehen bei „Anpassung während der Durchführung“. 3 P
  • Bei Schwierigkeiten wird nicht automatisch mehr geübt
  • Es kann sinnvoller sein, Strategie, Werkzeug, Haltung, Umgebung oder Aufgabenverteilung zu verändern
  • Kompensation und Wiederherstellung können parallel verfolgt werden
Beschreiben Sie das ergotherapeutische Vorgehen bei „Transfer in den Alltag“. 3 P
  • Erfolge im Therapieraum übertragen sich nicht automatisch
  • Die Handlung wird in unterschiedlichen Situationen, mit realen Gegenständen und unter typischen Anforderungen erprobt
  • Hilfen sollen möglichst auch im Alltag verfügbar sein
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Förderung der Selbstständigkeit“. 2 P
  • Selbstständigkeit bedeutet nicht zwingend Ausführung ohne jedes Hilfsmittel
  • Eine Person kann selbstständig sein, wenn sie Unterstützung organisiert, ein Hilfsmittel sicher nutzt oder eine Aufgabe sinnvoll delegiert

Reflexion, Dokumentation, Evaluation und Abschluss

Erläutern Sie die Reflexion bei „Reflexion, Dokumentation, Evaluation und Abschluss“. 3 P
  • Reflexion prüft nicht nur, ob die Einheit „gut lief“
  • Sie vergleicht Ziel, beobachteten Verlauf, Reaktion der Person und Wirkung der gewählten Intervention
  • Eigene Annahmen und Beziehungseinflüsse werden mitbedacht
Beschreiben Sie das fachgerechte Vorgehen bei „Verlaufsdokumentation“. 3 P
  • Dokumentation ist zeitnah, sachlich und auftragsbezogen
  • Sie trennt Beobachtung, Aussage, Interpretation und Entscheidung
  • Unklare Wertungen wie „unmotiviert“ werden durch konkrete Situationen ersetzt
Beschreiben Sie das ergotherapeutische Vorgehen bei „Evaluation im therapeutischen Prozess“. 3 P
  • Zielerreichung wird mit vorher festgelegten Kriterien geprüft
  • Neben Funktionswerten können Selbstständigkeit, Zufriedenheit, Hilfebedarf, Sicherheit, Zeit und Teilhabe relevant sein
  • Veränderungen werden nur dann der Therapie zugeschrieben, wenn Alternativerklärungen berücksichtigt werden
Beschreiben Sie das ergotherapeutische Vorgehen bei „Geplanter Therapieabschluss“. 3 P
  • Am Ende werden Ergebnisse, wirksame Strategien, verbleibende Barrieren und Empfehlungen zusammengefasst
  • Die Person erhält eine verständliche Rückmeldung
  • Übergaben erfolgen nur mit notwendiger Information und unter Beachtung des Datenschutzes
Erläutern Sie den ergotherapeutischen Kern von „Lernen aus dem therapeutischen Prozess“. 3 P
  • Evaluation dient nicht nur der Rechenschaft
  • Sie prüft Hypothesen, macht Wirkungen und Nebenwirkungen sichtbar und verbessert die nächste Entscheidung
  • So wird der therapeutische Prozess zu einer fortlaufenden fachlichen Lernschleife

Therapeutische Rolle, Persönlichkeit und Beziehung

Erklären Sie den fachlichen Zusammenhang bei „Professionelle Rolle“. 2 P
  • Die Therapeutin verbindet fachliche Verantwortung mit Respekt vor Selbstbestimmung
  • Sie strukturiert den Prozess, erklärt Entscheidungen, achtet auf Sicherheit und unterstützt die Person dabei, eigene Ziele und Strategien zu entwickeln
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Beziehung als Wirkbedingung“. 2 P
  • Vertrauen, Verlässlichkeit und Verständlichkeit beeinflussen, ob eine Person sich beteiligt und Rückmeldung gibt
  • Beziehung ersetzt keine fachlich passende Intervention, kann deren Wirkung aber ermöglichen oder behindern
Erklären Sie den fachlichen Zusammenhang bei „Persönlichkeit in der therapeutischen Rolle“. 2 P
  • Eigene Werte, Kommunikationsgewohnheiten und emotionale Reaktionen wirken in die Therapie hinein
  • Professionelle Selbstreflexion bedeutet, diese Einflüsse wahrzunehmen, ohne die Sitzung für eigene Bedürfnisse zu nutzen
Beurteilen Sie die fachlichen Kriterien bei „Nähe, Distanz und Grenzen“. 3 P
  • Empathie verlangt keine private Freundschaft
  • Rollen, Erreichbarkeit, Berührung, Geschenke und persönliche Informationen brauchen klare Grenzen
  • Abhängigkeit und Machtungleichgewicht werden ernst genommen
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Konflikte in der therapeutischen Beziehung“. 3 P
  • Unterschiedliche Ziele oder Erwartungen werden nicht durch Überredung verdeckt
  • Risiken, Optionen und Konsequenzen werden besprochen
  • Bei anhaltender Belastung helfen Team, Supervision und fachliche Beratung

Wahrnehmung und soziale Wahrnehmung

Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Wahrnehmung ist Auswahl“. 2 P
  • Menschen nehmen nicht neutral alles wahr
  • Aufmerksamkeit, Erwartungen, Erfahrung, Stimmung und Kontext beeinflussen, welche Reize ausgewählt und wie sie gedeutet werden
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Körper- und Sinneswahrnehmung“. 3 P
  • Therapeutinnen beobachten eigene Spannung, Abstand, Stimme und Reaktionen
  • Diese Selbstwahrnehmung hilft, Belastung und Beziehung zu regulieren
  • Beim Klienten werden Wahrnehmungsleistungen nicht aus Verhalten allein abgeleitet, sondern gezielt geprüft
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Soziale Wahrnehmung“. 2 P
  • Gesichtsausdruck, Sprache, Rolle und Vorwissen prägen Eindrücke
  • Häufige Fehler sind der erste Eindruck, Halo-Effekt, Stereotype und die Tendenz, Verhalten vorschnell als Persönlichkeitseigenschaft zu erklären
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Verbesserung der sozialen Wahrnehmung“. 4 P
  • Konkretes Verhalten wird zeitnah beschrieben
  • Mehrere Situationen und Perspektiven werden einbezogen
  • Vermutung und Tatsache bleiben getrennt
  • Die Person erhält Gelegenheit, ihre Sicht zu erklären
Begründen Sie die fachliche Bedeutung von „Therapeutische Bedeutung“ bei „Wahrnehmung und soziale Wahrnehmung“. 2 P
  • Reflektierte Wahrnehmung schützt vor Fehlentscheidungen und Beschämung
  • Sie verbessert Befund, Beziehung, Gruppenleitung und Teamkommunikation

Therapeutisches Arbeiten mit Gruppen und Teamarbeit

Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Sozialformen“. 3 P
  • Ergotherapie kann im Einzelkontakt, in Paaren oder Gruppen stattfinden
  • Die Sozialform wird nach Ziel, Sicherheit und Lernmöglichkeit gewählt
  • Eine Gruppe ist nicht nur eine kostensparende Zusammenfassung von Einzeltherapien
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Therapeutisches Potenzial der Gruppe“. 2 P
  • Gruppen ermöglichen Austausch, Modelllernen, Rollenübernahme, Kooperation und Rückmeldung
  • Gleichzeitig können Konkurrenz, Rückzug, Beschämung oder Überforderung entstehen
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Aufgaben der Gruppenleitung“. 3 P
  • Die Leitung klärt Ziel, Regeln, Zeit und Aufgaben
  • Sie beobachtet Beteiligung und Sicherheit, unterstützt Kommunikation und greift bei Ausgrenzung oder Konflikten ein
  • Reflexion verbindet Gruppenerfahrung mit Alltag und individuellen Zielen
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Aufgaben des ergotherapeutischen Teams“. 2 P
  • Innerhalb des ergotherapeutischen Teams werden Befunde, Methoden und Übergaben abgestimmt
  • Unterschiedliche Beobachtungen werden verglichen, nicht gegeneinander ausgespielt
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Zusammenarbeit im interdisziplinären Team“. 3 P
  • Berufsgruppen bringen verschiedene Perspektiven ein
  • Gute Zusammenarbeit benötigt gemeinsame Ziele, klare Zuständigkeiten, verständliche Sprache und Datenschutz
  • Die Person bleibt Beteiligte des Prozesses und nicht bloß Gegenstand einer Fallbesprechung

Clinical Reasoning

Erklären Sie den fachlichen Zusammenhang bei „Funktion des Clinical Reasoning“. 3 P
  • Clinical Reasoning bezeichnet das fachliche Denken, mit dem Informationen ausgewählt, gedeutet und in Entscheidungen übersetzt werden
  • Es verbindet Wissen, Erfahrung, Klientensicht, Kontext und Sicherheitsprüfung
  • Entscheidungen bleiben vorläufig und werden am Verlauf überprüft
Erläutern Sie den ergotherapeutischen Kern von „Prozedurales Reasoning“. 2 P
  • Prozedurales Reasoning richtet sich auf Erkrankung, Funktionen, Befundverfahren und mögliche Interventionen
  • Es beantwortet fachliche Fragen zur Durchführung, darf aber Betätigungsbedeutung und Lebenskontext nicht verdrängen
Erläutern Sie den ergotherapeutischen Kern von „Interaktives Reasoning“. 2 P
  • Interaktives Reasoning betrifft Beziehung, Kommunikation und gemeinsames Verstehen
  • Die Therapeutin passt Sprache, Tempo und Beteiligung an und prüft, ob Ziele und Erklärungen tatsächlich geteilt werden
Erläutern Sie den ergotherapeutischen Kern von „Narratives Reasoning“. 2 P
  • Narratives Reasoning erschließt die Lebensgeschichte und die Bedeutung von Betätigungen
  • Es fragt nach bisherigen Rollen, Verlusten, Zukunftsvorstellungen und der Geschichte, die eine Person über ihre Situation erzählt
Erläutern Sie den ergotherapeutischen Kern von „Konditionales und pragmatisches Reasoning“. 3 P
  • Konditionales Reasoning entwirft mögliche Entwicklungen und verbindet Person, Verlauf und Kontext
  • Pragmatisches Reasoning berücksichtigt reale Bedingungen wie Zeit, Ausstattung, Finanzierung und Zuständigkeiten
  • Beides wird transparent gegen fachliche Ziele abgewogen
Erläutern Sie den ergotherapeutischen Kern von „Ethisches Reasoning“. 2 P
  • Ethisches Reasoning prüft Selbstbestimmung, Fürsorge, Gerechtigkeit, Datenschutz, Macht und mögliche Schäden
  • Ein technisch mögliches Vorgehen ist nicht automatisch fachlich oder moralisch angemessen

Top-down- und Bottom-up-Befund

Beschreiben Sie das ergotherapeutische Vorgehen bei „Top-down-Befund“. 3 P
  • Top-down beginnt mit Teilhabe, Rollen, Betätigungsanliegen und konkreten Alltagssituationen
  • Danach werden Person-, Aufgaben- und Umweltfaktoren untersucht, die die Ausführung erklären
  • So bleibt der Befund unmittelbar am Alltagsergebnis orientiert
Beschreiben Sie das ergotherapeutische Vorgehen bei „Bottom-up-Befund“. 2 P
  • Bottom-up beginnt bei Körperfunktionen oder einzelnen Fertigkeiten und leitet daraus mögliche Auswirkungen ab
  • Dieses Vorgehen ist bei spezifischen Funktionsfragen nützlich, birgt aber das Risiko, Alltagsrelevanz und persönliche Bedeutung zu spät zu berücksichtigen
Erläutern Sie den ergotherapeutischen Kern von „Verknüpfung beider Perspektiven“. 3 P
  • Ein starker Befund verbindet beide Richtungen
  • Das Betätigungsproblem bestimmt, welche Funktionen geprüft werden
  • Die Funktionsbefunde erklären anschließend, welcher Teil der Ausführung veränderbar oder kompensierbar ist
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Betätigungsanalyse als Verbindung“. 2 P
  • Die Betätigungsanalyse zerlegt eine reale Handlung in Anforderungen und beobachtet deren Zusammenspiel
  • Sie verbindet sichtbare Performanz mit motorischen, sensorischen, kognitiven, emotionalen und umweltbezogenen Bedingungen
Beurteilen Sie die fachlichen Kriterien bei „Risiko einer isolierten Funktionsdiagnostik“. 3 P
  • Ein auffälliger Testwert beweist noch nicht, dass genau dieser Faktor das Alltagsproblem verursacht
  • Interventionen werden erst nach Abgleich mit Betätigung, Kontext und Ziel gewählt
  • Sonst wird ein messbares Defizit behandelt, ohne die Teilhabe zu verändern

Assessmentauswahl und Gütekriterien

Unterscheiden Sie „Screening, Assessment und Befund im Vergleich“ anhand fachlicher Kriterien. 3 P
  • Ein Screening sucht rasch nach Hinweisen auf ein Problem
  • Ein Assessment erhebt einen Bereich strukturierter, häufig mit standardisierten Regeln
  • Der ergotherapeutische Befund integriert mehrere Datenquellen und führt zu einer begründeten Arbeitshypothese
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Standardisiertes und nichtstandardisiertes Verfahren“. 3 P
  • Standardisierte Verfahren besitzen festgelegte Durchführung und Auswertung und ermöglichen bessere Vergleichbarkeit
  • Nichtstandardisierte Interviews und Beobachtungen sind flexibler und alltagsnah
  • Beide Formen können sinnvoll kombiniert werden
Definieren Sie „Reliabilität eines Assessments“ fachlich präzise. 3 P
  • Reliabilität beschreibt die Zuverlässigkeit einer Messung
  • Ergebnisse sollen bei stabilen Bedingungen möglichst ähnlich ausfallen
  • Unklare Instruktionen, wechselnde Hilfen oder ungeeignete Umgebung können die Zuverlässigkeit vermindern
Definieren Sie „Validität eines Assessments“ fachlich präzise. 2 P
  • Validität beschreibt, ob ein Verfahren tatsächlich das beabsichtigte Merkmal erfasst und ob die Interpretation für den Zweck geeignet ist
  • Ein zuverlässiger Test kann dennoch am Betätigungsanliegen vorbeimessen
Definieren Sie „Kriterien der Assessmentauswahl“ fachlich präzise. 2 P
  • Auswahlkriterien sind Fragestellung, Zielgruppe, Setting, Sprache, Belastung, Zeit, Gütekriterien, Lizenzbedingungen und Konsequenz für die Therapie
  • Ein Instrument wird nicht eingesetzt, nur weil es verfügbar oder bekannt ist
Definieren Sie „Interpretation von Assessmentwerten“ fachlich präzise. 3 P
  • Ein Wert wird mit Beobachtung, Anamnese, Kontext und möglichen Messfehlern abgeglichen
  • Normwerte beschreiben Gruppen und ersetzen keine individuelle Bewertung
  • Veränderungen müssen außerdem klinisch und für die Person bedeutsam sein

Sicherheit und Risikoprüfung

Beurteilen Sie die fachlichen Kriterien bei „Sicherheitsprüfung vor der Intervention“. 3 P
  • Vor Beginn werden medizinische Einschränkungen, Belastbarkeit, Hilfebedarf, Umgebung und Notfallmöglichkeiten geprüft
  • Die geplante Betätigung muss zum aktuellen Zustand passen
  • Unsicherheit führt zur Rücksprache statt zum riskanten Versuch
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Red Flags im therapeutischen Prozess“. 2 P
  • Neue starke Schmerzen, akute Atemnot, Bewusstseinsveränderung, plötzlich neurologische Ausfälle oder deutliche Kreislaufinstabilität verlangen Unterbrechung und angemessene medizinische Klärung
  • Ergotherapie überschreitet dabei nicht ihre diagnostischen Zuständigkeiten
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Belastungssteuerung“. 3 P
  • Belastung wird über Intensität, Dauer, Wiederholung, Pausen, Haltung und Komplexität dosiert
  • Beobachtet werden Leistung, Atmung, Kreislauf, Schmerz, Erschöpfung und subjektives Erleben
  • Eine Überforderung ist kein notwendiger Trainingsreiz
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Einwilligung und Beteiligung“. 3 P
  • Interventionen setzen verständliche Information und freiwillige Zustimmung voraus
  • Die Person darf Fragen stellen, Alternativen abwägen und eine Maßnahme ablehnen
  • Bei eingeschränkter Einwilligungsfähigkeit werden rechtliche Vertretung und größtmögliche Beteiligung beachtet
Beurteilen Sie die fachlichen Kriterien bei „Abbruch- und Anpassungskriterien“. 3 P
  • Vorab definierte Kriterien helfen, Belastung zu reduzieren, eine Aufgabe zu verändern oder abzubrechen
  • Dokumentiert werden Beobachtung, Entscheidung, Reaktion und gegebenenfalls Rücksprache
  • So wird Sicherheit Teil des geplanten Prozesses

Transfer und Abschlussplanung

Beschreiben Sie das ergotherapeutische Vorgehen bei „Transfer als Therapieziel“. 2 P
  • Transfer bedeutet, dass eine erarbeitete Strategie außerhalb der Therapiesituation in relevanten Alltagssituationen genutzt wird
  • Er entsteht nicht automatisch durch Übung und muss mit realistischen Kontexten, Materialien und Anforderungen vorbereitet werden
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Generalisierung und Kontextnähe“. 3 P
  • Generalisierung wird wahrscheinlicher, wenn Strategien in unterschiedlichen, aber verwandten Situationen erprobt werden
  • Zu starke Variation kann überfordern
  • Zu enge Übung bindet die Leistung an einen einzigen Raum oder Ablauf
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Selbstmanagement nach Therapieende“. 2 P
  • Die Person benötigt verständliche Kriterien, um Belastung, Hilfsmittel oder Strategien selbst anzupassen
  • Schriftliche oder digitale Hilfen werden so gestaltet, dass sie im Alltag tatsächlich auffindbar und nutzbar sind
Beschreiben Sie das fachgerechte Vorgehen bei „Rückfall- und Krisenplanung“. 2 P
  • Bei schwankenden oder chronischen Verläufen werden frühe Warnzeichen, hilfreiche Maßnahmen und Kontaktwege festgelegt
  • Die Planung unterscheidet normale Schwankung von Situationen, die fachliche oder medizinische Unterstützung erfordern
Beschreiben Sie das fachgerechte Vorgehen bei „Abschlussgespräch und Übergabe“. 3 P
  • Der Abschluss fasst Zielerreichung, wirksame Bedingungen, verbleibende Einschränkungen und nächste Schritte zusammen
  • Bei Übergaben werden nur relevante Informationen mit Einwilligung weitergegeben
  • Zuständigkeiten und offene Risiken bleiben klar erkennbar

Die Fragen und Antworten wurden aus den redaktionellen Lerntexten dieses Kapitels abgeleitet. Jede Antwort gehört ausschließlich zu der unmittelbar darüberstehenden Frage.

Hinweise des Lehrplans
  • vgl. Lehrpläne Psychologie und Pädagogik sowie Medizinsoziologie und Gerontologie
  • vgl. Lehrplan Psychologie und Pädagogik
  • Fallbeispiele
  • Erfahrungsberichte der Schülerinnen und Schüler aus der praktischen Ausbildung einbeziehen vgl. LPE 3
  • Nutzung digitaler Technik
  • vgl. Lehrpläne Psychologie und Pädagogik sowie Medizinsoziologie und Gerontologie
  • z. B. Grundannahmen nach Rogers, Themenzentrierte Interaktion nach Cohn
  • Übungen zur Selbsterfahrung vgl. Lehrpläne Medizinsoziologie und Gerontologie sowie Psychologie und Pädagogik
  • praktische Übungen vgl. Lehrpläne Medizinsoziologie und Gerontologie sowie Psychologie und Pädagogik

Quelle: Sächsisches Staatsministerium für Kultus: Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin, freigegeben ab 1. August 2020, S. 115.

03 Methodisches Arbeiten in der Ergotherapie 40 (40) Ustd. 56 Unterfragen
Lehrplananforderung

Die Schülerinnen und Schüler besitzen methodisches Wissen zu verschiedenen Anleitungstechniken und können dieses in verschiedenen Anleitungssituationen anwenden. Dabei wissen sie um die Bedeutung der Zusammenarbeit von Klient, Angehörigen und Ergotherapeuten für den Therapieerfolg.

Quelle: Sächsisches Staatsministerium für Kultus: Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin, freigegeben ab 1. August 2020, S. 116.

Fragen & Antworten56

Kapitelkern

Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Klientenzentrierte Vermittlung“. 2 P
  • Anleitung beginnt mit Ziel, Lernvoraussetzungen und Alltagssituation der Person
  • Verständliche Information, Wahlmöglichkeiten und Teach-back sichern Beteiligung und tatsächliches Verständnis
Beschreiben Sie das fachgerechte Vorgehen bei „Methodische Planung“. 2 P
  • Aufgabenanalyse, Lernform, Hilfen, Feedback, Grading und Transfer werden vorab geplant und im Verlauf angepasst
  • Methodik ist keine Sammlung von Tricks, sondern begründete Steuerung von Lernen
Beschreiben Sie das ergotherapeutische Vorgehen bei „Angehörige im Lernprozess“. 2 P
  • Angehörige werden nur mit Einwilligung und klarer Rollenklärung einbezogen
  • Anleitung soll Sicherheit und Selbstständigkeit fördern, ohne Unterstützung unkritisch auf das Umfeld zu verlagern
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Praxisanteil“. 2 P
  • Der hohe fachpraktische Anteil verlangt wiederholtes Demonstrieren, Anleiten, Beobachten, Rückmelden und Reflektieren
  • Entscheidend ist nicht nur Wissen über Methoden, sondern sichere und flexible Anwendung

Klientenzentrierte Gesprächsführung

Erläutern Sie den ergotherapeutischen Kern von „Grundhaltung“. 2 P
  • Klientenzentrierte Gesprächsführung orientiert sich an Empathie, Wertschätzung und Echtheit
  • Die Therapeutin versucht, die Perspektive der Person zu verstehen, ohne alles zu bestätigen oder fachliche Verantwortung abzugeben
Beschreiben Sie das ergotherapeutische Vorgehen bei „Techniken klientenzentrierter Gesprächsführung“. 4 P
  • Offene Fragen laden zur eigenen Darstellung ein
  • Paraphrasieren und Zusammenfassen prüfen Verständnis
  • Verbalisieren emotionaler Inhalte kann Erleben benennen, ohne eine Deutung aufzudrängen
  • Pausen geben Zeit zum Denken
Beschreiben Sie das ergotherapeutische Vorgehen bei „Struktur klientenzentrierter Gespräche“. 3 P
  • Ein therapeutisches Gespräch braucht Ziel, Zeitrahmen und verständlichen Abschluss
  • Zu Beginn wird geklärt, worüber gesprochen wird
  • Am Ende werden Ergebnisse, offene Fragen und nächste Schritte zusammengefasst
Begründen Sie die fachliche Bedeutung von „Klientenzentrierung in schwierigen Situationen“. 3 P
  • Bei Schweigen, Widerspruch oder starker Emotion wird nicht vorschnell bewertet
  • Sicherheit, Verständlichkeit und Überforderung werden geprüft
  • Grenzen werden klar und respektvoll formuliert
Beschreiben Sie das fachgerechte Vorgehen bei „Gesprächsdokumentation“. 3 P
  • Nur therapeutisch relevante Inhalte werden festgehalten
  • Persönliche Aussagen werden nicht unnötig detailliert wiedergegeben
  • Die Person weiß, wie Informationen genutzt und weitergegeben werden

Vermittlung und Anleitung planen

Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Ziel und Adressat“. 2 P
  • Anleitung beginnt mit der Frage, wer was unter welchen Bedingungen lernen soll
  • Motorische, kognitive, sprachliche, sensorische und motivationale Voraussetzungen werden berücksichtigt
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Aufgabenanalyse vor der Anleitung“. 4 P
  • Die Tätigkeit wird in sinnvolle Schritte gegliedert
  • Sicherheitskritische Punkte, Material und typische Fehler werden vorab geklärt
  • Nicht jeder Teilschritt muss erklärt werden
  • Zu viele Informationen können Lernen erschweren
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Vermittlungsformen“. 3 P
  • Verbale Information eignet sich für Regeln und Zusammenhänge
  • Demonstration zeigt Ablauf und Qualität
  • Vormachen, gemeinsames Ausführen, Bilder, Markierungen und schriftliche Checklisten können kombiniert werden
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Auswahl der Lernform“. 3 P
  • Bei neuen oder riskanten Aufgaben ist mehr Struktur nötig
  • Bei vertrauten Aufgaben fördern Fragen und selbstständige Planung Problemlösen
  • Die Unterstützung wird schrittweise reduziert
Beschreiben Sie das fachgerechte Vorgehen bei „Erfolgskriterium einer Anleitung“. 2 P
  • Gelernt ist eine Handlung nicht nur, wenn sie einmal in der Therapie gelingt
  • Die Person soll sie unter alltagsnahen Bedingungen verstehen, kontrollieren und bei Veränderungen anpassen können

Methodische Prinzipien und Anleitungstechniken

Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Vom Einfachen zum Komplexen“. 2 P
  • Anforderungen werden so abgestuft, dass die Person Erfolg und Herausforderung erlebt
  • Vereinfachung betrifft nicht nur die Anzahl der Schritte, sondern auch Tempo, Reize, Material, Entscheidungsmöglichkeiten und soziale Anforderungen
Erläutern Sie den ergotherapeutischen Kern von „Aktives Lernen“. 3 P
  • Die Person soll möglichst selbst handeln, Entscheidungen treffen und das Ergebnis beurteilen
  • Reines Erklären erzeugt noch keine Handlungskompetenz
  • Fragen können Planung und Selbstkontrolle anregen
Beurteilen Sie die fachlichen Kriterien bei „Fehlerlernen und Sicherheit“. 2 P
  • Fehler können Lernen unterstützen, wenn sie erkannt und ohne gefährliche Folgen korrigiert werden können
  • Bei hohem Risiko werden Fehler durch klare Anleitung, Sicherung und Hilfsmittel verhindert
Erläutern Sie den ergotherapeutischen Kern von „Therapeutisches Feedback“. 3 P
  • Rückmeldung ist konkret, zeitnah und auf das Ziel bezogen
  • Zuerst wird die Selbsteinschätzung erfragt
  • Danach werden beobachtete Stärken und ein nächster Veränderungsschritt ergänzt
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Wiederholung und Variation“. 3 P
  • Wiederholung festigt, Variation fördert Transfer
  • Eine Strategie wird mit anderen Gegenständen, Orten oder Zeitbedingungen erprobt
  • Pausen und Belastung werden an Lernfähigkeit angepasst

Beratung und Einbeziehung von Angehörigen

Begründen Sie die fachliche Bedeutung von „Bedeutung“. 3 P
  • Angehörige kennen Alltag, Gewohnheiten und frühere Fähigkeiten
  • Sie können Transfer unterstützen, sind aber keine bloßen Hilfspersonen der Therapie
  • Eigene Belastungen, Grenzen und Rollen werden berücksichtigt
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Einwilligung und Datenschutz bei Angehörigenarbeit“. 3 P
  • Die erwachsene Klientin entscheidet grundsätzlich, welche Informationen mit Angehörigen geteilt werden
  • Bei Kindern und rechtlicher Vertretung gelten besondere Zuständigkeiten
  • Auch dann wird die betroffene Person alters- und situationsgerecht beteiligt
Beschreiben Sie das ergotherapeutische Vorgehen bei „Beratung von Angehörigen“. 3 P
  • Beratung erklärt Befund, Ziele, Strategien und Hilfsmittel in verständlicher Sprache
  • Sie stärkt Problemlösung statt dauerhafte Abhängigkeit von Fachpersonen
  • Empfehlungen werden an tatsächliche Ressourcen und Wohnbedingungen angepasst
Beschreiben Sie das fachgerechte Vorgehen bei „Anleitung von Angehörigen“. 3 P
  • Gemeinsames Üben kann Transfer erleichtern
  • Angehörige lernen, welche Hilfe sinnvoll ist und wann sie sich zurücknehmen sollten
  • Übernahme aus Zeitdruck kann Selbstständigkeit unbeabsichtigt vermindern
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Konflikte in der Angehörigenarbeit“. 3 P
  • Ziele von Person und Angehörigen können auseinandergehen
  • Die Therapeutin macht Perspektiven sichtbar, klärt Risiken und vermeidet Parteinahme
  • Bei Überlastung werden weitere Unterstützungsangebote einbezogen

Lernvoraussetzungen in der Anleitung

Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Aufmerksamkeit als Lernvoraussetzung“. 3 P
  • Anleitung gelingt nur, wenn Aufmerksamkeit ausreichend verfügbar und auf die Aufgabe gerichtet ist
  • Reize, Dauer und Informationsmenge werden angepasst
  • Bei Ermüdung oder Überforderung wird die Einheit gekürzt oder gegliedert
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Motivation und Bedeutsamkeit“. 3 P
  • Motivation steigt, wenn die Aufgabe verständlich, erreichbar und persönlich relevant ist
  • Wahlmöglichkeiten und sichtbarer Alltagsnutzen unterstützen Beteiligung
  • Druck oder Lob ohne Bezug zur Person ersetzen keine bedeutsame Zielsetzung
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Kognitive Voraussetzungen“. 2 P
  • Gedächtnis, Planung, Problemlösen und Fehlerkontrolle beeinflussen, welche Anleitung geeignet ist
  • Komplexe Aufgaben können in Schritte gegliedert, mit externen Hilfen unterstützt oder in stabilen Routinen aufgebaut werden
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Sensorische und motorische Voraussetzungen“. 2 P
  • Sehen, Hören, Sensibilität, Haltung und Bewegungsmöglichkeiten bestimmen Zugang und Ausführung
  • Materialien, Position und Kommunikationskanal werden angepasst, damit ein vermeintliches Lernproblem nicht durch unpassende Bedingungen erzeugt wird
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Sprache und Gesundheitskompetenz“. 3 P
  • Fachsprache, lange Sätze und abstrakte Erklärungen können Lernen behindern
  • Informationen werden in klarer Sprache, angemessener Menge und bei Bedarf mit Bildern oder Demonstration vermittelt
  • Verständnis wird geprüft, nicht vorausgesetzt

Anleitungstechniken

Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Verbale Erklärung“. 3 P
  • Verbale Anleitung beschreibt Ziel, wesentliche Schritte und Sicherheitsaspekte
  • Sie bleibt knapp und wird an Sprachverständnis und Gedächtnis angepasst
  • Zu viele gleichzeitige Hinweise erhöhen die kognitive Last und stören die Ausführung
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Demonstration“. 4 P
  • Demonstration zeigt Bewegung oder Ablauf sichtbar
  • Perspektive, Tempo und entscheidende Merkmale müssen erkennbar sein
  • Anschließend führt die lernende Person selbst aus
  • Bloßes Zuschauen beweist noch kein Lernen
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Visuelle und taktile Hinweise“. 3 P
  • Markierungen, Bilder, Gegenstandsanordnung oder taktile Hinweise können Orientierung erleichtern
  • Sie werden nur mit Zustimmung und zielgerichtet eingesetzt
  • Hilfen dürfen nicht stärker sein als nötig, weil sonst Eigensteuerung ausbleibt
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Manuelle Führung“. 3 P
  • Manuelle Führung unterstützt Bewegung oder Sicherheit unmittelbar
  • Sie erfordert Einwilligung, klare Kommunikation und möglichst geringe notwendige Hilfe
  • Therapeutische Hände führen nicht automatisch zu aktivem motorischem Lernen
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Cueing und Prompting“. 3 P
  • Cues geben kurze Hinweise, Prompts lösen eine Reaktion gezielter aus
  • Hinweise können verbal, visuell, gestisch oder taktil sein
  • Ihre Art und Stärke werden dokumentiert, damit Fortschritt und Hilfebedarf vergleichbar bleiben
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Kombination der Techniken“. 3 P
  • Techniken werden nach Aufgabe und Lernvoraussetzungen kombiniert
  • Eine sinnvolle Reihenfolge kann erklären, demonstrieren, selbst ausführen lassen und gezielt rückmelden
  • Die Kombination bleibt veränderbar, wenn sie nicht zum gewünschten Lernen führt

Abgestufte Hilfen und Feedback

Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Least-to-most-Hilfe“. 3 P
  • Bei least-to-most beginnt die Person mit möglichst wenig Unterstützung
  • Hilfen werden erst erhöht, wenn sie nötig sind
  • Das Verfahren zeigt vorhandene Selbstständigkeit, kann aber bei gefährlichen oder stark fehleranfälligen Aufgaben ungeeignet sein
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Most-to-least-Hilfe“. 2 P
  • Bei most-to-least wird die Aufgabe zunächst stark unterstützt und die Hilfe schrittweise reduziert
  • Das kann Sicherheit und Erfolgserleben fördern, erfordert jedoch konsequentes Fading, damit keine dauerhafte Abhängigkeit entsteht
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Fading von Hilfen“. 3 P
  • Fading bezeichnet den planmäßigen Abbau äußerer Unterstützung
  • Reduziert werden Stärke, Häufigkeit oder Direktheit der Hinweise
  • Der nächste Schritt erfolgt, sobald die Person die Aufgabe zuverlässig mit weniger Hilfe bewältigt
Erläutern Sie den ergotherapeutischen Kern von „Ergebnis- und Ausführungsfeedback“. 4 P
  • Ergebnisfeedback informiert über das erreichte Resultat
  • Ausführungsfeedback bezieht sich auf den Bewegungs- oder Handlungsablauf
  • Zu häufiges Feedback kann Eigenwahrnehmung schwächen
  • Zeitversetzte Selbstbewertung fördert aktive Fehlerkontrolle
Beurteilen Sie die fachlichen Kriterien bei „Fehlerfreies und fehlergestütztes Lernen“. 3 P
  • Fehlerfreies Lernen verhindert möglichst falsche Reaktionen und kann bei schweren Gedächtnisstörungen sinnvoll sein
  • Fehlergestütztes Lernen nutzt Erkennen und Korrigieren
  • Die Auswahl hängt von Sicherheit, Lernfähigkeit und Ziel der Aufgabe ab
Erläutern Sie den ergotherapeutischen Kern von „Selbstfeedback“. 3 P
  • Die Person wird angeleitet, Ergebnis, Anstrengung und Strategie selbst zu beurteilen
  • Fragen nach dem gelungenen Schritt und der nächsten Veränderung fördern Selbststeuerung
  • Therapeutische Rückmeldung ergänzt diese Einschätzung, statt sie zu ersetzen

Grading und Adaptation

Definieren Sie „Grading einer Betätigung“ fachlich präzise. 2 P
  • Grading verändert den Schwierigkeitsgrad, ohne das Betätigungsziel aus dem Blick zu verlieren
  • Variiert werden Umfang, Tempo, Genauigkeit, Widerstand, Reihenfolge, Reizmenge, soziale Anforderungen oder notwendige Unterstützung
Definieren Sie „Adaptation einer Betätigung“ fachlich präzise. 2 P
  • Adaptation verändert Aufgabe, Werkzeug oder Umwelt, damit Teilhabe trotz bleibender Einschränkung möglich wird
  • Beispiele sind Griffverdickung, veränderte Arbeitshöhe, visuelle Markierung oder vereinfachte Reihenfolge
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Optimale Herausforderung“. 4 P
  • Die Aufgabe soll fordern, aber noch Erfolg und Lernen ermöglichen
  • Unterforderung vermindert Lernreiz und Bedeutung
  • Überforderung erhöht Fehler, Angst oder Erschöpfung
  • Beobachtung und Rückmeldung bestimmen die nächste Anpassung
Unterscheiden Sie „Grading und Kompensation im Vergleich“ anhand fachlicher Kriterien. 3 P
  • Grading zielt häufig auf schrittweise Entwicklung von Fähigkeiten
  • Kompensation nutzt alternative Wege, Hilfsmittel oder Unterstützung, um ein Ziel direkt zu erreichen
  • Beide Ansätze können in demselben Therapieprozess kombiniert werden
Beschreiben Sie das fachgerechte Vorgehen bei „Dokumentation der Anpassung“. 2 P
  • Dokumentiert werden Ausgangsanforderung, konkrete Veränderung, benötigte Hilfe und Wirkung auf Sicherheit, Qualität und Selbstständigkeit
  • Nur so lässt sich beurteilen, ob eine Anpassung Lernen fördert oder lediglich kurzfristig erleichtert

Gesundheitskompetenz und Teach-back

Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Gesundheitskompetenz in der Ergotherapie“. 2 P
  • Gesundheitskompetenz umfasst Informationen finden, verstehen, beurteilen und anwenden
  • Ergotherapie unterstützt dies anhand konkreter Alltagsentscheidungen, etwa Hilfsmittelnutzung, Belastungssteuerung oder Organisation einer Tagesroutine
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Teach-back-Methode“. 3 P
  • Beim Teach-back erklärt die Person mit eigenen Worten oder zeigt praktisch, wie sie eine Information verstanden hat
  • Das prüft die Verständlichkeit der Vermittlung und nicht die Intelligenz der Person
  • Missverständnisse führen zu neuer Erklärung und erneuter Prüfung
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Gemeinsame Entscheidungsfindung“. 3 P
  • Gemeinsame Entscheidungsfindung verbindet fachliche Optionen mit Zielen, Werten und Alltag der Person
  • Nutzen, Belastungen und Alternativen werden verständlich dargestellt
  • Die endgültige Entscheidung bleibt innerhalb sicherer und rechtlicher Grenzen gemeinsam verantwortet
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Verständliche Informationsmaterialien“. 3 P
  • Materialien verwenden klare Überschriften, kurze Sätze, relevante Bilder und konkrete Handlungsanweisungen
  • Schriftgröße, Kontrast, Sprache und Zugang werden angepasst
  • Ein überfülltes Merkblatt ist trotz korrekter Inhalte häufig unbrauchbar
Beurteilen Sie die fachlichen Kriterien bei „Grenzen der Beratung“. 3 P
  • Ergotherapeutische Beratung bleibt im eigenen Kompetenzbereich
  • Medizinische Diagnosen, Arzneimitteländerungen oder rechtliche Entscheidungen werden nicht eigenmächtig übernommen
  • Unsicherheiten werden benannt und an zuständige Fachpersonen weitergeleitet

Angehörigenschulung und Coaching

Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Ziel der Angehörigenschulung“. 3 P
  • Angehörigenschulung soll sichere Unterstützung, Verständnis und alltagsnahen Transfer ermöglichen
  • Sie dient nicht dazu, unbezahlte Therapieaufgaben vollständig zu verlagern
  • Ziele werden mit Klientel und Angehörigen gemeinsam geklärt
Erklären Sie den fachlichen Zusammenhang bei „Rollenklärung mit Angehörigen“. 3 P
  • Angehörige können Informationsquelle, Lernpartner, Unterstützende oder selbst belastete Personen sein
  • Erwartungen und Grenzen werden ausdrücklich besprochen
  • Die Selbstbestimmung der behandelten Person bleibt leitend
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Coaching statt Übernahme“. 3 P
  • Coaching unterstützt Angehörige, eigene Lösungen zu beobachten, zu erproben und zu bewerten
  • Die Therapeutin stellt Fragen, strukturiert Erfahrungen und vermittelt notwendiges Wissen
  • Fertige Anweisungen werden nur dort genutzt, wo Sicherheit oder Klarheit dies erfordern
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Belastung der Angehörigen“. 2 P
  • Zeitdruck, Schlafmangel, Konflikte oder körperliche Belastung können die Umsetzung beeinflussen
  • Beratung berücksichtigt realistische Ressourcen und verweist bei weitergehendem Bedarf an passende Unterstützungsangebote
Beurteilen Sie die fachlichen Kriterien bei „Transferkontrolle“. 3 P
  • Nach der Anleitung wird geprüft, ob Unterstützung im Alltag sicher, verständlich und akzeptabel funktioniert
  • Rückmeldungen der betroffenen Person und der Angehörigen werden getrennt erfasst
  • Anpassungen erfolgen, wenn Hilfe zu viel, zu wenig oder unpassend ist

Die Fragen und Antworten wurden aus den redaktionellen Lerntexten dieses Kapitels abgeleitet. Jede Antwort gehört ausschließlich zu der unmittelbar darüberstehenden Frage.

Hinweise des Lehrplans
  • Überblick vgl. Lehrplan Psychologie und Pädagogik
  • praktische Übungen vgl. Lehrplan Psychologie und Pädagogik
  • Strukturierung, Auswahl der Lernformen
  • verbal informieren, erklären, demonstrieren
  • vgl. Lehrplan Medizinsoziologie und Gerontologie
  • vgl. LPE 2

Quelle: Sächsisches Staatsministerium für Kultus: Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin, freigegeben ab 1. August 2020, S. 116.

04 Grundlagen der Qualitätssicherung in der Ergotherapie 8 Ustd. 38 Unterfragen
Lehrplananforderung

Die Schülerinnen und Schüler erkennen und verstehen Ursprünge, Entwicklungen und aktuelle Bedeutung der Qualitätssicherung in der Ergotherapie. Sie besitzen einen Überblick über Methoden der Qualitätssicherung und deren Dokumentation.

Quelle: Sächsisches Staatsministerium für Kultus: Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin, freigegeben ab 1. August 2020, S. 117.

Fragen & Antworten38

Kapitelkern

Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Qualitätsdimensionen“. 2 P
  • Strukturqualität beschreibt Voraussetzungen, Prozessqualität die Durchführung und Ergebnisqualität die Wirkung
  • Gute Versorgung benötigt eine nachvollziehbare Verbindung aller drei Ebenen
Definieren Sie „Qualitätssicherung als Lernprozess“ fachlich präzise. 2 P
  • Dokumentation, Evaluation, Audit, Fallreflexion und Fehlerkultur dienen der Verbesserung
  • Reine Formularerfüllung ohne fachliche Konsequenz ist Formalismus, keine wirksame Qualitätssicherung
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Kontinuierliche Verbesserung“. 2 P
  • Qualitätsziele, Indikatoren, Soll-Ist-Vergleich, Maßnahmen und Re-Evaluation bilden einen Kreislauf
  • Änderungen werden auf Wirkung, Nebenfolgen und praktische Umsetzbarkeit geprüft

Qualität, Qualitätsmanagement und Qualitätssicherung

Definieren Sie „Qualität“ fachlich präzise. 2 P
  • Qualität beschreibt, in welchem Maß eine Leistung vereinbarte und fachlich begründete Anforderungen erfüllt
  • In der Ergotherapie gehören Sicherheit, Klientenzentrierung, Wirksamkeit, nachvollziehbare Prozesse und Teilhabebezug dazu
Definieren Sie „Qualitätsmanagement“ fachlich präzise. 2 P
  • Qualitätsmanagement gestaltet Strukturen und Abläufe einer Organisation
  • Dazu gehören Verantwortlichkeiten, Einarbeitung, Hygiene, Datenschutz, Fortbildung, Dokumentation, Beschwerdemanagement und Umgang mit Fehlern
Definieren Sie „Qualitätssicherung“ fachlich präzise. 3 P
  • Qualitätssicherung überprüft, ob Anforderungen eingehalten und Ziele erreicht werden
  • Sie nutzt Standards, Audits, Fallbesprechungen, Rückmeldungen, Kennzahlen und Evaluation
  • Kontrolle allein verbessert jedoch noch keine Versorgung
Definieren Sie „Kontinuierliche Qualitätsverbesserung“ fachlich präzise. 2 P
  • Probleme werden analysiert, Maßnahmen geplant, umgesetzt und erneut geprüft
  • Mitarbeitende und Klientel sollten beteiligt werden, weil formale Vorgaben nicht alle praktischen Wirkungen sichtbar machen
Definieren Sie „Qualität auf ergotherapeutischer Fallebene“ fachlich präzise. 1 P
  • Auch jede einzelne Behandlung enthält Qualitätssicherung: passende Indikation, begründete Zielsetzung, sichere Durchführung, Verlaufsbeobachtung und reflektierter Abschluss

Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität

Definieren Sie „Strukturqualität“ fachlich präzise. 2 P
  • Strukturqualität umfasst Voraussetzungen: Qualifikation, Räume, Hilfsmittel, Zeit, Personalausstattung, Zugänglichkeit, Datenschutz und organisatorische Regeln
  • Gute Struktur ermöglicht Qualität, garantiert sie aber nicht
Definieren Sie „Prozessqualität“ fachlich präzise. 2 P
  • Prozessqualität beschreibt, wie Versorgung abläuft
  • Dazu gehören Auftragsklärung, Befund, Zielvereinbarung, Planung, Kommunikation, Dokumentation, Hygiene, Übergaben und Einbeziehung der Person
Definieren Sie „Ergebnisqualität“ fachlich präzise. 3 P
  • Ergebnisqualität fragt nach Veränderungen
  • Relevant sind nicht nur Funktionswerte, sondern auch Betätigungsperformance, Selbstständigkeit, Zufriedenheit, Sicherheit und Teilhabe
  • Unerwünschte Wirkungen und Zielverfehlungen werden ebenfalls erfasst
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Zusammenhang der Qualitätsdimensionen“. 2 P
  • Ein ungünstiges Ergebnis kann aus unpassender Struktur, fehlerhaftem Prozess, Krankheitsverlauf oder nicht beeinflussbaren Faktoren entstehen
  • Deshalb darf Ergebnisqualität nicht ohne Kontext interpretiert werden
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Ergotherapeutische Beispiele der Qualitätsdimensionen“. 4 P
  • Ein barrierefreier Raum ist Struktur
  • Eine gemeinsam formulierte Zielplanung ist Prozess
  • Wieder selbstständig den Arbeitsweg bewältigen ist Ergebnis
  • Erst die Verbindung der Ebenen ermöglicht eine sinnvolle Bewertung

Dokumentation, Evaluation und reflexive Qualitätssicherung

Beschreiben Sie das fachgerechte Vorgehen bei „Dokumentation als Qualitätsmittel“. 4 P
  • Dokumentation macht Auftrag, Befund, Ziele, Maßnahmen und Verlauf nachvollziehbar
  • Sie unterstützt Kontinuität und rechtliche Rechenschaft
  • Umfangreiche Texte sind nicht automatisch gute Dokumentation
  • Entscheidend sind Relevanz, Klarheit und zeitliche Zuordnung
Beschreiben Sie das fachgerechte Vorgehen bei „Evaluation der Versorgungsqualität“. 3 P
  • Evaluation vergleicht Ausgangslage und Ergebnis anhand festgelegter Kriterien
  • Standardisierte Werte, Beobachtungen und Selbsteinschätzung können kombiniert werden
  • Veränderungen werden im Kontext interpretiert
Beschreiben Sie das fachgerechte Vorgehen bei „Risiko eines reinen Dokumentationsformalismus“. 3 P
  • Formulare und Codes können Qualität unterstützen, aber auch zum Selbstzweck werden
  • Ein vollständig ausgefüllter Bogen garantiert weder ein passendes Ziel noch eine gute Beziehung
  • Nicht erhobene Informationen dürfen nicht durch Routineannahmen ersetzt werden
Definieren Sie „Qualitätssicherung als reflexiver Prozess“ fachlich präzise. 3 P
  • Reflexive Qualitätssicherung prüft, ob das gewählte Vorgehen für diese Person in dieser Situation sinnvoll war
  • Sie bezieht Unsicherheit, Zielkonflikte und eigene Einflüsse ein
  • Fallbesprechung und Supervision können blinde Flecken sichtbar machen
Beurteilen Sie die fachlichen Kriterien bei „Reflexive Fehlerkultur“. 3 P
  • Fehler werden nicht verdeckt oder ausschließlich individualisiert
  • Ursachen in Struktur und Prozess werden untersucht, Schutzmaßnahmen vereinbart und Wirkung kontrolliert
  • Transparenz dient Sicherheit und Lernen

Qualitätszyklus und Indikatoren

Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „PDCA-Zyklus“. 3 P
  • Der PDCA-Zyklus gliedert Verbesserung in Planen, Durchführen, Prüfen und Anpassen
  • Er verhindert, dass eine Maßnahme ohne Ziel eingeführt oder ohne Auswertung beibehalten wird
  • Nach der Anpassung beginnt der nächste Zyklus
Definieren Sie „Formulierung eines Qualitätsziels“ fachlich präzise. 3 P
  • Ein Qualitätsziel beschreibt den gewünschten Zustand, die betroffene Versorgung und einen überprüfbaren Zeitraum
  • Es soll fachlich relevant und beeinflussbar sein
  • Allgemeine Forderungen wie „bessere Therapie“ reichen nicht aus
Definieren Sie „Qualitätsindikator“ fachlich präzise. 2 P
  • Ein Indikator macht einen Qualitätsaspekt beobachtbar, etwa dokumentierte Zielvereinbarung, Wartezeit oder Anteil erreichter alltagsbezogener Ziele
  • Er ist ein Hinweis, kein vollständiges Urteil über die Güte der Versorgung
Beurteilen Sie die Aussage: „Soll-Ist-Vergleich“. 2 P
  • Beim Soll-Ist-Vergleich werden festgelegte Anforderungen mit tatsächlichen Daten verglichen
  • Abweichungen werden nicht sofort personalisiert, sondern auf Ursachen in Struktur, Prozess, Kommunikation und Rahmenbedingungen geprüft
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Verbesserungsmaßnahme“. 3 P
  • Eine Maßnahme benennt Verantwortlichkeit, Ablauf, Ressourcen und erwartete Wirkung
  • Schulung allein löst kein Problem, wenn Zeit, Material oder Zuständigkeit ungeklärt bleiben
  • Veränderungen werden klein genug geplant, um sie praktisch testen zu können
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Re-Evaluation“. 3 P
  • Nach Umsetzung werden dieselben oder passende Indikatoren erneut erhoben
  • Verbesserung, Nebenwirkungen und Umsetzbarkeit werden bewertet
  • Ohne Re-Evaluation bleibt unbekannt, ob die Maßnahme wirksam war oder nur zusätzlichen Aufwand erzeugte

Standards, Leitlinien und Evidenz

Unterscheiden Sie „Standard und Leitlinie im Vergleich“ anhand fachlicher Kriterien. 3 P
  • Ein Standard beschreibt verbindliche oder vereinbarte Anforderungen für einen definierten Bereich
  • Eine Leitlinie gibt systematisch entwickelte Entscheidungshilfen und lässt begründete Abweichungen zu
  • Verbindlichkeit und Geltungsbereich müssen jeweils geprüft werden
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Verfahrensanweisung“. 3 P
  • Eine Verfahrensanweisung legt innerhalb einer Organisation konkrete Abläufe, Zuständigkeiten und Dokumentationswege fest
  • Sie soll verständlich, zugänglich und aktuell sein
  • Eine Anweisung ohne reale Umsetzbarkeit erzeugt nur formale Konformität
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Evidenzbasierte Praxis“. 3 P
  • Evidenzbasierte Praxis verbindet bestverfügbare Forschung, klinische Erfahrung, Werte und Ziele der Klientel sowie Kontextbedingungen
  • Kein Teil allein reicht aus
  • Evidenz informiert Entscheidungen, ersetzt sie aber nicht
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Individualisierung trotz Standard“. 3 P
  • Standards sichern Mindestanforderungen und Vergleichbarkeit, dürfen aber individuelle Ziele nicht verdrängen
  • Anpassungen werden fachlich begründet und dokumentiert
  • Unbegründete Abweichung ist ebenso problematisch wie starre Anwendung
Ordnen Sie die aktuelle fachliche Fassung von „Aktualitätsprüfung“ ein. 3 P
  • Leitlinien, gesetzliche Vorgaben und interne Verfahren besitzen unterschiedliche Aktualisierungszyklen
  • Vor Nutzung werden Fassung, Herausgeber und Geltungsbereich geprüft
  • Veraltete Dokumente dürfen nicht durch bloße Gewohnheit weiterwirken

Risiko-, Fehler- und Beschwerdemanagement

Beurteilen Sie die fachlichen Kriterien bei „Risikomanagement“. 2 P
  • Risikomanagement identifiziert mögliche Schäden, bewertet Eintritt und Auswirkung und legt vorbeugende Maßnahmen fest
  • In der Ergotherapie betrifft dies etwa Sturzgefahr, Hautschäden, Überlastung, Datenschutz oder unsichere Hilfsmittelnutzung
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Beinahe-Ereignis“. 2 P
  • Ein Beinahe-Ereignis hätte zu einem Schaden führen können, wurde aber rechtzeitig erkannt oder blieb zufällig folgenlos
  • Seine Auswertung ermöglicht Lernen, bevor ein tatsächlicher Schaden entsteht
Beurteilen Sie die fachlichen Kriterien bei „Systemorientierte Fehlerkultur“. 2 P
  • Eine konstruktive Fehlerkultur trennt systematisches Lernen von vorschneller Schuldzuweisung
  • Verantwortlichkeit bleibt bestehen, doch Ursachen werden auch in Kommunikation, Ausstattung, Arbeitsablauf und Organisation gesucht
Definieren Sie „Beschwerde als Qualitätsinformation“ fachlich präzise. 3 P
  • Beschwerden zeigen Erwartungen, Belastungen oder Prozessprobleme aus Sicht der Betroffenen
  • Sie werden nachvollziehbar aufgenommen, beantwortet und auf wiederkehrende Muster geprüft
  • Abwehr oder Rechtfertigung verhindert Lernen
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Patientensicherheit und Transparenz“. 3 P
  • Sicherheitsrelevante Ereignisse werden zeitnah versorgt, dokumentiert und nach den geltenden Wegen gemeldet
  • Betroffene erhalten verständliche Information im Rahmen der Zuständigkeit
  • Vertuschung widerspricht professioneller Qualitätssicherung

Audit, Fallbesprechung und Supervision

Definieren Sie „Audit“ fachlich präzise. 3 P
  • Ein Audit prüft systematisch, ob festgelegte Anforderungen in Strukturen und Prozessen umgesetzt werden
  • Es benötigt nachvollziehbare Kriterien und Stichproben
  • Ziel ist Verbesserung, nicht bloß das Bestehen einer Kontrolle
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Interprofessionelle Fallbesprechung“. 3 P
  • Fallbesprechungen verbinden unterschiedliche Perspektiven, klären Ziele, Risiken und Zuständigkeiten
  • Sie sind besonders nützlich, wenn Verlauf oder Entscheidung unklar ist
  • Relevante Ergebnisse werden anschließend in den Prozess zurückgeführt
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Supervision“. 2 P
  • Supervision reflektiert berufliches Handeln, Beziehung, Rollen und Belastungen mit professioneller Begleitung
  • Sie ersetzt keine fachliche Weiterbildung oder Psychotherapie, kann aber blinde Flecken und wiederkehrende Muster sichtbar machen
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Peer Review“. 3 P
  • Beim Peer Review beurteilen fachlich gleichgestellte Kolleginnen und Kollegen ausgewählte Prozesse oder Dokumentationen nach vereinbarten Kriterien
  • Rückmeldung soll konkret, respektvoll und handlungsorientiert sein
  • Gegenseitigkeit unterstützt eine lernende Fachkultur

Die Fragen und Antworten wurden aus den redaktionellen Lerntexten dieses Kapitels abgeleitet. Jede Antwort gehört ausschließlich zu der unmittelbar darüberstehenden Frage.

Hinweise des Lehrplans
  • vgl. LPE 1, Lehrplan Fachsprache, Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten

Quelle: Sächsisches Staatsministerium für Kultus: Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin, freigegeben ab 1. August 2020, S. 117.

LLernstoff64 Unterkapitel
Kernauftrag und Berufsbild der Ergotherapie
Fragen und Antworten
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Ausgangspunkt“ (2 Punkte)
  • Ergotherapie unterstützt Menschen dabei, für sie wichtige Betätigungen auszuführen oder wiederzugewinnen
  • Im Mittelpunkt steht nicht eine einzelne Körperfunktion, sondern die Frage, wie eine Person ihren Alltag in Selbstversorgung, Produktivität, Bildung, Arbeit, Freizeit und sozialem Leben gestalten kann
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Kernauftrag der Ergotherapie“ (4 Punkte)
  • Ergotherapeutisches Handeln verbindet Person, Betätigung und Umwelt
  • Einschränkungen können aus körperlichen, psychischen, kognitiven oder sozialen Bedingungen entstehen
  • Ebenso können räumliche, materielle, institutionelle und zwischenmenschliche Barrieren die Betätigung erschweren
  • Therapie setzt deshalb an Fähigkeiten, Gewohnheiten, Aufgaben und Kontextbedingungen an
Ordnen Sie „Berufsbild der Ergotherapie“ im Kontext von „Kernauftrag und Berufsbild der Ergotherapie“ fachlich ein (2 Punkte)
  • Ergotherapeutinnen und Ergotherapeuten erheben Betätigungsanliegen, analysieren Anforderungen, vereinbaren Ziele, planen Interventionen, führen sie durch und überprüfen deren Wirkung
  • Sie üben konkrete Alltagshandlungen, verändern Aufgaben und Umweltbedingungen, beraten Bezugspersonen und koordinieren sich mit anderen Berufsgruppen
Erläutern Sie den ergotherapeutischen Kern von „Ergotherapeutische Grundhaltung“ (4 Punkte)
  • Die Person wird nicht auf eine Diagnose reduziert
  • Ihre Ziele, Rollen, Erfahrungen und Entscheidungen bilden eine eigenständige Wissensquelle
  • Klientenzentrierung bedeutet jedoch nicht, jede gewünschte Maßnahme unkritisch umzusetzen
  • Fachliche Verantwortung umfasst Sicherheit, Indikation, realistische Zielklärung, Transparenz und gemeinsame Entscheidungen
Quellen

Sächsischer Lehrplan Ergotherapie 2024, S. 114, 22.07.2026

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 113–117, 22.07.2026

FÄCHER2(6).zip / GERG/Aufbau GERG E56 und E57.pdf, 22.07.2026

FÄCHER2(6).zip / GERG/Handout weitere Begrifflichkeiten der ET.pdf, 22.07.2026

FÄCHER2(6).zip / GERG/Handout Betätigungsgrundsätze E56-57.pdf, 22.07.2026

Therapeutischer Prozess im Überblick
Fragen und Antworten
Beschreiben Sie das ergotherapeutische Vorgehen bei „Prozessschritte“ (3 Punkte)
  • Der therapeutische Prozess umfasst Auftragsklärung, Anamnese, Befunderhebung, gemeinsame Bewertung, Zielvereinbarung, Planung, Durchführung, Evaluation und Abschluss
  • Die Schritte bilden keine starre Einbahnstraße
  • Neue Informationen können zu einer veränderten Hypothese oder Planung führen
Beschreiben Sie das ergotherapeutische Vorgehen bei „Auftragsklärung im therapeutischen Prozess“ (3 Punkte)
  • Zu Beginn werden Verordnung, Einrichtungskontext, Erwartungen und Zuständigkeiten geklärt
  • Die Sicht der Person wird getrennt von ärztlichem oder institutionellem Auftrag erfasst
  • Widersprüche werden transparent besprochen
Beschreiben Sie das ergotherapeutische Vorgehen bei „Fachliche Bewertung der Befunddaten“ (4 Punkte)
  • Anamnese und Befund liefern Daten
  • Erst die fachliche Bewertung verbindet sie mit Betätigungsanliegen, Risiken und Kontext
  • Ziele beschreiben angestrebte Veränderungen
  • Interventionen werden gewählt, weil sie diese Ziele plausibel unterstützen
Beschreiben Sie das ergotherapeutische Vorgehen bei „Kontinuierliche Evaluation im Prozess“ (3 Punkte)
  • Während jeder Einheit werden Wirkung, Belastung, Sicherheit und Mitarbeit beobachtet
  • Evaluation findet nicht erst am Ende statt
  • Dokumentation macht Entscheidungen nachvollziehbar und unterstützt Kommunikation
Beschreiben Sie das ergotherapeutische Vorgehen bei „Abschluss des therapeutischen Prozesses“ (2 Punkte)
  • Therapie endet mit Auswertung, Transferplanung und gegebenenfalls Empfehlungen
  • Erreichte Ziele, wirksame Bedingungen und verbleibender Unterstützungsbedarf werden gemeinsam festgehalten
Quellen

Sächsischer Lehrplan Ergotherapie 2024, S. 115, 22.07.2026

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 113–117, 22.07.2026

FÄCHER2(6).zip / GERG/Aufbau GERG E56 und E57.pdf, 22.07.2026

FÄCHER2(6).zip / GERG/Ausarbeitung Fachbereiche ET E56.pdf, 22.07.2026

FÄCHER2(6).zip / GERG/Handout Betätigungsgrundsätze E56-57.pdf, 22.07.2026

Klientenzentrierte Gesprächsführung
Fragen und Antworten
Erläutern Sie den ergotherapeutischen Kern von „Grundhaltung“ (2 Punkte)
  • Klientenzentrierte Gesprächsführung orientiert sich an Empathie, Wertschätzung und Echtheit
  • Die Therapeutin versucht, die Perspektive der Person zu verstehen, ohne alles zu bestätigen oder fachliche Verantwortung abzugeben
Beschreiben Sie das ergotherapeutische Vorgehen bei „Techniken klientenzentrierter Gesprächsführung“ (4 Punkte)
  • Offene Fragen laden zur eigenen Darstellung ein
  • Paraphrasieren und Zusammenfassen prüfen Verständnis
  • Verbalisieren emotionaler Inhalte kann Erleben benennen, ohne eine Deutung aufzudrängen
  • Pausen geben Zeit zum Denken
Beschreiben Sie das ergotherapeutische Vorgehen bei „Struktur klientenzentrierter Gespräche“ (3 Punkte)
  • Ein therapeutisches Gespräch braucht Ziel, Zeitrahmen und verständlichen Abschluss
  • Zu Beginn wird geklärt, worüber gesprochen wird
  • Am Ende werden Ergebnisse, offene Fragen und nächste Schritte zusammengefasst
Begründen Sie die fachliche Bedeutung von „Klientenzentrierung in schwierigen Situationen“ (3 Punkte)
  • Bei Schweigen, Widerspruch oder starker Emotion wird nicht vorschnell bewertet
  • Sicherheit, Verständlichkeit und Überforderung werden geprüft
  • Grenzen werden klar und respektvoll formuliert
Beschreiben Sie das fachgerechte Vorgehen bei „Gesprächsdokumentation“ (3 Punkte)
  • Nur therapeutisch relevante Inhalte werden festgehalten
  • Persönliche Aussagen werden nicht unnötig detailliert wiedergegeben
  • Die Person weiß, wie Informationen genutzt und weitergegeben werden
Quellen

Sächsischer Lehrplan Ergotherapie 2024, S. 116, 22.07.2026

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 113–117, 22.07.2026

FÄCHER2(6).zip / GERG/Aufbau GERG E56 und E57.pdf, 22.07.2026

FÄCHER2(6).zip / GERG/Handout Bezugswissenschaften zur Optimierung der ET.pdf, 22.07.2026

FÄCHER2(6).zip / GERG/Handout Betätigungsgrundsätze E56-57.pdf, 22.07.2026

Qualität, Qualitätsmanagement und Qualitätssicherung
Fragen und Antworten
Definieren Sie „Qualität“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • Qualität beschreibt, in welchem Maß eine Leistung vereinbarte und fachlich begründete Anforderungen erfüllt
  • In der Ergotherapie gehören Sicherheit, Klientenzentrierung, Wirksamkeit, nachvollziehbare Prozesse und Teilhabebezug dazu
Definieren Sie „Qualitätsmanagement“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • Qualitätsmanagement gestaltet Strukturen und Abläufe einer Organisation
  • Dazu gehören Verantwortlichkeiten, Einarbeitung, Hygiene, Datenschutz, Fortbildung, Dokumentation, Beschwerdemanagement und Umgang mit Fehlern
Definieren Sie „Qualitätssicherung“ fachlich präzise (3 Punkte)
  • Qualitätssicherung überprüft, ob Anforderungen eingehalten und Ziele erreicht werden
  • Sie nutzt Standards, Audits, Fallbesprechungen, Rückmeldungen, Kennzahlen und Evaluation
  • Kontrolle allein verbessert jedoch noch keine Versorgung
Definieren Sie „Kontinuierliche Qualitätsverbesserung“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • Probleme werden analysiert, Maßnahmen geplant, umgesetzt und erneut geprüft
  • Mitarbeitende und Klientel sollten beteiligt werden, weil formale Vorgaben nicht alle praktischen Wirkungen sichtbar machen
Definieren Sie „Qualität auf ergotherapeutischer Fallebene“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Auch jede einzelne Behandlung enthält Qualitätssicherung: passende Indikation, begründete Zielsetzung, sichere Durchführung, Verlaufsbeobachtung und reflektierter Abschluss
Quellen

Sächsischer Lehrplan Ergotherapie 2024, S. 117, 22.07.2026

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 113–117, 22.07.2026

FÄCHER2(6).zip / GERG/Aufbau GERG E56 und E57.pdf, 22.07.2026

FÄCHER2(6).zip / GERG/Handout Betätigungsgrundsätze E56-57.pdf, 22.07.2026

Medizinische, naturwissenschaftliche und sozialwissenschaftliche Grundlagen
Fragen und Antworten
Erläutern Sie den ergotherapeutischen Kern von „Bezugswissenschaften“ (3 Punkte)
  • Ergotherapie ist eine eigenständige Profession, greift aber auf Wissen anderer Wissenschaften zurück
  • Bezugswissenschaften liefern Begriffe, Erklärungsmodelle, Untersuchungsverfahren und Begründungen für therapeutische Entscheidungen
  • Übernommenes Wissen muss für ergotherapeutische Fragestellungen übersetzt und kritisch geprüft werden
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Medizin und Naturwissenschaften“ (3 Punkte)
  • Medizinische Grundlagen helfen, Krankheitsbilder, Heilungsverläufe, Risiken und Belastungsgrenzen zu verstehen
  • Anatomie, Physiologie und Neurowissenschaften erklären Funktionen und Anpassungsprozesse
  • Dieses Wissen ist notwendig, reicht aber allein nicht aus, weil aus einer Diagnose nicht unmittelbar hervorgeht, welche Betätigung für einen Menschen bedeutsam oder problematisch ist
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Sozialwissenschaften“ (2 Punkte)
  • Psychologie, Soziologie, Pädagogik und Kulturwissenschaft untersuchen Erleben, Lernen, Handeln, Rollen, Gruppen, Institutionen und gesellschaftliche Bedingungen
  • Sie machen verständlich, weshalb dieselbe Funktionsstörung in unterschiedlichen Lebenslagen sehr verschiedene Folgen haben kann
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Philosophie und Ethik“ (2 Punkte)
  • Philosophische Fragen betreffen Menschenbild, Freiheit, Verantwortung, Normalität und gutes Leben
  • Sie sind praktisch bedeutsam, wenn Therapieziele festgelegt, Risiken abgewogen oder Selbstbestimmung und Schutz miteinander in Beziehung gesetzt werden
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Ergotherapeutische Integration“ (2 Punkte)
  • Gute Praxis verbindet medizinisches Wissen mit Betätigungsanalyse, Kontextwissen und der Perspektive der Person
  • Bezugswissenschaften sollen den ergotherapeutischen Blick erweitern, nicht ihn ersetzen
Quellen

Sächsischer Lehrplan Ergotherapie 2024, S. 114, 22.07.2026

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 113–117, 22.07.2026

FÄCHER2(6).zip / GERG/Handout Bezugswissenschaften zur Optimierung der ET.pdf, 22.07.2026

FÄCHER2(6).zip / GERG/Texte Sozialwissenschaften.pdf, 22.07.2026

FÄCHER2(6).zip / GERG/Aufbau GERG E56 und E57.pdf, 22.07.2026

Anamnese und Betätigungsanliegen
Fragen und Antworten
Beschreiben Sie das ergotherapeutische Vorgehen bei „Anamnese“ (3 Punkte)
  • Anamnese erfasst relevante Vorgeschichte, aktuellen Alltag, Rollen, Interessen, Beschwerden, bisherige Bewältigung und Erwartungen
  • Nicht jede biografische Information ist therapeutisch erforderlich
  • Erfragt wird, was zum Verständnis des Betätigungsproblems beiträgt
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Betätigungsanliegen“ (2 Punkte)
  • Das Betätigungsanliegen beschreibt, was die Person tun möchte, tun muss oder von ihr erwartet wird und wobei Schwierigkeiten entstehen
  • Es wird möglichst konkret formuliert: nicht nur „Handfunktion verbessern“, sondern etwa „morgens selbstständig Knöpfe schließen“
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Betätigungsprofil statt reiner Diagnoseabfrage“ (3 Punkte)
  • Ein Betätigungsprofil ordnet Alltag, Rollen und Umwelt
  • Tagesprofile zeigen zeitliche Muster, Überlastung und ungenutzte Ressourcen
  • Fragen zu Zufriedenheit und Wichtigkeit helfen, Prioritäten zu erkennen
Beschreiben Sie das ergotherapeutische Vorgehen bei „Gesprächsführung in der Anamnese“ (4 Punkte)
  • Offene Fragen ermöglichen eigene Schwerpunkte
  • Geschlossene Fragen klären Details
  • Zusammenfassungen prüfen, ob die Therapeutin richtig verstanden hat
  • Fachbegriffe werden erklärt, nicht vorausgesetzt
Beschreiben Sie das fachgerechte Vorgehen bei „Dokumentation anamnestischer Angaben“ (2 Punkte)
  • Aussagen der Person, Angaben Dritter, Befunde und Interpretationen werden unterschieden
  • Belastende Informationen werden respektvoll und nur im notwendigen Umfang festgehalten
Quellen

Sächsischer Lehrplan Ergotherapie 2024, S. 115, 22.07.2026

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 113–117, 22.07.2026

FÄCHER2(6).zip / GERG/Handout Tagesprofil.pdf, 22.07.2026

FÄCHER2(6).zip / GERG/Handout weitere Begrifflichkeiten der ET.pdf, 22.07.2026

FÄCHER2(6).zip / GERG/Aufbau GERG E56 und E57.pdf, 22.07.2026

Vermittlung und Anleitung planen
Fragen und Antworten
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Ziel und Adressat“ (2 Punkte)
  • Anleitung beginnt mit der Frage, wer was unter welchen Bedingungen lernen soll
  • Motorische, kognitive, sprachliche, sensorische und motivationale Voraussetzungen werden berücksichtigt
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Aufgabenanalyse vor der Anleitung“ (4 Punkte)
  • Die Tätigkeit wird in sinnvolle Schritte gegliedert
  • Sicherheitskritische Punkte, Material und typische Fehler werden vorab geklärt
  • Nicht jeder Teilschritt muss erklärt werden
  • Zu viele Informationen können Lernen erschweren
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Vermittlungsformen“ (3 Punkte)
  • Verbale Information eignet sich für Regeln und Zusammenhänge
  • Demonstration zeigt Ablauf und Qualität
  • Vormachen, gemeinsames Ausführen, Bilder, Markierungen und schriftliche Checklisten können kombiniert werden
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Auswahl der Lernform“ (3 Punkte)
  • Bei neuen oder riskanten Aufgaben ist mehr Struktur nötig
  • Bei vertrauten Aufgaben fördern Fragen und selbstständige Planung Problemlösen
  • Die Unterstützung wird schrittweise reduziert
Beschreiben Sie das fachgerechte Vorgehen bei „Erfolgskriterium einer Anleitung“ (2 Punkte)
  • Gelernt ist eine Handlung nicht nur, wenn sie einmal in der Therapie gelingt
  • Die Person soll sie unter alltagsnahen Bedingungen verstehen, kontrollieren und bei Veränderungen anpassen können
Quellen

Sächsischer Lehrplan Ergotherapie 2024, S. 116, 22.07.2026

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 113–117, 22.07.2026

FÄCHER2(6).zip / GERG/Aufbau GERG E56 und E57.pdf, 22.07.2026

FÄCHER2(6).zip / GERG/Texte Sozialwissenschaften.pdf, 22.07.2026

FÄCHER2(6).zip / GERG/Handout Betätigungsgrundsätze E56-57.pdf, 22.07.2026

Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität
Fragen und Antworten
Definieren Sie „Strukturqualität“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • Strukturqualität umfasst Voraussetzungen: Qualifikation, Räume, Hilfsmittel, Zeit, Personalausstattung, Zugänglichkeit, Datenschutz und organisatorische Regeln
  • Gute Struktur ermöglicht Qualität, garantiert sie aber nicht
Definieren Sie „Prozessqualität“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • Prozessqualität beschreibt, wie Versorgung abläuft
  • Dazu gehören Auftragsklärung, Befund, Zielvereinbarung, Planung, Kommunikation, Dokumentation, Hygiene, Übergaben und Einbeziehung der Person
Definieren Sie „Ergebnisqualität“ fachlich präzise (3 Punkte)
  • Ergebnisqualität fragt nach Veränderungen
  • Relevant sind nicht nur Funktionswerte, sondern auch Betätigungsperformance, Selbstständigkeit, Zufriedenheit, Sicherheit und Teilhabe
  • Unerwünschte Wirkungen und Zielverfehlungen werden ebenfalls erfasst
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Zusammenhang der Qualitätsdimensionen“ (2 Punkte)
  • Ein ungünstiges Ergebnis kann aus unpassender Struktur, fehlerhaftem Prozess, Krankheitsverlauf oder nicht beeinflussbaren Faktoren entstehen
  • Deshalb darf Ergebnisqualität nicht ohne Kontext interpretiert werden
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Ergotherapeutische Beispiele der Qualitätsdimensionen“ (4 Punkte)
  • Ein barrierefreier Raum ist Struktur
  • Eine gemeinsam formulierte Zielplanung ist Prozess
  • Wieder selbstständig den Arbeitsweg bewältigen ist Ergebnis
  • Erst die Verbindung der Ebenen ermöglicht eine sinnvolle Bewertung
Quellen

Sächsischer Lehrplan Ergotherapie 2024, S. 117, 22.07.2026

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 113–117, 22.07.2026

FÄCHER2(6).zip / GERG/Aufbau GERG E56 und E57.pdf, 22.07.2026

FÄCHER2(6).zip / GERG/Handout Betätigungsgrundsätze E56-57.pdf, 22.07.2026

Psychologie, Soziologie und Pädagogik als Bezugswissenschaften
Fragen und Antworten
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Psychologie“ (3 Punkte)
  • Psychologie untersucht Erleben, Denken und Verhalten
  • Für die Ergotherapie sind unter anderem Wahrnehmung, Motivation, Emotion, Gedächtnis, Lernen, Entwicklung und Kommunikation bedeutsam
  • Psychologische Erkenntnisse helfen, Verhalten nicht vorschnell als Unwillen zu deuten und Anleitung, Beziehung sowie Belastung passend zu gestalten
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Soziologie“ (3 Punkte)
  • Soziologie untersucht soziale Beziehungen, Rollen, Normen, Gruppen und Institutionen
  • Krankheit oder Behinderung verändern nicht nur Körperfunktionen, sondern auch Zugehörigkeit, Einkommen und Zugang zu Bildung, Arbeit oder Freizeit
  • Umgekehrt prägen soziale Bedingungen Gesundheit, Versorgung und Teilhabe
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Pädagogik“ (3 Punkte)
  • Pädagogik liefert Grundlagen für Lernen, Vermittlung und Anleitung
  • Ergotherapeutische Interventionen enthalten häufig Lernprozesse: eine neue Technik erwerben, eine Aufgabe strukturieren, ein Hilfsmittel nutzen oder Gewohnheiten verändern
  • Unterrichts- und Beratungssituationen müssen an Voraussetzungen, Motivation und Alltag der Person angepasst werden
Erläutern Sie den ergotherapeutischen Kern von „Integration der Bezugswissenschaften“ (2 Punkte)
  • Die Bezugswissenschaften erklären unterschiedliche Teile derselben Situation
  • Ergotherapeutische Planung führt diese Perspektiven zusammen und hält den Bezug zur konkreten Betätigung aufrecht
Quellen

Sächsischer Lehrplan Ergotherapie 2024, S. 114, 22.07.2026

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 113–117, 22.07.2026

FÄCHER2(6).zip / GERG/Texte Sozialwissenschaften.pdf, 22.07.2026

FÄCHER2(6).zip / GERG/Handout Bezugswissenschaften zur Optimierung der ET.pdf, 22.07.2026

FÄCHER2(6).zip / GERG/Aufbau GERG E56 und E57.pdf, 22.07.2026

Befunderhebung und ICF-orientierte Datensammlung
Fragen und Antworten
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Mehrere Datenquellen“ (2 Punkte)
  • Befunderhebung kombiniert Gespräch, Beobachtung, Betätigungsanalyse, Funktionsprüfung, standardisierte Assessments und Angaben relevanter Bezugspersonen
  • Keine einzelne Methode erfasst die gesamte Handlungsfähigkeit
Beschreiben Sie das fachgerechte Vorgehen bei „Befunderhebung in konkreten Alltagssituationen“ (3 Punkte)
  • Beobachtungen werden an einer Aufgabe und unter bekannten Bedingungen durchgeführt
  • Zeit, Hilfsmittel, Anleitung, Umgebungsreize und soziale Situation werden dokumentiert
  • Dadurch wird nachvollziehbar, ob ein Problem in der Fähigkeit, der Aufgabe oder im Kontext liegt
Definieren Sie „ICF-Orientierung“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • ICF-Komponenten helfen, Daten zu ordnen: Körperfunktionen und -strukturen, Aktivität und Teilhabe sowie Umweltfaktoren
  • Leistung in tatsächlicher Umwelt und Leistungsfähigkeit unter standardisierten Bedingungen können voneinander abweichen
Definieren Sie „Auswahl und Nutzung von Assessments“ fachlich präzise (3 Punkte)
  • Ein Assessment wird gewählt, wenn sein Zweck zur Frage passt
  • Standardisierung erhöht Vergleichbarkeit, ersetzt aber nicht die klinische Interpretation
  • Ergebnisse werden nicht isoliert als Wahrheit behandelt
Beurteilen Sie die fachlichen Kriterien bei „Sicherheits- und Belastungsprüfung“ (3 Punkte)
  • Befunderhebung ist bereits eine Belastungssituation
  • Schmerz, Ermüdung, Angst und Überforderung werden beachtet
  • Testabbruch oder Anpassung kann fachlich notwendig sein
Quellen

Sächsischer Lehrplan Ergotherapie 2024, S. 115, 22.07.2026

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 113–117, 22.07.2026

FÄCHER2(6).zip / GERG/Arbeitsauftrag ICF E56_57 17.12.24.pdf, 22.07.2026

FÄCHER2(6).zip / GERG/Handout ICF AG, Vor-, Nachteile.pdf, 22.07.2026

FÄCHER2(6).zip / GERG/Handout Tagesprofil.pdf, 22.07.2026

Methodische Prinzipien und Anleitungstechniken
Fragen und Antworten
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Vom Einfachen zum Komplexen“ (2 Punkte)
  • Anforderungen werden so abgestuft, dass die Person Erfolg und Herausforderung erlebt
  • Vereinfachung betrifft nicht nur die Anzahl der Schritte, sondern auch Tempo, Reize, Material, Entscheidungsmöglichkeiten und soziale Anforderungen
Erläutern Sie den ergotherapeutischen Kern von „Aktives Lernen“ (3 Punkte)
  • Die Person soll möglichst selbst handeln, Entscheidungen treffen und das Ergebnis beurteilen
  • Reines Erklären erzeugt noch keine Handlungskompetenz
  • Fragen können Planung und Selbstkontrolle anregen
Beurteilen Sie die fachlichen Kriterien bei „Fehlerlernen und Sicherheit“ (2 Punkte)
  • Fehler können Lernen unterstützen, wenn sie erkannt und ohne gefährliche Folgen korrigiert werden können
  • Bei hohem Risiko werden Fehler durch klare Anleitung, Sicherung und Hilfsmittel verhindert
Erläutern Sie den ergotherapeutischen Kern von „Therapeutisches Feedback“ (3 Punkte)
  • Rückmeldung ist konkret, zeitnah und auf das Ziel bezogen
  • Zuerst wird die Selbsteinschätzung erfragt
  • Danach werden beobachtete Stärken und ein nächster Veränderungsschritt ergänzt
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Wiederholung und Variation“ (3 Punkte)
  • Wiederholung festigt, Variation fördert Transfer
  • Eine Strategie wird mit anderen Gegenständen, Orten oder Zeitbedingungen erprobt
  • Pausen und Belastung werden an Lernfähigkeit angepasst
Quellen

Sächsischer Lehrplan Ergotherapie 2024, S. 116, 22.07.2026

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 113–117, 22.07.2026

FÄCHER2(6).zip / GERG/Aufbau GERG E56 und E57.pdf, 22.07.2026

FÄCHER2(6).zip / GERG/Handout Handlungstheoretische Ansätze.pdf, 22.07.2026

FÄCHER2(6).zip / GERG/Handout Betätigungsgrundsätze E56-57.pdf, 22.07.2026

Dokumentation, Evaluation und reflexive Qualitätssicherung
Fragen und Antworten
Beschreiben Sie das fachgerechte Vorgehen bei „Dokumentation als Qualitätsmittel“ (4 Punkte)
  • Dokumentation macht Auftrag, Befund, Ziele, Maßnahmen und Verlauf nachvollziehbar
  • Sie unterstützt Kontinuität und rechtliche Rechenschaft
  • Umfangreiche Texte sind nicht automatisch gute Dokumentation
  • Entscheidend sind Relevanz, Klarheit und zeitliche Zuordnung
Beschreiben Sie das fachgerechte Vorgehen bei „Evaluation der Versorgungsqualität“ (3 Punkte)
  • Evaluation vergleicht Ausgangslage und Ergebnis anhand festgelegter Kriterien
  • Standardisierte Werte, Beobachtungen und Selbsteinschätzung können kombiniert werden
  • Veränderungen werden im Kontext interpretiert
Beschreiben Sie das fachgerechte Vorgehen bei „Risiko eines reinen Dokumentationsformalismus“ (3 Punkte)
  • Formulare und Codes können Qualität unterstützen, aber auch zum Selbstzweck werden
  • Ein vollständig ausgefüllter Bogen garantiert weder ein passendes Ziel noch eine gute Beziehung
  • Nicht erhobene Informationen dürfen nicht durch Routineannahmen ersetzt werden
Definieren Sie „Qualitätssicherung als reflexiver Prozess“ fachlich präzise (3 Punkte)
  • Reflexive Qualitätssicherung prüft, ob das gewählte Vorgehen für diese Person in dieser Situation sinnvoll war
  • Sie bezieht Unsicherheit, Zielkonflikte und eigene Einflüsse ein
  • Fallbesprechung und Supervision können blinde Flecken sichtbar machen
Beurteilen Sie die fachlichen Kriterien bei „Reflexive Fehlerkultur“ (3 Punkte)
  • Fehler werden nicht verdeckt oder ausschließlich individualisiert
  • Ursachen in Struktur und Prozess werden untersucht, Schutzmaßnahmen vereinbart und Wirkung kontrolliert
  • Transparenz dient Sicherheit und Lernen
Quellen

Sächsischer Lehrplan Ergotherapie 2024, S. 117, 22.07.2026

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 113–117, 22.07.2026

FÄCHER2(6).zip / GERG/Aufbau GERG E56 und E57.pdf, 22.07.2026

FÄCHER2(6).zip / GERG/Handout ICF AG, Vor-, Nachteile.pdf, 22.07.2026

FÄCHER2(6).zip / GERG/Handout Betätigungsgrundsätze E56-57.pdf, 22.07.2026

Aktivität, Handlung, Betätigung und Occupational Performance
Fragen und Antworten
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Aktivität“ (2 Punkte)
  • In der ICF bezeichnet Aktivität die Durchführung einer Aufgabe oder Handlung durch einen Menschen
  • Der Begriff beschreibt zunächst, was getan wird, ohne automatisch die persönliche Bedeutung oder den sozialen Zusammenhang vollständig abzubilden
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Handlung“ (4 Punkte)
  • Eine Handlung ist bewusst gewählt, zielgerichtet, zeitlich und inhaltlich gegliedert
  • Sie wird durch Motive und Willen beeinflusst und soll eine Situation verändern
  • Handlungen bestehen aus Teilhandlungen und Operationen
  • Ein Frühstück zuzubereiten umfasst beispielsweise Planen, Bereitstellen, Schneiden, Erhitzen und Aufräumen
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Betätigung“ (3 Punkte)
  • Betätigung bezeichnet strukturierte und für die Person bedeutsame Aktivitäten des täglichen Lebens
  • Sie entsteht in der Wechselwirkung zwischen Person, Aufgabe und Umwelt
  • Eine äußerlich gleiche Tätigkeit kann für zwei Menschen eine andere Bedeutung besitzen: Kochen kann Versorgung, Beruf, Familienrolle, Genuss oder Belastung sein
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Occupational Performance“ (2 Punkte)
  • Occupational Performance meint Ausführung und Prozess, durch den ein Mensch bei einer Betätigung mit seiner Umwelt verbunden ist
  • Entscheidend ist, ob er kulturell und altersbezogen passende Betätigungen auswählen, organisieren und für sich zufriedenstellend ausführen kann
Leiten Sie die ergotherapeutische Bedeutung von Aktivität, Handlung, Betätigung und Occupational Performance ab (2 Punkte)
  • Therapie untersucht nicht nur, ob eine Bewegung möglich ist
  • Sie fragt, welche Handlung damit gelingen soll, unter welchen Bedingungen sie stattfindet und wie die Person ihre Ausführung bewertet
Quellen

Sächsischer Lehrplan Ergotherapie 2024, S. 114, 22.07.2026

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 113–117, 22.07.2026

FÄCHER2(6).zip / GERG/Handout weitere Begrifflichkeiten der ET.pdf, 22.07.2026

FÄCHER2(6).zip / GERG/Aufbau GERG E56 und E57.pdf, 22.07.2026

FÄCHER2(6).zip / GERG/Handout Betätigungsgrundsätze E56-57.pdf, 22.07.2026

Kompetenz-, Ressourcen- und Defizitorientierung
Fragen und Antworten
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Defizite benennen“ (3 Punkte)
  • Eine fachliche Befundung darf Einschränkungen nicht beschönigen
  • Sicherheitsrelevante Probleme, Schmerzen, fehlende Fertigkeiten oder kognitive Störungen müssen klar beschrieben werden
  • Defizitorientierung wird problematisch, wenn die Person darauf reduziert wird
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Erfassung von Ressourcen“ (3 Punkte)
  • Ressourcen sind vorhandene Fähigkeiten, Interessen, Routinen, soziale Unterstützung, Hilfsmittel und günstige Umweltbedingungen
  • Sie zeigen, woran Intervention anknüpfen kann
  • Eine Ressource ist situationsabhängig und nicht immer in jedem Kontext verfügbar
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Kompetenzorientierung“ (3 Punkte)
  • Kompetenz beschreibt, was eine Person unter bestimmten Bedingungen bewältigt
  • Die Frage lautet: Welche Unterstützung, Strategie oder Umgebung ermöglicht Erfolg?
  • So werden Entwicklungsschritte planbar
Beschreiben Sie das ergotherapeutische Vorgehen bei „Hypothesenbildung im Befund“ (3 Punkte)
  • Ein beobachtetes Problem kann mehrere Ursachen haben
  • Langsames Arbeiten kann aus Schmerz, Unsicherheit, Perfektionismus, fehlender Planung oder unklarer Aufgabe entstehen
  • Hypothesen werden durch gezielte Beobachtung geprüft und nicht als Fakten dokumentiert
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Ausgewogene Kompetenz- und Defizitbewertung“ (2 Punkte)
  • Ein guter Befund verbindet Schwierigkeiten, Ressourcen, Bedeutung und Kontext
  • Er führt zu veränderbaren Ansatzpunkten statt zu pauschalen Eigenschaften
Quellen

Sächsischer Lehrplan Ergotherapie 2024, S. 115, 22.07.2026

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 113–117, 22.07.2026

FÄCHER2(6).zip / GERG/ICF Handout.pdf, 22.07.2026

FÄCHER2(6).zip / GERG/Zusatz_ ICF Fachartikel.pdf, 22.07.2026

FÄCHER2(6).zip / GERG/Aufbau GERG E56 und E57.pdf, 22.07.2026

Beratung und Einbeziehung von Angehörigen
Fragen und Antworten
Begründen Sie die fachliche Bedeutung von „Bedeutung“ (3 Punkte)
  • Angehörige kennen Alltag, Gewohnheiten und frühere Fähigkeiten
  • Sie können Transfer unterstützen, sind aber keine bloßen Hilfspersonen der Therapie
  • Eigene Belastungen, Grenzen und Rollen werden berücksichtigt
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Einwilligung und Datenschutz bei Angehörigenarbeit“ (3 Punkte)
  • Die erwachsene Klientin entscheidet grundsätzlich, welche Informationen mit Angehörigen geteilt werden
  • Bei Kindern und rechtlicher Vertretung gelten besondere Zuständigkeiten
  • Auch dann wird die betroffene Person alters- und situationsgerecht beteiligt
Beschreiben Sie das ergotherapeutische Vorgehen bei „Beratung von Angehörigen“ (3 Punkte)
  • Beratung erklärt Befund, Ziele, Strategien und Hilfsmittel in verständlicher Sprache
  • Sie stärkt Problemlösung statt dauerhafte Abhängigkeit von Fachpersonen
  • Empfehlungen werden an tatsächliche Ressourcen und Wohnbedingungen angepasst
Beschreiben Sie das fachgerechte Vorgehen bei „Anleitung von Angehörigen“ (3 Punkte)
  • Gemeinsames Üben kann Transfer erleichtern
  • Angehörige lernen, welche Hilfe sinnvoll ist und wann sie sich zurücknehmen sollten
  • Übernahme aus Zeitdruck kann Selbstständigkeit unbeabsichtigt vermindern
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Konflikte in der Angehörigenarbeit“ (3 Punkte)
  • Ziele von Person und Angehörigen können auseinandergehen
  • Die Therapeutin macht Perspektiven sichtbar, klärt Risiken und vermeidet Parteinahme
  • Bei Überlastung werden weitere Unterstützungsangebote einbezogen
Quellen

Sächsischer Lehrplan Ergotherapie 2024, S. 116, 22.07.2026

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 113–117, 22.07.2026

FÄCHER2(6).zip / GERG/Aufbau GERG E56 und E57.pdf, 22.07.2026

FÄCHER2(6).zip / GERG/PDF_Gruppe_01_Paediatrie.pdf, 22.07.2026

FÄCHER2(6).zip / GERG/PDF_Gruppe_02_Geriatrie.pdf, 22.07.2026

Qualitätszyklus und Indikatoren
Fragen und Antworten
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „PDCA-Zyklus“ (3 Punkte)
  • Der PDCA-Zyklus gliedert Verbesserung in Planen, Durchführen, Prüfen und Anpassen
  • Er verhindert, dass eine Maßnahme ohne Ziel eingeführt oder ohne Auswertung beibehalten wird
  • Nach der Anpassung beginnt der nächste Zyklus
Definieren Sie „Formulierung eines Qualitätsziels“ fachlich präzise (3 Punkte)
  • Ein Qualitätsziel beschreibt den gewünschten Zustand, die betroffene Versorgung und einen überprüfbaren Zeitraum
  • Es soll fachlich relevant und beeinflussbar sein
  • Allgemeine Forderungen wie „bessere Therapie“ reichen nicht aus
Definieren Sie „Qualitätsindikator“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • Ein Indikator macht einen Qualitätsaspekt beobachtbar, etwa dokumentierte Zielvereinbarung, Wartezeit oder Anteil erreichter alltagsbezogener Ziele
  • Er ist ein Hinweis, kein vollständiges Urteil über die Güte der Versorgung
Beurteilen Sie die Aussage: „Soll-Ist-Vergleich“ (2 Punkte)
  • Beim Soll-Ist-Vergleich werden festgelegte Anforderungen mit tatsächlichen Daten verglichen
  • Abweichungen werden nicht sofort personalisiert, sondern auf Ursachen in Struktur, Prozess, Kommunikation und Rahmenbedingungen geprüft
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Verbesserungsmaßnahme“ (3 Punkte)
  • Eine Maßnahme benennt Verantwortlichkeit, Ablauf, Ressourcen und erwartete Wirkung
  • Schulung allein löst kein Problem, wenn Zeit, Material oder Zuständigkeit ungeklärt bleiben
  • Veränderungen werden klein genug geplant, um sie praktisch testen zu können
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Re-Evaluation“ (3 Punkte)
  • Nach Umsetzung werden dieselben oder passende Indikatoren erneut erhoben
  • Verbesserung, Nebenwirkungen und Umsetzbarkeit werden bewertet
  • Ohne Re-Evaluation bleibt unbekannt, ob die Maßnahme wirksam war oder nur zusätzlichen Aufwand erzeugte
Quellen

Sächsischer Lehrplan Ergotherapie 2024, S. 117, 22.07.2026

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 113–117, 22.07.2026

FÄCHER2(6).zip / GERG/Aufbau GERG E56 und E57.pdf, 22.07.2026

FÄCHER2(6).zip / GERG/Handout Betätigungsgrundsätze E56-57.pdf, 22.07.2026

Grundsätze bedeutungsvoller Betätigung
Fragen und Antworten
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Der Mensch als sich betätigendes Wesen“ (3 Punkte)
  • Menschen gestalten ihr Leben durch Tun
  • Betätigung dient nicht nur der Versorgung
  • Sie strukturiert Zeit, vermittelt Rollen, ermöglicht Zugehörigkeit und trägt zu Identität und Sinn bei
Erklären Sie den fachlichen Zusammenhang bei „Dynamische Wechselwirkung“ (3 Punkte)
  • Betätigung entsteht aus der Interaktion zwischen Individuum, Aktivität und Kontext
  • Fähigkeiten allein erklären daher nicht, ob eine Handlung gelingt
  • Ein passender Gegenstand, eine verständliche Anweisung, soziale Unterstützung oder eine veränderte Umgebung können die Ausführung wesentlich verändern
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Persönliche Erfahrung“ (2 Punkte)
  • Die Bedeutung einer Betätigung kann nicht von außen vollständig festgelegt werden
  • Therapeutisch scheinbar kleine Handlungen können für eine Person zentral sein, während eine objektiv komplexe Aufgabe für sie wenig Bedeutung besitzt
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Gesundheit und Wohlbefinden“ (3 Punkte)
  • Bedeutungsvolle Betätigung kann Kompetenz, Selbstwirksamkeit, soziale Verbindung und Tagesstruktur stärken
  • Sie kann aber auch überfordern, ausgrenzen oder gesundheitsschädlich sein
  • Deshalb werden Bedeutung und Belastung gemeinsam betrachtet
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Recht auf Betätigung“ (3 Punkte)
  • Menschen können Betätigungsbeeinträchtigungen durch eigene Voraussetzungen, Erwartungen der Umwelt oder strukturelle Barrieren erleben
  • Ergotherapie richtet sich daher nicht nur auf Training, sondern auch auf Zugang, Anpassung und Teilhabe
  • Engagement entsteht häufig dadurch, dass eine Betätigung verständlich, erreichbar und persönlich relevant wird
Quellen

Sächsischer Lehrplan Ergotherapie 2024, S. 114, 22.07.2026

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 113–117, 22.07.2026

FÄCHER2(6).zip / GERG/Handout Betätigungsgrundsätze E56-57.pdf, 22.07.2026

FÄCHER2(6).zip / GERG/Aufbau GERG E56 und E57.pdf, 22.07.2026

Therapieziele und Zielhierarchie
Fragen und Antworten
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Zielarten“ (3 Punkte)
  • Ein übergeordnetes Teilhabeziel beschreibt den gewünschten Lebensbereich
  • Betätigungsziele benennen konkrete Handlungen
  • Teilziele können notwendige Fähigkeiten, Strategien oder Umweltveränderungen beschreiben
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Therapieziel statt Therapieverfahren“ (2 Punkte)
  • „Greifübungen durchführen“ ist eine Maßnahme. „Frau K. öffnet innerhalb von zwei Wochen ihre Medikamentendose mit einer angepassten Unterlage selbstständig“ beschreibt ein Ergebnis
  • Ziele sollen beobachtbar sein, ohne unnötig viele Kriterien zu vermischen
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Gemeinsame Zielvereinbarung“ (3 Punkte)
  • Die Person entscheidet mit, welche Veränderung wichtig ist
  • Fachliche Rückmeldung klärt Risiken, Voraussetzungen und realistische Zeiträume
  • Bei institutionellen Erwartungen wird transparent gemacht, wessen Ziel vorliegt
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „SMART und COAST“ (3 Punkte)
  • SMART prüft Spezifität, Messbarkeit, Akzeptanz beziehungsweise Erreichbarkeit, Relevanz und Terminierung
  • COAST ordnet Person, Betätigung, Unterstützungsgrad, Bedingungen und Zeitrahmen
  • Beide Systeme sind Prüfhilfen, keine Garantie für ein gutes Ziel
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Überprüfung der Therapieziele“ (2 Punkte)
  • Ziele werden im Verlauf angepasst, wenn neue Informationen entstehen oder sich Prioritäten ändern
  • Eine Zieländerung ist kein Scheitern, wenn sie begründet und gemeinsam entschieden wird
Quellen

Sächsischer Lehrplan Ergotherapie 2024, S. 115, 22.07.2026

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 113–117, 22.07.2026

FÄCHER2(6).zip / GERG/Aufbau GERG E56 und E57.pdf, 22.07.2026

FÄCHER2(6).zip / GERG/Handout Tagesprofil.pdf, 22.07.2026

FÄCHER2(6).zip / GERG/Handout Betätigungsgrundsätze E56-57.pdf, 22.07.2026

Lernvoraussetzungen in der Anleitung
Fragen und Antworten
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Aufmerksamkeit als Lernvoraussetzung“ (3 Punkte)
  • Anleitung gelingt nur, wenn Aufmerksamkeit ausreichend verfügbar und auf die Aufgabe gerichtet ist
  • Reize, Dauer und Informationsmenge werden angepasst
  • Bei Ermüdung oder Überforderung wird die Einheit gekürzt oder gegliedert
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Motivation und Bedeutsamkeit“ (3 Punkte)
  • Motivation steigt, wenn die Aufgabe verständlich, erreichbar und persönlich relevant ist
  • Wahlmöglichkeiten und sichtbarer Alltagsnutzen unterstützen Beteiligung
  • Druck oder Lob ohne Bezug zur Person ersetzen keine bedeutsame Zielsetzung
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Kognitive Voraussetzungen“ (2 Punkte)
  • Gedächtnis, Planung, Problemlösen und Fehlerkontrolle beeinflussen, welche Anleitung geeignet ist
  • Komplexe Aufgaben können in Schritte gegliedert, mit externen Hilfen unterstützt oder in stabilen Routinen aufgebaut werden
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Sensorische und motorische Voraussetzungen“ (2 Punkte)
  • Sehen, Hören, Sensibilität, Haltung und Bewegungsmöglichkeiten bestimmen Zugang und Ausführung
  • Materialien, Position und Kommunikationskanal werden angepasst, damit ein vermeintliches Lernproblem nicht durch unpassende Bedingungen erzeugt wird
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Sprache und Gesundheitskompetenz“ (3 Punkte)
  • Fachsprache, lange Sätze und abstrakte Erklärungen können Lernen behindern
  • Informationen werden in klarer Sprache, angemessener Menge und bei Bedarf mit Bildern oder Demonstration vermittelt
  • Verständnis wird geprüft, nicht vorausgesetzt
Quellen

Sächsischer Lehrplan Ergotherapie 2024, S. 116, 22.07.2026

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 113–117, 22.07.2026

FÄCHER2(6).zip / GERG/Aufbau GERG E56 und E57.pdf, 22.07.2026

FÄCHER2(6).zip / GERG/Handout Betätigungsgrundsätze E56-57.pdf, 22.07.2026

Standards, Leitlinien und Evidenz
Fragen und Antworten
Unterscheiden Sie „Standard und Leitlinie im Vergleich“ anhand fachlicher Kriterien (3 Punkte)
  • Ein Standard beschreibt verbindliche oder vereinbarte Anforderungen für einen definierten Bereich
  • Eine Leitlinie gibt systematisch entwickelte Entscheidungshilfen und lässt begründete Abweichungen zu
  • Verbindlichkeit und Geltungsbereich müssen jeweils geprüft werden
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Verfahrensanweisung“ (3 Punkte)
  • Eine Verfahrensanweisung legt innerhalb einer Organisation konkrete Abläufe, Zuständigkeiten und Dokumentationswege fest
  • Sie soll verständlich, zugänglich und aktuell sein
  • Eine Anweisung ohne reale Umsetzbarkeit erzeugt nur formale Konformität
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Evidenzbasierte Praxis“ (3 Punkte)
  • Evidenzbasierte Praxis verbindet bestverfügbare Forschung, klinische Erfahrung, Werte und Ziele der Klientel sowie Kontextbedingungen
  • Kein Teil allein reicht aus
  • Evidenz informiert Entscheidungen, ersetzt sie aber nicht
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Individualisierung trotz Standard“ (3 Punkte)
  • Standards sichern Mindestanforderungen und Vergleichbarkeit, dürfen aber individuelle Ziele nicht verdrängen
  • Anpassungen werden fachlich begründet und dokumentiert
  • Unbegründete Abweichung ist ebenso problematisch wie starre Anwendung
Ordnen Sie die aktuelle fachliche Fassung von „Aktualitätsprüfung“ ein (3 Punkte)
  • Leitlinien, gesetzliche Vorgaben und interne Verfahren besitzen unterschiedliche Aktualisierungszyklen
  • Vor Nutzung werden Fassung, Herausgeber und Geltungsbereich geprüft
  • Veraltete Dokumente dürfen nicht durch bloße Gewohnheit weiterwirken
Quellen

Sächsischer Lehrplan Ergotherapie 2024, S. 117, 22.07.2026

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 113–117, 22.07.2026

FÄCHER2(6).zip / GERG/Aufbau GERG E56 und E57.pdf, 22.07.2026

FÄCHER2(6).zip / GERG/Handout Betätigungsgrundsätze E56-57.pdf, 22.07.2026

Betätigungsfokussiert, betätigungsorientiert und betätigungsbasiert
Fragen und Antworten
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Drei Abstufungen des Betätigungsbezugs“ (2 Punkte)
  • Die Begriffe beschreiben, wie konsequent Betätigung den therapeutischen Prozess bestimmt
  • Sie sind keine Wertung einzelner Übungen, sondern helfen zu prüfen, ob der Bezug zum Alltag erhalten bleibt
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Betätigungsfokussiert“ (3 Punkte)
  • Betätigung bildet die berufsspezifische Perspektive
  • Die Therapeutin fragt, welche Alltagsrollen und Betätigungen für die Person im Vordergrund stehen
  • Auch wenn zunächst Körperfunktionen untersucht werden, bleibt deren Bedeutung für konkrete Handlungen sichtbar
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Betätigungsorientiert“ (3 Punkte)
  • Betätigung steht bei Evaluation und Zielklärung im Mittelpunkt
  • Ein Instrument wie das COPM kann Betätigungsanliegen priorisieren
  • Die Intervention kann jedoch mit vorbereitenden Tätigkeiten oder Funktionsübungen arbeiten, ohne die Zielbetätigung unmittelbar auszuführen
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Betätigungsbasiert“ (3 Punkte)
  • Die tatsächliche Betätigung ist Hauptbestandteil der Intervention
  • Sie wird möglichst in realer oder realitätsnaher Umwelt ausgeführt
  • Beispiel: Nicht nur Armbewegungen trainieren, sondern die Katze füttern, einkaufen oder einen Arbeitsplatz vorbereiten
Definieren Sie „Qualitätsmerkmal der Betätigungsorientierung“ fachlich präzise (3 Punkte)
  • Betätigungsbasiert ist nicht automatisch besser, wenn die Handlung unsicher oder zu komplex ist
  • Vorbereitende Verfahren können notwendig sein
  • Entscheidend ist, dass sie transparent auf ein Betätigungsziel bezogen, dosiert und später in die reale Handlung übertragen werden
Quellen

Sächsischer Lehrplan Ergotherapie 2024, S. 114, 22.07.2026

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 113–117, 22.07.2026

FÄCHER2(6).zip / GERG/Handout betätigungs-.pdf, 22.07.2026

FÄCHER2(6).zip / GERG/Aufbau GERG E56 und E57.pdf, 22.07.2026

FÄCHER2(6).zip / GERG/Handout Betätigungsgrundsätze E56-57.pdf, 22.07.2026

Behandlungsplanung und Auswahl der Intervention
Fragen und Antworten
Beschreiben Sie das fachgerechte Vorgehen bei „Planungslogik“ (2 Punkte)
  • Behandlungsplanung verbindet Betätigungsproblem, Befund, Ziel, Intervention, Dosierung und Evaluation
  • Für jede Maßnahme muss erkennbar sein, welche Veränderung erwartet wird und wie sie überprüft werden kann
Beschreiben Sie das ergotherapeutische Vorgehen bei „Direkte und vorbereitende Interventionen“ (2 Punkte)
  • Eine Zielbetätigung kann direkt geübt werden
  • Vorbereitende Funktions-, Wahrnehmungs- oder Strategietrainings sind sinnvoll, wenn sie ein konkretes Hindernis bearbeiten und anschließend in die Handlung übertragen werden
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Anpassung der Betätigungsanforderung“ (2 Punkte)
  • Komplexität, Dauer, Tempo, Genauigkeit, Material, Unterstützung und Umweltreize können verändert werden
  • Die Aufgabe soll Lernen ermöglichen, ohne Sicherheit oder Würde zu gefährden
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Auswahl des therapeutischen Verfahrens“ (2 Punkte)
  • Behandlungsverfahren werden nach Befund und Ziel ausgewählt, nicht ausschließlich nach Diagnose
  • Evidenz, Erfahrung, Präferenz, Ressourcen und Setting werden gemeinsam berücksichtigt
Beschreiben Sie das fachgerechte Vorgehen bei „Dokumentation der Behandlungsplanung“ (2 Punkte)
  • Ein Behandlungsplan nennt Ziel, Ausgangslage, Vorgehen, Hilfen, Beobachtungskriterien und Zeitpunkt der Überprüfung
  • Er bleibt veränderbar, ist aber nicht beliebig
Quellen

Sächsischer Lehrplan Ergotherapie 2024, S. 115, 22.07.2026

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 113–117, 22.07.2026

FÄCHER2(6).zip / GERG/Flyer Behandlungsverfahren.pdf, 22.07.2026

FÄCHER2(6).zip / GERG/Handout betätigungs-.pdf, 22.07.2026

FÄCHER2(6).zip / GERG/Aufbau GERG E56 und E57.pdf, 22.07.2026

Anleitungstechniken
Fragen und Antworten
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Verbale Erklärung“ (3 Punkte)
  • Verbale Anleitung beschreibt Ziel, wesentliche Schritte und Sicherheitsaspekte
  • Sie bleibt knapp und wird an Sprachverständnis und Gedächtnis angepasst
  • Zu viele gleichzeitige Hinweise erhöhen die kognitive Last und stören die Ausführung
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Demonstration“ (4 Punkte)
  • Demonstration zeigt Bewegung oder Ablauf sichtbar
  • Perspektive, Tempo und entscheidende Merkmale müssen erkennbar sein
  • Anschließend führt die lernende Person selbst aus
  • Bloßes Zuschauen beweist noch kein Lernen
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Visuelle und taktile Hinweise“ (3 Punkte)
  • Markierungen, Bilder, Gegenstandsanordnung oder taktile Hinweise können Orientierung erleichtern
  • Sie werden nur mit Zustimmung und zielgerichtet eingesetzt
  • Hilfen dürfen nicht stärker sein als nötig, weil sonst Eigensteuerung ausbleibt
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Manuelle Führung“ (3 Punkte)
  • Manuelle Führung unterstützt Bewegung oder Sicherheit unmittelbar
  • Sie erfordert Einwilligung, klare Kommunikation und möglichst geringe notwendige Hilfe
  • Therapeutische Hände führen nicht automatisch zu aktivem motorischem Lernen
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Cueing und Prompting“ (3 Punkte)
  • Cues geben kurze Hinweise, Prompts lösen eine Reaktion gezielter aus
  • Hinweise können verbal, visuell, gestisch oder taktil sein
  • Ihre Art und Stärke werden dokumentiert, damit Fortschritt und Hilfebedarf vergleichbar bleiben
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Kombination der Techniken“ (3 Punkte)
  • Techniken werden nach Aufgabe und Lernvoraussetzungen kombiniert
  • Eine sinnvolle Reihenfolge kann erklären, demonstrieren, selbst ausführen lassen und gezielt rückmelden
  • Die Kombination bleibt veränderbar, wenn sie nicht zum gewünschten Lernen führt
Quellen

Sächsischer Lehrplan Ergotherapie 2024, S. 116, 22.07.2026

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 113–117, 22.07.2026

FÄCHER2(6).zip / GERG/Aufbau GERG E56 und E57.pdf, 22.07.2026

FÄCHER2(6).zip / GERG/Handout Betätigungsgrundsätze E56-57.pdf, 22.07.2026

Risiko-, Fehler- und Beschwerdemanagement
Fragen und Antworten
Beurteilen Sie die fachlichen Kriterien bei „Risikomanagement“ (2 Punkte)
  • Risikomanagement identifiziert mögliche Schäden, bewertet Eintritt und Auswirkung und legt vorbeugende Maßnahmen fest
  • In der Ergotherapie betrifft dies etwa Sturzgefahr, Hautschäden, Überlastung, Datenschutz oder unsichere Hilfsmittelnutzung
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Beinahe-Ereignis“ (2 Punkte)
  • Ein Beinahe-Ereignis hätte zu einem Schaden führen können, wurde aber rechtzeitig erkannt oder blieb zufällig folgenlos
  • Seine Auswertung ermöglicht Lernen, bevor ein tatsächlicher Schaden entsteht
Beurteilen Sie die fachlichen Kriterien bei „Systemorientierte Fehlerkultur“ (2 Punkte)
  • Eine konstruktive Fehlerkultur trennt systematisches Lernen von vorschneller Schuldzuweisung
  • Verantwortlichkeit bleibt bestehen, doch Ursachen werden auch in Kommunikation, Ausstattung, Arbeitsablauf und Organisation gesucht
Definieren Sie „Beschwerde als Qualitätsinformation“ fachlich präzise (3 Punkte)
  • Beschwerden zeigen Erwartungen, Belastungen oder Prozessprobleme aus Sicht der Betroffenen
  • Sie werden nachvollziehbar aufgenommen, beantwortet und auf wiederkehrende Muster geprüft
  • Abwehr oder Rechtfertigung verhindert Lernen
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Patientensicherheit und Transparenz“ (3 Punkte)
  • Sicherheitsrelevante Ereignisse werden zeitnah versorgt, dokumentiert und nach den geltenden Wegen gemeldet
  • Betroffene erhalten verständliche Information im Rahmen der Zuständigkeit
  • Vertuschung widerspricht professioneller Qualitätssicherung
Quellen

Sächsischer Lehrplan Ergotherapie 2024, S. 117, 22.07.2026

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 113–117, 22.07.2026

FÄCHER2(6).zip / GERG/Aufbau GERG E56 und E57.pdf, 22.07.2026

FÄCHER2(6).zip / GERG/Handout Betätigungsgrundsätze E56-57.pdf, 22.07.2026

Betätigungsprofil und Tagesprofil
Fragen und Antworten
Erklären Sie den Zweck von „Betätigungsprofil und Tagesprofil“ (2 Punkte)
  • Ein Betätigungs- oder Tagesprofil macht sichtbar, was eine Person im Alltag tatsächlich tut
  • Es erfasst nicht nur Schwierigkeiten, sondern auch gelingende Routinen, Rollen, Interessen, Unterstützungen und belastende Situationen
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Leitfragen des Betätigungsprofils“ (7 Punkte)
  • Ein Profil kann nach Zeit, Betätigung, Rolle, Ort, beteiligten Personen, Hilfestellung, Zufriedenheit und Wichtigkeit gegliedert werden
  • Die wichtigsten Fragen lauten: Was geschieht?
  • Wann und wo?
  • Mit wem?
  • Was gelingt?
  • Wo entstehen Barrieren?
  • Was möchte die Person verändern?
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Nutzen des Betätigungsprofils“ (2 Punkte)
  • Das Profil erleichtert den Einstieg in ein klientenzentriertes Gespräch
  • Es zeigt Zusammenhänge, die in einer Funktionsprüfung unbemerkt bleiben: Zeitdruck am Morgen, fehlende Pausen, ein überfüllter Tagesablauf, soziale Isolation oder eine wichtige Betätigung, die nicht mehr stattfindet
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Ressourcen im Betätigungsprofil“ (3 Punkte)
  • Auch problemfreie Betätigungen werden aufgenommen
  • Sie zeigen Ressourcen, Gewohnheiten und mögliche Anknüpfungspunkte
  • Die Person bewertet selbst, welche Ausführung zufriedenstellend ist und welche Veränderung Priorität besitzt
Beurteilen Sie die fachlichen Kriterien bei „Grenzen des Betätigungsprofils“ (2 Punkte)
  • Ein einzelner Tag ist nicht repräsentativ für alle Wochentage und Lebensbereiche
  • Das Profil wird deshalb als Gesprächsbasis genutzt und bei Bedarf durch Beobachtung, COPM, Angehörigengespräch oder konkrete Betätigungsanalyse ergänzt
Quellen

Sächsischer Lehrplan Ergotherapie 2024, S. 114, 22.07.2026

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 113–117, 22.07.2026

FÄCHER2(6).zip / GERG/Handout Tagesprofil.pdf, 22.07.2026

FÄCHER2(6).zip / GERG/Aufbau GERG E56 und E57.pdf, 22.07.2026

FÄCHER2(6).zip / GERG/Handout Betätigungsgrundsätze E56-57.pdf, 22.07.2026

Durchführung, Anpassung und Transfer
Fragen und Antworten
Beschreiben Sie die Durchführung von „Durchführung, Anpassung und Transfer“ (3 Punkte)
  • Zu Beginn werden Ziel, Aufgabe und Sicherheitsrahmen geklärt
  • Die Person soll verstehen, was erprobt wird und welche Rückmeldung erwartet wird
  • Therapeutische Unterstützung wird so dosiert, dass eigenständiges Handeln möglich bleibt
Definieren Sie „Grading“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • Anforderungen werden über Material, Reihenfolge, Zeit, Wiederholungen, Hilfestellung und Kontext abgestuft
  • Eine Steigerung ist sinnvoll, wenn die bisherige Stufe zuverlässig und gesundheitlich verträglich bewältigt wird
Beschreiben Sie das fachgerechte Vorgehen bei „Anpassung während der Durchführung“ (3 Punkte)
  • Bei Schwierigkeiten wird nicht automatisch mehr geübt
  • Es kann sinnvoller sein, Strategie, Werkzeug, Haltung, Umgebung oder Aufgabenverteilung zu verändern
  • Kompensation und Wiederherstellung können parallel verfolgt werden
Beschreiben Sie das ergotherapeutische Vorgehen bei „Transfer in den Alltag“ (3 Punkte)
  • Erfolge im Therapieraum übertragen sich nicht automatisch
  • Die Handlung wird in unterschiedlichen Situationen, mit realen Gegenständen und unter typischen Anforderungen erprobt
  • Hilfen sollen möglichst auch im Alltag verfügbar sein
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Förderung der Selbstständigkeit“ (2 Punkte)
  • Selbstständigkeit bedeutet nicht zwingend Ausführung ohne jedes Hilfsmittel
  • Eine Person kann selbstständig sein, wenn sie Unterstützung organisiert, ein Hilfsmittel sicher nutzt oder eine Aufgabe sinnvoll delegiert
Quellen

Sächsischer Lehrplan Ergotherapie 2024, S. 115, 22.07.2026

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 113–117, 22.07.2026

FÄCHER2(6).zip / GERG/Handout betätigungs-.pdf, 22.07.2026

FÄCHER2(6).zip / GERG/Ausarbeitung Fachbereiche ET E56.pdf, 22.07.2026

FÄCHER2(6).zip / GERG/Aufbau GERG E56 und E57.pdf, 22.07.2026

Abgestufte Hilfen und Feedback
Fragen und Antworten
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Least-to-most-Hilfe“ (3 Punkte)
  • Bei least-to-most beginnt die Person mit möglichst wenig Unterstützung
  • Hilfen werden erst erhöht, wenn sie nötig sind
  • Das Verfahren zeigt vorhandene Selbstständigkeit, kann aber bei gefährlichen oder stark fehleranfälligen Aufgaben ungeeignet sein
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Most-to-least-Hilfe“ (2 Punkte)
  • Bei most-to-least wird die Aufgabe zunächst stark unterstützt und die Hilfe schrittweise reduziert
  • Das kann Sicherheit und Erfolgserleben fördern, erfordert jedoch konsequentes Fading, damit keine dauerhafte Abhängigkeit entsteht
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Fading von Hilfen“ (3 Punkte)
  • Fading bezeichnet den planmäßigen Abbau äußerer Unterstützung
  • Reduziert werden Stärke, Häufigkeit oder Direktheit der Hinweise
  • Der nächste Schritt erfolgt, sobald die Person die Aufgabe zuverlässig mit weniger Hilfe bewältigt
Erläutern Sie den ergotherapeutischen Kern von „Ergebnis- und Ausführungsfeedback“ (4 Punkte)
  • Ergebnisfeedback informiert über das erreichte Resultat
  • Ausführungsfeedback bezieht sich auf den Bewegungs- oder Handlungsablauf
  • Zu häufiges Feedback kann Eigenwahrnehmung schwächen
  • Zeitversetzte Selbstbewertung fördert aktive Fehlerkontrolle
Beurteilen Sie die fachlichen Kriterien bei „Fehlerfreies und fehlergestütztes Lernen“ (3 Punkte)
  • Fehlerfreies Lernen verhindert möglichst falsche Reaktionen und kann bei schweren Gedächtnisstörungen sinnvoll sein
  • Fehlergestütztes Lernen nutzt Erkennen und Korrigieren
  • Die Auswahl hängt von Sicherheit, Lernfähigkeit und Ziel der Aufgabe ab
Erläutern Sie den ergotherapeutischen Kern von „Selbstfeedback“ (3 Punkte)
  • Die Person wird angeleitet, Ergebnis, Anstrengung und Strategie selbst zu beurteilen
  • Fragen nach dem gelungenen Schritt und der nächsten Veränderung fördern Selbststeuerung
  • Therapeutische Rückmeldung ergänzt diese Einschätzung, statt sie zu ersetzen
Quellen

Sächsischer Lehrplan Ergotherapie 2024, S. 116, 22.07.2026

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 113–117, 22.07.2026

FÄCHER2(6).zip / GERG/Aufbau GERG E56 und E57.pdf, 22.07.2026

FÄCHER2(6).zip / GERG/Handout Betätigungsgrundsätze E56-57.pdf, 22.07.2026

Audit, Fallbesprechung und Supervision
Fragen und Antworten
Definieren Sie „Audit“ fachlich präzise (3 Punkte)
  • Ein Audit prüft systematisch, ob festgelegte Anforderungen in Strukturen und Prozessen umgesetzt werden
  • Es benötigt nachvollziehbare Kriterien und Stichproben
  • Ziel ist Verbesserung, nicht bloß das Bestehen einer Kontrolle
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Interprofessionelle Fallbesprechung“ (3 Punkte)
  • Fallbesprechungen verbinden unterschiedliche Perspektiven, klären Ziele, Risiken und Zuständigkeiten
  • Sie sind besonders nützlich, wenn Verlauf oder Entscheidung unklar ist
  • Relevante Ergebnisse werden anschließend in den Prozess zurückgeführt
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Supervision“ (2 Punkte)
  • Supervision reflektiert berufliches Handeln, Beziehung, Rollen und Belastungen mit professioneller Begleitung
  • Sie ersetzt keine fachliche Weiterbildung oder Psychotherapie, kann aber blinde Flecken und wiederkehrende Muster sichtbar machen
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Peer Review“ (3 Punkte)
  • Beim Peer Review beurteilen fachlich gleichgestellte Kolleginnen und Kollegen ausgewählte Prozesse oder Dokumentationen nach vereinbarten Kriterien
  • Rückmeldung soll konkret, respektvoll und handlungsorientiert sein
  • Gegenseitigkeit unterstützt eine lernende Fachkultur
Quellen

Sächsischer Lehrplan Ergotherapie 2024, S. 117, 22.07.2026

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 113–117, 22.07.2026

FÄCHER2(6).zip / GERG/Aufbau GERG E56 und E57.pdf, 22.07.2026

FÄCHER2(6).zip / GERG/Handout Betätigungsgrundsätze E56-57.pdf, 22.07.2026

Handlungsfähigkeit und Handlungsdysfunktion
Fragen und Antworten
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Handlungsfähigkeit“ (2 Punkte)
  • Handlungsfähigkeit zeigt sich darin, dass ein Mensch individuell bedeutsame Betätigungen in Selbstversorgung, Produktivität und Freizeit auswählen, planen und ausführen kann
  • Sie umfasst nicht nur motorische Fertigkeiten, sondern auch Motivation, Orientierung, Problemlösen, Kommunikation und Anpassung an Bedingungen
Erklären Sie den fachlichen Zusammenhang bei „Handlungsdysfunktion“ (2 Punkte)
  • Eine Handlungsdysfunktion liegt vor, wenn alltägliche Aufgaben oder Rollen zeitweise oder dauerhaft nicht zufriedenstellend bewältigt werden können
  • Die Ursache kann in körperlichen oder psychischen Voraussetzungen, in einer unpassenden Aufgabe, in Gewohnheiten oder in Umweltbarrieren liegen
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Situationsabhängigkeit“ (3 Punkte)
  • Eine Person kann dieselbe Handlung in einer Situation ausführen und in einer anderen nicht
  • Ruhe, vertraute Materialien, Zeit, Unterstützung oder ein klarer Ablauf können die Leistung verändern
  • Deshalb darf aus einer einzelnen Beobachtung keine pauschale Fähigkeit oder Unfähigkeit abgeleitet werden
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Ergotherapeutischer Auftrag“ (3 Punkte)
  • Befund und Therapie prüfen, welche Bedingungen das Handeln fördern oder hemmen
  • Interventionen können Fähigkeiten trainieren, Strategien vermitteln, Aufgaben vereinfachen, Umgebungen verändern oder Unterstützung organisieren
  • Ziel ist nicht nur korrektes Verhalten im Therapieraum, sondern eine tragfähige Handlung im Alltag
Quellen

Sächsischer Lehrplan Ergotherapie 2024, S. 114, 22.07.2026

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 113–117, 22.07.2026

FÄCHER2(6).zip / GERG/Handout Handlungstheoretische Ansätze.pdf, 22.07.2026

FÄCHER2(6).zip / GERG/Handlungsth. Ansätze und Bezug zur ET.pdf, 22.07.2026

FÄCHER2(6).zip / GERG/Aufbau GERG E56 und E57.pdf, 22.07.2026

Reflexion, Dokumentation, Evaluation und Abschluss
Fragen und Antworten
Erläutern Sie die Reflexion bei „Reflexion, Dokumentation, Evaluation und Abschluss“ (3 Punkte)
  • Reflexion prüft nicht nur, ob die Einheit „gut lief“
  • Sie vergleicht Ziel, beobachteten Verlauf, Reaktion der Person und Wirkung der gewählten Intervention
  • Eigene Annahmen und Beziehungseinflüsse werden mitbedacht
Beschreiben Sie das fachgerechte Vorgehen bei „Verlaufsdokumentation“ (3 Punkte)
  • Dokumentation ist zeitnah, sachlich und auftragsbezogen
  • Sie trennt Beobachtung, Aussage, Interpretation und Entscheidung
  • Unklare Wertungen wie „unmotiviert“ werden durch konkrete Situationen ersetzt
Beschreiben Sie das ergotherapeutische Vorgehen bei „Evaluation im therapeutischen Prozess“ (3 Punkte)
  • Zielerreichung wird mit vorher festgelegten Kriterien geprüft
  • Neben Funktionswerten können Selbstständigkeit, Zufriedenheit, Hilfebedarf, Sicherheit, Zeit und Teilhabe relevant sein
  • Veränderungen werden nur dann der Therapie zugeschrieben, wenn Alternativerklärungen berücksichtigt werden
Beschreiben Sie das ergotherapeutische Vorgehen bei „Geplanter Therapieabschluss“ (3 Punkte)
  • Am Ende werden Ergebnisse, wirksame Strategien, verbleibende Barrieren und Empfehlungen zusammengefasst
  • Die Person erhält eine verständliche Rückmeldung
  • Übergaben erfolgen nur mit notwendiger Information und unter Beachtung des Datenschutzes
Erläutern Sie den ergotherapeutischen Kern von „Lernen aus dem therapeutischen Prozess“ (3 Punkte)
  • Evaluation dient nicht nur der Rechenschaft
  • Sie prüft Hypothesen, macht Wirkungen und Nebenwirkungen sichtbar und verbessert die nächste Entscheidung
  • So wird der therapeutische Prozess zu einer fortlaufenden fachlichen Lernschleife
Quellen

Sächsischer Lehrplan Ergotherapie 2024, S. 115, 22.07.2026

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 113–117, 22.07.2026

FÄCHER2(6).zip / GERG/Aufbau GERG E56 und E57.pdf, 22.07.2026

FÄCHER2(6).zip / GERG/Handlungsth. Ansätze und Bezug zur ET.pdf, 22.07.2026

FÄCHER2(6).zip / GERG/Handout Betätigungsgrundsätze E56-57.pdf, 22.07.2026

Grading und Adaptation
Fragen und Antworten
Definieren Sie „Grading einer Betätigung“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • Grading verändert den Schwierigkeitsgrad, ohne das Betätigungsziel aus dem Blick zu verlieren
  • Variiert werden Umfang, Tempo, Genauigkeit, Widerstand, Reihenfolge, Reizmenge, soziale Anforderungen oder notwendige Unterstützung
Definieren Sie „Adaptation einer Betätigung“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • Adaptation verändert Aufgabe, Werkzeug oder Umwelt, damit Teilhabe trotz bleibender Einschränkung möglich wird
  • Beispiele sind Griffverdickung, veränderte Arbeitshöhe, visuelle Markierung oder vereinfachte Reihenfolge
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Optimale Herausforderung“ (4 Punkte)
  • Die Aufgabe soll fordern, aber noch Erfolg und Lernen ermöglichen
  • Unterforderung vermindert Lernreiz und Bedeutung
  • Überforderung erhöht Fehler, Angst oder Erschöpfung
  • Beobachtung und Rückmeldung bestimmen die nächste Anpassung
Unterscheiden Sie „Grading und Kompensation im Vergleich“ anhand fachlicher Kriterien (3 Punkte)
  • Grading zielt häufig auf schrittweise Entwicklung von Fähigkeiten
  • Kompensation nutzt alternative Wege, Hilfsmittel oder Unterstützung, um ein Ziel direkt zu erreichen
  • Beide Ansätze können in demselben Therapieprozess kombiniert werden
Beschreiben Sie das fachgerechte Vorgehen bei „Dokumentation der Anpassung“ (2 Punkte)
  • Dokumentiert werden Ausgangsanforderung, konkrete Veränderung, benötigte Hilfe und Wirkung auf Sicherheit, Qualität und Selbstständigkeit
  • Nur so lässt sich beurteilen, ob eine Anpassung Lernen fördert oder lediglich kurzfristig erleichtert
Quellen

Sächsischer Lehrplan Ergotherapie 2024, S. 116, 22.07.2026

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 113–117, 22.07.2026

FÄCHER2(6).zip / GERG/Aufbau GERG E56 und E57.pdf, 22.07.2026

FÄCHER2(6).zip / GERG/Handout Betätigungsgrundsätze E56-57.pdf, 22.07.2026

Äußere und personale Handlungsbedingungen
Fragen und Antworten
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Äußere Bedingungen“ (4 Punkte)
  • Materielle Bedingungen umfassen Gegenstände, Werkzeuge, Raum, Zeit und Geld
  • Kulturelle Bedingungen betreffen Normen, Werte und religiöse Vorstellungen
  • Soziale Bedingungen entstehen durch Rollen, Gesetze und Erwartungen
  • Interpersonelle Bedingungen zeigen sich in Unterstützung, Konflikt, Anleitung und Zusammenarbeit
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Personale Bedingungen“ (4 Punkte)
  • Kognitive Voraussetzungen sind beispielsweise Aufmerksamkeit, Gedächtnis, Orientierung und Planung
  • Emotionale und motivationale Bedingungen umfassen Interessen, Mut, Freude, Angst, Werte und Selbstbild
  • Motorische Voraussetzungen betreffen Kraft, Beweglichkeit, Koordination und Feinmotorik
  • Hinzu kommen kommunikative und soziale Fähigkeiten
Erklären Sie den fachlichen Zusammenhang bei „Wechselwirkung“ (3 Punkte)
  • Bedingungen wirken nicht isoliert
  • Ein schweres Gefäß kann bei geringer Kraft zur Barriere werden, mit einem passenden Griff jedoch nutzbar sein
  • Eine bekannte Aufgabe kann trotz Gedächtnisproblem gelingen, während eine neue Aufgabe mehr Anleitung verlangt
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Befundlogik der Handlungsbedingungen“ (3 Punkte)
  • Ergotherapeutische Beobachtung beschreibt immer Person, Aufgabe und Situation
  • Statt „kann nicht kochen“ wird konkretisiert: Welche Teilschritte, Materialien, Zeitbedingungen und Unterstützungen waren vorhanden?
  • So entstehen veränderbare Ansatzpunkte statt globaler Defiziturteile
Quellen

Sächsischer Lehrplan Ergotherapie 2024, S. 114, 22.07.2026

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 113–117, 22.07.2026

FÄCHER2(6).zip / GERG/Handout Handlungstheoretische Ansätze.pdf, 22.07.2026

FÄCHER2(6).zip / GERG/Aufbau GERG E56 und E57.pdf, 22.07.2026

FÄCHER2(6).zip / GERG/Handout Betätigungsgrundsätze E56-57.pdf, 22.07.2026

Therapeutische Rolle, Persönlichkeit und Beziehung
Fragen und Antworten
Erklären Sie den fachlichen Zusammenhang bei „Professionelle Rolle“ (2 Punkte)
  • Die Therapeutin verbindet fachliche Verantwortung mit Respekt vor Selbstbestimmung
  • Sie strukturiert den Prozess, erklärt Entscheidungen, achtet auf Sicherheit und unterstützt die Person dabei, eigene Ziele und Strategien zu entwickeln
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Beziehung als Wirkbedingung“ (2 Punkte)
  • Vertrauen, Verlässlichkeit und Verständlichkeit beeinflussen, ob eine Person sich beteiligt und Rückmeldung gibt
  • Beziehung ersetzt keine fachlich passende Intervention, kann deren Wirkung aber ermöglichen oder behindern
Erklären Sie den fachlichen Zusammenhang bei „Persönlichkeit in der therapeutischen Rolle“ (2 Punkte)
  • Eigene Werte, Kommunikationsgewohnheiten und emotionale Reaktionen wirken in die Therapie hinein
  • Professionelle Selbstreflexion bedeutet, diese Einflüsse wahrzunehmen, ohne die Sitzung für eigene Bedürfnisse zu nutzen
Beurteilen Sie die fachlichen Kriterien bei „Nähe, Distanz und Grenzen“ (3 Punkte)
  • Empathie verlangt keine private Freundschaft
  • Rollen, Erreichbarkeit, Berührung, Geschenke und persönliche Informationen brauchen klare Grenzen
  • Abhängigkeit und Machtungleichgewicht werden ernst genommen
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Konflikte in der therapeutischen Beziehung“ (3 Punkte)
  • Unterschiedliche Ziele oder Erwartungen werden nicht durch Überredung verdeckt
  • Risiken, Optionen und Konsequenzen werden besprochen
  • Bei anhaltender Belastung helfen Team, Supervision und fachliche Beratung
Quellen

Sächsischer Lehrplan Ergotherapie 2024, S. 115, 22.07.2026

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 113–117, 22.07.2026

FÄCHER2(6).zip / GERG/Aufbau GERG E56 und E57.pdf, 22.07.2026

FÄCHER2(6).zip / GERG/Handout Bezugswissenschaften zur Optimierung der ET.pdf, 22.07.2026

FÄCHER2(6).zip / GERG/Handout Betätigungsgrundsätze E56-57.pdf, 22.07.2026

Gesundheitskompetenz und Teach-back
Fragen und Antworten
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Gesundheitskompetenz in der Ergotherapie“ (2 Punkte)
  • Gesundheitskompetenz umfasst Informationen finden, verstehen, beurteilen und anwenden
  • Ergotherapie unterstützt dies anhand konkreter Alltagsentscheidungen, etwa Hilfsmittelnutzung, Belastungssteuerung oder Organisation einer Tagesroutine
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Teach-back-Methode“ (3 Punkte)
  • Beim Teach-back erklärt die Person mit eigenen Worten oder zeigt praktisch, wie sie eine Information verstanden hat
  • Das prüft die Verständlichkeit der Vermittlung und nicht die Intelligenz der Person
  • Missverständnisse führen zu neuer Erklärung und erneuter Prüfung
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Gemeinsame Entscheidungsfindung“ (3 Punkte)
  • Gemeinsame Entscheidungsfindung verbindet fachliche Optionen mit Zielen, Werten und Alltag der Person
  • Nutzen, Belastungen und Alternativen werden verständlich dargestellt
  • Die endgültige Entscheidung bleibt innerhalb sicherer und rechtlicher Grenzen gemeinsam verantwortet
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Verständliche Informationsmaterialien“ (3 Punkte)
  • Materialien verwenden klare Überschriften, kurze Sätze, relevante Bilder und konkrete Handlungsanweisungen
  • Schriftgröße, Kontrast, Sprache und Zugang werden angepasst
  • Ein überfülltes Merkblatt ist trotz korrekter Inhalte häufig unbrauchbar
Beurteilen Sie die fachlichen Kriterien bei „Grenzen der Beratung“ (3 Punkte)
  • Ergotherapeutische Beratung bleibt im eigenen Kompetenzbereich
  • Medizinische Diagnosen, Arzneimitteländerungen oder rechtliche Entscheidungen werden nicht eigenmächtig übernommen
  • Unsicherheiten werden benannt und an zuständige Fachpersonen weitergeleitet
Quellen

Sächsischer Lehrplan Ergotherapie 2024, S. 116, 22.07.2026

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 113–117, 22.07.2026

FÄCHER2(6).zip / GERG/Aufbau GERG E56 und E57.pdf, 22.07.2026

FÄCHER2(6).zip / GERG/Handout Betätigungsgrundsätze E56-57.pdf, 22.07.2026

Ziel, Motiv, Motivation und Wille
Fragen und Antworten
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Ziel“ (2 Punkte)
  • Das Ziel beschreibt das angestrebte Ergebnis: Wohin soll die Handlung führen?
  • Es richtet Aufmerksamkeit, beeinflusst Planung und ermöglicht später einen Vergleich zwischen Absicht und Ergebnis
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Motiv“ (3 Punkte)
  • Das Motiv beantwortet, wozu oder weshalb die Handlung für eine Person bedeutsam ist
  • Motive entstehen aus Bedürfnissen, Interessen, Werten, Rollen und Erfahrungen
  • Sie verleihen der Handlung persönlichen Sinn und stellen Handlungsenergie bereit
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Motivation“ (3 Punkte)
  • Motivation entsteht aus dem Zusammenspiel von Ziel, Motiv, erwarteter Wirksamkeit und wahrgenommenen Bedingungen
  • Eine Person kann ein Ziel wichtig finden, aber wegen wiederholter Misserfolge, Angst oder fehlender Aussicht wenig Aktivität zeigen
  • Verminderte Ausführung ist deshalb nicht automatisch fehlender Wille
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Wille und Volition“ (2 Punkte)
  • Wille bezeichnet die bewusste Bereitstellung und Verteilung von Handlungsenergie, besonders wenn Schwierigkeiten überwunden oder Bedürfnisse aufgeschoben werden müssen
  • Volition umfasst zusätzlich Interessen, Werte und das Erleben eigener Wirksamkeit
Leiten Sie therapeutische Konsequenzen aus „Ziel, Motiv, Motivation und Wille“ ab (2 Punkte)
  • Ziele werden gemeinsam konkretisiert, Aufgaben an Bedeutung angeknüpft und Erfolge nachvollziehbar gemacht
  • Druck kann kurzfristig Aktivität erzeugen, stärkt aber nicht zwingend eigenständige Motivation
Quellen

Sächsischer Lehrplan Ergotherapie 2024, S. 114, 22.07.2026

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 113–117, 22.07.2026

FÄCHER2(6).zip / GERG/Handout Handlungstheoretische Ansätze.pdf, 22.07.2026

FÄCHER2(6).zip / GERG/Handlungsth. Ansätze und Bezug zur ET.pdf, 22.07.2026

FÄCHER2(6).zip / GERG/Aufbau GERG E56 und E57.pdf, 22.07.2026

Wahrnehmung und soziale Wahrnehmung
Fragen und Antworten
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Wahrnehmung ist Auswahl“ (2 Punkte)
  • Menschen nehmen nicht neutral alles wahr
  • Aufmerksamkeit, Erwartungen, Erfahrung, Stimmung und Kontext beeinflussen, welche Reize ausgewählt und wie sie gedeutet werden
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Körper- und Sinneswahrnehmung“ (3 Punkte)
  • Therapeutinnen beobachten eigene Spannung, Abstand, Stimme und Reaktionen
  • Diese Selbstwahrnehmung hilft, Belastung und Beziehung zu regulieren
  • Beim Klienten werden Wahrnehmungsleistungen nicht aus Verhalten allein abgeleitet, sondern gezielt geprüft
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Soziale Wahrnehmung“ (2 Punkte)
  • Gesichtsausdruck, Sprache, Rolle und Vorwissen prägen Eindrücke
  • Häufige Fehler sind der erste Eindruck, Halo-Effekt, Stereotype und die Tendenz, Verhalten vorschnell als Persönlichkeitseigenschaft zu erklären
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Verbesserung der sozialen Wahrnehmung“ (4 Punkte)
  • Konkretes Verhalten wird zeitnah beschrieben
  • Mehrere Situationen und Perspektiven werden einbezogen
  • Vermutung und Tatsache bleiben getrennt
  • Die Person erhält Gelegenheit, ihre Sicht zu erklären
Begründen Sie die fachliche Bedeutung von „Therapeutische Bedeutung“ bei „Wahrnehmung und soziale Wahrnehmung“ (2 Punkte)
  • Reflektierte Wahrnehmung schützt vor Fehlentscheidungen und Beschämung
  • Sie verbessert Befund, Beziehung, Gruppenleitung und Teamkommunikation
Quellen

Sächsischer Lehrplan Ergotherapie 2024, S. 115, 22.07.2026

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 113–117, 22.07.2026

FÄCHER2(6).zip / GERG/Aufbau GERG E56 und E57.pdf, 22.07.2026

FÄCHER2(6).zip / GERG/Handout Bezugswissenschaften zur Optimierung der ET.pdf, 22.07.2026

FÄCHER2(6).zip / GERG/Handout Betätigungsgrundsätze E56-57.pdf, 22.07.2026

Angehörigenschulung und Coaching
Fragen und Antworten
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Ziel der Angehörigenschulung“ (3 Punkte)
  • Angehörigenschulung soll sichere Unterstützung, Verständnis und alltagsnahen Transfer ermöglichen
  • Sie dient nicht dazu, unbezahlte Therapieaufgaben vollständig zu verlagern
  • Ziele werden mit Klientel und Angehörigen gemeinsam geklärt
Erklären Sie den fachlichen Zusammenhang bei „Rollenklärung mit Angehörigen“ (3 Punkte)
  • Angehörige können Informationsquelle, Lernpartner, Unterstützende oder selbst belastete Personen sein
  • Erwartungen und Grenzen werden ausdrücklich besprochen
  • Die Selbstbestimmung der behandelten Person bleibt leitend
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Coaching statt Übernahme“ (3 Punkte)
  • Coaching unterstützt Angehörige, eigene Lösungen zu beobachten, zu erproben und zu bewerten
  • Die Therapeutin stellt Fragen, strukturiert Erfahrungen und vermittelt notwendiges Wissen
  • Fertige Anweisungen werden nur dort genutzt, wo Sicherheit oder Klarheit dies erfordern
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Belastung der Angehörigen“ (2 Punkte)
  • Zeitdruck, Schlafmangel, Konflikte oder körperliche Belastung können die Umsetzung beeinflussen
  • Beratung berücksichtigt realistische Ressourcen und verweist bei weitergehendem Bedarf an passende Unterstützungsangebote
Beurteilen Sie die fachlichen Kriterien bei „Transferkontrolle“ (3 Punkte)
  • Nach der Anleitung wird geprüft, ob Unterstützung im Alltag sicher, verständlich und akzeptabel funktioniert
  • Rückmeldungen der betroffenen Person und der Angehörigen werden getrennt erfasst
  • Anpassungen erfolgen, wenn Hilfe zu viel, zu wenig oder unpassend ist
Quellen

Sächsischer Lehrplan Ergotherapie 2024, S. 116, 22.07.2026

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 113–117, 22.07.2026

FÄCHER2(6).zip / GERG/Aufbau GERG E56 und E57.pdf, 22.07.2026

FÄCHER2(6).zip / GERG/Handout Betätigungsgrundsätze E56-57.pdf, 22.07.2026

Der Handlungsablauf als Rückkopplungskreis
Fragen und Antworten
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Sequenzielle Struktur“ (3 Punkte)
  • Handlungen verlaufen nicht als ungegliederte Bewegung
  • Ein handlungstheoretisches Modell unterscheidet Orientierung, Planung, Durchführung, Vergleich und Veränderung
  • Die Phasen können sich überschneiden und werden bei vertrauten Tätigkeiten teilweise automatisiert
Ordnen Sie „Der Handlungsablauf als Rückkopplungskreis“ systematisch ein (3 Punkte)
  • Die Person erfasst Situation, Ziel und Bedingungen
  • Sie entscheidet, welche Handlung verfolgt wird
  • Fehlende Orientierung zeigt sich beispielsweise in vorschnellem Beginn, unklarem Ziel oder übersehenen Anforderungen
Beschreiben Sie das fachgerechte Vorgehen bei „Planung und Durchführung“ (3 Punkte)
  • In der Planung werden Handlungsschritte, Material und Reihenfolge festgelegt
  • Während der Durchführung wird der Plan umgesetzt
  • Bereits dabei können Rückmeldungen zu Korrekturen führen
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Vergleich und Veränderung“ (3 Punkte)
  • Das Ergebnis wird mit dem Ziel verglichen
  • Bei Übereinstimmung kann ein erfolgreicher Ablauf gefestigt werden
  • Bei Abweichung werden Material, Reihenfolge, Tempo oder Strategie angepasst
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Ergotherapeutische Beobachtung“ (4 Punkte)
  • Die Frage lautet nicht nur, ob das Produkt gelingt
  • Beobachtet wird, in welcher Phase Schwierigkeiten auftreten
  • Ein Fehler kann aus unklarer Zielvorstellung, mangelhafter Planung, motorischer Ausführung oder fehlender Selbstkontrolle entstehen
  • Interventionen werden entsprechend unterschiedlich gewählt
Quellen

Sächsischer Lehrplan Ergotherapie 2024, S. 114, 22.07.2026

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 113–117, 22.07.2026

FÄCHER2(6).zip / GERG/Handout Handlungstheoretische Ansätze.pdf, 22.07.2026

FÄCHER2(6).zip / GERG/Aufbau GERG E56 und E57.pdf, 22.07.2026

FÄCHER2(6).zip / GERG/Handout Betätigungsgrundsätze E56-57.pdf, 22.07.2026

Therapeutisches Arbeiten mit Gruppen und Teamarbeit
Fragen und Antworten
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Sozialformen“ (3 Punkte)
  • Ergotherapie kann im Einzelkontakt, in Paaren oder Gruppen stattfinden
  • Die Sozialform wird nach Ziel, Sicherheit und Lernmöglichkeit gewählt
  • Eine Gruppe ist nicht nur eine kostensparende Zusammenfassung von Einzeltherapien
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Therapeutisches Potenzial der Gruppe“ (2 Punkte)
  • Gruppen ermöglichen Austausch, Modelllernen, Rollenübernahme, Kooperation und Rückmeldung
  • Gleichzeitig können Konkurrenz, Rückzug, Beschämung oder Überforderung entstehen
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Aufgaben der Gruppenleitung“ (3 Punkte)
  • Die Leitung klärt Ziel, Regeln, Zeit und Aufgaben
  • Sie beobachtet Beteiligung und Sicherheit, unterstützt Kommunikation und greift bei Ausgrenzung oder Konflikten ein
  • Reflexion verbindet Gruppenerfahrung mit Alltag und individuellen Zielen
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Aufgaben des ergotherapeutischen Teams“ (2 Punkte)
  • Innerhalb des ergotherapeutischen Teams werden Befunde, Methoden und Übergaben abgestimmt
  • Unterschiedliche Beobachtungen werden verglichen, nicht gegeneinander ausgespielt
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Zusammenarbeit im interdisziplinären Team“ (3 Punkte)
  • Berufsgruppen bringen verschiedene Perspektiven ein
  • Gute Zusammenarbeit benötigt gemeinsame Ziele, klare Zuständigkeiten, verständliche Sprache und Datenschutz
  • Die Person bleibt Beteiligte des Prozesses und nicht bloß Gegenstand einer Fallbesprechung
Quellen

Sächsischer Lehrplan Ergotherapie 2024, S. 115, 22.07.2026

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 113–117, 22.07.2026

FÄCHER2(6).zip / GERG/Aufbau GERG E56 und E57.pdf, 22.07.2026

FÄCHER2(6).zip / GERG/Texte Sozialwissenschaften.pdf, 22.07.2026

FÄCHER2(6).zip / GERG/Handout Betätigungsgrundsätze E56-57.pdf, 22.07.2026

Der hierarchische Aufbau von Handlungen
Fragen und Antworten
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Ebenen“ (4 Punkte)
  • Eine komplexe Betätigung besteht aus Handlungen, Teilhandlungen und Operationen
  • Eine Reise vorzubereiten kann die Teilhandlung „Rucksack packen“ enthalten
  • Dazu gehören Operationen wie Schrank öffnen, Kleidung auswählen, falten und einordnen
  • Auf unterster Ebene stehen Bewegungen und Muskelaktivitäten
Begründen Sie die fachliche Bedeutung von „Bedeutung der Ebene“ (3 Punkte)
  • Die gewählte Analyseebene verändert die Intervention
  • Wird ausschließlich die Muskelaktivität betrachtet, kann der Sinn der Gesamtbetätigung verloren gehen
  • Wird nur das Endziel betrachtet, bleiben konkrete Fehlerquellen unklar
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Handlungsanalyse“ (2 Punkte)
  • Eine Analyse zerlegt nur so weit, wie es für die Fragestellung nötig ist
  • Sie beschreibt Reihenfolge, Material, Sicherheitsanforderungen, sensorische und kognitive Anforderungen, soziale Abstimmung sowie Möglichkeiten der Vereinfachung
Beschreiben Sie das fachgerechte Vorgehen bei „Anleitung auf passender Handlungsebene“ (2 Punkte)
  • Bei neuen oder gestörten Handlungen können Teilziele sichtbar gemacht, Schritte visualisiert oder Operationen einzeln geübt werden
  • Hilfen werden anschließend wieder zusammengeführt, damit eine flüssige Gesamtbetätigung entsteht
Beschreiben Sie das ergotherapeutische Vorgehen bei „Transfer zwischen Handlungsebenen“ (2 Punkte)
  • Das Beherrschen einzelner Bewegungen garantiert nicht die selbstständige Handlung
  • Umgekehrt kann eine Person trotz Funktionsstörung durch Strategie, Hilfsmittel und Umweltanpassung ein bedeutsames Ziel erreichen
Quellen

Sächsischer Lehrplan Ergotherapie 2024, S. 114, 22.07.2026

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 113–117, 22.07.2026

FÄCHER2(6).zip / GERG/Handout Handlungstheoretische Ansätze.pdf, 22.07.2026

FÄCHER2(6).zip / GERG/Aufbau GERG E56 und E57.pdf, 22.07.2026

FÄCHER2(6).zip / GERG/Handout Betätigungsgrundsätze E56-57.pdf, 22.07.2026

Clinical Reasoning
Fragen und Antworten
Erklären Sie den fachlichen Zusammenhang bei „Funktion des Clinical Reasoning“ (3 Punkte)
  • Clinical Reasoning bezeichnet das fachliche Denken, mit dem Informationen ausgewählt, gedeutet und in Entscheidungen übersetzt werden
  • Es verbindet Wissen, Erfahrung, Klientensicht, Kontext und Sicherheitsprüfung
  • Entscheidungen bleiben vorläufig und werden am Verlauf überprüft
Erläutern Sie den ergotherapeutischen Kern von „Prozedurales Reasoning“ (2 Punkte)
  • Prozedurales Reasoning richtet sich auf Erkrankung, Funktionen, Befundverfahren und mögliche Interventionen
  • Es beantwortet fachliche Fragen zur Durchführung, darf aber Betätigungsbedeutung und Lebenskontext nicht verdrängen
Erläutern Sie den ergotherapeutischen Kern von „Interaktives Reasoning“ (2 Punkte)
  • Interaktives Reasoning betrifft Beziehung, Kommunikation und gemeinsames Verstehen
  • Die Therapeutin passt Sprache, Tempo und Beteiligung an und prüft, ob Ziele und Erklärungen tatsächlich geteilt werden
Erläutern Sie den ergotherapeutischen Kern von „Narratives Reasoning“ (2 Punkte)
  • Narratives Reasoning erschließt die Lebensgeschichte und die Bedeutung von Betätigungen
  • Es fragt nach bisherigen Rollen, Verlusten, Zukunftsvorstellungen und der Geschichte, die eine Person über ihre Situation erzählt
Erläutern Sie den ergotherapeutischen Kern von „Konditionales und pragmatisches Reasoning“ (3 Punkte)
  • Konditionales Reasoning entwirft mögliche Entwicklungen und verbindet Person, Verlauf und Kontext
  • Pragmatisches Reasoning berücksichtigt reale Bedingungen wie Zeit, Ausstattung, Finanzierung und Zuständigkeiten
  • Beides wird transparent gegen fachliche Ziele abgewogen
Erläutern Sie den ergotherapeutischen Kern von „Ethisches Reasoning“ (2 Punkte)
  • Ethisches Reasoning prüft Selbstbestimmung, Fürsorge, Gerechtigkeit, Datenschutz, Macht und mögliche Schäden
  • Ein technisch mögliches Vorgehen ist nicht automatisch fachlich oder moralisch angemessen
Quellen

Sächsischer Lehrplan Ergotherapie 2024, S. 115, 22.07.2026

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 113–117, 22.07.2026

FÄCHER2(6).zip / GERG/Aufbau GERG E56 und E57.pdf, 22.07.2026

FÄCHER2(6).zip / GERG/Ausarbeitung Fachbereiche ET E56.pdf, 22.07.2026

FÄCHER2(6).zip / GERG/Handout Betätigungsgrundsätze E56-57.pdf, 22.07.2026

Rückmeldung, Reflexion und Lernen durch Handeln
Fragen und Antworten
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Gegenständliche Veränderung“ (2 Punkte)
  • Handeln verändert Gegenstände, Materialien oder Situationen
  • Ein sichtbares Produkt bietet unmittelbare Rückmeldung: Das Ergebnis kann geprüft, ein Fehler erkannt und eine Strategie angepasst werden
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Selbstveränderung“ (3 Punkte)
  • Handeln verändert zugleich die handelnde Person
  • Aktuelle Wirkungen wie Anspannung, Freude oder Ermüdung können vorübergehen
  • Habituelle Veränderungen wie neue Fertigkeiten, Gewohnheiten, Wissen und Einstellungen bleiben länger bestehen
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Bewusste Regulation“ (4 Punkte)
  • Bei schwierigen Situationen richtet sich Aufmerksamkeit auf kritische Momente
  • Abbruch, Neustrukturierung und Korrektur werden möglich
  • Bei automatisierten Gewohnheiten geschieht vieles unbewusst
  • Bei Störungen muss die Handlung häufig wieder stärker bewusst gesteuert werden
Erläutern Sie die Reflexion bei „Rückmeldung, Reflexion und Lernen durch Handeln“ (3 Punkte)
  • Erfahrung wird nicht automatisch zu Lernen
  • Reflexion verbindet Ziel, Vorgehen, Ergebnis und Rückmeldung
  • Die Person beschreibt, was sie versucht hat, wodurch etwas gelang und was beim nächsten Mal verändert werden soll
Erläutern Sie den ergotherapeutischen Kern von „Therapeutische Rückmeldung“ (3 Punkte)
  • Feedback bezieht sich auf beobachtbares Verhalten und konkrete Folgen
  • Es unterstützt Selbstbeobachtung, statt nur eine Bewertung von außen zu liefern
  • Transfer wird geplant, indem die Strategie in anderen Situationen und mit variierenden Anforderungen erprobt wird
Quellen

Sächsischer Lehrplan Ergotherapie 2024, S. 114, 22.07.2026

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 113–117, 22.07.2026

FÄCHER2(6).zip / GERG/Handout Handlungstheoretische Ansätze.pdf, 22.07.2026

FÄCHER2(6).zip / GERG/Handlungsth. Ansätze und Bezug zur ET.pdf, 22.07.2026

FÄCHER2(6).zip / GERG/Aufbau GERG E56 und E57.pdf, 22.07.2026

Top-down- und Bottom-up-Befund
Fragen und Antworten
Beschreiben Sie das ergotherapeutische Vorgehen bei „Top-down-Befund“ (3 Punkte)
  • Top-down beginnt mit Teilhabe, Rollen, Betätigungsanliegen und konkreten Alltagssituationen
  • Danach werden Person-, Aufgaben- und Umweltfaktoren untersucht, die die Ausführung erklären
  • So bleibt der Befund unmittelbar am Alltagsergebnis orientiert
Beschreiben Sie das ergotherapeutische Vorgehen bei „Bottom-up-Befund“ (2 Punkte)
  • Bottom-up beginnt bei Körperfunktionen oder einzelnen Fertigkeiten und leitet daraus mögliche Auswirkungen ab
  • Dieses Vorgehen ist bei spezifischen Funktionsfragen nützlich, birgt aber das Risiko, Alltagsrelevanz und persönliche Bedeutung zu spät zu berücksichtigen
Erläutern Sie den ergotherapeutischen Kern von „Verknüpfung beider Perspektiven“ (3 Punkte)
  • Ein starker Befund verbindet beide Richtungen
  • Das Betätigungsproblem bestimmt, welche Funktionen geprüft werden
  • Die Funktionsbefunde erklären anschließend, welcher Teil der Ausführung veränderbar oder kompensierbar ist
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Betätigungsanalyse als Verbindung“ (2 Punkte)
  • Die Betätigungsanalyse zerlegt eine reale Handlung in Anforderungen und beobachtet deren Zusammenspiel
  • Sie verbindet sichtbare Performanz mit motorischen, sensorischen, kognitiven, emotionalen und umweltbezogenen Bedingungen
Beurteilen Sie die fachlichen Kriterien bei „Risiko einer isolierten Funktionsdiagnostik“ (3 Punkte)
  • Ein auffälliger Testwert beweist noch nicht, dass genau dieser Faktor das Alltagsproblem verursacht
  • Interventionen werden erst nach Abgleich mit Betätigung, Kontext und Ziel gewählt
  • Sonst wird ein messbares Defizit behandelt, ohne die Teilhabe zu verändern
Quellen

Sächsischer Lehrplan Ergotherapie 2024, S. 115, 22.07.2026

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 113–117, 22.07.2026

FÄCHER2(6).zip / GERG/Aufbau GERG E56 und E57.pdf, 22.07.2026

FÄCHER2(6).zip / GERG/Ausarbeitung Fachbereiche ET E56.pdf, 22.07.2026

FÄCHER2(6).zip / GERG/Handout Betätigungsgrundsätze E56-57.pdf, 22.07.2026

Modelle, Konzepte, Methoden und Verfahren
Fragen und Antworten
Erläutern Sie den ergotherapeutischen Kern von „Modell“ (3 Punkte)
  • Ein Modell bildet ausgewählte Zusammenhänge vereinfacht ab
  • Ergotherapeutische Praxismodelle strukturieren den Blick auf Person, Umwelt, Betätigung und Veränderung
  • Sie helfen, Fragen zu ordnen und Entscheidungen zu begründen, ersetzen aber keine individuelle Befunderhebung
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Konzept und Bezugsrahmen“ (2 Punkte)
  • Ein Konzept bündelt Annahmen und Handlungsprinzipien zu einem Thema
  • Ein Bezugsrahmen kann stärker aus einer Bezugswissenschaft abgeleitet sein, etwa aus Lern-, Bewegungs- oder Wahrnehmungstheorien
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Methode“ (2 Punkte)
  • Eine Methode beschreibt ein planvolles Vorgehen, beispielsweise klientenzentriertes Interview, Betätigungsanalyse, Anleitung oder Gruppenarbeit
  • Sie beantwortet, wie ein Ziel bearbeitet wird
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Verfahren“ (2 Punkte)
  • Behandlungsverfahren fassen Vorgehensweisen für bestimmte Schädigungs- und Fähigkeitsbereiche zusammen
  • In der Ergotherapie werden unter anderem motorisch-funktionelle, sensomotorisch-perzeptive, neuropsychologische, psychosoziale, arbeitstherapeutische und adaptive Verfahren unterschieden
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Kritische Abgrenzung“ (4 Punkte)
  • Diagnose, Modell, Assessment, Methode und Verfahren sind nicht austauschbar
  • Ein Modell erklärt nicht automatisch die wirksamste Maßnahme
  • Ein Verfahren legt nicht ohne Befund fest, welche Betätigung für die Person wichtig ist
  • Fachliches Arbeiten verbindet diese Ebenen nachvollziehbar
Quellen

Sächsischer Lehrplan Ergotherapie 2024, S. 114, 22.07.2026

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 113–117, 22.07.2026

FÄCHER2(6).zip / GERG/Aufbau GERG E56 und E57.pdf, 22.07.2026

FÄCHER2(6).zip / GERG/Flyer Behandlungsverfahren.pdf, 22.07.2026

FÄCHER2(6).zip / GERG/Handout Betätigungsgrundsätze E56-57.pdf, 22.07.2026

Assessmentauswahl und Gütekriterien
Fragen und Antworten
Unterscheiden Sie „Screening, Assessment und Befund im Vergleich“ anhand fachlicher Kriterien (3 Punkte)
  • Ein Screening sucht rasch nach Hinweisen auf ein Problem
  • Ein Assessment erhebt einen Bereich strukturierter, häufig mit standardisierten Regeln
  • Der ergotherapeutische Befund integriert mehrere Datenquellen und führt zu einer begründeten Arbeitshypothese
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Standardisiertes und nichtstandardisiertes Verfahren“ (3 Punkte)
  • Standardisierte Verfahren besitzen festgelegte Durchführung und Auswertung und ermöglichen bessere Vergleichbarkeit
  • Nichtstandardisierte Interviews und Beobachtungen sind flexibler und alltagsnah
  • Beide Formen können sinnvoll kombiniert werden
Definieren Sie „Reliabilität eines Assessments“ fachlich präzise (3 Punkte)
  • Reliabilität beschreibt die Zuverlässigkeit einer Messung
  • Ergebnisse sollen bei stabilen Bedingungen möglichst ähnlich ausfallen
  • Unklare Instruktionen, wechselnde Hilfen oder ungeeignete Umgebung können die Zuverlässigkeit vermindern
Definieren Sie „Validität eines Assessments“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • Validität beschreibt, ob ein Verfahren tatsächlich das beabsichtigte Merkmal erfasst und ob die Interpretation für den Zweck geeignet ist
  • Ein zuverlässiger Test kann dennoch am Betätigungsanliegen vorbeimessen
Definieren Sie „Kriterien der Assessmentauswahl“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • Auswahlkriterien sind Fragestellung, Zielgruppe, Setting, Sprache, Belastung, Zeit, Gütekriterien, Lizenzbedingungen und Konsequenz für die Therapie
  • Ein Instrument wird nicht eingesetzt, nur weil es verfügbar oder bekannt ist
Definieren Sie „Interpretation von Assessmentwerten“ fachlich präzise (3 Punkte)
  • Ein Wert wird mit Beobachtung, Anamnese, Kontext und möglichen Messfehlern abgeglichen
  • Normwerte beschreiben Gruppen und ersetzen keine individuelle Bewertung
  • Veränderungen müssen außerdem klinisch und für die Person bedeutsam sein
Quellen

Sächsischer Lehrplan Ergotherapie 2024, S. 115, 22.07.2026

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 113–117, 22.07.2026

FÄCHER2(6).zip / GERG/Aufbau GERG E56 und E57.pdf, 22.07.2026

FÄCHER2(6).zip / GERG/Ausarbeitung Fachbereiche ET E56.pdf, 22.07.2026

FÄCHER2(6).zip / GERG/Handout Betätigungsgrundsätze E56-57.pdf, 22.07.2026

ICF und biopsychosoziales Modell
Fragen und Antworten
Erklären Sie den fachlichen Zusammenhang bei „Zweck der ICF“ (2 Punkte)
  • Die ICF ist eine Klassifikation von Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit
  • Sie beschreibt keine Krankheitssymptome allein, sondern ordnet Auswirkungen eines Gesundheitsproblems auf Körper, Aktivität, Teilhabe und Kontextbedingungen
Erläutern Sie den ergotherapeutischen Kern von „Biopsychosoziales Modell“ (3 Punkte)
  • Biologische, psychische und soziale Aspekte werden als wechselseitig verbunden verstanden
  • Eine Veränderung in einem Bereich kann andere Bereiche beeinflussen
  • Ein Mensch ist deshalb nicht entweder gesund oder krank, sondern kann in einzelnen Bereichen Einschränkungen und zugleich umfangreiche Ressourcen besitzen
Erklären Sie den fachlichen Zusammenhang bei „Funktionale Gesundheit“ (2 Punkte)
  • Funktionale Gesundheit umfasst Körperfunktionen und -strukturen, die Ausführung von Aktivitäten sowie Teilhabe an bedeutsamen Lebensbereichen
  • Die Bewertung ist immer in Beziehung zu Lebenssituation und Umwelt zu verstehen
Begründen Sie die fachliche Bedeutung von „Bedeutung für Ergotherapie“ (2 Punkte)
  • Die ICF unterstützt eine gemeinsame Sprache zwischen Berufsgruppen und lenkt Aufmerksamkeit auf Aktivität und Teilhabe
  • Sie passt damit zum ergotherapeutischen Auftrag, konkrete Alltagshandlungen und Umweltbedingungen zu betrachten
Definieren Sie „Grenze der ICF“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • Die ICF ist eine Klassifikation, kein ergotherapeutisches Modell und kein vollständiger Therapieplan
  • Persönliche Bedeutung, Betätigungsidentität und Beziehung müssen mit weiteren ergotherapeutischen Methoden erfasst werden
Quellen

Sächsischer Lehrplan Ergotherapie 2024, S. 114, 22.07.2026

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 113–117, 22.07.2026

FÄCHER2(6).zip / GERG/ICF Handout.pdf, 22.07.2026

FÄCHER2(6).zip / GERG/Arbeitsauftrag ICF E56_57 17.12.24.pdf, 22.07.2026

FÄCHER2(6).zip / GERG/Aufbau GERG E56 und E57.pdf, 22.07.2026

Sicherheit und Risikoprüfung
Fragen und Antworten
Beurteilen Sie die fachlichen Kriterien bei „Sicherheitsprüfung vor der Intervention“ (3 Punkte)
  • Vor Beginn werden medizinische Einschränkungen, Belastbarkeit, Hilfebedarf, Umgebung und Notfallmöglichkeiten geprüft
  • Die geplante Betätigung muss zum aktuellen Zustand passen
  • Unsicherheit führt zur Rücksprache statt zum riskanten Versuch
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Red Flags im therapeutischen Prozess“ (2 Punkte)
  • Neue starke Schmerzen, akute Atemnot, Bewusstseinsveränderung, plötzlich neurologische Ausfälle oder deutliche Kreislaufinstabilität verlangen Unterbrechung und angemessene medizinische Klärung
  • Ergotherapie überschreitet dabei nicht ihre diagnostischen Zuständigkeiten
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Belastungssteuerung“ (3 Punkte)
  • Belastung wird über Intensität, Dauer, Wiederholung, Pausen, Haltung und Komplexität dosiert
  • Beobachtet werden Leistung, Atmung, Kreislauf, Schmerz, Erschöpfung und subjektives Erleben
  • Eine Überforderung ist kein notwendiger Trainingsreiz
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Einwilligung und Beteiligung“ (3 Punkte)
  • Interventionen setzen verständliche Information und freiwillige Zustimmung voraus
  • Die Person darf Fragen stellen, Alternativen abwägen und eine Maßnahme ablehnen
  • Bei eingeschränkter Einwilligungsfähigkeit werden rechtliche Vertretung und größtmögliche Beteiligung beachtet
Beurteilen Sie die fachlichen Kriterien bei „Abbruch- und Anpassungskriterien“ (3 Punkte)
  • Vorab definierte Kriterien helfen, Belastung zu reduzieren, eine Aufgabe zu verändern oder abzubrechen
  • Dokumentiert werden Beobachtung, Entscheidung, Reaktion und gegebenenfalls Rücksprache
  • So wird Sicherheit Teil des geplanten Prozesses
Quellen

Sächsischer Lehrplan Ergotherapie 2024, S. 115, 22.07.2026

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 113–117, 22.07.2026

FÄCHER2(6).zip / GERG/Aufbau GERG E56 und E57.pdf, 22.07.2026

FÄCHER2(6).zip / GERG/Ausarbeitung Fachbereiche ET E56.pdf, 22.07.2026

FÄCHER2(6).zip / GERG/Handout Betätigungsgrundsätze E56-57.pdf, 22.07.2026

Komponenten und Domänen der ICF
Fragen und Antworten
Erklären Sie den fachlichen Zusammenhang bei „Gesundheitszustand und Funktionsfähigkeit“ (3 Punkte)
  • Die ICF ordnet Informationen zu Körperfunktionen, Körperstrukturen, Aktivitäten und Partizipation
  • Hinzu kommen Umweltfaktoren und personenbezogene Faktoren als Kontext
  • Die Komponenten stehen in Wechselwirkung
Erklären Sie den fachlichen Zusammenhang bei „Körperfunktionen und Körperstrukturen“ (2 Punkte)
  • Körperfunktionen sind physiologische und psychologische Funktionen, etwa Schmerz, Muskelkraft, Aufmerksamkeit oder emotionale Funktionen
  • Körperstrukturen sind anatomische Teile wie Organe, Gliedmaßen und ihre Bestandteile
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Aktivität und Partizipation“ (4 Punkte)
  • Aktivität beschreibt die Durchführung einer Aufgabe
  • Partizipation bezeichnet Einbezogensein in eine Lebenssituation
  • Die ICF führt beide Bereiche in einer gemeinsamen Kapitelstruktur
  • Ergotherapeutisch ist wichtig, zwischen beobachteter Ausführung und gesellschaftlicher Teilhabe zu unterscheiden
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Umweltfaktoren“ (1 Punkt)
  • Produkte, Technologien, bauliche Umgebung, Unterstützung, Einstellungen, Dienste und Systeme können als Förderfaktor oder Barriere wirken
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Personenbezogene Faktoren“ (2 Punkte)
  • Alter, Erfahrungen, Bewältigungsstil, Bildung, Motivation und Lebensgeschichte können relevant sein
  • Sie werden in der ICF beschrieben, aber nicht mit einer international einheitlichen Codeliste klassifiziert
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Domänen“ (2 Punkte)
  • Jede Komponente ist in Kapitel und Unterkategorien gegliedert
  • Codes machen sichtbar, auf welcher Ebene eine Beobachtung eingeordnet wird
Quellen

Sächsischer Lehrplan Ergotherapie 2024, S. 114, 22.07.2026

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 113–117, 22.07.2026

FÄCHER2(6).zip / GERG/ICF Handout.pdf, 22.07.2026

FÄCHER2(6).zip / GERG/Arbeitsauftrag ICF E56_57 17.12.24.pdf, 22.07.2026

FÄCHER2(6).zip / GERG/Aufbau GERG E56 und E57.pdf, 22.07.2026

Transfer und Abschlussplanung
Fragen und Antworten
Beschreiben Sie das ergotherapeutische Vorgehen bei „Transfer als Therapieziel“ (2 Punkte)
  • Transfer bedeutet, dass eine erarbeitete Strategie außerhalb der Therapiesituation in relevanten Alltagssituationen genutzt wird
  • Er entsteht nicht automatisch durch Übung und muss mit realistischen Kontexten, Materialien und Anforderungen vorbereitet werden
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Generalisierung und Kontextnähe“ (3 Punkte)
  • Generalisierung wird wahrscheinlicher, wenn Strategien in unterschiedlichen, aber verwandten Situationen erprobt werden
  • Zu starke Variation kann überfordern
  • Zu enge Übung bindet die Leistung an einen einzigen Raum oder Ablauf
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Selbstmanagement nach Therapieende“ (2 Punkte)
  • Die Person benötigt verständliche Kriterien, um Belastung, Hilfsmittel oder Strategien selbst anzupassen
  • Schriftliche oder digitale Hilfen werden so gestaltet, dass sie im Alltag tatsächlich auffindbar und nutzbar sind
Beschreiben Sie das fachgerechte Vorgehen bei „Rückfall- und Krisenplanung“ (2 Punkte)
  • Bei schwankenden oder chronischen Verläufen werden frühe Warnzeichen, hilfreiche Maßnahmen und Kontaktwege festgelegt
  • Die Planung unterscheidet normale Schwankung von Situationen, die fachliche oder medizinische Unterstützung erfordern
Beschreiben Sie das fachgerechte Vorgehen bei „Abschlussgespräch und Übergabe“ (3 Punkte)
  • Der Abschluss fasst Zielerreichung, wirksame Bedingungen, verbleibende Einschränkungen und nächste Schritte zusammen
  • Bei Übergaben werden nur relevante Informationen mit Einwilligung weitergegeben
  • Zuständigkeiten und offene Risiken bleiben klar erkennbar
Quellen

Sächsischer Lehrplan Ergotherapie 2024, S. 115, 22.07.2026

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 113–117, 22.07.2026

FÄCHER2(6).zip / GERG/Aufbau GERG E56 und E57.pdf, 22.07.2026

FÄCHER2(6).zip / GERG/Ausarbeitung Fachbereiche ET E56.pdf, 22.07.2026

FÄCHER2(6).zip / GERG/Handout Betätigungsgrundsätze E56-57.pdf, 22.07.2026

ICF-Codes und Beurteilungsmerkmale
Fragen und Antworten
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Aufbau eines Codes“ (2 Punkte)
  • Der Buchstabe kennzeichnet die Komponente: b für Körperfunktionen, s für Körperstrukturen, d für Aktivitäten und Partizipation, e für Umweltfaktoren
  • Danach folgen Ziffern für Kapitel und genauere Kategorien
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Beurteilungsmerkmale“ (3 Punkte)
  • Ein Code wird durch mindestens ein Beurteilungsmerkmal ergänzt
  • Bei Körperfunktionen und Aktivitäten beschreibt es das Ausmaß eines Problems von nicht vorhanden bis vollständig ausgeprägt
  • Zusätzliche Kennzeichnungen stehen für nicht spezifiziert oder nicht anwendbar
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Leistung und Leistungsfähigkeit“ (2 Punkte)
  • Bei d-Kategorien kann unterschieden werden, was eine Person in ihrer tatsächlichen Umwelt leistet und was sie unter standardisierten Bedingungen ohne bestimmte Hilfen leisten könnte
  • Die Differenz kann auf Umweltbarrieren oder wirksame Unterstützung hinweisen
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Codierung von Umweltfaktoren“ (3 Punkte)
  • Umweltfaktoren werden als Barriere oder Förderfaktor bewertet
  • Derselbe Faktor kann je nach Situation unterschiedlich wirken
  • Eine helfende Person kann Teilhabe ermöglichen, aber auch unnötige Abhängigkeit fördern
Beschreiben Sie das fachgerechte Vorgehen bei „Dokumentation von ICF-Codes“ (3 Punkte)
  • Codierung braucht konkrete Beobachtungsgrundlagen
  • Ein Zahlenwert ohne Situation, Aufgabe und Begründung ist wenig aussagekräftig
  • In Lern- und Therapiedokumentationen wird daher erläutert, worauf die Einschätzung beruht
Quellen

Sächsischer Lehrplan Ergotherapie 2024, S. 114, 22.07.2026

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 113–117, 22.07.2026

FÄCHER2(6).zip / GERG/Handout ICF AG, Vor-, Nachteile.pdf, 22.07.2026

FÄCHER2(6).zip / GERG/Arbeitsauftrag ICF E56_57 17.12.24.pdf, 22.07.2026

FÄCHER2(6).zip / GERG/Aufbau GERG E56 und E57.pdf, 22.07.2026

Umweltfaktoren, Kontext und Teilhabe
Fragen und Antworten
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Kontext entscheidet mit“ (2 Punkte)
  • Funktionsfähigkeit entsteht nicht allein im Körper
  • Treppen, Verkehr, Hilfsmittel, finanzielle Ressourcen, Familienunterstützung, Einstellungen und verfügbare Dienste bestimmen, ob eine Person ihren Alltag gestalten kann
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Förderfaktoren und Barrieren“ (2 Punkte)
  • Eine Rampe, verständliche Information, flexible Arbeitszeit oder ein unterstützendes Netzwerk können Teilhabe ermöglichen
  • Fehlende Zugänglichkeit, ablehnende Einstellungen, lange Wege oder unpassende Regeln können dieselbe Person erheblich behindern
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Teilhabeorientierung“ (3 Punkte)
  • Erfolgreiche Rehabilitation zeigt sich nicht nur darin, dass eine Funktion messbar besser wird
  • Entscheidend ist, ob die Person wieder an wichtigen Lebensbereichen teilnehmen kann
  • Manchmal führt eine Umweltanpassung schneller zu Teilhabe als weiteres Funktionstraining
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Ergotherapeutische Analyse“ (3 Punkte)
  • Therapie prüft, welche Kontextfaktoren veränderbar sind und welche kompensiert werden müssen
  • Dazu gehören Wohnraum, Schule, Arbeitsplatz, soziale Unterstützung und Versorgungswege
  • Die Person bewertet, welche Veränderungen in ihrem Alltag akzeptabel sind
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Vorsicht vor Individualisierung“ (2 Punkte)
  • Wenn ein Problem ausschließlich als persönliches Defizit beschrieben wird, bleiben gesellschaftliche Barrieren unsichtbar
  • ICF-orientiertes Arbeiten verbindet individuelle Förderung mit der Anpassung von Umwelt und Systemen
Quellen

Sächsischer Lehrplan Ergotherapie 2024, S. 114, 22.07.2026

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 113–117, 22.07.2026

FÄCHER2(6).zip / GERG/Zusatz_ ICF Fachartikel.pdf, 22.07.2026

FÄCHER2(6).zip / GERG/Handout ICF AG, Vor-, Nachteile.pdf, 22.07.2026

FÄCHER2(6).zip / GERG/Aufbau GERG E56 und E57.pdf, 22.07.2026

ICF in der Ergotherapie: Nutzen und Grenzen
Fragen und Antworten
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Nutzen“ (2 Punkte)
  • Die ICF schafft eine berufsübergreifende Sprache, unterstützt systematische Dokumentation und kann Zusammenhänge zwischen Körper, Aktivität, Teilhabe und Umwelt sichtbar machen
  • Sie hilft, Ziele zu begründen und Ergebnisse über Zeit zu beschreiben
Leiten Sie aus „ICF in der Ergotherapie“ Konsequenzen für die ergotherapeutische Praxis ab (2 Punkte)
  • Ein Betätigungsproblem wird in konkrete ICF-Bereiche übersetzt, ohne seine persönliche Bedeutung zu verlieren
  • Beispielsweise kann das Anziehen mit Beweglichkeit, Schmerz, Handgebrauch, Hilfsmitteln, Unterstützung und Rollenanforderungen verbunden sein
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Stärken“ (3 Punkte)
  • Die ICF lenkt weg von einer reinen Diagnosen- und Defizitperspektive
  • Förderfaktoren, Umweltbarrieren und Teilhabe werden ausdrücklich berücksichtigt
  • Sie erleichtert Abstimmung mit Medizin, Pflege, Pädagogik und Rehabilitation
Beurteilen Sie die fachlichen Kriterien bei „Grenzen der ICF“ (4 Punkte)
  • Personenbezogene Faktoren besitzen keine einheitliche Codierung
  • Subjektive Bedeutung, Autonomie, Betätigungsidentität und Beziehung werden nur begrenzt erfasst
  • Aktivität und Partizipation sind in der Systematik nicht immer eindeutig getrennt
  • Codierungen können zudem scheingenau wirken, wenn die Beobachtungsgrundlage unklar ist
Beurteilen Sie die fachlichen Kriterien bei „Konsequenz aus den ICF-Grenzen“ (2 Punkte)
  • ICF-Codes ergänzen Befund, Gespräch und Betätigungsanalyse
  • Sie ersetzen weder klientenzentrierte Zielklärung noch ergotherapeutisches Clinical Reasoning
Quellen

Sächsischer Lehrplan Ergotherapie 2024, S. 114, 22.07.2026

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 113–117, 22.07.2026

FÄCHER2(6).zip / GERG/Handout ICF AG, Vor-, Nachteile.pdf, 22.07.2026

FÄCHER2(6).zip / GERG/Zusatz_ ICF Fachartikel.pdf, 22.07.2026

FÄCHER2(6).zip / GERG/Aufbau GERG E56 und E57.pdf, 22.07.2026

ICD-10 und das Zusammenspiel mit der ICF
Fragen und Antworten
Definieren Sie „ICD“ fachlich präzise (3 Punkte)
  • Die ICD klassifiziert Krankheiten und Gesundheitsprobleme
  • Ein Code bezeichnet eine diagnostische Kategorie
  • Er unterstützt medizinische Kommunikation, Statistik und Abrechnung, beschreibt aber nicht vollständig, wie eine Person ihren Alltag bewältigt
Definieren Sie „ICF“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • Die ICF klassifiziert Funktionsfähigkeit und Behinderung im Zusammenhang mit einem Gesundheitszustand
  • Zwei Menschen mit derselben Diagnose können sehr unterschiedliche Fähigkeiten, Ziele, Umweltbedingungen und Teilhabemöglichkeiten besitzen
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Zusammenspiel“ (3 Punkte)
  • Die ICD beantwortet vor allem: Welches Gesundheitsproblem liegt vor?
  • Die ICF ergänzt: Welche Auswirkungen zeigen sich auf Funktionen, Aktivitäten, Teilhabe und Kontext?
  • Ergotherapeutische Befunderhebung ergänzt wiederum die persönliche Bedeutung und konkrete Betätigungsperformance
Definieren Sie „Zusammenspiel von ICD und ICF im Beispiel“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • Nach einem Schlaganfall kann die Diagnose gleich sein, während eine Person vor allem beim Ankleiden, eine andere bei der Arbeit und eine dritte bei Kommunikation oder Freizeit eingeschränkt ist
  • Der Therapieauftrag entsteht nicht aus dem Diagnosecode allein
Ordnen Sie die aktuelle fachliche Fassung von „Aktualität von ICD und ICF“ ein (3 Punkte)
  • Klassifikationen und nationale Anwendungen werden fortentwickelt
  • Für Versorgung, Prüfung und Dokumentation ist die jeweils geltende Fassung maßgeblich
  • Die Unterrichtsunterlage behandelt die ICD-10-Systematik
Quellen

Sächsischer Lehrplan Ergotherapie 2024, S. 114, 22.07.2026

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 113–117, 22.07.2026

FÄCHER2(6).zip / GERG/Handout ICD-10.pdf, 22.07.2026

FÄCHER2(6).zip / GERG/ICF Handout.pdf, 22.07.2026

FÄCHER2(6).zip / GERG/Aufbau GERG E56 und E57.pdf, 22.07.2026

Ergotherapie als Heilmittel
Fragen und Antworten
Ordnen Sie „Heilmittel“ fachlich ein (2 Punkte)
  • Ergotherapie kann als ärztlich verordnetes Heilmittel erbracht werden
  • Die Heilmittel-Richtlinie und der zugehörige Katalog ordnen Voraussetzungen, Diagnosegruppen, Leitsymptomatik, Heilmittel und Verordnungsrahmen
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Von der Diagnose zum Auftrag“ (3 Punkte)
  • Eine Diagnose allein legt die Behandlung nicht fest
  • Relevant sind die ergotherapeutisch bedeutsame Leitsymptomatik und daraus entstehende Fähigkeits- oder Betätigungsprobleme
  • Die Therapeutin erhebt einen eigenen Befund und stimmt Ziele mit der Person ab
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Verordnete Verfahren“ (3 Punkte)
  • Je nach Problemstellung können motorisch-funktionelle, sensomotorisch-perzeptive, neuropsychologisch orientierte oder psychisch-funktionelle Behandlungen sowie ergänzende Maßnahmen eingesetzt werden
  • Die Bezeichnung des Heilmittels ist ein rechtlicher und abrechnungsbezogener Rahmen
  • Die konkrete Intervention wird individuell geplant
Begründen Sie die fachliche Bedeutung von „Verantwortung“ (3 Punkte)
  • Verordnung, Befund, Ziel, Durchführung und Dokumentation müssen zueinander passen
  • Abweichungen und Rückfragen werden fachlich geklärt
  • Datenschutz, Einwilligung und sichere Durchführung bleiben unabhängig vom Abrechnungsweg bestehen
Ordnen Sie die aktuelle fachliche Fassung von „Aktualitätsprüfung der Heilmittelregelungen“ ein (2 Punkte)
  • Formulare, Bezeichnungen und Verordnungsregeln können sich ändern
  • In der Praxis ist deshalb stets die aktuelle Fassung der maßgeblichen Richtlinien zu prüfen
Quellen

Sächsischer Lehrplan Ergotherapie 2024, S. 114, 22.07.2026

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 113–117, 22.07.2026

FÄCHER2(6).zip / GERG/Handout ET als Heilmittel.pdf, 22.07.2026

FÄCHER2(6).zip / GERG/Aufbau GERG E56 und E57.pdf, 22.07.2026

FÄCHER2(6).zip / GERG/Handout Betätigungsgrundsätze E56-57.pdf, 22.07.2026

Ambulante, stationäre und rehabilitative Versorgung
Fragen und Antworten
Beschreiben Sie das fachgerechte Vorgehen bei „Ambulante Versorgung“ (3 Punkte)
  • In ambulanten Praxen wird Ergotherapie häufig auf ärztliche Verordnung durchgeführt
  • Therapie findet in der Praxis, als Hausbesuch oder in geeigneten Alltagssituationen statt
  • Der Transfer in Wohnung, Schule oder Arbeitsplatz muss gezielt geplant werden
Beschreiben Sie das fachgerechte Vorgehen bei „Stationäre Versorgung“ (3 Punkte)
  • In Krankenhäusern und Kliniken ist Ergotherapie Teil komplexer Behandlungsabläufe
  • Es gibt keinen einzigen Bezugsrahmen für alle stationären Settings
  • Auftrag, Dokumentation und Leistungsbeschreibung hängen von Fachgebiet, Einrichtung und Kostenträger ab
Ordnen Sie „Rehabilitation“ fachlich ein (2 Punkte)
  • In der medizinischen Rehabilitation werden therapeutische Leistungen strukturiert dokumentiert und bewertet
  • Klassifikationssysteme wie die KTL dienen der Beschreibung erbrachter Leistungen, sind aber kein Ersatz für individuellen Befund und Zielplanung
Unterscheiden Sie „Unterschiede der Versorgungssettings“ anhand fachlicher Kriterien (3 Punkte)
  • Akutversorgung priorisiert häufig Sicherheit, frühe Mobilisierung und Entlassungsplanung
  • Rehabilitation arbeitet längerfristig an Selbstständigkeit und Teilhabe
  • Langzeit- und Pflegeeinrichtungen verbinden Erhalt, Anpassung, Tagesstruktur und Lebensqualität
Beschreiben Sie das fachgerechte Vorgehen bei „Versorgungskontinuität“ (2 Punkte)
  • Übergänge zwischen Klinik, Praxis, Häuslichkeit und beruflicher Rehabilitation sind risikoreich
  • Gute Versorgung übermittelt relevante Informationen, klärt Verantwortlichkeiten und bindet die Person in Entscheidungen ein
Quellen

Sächsischer Lehrplan Ergotherapie 2024, S. 114, 22.07.2026

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 113–117, 22.07.2026

FÄCHER2(6).zip / GERG/Stationäre Versorgung.pdf, 22.07.2026

FÄCHER2(6).zip / GERG/Handout ET als Heilmittel.pdf, 22.07.2026

FÄCHER2(6).zip / GERG/Aufbau GERG E56 und E57.pdf, 22.07.2026

Ergotherapeutische Behandlungsverfahren
Fragen und Antworten
Erklären Sie den fachlichen Zusammenhang bei „Motorisch-funktionelle Verfahren“ (2 Punkte)
  • Sie behandeln krankheitsbedingte Störungen motorischer Funktionen mit oder ohne Beteiligung peripherer Nerven
  • Beweglichkeit, Kraft, Koordination, Schmerz und Gebrauchsfähigkeit werden auf konkrete Handlungen bezogen
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Sensomotorisch-perzeptive und neurophysiologische Verfahren“ (2 Punkte)
  • Diese Verfahren bearbeiten das Zusammenspiel von Wahrnehmung und Bewegung
  • Bei zentralnervösen oder entwicklungsbezogenen Störungen werden angepasste Bewegungs- und Handlungsmuster angebahnt
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Neuropsychologische Verfahren“ (2 Punkte)
  • Sie richten sich auf Folgen von Hirnschädigungen, etwa Aufmerksamkeit, Gedächtnis, Planung, Wahrnehmung, Sprache, Verhalten und emotionales Erleben
  • Training wird mit Strategien, Umweltanpassung und Alltagsaufgaben verbunden
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Psychosoziale Verfahren“ (2 Punkte)
  • Ziele sind unter anderem psychische Stabilität, Selbstwahrnehmung, soziale Kompetenzen, Tagesstruktur und selbstständige Lebensführung
  • Kompetenz-, interaktions- und ausdrucksorientierte Methoden können eingesetzt werden
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Arbeitstherapeutische und adaptive Verfahren“ (2 Punkte)
  • Arbeitstherapie nutzt realitätsnahe Arbeitsaufgaben zur Förderung von Arbeitsfähigkeit und Teilhabe
  • Adaptive Verfahren verändern Umwelt, Hilfsmittel oder Strategie, damit eine Handlung trotz Einschränkung möglich wird
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Auswahl des Behandlungsverfahrens“ (2 Punkte)
  • Verfahren werden nicht allein nach Diagnose gewählt
  • Betätigungsziel, Befund, Kontext, Evidenz, Sicherheit und Präferenz bestimmen die konkrete Planung
Quellen

Sächsischer Lehrplan Ergotherapie 2024, S. 114, 22.07.2026

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 113–117, 22.07.2026

FÄCHER2(6).zip / GERG/Flyer Behandlungsverfahren.pdf, 22.07.2026

FÄCHER2(6).zip / GERG/Aufbau GERG E56 und E57.pdf, 22.07.2026

FÄCHER2(6).zip / GERG/Handout Betätigungsgrundsätze E56-57.pdf, 22.07.2026

Fachbereiche: Pädiatrie und Geriatrie
Fragen und Antworten
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Pädiatrie“ (4 Punkte)
  • Pädiatrische Ergotherapie arbeitet mit Säuglingen, Kindern und Jugendlichen, deren Betätigung in Familie, Kita, Schule oder Freizeit beeinträchtigt ist
  • Mögliche Ursachen sind Entwicklungs-, Koordinations-, Wahrnehmungs-, neurologische, körperliche oder psychische Störungen
  • Befund und Zielplanung berücksichtigen Spiel, Selbstversorgung, Lernen, soziale Beteiligung und Umwelt
  • Eltern, Erziehungs- und Lehrpersonen werden beraten und angeleitet
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Geriatrie“ (3 Punkte)
  • Geriatrische Ergotherapie berücksichtigt häufig mehrere Erkrankungen zusammen mit Verlusten, Wohnsituation und Unterstützungsnetz
  • Ziele sind sichere Alltagsbewältigung, Selbstständigkeit, Erhalt von Fähigkeiten und Teilhabe
  • Hilfsmittel, Umweltanpassung und Angehörigenberatung ergänzen funktionelles Training
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Gemeinsame Grundsätze in Pädiatrie und Geriatrie“ (3 Punkte)
  • Alter allein bestimmt weder Ziel noch Methode
  • In beiden Fachbereichen werden Entwicklung, Biografie, Rollen und Umfeld einbezogen
  • Therapie unterstützt vorhandene Handlungsmöglichkeiten und vermeidet Über- wie Unterforderung
Quellen

Sächsischer Lehrplan Ergotherapie 2024, S. 114, 22.07.2026

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 113–117, 22.07.2026

FÄCHER2(6).zip / GERG/PDF_Gruppe_01_Paediatrie.pdf, 22.07.2026

FÄCHER2(6).zip / GERG/PDF_Gruppe_02_Geriatrie.pdf, 22.07.2026

FÄCHER2(6).zip / GERG/Ausarbeitung Fachbereiche ET E56.pdf, 22.07.2026

Fachbereiche: Orthopädie und Neurologie
Fragen und Antworten
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Orthopädie, Traumatologie und Rheumatologie“ (3 Punkte)
  • Behandelt werden angeborene, unfallbedingte oder chronische Funktionsstörungen des Stütz- und Bewegungsapparates
  • Typische Themen sind Verletzungen, Gelenkerkrankungen, Amputationen, Verbrennungen, Wirbelsäulenprobleme und Handrehabilitation
  • Therapie verbindet Beweglichkeit, Kraft, Koordination, Schmerzbewältigung und Belastbarkeit mit bedeutungsvollen Handlungen
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Neurologie“ (4 Punkte)
  • Neurologische Ergotherapie arbeitet bei Erkrankungen und Verletzungen von Gehirn, Rückenmark und peripherem Nervensystem
  • Einschränkungen können Motorik, Wahrnehmung, Aufmerksamkeit, Gedächtnis, Sprache, Planung und Verhalten betreffen
  • Mögliche Inhalte sind Alltags- und Arm-Hand-Training, Kompensationsstrategien, Hilfsmittel, Wohnraum- und Arbeitsplatzanpassung sowie Beratung
  • Funktionen werden nicht isoliert trainiert, sondern auf Selbstversorgung, Arbeit und Freizeit bezogen
Erklären Sie den fachlichen Zusammenhang bei „Gemeinsame Logik in Orthopädie und Neurologie“ (3 Punkte)
  • Wiederherstellung, Erhalt und Kompensation sind keine Gegensätze
  • Je nach Prognose und Ziel werden sie kombiniert
  • Entscheidend ist, welche Strategie die Handlung sicher, wirksam und im Alltag tragfähig macht
Quellen

Sächsischer Lehrplan Ergotherapie 2024, S. 114, 22.07.2026

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 113–117, 22.07.2026

FÄCHER2(6).zip / GERG/PDF_Gruppe_03_Orthopaedie.pdf, 22.07.2026

FÄCHER2(6).zip / GERG/PDF_Gruppe_09_Neurologie.pdf, 22.07.2026

FÄCHER2(6).zip / GERG/Ausarbeitung Fachbereiche ET E56.pdf, 22.07.2026

Fachbereiche: Psychiatrie und Arbeitstherapie
Fragen und Antworten
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Psychiatrie und Psychosomatik“ (5 Punkte)
  • Ergotherapie arbeitet mit Menschen unterschiedlicher Altersgruppen bei psychischen und psychosozialen Störungen
  • Ziele können Antrieb, Belastbarkeit, emotionale Regulation, Selbstbild, Aufmerksamkeit, soziale Kompetenzen, Selbstversorgung und Tagesstruktur betreffen
  • Kompetenzzentrierte Methoden nutzen sach- und alltagsbezogene Aufgaben
  • Interaktionelle Angebote bearbeiten Kommunikation und Gruppenverhalten
  • Ausdrucksorientierte Methoden eröffnen Zugang zu Erleben und Gestaltung
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Arbeitstherapie“ (3 Punkte)
  • Arbeitstherapie richtet sich auf Arbeits- und Handlungsfähigkeit
  • Realitätsnahe Aufgaben machen Planung, Ausdauer, Genauigkeit, Kommunikation und Umgang mit Belastung beobachtbar
  • Ziel kann Rückkehr in Arbeit, Vorbereitung auf berufliche Rehabilitation oder eine alternative Form sinnvoller Produktivität sein
Begründen Sie die fachliche Bedeutung von „Teilhabe statt bloßer Leistung“ (3 Punkte)
  • Produktmenge allein ist kein Therapieerfolg
  • Bedeutend sind Selbstständigkeit, Gesundheit, Rollenentwicklung, soziale Einbindung und realistische Perspektiven
  • Arbeitsplatzbedingungen können angepasst, Hilfsmittel erprobt und betriebliche Kommunikation begleitet werden
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Überschneidung von Psychiatrie und Arbeitstherapie“ (2 Punkte)
  • Psychiatrische Ergotherapie und Arbeitstherapie überschneiden sich häufig
  • Der Schwerpunkt wird durch Betätigungsanliegen, Setting und Teilhabeziel bestimmt
Quellen

Sächsischer Lehrplan Ergotherapie 2024, S. 114, 22.07.2026

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 113–117, 22.07.2026

FÄCHER2(6).zip / GERG/PDF_Gruppe_04_Psychiatrie.pdf, 22.07.2026

FÄCHER2(6).zip / GERG/PDF_Gruppe_11_Arbeitstherapie.pdf, 22.07.2026

FÄCHER2(6).zip / GERG/Ausarbeitung Fachbereiche ET E56.pdf, 22.07.2026

Praxismodelle und Modellwahl
Fragen und Antworten
Erklären Sie den fachlichen Zusammenhang bei „Funktion eines Praxismodells“ (3 Punkte)
  • Ein Praxismodell ordnet komplexe Informationen und lenkt die Aufmerksamkeit auf bestimmte Zusammenhänge
  • Es unterstützt Befund, Zielbildung und Intervention, ersetzt aber weder die individuelle Anamnese noch fachliche Prüfung
  • Seine Aussagen müssen am konkreten Fall nachvollziehbar werden
Unterscheiden Sie „Modell und Bezugsrahmen im Vergleich“ anhand fachlicher Kriterien (3 Punkte)
  • Ein Praxismodell beschreibt ergotherapeutisch relevante Zusammenhänge auf einer übergeordneten Ebene
  • Ein Bezugsrahmen konkretisiert Annahmen zu Funktionen, Veränderungsmechanismen und Interventionen
  • Beide Begriffe werden in der Literatur nicht immer einheitlich verwendet und müssen quellenbezogen geklärt werden
Erläutern Sie den ergotherapeutischen Kern von „Nutzen eines Modells im Befund“ (2 Punkte)
  • Das Modell liefert Leitfragen: Welche Betätigungen sind bedeutsam, welche persönlichen und umweltbezogenen Bedingungen wirken, und wodurch wird Veränderung möglich?
  • Dadurch werden Daten nicht bloß gesammelt, sondern zu einer begründeten ergotherapeutischen Hypothese verbunden
Beurteilen Sie die fachlichen Kriterien bei „Grenzen eines Praxismodells“ (3 Punkte)
  • Kein Modell bildet die gesamte Lebenswirklichkeit ab
  • Es kann kulturelle, institutionelle oder biografische Besonderheiten untergewichten und darf nicht mechanisch auf Menschen übertragen werden
  • Widersprüche zwischen Modell, Befund und Klientensicht werden ausdrücklich reflektiert
Erläutern Sie den ergotherapeutischen Kern von „Kriterien der Modellwahl“ (3 Punkte)
  • Die Modellwahl richtet sich nach Betätigungsanliegen, Setting, Zielgruppe, verfügbarer Evidenz und Verständlichkeit für die Beteiligten
  • Ein geeignetes Modell erleichtert konkrete Entscheidungen
  • Ein ungeeignetes Modell erzeugt zusätzliche Begriffe, ohne den Prozess zu verbessern
Quellen

Sächsischer Lehrplan Ergotherapie 2024, S. 114, 22.07.2026

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 113–117, 22.07.2026

FÄCHER2(6).zip / GERG/Handout Handlungstheoretische Ansätze.pdf, 22.07.2026

FÄCHER2(6).zip / GERG/Handlungsth. Ansätze und Bezug zur ET.pdf, 22.07.2026

FÄCHER2(6).zip / GERG/Aufbau GERG E56 und E57.pdf, 22.07.2026

MOHO: Grundstruktur
Fragen und Antworten
Erklären Sie den fachlichen Zusammenhang bei „Kernfrage des MOHO“ (2 Punkte)
  • Das Model of Human Occupation erklärt, wodurch menschliche Betätigung motiviert, zu Mustern geordnet und tatsächlich ausgeführt wird
  • Volition, Habituation und Leistungsfähigkeit stehen in dynamischer Wechselwirkung mit der physischen und sozialen Umwelt
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Volition im MOHO“ (3 Punkte)
  • Volition bezeichnet die Motivation zur Betätigung
  • Sie umfasst persönliche Wirksamkeitserwartungen, Werte und Interessen
  • Befundfragen richten sich deshalb auf Zutrauen, Bedeutsamkeit, Vorlieben und die erwarteten Folgen einer Handlung
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Habituation im MOHO“ (4 Punkte)
  • Habituation beschreibt Gewohnheiten und verinnerlichte Rollen
  • Gewohnheiten strukturieren wiederkehrendes Handeln
  • Rollen verbinden Erwartungen, Identität und soziale Position
  • Erkrankung kann beide Bereiche unterbrechen, auch wenn einzelne Funktionen erhalten bleiben
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Leistungsfähigkeit im MOHO“ (2 Punkte)
  • Leistungsfähigkeit umfasst körperliche und geistige Voraussetzungen des Handelns sowie deren subjektives Erleben
  • Befund und Therapie berücksichtigen daher beobachtbare Fähigkeiten und die Art, wie die Person Anstrengung, Sicherheit und Kontrolle erlebt
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Umwelt im MOHO“ (3 Punkte)
  • Die Umwelt bietet Möglichkeiten, Anforderungen, Ressourcen und Grenzen
  • Räume, Gegenstände, Beziehungen, Normen und institutionelle Regeln können Betätigung fördern oder behindern
  • Eine Intervention kann deshalb an der Person, der Aufgabe oder der Umwelt ansetzen
Erklären Sie den fachlichen Zusammenhang bei „Dynamik der MOHO-Komponenten“ (3 Punkte)
  • Die Komponenten wirken nicht wie getrennte Kästchen
  • Eine neue Umwelt kann Motivation verändern, eine veränderte Rolle kann Gewohnheiten neu ordnen, und verbesserte Leistungsfähigkeit kann neue Interessen ermöglichen
  • Therapeutische Hypothesen beschreiben diese Wechselwirkungen
Quellen

Sächsischer Lehrplan Ergotherapie 2024, S. 114, 22.07.2026

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 113–117, 22.07.2026

MOHO-IRM, University of Illinois Chicago: About MOHO (Abruf 21.07.2026), 22.07.2026

FÄCHER2(6).zip / GERG/Aufbau GERG E56 und E57.pdf, 22.07.2026

FÄCHER2(6).zip / GERG/Handout Betätigungsgrundsätze E56-57.pdf, 22.07.2026

MOHO: Befund und Falltransfer
Fragen und Antworten
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Betätigungsidentität“ (2 Punkte)
  • Betätigungsidentität bezeichnet das aus Erfahrungen entstandene Verständnis davon, wer eine Person als Handelnde ist und werden möchte
  • Werte, Interessen, Rollen und Zukunftsvorstellungen verbinden sich zu einem Selbstbild, das Entscheidungen und Ausdauer beeinflusst
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Betätigungskompetenz“ (2 Punkte)
  • Betätigungskompetenz beschreibt, in welchem Maß eine Person ihr gewünschtes Muster von Betätigung und Teilhabe aufrechterhalten kann
  • Entscheidend sind nicht nur einzelne Fertigkeiten, sondern eine tragfähige Organisation von Alltag, Rollen und Routinen
Beschreiben Sie das ergotherapeutische Vorgehen bei „MOHO-orientierte Befundfragen“ (2 Punkte)
  • Erfragt werden bedeutungsvolle Betätigungen, Interessen, Werte, Selbstwirksamkeit, Rollen, Gewohnheiten, Leistungsfähigkeit und Umweltbedingungen
  • Beobachtungen werden danach geordnet, wie sie Betätigungsauswahl, Ausführung und Teilhabe beeinflussen
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „MOHO-orientierte Veränderungshebel“ (2 Punkte)
  • Interventionen können Interessen aktivieren, Wahlmöglichkeiten schaffen, Rollen neu aufbauen, Routinen strukturieren, Fertigkeiten entwickeln oder Umweltbedingungen verändern
  • Der gewählte Hebel muss zur Hypothese passen und in bedeutsamer Betätigung erprobt werden
Beschreiben Sie das ergotherapeutische Vorgehen bei „MOHO-Falltransfer“ (3 Punkte)
  • Bei einem Klienten nach Schlaganfall reicht die Feststellung verminderter Armfunktion nicht aus
  • MOHO fragt zusätzlich nach früheren Rollen, Tagesstruktur, Zutrauen und häuslichen Möglichkeiten
  • Daraus können ein relevantes Betätigungsziel und mehrere abgestimmte Veränderungsansätze entstehen
Quellen

Sächsischer Lehrplan Ergotherapie 2024, S. 114, 22.07.2026

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 113–117, 22.07.2026

MOHO-IRM, University of Illinois Chicago: About MOHO (Abruf 21.07.2026), 22.07.2026

FÄCHER2(6).zip / GERG/Aufbau GERG E56 und E57.pdf, 22.07.2026

FÄCHER2(6).zip / GERG/Handout Betätigungsgrundsätze E56-57.pdf, 22.07.2026

CMOP-E: Grundstruktur
Fragen und Antworten
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Kernstruktur des CMOP-E“ (3 Punkte)
  • Das CMOP-E ordnet ergotherapeutische Betrachtung als Wechselwirkung von Person, Betätigung und Umwelt
  • Im Mittelpunkt stehen Betätigungsperformanz und Engagement
  • Probleme werden daher nicht ausschließlich als Defizit der Person verstanden
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Person im CMOP-E“ (3 Punkte)
  • Die Person wird mit affektiven, kognitiven und physischen Komponenten beschrieben
  • Im Zentrum steht Spiritualität als persönlicher Sinn-, Werte- und Identitätskern
  • Sie ist nicht mit Religiosität gleichzusetzen und wird nur in der für die Person passenden Sprache thematisiert
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Betätigungsbereiche im CMOP-E“ (3 Punkte)
  • Betätigungen werden den Bereichen Selbstversorgung, Produktivität und Freizeit zugeordnet
  • Diese Einteilung strukturiert die Anamnese, darf aber persönliche Überschneidungen nicht verdecken
  • Eine Tätigkeit kann mehrere Rollen und Bedeutungen gleichzeitig tragen
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Umweltbereiche im CMOP-E“ (3 Punkte)
  • Die Umwelt umfasst physische, soziale, kulturelle und institutionelle Bedingungen
  • Dazu gehören Räume und Hilfsmittel ebenso wie Beziehungen, Normen, Finanzierung und Regeln einer Einrichtung
  • Umweltveränderung ist ein eigenständiger therapeutischer Ansatz
Erklären Sie die ergotherapeutische Bedeutung von „Betätigungsperformanz und Engagement“ (3 Punkte)
  • Performanz bezeichnet die tatsächliche Ausführung von Betätigung
  • Engagement betont das innere und äußere Beteiligtsein
  • Eine Person kann an einer Betätigung beteiligt sein, obwohl die sichtbare Ausführung eingeschränkt ist, oder eine Aufgabe ausführen, ohne sie als bedeutsam zu erleben
Begründen Sie die fachliche Bedeutung von „Klientenzentrierung im CMOP-E“ (2 Punkte)
  • Klientenzentrierung bedeutet gemeinsame Entscheidungsfindung, Anerkennung der Expertise der Person für ihr Leben und transparente Aushandlung von Zielen
  • Professionelle Verantwortung, Sicherheit und institutionelle Grenzen bleiben bestehen und werden offen benannt
Quellen

Sächsischer Lehrplan Ergotherapie 2024, S. 114, 22.07.2026

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 113–117, 22.07.2026

FÄCHER2(6).zip / GERG/Handout weitere Begrifflichkeiten der ET.pdf, 22.07.2026

Enemark Larsen et al. 2020: Looking into the Content of the Canadian Occupational Performance Measure, 22.07.2026

FÄCHER2(6).zip / GERG/Aufbau GERG E56 und E57.pdf, 22.07.2026

Praxismodelle, ICF und Clinical Reasoning
Fragen und Antworten
Unterscheiden Sie „ICF und Praxismodell im Vergleich“ anhand fachlicher Kriterien (3 Punkte)
  • Die ICF stellt eine gemeinsame Klassifikationssprache für Funktionsfähigkeit, Behinderung und Kontext bereit
  • Praxismodelle erklären ergotherapeutische Zusammenhänge und lenken den therapeutischen Prozess
  • Klassifikation und Modell können sich ergänzen, erfüllen aber unterschiedliche Aufgaben
Unterscheiden Sie „MOHO und CMOP-E im Vergleich“ anhand fachlicher Kriterien (3 Punkte)
  • MOHO analysiert besonders Motivation, Gewohnheiten, Rollen, Leistungsfähigkeit und Umwelt
  • CMOP-E betont Person, Betätigung, Umwelt, Spiritualität sowie Performanz und Engagement
  • Die Wahl hängt davon ab, welche Fragen im Fall geklärt werden müssen
Erläutern Sie den ergotherapeutischen Kern von „Top-down-Perspektive der Praxismodelle“ (3 Punkte)
  • Top-down beginnt bei Teilhabe, Rollen und konkreten Betätigungen
  • Erst danach werden zugrunde liegende Funktionen geprüft
  • Dadurch bleibt sichtbar, welchem Alltagsergebnis eine Funktionsintervention dienen soll
Erläutern Sie den ergotherapeutischen Kern von „Modellkonsistenz im Prozess“ (3 Punkte)
  • Befund, Ziel und Intervention sollen zum gewählten Modell passen
  • Wer Motivation und Rollen als Hauptproblem beschreibt, muss diese Bereiche in Zielsetzung und Intervention bearbeiten
  • Ein Modellname ohne erkennbare Konsequenz ist nur Dekoration
Beschreiben Sie das fachgerechte Vorgehen bei „Dokumentation des Modellbezugs“ (2 Punkte)
  • Dokumentiert wird nicht die gesamte Theorie, sondern die klinische Konsequenz: relevante Modellkomponenten, daraus abgeleitete Hypothese, Ziel und Intervention
  • Die Formulierung muss für Team und Klientel verständlich bleiben
Quellen

Sächsischer Lehrplan Ergotherapie 2024, S. 114, 22.07.2026

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 113–117, 22.07.2026

FÄCHER2(6).zip / GERG/ICF Handout.pdf, 22.07.2026

WHO: International Classification of Functioning, Disability and Health (Abruf 21.07.2026), 22.07.2026

MOHO-IRM, University of Illinois Chicago: About MOHO (Abruf 21.07.2026), 22.07.2026

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