Grundlagen der Gesundheitslehre und Hygiene

30 Ustd.4 Kapitel52 Fragen
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Einleitung

Das Fach „Grundlagen der Gesundheitslehre und Hygiene“ vermittelt Grundkenntnisse der allgemeinen Hygiene, der medizinischen Mikrobiologie, der allgemeinen Infektionslehre und der Maßnahmen der Hygiene im medizinischen Bereich.

Anliegen ist es, den Schülerinnen und Schülern die Notwendigkeit von Maßnahmen zur Erhaltung und Förderung der Gesundheit im persönlichen und ergotherapeutischen Arbeitsbereich bewusst zu machen. Entwickelt werden soll das Verantwortungsbewusstsein der Schülerinnen und Schüler, die erforderlichen Hygienemaßnahmen im persönlichen und beruflichen Alltag konsequent einzuhalten. Besonders wichtig ist dabei das Einhalten des Hygieneregimes im Zusammenhang mit motorisch-funktionellen Behandlungsverfahren und den Aktivitäten des täglichen Lebens.

Der Unterricht ist unter Einbeziehung der persönlichen Erfahrungen der Schülerinnen und Schüler aus ihrer praktischen Ausbildung zu gestalten. Dabei ist die Wichtigkeit der Umsetzung hygienischer Maßnahmen für die berufliche Praxis an zahlreichen Beispielen bewusst zu machen. Die Inhalte sind in enger Abstimmung mit den Fächern „Allgemeine Krankheitslehre“ und „Spezielle Krankheitslehre“ zu vermitteln.

Quelle

Sächsisches Staatsministerium für Kultus: Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin, freigegeben ab 1. August 2020, S. 23-26.

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01 Gesundheitslehre 4 Ustd. 9 Unterfragen
Lehrplananforderung

Die Schülerinnen und Schüler setzen sich aktiv mit der Bedeutung der Gesundheit für die Leistungsfähigkeit des Menschen auseinander. Ihnen wird die Wechselbeziehung zwischen Gesundheit und unterschiedlichen Einflussfaktoren bewusst.

Quelle: Sächsisches Staatsministerium für Kultus: Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin, freigegeben ab 1. August 2020, S. 24.

Fragen & Antworten9

Kapitelkern

Erklären Sie die Bedeutung der Gesundheit. 2 P
  • Gesundheit ermöglicht, Anforderungen zu bewältigen, bedeutsame Betätigungen auszuführen und am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen
  • Sie ist kein statischer Zustand, sondern verändert sich mit Ressourcen, Belastungen und Lebensbedingungen
Nennen Sie 7 Einflussfaktoren auf die Gesundheit. 7 P
  • Einflussfaktor: Genetische Voraussetzungen
  • Einflussfaktor: Lebensalter
  • Einflussfaktor: soziales Umfeld
  • Einflussfaktor: eigenes Verhalten
  • Einflussfaktor: Bildung
  • Einflussfaktor: Beruf
  • Einflussfaktor: Umwelt
Erläutern Sie den Einfluss genetischer Faktoren auf Gesundheit. 2 P
  • Genetische Merkmale können Erkrankungsrisiken, Körperfunktionen und Stoffwechsel beeinflussen
  • Sie legen den Gesundheitsverlauf jedoch meist nicht vollständig fest, weil Umwelt, Verhalten, Versorgung und Zufall mitwirken
Erläutern Sie schützende und belastende Einflüsse des sozialen Umfelds. 2 P
  • Verlässliche Beziehungen, Unterstützung, sichere Wohnbedingungen und gesellschaftliche Teilhabe können schützen
  • Isolation, Armut, Gewalt, Diskriminierung und dauerhafte Überforderung erhöhen gesundheitliche Risiken
Erläutern Sie den Einfluss eigenen Verhaltens auf Gesundheit. 2 P
  • Ernährung, Bewegung, Schlaf, Substanzkonsum, Schutzverhalten und Umgang mit Belastung beeinflussen Gesundheit
  • Verhalten ist zugleich von Fähigkeiten, Motivation und Lebensbedingungen abhängig
Erläutern Sie den Einfluss des Lebensalters auf Gesundheit und Leistungsfähigkeit. 3 P
  • Mit dem Lebensalter verändern sich Regeneration, Erkrankungsrisiken, Rollen und Anforderungen
  • Alter allein erklärt jedoch weder Leistungsfähigkeit noch Hilfebedarf
  • Individuelle Unterschiede bleiben groß
Erläutern Sie gesundheitliche Einflüsse von Bildung und beruflichem Umfeld. 2 P
  • Bildung beeinflusst Zugang zu Informationen und Handlungsmöglichkeiten
  • Arbeit kann Struktur, Einkommen und Sinn bieten, aber durch Belastung, fehlende Kontrolle, Gefahrstoffe oder ungünstiges Betriebsklima auch krank machen

Gesundheit verstehen und fördern

Begründen Sie die Grenzen individueller Gesundheitsappelle. 2 P
  • Weil Verhalten immer in konkrete Lebensbedingungen eingebettet ist
  • Zeit, Geld, Wohnumfeld, Schmerzen, psychische Belastungen, Wissen und Unterstützung bestimmen mit, welche Veränderung tatsächlich möglich ist
Erklären Sie die Funktion von Ergotherapie in der Gesundheitsförderung. 2 P
  • Sie verbindet Gesundheitsziele mit bedeutungsvollen Alltagshandlungen
  • Dabei werden Fähigkeiten, Gewohnheiten, Rollen, Umweltbedingungen und Hilfsmittel so abgestimmt, dass gesundheitsförderliches Handeln realistisch ausführbar wird

Die Fragen und Antworten wurden aus den redaktionellen Lerntexten dieses Kapitels abgeleitet. Jede Antwort gehört ausschließlich zu der unmittelbar darüberstehenden Frage.

Hinweise des Lehrplans
  • vgl. Lehrplan Allgemeine Krankheitslehre

Quelle: Sächsisches Staatsministerium für Kultus: Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin, freigegeben ab 1. August 2020, S. 24.

02 Grundlagen der allgemeinen Hygiene und des Umweltschutzes 4 Ustd. 10 Unterfragen
Lehrplananforderung

Die Schülerinnen und Schüler wissen um die Bedeutung individueller gesundheitsfördernder Maßnahmen und erkennen die Einflüsse der Umwelt auf den Menschen. Ihnen wird ihre Verantwortung für eine gesunde Lebensweise bewusst. Sie können diese Erkenntnisse an die Patienten weitergeben.

Quelle: Sächsisches Staatsministerium für Kultus: Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin, freigegeben ab 1. August 2020, S. 24.

Fragen & Antworten10

Kapitelkern

Definieren Sie Hygiene. 2 P
  • Hygiene ist die Lehre und Praxis der Verhütung von Krankheiten sowie der Erhaltung und Förderung von Gesundheit
  • Sie umfasst persönliche, berufliche, medizinische und gesellschaftliche Maßnahmen
Nennen Sie sechs Teilgebiete der Hygiene. 6 P
  • Körperhygiene
  • Krankenhaushygiene
  • Arbeitshygiene
  • Lebensmittelhygiene
  • Umwelthygiene
  • Psychohygiene
Erläutern Sie Einflüsse verschiedener Umweltfaktoren auf den Menschen. 2 P
  • Luftqualität, Wasser, Boden, Klima, Temperatur, Lärm, UV-Strahlung und Wohnbedingungen wirken auf Gesundheit
  • Das Risiko hängt von Art, Dosis, Dauer, Aufnahmeweg und Empfindlichkeit ab
Erläutern Sie Schadstoffe anhand von Wirkung, Aufnahmewegen und Schutzprinzip. 3 P
  • Schadstoffe sind Substanzen oder Gemische, die Gesundheit oder Umwelt schädigen können
  • Mögliche Aufnahmewege sind Atemwege, Verdauungstrakt und Haut
  • Vorrangiger Schutz besteht in Vermeidung und technischen Maßnahmen
Erklären Sie die Bedeutung der Gesundheitsförderung. 2 P
  • Gesundheitsförderung stärkt Fähigkeiten und Lebensbedingungen, die Menschen gesundheitsbezogenes Handeln ermöglichen
  • Sie verbindet individuelle Unterstützung mit der Gestaltung gesundheitsförderlicher Umwelten
Nennen Sie fünf Bereiche gesetzlicher Gesundheits- und Umweltvorsorge. 5 P
  • Trinkwasser
  • Arbeitsschutz
  • Immissionsschutz
  • Infektionsschutz
  • Produktsicherheit
Beschreiben Sie Präventionsprogramme anhand der wesentlichen Merkmale. 2 P
  • Präventionsprogramme richten sich an definierte Risiken oder Zielgruppen, etwa Impfprogramme, Früherkennung, betriebliche Gesundheitsförderung oder Bewegungsangebote
  • Ihre Wirkung sollte überprüfbar sein
Beschreiben Sie Möglichkeiten individueller Gesundheitsförderung. 2 P
  • Individuelle Gesundheitsförderung setzt an realistischen Gewohnheiten, Ressourcen und Zielen einer Person an
  • Ernährung, Körperpflege, Bewegung, Schlaf und Belastungsregulation werden in den konkreten Alltag eingebettet

Umwelt, Ernährung, Stress und Bewegung

Unterscheiden Sie Umwelt- und Verhaltensfaktoren. 3 P
  • Verhaltensfaktoren beschreiben Handlungen einer Person
  • Umweltfaktoren beschreiben Bedingungen, unter denen diese Handlungen stattfinden
  • Beide beeinflussen sich gegenseitig und sollten gemeinsam betrachtet werden
Begründen Sie die Grenzen pauschaler Ernährungs- und Bewegungstipps. 2 P
  • Sie können Erkrankungen, Einschränkungen, finanzielle Bedingungen, kulturelle Gewohnheiten und persönliche Ziele übergehen
  • Fachlich sinnvoll sind konkrete, realistische und überprüfbare Anpassungen

Die Fragen und Antworten wurden aus den redaktionellen Lerntexten dieses Kapitels abgeleitet. Jede Antwort gehört ausschließlich zu der unmittelbar darüberstehenden Frage.

Hinweise des Lehrplans
  • Überblick Luft, Boden, Wasser, UV-Strahlung
  • Überblick CO2, SO2, Blei, FCKW
  • TVO, Immissionswerte
  • Ernährung, Körperhygiene, Bewegung

Quelle: Sächsisches Staatsministerium für Kultus: Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin, freigegeben ab 1. August 2020, S. 24.

03 Grundlagen der medizinischen Mikrobiologie 8 Ustd. 19 Unterfragen
Lehrplananforderung

Die Schülerinnen und Schüler kennen wesentliche Krankheitserreger, setzen sich mit der Wechselwirkung zwischen Organismus und Erreger auseinander und zeigen Infektionswege auf. Sie leiten geeignete Präventionsmaßnahmen ab. Ihr erworbenes Wissen stellen sie an einem ausgewählten Beispiel dar.

Quelle: Sächsisches Staatsministerium für Kultus: Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin, freigegeben ab 1. August 2020, S. 25.

Fragen & Antworten19

Kapitelkern

Erläutern Sie, weshalb Erregergruppen unterschiedliche Hygiene- und Therapiemaßnahmen erfordern. 2 P
  • Erregerspezifik bedeutet, dass Prionen, Viren, Bakterien, Pilze, Protozoen und Parasiten unterschiedliche biologische Eigenschaften besitzen
  • Daraus folgen unterschiedliche Diagnostik-, Therapie- und Hygienemaßnahmen
Beschreiben Sie Prionen anhand der wesentlichen Merkmale. 2 P
  • Prionen sind infektiöse fehlgefaltete Proteine ohne eigenes Erbmaterial
  • Sie lösen seltene, fortschreitende Erkrankungen des Nervensystems aus und sind gegenüber üblichen Aufbereitungsverfahren besonders widerstandsfähig
Beschreiben Sie Viren anhand der wesentlichen Merkmale. 3 P
  • Viren bestehen aus Erbmaterial und Hüllstrukturen und können sich nur in Wirtszellen vermehren
  • Antibiotika wirken gegen sie nicht
  • Je nach Virus kommen Impfungen oder antivirale Medikamente infrage
Beschreiben Sie Bakterien anhand der wesentlichen Merkmale. 3 P
  • Bakterien sind einzellige Prokaryonten
  • Viele gehören zur normalen Flora, andere können Toxine bilden oder Infektionen verursachen
  • Antibiotika wirken nur gegen empfindliche Bakterien
Beschreiben Sie Pilze anhand der wesentlichen Merkmale. 2 P
  • Medizinisch relevante Pilze sind vor allem Hefen und Fadenpilze
  • Sie verursachen häufig oberflächliche Infektionen, können bei geschwächter Abwehr jedoch tief in den Körper eindringen
Beschreiben Sie Protozoen anhand der wesentlichen Merkmale. 2 P
  • Protozoen sind einzellige Eukaryonten mit artspezifischen Lebenszyklen
  • Die Übertragung erfolgt beispielsweise über Wasser, Nahrung oder Insekten
Beschreiben Sie Parasiten anhand der wesentlichen Merkmale. 2 P
  • Parasiten leben auf oder in einem Wirt und nutzen ihn zu ihrem Vorteil
  • Dazu gehören Ektoparasiten wie Läuse und Endoparasiten wie Würmer
Erklären Sie Wechselwirkungen zwischen Organismus und Erreger. 2 P
  • Krankheit entsteht aus dem Verhältnis zwischen Erregermenge, Virulenz, Eintrittspforte und Abwehrlage
  • Besiedlung muss von einer tatsächlichen Infektion unterschieden werden
Definieren Sie Infektion. 2 P
  • Infektion ist das Eindringen, Ansiedeln und Vermehren eines Erregers in einem Organismus mit Reaktion des Wirts
  • Symptome müssen dabei nicht zwingend auftreten
Nennen Sie fünf Infektionsquellen und sieben Übertragungswege. 12 P
  • Infektionsquelle: Mensch
  • Infektionsquelle: Tier
  • Infektionsquelle: Wasser
  • Infektionsquelle: Lebensmittel
  • Infektionsquelle: kontaminiertes Material
  • Übertragungsweg: direkter Kontakt
  • Übertragungsweg: indirekter Kontakt
  • Übertragungsweg: Tröpfchen
  • Übertragungsweg: Aerosole
  • Übertragungsweg: Blut
  • Übertragungsweg: Nahrung oder Wasser
  • Übertragungsweg: Vektoren
Definieren Sie Inkubationszeit. 2 P
  • Die Inkubationszeit ist die Zeit zwischen Ansteckung und Auftreten erster Symptome
  • Ihre Länge hängt von Erreger, Dosis, Eintrittspforte und Abwehr ab
Erläutern Sie den Zweck des Infektionsschutzgesetzes. 2 P
  • Das IfSG regelt Prävention, Erkennung, Meldung und Eindämmung übertragbarer Krankheiten
  • Für Meldepflichten und konkrete Maßnahmen gilt immer die aktuelle Gesetzesfassung
Unterscheiden Sie aktive und passive Schutzimpfungen. 2 P
  • Aktive Impfungen regen die eigene Immunantwort und Gedächtnisbildung an
  • Passive Immunisierung führt fertige Antikörper zu und wirkt schnell, aber nur vorübergehend
Erläutern Sie Funktion und Aktualitätsbedarf des Impfkalenders. 2 P
  • Der Impfkalender bündelt alters- und risikobezogene Empfehlungen
  • Da Empfehlungen aktualisiert werden, ist eine aktuelle offizielle Fassung zu verwenden
Beschreiben Sie Diagnostik, Symptome, Verlauf und Prophylaxe einer ausgewählten Infektionskrankheit. 4 P
  • Am Beispiel Hepatitis B: Die Diagnose erfolgt unter anderem über serologische Marker
  • Verläufe reichen von asymptomatisch bis chronisch mit Leberschäden
  • Übertragung erfolgt insbesondere durch Blut und Körperflüssigkeiten
  • Prävention umfasst Impfung, sichere Instrumente und Schutz vor Blutkontakt

Mikrobiologie und Erregergruppen

Beschreiben Sie Kolonisation und Infektion anhand der wesentlichen Merkmale. 2 P
  • Ein positiver Erregernachweis bedeutet nicht automatisch eine behandlungsbedürftige Erkrankung
  • Symptome, Entzündungszeichen, Infektionsort und Risikoprofil müssen gemeinsam beurteilt werden
Erklären Sie Entstehung von Antibiotikaresistenz. 2 P
  • Zufällige genetische Veränderungen oder übertragene Resistenzgene verschaffen einzelnen Bakterien einen Vorteil
  • Antibiotikadruck selektiert diese Bakterien, sodass sie sich weiter vermehren können

Infektionslehre, Impfung und Abwehr

Unterscheiden Sie Infektion und Infektionskrankheit. 2 P
  • Bei einer Infektion dringt ein Erreger ein und vermehrt sich
  • Eine Infektionskrankheit liegt vor, wenn daraus klinisch relevante Symptome oder Organschäden entstehen
Erläutern Sie die Bedeutung der Inkubationszeit für den Infektionsschutz. 2 P
  • Je nach Erkrankung kann eine Weitergabe von Erregern bereits während der Inkubationszeit möglich sein
  • Die Inkubationszeit hilft, mögliche Expositionen und Kontaktpersonen zeitlich einzuordnen

Die Fragen und Antworten wurden aus den redaktionellen Lerntexten dieses Kapitels abgeleitet. Jede Antwort gehört ausschließlich zu der unmittelbar darüberstehenden Frage.

Hinweise des Lehrplans
  • Überblick, vgl. Lehrplan Spezielle Krankheitslehre, LPE 3
  • vgl. Lehrplan Allgemeine Krankheitslehre
  • Überblick
  • Hepatitis B, HIV-Infektion vgl. Lehrplan Spezielle Krankheitslehre, LPE 3

Quelle: Sächsisches Staatsministerium für Kultus: Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin, freigegeben ab 1. August 2020, S. 25.

04 Hygiene im klinischen und ergotherapeutischen Arbeitsbereich 8 Ustd. 14 Unterfragen
Lehrplananforderung

Die Schülerinnen und Schüler informieren sich über spezielle hygienische Maßnahmen in den unterschiedlichen ergotherapeutischen Arbeitsbereichen und wenden diese in der beruflichen Praxis an. Dabei wird ihnen bewusst, dass sie mit der konsequenten Einhaltung von hygienischen Maßnahmen einen wesentlichen Beitrag zur Erhaltung der Gesundheit und Vermeidung von Sekundärinfektionen leisten.

Quelle: Sächsisches Staatsministerium für Kultus: Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin, freigegeben ab 1. August 2020, S. 26.

Fragen & Antworten14

Kapitelkern

Beschreiben Sie die Grundelemente medizinischer Hygiene. 2 P
  • Medizinische Hygiene umfasst Standardmaßnahmen, Aufbereitung, Schutzkleidung, sichere Entsorgung und situationsbezogene Zusatzmaßnahmen
  • Sie gilt unabhängig davon, ob eine Infektion bereits bekannt ist
Unterscheiden Sie Antisepsis und Asepsis. 3 P
  • Antisepsis vermindert Mikroorganismen auf lebendem Gewebe
  • Asepsis bezeichnet Bedingungen und Techniken
  • Die einen Keimeintrag in sterile Bereiche verhindern
Definieren Sie Desinfektion. 2 P
  • Desinfektion reduziert oder inaktiviert Mikroorganismen so weit, dass von einem Objekt oder Bereich keine relevante Infektionsgefahr mehr ausgeht
  • Mittel, Konzentration, Benetzung und Einwirkzeit müssen stimmen
Definieren Sie Sterilisation. 2 P
  • Sterilisation beseitigt vermehrungsfähige Mikroorganismen einschließlich widerstandsfähiger Sporen mit festgelegter Sicherheit
  • Sie setzt eine geeignete Vorreinigung und validierte Verfahren voraus
Definieren Sie eine nosokomiale Infektion. 2 P
  • Nosokomiale Infektionen entstehen im Zusammenhang mit medizinischer oder pflegerischer Versorgung und waren zu Beginn nicht vorhanden beziehungsweise nicht erkennbar in Inkubation
  • Viele sind durch konsequente Basishygiene vermeidbar
Erklären Sie Entstehung und Ausbreitung antimikrobieller Resistenzen im Hygienekontext. 2 P
  • Genetische Veränderungen und Selektion können resistente Erreger hervorbringen
  • Häufige oder falsche Antibiotikagabe und unzureichende Hygienemaßnahmen begünstigen ihre Ausbreitung
Nennen Sie acht Maßnahmen zur Infektionsprophylaxe im Klinikalltag. 8 P
  • Händedesinfektion
  • Geeignete Schutzkleidung
  • Sichere Aufbereitung
  • Hustenetikette
  • Wundschutz
  • Saubere Materialwege
  • Impfungen
  • Beachtung von Isolationsvorgaben
Leiten Sie vier Regeln hygienischen Verhaltens für den ergotherapeutischen Arbeitsplatz ab. 4 P
  • Hände und Arbeitskleidung hygienegerecht halten
  • Saubere und unreine Materialien trennen
  • Gemeinsam genutzte Medien sachgerecht aufbereiten
  • Maßnahmen an Kontaktart, Klientengruppe und Setting anpassen

Standardhygiene und Händehygiene

Unterscheiden Sie Handschuhe und Händedesinfektion. 2 P
  • Beim An- und Ausziehen können Hände kontaminiert werden
  • Außerdem können Handschuhe unbemerkte Defekte aufweisen und verleiten bei zu langer Nutzung zur Weiterverbreitung von Erregern
Erläutern Sie zwei Indikationen zum Händewaschen anstelle der Händedesinfektion. 2 P
  • Händewaschen ist bei sichtbarer Verschmutzung angezeigt
  • Weitere Indikationen richten sich nach Erreger, Situation und Hygieneplan; im gewöhnlichen behandlungsnahen Ablauf ist Händedesinfektion meist wirksamer und hautschonender

Reinigung, Desinfektion und Sterilisation

Erklären Sie anhand von vier Kriterien, ob Reinigung oder Desinfektion erforderlich ist. 4 P
  • Art der Kontamination berücksichtigen
  • Kontaktbereich des Materials berücksichtigen
  • Empfindlichkeit und Risiko der behandelten Person berücksichtigen
  • Verbindliche Vorgaben des Hygiene- und Aufbereitungsplans beachten
Begründen Sie die Einhaltung der Einwirkzeit bei Desinfektionsmitteln. 2 P
  • Die angegebene Wirksamkeit setzt eine definierte Kontaktzeit voraus
  • Vorzeitiges Abwischen oder Trocknen kann die Desinfektionswirkung unzureichend machen

Hygieneplan und Fallarbeit in der Ergotherapie

Begründen Sie fünf notwendige Angaben in einer Reinigungsanweisung. 5 P
  • Zu reinigendes Material benennen
  • Anlass oder Zeitpunkt der Aufbereitung benennen
  • Verfahren und Mittel festlegen
  • Zuständigkeit festlegen
  • Einwirkzeit beziehungsweise erforderliche Dauer festlegen
Begründen Sie, wie Hygiene und Teilhabe vereinbar bleiben. 2 P
  • Durch eine konkrete Risikobewertung und geeignete Anpassungen statt pauschalem Ausschluss
  • Individuelles Material, Terminplanung, Schutzmaßnahmen, Lüftung und angepasste Gruppensettings können sichere Teilnahme ermöglichen

Die Fragen und Antworten wurden aus den redaktionellen Lerntexten dieses Kapitels abgeleitet. Jede Antwort gehört ausschließlich zu der unmittelbar darüberstehenden Frage.

Hinweise des Lehrplans
  • Fallbeispiele

Quelle: Sächsisches Staatsministerium für Kultus: Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin, freigegeben ab 1. August 2020, S. 26.

LLernstoff7 Unterkapitel
Gesundheit verstehen und fördern
Fragen und Antworten
Begründen Sie die Grenzen individueller Gesundheitsappelle (2 Punkte)
  • Weil Verhalten immer in konkrete Lebensbedingungen eingebettet ist
  • Zeit, Geld, Wohnumfeld, Schmerzen, psychische Belastungen, Wissen und Unterstützung bestimmen mit, welche Veränderung tatsächlich möglich ist
Erklären Sie die Funktion von Ergotherapie in der Gesundheitsförderung (2 Punkte)
  • Sie verbindet Gesundheitsziele mit bedeutungsvollen Alltagshandlungen
  • Dabei werden Fähigkeiten, Gewohnheiten, Rollen, Umweltbedingungen und Hilfsmittel so abgestimmt, dass gesundheitsförderliches Handeln realistisch ausführbar wird
Quellen

GLH_5_TR_Gesundheitslehre.pdf, 22.07.2026

GLH_skript_5_SP.pdf, 22.07.2026

lp_bfs_ergotherapeut_2024-1(5).pdf, S. 23–24, 22.07.2026

Umwelt, Ernährung, Stress und Bewegung
Fragen und Antworten
Unterscheiden Sie Umwelt- und Verhaltensfaktoren (3 Punkte)
  • Verhaltensfaktoren beschreiben Handlungen einer Person
  • Umweltfaktoren beschreiben Bedingungen, unter denen diese Handlungen stattfinden
  • Beide beeinflussen sich gegenseitig und sollten gemeinsam betrachtet werden
Begründen Sie die Grenzen pauschaler Ernährungs- und Bewegungstipps (2 Punkte)
  • Sie können Erkrankungen, Einschränkungen, finanzielle Bedingungen, kulturelle Gewohnheiten und persönliche Ziele übergehen
  • Fachlich sinnvoll sind konkrete, realistische und überprüfbare Anpassungen
Quellen

GLH_3_Einführung_Hygiene_TR.pdf, 22.07.2026

GLH_5_TR_Gesundheitslehre.pdf, 22.07.2026

GLH_skript_5_SP.pdf, 22.07.2026

lp_bfs_ergotherapeut_2024-1(5).pdf, S. 24, 22.07.2026

Mikrobiologie und Erregergruppen
Fragen und Antworten
Beschreiben Sie Kolonisation und Infektion anhand der wesentlichen Merkmale (2 Punkte)
  • Ein positiver Erregernachweis bedeutet nicht automatisch eine behandlungsbedürftige Erkrankung
  • Symptome, Entzündungszeichen, Infektionsort und Risikoprofil müssen gemeinsam beurteilt werden
Erklären Sie Entstehung von Antibiotikaresistenz (2 Punkte)
  • Zufällige genetische Veränderungen oder übertragene Resistenzgene verschaffen einzelnen Bakterien einen Vorteil
  • Antibiotikadruck selektiert diese Bakterien, sodass sie sich weiter vermehren können
Quellen

GLH_1_TR_Mikrobiologie_1.pdf, 22.07.2026

GLH_2_Infektionslehre_TR.pdf, 22.07.2026

GLH_skript_5_SP.pdf, 22.07.2026

lp_bfs_ergotherapeut_2024-1(5).pdf, S. 25, 22.07.2026

Standardhygiene und Händehygiene
Fragen und Antworten
Unterscheiden Sie Handschuhe und Händedesinfektion (2 Punkte)
  • Beim An- und Ausziehen können Hände kontaminiert werden
  • Außerdem können Handschuhe unbemerkte Defekte aufweisen und verleiten bei zu langer Nutzung zur Weiterverbreitung von Erregern
Erläutern Sie zwei Indikationen zum Händewaschen anstelle der Händedesinfektion (2 Punkte)
  • Händewaschen ist bei sichtbarer Verschmutzung angezeigt
  • Weitere Indikationen richten sich nach Erreger, Situation und Hygieneplan; im gewöhnlichen behandlungsnahen Ablauf ist Händedesinfektion meist wirksamer und hautschonender
Quellen

GLH_4_TR_Händehygiene, Flächendesinfektion.pdf, 22.07.2026

GLH_3_Einführung_Hygiene_TR.pdf, 22.07.2026

GLH_skript_5_SP.pdf, 22.07.2026

lp_bfs_ergotherapeut_2024-1(5).pdf, S. 26, 22.07.2026

Infektionslehre, Impfung und Abwehr
Fragen und Antworten
Unterscheiden Sie Infektion und Infektionskrankheit (2 Punkte)
  • Bei einer Infektion dringt ein Erreger ein und vermehrt sich
  • Eine Infektionskrankheit liegt vor, wenn daraus klinisch relevante Symptome oder Organschäden entstehen
Erläutern Sie die Bedeutung der Inkubationszeit für den Infektionsschutz (2 Punkte)
  • Je nach Erkrankung kann eine Weitergabe von Erregern bereits während der Inkubationszeit möglich sein
  • Die Inkubationszeit hilft, mögliche Expositionen und Kontaktpersonen zeitlich einzuordnen
Quellen

GLH_1_TR_Mikrobiologie_1.pdf, 22.07.2026

GLH_2_Infektionslehre_TR.pdf, 22.07.2026

GLH_skript_5_SP.pdf, 22.07.2026

lp_bfs_ergotherapeut_2024-1(5).pdf, S. 25, 22.07.2026

Reinigung, Desinfektion und Sterilisation
Fragen und Antworten
Erklären Sie anhand von vier Kriterien, ob Reinigung oder Desinfektion erforderlich ist (4 Punkte)
  • Art der Kontamination berücksichtigen
  • Kontaktbereich des Materials berücksichtigen
  • Empfindlichkeit und Risiko der behandelten Person berücksichtigen
  • Verbindliche Vorgaben des Hygiene- und Aufbereitungsplans beachten
Begründen Sie die Einhaltung der Einwirkzeit bei Desinfektionsmitteln (2 Punkte)
  • Die angegebene Wirksamkeit setzt eine definierte Kontaktzeit voraus
  • Vorzeitiges Abwischen oder Trocknen kann die Desinfektionswirkung unzureichend machen
Quellen

GLH_4_TR_Händehygiene, Flächendesinfektion.pdf, 22.07.2026

GLH_3_Einführung_Hygiene_TR.pdf, 22.07.2026

GLH_skript_5_SP.pdf, 22.07.2026

lp_bfs_ergotherapeut_2024-1(5).pdf, S. 26, 22.07.2026

Hygieneplan und Fallarbeit in der Ergotherapie
Fragen und Antworten
Begründen Sie fünf notwendige Angaben in einer Reinigungsanweisung (5 Punkte)
  • Zu reinigendes Material benennen
  • Anlass oder Zeitpunkt der Aufbereitung benennen
  • Verfahren und Mittel festlegen
  • Zuständigkeit festlegen
  • Einwirkzeit beziehungsweise erforderliche Dauer festlegen
Begründen Sie, wie Hygiene und Teilhabe vereinbar bleiben (2 Punkte)
  • Durch eine konkrete Risikobewertung und geeignete Anpassungen statt pauschalem Ausschluss
  • Individuelles Material, Terminplanung, Schutzmaßnahmen, Lüftung und angepasste Gruppensettings können sichere Teilnahme ermöglichen
Quellen

GLH_4_TR_Händehygiene, Flächendesinfektion.pdf, 22.07.2026

GLH_3_Einführung_Hygiene_TR.pdf, 22.07.2026

GLH_skript_5_SP.pdf, 22.07.2026

lp_bfs_ergotherapeut_2024-1(5).pdf, S. 26, 22.07.2026

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