Medizinsoziologie und Gerontologie

70 Ustd.3 Kapitel159 Fragen
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Einleitung

Das Fach „Medizinsoziologie und Gerontologie“ erfüllt die Funktion des Bindegliedes zwischen der Vermittlung von theoretischen Grundlagen sozialer Strukturen und Sensibilisierung der Schülerinnen und Schüler für künftige Entwicklungen ihres professionellen Handelns.

Die Schülerinnen und Schüler erwerben Kenntnisse über grundlegende Bedingungen, Formen und Kennzeichen des gesellschaftlichen Zusammenlebens und der Wechselwirkung zwischen Individuum und Gesellschaft.

Sie lernen zentrale Fragestellungen der medizinischen Soziologie kennen und gewinnen Einblicke in Struktur und Wandel des Gesundheitswesens. Dabei erfassen die Schülerinnen und Schüler berufliche und persönliche Bedeutung von sozialen Rollen und Rollenerwartungen und werden angeregt, die sozialen Kontexte von Patienten wahrzunehmen und in Therapie angemessen zu berücksichtigen.

Die Schülerinnen und Schüler setzen sich mit verschiedenen Alterstheorien, individuellen und gesellschaftlichen Problemen des Alterns und der alten Menschen auseinander und diskutieren Formen der Altersbewältigung.

In die Gestaltung des Unterrichtes sind aktuelle gesundheitspolitische und soziale Entwicklungen einzubeziehen. Besonders geeignet sind problemorientierte Aufgabenstellungen und die Arbeit mit Fallbeispielen. Dabei ist die Vermittlung der Inhalte in Abstimmung mit den Fächern „Psychologie und Pädagogik“, „Berufs-, Gesetzes- und Staatskunde“ sowie „Grundlagen der Ergotherapie“ zu realisieren.

Quelle

Sächsisches Staatsministerium für Kultus: Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin, freigegeben ab 1. August 2020, S. 95-100.

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01 Soziologische Grundlagen 16 Ustd. 51 Unterfragen
Lehrplananforderung

Die Schülerinnen und Schüler kennen Gegenstandsbereiche und Grundbegriffe der Soziologie. Sie besitzen einen Überblick über Forschungsmethoden der Sozialwissenschaften und können an ausgewählten Beispielen Einsatz und Kritik der Verfahren darstellen sowie zwischen qualitativen und quantitativen Methoden unterscheiden. Die Schülerinnen und Schüler erörtern ausgewählte Theorien und Modelle von Gesellschaft. Ausgehend von Erkenntnissen der Bevölkerungsforschung diskutieren sie die Konsequenzen der demografischen Entwicklungen für die sozialen Sicherungssysteme. Die Schülerinnen und Schüler setzen sich mit sozialen Strukturen in ihrem beruflichen Umfeld auseinander. Unter Bezugnahme auf ihre praktischen Erfahrungen charakterisieren sie die berufliche Rolle des Ergotherapeuten. Die Schülerinnen und Schüler setzen sich mit dem Funktionswandel von Familie in pluralen Gesellschaften auseinander und beurteilen die Auswirkungen gesellschaftlicher Entwicklungsprozesse auf die Lebenslagen von Familien.

Quelle: Sächsisches Staatsministerium für Kultus: Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin, freigegeben ab 1. August 2020, S. 96.

Fragen & Antworten51

Kapitelkern

Definieren Sie „Grundbegriffe“ fachlich präzise. 5 P
  • Einführung in die Rollentheorie
  • Begriff
  • Rollenerwartung
  • Rollenbeziehungen und Rollenkonflikte
  • Patienten- und Therapeutenrolle

Soziologie: Gegenstand und Grundbegriffe

Definieren Sie „Gegenstand der Soziologie“ fachlich präzise. 2 P
  • Soziologie untersucht gesellschaftliches Zusammenleben, soziale Beziehungen, Institutionen, Gruppen und die Wechselwirkung zwischen Individuum und Gesellschaft
  • Sie fragt, wie Regeln, Rollen und Strukturen entstehen und menschliches Handeln beeinflussen
Charakterisieren Sie „Soziales Handeln“. 3 P
  • Soziales Handeln ist Verhalten, das sich am tatsächlichen oder erwarteten Verhalten anderer orientiert
  • Die handelnde Person verbindet damit einen subjektiven Sinn
  • Bloße Körperreaktionen oder zufällige Gleichzeitigkeit genügen nicht
Analysieren Sie den Zusammenhang bei „Soziale Interaktion“ bei „Soziologie“. 2 P
  • Soziale Interaktion entsteht, wenn mindestens zwei Personen ihr Handeln wechselseitig aufeinander beziehen
  • Kommunikation, Erwartungen, Macht, Rollen und situative Regeln strukturieren den Verlauf
Charakterisieren Sie „Bio-soziale Einheit des Menschen“. 3 P
  • Menschen sind zugleich biologische Organismen und soziale Wesen
  • Körperliche Voraussetzungen, psychische Verarbeitung, Beziehungen, Kultur und Umwelt wirken zusammen
  • Keine Ebene erklärt Verhalten oder Gesundheit allein
Ordnen Sie „Normen und Werte“ fachlich ein bei „Soziologie“. 2 P
  • Werte bezeichnen gesellschaftlich bedeutsame Zielvorstellungen, etwa Gerechtigkeit oder Selbstbestimmung
  • Normen leiten daraus konkrete Verhaltenserwartungen ab und werden durch Zustimmung, Kritik oder Sanktionen gestützt

Handlungsformen im Gesundheitswesen

Charakterisieren Sie „Diagnostisches Handeln“. 2 P
  • Diagnostisches Handeln sammelt, ordnet und bewertet Informationen, um eine Situation fachlich zu verstehen
  • In der Ergotherapie verbindet es Befunddaten mit Betätigung, Umwelt, Ressourcen, Zielen und subjektiver Bedeutung
Leiten Sie aus „Therapeutisches Handeln“ Konsequenzen für die ergotherapeutische Praxis ab. 2 P
  • Therapeutisches Handeln plant und gestaltet Veränderungen gemeinsam mit dem Klienten
  • Es beruht auf Befund, Zielvereinbarung, geeigneten Mitteln, fortlaufender Beobachtung, Dokumentation und Evaluation
Charakterisieren Sie „Präventives Handeln“. 2 P
  • Präventives Handeln soll Erkrankungen, Funktionsverluste oder Teilhabeeinschränkungen verhindern beziehungsweise deren Folgen begrenzen
  • Es setzt an Verhalten, Verhältnissen, Umweltbedingungen und Ressourcen an
Erklären Sie Funktion und fachlichen Zweck von „Zweckorientiertes Handeln“. 2 P
  • Zweckorientiertes Handeln wägt Ziele, Mittel, Folgen und Nebenfolgen ab
  • Es fragt vor allem nach Wirksamkeit und Angemessenheit, bleibt im Gesundheitswesen aber an Rechte, Würde und berufsethische Grenzen gebunden
Ordnen Sie „Wertorientiertes Handeln“ fachlich ein. 2 P
  • Wertorientiertes Handeln folgt einer als verbindlich erlebten Überzeugung, etwa Menschenwürde oder Gerechtigkeit
  • Fachlich tragfähig wird es, wenn Werte transparent reflektiert und mit Folgen, Rechten und anderen Perspektiven abgewogen werden

Empirische Sozialforschung

Charakterisieren Sie „Empirische Sozialforschung“. 2 P
  • Empirische Sozialforschung untersucht soziale Wirklichkeit systematisch anhand nachvollziehbarer Daten
  • Sie formuliert Fragen, wählt Methoden, erhebt und analysiert Material und prüft, welche Schlussfolgerungen die Daten tatsächlich tragen
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Qualitative Methoden“. 2 P
  • Qualitative Methoden erschließen Bedeutungen, Erfahrungen und Prozesse in ihrer Tiefe
  • Interviews, Gruppengespräche oder Beobachtungen liefern kontextreiche Daten, deren Auswertung interpretativ und regelgeleitet erfolgt
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Quantitative Methoden“. 2 P
  • Quantitative Methoden erfassen Merkmale in Zahlen und prüfen Häufigkeiten, Unterschiede oder Zusammenhänge
  • Standardisierte Fragebögen, Messungen und Statistiken erlauben Vergleiche, verlangen aber geeignete Stichproben und valide Instrumente
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Interview als Methode“. 2 P
  • Interviews können offen, leitfadengestützt oder standardisiert geführt werden
  • Sie erschließen subjektive Sichtweisen, sind jedoch durch Erinnerung, soziale Erwünschtheit, Fragestellung und Beziehung zur interviewenden Person beeinflussbar
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Beobachtung als Methode“. 3 P
  • Beobachtung erfasst sichtbares Verhalten in natürlichen oder standardisierten Situationen
  • Sie benötigt klare Kriterien
  • Beobachtereffekte, selektive Wahrnehmung und vorschnelle Deutung müssen reflektiert werden

Fragebogen, Experiment und Statistik

Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Fragebogen als Methode“. 2 P
  • Fragebögen erfassen Angaben vieler Personen in vergleichbarer Form
  • Verständliche Fragen, neutrale Antwortvorgaben, Datenschutz, Rücklauf und die Passung zur Zielgruppe bestimmen die Aussagekraft
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Experiment als Methode“. 2 P
  • Experimente verändern gezielt eine Bedingung und kontrollieren andere Einflüsse, um mögliche Ursachen zu prüfen
  • In sozialen Feldern begrenzen ethische Anforderungen und die künstliche Situation häufig die Übertragbarkeit
Charakterisieren Sie „Deskriptive Statistik“. 2 P
  • Deskriptive Statistik beschreibt erhobene Daten durch Häufigkeiten, Mittelwerte, Streuung und grafische Darstellungen
  • Sie fasst eine Stichprobe zusammen, beweist aber noch keine Ursache und keine Gültigkeit für andere Gruppen
Charakterisieren Sie „Korrelation und Kausalität“ bei „Fragebogen, Experiment und Statistik“. 3 P
  • Eine Korrelation zeigt, dass Merkmale gemeinsam variieren
  • Sie beweist keine Ursache, weil Richtung, Drittvariablen oder Zufall offenbleiben können
  • Kausale Aussagen benötigen ein tragfähiges Design und zusätzliche Prüfung
Definieren Sie den Begriff „Repräsentativität“. 3 P
  • Eine Stichprobe ist repräsentativ, wenn ihre Zusammensetzung für die relevante Grundgesamtheit hinreichend typisch ist
  • Größe allein genügt nicht
  • Auswahlverfahren, Ausfälle und systematische Verzerrungen sind entscheidend

Epidemiologie und Medizinstatistik

Definieren Sie den Begriff „Epidemiologie“. 2 P
  • Epidemiologie untersucht Häufigkeit, Verteilung und Einflussfaktoren gesundheitlicher Ereignisse in Bevölkerungen
  • Sie unterstützt Prävention, Versorgungsplanung und die Bewertung von Risiken, ohne Einzelfälle vollständig zu erklären
Erklären Sie den fachlichen Kern von „Prävalenz“. 2 P
  • Prävalenz bezeichnet den Anteil einer Bevölkerung, der zu einem bestimmten Zeitpunkt oder Zeitraum ein Merkmal beziehungsweise eine Erkrankung aufweist
  • Sie hängt von Neuerkrankungen und Krankheitsdauer ab
Definieren Sie den Begriff „Inzidenz“. 2 P
  • Inzidenz beschreibt neue Erkrankungsfälle in einer zunächst gefährdeten Population innerhalb eines festgelegten Zeitraums
  • Sie eignet sich besonders zur Untersuchung des Erkrankungsrisikos
Charakterisieren Sie „Relative und absolute Risiken“. 2 P
  • Das relative Risiko vergleicht Risiken zwischen Gruppen, das absolute Risiko zeigt die tatsächliche Differenz
  • Große relative Effekte können bei seltenen Ereignissen nur kleine absolute Unterschiede bedeuten
Beurteilen Sie die zentralen Grenzen und Risiken bei „Grenzen der Medizinstatistik“. 2 P
  • Statistiken können durch Definitionen, Auswahl der Population, fehlende Daten, Messfehler und interessengeleitete Darstellung verzerrt werden
  • Zahlen benötigen deshalb Quelle, Bezugsgröße, Zeitraum und methodischen Kontext

Gesellschaft, Struktur und soziale Ungleichheit

Ordnen Sie „Gesellschaft“ fachlich ein. 2 P
  • Gesellschaft bezeichnet ein dauerhaftes Geflecht sozialer Beziehungen, Institutionen, Regeln und gemeinsamer beziehungsweise umstrittener Ordnungen
  • Sie ist kein einheitlicher Akteur, sondern umfasst unterschiedliche Gruppen und Machtverhältnisse
Charakterisieren Sie „Soziale Struktur“. 2 P
  • Soziale Struktur beschreibt relativ stabile Muster der Verteilung von Positionen, Ressourcen, Chancen und Beziehungen
  • Dazu zählen Bildung, Beruf, Einkommen, Geschlecht, Alter, Herkunft und regionale Lebensbedingungen
Charakterisieren Sie „Soziale Ungleichheit“. 2 P
  • Soziale Ungleichheit liegt vor, wenn Ressourcen und Lebenschancen dauerhaft ungleich verteilt sind
  • Sie beeinflusst Bildung, Arbeit, Wohnraum, Gesundheit, Versorgung und Teilhabe, ohne individuelle Verläufe vollständig festzulegen
Ordnen Sie „Institution“ fachlich ein. 2 P
  • Institutionen sind verfestigte Regeln und Handlungsmuster, etwa Familie, Schule, Medizin oder Recht
  • Organisationen wie Kliniken setzen institutionelle Aufgaben in konkreten Strukturen, Zuständigkeiten und Routinen um
Erklären Sie den fachlichen Kern von „Soziale Gruppe“ bei „Gesellschaft, Struktur und soziale Ungleichheit“. 2 P
  • Eine soziale Gruppe besteht aus Personen mit wiederkehrender Interaktion, Zugehörigkeitsgefühl, gemeinsamen Normen oder Zielen
  • Größe, Dauer, Macht und formale Organisation können stark variieren

Demografie und Bevölkerungsstruktur

Definieren Sie den Begriff „Demografie“. 3 P
  • Demografie ist die Wissenschaft von Bevölkerungen, ihrer Größe, Zusammensetzung und Veränderung
  • Der Begriff verbindet griechisch demos, Volk, mit graphē, Beschreibung
  • Auch Demokratie und Demografie enthalten demos
Definieren Sie den Begriff „Bevölkerungsveränderung“. 2 P
  • Bevölkerungsgröße und -struktur verändern sich durch Geburten, Sterbefälle sowie Zu- und Fortzüge
  • Altersaufbau, Lebenserwartung und Haushaltsformen beeinflussen zusätzlich Versorgung, Arbeit und soziale Sicherung
Beschreiben Sie Ablauf und fachliche Bedeutung von „Demografischer Wandel“. 2 P
  • Demografischer Wandel bezeichnet längerfristige Veränderungen der Bevölkerungsstruktur
  • In Deutschland stehen vor allem Alterung, niedrige Geburtenzahlen, längere Lebensdauer, Migration und regionale Unterschiede im Mittelpunkt
Definieren Sie den Begriff „Bevölkerungspyramide“. 3 P
  • Eine Bevölkerungspyramide stellt Altersgruppen nach Geschlecht grafisch dar
  • Ihre Form macht geburtenstarke und geburtenschwache Jahrgänge, Alterung und historische Einschnitte sichtbar
  • Sie ist eine Momentaufnahme oder Modellrechnung
Charakterisieren Sie „Demografie und Ergotherapie“. 2 P
  • Eine alternde und regional unterschiedlich verteilte Bevölkerung verändert Bedarf, Arbeitsfelder und Versorgungsformen
  • Ergotherapie muss Prävention, Wohnen, Mobilität, Pflegearrangements und soziale Teilhabe stärker lebensweltbezogen berücksichtigen

Demografischer Wandel und soziale Sicherung

Erklären Sie Wirkzusammenhänge bei „Folgen für den Arbeitsmarkt“. 2 P
  • Wenn geburtenstarke Jahrgänge aus dem Erwerbsleben ausscheiden, können Fachkräfte knapper werden
  • Gleichzeitig entstehen neue Aufgaben in Gesundheit, Pflege, Rehabilitation, Technik, Beratung und altersgerechter Arbeitsgestaltung
Erklären Sie Wirkzusammenhänge bei „Folgen für soziale Sicherungssysteme“. 2 P
  • Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung geraten unter Anpassungsdruck, wenn sich Verhältnis, Einkommen und Bedarf von Beitragszahlenden und Leistungsbeziehenden verändern
  • Politische Lösungen verteilen Lasten unterschiedlich
Erklären Sie Funktion und fachlichen Zweck von „Versorgungsaufgaben der mittleren Generation“. 2 P
  • Erwerbstätige mittleren Alters übernehmen häufig zugleich Kinderbetreuung, Unterstützung älterer Angehöriger und Beruf
  • Diese Mehrfachverantwortung kann Zeit, Gesundheit und Einkommen belasten und verlangt verlässliche Dienste sowie flexible Arbeit
Unterscheiden Sie „Regionale Unterschiede“ anhand fachlicher Kriterien. 2 P
  • Alterung, Abwanderung, Zuwanderung und Infrastruktur entwickeln sich regional verschieden
  • Versorgungskonzepte müssen deshalb Entfernungen, Mobilität, digitale Zugänge, Nachbarschaft und verfügbare Fachkräfte vor Ort berücksichtigen
Charakterisieren Sie „Demografische Prognosen“. 3 P
  • Bevölkerungsprognosen beruhen auf Annahmen zu Geburten, Lebenserwartung und Migration
  • Sie zeigen mögliche Entwicklungen, keine sichere Zukunft
  • Mehrere Varianten und die zugrunde liegenden Annahmen müssen benannt werden

Familie, Formen und Funktionen

Erklären Sie den fachlichen Kern von „Familie“. 3 P
  • Familie umfasst dauerhaft verantwortete Beziehungen zwischen Generationen, besonders Elternschaft und Sorge für Kinder
  • Rechtliche, biologische und soziale Elternschaft können zusammenfallen oder getrennt sein
  • Familien leben in vielfältigen Formen
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Familienformen“. 2 P
  • Zu Familien zählen unter anderem Ehepaare und nichteheliche Paare mit Kindern, Alleinerziehende, Stief-, Pflege-, Adoptiv- und Regenbogenfamilien
  • Haushaltsstatistiken erfassen nicht jede gelebte Sorgebeziehung vollständig
Erklären Sie Funktion und fachlichen Zweck von „Familienfunktionen“. 2 P
  • Familien organisieren Versorgung, Sozialisation, emotionale Unterstützung, Alltag, Freizeit, Pflege und materielle Sicherung
  • Teile dieser Aufgaben werden durch Bildung, Medizin, soziale Dienste oder Märkte ergänzt beziehungsweise übernommen
Erklären Sie den fachlichen Kern von „Sozialisation in der Familie“. 2 P
  • Familien vermitteln Sprache, Werte, Regeln, Rollen und Formen der Konfliktlösung
  • Kinder eignen sich diese nicht passiv an, sondern verarbeiten sie in Beziehungen und in Wechselwirkung mit Schule, Peers, Medien und Gesellschaft
Charakterisieren Sie „Doing Family“. 2 P
  • Doing Family beschreibt Familie als fortlaufende Herstellungsleistung
  • Zugehörigkeit entsteht durch Fürsorge, Koordination, Rituale, Kommunikation und gemeinsame Verantwortung und muss unter wechselnden Lebensbedingungen immer wieder gestaltet werden

Soziale Rollen und Rollenkonflikte

Charakterisieren Sie „Soziale Rolle“ bei „Soziale Rollen und Rollenkonflikte“. 2 P
  • Eine soziale Rolle bündelt Erwartungen an Personen in einer bestimmten Position, etwa Patient, Elternteil oder Therapeut
  • Menschen interpretieren Rollen individuell und gehören gleichzeitig mehreren Rollen an
Charakterisieren Sie „Rollenerwartung“. 2 P
  • Rollenerwartungen können verbindliche Pflichten, übliche Erwartungen oder frei gestaltbare Möglichkeiten umfassen
  • Sie werden von Institutionen, Gruppen, Recht, Berufskultur und konkreten Beziehungen geprägt
Charakterisieren Sie „Intrarollenkonflikt“. 2 P
  • Ein Intrarollenkonflikt entsteht, wenn an dieselbe Rolle widersprüchliche Erwartungen gestellt werden
  • Eine Therapeutin soll etwa zugleich ausreichend Zeit geben, wirtschaftlich arbeiten und institutionelle Vorgaben erfüllen
Charakterisieren Sie „Interrollenkonflikt“. 2 P
  • Ein Interrollenkonflikt entsteht zwischen verschiedenen Rollen derselben Person, etwa Beruf, Elternschaft und Pflege eines Angehörigen
  • Zeit, Loyalität und Energie können nicht gleichzeitig allen Erwartungen entsprechen
Charakterisieren Sie „Patienten- und Therapeutenrolle“ bei „Soziale Rollen und Rollenkonflikte“. 3 P
  • Die Patientenrolle kann Hilfebedarf, Rechte und institutionelle Abhängigkeit verbinden
  • Die Therapeutenrolle umfasst Fachverantwortung und Macht
  • Partnerschaftliche Zielarbeit, Aufklärung und Wahlmöglichkeiten begrenzen einseitige Rollenzuschreibungen

Die Fragen und Antworten wurden aus den redaktionellen Lerntexten dieses Kapitels abgeleitet. Jede Antwort gehört ausschließlich zu der unmittelbar darüberstehenden Frage.

Hinweise des Lehrplans
  • Überblick Fallbeispiele
  • Erläuterung und Kritik der Verfahren an Beispielen vgl. Lehrplan Psychologie und Pädagogik
  • Fallbeispiele
  • Ableiten der allgemeinen Ziele der Demokratie aus dem Grundgesetz vgl. Lehrplan Berufs-, Gesetzes- und Staatskunde
  • Diskussion über Konsequenzen der Bevölkerungsentwicklung für die sozialen Sicherungssysteme
  • vgl. Lehrplan Psychologie und Pädagogik
  • Darstellung aktueller Fragen der Familienpolitik in den Medien
  • empirische Daten aus dem Bericht des Bundesministeriums für Familie einbinden
  • Diskussion

Quelle: Sächsisches Staatsministerium für Kultus: Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin, freigegeben ab 1. August 2020, S. 96.

02 Medizinsoziologie 16 Ustd. 52 Unterfragen
Lehrplananforderung

Die Schülerinnen und Schüler setzen sich mit Erklärungsmodellen von Gesundheitsund Krankheitsverhalten auseinander. Sie können das Verhalten einschließlich der Bewältigungsstrategien ihrer Klienten aus der Perspektive deren Rolle erklären. In kritischer Auseinandersetzung mit den gesellschaftlichen Erwartungen entwickeln sie ein eigenes berufliches Rollenverständnis und leiten daraus Ziele ergotherapeutischen Handelns ab. Die Schülerinnen und Schüler sind mit internationalen Entwicklungstendenzen ihres Berufsfeldes vertraut.

Quelle: Sächsisches Staatsministerium für Kultus: Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin, freigegeben ab 1. August 2020, S. 98.

Fragen & Antworten52

Kapitelkern

Charakterisieren Sie „Gesundheits- und Krankheitsverhalten“. 8 P
  • Krankheit als „Gewinn“
  • Krankheit als „Verlust“
  • Strategien
  • Compliance
  • Begriff
  • Ausmaß
  • Ursachen
  • Maßnahmen zur Complianceverbesserung
Erklären Sie Wirkzusammenhänge bei „Bewältigung beruflicher Belastungen“. 2 P
  • Belastung beschreibt äußere Anforderungen, Beanspruchung die individuelle Reaktion
  • Dosierung richtet sich nach Intensität, Dauer, Häufigkeit, Erholung und Verlauf

Gesundheit, Krankheit und Kranksein

Erklären Sie den fachlichen Kern von „Gesundheit als mehrdimensionaler Zustand“. 2 P
  • Gesundheit umfasst körperliche, psychische und soziale Funktions- und Handlungsmöglichkeiten
  • Sie ist kein statischer Idealzustand, sondern wird in Lebensführung, Umwelt, Anforderungen und persönlicher Bewertung erlebt
Erklären Sie den fachlichen Kern von „Krankheit“. 2 P
  • Krankheit bezeichnet fachlich beschreibbare Störungen, kann aber je nach Modell unterschiedlich erklärt werden
  • Diagnose, subjektives Erleben und gesellschaftliche Anerkennung sind miteinander verbunden, jedoch nicht identisch
Definieren Sie den Begriff „Kranksein“. 2 P
  • Kranksein meint die subjektive Erfahrung von Beschwerden, Unsicherheit, Einschränkung und Bedeutungsverlust
  • Zwei Menschen mit derselben Diagnose können Krankheit sehr verschieden erleben und bewältigen
Erklären Sie den fachlichen Kern von „Gesundheitsverhalten“. 3 P
  • Gesundheitsverhalten umfasst Handlungen, die Gesundheit erhalten, fördern oder gefährden
  • Wissen allein steuert es nicht
  • Gewohnheiten, Ressourcen, soziale Normen, Belastungen, Umwelt und erreichbare Angebote wirken mit
Definieren Sie den Begriff „Krankheitsverhalten“. 2 P
  • Krankheitsverhalten beschreibt Wahrnehmung, Deutung und Reaktion auf Symptome
  • Dazu gehören Abwarten, Selbstbehandlung, Hilfesuche, Nutzung von Versorgung und Umgang mit Empfehlungen

Erklärungsmodelle von Gesundheit und Krankheit

Erläutern Sie die Kernaussagen von „Biomedizinisches Modell“. 2 P
  • Das biomedizinische Modell erklärt Krankheit vor allem durch körperliche Abweichungen und pathophysiologische Prozesse
  • Es ist für Diagnostik und Akutbehandlung leistungsfähig, erfasst subjektive Bedeutung, Verhalten und Umwelt jedoch nur begrenzt
Erläutern Sie die Kernaussagen von „Psychoanalytisches Modell“. 2 P
  • Psychoanalytische Modelle betrachten unbewusste Konflikte, Abwehr und Beziehungserfahrungen als mögliche Einflüsse auf Symptome und Krankheitsverarbeitung
  • Aussagen müssen fallbezogen geprüft und dürfen körperliche Ursachen nicht ersetzen
Erläutern Sie die Kernaussagen von „Verhaltenstheoretisches Modell“. 2 P
  • Verhaltenstheoretische Modelle erklären gesundheitsbezogenes Verhalten durch Lernen, Konsequenzen, Erwartungen und situative Auslöser
  • Sie ermöglichen konkrete Verhaltensanalysen, benötigen aber Ergänzungen um Biografie, Beziehung und Lebenslage
Erläutern Sie die Kernaussagen von „Soziologisches Modell“. 2 P
  • Soziologische Modelle untersuchen, wie soziale Lage, Rollen, Normen, Arbeit, Institutionen und Ungleichheit Gesundheit und Versorgung prägen
  • Sie erklären Gruppenmuster, ersetzen aber keine individuelle medizinische Beurteilung
Charakterisieren Sie „Biopsychosoziale Perspektive“. 2 P
  • Die biopsychosoziale Perspektive verbindet körperliche Prozesse, psychische Verarbeitung und soziale Bedingungen
  • Sie verlangt keine Gleichgewichtung aller Faktoren, sondern eine fallbezogene Analyse ihrer Wechselwirkungen

Institution Klinik und Patientenkarriere

Ordnen Sie „Klinik als soziale Institution“ fachlich ein. 2 P
  • Eine Klinik ordnet Versorgung durch Zuständigkeiten, Zeitpläne, Dokumentation, Hierarchien und standardisierte Abläufe
  • Diese Strukturen schaffen Sicherheit, können aber Autonomie, Privatsphäre und Alltagsrollen einschränken
Charakterisieren Sie „Patientenrolle in der Klinik“. 2 P
  • Patienten geben in der Klinik teilweise Kontrolle ab und müssen sich institutionellen Regeln anpassen
  • Zugleich behalten sie Rechte auf Information, Einwilligung, Ablehnung, Datenschutz und Beteiligung an Entscheidungen
Erklären Sie den fachlichen Kern von „Patientenkarriere“. 2 P
  • Patientenkarriere bezeichnet den sozialen Verlauf vom Wahrnehmen eines Problems über Hilfesuche, Diagnose und Behandlung bis zu Rehabilitation oder dauerhafter Versorgung
  • Institutionelle Zugänge und Zuschreibungen prägen jede Phase
Definieren Sie den Begriff „Hospitalisierungseffekte“. 2 P
  • Längere institutionelle Versorgung kann Passivität, Abhängigkeit, Verlust von Routinen und soziale Entkopplung fördern
  • Aktivierende Alltagsgestaltung, Wahlmöglichkeiten und frühe Übergangsplanung wirken dem entgegen
Leiten Sie aus „Ergotherapeutischer Beitrag in der Klinik“ Konsequenzen für die ergotherapeutische Praxis ab. 2 P
  • Ergotherapie verbindet medizinische Behandlung mit konkretem Alltag
  • Sie erfasst bedeutsame Betätigungen, trainiert Handlungsmöglichkeiten, passt Umwelt an und bereitet Übergänge in Wohnung, Arbeit und soziale Rollen vor

Krankheit als Verlust und möglicher Gewinn

Charakterisieren Sie „Krankheit als Verlust“. 2 P
  • Krankheit kann Fähigkeiten, Rollen, Sicherheit, Einkommen, Beziehungen und Zukunftsvorstellungen beeinträchtigen
  • Verluste sind objektiv und subjektiv verschieden und können auch Identität und Lebenssinn betreffen
Erklären Sie den fachlichen Kern von „Sekundärer Krankheitsgewinn“. 2 P
  • Sekundärer Krankheitsgewinn bezeichnet indirekte Vorteile einer Krankenrolle, etwa Entlastung, Zuwendung oder Schutz vor Anforderungen
  • Der Begriff darf nicht als Unterstellung von Simulation oder persönlicher Schuld verwendet werden
Charakterisieren Sie „Primärer Krankheitsgewinn“. 2 P
  • In psychodynamischen Modellen meint primärer Krankheitsgewinn eine innere Entlastung durch Symptombildung
  • Das ist eine theoretische Deutung und keine unmittelbar beobachtbare Tatsache
Beurteilen Sie die zentralen Grenzen und Risiken bei „Ambivalenz bei Veränderung“. 3 P
  • Menschen können Besserung wünschen und zugleich Folgen der Veränderung fürchten
  • Solche Ambivalenz ist häufig verständlich
  • Offene Zielklärung und kleine erprobte Schritte sind hilfreicher als moralischer Druck
Leiten Sie aus „Therapeutischer Umgang mit Krankheitsgewinn“ Konsequenzen für die ergotherapeutische Praxis ab. 2 P
  • Therapie untersucht Funktionen und Konsequenzen eines Verhaltens respektvoll, ohne Motive vorschnell festzulegen
  • Alternative Wege zu Entlastung, Zugehörigkeit oder Schutz werden gemeinsam entwickelt

Coping und Krankheitsverarbeitung

Erklären Sie den fachlichen Kern von „Coping“. 2 P
  • Coping bezeichnet Gedanken und Handlungen zur Bewältigung belastender Anforderungen
  • Strategien können problembezogen, emotionsbezogen, vermeidend, sinnorientiert oder sozial ausgerichtet sein und je nach Situation unterschiedlich wirken
Beurteilen Sie die zentralen Grenzen und Risiken bei „Problemorientiertes Coping“. 2 P
  • Problemorientiertes Coping verändert die Belastung selbst, etwa durch Information, Planung, Training, Hilfsmittel oder Verhandlung
  • Es ist besonders sinnvoll, wenn die Situation beeinflussbar ist
Erklären Sie den fachlichen Kern von „Emotionsorientiertes Coping“. 2 P
  • Emotionsorientiertes Coping reguliert Gefühle und körperliche Anspannung, etwa durch Austausch, Entspannung, Akzeptanz oder Ablenkung
  • Es kann handlungsfähig machen, ohne die äußere Situation unmittelbar zu verändern
Charakterisieren Sie „Vermeidung als Coping“. 2 P
  • Vermeidung kann kurzfristig Schutz und Abstand schaffen, langfristig aber Aktivität, Information oder Behandlung behindern
  • Entscheidend sind Dauer, Funktion, Kosten und verfügbare Alternativen
Erklären Sie Wirkzusammenhänge bei „Ressourcenorientierte Bewältigung“. 2 P
  • Ressourcenorientierung erfasst Fähigkeiten, Beziehungen, Erfahrungen, Werte, Routinen und Umweltunterstützung
  • Ressourcen werden nicht nur benannt, sondern in konkrete Handlungen und erreichbare Ziele übersetzt

Stressbewertung und Bewältigungsprozess

Erläutern Sie die Kernaussagen von „Transaktionales Stressmodell“. 3 P
  • Im transaktionalen Modell entsteht Stress aus der Beziehung zwischen Anforderung und Bewertung
  • Menschen prüfen Bedeutung, Gefahr und verfügbare Bewältigungsmöglichkeiten
  • Neubewertungen verändern den weiteren Verlauf
Ordnen Sie „Primäre Bewertung“ fachlich ein. 2 P
  • Die primäre Bewertung ordnet eine Situation als irrelevant, günstig oder belastend ein
  • Belastung kann als Schaden, Bedrohung oder Herausforderung erlebt werden
Ordnen Sie „Sekundäre Bewertung“ fachlich ein. 2 P
  • Die sekundäre Bewertung betrifft verfügbare Ressourcen und Handlungsmöglichkeiten
  • Dazu zählen Wissen, Zeit, Kontrolle, Unterstützung, Geld, körperliche Kraft und erreichbare Hilfen
Ordnen Sie „Neubewertung“ fachlich ein. 2 P
  • Neubewertung verändert die Einschätzung einer Situation aufgrund neuer Informationen, Erfahrungen oder Bewältigungsversuche
  • Sie kann Belastung vermindern, erhöhen oder neue Ziele erforderlich machen
Charakterisieren Sie „Coping und Ergotherapie“. 2 P
  • Ergotherapie macht Bewältigung in konkreten Alltagssituationen beobachtbar
  • Tätigkeitsanalyse, Anpassung, Routinen, Hilfsmittel und Umweltveränderung erweitern praktisch nutzbare Handlungsoptionen

Adhärenz, Compliance und gemeinsame Entscheidungen

Erklären Sie den fachlichen Kern von „Compliance“. 2 P
  • Compliance bezeichnet traditionell das Befolgen professioneller Empfehlungen
  • Der Begriff kann ein einseitiges Machtverhältnis nahelegen und erklärt Abweichungen häufig zu stark als Eigenschaft des Patienten
Definieren Sie den Begriff „Adhärenz“. 2 P
  • Adhärenz beschreibt, inwieweit gemeinsam vereinbarte Maßnahmen umgesetzt werden
  • Sie berücksichtigt Verständlichkeit, Zustimmung, Alltagstauglichkeit, Nebenwirkungen, Ressourcen und die Qualität der Zusammenarbeit
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Ursachen geringer Adhärenz“. 2 P
  • Mögliche Ursachen sind unklare Informationen, widersprüchliche Ziele, Nebenwirkungen, Kosten, Vergessen, geringe Zugänglichkeit, kulturelle Unterschiede oder fehlende Passung zum Alltag
  • Vorschnelle Schuldzuweisung ist unfachlich
Definieren Sie den Begriff „Adhärenzförderung“. 1 P
  • Adhärenz verbessert sich durch gemeinsame Ziele, klare Sprache, überprüftes Verständnis, realistische Schritte, Erinnerungs- und Umweltstrategien sowie regelmäßige Rückmeldung über Wirkung und Hindernisse
Charakterisieren Sie „Shared Decision Making“. 2 P
  • Gemeinsame Entscheidungsfindung verbindet fachliche Evidenz mit Erfahrungen, Werten und Präferenzen des Klienten
  • Optionen, Nutzen, Risiken und Unsicherheiten werden verständlich besprochen

Berufliche Belastung, Distanz und Psychohygiene

Erklären Sie Wirkzusammenhänge bei „Berufliche Belastungen“ bei „Berufliche Belastung, Distanz und Psychohygiene“. 2 P
  • Belastungen entstehen durch Zeitdruck, Verantwortung, Leid, Konflikte, körperliche Anforderungen, Dokumentation und begrenzte Ressourcen
  • Beanspruchung hängt zusätzlich von Erfahrung, Unterstützung, Kontrolle und Erholung ab
Charakterisieren Sie „Professionelle Nähe“. 2 P
  • Professionelle Nähe ermöglicht Vertrauen, Empathie und genaues Verstehen
  • Sie bedeutet zugewandte Beziehung innerhalb eines klaren Auftrags und ist nicht mit privater Freundschaft oder grenzenloser Verfügbarkeit gleichzusetzen
Charakterisieren Sie „Professionelle Distanz“. 2 P
  • Professionelle Distanz schützt Autonomie, Rollenklärung und Urteilsfähigkeit
  • Sie ist keine emotionale Kälte, sondern die Fähigkeit, Nähe zu dosieren, Grenzen zu benennen und Verantwortung nicht zu vermischen
Erklären Sie den fachlichen Kern von „Psychohygiene“ bei „Berufliche Belastung, Distanz und Psychohygiene“. 1 P
  • Psychohygiene umfasst Maßnahmen zur Erhaltung psychischer Gesundheit, etwa Pausen, Schlaf, Bewegung, kollegialen Austausch, Reflexion, Supervision und realistische Zuständigkeitsgrenzen
Charakterisieren Sie „Warnzeichen übermäßiger Beanspruchung“. 2 P
  • Anhaltende Erschöpfung, Zynismus, Schlafprobleme, Reizbarkeit, Fehler, Rückzug und Verlust von Mitgefühl sind Warnzeichen
  • Sie verlangen Belastungsanalyse und gegebenenfalls betriebliche, fachliche oder medizinische Unterstützung

Burnout und Prävention

Definieren Sie den Begriff „Burnout“. 2 P
  • Burnout beschreibt ein arbeitsbezogenes Syndrom mit Erschöpfung, mentaler Distanz oder Zynismus und verringerter beruflicher Wirksamkeit
  • Es ist von Depressionen und anderen Erkrankungen fachlich abzugrenzen
Beurteilen Sie die zentralen Grenzen und Risiken bei „Risikofaktoren für Burnout“. 2 P
  • Risiken steigen bei dauerhafter Überlastung, geringer Kontrolle, widersprüchlichen Anforderungen, fehlender Anerkennung, unfairen Strukturen und unzureichender Erholung
  • Individuelle und organisationale Faktoren wirken zusammen
Erklären Sie den fachlichen Kern von „Individuelle Prävention“. 2 P
  • Individuelle Prävention umfasst Erholung, Grenzen, Priorisierung, soziale Unterstützung und frühzeitige Hilfe
  • Sie kann schlechte Arbeitsbedingungen jedoch nicht allein ausgleichen
Charakterisieren Sie „Organisationale Prävention“. 2 P
  • Organisationale Prävention verbessert Personalbemessung, Aufgabenklärung, Beteiligung, Führung, Pausen, Supervision und Fehlerkultur
  • Belastungsschutz ist eine gemeinsame und arbeitsorganisatorische Aufgabe
Charakterisieren Sie „Akute Gefährdung“ bei „Burnout und Prävention“. 2 P
  • Bei deutlicher psychischer Krise, Suizidgedanken oder Verlust der Arbeitsfähigkeit genügt Selbstfürsorge nicht
  • Es braucht unmittelbare professionelle Abklärung und gegebenenfalls Schutzmaßnahmen

Profession und Professionalisierung der Ergotherapie

Definieren Sie den Begriff „Profession“. 2 P
  • Eine Profession verfügt über spezialisiertes Wissen, geregelte Qualifikation, ethische Standards und Verantwortung für komplexe gesellschaftliche Aufgaben
  • Sie muss ihre Entscheidungen begründen und deren Qualität überprüfen
Definieren Sie den Begriff „Professionalisierung“. 2 P
  • Professionalisierung ist die Entwicklung von Ausbildung, Forschung, Standards, Berufsidentität, Autonomie und gesellschaftlicher Anerkennung
  • Sie bleibt ein fortlaufender und auch politischer Prozess
Charakterisieren Sie „Evidenzbasierte Ergotherapie“. 2 P
  • Evidenzbasierte Praxis verbindet bestverfügbare Forschung, fachliche Erfahrung, Werte des Klienten und konkrete Rahmenbedingungen
  • Keine Quelle allein entscheidet automatisch über die passende Intervention
Charakterisieren Sie „Berufliches Rollenverständnis“. 2 P
  • Ein reflektiertes Rollenverständnis klärt Auftrag, Kompetenzen, Grenzen, Macht und Zusammenarbeit
  • Es schützt vor Übernahme fremder Aufgaben und unterstützt begründete interprofessionelle Entscheidungen
Beschreiben Sie Ablauf und fachliche Bedeutung von „Internationale Entwicklungstendenzen“. 2 P
  • International stärken Betätigungsorientierung, Teilhabe, Community Practice, Prävention, digitale Versorgung und wissenschaftliche Qualifizierung das Berufsfeld
  • Nationale Rechts- und Versorgungssysteme beeinflussen die Umsetzung

Die Fragen und Antworten wurden aus den redaktionellen Lerntexten dieses Kapitels abgeleitet. Jede Antwort gehört ausschließlich zu der unmittelbar darüberstehenden Frage.

Hinweise des Lehrplans
  • Aufzeigen der Abhängigkeit der einzelnen Phasen von institutionellen Möglichkeiten, von Einflüssen des Gesundheitssystems und der Gesundheitspolitik
  • Problemdiskussion, Gruppenarbeit mit unterschiedlichen Aufgabenstellungen und Präsentation, Erfahrungsberichte der Schülerinnen und Schüler aus der praktischen Ausbildung einbeziehen
  • Stress - Reaktionstheorie nach Lazerus, Phasenmodelle nach Karney, Kübler-Ross, Schuckhardt, Copingstrategien nach Heim, Thomae
  • vgl. Lehrplan Psychologie und Pädagogik
  • chronisch Kranke, Patienten mit infauster Diagnose

Quelle: Sächsisches Staatsministerium für Kultus: Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin, freigegeben ab 1. August 2020, S. 98.

03 Gerontologie 24 Ustd. 56 Unterfragen
Lehrplananforderung

Die Schülerinnen und Schüler begreifen, dass ergotherapeutisches Handeln mit älteren Menschen zunehmend das Berufsbild des Ergotherapeuten bestimmt. Sie kennen verschiedene Sichtweisen zum Begriff Alter und diskutieren altersbedingte Veränderungen. In der Auseinandersetzung mit Ergebnissen der soziologischen Altersforschung erfassen die Schülerinnen und Schüler die Aspekte der ergotherapeutischen Arbeit mit älteren Menschen.

Quelle: Sächsisches Staatsministerium für Kultus: Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin, freigegeben ab 1. August 2020, S. 99.

Fragen & Antworten56

Kapitelkern

Charakterisieren Sie „Auseinandersetzung mit altersbedingten Veränderungen“. 6 P
  • Wohnen im Alter
  • Alter und Einkommen
  • Alter und Freizeit
  • Alter und Sexualität
  • Alter und abweichendes Verhalten (Alterssuizid, Alterskriminalität)
  • Alter und Sterben

Alter, Altern und Gerontologie

Definieren Sie den Begriff „Gerontologie“. 3 P
  • Gerontologie untersucht Altern und Alter interdisziplinär aus biologischer, psychologischer, sozialer und kultureller Perspektive
  • Der Name verbindet griechisch gerōn, alter Mensch, mit logos, Lehre
  • Auch Geriatrie enthält ger- als Altersbezug
Definieren Sie den Begriff „Alter“. 2 P
  • Alter kann kalendarisch, biologisch, psychologisch, sozial oder funktional beschrieben werden
  • Diese Dimensionen stimmen bei einer Person nicht zwingend überein
Definieren Sie den Begriff „Altern“. 2 P
  • Altern ist ein lebenslanger, mehrdimensionaler Prozess mit Verlusten, Stabilität und Entwicklungsmöglichkeiten
  • Verlauf und Bedeutung hängen von Biografie, Gesundheit, Umwelt, Ressourcen und Gesellschaft ab
Charakterisieren Sie „Heterogenität im Alter“. 2 P
  • Menschen gleichen Alters unterscheiden sich stark in Gesundheit, Leistungsfähigkeit, Lebensstil, Einkommen, Beziehungen und Zielen
  • Altersangaben allein sind deshalb keine ausreichende Grundlage für Therapieplanung
Charakterisieren Sie „Geriatrie und Gerontologie“. 2 P
  • Geriatrie ist das medizinische Fachgebiet für Erkrankungen und Funktionsprobleme älterer Menschen
  • Gerontologie untersucht Altern umfassender und schließt psychologische, soziale, kulturelle und politische Fragen ein

Altersbilder und Ageismus

Definieren Sie den Begriff „Altersbild“. 2 P
  • Altersbilder sind Vorstellungen darüber, wie ältere Menschen angeblich sind oder sein sollen
  • Sie prägen Selbstbild, Erwartungen, Versorgung und gesellschaftliche Teilhabe
Erklären Sie den fachlichen Kern von „Ageismus“. 2 P
  • Ageismus bezeichnet Benachteiligung, Abwertung oder stereotype Zuschreibung aufgrund des Alters
  • Er kann ältere und jüngere Menschen betreffen und auch wohlmeinend als Bevormundung auftreten
Charakterisieren Sie „Defizitorientiertes Altersbild“. 2 P
  • Ein defizitorientiertes Altersbild reduziert Altern auf Abbau, Krankheit und Abhängigkeit
  • Es übersieht Kompetenzen, Anpassung, Erfahrung und individuelle Unterschiede und kann therapeutische Ziele unnötig begrenzen
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Positives Altersstereotyp“. 2 P
  • Auch idealisierte Bilder vom immer aktiven und erfolgreichen Altern erzeugen Druck
  • Menschen mit Krankheit, Armut oder Unterstützungsbedarf dürfen nicht für strukturelle Bedingungen verantwortlich gemacht werden
Charakterisieren Sie „Altersbilder in der Ergotherapie“. 2 P
  • Ergotherapie prüft Annahmen durch individuellen Befund und gemeinsame Zielklärung
  • Sprache, Auswahl von Aktivitäten und Risikobewertung sollen weder infantilisieren noch Fähigkeiten überschätzen

Körperliche, psychovegetative und soziale Veränderungen

Charakterisieren Sie „Körperliche Veränderungen im Alter“. 2 P
  • Mit dem Alter verändern sich unter anderem Muskelkraft, Gleichgewicht, Sinnesleistungen, Regeneration und Belastbarkeit
  • Ausmaß und funktionelle Bedeutung sind individuell und durch Training, Erkrankungen sowie Umwelt mitbestimmt
Charakterisieren Sie „Psychovegetative Veränderungen“. 3 P
  • Schlaf, Antrieb, autonome Regulation und Stressverarbeitung können sich verändern
  • Beschwerden sind nicht automatisch normales Altern
  • Neue oder ausgeprägte Symptome benötigen fachliche Abklärung
Charakterisieren Sie „Soziale Veränderungen“. 2 P
  • Ruhestand, Verwitwung, Pflegeaufgaben, Umzug und veränderte Mobilität können Rollen und Netzwerke verändern
  • Zugleich entstehen neue Freiräume, Beziehungen und Formen gesellschaftlicher Beteiligung
Definieren Sie den Begriff „Kompensation“. 2 P
  • Kompensation gleicht Einschränkungen durch andere Strategien, Hilfsmittel oder Umweltanpassung aus
  • Sie ist kein therapeutisches Scheitern, sondern kann Selbstständigkeit und Teilhabe wirksam sichern
Leiten Sie aus „Ergotherapeutische Hilfen“ Konsequenzen für die ergotherapeutische Praxis ab. 2 P
  • Hilfen reichen von Training und Tagesstruktur über Wohnraumanpassung, Hilfsmittel und Angehörigenberatung bis zu Gruppenangeboten
  • Ausgangspunkt sind bedeutsame Betätigungen und reale Lebensbedingungen

Theorien des Alterns

Erläutern Sie die Kernaussagen von „Disengagementtheorie“. 2 P
  • Die Disengagementtheorie beschreibt Altern als wechselseitigen Rückzug von Individuum und Gesellschaft
  • Sie erklärt manche Übergänge, wird aber kritisiert, weil Rückzug nicht allgemein erwünscht oder unvermeidlich ist
Erläutern Sie die Kernaussagen von „Aktivitätstheorie“. 2 P
  • Die Aktivitätstheorie nimmt an, dass Zufriedenheit durch erhaltene oder ersetzte Rollen und Aktivitäten gefördert wird
  • Sie betont Beteiligung, darf aber Ruhe, Auswahl und ungleiche Möglichkeiten nicht abwerten
Erläutern Sie die Kernaussagen von „Kontinuitätstheorie“. 2 P
  • Die Kontinuitätstheorie geht davon aus, dass Menschen vertraute Werte, Beziehungen und Bewältigungsstile möglichst fortführen
  • Anpassung gelingt häufig, wenn Neues an biografische Muster anschließt
Erläutern Sie die Kernaussagen von „Gleichgewichtstheorie nach Thomae“. 2 P
  • Thomae betont das Verhältnis zwischen erlebter Situation, Bedürfnissen, Möglichkeiten und Bewältigung
  • Zufriedenheit hängt weniger vom Alter selbst als von persönlicher Deutung und Passung der Lebenslage ab
Begründen Sie die fachliche Bedeutung von „Nutzen von Alterstheorien“. 2 P
  • Alterstheorien bieten Perspektiven und Hypothesen, keine Schablonen für Einzelpersonen
  • Sie werden anhand von Biografie, Zielen, Kultur und konkreter Umwelt kritisch geprüft

Lernen im Alter

Charakterisieren Sie „Lernfähigkeit im Alter“. 2 P
  • Lernfähigkeit bleibt grundsätzlich erhalten
  • Lerntempo, Arbeitsgedächtnis, Sinnesleistungen und Abruf können sich verändern, während Erfahrung, Bedeutungswissen und Strategien häufig stabile Ressourcen sind
Charakterisieren Sie „Günstige Lernbedingungen“. 1 P
  • Günstig sind klare Ziele, relevante Aufgaben, ausreichend Zeit, wenig Ablenkung, gute Beleuchtung, verständliche Rückmeldung und wiederholte Anwendung in realen Situationen
Erklären Sie den fachlichen Kern von „Fehlerarmes Lernen“. 2 P
  • Beim fehlerarmen Lernen werden Aufgaben so strukturiert, dass Fehlversuche möglichst vermieden und korrekte Schritte häufig wiederholt werden
  • Es kann besonders bei Gedächtnisstörungen hilfreich sein
Erklären Sie den fachlichen Kern von „Motorisches Lernen im Alter“. 2 P
  • Motorisches Lernen profitiert von aufgabenspezifischem Üben, angemessener Dosierung, Pausen, Rückmeldung und sicheren Bedingungen
  • Funktionelle Ziele erhöhen Relevanz und Übertragung in den Alltag
Erklären Sie den fachlichen Kern von „Kognitives Lernen im Alter“. 2 P
  • Kognitive Lernangebote nutzen Struktur, Wiederholung, Verknüpfung mit Vorwissen und externe Gedächtnishilfen
  • Überforderung und Unterforderung werden durch stufenweise Anpassung vermieden

Gruppenlernen mit älteren Menschen

Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Ziele des Gruppenlernens“. 2 P
  • Gruppen können Lernen, soziale Beteiligung, Austausch, Motivation und Rollenübernahme fördern
  • Das gemeinsame Thema muss zu Fähigkeiten, Interessen und Zielen der Teilnehmenden passen
Definieren Sie den Begriff „Gruppenzusammensetzung“. 2 P
  • Zusammensetzung berücksichtigt Kognition, Kommunikation, Mobilität, Belastbarkeit, Kultur und Unterstützungsbedarf
  • Heterogenität kann bereichern, benötigt aber differenzierte Aufgaben
Definieren Sie den Begriff „Gruppenleitung“. 2 P
  • Die Leitung schafft Struktur, Sicherheit, verständliche Regeln und Beteiligungsmöglichkeiten
  • Sie beobachtet Dynamik, dosiert Tempo und verhindert Dominanz, Beschämung oder Ausschluss
Charakterisieren Sie „Transfer aus der Gruppe“. 2 P
  • Transfer gelingt, wenn geübte Strategien mit konkreten Alltagssituationen verbunden und außerhalb der Gruppe erprobt werden
  • Angehörige oder andere Bezugspersonen können nach Einwilligung einbezogen werden
Erklären Sie den fachlichen Kern von „Gruppenlernen bei kognitiver Einschränkung“. 2 P
  • Kurze Schritte, feste Rituale, sichtbare Materialien und wiederkehrende Aufgaben erleichtern Orientierung
  • Teilnahme wird an Ressourcen angepasst und nicht allein an korrekten Antworten gemessen

Wohnen und Umwelt im Alter

Charakterisieren Sie „Wohnen im Alter“. 2 P
  • Wohnen verbindet Sicherheit, Identität, Gewohnheiten, Privatsphäre und soziale Beziehungen
  • Wohnentscheidungen betreffen deshalb mehr als Barrierefreiheit oder Pflegebedarf
Definieren Sie den Begriff „Wohnraumanpassung“. 2 P
  • Wohnraumanpassung reduziert Barrieren durch Beleuchtung, Haltemöglichkeiten, Wegegestaltung, Möblierung, Hilfsmittel oder Technik
  • Veränderungen werden gemeinsam erprobt und an Routinen sowie Risiken angepasst
Erklären Sie den fachlichen Kern von „Ageing in Place“. 2 P
  • Ageing in Place bezeichnet das Älterwerden in vertrauter Wohnung und Umgebung
  • Es gelingt nur, wenn Versorgung, Mobilität, soziale Kontakte, Finanzierung und Sicherheit ausreichend tragfähig sind
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Alternative Wohnformen“. 2 P
  • Betreutes Wohnen, gemeinschaftliche Wohnprojekte, Pflege-Wohngemeinschaften und stationäre Einrichtungen verbinden Selbstständigkeit und Unterstützung unterschiedlich
  • Qualität hängt von realer Wahlfreiheit und Alltagsgestaltung ab
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Quartiersbezug“. 2 P
  • Ein altersfreundliches Quartier bietet erreichbare Versorgung, sichere Wege, Begegnungsorte, Verkehr und Beteiligung
  • Ergotherapie kann Barrieren und Betätigungsmöglichkeiten nicht nur in der Wohnung, sondern im Umfeld analysieren

Einkommen, Freizeit und Teilhabe

Charakterisieren Sie „Alter und Einkommen“. 2 P
  • Einkommen und Vermögen beeinflussen Wohnqualität, Ernährung, Mobilität, Hilfsmittel und soziale Teilhabe
  • Altersarmut ist ungleich verteilt und kann gesundheitliche Belastungen verstärken
Charakterisieren Sie „Freizeit im Alter“. 2 P
  • Freizeit kann Erholung, Sinn, soziale Rollen und körperliche Aktivität ermöglichen
  • Ruhestand schafft Zeit, beseitigt aber nicht automatisch Zugangsbarrieren, Einsamkeit oder fehlende finanzielle Mittel
Begründen Sie die fachlichen Anforderungen bei „Soziale Teilhabe“. 2 P
  • Soziale Teilhabe bedeutet, Beziehungen, Gemeinschaft und gesellschaftliche Rollen entsprechend eigener Wünsche ausüben zu können
  • Entscheidend sind nicht bloß Kontakte, sondern Zugehörigkeit und Einfluss
Charakterisieren Sie „Einsamkeit und soziale Isolation“. 2 P
  • Soziale Isolation beschreibt wenige Kontakte, Einsamkeit das belastende subjektive Gefühl fehlender Verbundenheit
  • Beide können zusammen auftreten, sind aber nicht identisch und benötigen unterschiedliche Ansätze
Leiten Sie aus „Ergotherapeutische Teilhabeförderung“ Konsequenzen für die ergotherapeutische Praxis ab. 2 P
  • Ergotherapie klärt bedeutsame Rollen und Hindernisse, trainiert Wege und Kommunikation, passt Aktivitäten an und erschließt Gruppen oder Angebote
  • Ziel ist selbstbestimmte Beteiligung, nicht bloße Beschäftigung

Sexualität und Intimität im Alter

Charakterisieren Sie „Sexualität im Alter“. 2 P
  • Sexualität, Nähe und Intimität bleiben mögliche Bestandteile des Lebens
  • Bedürfnisse und Ausdrucksformen verändern sich individuell und dürfen weder geleugnet noch vorausgesetzt werden
Analysieren Sie den Zusammenhang bei „Einfluss von Erkrankungen“. 2 P
  • Erkrankungen, Schmerzen, Medikamente, Körperbild und Pflegeabhängigkeit können Sexualität beeinflussen
  • Respektvolle Information und gegebenenfalls interprofessionelle Abklärung unterstützen einen selbstbestimmten Umgang
Charakterisieren Sie „Privatsphäre in Einrichtungen“. 2 P
  • Einrichtungen müssen Rückzug, vertrauliche Gespräche und partnerschaftliche Kontakte ermöglichen
  • Schutzkonzepte dürfen nicht pauschal erwachsene Selbstbestimmung aufheben
Definieren Sie den Begriff „Einwilligungsfähigkeit“. 3 P
  • Einwilligung verlangt Freiwilligkeit, Verständnis und die Möglichkeit, Zustimmung oder Ablehnung auszudrücken
  • Bei kognitiver Einschränkung wird situationsbezogen geprüft
  • Schutz und Selbstbestimmung sind sorgfältig abzuwägen
Charakterisieren Sie „Professionelle Gesprächsführung“. 2 P
  • Fachkräfte sprechen neutral, diskret und ohne Altersstereotype
  • Sie klären nur, was für Auftrag, Sicherheit oder Betätigung relevant ist, und respektieren Grenzen

Sterben, Verlust und Versorgung am Lebensende

Charakterisieren Sie „Alter und Sterben“. 2 P
  • Sterben ist kein ausschließliches Altersthema, wird im höheren Lebensalter aber häufiger konkret
  • Wünsche, Ängste, kulturelle Deutungen und Versorgungsbedingungen unterscheiden sich stark
Charakterisieren Sie „Palliative Haltung“. 2 P
  • Palliative Versorgung richtet sich auf Lebensqualität, Symptomlinderung, Kommunikation und Unterstützung von Angehörigen
  • Sie kann frühzeitig neben krankheitsbezogener Behandlung beginnen
Charakterisieren Sie „Ergotherapie am Lebensende“. 2 P
  • Ergotherapie unterstützt bedeutsame Aktivitäten, Positionierung, Energieeinteilung, Kommunikation, Abschied und Umweltgestaltung
  • Ziele werden flexibel an Tagesform und Wünsche angepasst
Definieren Sie den Begriff „Trauer“. 2 P
  • Trauer ist eine individuelle Reaktion auf Verlust und verläuft nicht zwingend in festen Stufen
  • Schwankungen, ambivalente Gefühle und unterschiedliche Ausdrucksformen sind möglich
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Vorausplanung“. 2 P
  • Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht und Gespräche über Behandlungswünsche können Entscheidungen erleichtern
  • Fachkräfte informieren im eigenen Zuständigkeitsbereich und verweisen bei Rechts- oder Medizinfragen weiter

Alterssuizid, Krise und Sicherheit

Charakterisieren Sie „Suizidalität im Alter“. 2 P
  • Suizidgedanken können bei älteren Menschen mit Depression, Schmerz, Verlust, Isolation oder Hoffnungslosigkeit verbunden sein
  • Sie sind nicht als nachvollziehbare Alterserscheinung zu bagatellisieren
Definieren Sie den Begriff „Warnzeichen“ bei „Alterssuizid, Krise und Sicherheit“. 2 P
  • Warnzeichen können konkrete Äußerungen, Rückzug, Abschiedshandlungen, Hoffnungslosigkeit, plötzliches Ordnen von Angelegenheiten oder Zugang zu Mitteln sein
  • Einzelne Zeichen beweisen nichts, verlangen aber direkte Klärung
Charakterisieren Sie „Direktes Ansprechen“. 3 P
  • Suizidgedanken dürfen ruhig und direkt angesprochen werden
  • Das erhöht nicht das Risiko, sondern ermöglicht Einschätzung und Hilfe
  • Akute Gefährdung erfordert sofortige Schutz- und Notfallmaßnahmen
Definieren Sie den Begriff „Alterskriminalität“. 3 P
  • Kriminalität im Alter ist kein einheitliches Phänomen
  • Statistische Auffälligkeiten, kognitive Erkrankungen, Armut und individuelle Verantwortung müssen getrennt betrachtet werden
  • Altersstereotype sind unzulässig
Beurteilen Sie die zentralen Grenzen und Risiken bei „Ergotherapeutische Grenze“. 2 P
  • Bei akuter Eigen- oder Fremdgefährdung hat Sicherheit Vorrang vor dem üblichen Therapieablauf
  • Ergotherapeutinnen handeln nach Einrichtungsvorgaben, holen unverzüglich zuständige medizinische Hilfe und dokumentieren sachlich

Die Fragen und Antworten wurden aus den redaktionellen Lerntexten dieses Kapitels abgeleitet. Jede Antwort gehört ausschließlich zu der unmittelbar darüberstehenden Frage.

Hinweise des Lehrplans
  • Materialsammlung zu Bildern des alten Menschen in den Medien
  • Gruppenarbeit
  • Gegenüberstellung verschiedener Theorien, Problemdiskussion
  • vgl. Lehrplan Psychologie und Pädagogik

Quelle: Sächsisches Staatsministerium für Kultus: Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin, freigegeben ab 1. August 2020, S. 99.

LLernstoff31 Unterkapitel
Soziologie: Gegenstand und Grundbegriffe
Fragen und Antworten
Definieren Sie „Gegenstand der Soziologie“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • Soziologie untersucht gesellschaftliches Zusammenleben, soziale Beziehungen, Institutionen, Gruppen und die Wechselwirkung zwischen Individuum und Gesellschaft
  • Sie fragt, wie Regeln, Rollen und Strukturen entstehen und menschliches Handeln beeinflussen
Charakterisieren Sie „Soziales Handeln“ (3 Punkte)
  • Soziales Handeln ist Verhalten, das sich am tatsächlichen oder erwarteten Verhalten anderer orientiert
  • Die handelnde Person verbindet damit einen subjektiven Sinn
  • Bloße Körperreaktionen oder zufällige Gleichzeitigkeit genügen nicht
Analysieren Sie den Zusammenhang bei „Soziale Interaktion“ bei „Soziologie“ (2 Punkte)
  • Soziale Interaktion entsteht, wenn mindestens zwei Personen ihr Handeln wechselseitig aufeinander beziehen
  • Kommunikation, Erwartungen, Macht, Rollen und situative Regeln strukturieren den Verlauf
Charakterisieren Sie „Bio-soziale Einheit des Menschen“ (3 Punkte)
  • Menschen sind zugleich biologische Organismen und soziale Wesen
  • Körperliche Voraussetzungen, psychische Verarbeitung, Beziehungen, Kultur und Umwelt wirken zusammen
  • Keine Ebene erklärt Verhalten oder Gesundheit allein
Ordnen Sie „Normen und Werte“ fachlich ein bei „Soziologie“ (2 Punkte)
  • Werte bezeichnen gesellschaftlich bedeutsame Zielvorstellungen, etwa Gerechtigkeit oder Selbstbestimmung
  • Normen leiten daraus konkrete Verhaltenserwartungen ab und werden durch Zustimmung, Kritik oder Sanktionen gestützt
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 95-97, 21.07.2026

MEGE Soziologische Grundlagen_Demografie_E56_57_SuSVersion.pdf, 21.07.2026

MEGE Soziologische Grundlagen_Familiensoziologie_SuSVersion.pdf, 21.07.2026

MEGE Anleitung Genogramm_Psychotherapie_Ecker.pdf, 21.07.2026

Gesundheit, Krankheit und Kranksein
Fragen und Antworten
Erklären Sie den fachlichen Kern von „Gesundheit als mehrdimensionaler Zustand“ (2 Punkte)
  • Gesundheit umfasst körperliche, psychische und soziale Funktions- und Handlungsmöglichkeiten
  • Sie ist kein statischer Idealzustand, sondern wird in Lebensführung, Umwelt, Anforderungen und persönlicher Bewertung erlebt
Erklären Sie den fachlichen Kern von „Krankheit“ (2 Punkte)
  • Krankheit bezeichnet fachlich beschreibbare Störungen, kann aber je nach Modell unterschiedlich erklärt werden
  • Diagnose, subjektives Erleben und gesellschaftliche Anerkennung sind miteinander verbunden, jedoch nicht identisch
Definieren Sie den Begriff „Kranksein“ (2 Punkte)
  • Kranksein meint die subjektive Erfahrung von Beschwerden, Unsicherheit, Einschränkung und Bedeutungsverlust
  • Zwei Menschen mit derselben Diagnose können Krankheit sehr verschieden erleben und bewältigen
Erklären Sie den fachlichen Kern von „Gesundheitsverhalten“ (3 Punkte)
  • Gesundheitsverhalten umfasst Handlungen, die Gesundheit erhalten, fördern oder gefährden
  • Wissen allein steuert es nicht
  • Gewohnheiten, Ressourcen, soziale Normen, Belastungen, Umwelt und erreichbare Angebote wirken mit
Definieren Sie den Begriff „Krankheitsverhalten“ (2 Punkte)
  • Krankheitsverhalten beschreibt Wahrnehmung, Deutung und Reaktion auf Symptome
  • Dazu gehören Abwarten, Selbstbehandlung, Hilfesuche, Nutzung von Versorgung und Umgang mit Empfehlungen
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 98-99, 21.07.2026

Alter, Altern und Gerontologie
Fragen und Antworten
Definieren Sie den Begriff „Gerontologie“ (3 Punkte)
  • Gerontologie untersucht Altern und Alter interdisziplinär aus biologischer, psychologischer, sozialer und kultureller Perspektive
  • Der Name verbindet griechisch gerōn, alter Mensch, mit logos, Lehre
  • Auch Geriatrie enthält ger- als Altersbezug
Definieren Sie den Begriff „Alter“ (2 Punkte)
  • Alter kann kalendarisch, biologisch, psychologisch, sozial oder funktional beschrieben werden
  • Diese Dimensionen stimmen bei einer Person nicht zwingend überein
Definieren Sie den Begriff „Altern“ (2 Punkte)
  • Altern ist ein lebenslanger, mehrdimensionaler Prozess mit Verlusten, Stabilität und Entwicklungsmöglichkeiten
  • Verlauf und Bedeutung hängen von Biografie, Gesundheit, Umwelt, Ressourcen und Gesellschaft ab
Charakterisieren Sie „Heterogenität im Alter“ (2 Punkte)
  • Menschen gleichen Alters unterscheiden sich stark in Gesundheit, Leistungsfähigkeit, Lebensstil, Einkommen, Beziehungen und Zielen
  • Altersangaben allein sind deshalb keine ausreichende Grundlage für Therapieplanung
Charakterisieren Sie „Geriatrie und Gerontologie“ (2 Punkte)
  • Geriatrie ist das medizinische Fachgebiet für Erkrankungen und Funktionsprobleme älterer Menschen
  • Gerontologie untersucht Altern umfassender und schließt psychologische, soziale, kulturelle und politische Fragen ein
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 99-100, 21.07.2026

Handlungsformen im Gesundheitswesen
Fragen und Antworten
Charakterisieren Sie „Diagnostisches Handeln“ (2 Punkte)
  • Diagnostisches Handeln sammelt, ordnet und bewertet Informationen, um eine Situation fachlich zu verstehen
  • In der Ergotherapie verbindet es Befunddaten mit Betätigung, Umwelt, Ressourcen, Zielen und subjektiver Bedeutung
Leiten Sie aus „Therapeutisches Handeln“ Konsequenzen für die ergotherapeutische Praxis ab (2 Punkte)
  • Therapeutisches Handeln plant und gestaltet Veränderungen gemeinsam mit dem Klienten
  • Es beruht auf Befund, Zielvereinbarung, geeigneten Mitteln, fortlaufender Beobachtung, Dokumentation und Evaluation
Charakterisieren Sie „Präventives Handeln“ (2 Punkte)
  • Präventives Handeln soll Erkrankungen, Funktionsverluste oder Teilhabeeinschränkungen verhindern beziehungsweise deren Folgen begrenzen
  • Es setzt an Verhalten, Verhältnissen, Umweltbedingungen und Ressourcen an
Erklären Sie Funktion und fachlichen Zweck von „Zweckorientiertes Handeln“ (2 Punkte)
  • Zweckorientiertes Handeln wägt Ziele, Mittel, Folgen und Nebenfolgen ab
  • Es fragt vor allem nach Wirksamkeit und Angemessenheit, bleibt im Gesundheitswesen aber an Rechte, Würde und berufsethische Grenzen gebunden
Ordnen Sie „Wertorientiertes Handeln“ fachlich ein (2 Punkte)
  • Wertorientiertes Handeln folgt einer als verbindlich erlebten Überzeugung, etwa Menschenwürde oder Gerechtigkeit
  • Fachlich tragfähig wird es, wenn Werte transparent reflektiert und mit Folgen, Rechten und anderen Perspektiven abgewogen werden
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 95-97, 21.07.2026

MEGE Soziologische Grundlagen_Demografie_E56_57_SuSVersion.pdf, 21.07.2026

MEGE Soziologische Grundlagen_Familiensoziologie_SuSVersion.pdf, 21.07.2026

MEGE Anleitung Genogramm_Psychotherapie_Ecker.pdf, 21.07.2026

Erklärungsmodelle von Gesundheit und Krankheit
Fragen und Antworten
Erläutern Sie die Kernaussagen von „Biomedizinisches Modell“ (2 Punkte)
  • Das biomedizinische Modell erklärt Krankheit vor allem durch körperliche Abweichungen und pathophysiologische Prozesse
  • Es ist für Diagnostik und Akutbehandlung leistungsfähig, erfasst subjektive Bedeutung, Verhalten und Umwelt jedoch nur begrenzt
Erläutern Sie die Kernaussagen von „Psychoanalytisches Modell“ (2 Punkte)
  • Psychoanalytische Modelle betrachten unbewusste Konflikte, Abwehr und Beziehungserfahrungen als mögliche Einflüsse auf Symptome und Krankheitsverarbeitung
  • Aussagen müssen fallbezogen geprüft und dürfen körperliche Ursachen nicht ersetzen
Erläutern Sie die Kernaussagen von „Verhaltenstheoretisches Modell“ (2 Punkte)
  • Verhaltenstheoretische Modelle erklären gesundheitsbezogenes Verhalten durch Lernen, Konsequenzen, Erwartungen und situative Auslöser
  • Sie ermöglichen konkrete Verhaltensanalysen, benötigen aber Ergänzungen um Biografie, Beziehung und Lebenslage
Erläutern Sie die Kernaussagen von „Soziologisches Modell“ (2 Punkte)
  • Soziologische Modelle untersuchen, wie soziale Lage, Rollen, Normen, Arbeit, Institutionen und Ungleichheit Gesundheit und Versorgung prägen
  • Sie erklären Gruppenmuster, ersetzen aber keine individuelle medizinische Beurteilung
Charakterisieren Sie „Biopsychosoziale Perspektive“ (2 Punkte)
  • Die biopsychosoziale Perspektive verbindet körperliche Prozesse, psychische Verarbeitung und soziale Bedingungen
  • Sie verlangt keine Gleichgewichtung aller Faktoren, sondern eine fallbezogene Analyse ihrer Wechselwirkungen
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 98-99, 21.07.2026

Altersbilder und Ageismus
Fragen und Antworten
Definieren Sie den Begriff „Altersbild“ (2 Punkte)
  • Altersbilder sind Vorstellungen darüber, wie ältere Menschen angeblich sind oder sein sollen
  • Sie prägen Selbstbild, Erwartungen, Versorgung und gesellschaftliche Teilhabe
Erklären Sie den fachlichen Kern von „Ageismus“ (2 Punkte)
  • Ageismus bezeichnet Benachteiligung, Abwertung oder stereotype Zuschreibung aufgrund des Alters
  • Er kann ältere und jüngere Menschen betreffen und auch wohlmeinend als Bevormundung auftreten
Charakterisieren Sie „Defizitorientiertes Altersbild“ (2 Punkte)
  • Ein defizitorientiertes Altersbild reduziert Altern auf Abbau, Krankheit und Abhängigkeit
  • Es übersieht Kompetenzen, Anpassung, Erfahrung und individuelle Unterschiede und kann therapeutische Ziele unnötig begrenzen
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Positives Altersstereotyp“ (2 Punkte)
  • Auch idealisierte Bilder vom immer aktiven und erfolgreichen Altern erzeugen Druck
  • Menschen mit Krankheit, Armut oder Unterstützungsbedarf dürfen nicht für strukturelle Bedingungen verantwortlich gemacht werden
Charakterisieren Sie „Altersbilder in der Ergotherapie“ (2 Punkte)
  • Ergotherapie prüft Annahmen durch individuellen Befund und gemeinsame Zielklärung
  • Sprache, Auswahl von Aktivitäten und Risikobewertung sollen weder infantilisieren noch Fähigkeiten überschätzen
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 99-100, 21.07.2026

Empirische Sozialforschung
Fragen und Antworten
Charakterisieren Sie „Empirische Sozialforschung“ (2 Punkte)
  • Empirische Sozialforschung untersucht soziale Wirklichkeit systematisch anhand nachvollziehbarer Daten
  • Sie formuliert Fragen, wählt Methoden, erhebt und analysiert Material und prüft, welche Schlussfolgerungen die Daten tatsächlich tragen
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Qualitative Methoden“ (2 Punkte)
  • Qualitative Methoden erschließen Bedeutungen, Erfahrungen und Prozesse in ihrer Tiefe
  • Interviews, Gruppengespräche oder Beobachtungen liefern kontextreiche Daten, deren Auswertung interpretativ und regelgeleitet erfolgt
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Quantitative Methoden“ (2 Punkte)
  • Quantitative Methoden erfassen Merkmale in Zahlen und prüfen Häufigkeiten, Unterschiede oder Zusammenhänge
  • Standardisierte Fragebögen, Messungen und Statistiken erlauben Vergleiche, verlangen aber geeignete Stichproben und valide Instrumente
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Interview als Methode“ (2 Punkte)
  • Interviews können offen, leitfadengestützt oder standardisiert geführt werden
  • Sie erschließen subjektive Sichtweisen, sind jedoch durch Erinnerung, soziale Erwünschtheit, Fragestellung und Beziehung zur interviewenden Person beeinflussbar
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Beobachtung als Methode“ (3 Punkte)
  • Beobachtung erfasst sichtbares Verhalten in natürlichen oder standardisierten Situationen
  • Sie benötigt klare Kriterien
  • Beobachtereffekte, selektive Wahrnehmung und vorschnelle Deutung müssen reflektiert werden
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 95-97, 21.07.2026

MEGE Soziologische Grundlagen_Demografie_E56_57_SuSVersion.pdf, 21.07.2026

MEGE Soziologische Grundlagen_Familiensoziologie_SuSVersion.pdf, 21.07.2026

MEGE Anleitung Genogramm_Psychotherapie_Ecker.pdf, 21.07.2026

Institution Klinik und Patientenkarriere
Fragen und Antworten
Ordnen Sie „Klinik als soziale Institution“ fachlich ein (2 Punkte)
  • Eine Klinik ordnet Versorgung durch Zuständigkeiten, Zeitpläne, Dokumentation, Hierarchien und standardisierte Abläufe
  • Diese Strukturen schaffen Sicherheit, können aber Autonomie, Privatsphäre und Alltagsrollen einschränken
Charakterisieren Sie „Patientenrolle in der Klinik“ (2 Punkte)
  • Patienten geben in der Klinik teilweise Kontrolle ab und müssen sich institutionellen Regeln anpassen
  • Zugleich behalten sie Rechte auf Information, Einwilligung, Ablehnung, Datenschutz und Beteiligung an Entscheidungen
Erklären Sie den fachlichen Kern von „Patientenkarriere“ (2 Punkte)
  • Patientenkarriere bezeichnet den sozialen Verlauf vom Wahrnehmen eines Problems über Hilfesuche, Diagnose und Behandlung bis zu Rehabilitation oder dauerhafter Versorgung
  • Institutionelle Zugänge und Zuschreibungen prägen jede Phase
Definieren Sie den Begriff „Hospitalisierungseffekte“ (2 Punkte)
  • Längere institutionelle Versorgung kann Passivität, Abhängigkeit, Verlust von Routinen und soziale Entkopplung fördern
  • Aktivierende Alltagsgestaltung, Wahlmöglichkeiten und frühe Übergangsplanung wirken dem entgegen
Leiten Sie aus „Ergotherapeutischer Beitrag in der Klinik“ Konsequenzen für die ergotherapeutische Praxis ab (2 Punkte)
  • Ergotherapie verbindet medizinische Behandlung mit konkretem Alltag
  • Sie erfasst bedeutsame Betätigungen, trainiert Handlungsmöglichkeiten, passt Umwelt an und bereitet Übergänge in Wohnung, Arbeit und soziale Rollen vor
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 98-99, 21.07.2026

Körperliche, psychovegetative und soziale Veränderungen
Fragen und Antworten
Charakterisieren Sie „Körperliche Veränderungen im Alter“ (2 Punkte)
  • Mit dem Alter verändern sich unter anderem Muskelkraft, Gleichgewicht, Sinnesleistungen, Regeneration und Belastbarkeit
  • Ausmaß und funktionelle Bedeutung sind individuell und durch Training, Erkrankungen sowie Umwelt mitbestimmt
Charakterisieren Sie „Psychovegetative Veränderungen“ (3 Punkte)
  • Schlaf, Antrieb, autonome Regulation und Stressverarbeitung können sich verändern
  • Beschwerden sind nicht automatisch normales Altern
  • Neue oder ausgeprägte Symptome benötigen fachliche Abklärung
Charakterisieren Sie „Soziale Veränderungen“ (2 Punkte)
  • Ruhestand, Verwitwung, Pflegeaufgaben, Umzug und veränderte Mobilität können Rollen und Netzwerke verändern
  • Zugleich entstehen neue Freiräume, Beziehungen und Formen gesellschaftlicher Beteiligung
Definieren Sie den Begriff „Kompensation“ (2 Punkte)
  • Kompensation gleicht Einschränkungen durch andere Strategien, Hilfsmittel oder Umweltanpassung aus
  • Sie ist kein therapeutisches Scheitern, sondern kann Selbstständigkeit und Teilhabe wirksam sichern
Leiten Sie aus „Ergotherapeutische Hilfen“ Konsequenzen für die ergotherapeutische Praxis ab (2 Punkte)
  • Hilfen reichen von Training und Tagesstruktur über Wohnraumanpassung, Hilfsmittel und Angehörigenberatung bis zu Gruppenangeboten
  • Ausgangspunkt sind bedeutsame Betätigungen und reale Lebensbedingungen
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 99-100, 21.07.2026

Fragebogen, Experiment und Statistik
Fragen und Antworten
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Fragebogen als Methode“ (2 Punkte)
  • Fragebögen erfassen Angaben vieler Personen in vergleichbarer Form
  • Verständliche Fragen, neutrale Antwortvorgaben, Datenschutz, Rücklauf und die Passung zur Zielgruppe bestimmen die Aussagekraft
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Experiment als Methode“ (2 Punkte)
  • Experimente verändern gezielt eine Bedingung und kontrollieren andere Einflüsse, um mögliche Ursachen zu prüfen
  • In sozialen Feldern begrenzen ethische Anforderungen und die künstliche Situation häufig die Übertragbarkeit
Charakterisieren Sie „Deskriptive Statistik“ (2 Punkte)
  • Deskriptive Statistik beschreibt erhobene Daten durch Häufigkeiten, Mittelwerte, Streuung und grafische Darstellungen
  • Sie fasst eine Stichprobe zusammen, beweist aber noch keine Ursache und keine Gültigkeit für andere Gruppen
Charakterisieren Sie „Korrelation und Kausalität“ bei „Fragebogen, Experiment und Statistik“ (3 Punkte)
  • Eine Korrelation zeigt, dass Merkmale gemeinsam variieren
  • Sie beweist keine Ursache, weil Richtung, Drittvariablen oder Zufall offenbleiben können
  • Kausale Aussagen benötigen ein tragfähiges Design und zusätzliche Prüfung
Definieren Sie den Begriff „Repräsentativität“ (3 Punkte)
  • Eine Stichprobe ist repräsentativ, wenn ihre Zusammensetzung für die relevante Grundgesamtheit hinreichend typisch ist
  • Größe allein genügt nicht
  • Auswahlverfahren, Ausfälle und systematische Verzerrungen sind entscheidend
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 95-97, 21.07.2026

MEGE Soziologische Grundlagen_Demografie_E56_57_SuSVersion.pdf, 21.07.2026

MEGE Soziologische Grundlagen_Familiensoziologie_SuSVersion.pdf, 21.07.2026

MEGE Anleitung Genogramm_Psychotherapie_Ecker.pdf, 21.07.2026

Krankheit als Verlust und möglicher Gewinn
Fragen und Antworten
Charakterisieren Sie „Krankheit als Verlust“ (2 Punkte)
  • Krankheit kann Fähigkeiten, Rollen, Sicherheit, Einkommen, Beziehungen und Zukunftsvorstellungen beeinträchtigen
  • Verluste sind objektiv und subjektiv verschieden und können auch Identität und Lebenssinn betreffen
Erklären Sie den fachlichen Kern von „Sekundärer Krankheitsgewinn“ (2 Punkte)
  • Sekundärer Krankheitsgewinn bezeichnet indirekte Vorteile einer Krankenrolle, etwa Entlastung, Zuwendung oder Schutz vor Anforderungen
  • Der Begriff darf nicht als Unterstellung von Simulation oder persönlicher Schuld verwendet werden
Charakterisieren Sie „Primärer Krankheitsgewinn“ (2 Punkte)
  • In psychodynamischen Modellen meint primärer Krankheitsgewinn eine innere Entlastung durch Symptombildung
  • Das ist eine theoretische Deutung und keine unmittelbar beobachtbare Tatsache
Beurteilen Sie die zentralen Grenzen und Risiken bei „Ambivalenz bei Veränderung“ (3 Punkte)
  • Menschen können Besserung wünschen und zugleich Folgen der Veränderung fürchten
  • Solche Ambivalenz ist häufig verständlich
  • Offene Zielklärung und kleine erprobte Schritte sind hilfreicher als moralischer Druck
Leiten Sie aus „Therapeutischer Umgang mit Krankheitsgewinn“ Konsequenzen für die ergotherapeutische Praxis ab (2 Punkte)
  • Therapie untersucht Funktionen und Konsequenzen eines Verhaltens respektvoll, ohne Motive vorschnell festzulegen
  • Alternative Wege zu Entlastung, Zugehörigkeit oder Schutz werden gemeinsam entwickelt
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 98-99, 21.07.2026

Theorien des Alterns
Fragen und Antworten
Erläutern Sie die Kernaussagen von „Disengagementtheorie“ (2 Punkte)
  • Die Disengagementtheorie beschreibt Altern als wechselseitigen Rückzug von Individuum und Gesellschaft
  • Sie erklärt manche Übergänge, wird aber kritisiert, weil Rückzug nicht allgemein erwünscht oder unvermeidlich ist
Erläutern Sie die Kernaussagen von „Aktivitätstheorie“ (2 Punkte)
  • Die Aktivitätstheorie nimmt an, dass Zufriedenheit durch erhaltene oder ersetzte Rollen und Aktivitäten gefördert wird
  • Sie betont Beteiligung, darf aber Ruhe, Auswahl und ungleiche Möglichkeiten nicht abwerten
Erläutern Sie die Kernaussagen von „Kontinuitätstheorie“ (2 Punkte)
  • Die Kontinuitätstheorie geht davon aus, dass Menschen vertraute Werte, Beziehungen und Bewältigungsstile möglichst fortführen
  • Anpassung gelingt häufig, wenn Neues an biografische Muster anschließt
Erläutern Sie die Kernaussagen von „Gleichgewichtstheorie nach Thomae“ (2 Punkte)
  • Thomae betont das Verhältnis zwischen erlebter Situation, Bedürfnissen, Möglichkeiten und Bewältigung
  • Zufriedenheit hängt weniger vom Alter selbst als von persönlicher Deutung und Passung der Lebenslage ab
Begründen Sie die fachliche Bedeutung von „Nutzen von Alterstheorien“ (2 Punkte)
  • Alterstheorien bieten Perspektiven und Hypothesen, keine Schablonen für Einzelpersonen
  • Sie werden anhand von Biografie, Zielen, Kultur und konkreter Umwelt kritisch geprüft
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 99-100, 21.07.2026

Epidemiologie und Medizinstatistik
Fragen und Antworten
Definieren Sie den Begriff „Epidemiologie“ (2 Punkte)
  • Epidemiologie untersucht Häufigkeit, Verteilung und Einflussfaktoren gesundheitlicher Ereignisse in Bevölkerungen
  • Sie unterstützt Prävention, Versorgungsplanung und die Bewertung von Risiken, ohne Einzelfälle vollständig zu erklären
Erklären Sie den fachlichen Kern von „Prävalenz“ (2 Punkte)
  • Prävalenz bezeichnet den Anteil einer Bevölkerung, der zu einem bestimmten Zeitpunkt oder Zeitraum ein Merkmal beziehungsweise eine Erkrankung aufweist
  • Sie hängt von Neuerkrankungen und Krankheitsdauer ab
Definieren Sie den Begriff „Inzidenz“ (2 Punkte)
  • Inzidenz beschreibt neue Erkrankungsfälle in einer zunächst gefährdeten Population innerhalb eines festgelegten Zeitraums
  • Sie eignet sich besonders zur Untersuchung des Erkrankungsrisikos
Charakterisieren Sie „Relative und absolute Risiken“ (2 Punkte)
  • Das relative Risiko vergleicht Risiken zwischen Gruppen, das absolute Risiko zeigt die tatsächliche Differenz
  • Große relative Effekte können bei seltenen Ereignissen nur kleine absolute Unterschiede bedeuten
Beurteilen Sie die zentralen Grenzen und Risiken bei „Grenzen der Medizinstatistik“ (2 Punkte)
  • Statistiken können durch Definitionen, Auswahl der Population, fehlende Daten, Messfehler und interessengeleitete Darstellung verzerrt werden
  • Zahlen benötigen deshalb Quelle, Bezugsgröße, Zeitraum und methodischen Kontext
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 95-97, 21.07.2026

MEGE Soziologische Grundlagen_Demografie_E56_57_SuSVersion.pdf, 21.07.2026

MEGE Soziologische Grundlagen_Familiensoziologie_SuSVersion.pdf, 21.07.2026

MEGE Anleitung Genogramm_Psychotherapie_Ecker.pdf, 21.07.2026

Coping und Krankheitsverarbeitung
Fragen und Antworten
Erklären Sie den fachlichen Kern von „Coping“ (2 Punkte)
  • Coping bezeichnet Gedanken und Handlungen zur Bewältigung belastender Anforderungen
  • Strategien können problembezogen, emotionsbezogen, vermeidend, sinnorientiert oder sozial ausgerichtet sein und je nach Situation unterschiedlich wirken
Beurteilen Sie die zentralen Grenzen und Risiken bei „Problemorientiertes Coping“ (2 Punkte)
  • Problemorientiertes Coping verändert die Belastung selbst, etwa durch Information, Planung, Training, Hilfsmittel oder Verhandlung
  • Es ist besonders sinnvoll, wenn die Situation beeinflussbar ist
Erklären Sie den fachlichen Kern von „Emotionsorientiertes Coping“ (2 Punkte)
  • Emotionsorientiertes Coping reguliert Gefühle und körperliche Anspannung, etwa durch Austausch, Entspannung, Akzeptanz oder Ablenkung
  • Es kann handlungsfähig machen, ohne die äußere Situation unmittelbar zu verändern
Charakterisieren Sie „Vermeidung als Coping“ (2 Punkte)
  • Vermeidung kann kurzfristig Schutz und Abstand schaffen, langfristig aber Aktivität, Information oder Behandlung behindern
  • Entscheidend sind Dauer, Funktion, Kosten und verfügbare Alternativen
Erklären Sie Wirkzusammenhänge bei „Ressourcenorientierte Bewältigung“ (2 Punkte)
  • Ressourcenorientierung erfasst Fähigkeiten, Beziehungen, Erfahrungen, Werte, Routinen und Umweltunterstützung
  • Ressourcen werden nicht nur benannt, sondern in konkrete Handlungen und erreichbare Ziele übersetzt
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 98-99, 21.07.2026

Lernen im Alter
Fragen und Antworten
Charakterisieren Sie „Lernfähigkeit im Alter“ (2 Punkte)
  • Lernfähigkeit bleibt grundsätzlich erhalten
  • Lerntempo, Arbeitsgedächtnis, Sinnesleistungen und Abruf können sich verändern, während Erfahrung, Bedeutungswissen und Strategien häufig stabile Ressourcen sind
Charakterisieren Sie „Günstige Lernbedingungen“ (1 Punkt)
  • Günstig sind klare Ziele, relevante Aufgaben, ausreichend Zeit, wenig Ablenkung, gute Beleuchtung, verständliche Rückmeldung und wiederholte Anwendung in realen Situationen
Erklären Sie den fachlichen Kern von „Fehlerarmes Lernen“ (2 Punkte)
  • Beim fehlerarmen Lernen werden Aufgaben so strukturiert, dass Fehlversuche möglichst vermieden und korrekte Schritte häufig wiederholt werden
  • Es kann besonders bei Gedächtnisstörungen hilfreich sein
Erklären Sie den fachlichen Kern von „Motorisches Lernen im Alter“ (2 Punkte)
  • Motorisches Lernen profitiert von aufgabenspezifischem Üben, angemessener Dosierung, Pausen, Rückmeldung und sicheren Bedingungen
  • Funktionelle Ziele erhöhen Relevanz und Übertragung in den Alltag
Erklären Sie den fachlichen Kern von „Kognitives Lernen im Alter“ (2 Punkte)
  • Kognitive Lernangebote nutzen Struktur, Wiederholung, Verknüpfung mit Vorwissen und externe Gedächtnishilfen
  • Überforderung und Unterforderung werden durch stufenweise Anpassung vermieden
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 99-100, 21.07.2026

Gesellschaft, Struktur und soziale Ungleichheit
Fragen und Antworten
Ordnen Sie „Gesellschaft“ fachlich ein (2 Punkte)
  • Gesellschaft bezeichnet ein dauerhaftes Geflecht sozialer Beziehungen, Institutionen, Regeln und gemeinsamer beziehungsweise umstrittener Ordnungen
  • Sie ist kein einheitlicher Akteur, sondern umfasst unterschiedliche Gruppen und Machtverhältnisse
Charakterisieren Sie „Soziale Struktur“ (2 Punkte)
  • Soziale Struktur beschreibt relativ stabile Muster der Verteilung von Positionen, Ressourcen, Chancen und Beziehungen
  • Dazu zählen Bildung, Beruf, Einkommen, Geschlecht, Alter, Herkunft und regionale Lebensbedingungen
Charakterisieren Sie „Soziale Ungleichheit“ (2 Punkte)
  • Soziale Ungleichheit liegt vor, wenn Ressourcen und Lebenschancen dauerhaft ungleich verteilt sind
  • Sie beeinflusst Bildung, Arbeit, Wohnraum, Gesundheit, Versorgung und Teilhabe, ohne individuelle Verläufe vollständig festzulegen
Ordnen Sie „Institution“ fachlich ein (2 Punkte)
  • Institutionen sind verfestigte Regeln und Handlungsmuster, etwa Familie, Schule, Medizin oder Recht
  • Organisationen wie Kliniken setzen institutionelle Aufgaben in konkreten Strukturen, Zuständigkeiten und Routinen um
Erklären Sie den fachlichen Kern von „Soziale Gruppe“ bei „Gesellschaft, Struktur und soziale Ungleichheit“ (2 Punkte)
  • Eine soziale Gruppe besteht aus Personen mit wiederkehrender Interaktion, Zugehörigkeitsgefühl, gemeinsamen Normen oder Zielen
  • Größe, Dauer, Macht und formale Organisation können stark variieren
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 95-97, 21.07.2026

MEGE Soziologische Grundlagen_Demografie_E56_57_SuSVersion.pdf, 21.07.2026

MEGE Soziologische Grundlagen_Familiensoziologie_SuSVersion.pdf, 21.07.2026

MEGE Anleitung Genogramm_Psychotherapie_Ecker.pdf, 21.07.2026

Stressbewertung und Bewältigungsprozess
Fragen und Antworten
Erläutern Sie die Kernaussagen von „Transaktionales Stressmodell“ (3 Punkte)
  • Im transaktionalen Modell entsteht Stress aus der Beziehung zwischen Anforderung und Bewertung
  • Menschen prüfen Bedeutung, Gefahr und verfügbare Bewältigungsmöglichkeiten
  • Neubewertungen verändern den weiteren Verlauf
Ordnen Sie „Primäre Bewertung“ fachlich ein (2 Punkte)
  • Die primäre Bewertung ordnet eine Situation als irrelevant, günstig oder belastend ein
  • Belastung kann als Schaden, Bedrohung oder Herausforderung erlebt werden
Ordnen Sie „Sekundäre Bewertung“ fachlich ein (2 Punkte)
  • Die sekundäre Bewertung betrifft verfügbare Ressourcen und Handlungsmöglichkeiten
  • Dazu zählen Wissen, Zeit, Kontrolle, Unterstützung, Geld, körperliche Kraft und erreichbare Hilfen
Ordnen Sie „Neubewertung“ fachlich ein (2 Punkte)
  • Neubewertung verändert die Einschätzung einer Situation aufgrund neuer Informationen, Erfahrungen oder Bewältigungsversuche
  • Sie kann Belastung vermindern, erhöhen oder neue Ziele erforderlich machen
Charakterisieren Sie „Coping und Ergotherapie“ (2 Punkte)
  • Ergotherapie macht Bewältigung in konkreten Alltagssituationen beobachtbar
  • Tätigkeitsanalyse, Anpassung, Routinen, Hilfsmittel und Umweltveränderung erweitern praktisch nutzbare Handlungsoptionen
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 98-99, 21.07.2026

Gruppenlernen mit älteren Menschen
Fragen und Antworten
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Ziele des Gruppenlernens“ (2 Punkte)
  • Gruppen können Lernen, soziale Beteiligung, Austausch, Motivation und Rollenübernahme fördern
  • Das gemeinsame Thema muss zu Fähigkeiten, Interessen und Zielen der Teilnehmenden passen
Definieren Sie den Begriff „Gruppenzusammensetzung“ (2 Punkte)
  • Zusammensetzung berücksichtigt Kognition, Kommunikation, Mobilität, Belastbarkeit, Kultur und Unterstützungsbedarf
  • Heterogenität kann bereichern, benötigt aber differenzierte Aufgaben
Definieren Sie den Begriff „Gruppenleitung“ (2 Punkte)
  • Die Leitung schafft Struktur, Sicherheit, verständliche Regeln und Beteiligungsmöglichkeiten
  • Sie beobachtet Dynamik, dosiert Tempo und verhindert Dominanz, Beschämung oder Ausschluss
Charakterisieren Sie „Transfer aus der Gruppe“ (2 Punkte)
  • Transfer gelingt, wenn geübte Strategien mit konkreten Alltagssituationen verbunden und außerhalb der Gruppe erprobt werden
  • Angehörige oder andere Bezugspersonen können nach Einwilligung einbezogen werden
Erklären Sie den fachlichen Kern von „Gruppenlernen bei kognitiver Einschränkung“ (2 Punkte)
  • Kurze Schritte, feste Rituale, sichtbare Materialien und wiederkehrende Aufgaben erleichtern Orientierung
  • Teilnahme wird an Ressourcen angepasst und nicht allein an korrekten Antworten gemessen
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 99-100, 21.07.2026

Demografie und Bevölkerungsstruktur
Fragen und Antworten
Definieren Sie den Begriff „Demografie“ (3 Punkte)
  • Demografie ist die Wissenschaft von Bevölkerungen, ihrer Größe, Zusammensetzung und Veränderung
  • Der Begriff verbindet griechisch demos, Volk, mit graphē, Beschreibung
  • Auch Demokratie und Demografie enthalten demos
Definieren Sie den Begriff „Bevölkerungsveränderung“ (2 Punkte)
  • Bevölkerungsgröße und -struktur verändern sich durch Geburten, Sterbefälle sowie Zu- und Fortzüge
  • Altersaufbau, Lebenserwartung und Haushaltsformen beeinflussen zusätzlich Versorgung, Arbeit und soziale Sicherung
Beschreiben Sie Ablauf und fachliche Bedeutung von „Demografischer Wandel“ (2 Punkte)
  • Demografischer Wandel bezeichnet längerfristige Veränderungen der Bevölkerungsstruktur
  • In Deutschland stehen vor allem Alterung, niedrige Geburtenzahlen, längere Lebensdauer, Migration und regionale Unterschiede im Mittelpunkt
Definieren Sie den Begriff „Bevölkerungspyramide“ (3 Punkte)
  • Eine Bevölkerungspyramide stellt Altersgruppen nach Geschlecht grafisch dar
  • Ihre Form macht geburtenstarke und geburtenschwache Jahrgänge, Alterung und historische Einschnitte sichtbar
  • Sie ist eine Momentaufnahme oder Modellrechnung
Charakterisieren Sie „Demografie und Ergotherapie“ (2 Punkte)
  • Eine alternde und regional unterschiedlich verteilte Bevölkerung verändert Bedarf, Arbeitsfelder und Versorgungsformen
  • Ergotherapie muss Prävention, Wohnen, Mobilität, Pflegearrangements und soziale Teilhabe stärker lebensweltbezogen berücksichtigen
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 95-97, 21.07.2026

MEGE Soziologische Grundlagen_Demografie_E56_57_SuSVersion.pdf, 21.07.2026

MEGE Soziologische Grundlagen_Familiensoziologie_SuSVersion.pdf, 21.07.2026

MEGE Anleitung Genogramm_Psychotherapie_Ecker.pdf, 21.07.2026

Adhärenz, Compliance und gemeinsame Entscheidungen
Fragen und Antworten
Erklären Sie den fachlichen Kern von „Compliance“ (2 Punkte)
  • Compliance bezeichnet traditionell das Befolgen professioneller Empfehlungen
  • Der Begriff kann ein einseitiges Machtverhältnis nahelegen und erklärt Abweichungen häufig zu stark als Eigenschaft des Patienten
Definieren Sie den Begriff „Adhärenz“ (2 Punkte)
  • Adhärenz beschreibt, inwieweit gemeinsam vereinbarte Maßnahmen umgesetzt werden
  • Sie berücksichtigt Verständlichkeit, Zustimmung, Alltagstauglichkeit, Nebenwirkungen, Ressourcen und die Qualität der Zusammenarbeit
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Ursachen geringer Adhärenz“ (2 Punkte)
  • Mögliche Ursachen sind unklare Informationen, widersprüchliche Ziele, Nebenwirkungen, Kosten, Vergessen, geringe Zugänglichkeit, kulturelle Unterschiede oder fehlende Passung zum Alltag
  • Vorschnelle Schuldzuweisung ist unfachlich
Definieren Sie den Begriff „Adhärenzförderung“ (1 Punkt)
  • Adhärenz verbessert sich durch gemeinsame Ziele, klare Sprache, überprüftes Verständnis, realistische Schritte, Erinnerungs- und Umweltstrategien sowie regelmäßige Rückmeldung über Wirkung und Hindernisse
Charakterisieren Sie „Shared Decision Making“ (2 Punkte)
  • Gemeinsame Entscheidungsfindung verbindet fachliche Evidenz mit Erfahrungen, Werten und Präferenzen des Klienten
  • Optionen, Nutzen, Risiken und Unsicherheiten werden verständlich besprochen
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 98-99, 21.07.2026

Wohnen und Umwelt im Alter
Fragen und Antworten
Charakterisieren Sie „Wohnen im Alter“ (2 Punkte)
  • Wohnen verbindet Sicherheit, Identität, Gewohnheiten, Privatsphäre und soziale Beziehungen
  • Wohnentscheidungen betreffen deshalb mehr als Barrierefreiheit oder Pflegebedarf
Definieren Sie den Begriff „Wohnraumanpassung“ (2 Punkte)
  • Wohnraumanpassung reduziert Barrieren durch Beleuchtung, Haltemöglichkeiten, Wegegestaltung, Möblierung, Hilfsmittel oder Technik
  • Veränderungen werden gemeinsam erprobt und an Routinen sowie Risiken angepasst
Erklären Sie den fachlichen Kern von „Ageing in Place“ (2 Punkte)
  • Ageing in Place bezeichnet das Älterwerden in vertrauter Wohnung und Umgebung
  • Es gelingt nur, wenn Versorgung, Mobilität, soziale Kontakte, Finanzierung und Sicherheit ausreichend tragfähig sind
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Alternative Wohnformen“ (2 Punkte)
  • Betreutes Wohnen, gemeinschaftliche Wohnprojekte, Pflege-Wohngemeinschaften und stationäre Einrichtungen verbinden Selbstständigkeit und Unterstützung unterschiedlich
  • Qualität hängt von realer Wahlfreiheit und Alltagsgestaltung ab
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Quartiersbezug“ (2 Punkte)
  • Ein altersfreundliches Quartier bietet erreichbare Versorgung, sichere Wege, Begegnungsorte, Verkehr und Beteiligung
  • Ergotherapie kann Barrieren und Betätigungsmöglichkeiten nicht nur in der Wohnung, sondern im Umfeld analysieren
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 99-100, 21.07.2026

Demografischer Wandel und soziale Sicherung
Fragen und Antworten
Erklären Sie Wirkzusammenhänge bei „Folgen für den Arbeitsmarkt“ (2 Punkte)
  • Wenn geburtenstarke Jahrgänge aus dem Erwerbsleben ausscheiden, können Fachkräfte knapper werden
  • Gleichzeitig entstehen neue Aufgaben in Gesundheit, Pflege, Rehabilitation, Technik, Beratung und altersgerechter Arbeitsgestaltung
Erklären Sie Wirkzusammenhänge bei „Folgen für soziale Sicherungssysteme“ (2 Punkte)
  • Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung geraten unter Anpassungsdruck, wenn sich Verhältnis, Einkommen und Bedarf von Beitragszahlenden und Leistungsbeziehenden verändern
  • Politische Lösungen verteilen Lasten unterschiedlich
Erklären Sie Funktion und fachlichen Zweck von „Versorgungsaufgaben der mittleren Generation“ (2 Punkte)
  • Erwerbstätige mittleren Alters übernehmen häufig zugleich Kinderbetreuung, Unterstützung älterer Angehöriger und Beruf
  • Diese Mehrfachverantwortung kann Zeit, Gesundheit und Einkommen belasten und verlangt verlässliche Dienste sowie flexible Arbeit
Unterscheiden Sie „Regionale Unterschiede“ anhand fachlicher Kriterien (2 Punkte)
  • Alterung, Abwanderung, Zuwanderung und Infrastruktur entwickeln sich regional verschieden
  • Versorgungskonzepte müssen deshalb Entfernungen, Mobilität, digitale Zugänge, Nachbarschaft und verfügbare Fachkräfte vor Ort berücksichtigen
Charakterisieren Sie „Demografische Prognosen“ (3 Punkte)
  • Bevölkerungsprognosen beruhen auf Annahmen zu Geburten, Lebenserwartung und Migration
  • Sie zeigen mögliche Entwicklungen, keine sichere Zukunft
  • Mehrere Varianten und die zugrunde liegenden Annahmen müssen benannt werden
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 95-97, 21.07.2026

MEGE Soziologische Grundlagen_Demografie_E56_57_SuSVersion.pdf, 21.07.2026

MEGE Soziologische Grundlagen_Familiensoziologie_SuSVersion.pdf, 21.07.2026

MEGE Anleitung Genogramm_Psychotherapie_Ecker.pdf, 21.07.2026

Berufliche Belastung, Distanz und Psychohygiene
Fragen und Antworten
Erklären Sie Wirkzusammenhänge bei „Berufliche Belastungen“ bei „Berufliche Belastung, Distanz und Psychohygiene“ (2 Punkte)
  • Belastungen entstehen durch Zeitdruck, Verantwortung, Leid, Konflikte, körperliche Anforderungen, Dokumentation und begrenzte Ressourcen
  • Beanspruchung hängt zusätzlich von Erfahrung, Unterstützung, Kontrolle und Erholung ab
Charakterisieren Sie „Professionelle Nähe“ (2 Punkte)
  • Professionelle Nähe ermöglicht Vertrauen, Empathie und genaues Verstehen
  • Sie bedeutet zugewandte Beziehung innerhalb eines klaren Auftrags und ist nicht mit privater Freundschaft oder grenzenloser Verfügbarkeit gleichzusetzen
Charakterisieren Sie „Professionelle Distanz“ (2 Punkte)
  • Professionelle Distanz schützt Autonomie, Rollenklärung und Urteilsfähigkeit
  • Sie ist keine emotionale Kälte, sondern die Fähigkeit, Nähe zu dosieren, Grenzen zu benennen und Verantwortung nicht zu vermischen
Erklären Sie den fachlichen Kern von „Psychohygiene“ bei „Berufliche Belastung, Distanz und Psychohygiene“ (1 Punkt)
  • Psychohygiene umfasst Maßnahmen zur Erhaltung psychischer Gesundheit, etwa Pausen, Schlaf, Bewegung, kollegialen Austausch, Reflexion, Supervision und realistische Zuständigkeitsgrenzen
Charakterisieren Sie „Warnzeichen übermäßiger Beanspruchung“ (2 Punkte)
  • Anhaltende Erschöpfung, Zynismus, Schlafprobleme, Reizbarkeit, Fehler, Rückzug und Verlust von Mitgefühl sind Warnzeichen
  • Sie verlangen Belastungsanalyse und gegebenenfalls betriebliche, fachliche oder medizinische Unterstützung
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 98-99, 21.07.2026

Einkommen, Freizeit und Teilhabe
Fragen und Antworten
Charakterisieren Sie „Alter und Einkommen“ (2 Punkte)
  • Einkommen und Vermögen beeinflussen Wohnqualität, Ernährung, Mobilität, Hilfsmittel und soziale Teilhabe
  • Altersarmut ist ungleich verteilt und kann gesundheitliche Belastungen verstärken
Charakterisieren Sie „Freizeit im Alter“ (2 Punkte)
  • Freizeit kann Erholung, Sinn, soziale Rollen und körperliche Aktivität ermöglichen
  • Ruhestand schafft Zeit, beseitigt aber nicht automatisch Zugangsbarrieren, Einsamkeit oder fehlende finanzielle Mittel
Begründen Sie die fachlichen Anforderungen bei „Soziale Teilhabe“ (2 Punkte)
  • Soziale Teilhabe bedeutet, Beziehungen, Gemeinschaft und gesellschaftliche Rollen entsprechend eigener Wünsche ausüben zu können
  • Entscheidend sind nicht bloß Kontakte, sondern Zugehörigkeit und Einfluss
Charakterisieren Sie „Einsamkeit und soziale Isolation“ (2 Punkte)
  • Soziale Isolation beschreibt wenige Kontakte, Einsamkeit das belastende subjektive Gefühl fehlender Verbundenheit
  • Beide können zusammen auftreten, sind aber nicht identisch und benötigen unterschiedliche Ansätze
Leiten Sie aus „Ergotherapeutische Teilhabeförderung“ Konsequenzen für die ergotherapeutische Praxis ab (2 Punkte)
  • Ergotherapie klärt bedeutsame Rollen und Hindernisse, trainiert Wege und Kommunikation, passt Aktivitäten an und erschließt Gruppen oder Angebote
  • Ziel ist selbstbestimmte Beteiligung, nicht bloße Beschäftigung
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 99-100, 21.07.2026

Familie, Formen und Funktionen
Fragen und Antworten
Erklären Sie den fachlichen Kern von „Familie“ (3 Punkte)
  • Familie umfasst dauerhaft verantwortete Beziehungen zwischen Generationen, besonders Elternschaft und Sorge für Kinder
  • Rechtliche, biologische und soziale Elternschaft können zusammenfallen oder getrennt sein
  • Familien leben in vielfältigen Formen
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Familienformen“ (2 Punkte)
  • Zu Familien zählen unter anderem Ehepaare und nichteheliche Paare mit Kindern, Alleinerziehende, Stief-, Pflege-, Adoptiv- und Regenbogenfamilien
  • Haushaltsstatistiken erfassen nicht jede gelebte Sorgebeziehung vollständig
Erklären Sie Funktion und fachlichen Zweck von „Familienfunktionen“ (2 Punkte)
  • Familien organisieren Versorgung, Sozialisation, emotionale Unterstützung, Alltag, Freizeit, Pflege und materielle Sicherung
  • Teile dieser Aufgaben werden durch Bildung, Medizin, soziale Dienste oder Märkte ergänzt beziehungsweise übernommen
Erklären Sie den fachlichen Kern von „Sozialisation in der Familie“ (2 Punkte)
  • Familien vermitteln Sprache, Werte, Regeln, Rollen und Formen der Konfliktlösung
  • Kinder eignen sich diese nicht passiv an, sondern verarbeiten sie in Beziehungen und in Wechselwirkung mit Schule, Peers, Medien und Gesellschaft
Charakterisieren Sie „Doing Family“ (2 Punkte)
  • Doing Family beschreibt Familie als fortlaufende Herstellungsleistung
  • Zugehörigkeit entsteht durch Fürsorge, Koordination, Rituale, Kommunikation und gemeinsame Verantwortung und muss unter wechselnden Lebensbedingungen immer wieder gestaltet werden
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 95-97, 21.07.2026

MEGE Soziologische Grundlagen_Demografie_E56_57_SuSVersion.pdf, 21.07.2026

MEGE Soziologische Grundlagen_Familiensoziologie_SuSVersion.pdf, 21.07.2026

MEGE Anleitung Genogramm_Psychotherapie_Ecker.pdf, 21.07.2026

Burnout und Prävention
Fragen und Antworten
Definieren Sie den Begriff „Burnout“ (2 Punkte)
  • Burnout beschreibt ein arbeitsbezogenes Syndrom mit Erschöpfung, mentaler Distanz oder Zynismus und verringerter beruflicher Wirksamkeit
  • Es ist von Depressionen und anderen Erkrankungen fachlich abzugrenzen
Beurteilen Sie die zentralen Grenzen und Risiken bei „Risikofaktoren für Burnout“ (2 Punkte)
  • Risiken steigen bei dauerhafter Überlastung, geringer Kontrolle, widersprüchlichen Anforderungen, fehlender Anerkennung, unfairen Strukturen und unzureichender Erholung
  • Individuelle und organisationale Faktoren wirken zusammen
Erklären Sie den fachlichen Kern von „Individuelle Prävention“ (2 Punkte)
  • Individuelle Prävention umfasst Erholung, Grenzen, Priorisierung, soziale Unterstützung und frühzeitige Hilfe
  • Sie kann schlechte Arbeitsbedingungen jedoch nicht allein ausgleichen
Charakterisieren Sie „Organisationale Prävention“ (2 Punkte)
  • Organisationale Prävention verbessert Personalbemessung, Aufgabenklärung, Beteiligung, Führung, Pausen, Supervision und Fehlerkultur
  • Belastungsschutz ist eine gemeinsame und arbeitsorganisatorische Aufgabe
Charakterisieren Sie „Akute Gefährdung“ bei „Burnout und Prävention“ (2 Punkte)
  • Bei deutlicher psychischer Krise, Suizidgedanken oder Verlust der Arbeitsfähigkeit genügt Selbstfürsorge nicht
  • Es braucht unmittelbare professionelle Abklärung und gegebenenfalls Schutzmaßnahmen
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 98-99, 21.07.2026

Sexualität und Intimität im Alter
Fragen und Antworten
Charakterisieren Sie „Sexualität im Alter“ (2 Punkte)
  • Sexualität, Nähe und Intimität bleiben mögliche Bestandteile des Lebens
  • Bedürfnisse und Ausdrucksformen verändern sich individuell und dürfen weder geleugnet noch vorausgesetzt werden
Analysieren Sie den Zusammenhang bei „Einfluss von Erkrankungen“ (2 Punkte)
  • Erkrankungen, Schmerzen, Medikamente, Körperbild und Pflegeabhängigkeit können Sexualität beeinflussen
  • Respektvolle Information und gegebenenfalls interprofessionelle Abklärung unterstützen einen selbstbestimmten Umgang
Charakterisieren Sie „Privatsphäre in Einrichtungen“ (2 Punkte)
  • Einrichtungen müssen Rückzug, vertrauliche Gespräche und partnerschaftliche Kontakte ermöglichen
  • Schutzkonzepte dürfen nicht pauschal erwachsene Selbstbestimmung aufheben
Definieren Sie den Begriff „Einwilligungsfähigkeit“ (3 Punkte)
  • Einwilligung verlangt Freiwilligkeit, Verständnis und die Möglichkeit, Zustimmung oder Ablehnung auszudrücken
  • Bei kognitiver Einschränkung wird situationsbezogen geprüft
  • Schutz und Selbstbestimmung sind sorgfältig abzuwägen
Charakterisieren Sie „Professionelle Gesprächsführung“ (2 Punkte)
  • Fachkräfte sprechen neutral, diskret und ohne Altersstereotype
  • Sie klären nur, was für Auftrag, Sicherheit oder Betätigung relevant ist, und respektieren Grenzen
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 99-100, 21.07.2026

Soziale Rollen und Rollenkonflikte
Fragen und Antworten
Charakterisieren Sie „Soziale Rolle“ bei „Soziale Rollen und Rollenkonflikte“ (2 Punkte)
  • Eine soziale Rolle bündelt Erwartungen an Personen in einer bestimmten Position, etwa Patient, Elternteil oder Therapeut
  • Menschen interpretieren Rollen individuell und gehören gleichzeitig mehreren Rollen an
Charakterisieren Sie „Rollenerwartung“ (2 Punkte)
  • Rollenerwartungen können verbindliche Pflichten, übliche Erwartungen oder frei gestaltbare Möglichkeiten umfassen
  • Sie werden von Institutionen, Gruppen, Recht, Berufskultur und konkreten Beziehungen geprägt
Charakterisieren Sie „Intrarollenkonflikt“ (2 Punkte)
  • Ein Intrarollenkonflikt entsteht, wenn an dieselbe Rolle widersprüchliche Erwartungen gestellt werden
  • Eine Therapeutin soll etwa zugleich ausreichend Zeit geben, wirtschaftlich arbeiten und institutionelle Vorgaben erfüllen
Charakterisieren Sie „Interrollenkonflikt“ (2 Punkte)
  • Ein Interrollenkonflikt entsteht zwischen verschiedenen Rollen derselben Person, etwa Beruf, Elternschaft und Pflege eines Angehörigen
  • Zeit, Loyalität und Energie können nicht gleichzeitig allen Erwartungen entsprechen
Charakterisieren Sie „Patienten- und Therapeutenrolle“ bei „Soziale Rollen und Rollenkonflikte“ (3 Punkte)
  • Die Patientenrolle kann Hilfebedarf, Rechte und institutionelle Abhängigkeit verbinden
  • Die Therapeutenrolle umfasst Fachverantwortung und Macht
  • Partnerschaftliche Zielarbeit, Aufklärung und Wahlmöglichkeiten begrenzen einseitige Rollenzuschreibungen
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 95-97, 21.07.2026

MEGE Soziologische Grundlagen_Demografie_E56_57_SuSVersion.pdf, 21.07.2026

MEGE Soziologische Grundlagen_Familiensoziologie_SuSVersion.pdf, 21.07.2026

MEGE Anleitung Genogramm_Psychotherapie_Ecker.pdf, 21.07.2026

Profession und Professionalisierung der Ergotherapie
Fragen und Antworten
Definieren Sie den Begriff „Profession“ (2 Punkte)
  • Eine Profession verfügt über spezialisiertes Wissen, geregelte Qualifikation, ethische Standards und Verantwortung für komplexe gesellschaftliche Aufgaben
  • Sie muss ihre Entscheidungen begründen und deren Qualität überprüfen
Definieren Sie den Begriff „Professionalisierung“ (2 Punkte)
  • Professionalisierung ist die Entwicklung von Ausbildung, Forschung, Standards, Berufsidentität, Autonomie und gesellschaftlicher Anerkennung
  • Sie bleibt ein fortlaufender und auch politischer Prozess
Charakterisieren Sie „Evidenzbasierte Ergotherapie“ (2 Punkte)
  • Evidenzbasierte Praxis verbindet bestverfügbare Forschung, fachliche Erfahrung, Werte des Klienten und konkrete Rahmenbedingungen
  • Keine Quelle allein entscheidet automatisch über die passende Intervention
Charakterisieren Sie „Berufliches Rollenverständnis“ (2 Punkte)
  • Ein reflektiertes Rollenverständnis klärt Auftrag, Kompetenzen, Grenzen, Macht und Zusammenarbeit
  • Es schützt vor Übernahme fremder Aufgaben und unterstützt begründete interprofessionelle Entscheidungen
Beschreiben Sie Ablauf und fachliche Bedeutung von „Internationale Entwicklungstendenzen“ (2 Punkte)
  • International stärken Betätigungsorientierung, Teilhabe, Community Practice, Prävention, digitale Versorgung und wissenschaftliche Qualifizierung das Berufsfeld
  • Nationale Rechts- und Versorgungssysteme beeinflussen die Umsetzung
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 98-99, 21.07.2026

Sterben, Verlust und Versorgung am Lebensende
Fragen und Antworten
Charakterisieren Sie „Alter und Sterben“ (2 Punkte)
  • Sterben ist kein ausschließliches Altersthema, wird im höheren Lebensalter aber häufiger konkret
  • Wünsche, Ängste, kulturelle Deutungen und Versorgungsbedingungen unterscheiden sich stark
Charakterisieren Sie „Palliative Haltung“ (2 Punkte)
  • Palliative Versorgung richtet sich auf Lebensqualität, Symptomlinderung, Kommunikation und Unterstützung von Angehörigen
  • Sie kann frühzeitig neben krankheitsbezogener Behandlung beginnen
Charakterisieren Sie „Ergotherapie am Lebensende“ (2 Punkte)
  • Ergotherapie unterstützt bedeutsame Aktivitäten, Positionierung, Energieeinteilung, Kommunikation, Abschied und Umweltgestaltung
  • Ziele werden flexibel an Tagesform und Wünsche angepasst
Definieren Sie den Begriff „Trauer“ (2 Punkte)
  • Trauer ist eine individuelle Reaktion auf Verlust und verläuft nicht zwingend in festen Stufen
  • Schwankungen, ambivalente Gefühle und unterschiedliche Ausdrucksformen sind möglich
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Vorausplanung“ (2 Punkte)
  • Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht und Gespräche über Behandlungswünsche können Entscheidungen erleichtern
  • Fachkräfte informieren im eigenen Zuständigkeitsbereich und verweisen bei Rechts- oder Medizinfragen weiter
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 99-100, 21.07.2026

Alterssuizid, Krise und Sicherheit
Fragen und Antworten
Charakterisieren Sie „Suizidalität im Alter“ (2 Punkte)
  • Suizidgedanken können bei älteren Menschen mit Depression, Schmerz, Verlust, Isolation oder Hoffnungslosigkeit verbunden sein
  • Sie sind nicht als nachvollziehbare Alterserscheinung zu bagatellisieren
Definieren Sie den Begriff „Warnzeichen“ bei „Alterssuizid, Krise und Sicherheit“ (2 Punkte)
  • Warnzeichen können konkrete Äußerungen, Rückzug, Abschiedshandlungen, Hoffnungslosigkeit, plötzliches Ordnen von Angelegenheiten oder Zugang zu Mitteln sein
  • Einzelne Zeichen beweisen nichts, verlangen aber direkte Klärung
Charakterisieren Sie „Direktes Ansprechen“ (3 Punkte)
  • Suizidgedanken dürfen ruhig und direkt angesprochen werden
  • Das erhöht nicht das Risiko, sondern ermöglicht Einschätzung und Hilfe
  • Akute Gefährdung erfordert sofortige Schutz- und Notfallmaßnahmen
Definieren Sie den Begriff „Alterskriminalität“ (3 Punkte)
  • Kriminalität im Alter ist kein einheitliches Phänomen
  • Statistische Auffälligkeiten, kognitive Erkrankungen, Armut und individuelle Verantwortung müssen getrennt betrachtet werden
  • Altersstereotype sind unzulässig
Beurteilen Sie die zentralen Grenzen und Risiken bei „Ergotherapeutische Grenze“ (2 Punkte)
  • Bei akuter Eigen- oder Fremdgefährdung hat Sicherheit Vorrang vor dem üblichen Therapieablauf
  • Ergotherapeutinnen handeln nach Einrichtungsvorgaben, holen unverzüglich zuständige medizinische Hilfe und dokumentieren sachlich
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 99-100, 21.07.2026

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