Motorisch-funktionelle Behandlungsverfahren

100 Ustd.3 Kapitel321 Fragen
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Einleitung

Das Fach „Motorisch-funktionelle Behandlungsverfahren“ bildet eine Schnittstelle zu den Fächern „Biologie, Anatomie und Physiologie“, „Allgemeine Krankheitslehre“ sowie „Spezielle Krankheitslehre“.

Unter dem Aspekt des Zusammenwirkens des aktiven und passiven Bewegungssystems werden die Funktionszusammenhänge zwischen physiologischen und pathologischen Bewegungsmustern aufgezeigt und analysiert. Entsprechend der beruflichen Anforderungen lernen die Schülerinnen und Schüler verschiedene Methoden der Befunderhebung und ausgewählte Behandlungstechniken, insbesondere aus den Bereichen Rheumatologie, Orthopädie, Chirurgie und Traumatologie kennen. Sie werden befähigt, ausgewählte Methoden und Techniken patientenbezogen anzuwenden.

Die Unterrichtsinhalte sind fachübergreifend und fächerverbindend in engem Zusammenhang mit den anderen ergotherapeutischen Verfahren und ergotherapeutischen Mitteln zu vermitteln. Dabei ist darauf zu achten, dass in Abgrenzung zu krankengymnastischen Behandlungsverfahren stets der Bezug zu Alltagshandlungen zu erkennen ist.

Die Behandlungsverfahren sind an ausgewählten Krankheitsbildern darzustellen. Der Unterricht ist durch den Einsatz von Fallbeispielen und praktische Übungen zu ergänzen.

Quelle

Sächsisches Staatsministerium für Kultus: Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin, freigegeben ab 1. August 2020, S. 118-121.

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01 Theoretische Grundlagen 10 Ustd. 69 Unterfragen
Lehrplananforderung

Die Schülerinnen und Schüler verstehen unter Anwendung ihrer anatomischen und physiologischen Kenntnisse die funktionelle Bewegungslehre und übertragen die mechanischen Prinzipien von Kinetik und Kinematik auf die Bewegung und Haltung. Sie setzen körperliche Beeinträchtigungen, deren Auslöser und Reaktionen unter ganzheitlichem Aspekt folgerichtig in Beziehung.

Quelle: Sächsisches Staatsministerium für Kultus: Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin, freigegeben ab 1. August 2020, S. 119.

Fragen & Antworten69

Kapitelkern

Erklären Sie Funktion und fachlichen Zweck von „Funktionelle Bewegungslehre“. 2 P
  • Funktionelle Bewegungslehre verbindet Kinematik, Kinetik, Muskelarbeit, Wahrnehmung und Haltung mit zielgerichteter Betätigung
  • Einzelbewegungen werden danach beurteilt, welchen Beitrag sie zu einer sicheren und bedeutsamen Handlung leisten
Analysieren Sie den Zusammenhang bei „Körperliche Beeinträchtigung als Wechselwirkung“. 3 P
  • Körperliche Veränderungen beeinflussen Schmerz, Selbstbild, Stimmung, Rollen und soziale Beteiligung
  • Psychische Belastung kann wiederum Tonus, Aktivität, Schlaf und Schmerzerleben verändern
  • Die Beziehung ist wechselseitig, nicht eindimensional
Erklären Sie Wirkzusammenhänge bei „Belastungssituationen“. 2 P
  • Belastung entsteht aus Anforderung, individueller Leistungsfähigkeit, Bedeutung und verfügbaren Ressourcen
  • Therapie berücksichtigt körperliche Last ebenso wie Zeitdruck, Angst, soziale Erwartungen und Erholungsmöglichkeiten
Charakterisieren Sie „Schmerz und Verhalten“. 2 P
  • Schmerz verändert Aufmerksamkeit, Bewegungswahl, Schutzverhalten und Beteiligung
  • Befund trennt Gewebesicherheit von erlernter Vermeidung und entwickelt nachvollziehbare, dosierte Handlungserfahrungen
Charakterisieren Sie „Lehrplankern der theoretischen Grundlagen“. 1 P
  • Gefordert sind funktionelle Bewegungslehre, mechanische Prinzipien von Kinetik und Kinematik sowie die ganzheitliche Einordnung körperlicher Beeinträchtigung, Schmerz und physisch-psychischer Wechselwirkungen

Bewegung als zielgerichtete Handlung

Charakterisieren Sie „Bewegung beginnt vor der sichtbaren Bewegung“. 4 P
  • Eine zielgerichtete Arm- und Handbewegung setzt voraus, dass das Nervensystem die Aufgabe, das Ziel, die Ausgangsstellung und mögliche Störungen vorausberechnet
  • Bereits vor dem Anheben des Armes werden Kopf, Rumpf und Schultergürtel stabilisiert
  • Diese vorbereitende Aktivität heißt antizipatorische posturale Kontrolle
  • Sie verhindert, dass die Bewegung des Armes den übrigen Körper aus dem Gleichgewicht bringt
Erklären Sie den fachlichen Kern von „Feedforward und Feedback“. 5 P
  • Feedforward bezeichnet die vorausschauende Steuerung auf Grundlage früherer Erfahrungen
  • Das Nervensystem schätzt beispielsweise Gewicht, Größe und Oberflächenbeschaffenheit eines Gegenstandes, bevor die Hand ihn berührt
  • Feedback entsteht während und nach der Bewegung durch Sehen, Berührung, Gelenkstellung, Muskelspannung und Gleichgewicht
  • Bei schnellen Bewegungen ist eine Korrektur während des Ablaufs nur begrenzt möglich
  • Deshalb ist eine passende Vorplanung entscheidend
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Reichbewegung und Griffvorbereitung“. 5 P
  • Die Hand bewegt sich nicht erst am Ziel in eine Griffstellung
  • Während der Arm zum Gegenstand geführt wird, öffnet und formt sie sich passend zu dessen Größe und Form
  • Kurz vor dem Kontakt ist die Öffnung meist etwas größer als der Gegenstand
  • Danach werden Fingerstellung und Kraft fein angepasst
  • Reichbewegung, Griffbildung, Halten, Manipulieren und Loslassen bilden eine funktionelle Kette
Begründen Sie die fachliche Bedeutung von „Bewegung als zielgerichtete Handlung: Ergotherapeutische Bedeutung“. 5 P
  • Eine Bewegung wird nicht nur nach Gelenkwinkeln beurteilt
  • Entscheidend ist, ob die Person ein Betätigungsziel sicher, ausreichend genau, mit vertretbarem Aufwand und unter realen Umweltbedingungen erreicht
  • Eine scheinbar normale Einzelbewegung kann im Alltag wirkungslos sein
  • Umgekehrt kann eine kompensierte Bewegung funktionell erfolgreich sein
  • Die Analyse verbindet daher Körperfunktion, Aufgabe, Gegenstand, Umwelt und persönliche Bedeutung

Visuelle Steuerung von Erreichen und Greifen

Charakterisieren Sie „Zwei miteinander verbundene visuelle Verarbeitungswege“. 3 P
  • Visuelle Information wird für zielgerichtetes Handeln in unterschiedlichen Netzwerken verarbeitet
  • Der ventrale Verarbeitungsweg zum Temporallappen unterstützt vor allem die bewusste Erkennung: Was ist der Gegenstand, welche Bedeutung und welche bekannten Eigenschaften besitzt er?
  • Der dorsale Weg zum Parietallappen verarbeitet räumliche und handlungsbezogene Information: Wo befindet sich der Gegenstand, wie groß ist er und wie muss die Hand ausgerichtet werden?
Erklären Sie den fachlichen Kern von „Erkennen ist nicht dasselbe wie Handeln“. 5 P
  • Eine Störung der bewussten Objekterkennung wird als visuelle Agnosie bezeichnet
  • Eine Person kann dann sehen, aber den Gegenstand nicht zuverlässig identifizieren
  • Bei einer Störung der visuomotorischen Umsetzung kann die Person einen Gegenstand erkennen, greift jedoch ungenau, öffnet die Hand unpassend weit oder richtet sie falsch aus
  • Für solche dorsal-parietalen Störungen wird unter anderem der Begriff optische Ataxie verwendet
  • Die Begriffe dürfen nicht gleichgesetzt werden
Beschreiben Sie Ablauf und fachliche Bedeutung von „Entwicklung und Erfahrung“. 4 P
  • Kinder lernen durch wiederholtes Erreichen, Greifen, Fallenlassen und erneutes Aufnehmen
  • Dabei entstehen Vorhersagen über Schwerkraft, Gewicht, Material, Reibung und Form
  • Auch Erwachsene greifen auf diese gespeicherten Erfahrungen zurück
  • Ein leerer Becher wird anders angehoben als ein voller, obwohl beide äußerlich gleich aussehen können
Definieren Sie den Begriff „Untersuchung“. 3 P
  • Bei der Beobachtung wird getrennt geprüft, ob die Person den Gegenstand erkennt, im Raum lokalisiert, die Hand passend vorformt, die Reichbewegung korrigiert und die Griffkraft dosiert
  • Unterschiedliche Gegenstände und Positionen helfen, die Ursache einzugrenzen
  • Fehler können aus Sehbeeinträchtigung, Aufmerksamkeitsstörung, Apraxie, Sensibilitätsverlust, Kraftmangel, Schmerz oder räumlicher Verarbeitungsstörung entstehen
Charakterisieren Sie „Visuelle Steuerung von Erreichen und Greifen: Therapie“. 4 P
  • Übungen werden an bedeutsamen Handlungen ausgerichtet
  • Sichtbarkeit, Kontrast, Gegenstandsposition und Bewegungsgeschwindigkeit können angepasst werden
  • Reine Wiederholung ohne verständliches Ziel reicht nicht aus
  • Wirksam ist eine Aufgabe, in der Wahrnehmung, Bewegung und Handlungsergebnis zusammengehören

Funktionseinheit Hand, Arm und Schultergürtel

Charakterisieren Sie „Eine Bewegung, mehrere Gelenke“. 4 P
  • Beim Erreichen eines Gegenstandes bewegt sich nicht nur das Glenohumeralgelenk
  • Sternoklavikular-, Akromioklavikular- und skapulothorakale Bewegung sowie Ellenbogen, Unterarm, Handgelenk und Finger werden koordiniert
  • Der Begriff humeroskapularer oder scapulohumeraler Rhythmus beschreibt das abgestimmte Verhältnis von Humerus- und Skapulabewegung
  • Es handelt sich nicht um ein starres Zahlenverhältnis, sondern um einen aufgabe-, personen- und bewegungsabhängigen Ablauf
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Didaktisches Drei-Phasen-Modell“. 5 P
  • Zu Beginn wird die Skapula am Thorax stabilisiert und das Schultergelenk zentriert
  • Danach rotiert der Angulus inferior nach außen und kranial
  • M. serratus anterior und Anteile des M. trapezius arbeiten dabei zusammen
  • Bei weiterer Armhebung kommen Elevation und zusätzliche Rotation des Schultergürtels hinzu
  • Diese Koordination unterstützt die Gelenkzentrierung und hilft, den subakromialen Raum während der Elevation offen zu halten
Charakterisieren Sie „Intramuskuläre und intermuskuläre Koordination“. 3 P
  • Innerhalb des M. trapezius müssen Pars descendens, transversa und ascendens ihre Zugrichtungen abgestimmt einsetzen
  • Gleichzeitig arbeiten Trapezius, Serratus anterior, Rhomboideen, Levator scapulae und weitere Muskeln je nach Bewegungsphase als Stabilisatoren, Beweger oder kontrolliert nachgebende Gegenspieler
  • Rumpf- und Rippenstabilität beeinflussen den Ansatzpunkt der Schultergürtelmuskulatur
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Typische Auffälligkeiten“. 3 P
  • Beobachtet werden vorzeitige Schulterhebung, fehlende Aufwärtsrotation, mediales Abstehen der Skapula, schmerzhafter Bogen, Rumpfseitneigung oder ein auffälliger Rhythmus zwischen Arm und Skapula
  • Diese Zeichen sind keine Diagnose
  • Sie werden mit Schmerz, Beweglichkeit, Kraft, Sensibilität, Aufgabe und Vorgeschichte abgeglichen
Erläutern Sie den Betätigungsbezug von „Funktionseinheit Hand, Arm und Schultergürtel“. 2 P
  • Die Bedeutung zeigt sich in konkreten Anforderungen: Haare kämmen, eine Jacke anziehen, Geschirr in einen Schrank stellen oder längere Zeit am Arbeitsplatz greifen
  • Behandlung richtet sich nicht auf eine isolierte „schöne“ Skapulabewegung, sondern auf eine sichere und wirksame Funktionseinheit im Alltag

Motorische Kontrolle und Bewegungslernen

Charakterisieren Sie „Triphasische Aktivierung“. 5 P
  • Bei schnellen zielgerichteten Bewegungen kann eine typische Aktivierungsfolge auftreten
  • Zunächst beschleunigt der Agonist die Bewegung
  • Kurz vor dem Ziel bremst der Antagonist
  • Anschließend stabilisiert eine erneute Aktivität des Agonisten die Endposition
  • Diese Abfolge ist zentral vorbereitet und wird durch Erfahrung, Aufgabe, Geschwindigkeit und Last beeinflusst
Erklären Sie den fachlichen Kern von „Propriozeption“. 4 P
  • Propriozeption bezeichnet die Wahrnehmung von Gelenkstellung, Bewegung und Muskelspannung
  • Das Wort verbindet lateinisch proprius, „eigen“, mit recipere beziehungsweise percipere, „aufnehmen, wahrnehmen“
  • Propriozeptive Information hilft dem Nervensystem, den Arm auch ohne dauernde Sichtkontrolle zu steuern
  • Sie ist besonders wichtig für proximale Stabilität und die Dosierung von Kraft
Charakterisieren Sie „Zentrale und periphere Störungen“. 4 P
  • Nach zentralen Läsionen können Vorplanung, räumliche Orientierung, Bewegungsinitiierung, Praxis oder laufende Anpassung beeinträchtigt sein
  • Eine pauschale Zuordnung zu rechter oder linker Hemisphäre ist nicht ausreichend
  • Art und Ausmaß hängen vom genauen Netzwerk und der Läsion ab
  • Bei peripheren Läsionen können Nervenleitung, Sensibilität, Muskelkraft und inter- oder intramuskuläre Koordination gestört sein
Begründen Sie die fachlichen Anforderungen bei „Schutz und Immobilisation“. 3 P
  • Nach Verletzungen begrenzen Schmerz, Schwellung und Schutzspannung zunächst sinnvoll die Belastung
  • Bleibt Immobilität zu lange bestehen, können Gewebeverkürzung, Kraftverlust, veränderte Bewegungsgewohnheiten und eine schwächere zentrale Repräsentation entstehen
  • Nach abgeschlossener Heilung muss das System schrittweise lernen, Bewegung wieder zuzulassen
Erläutern Sie die Kernaussagen von „Prinzipien des Bewegungslernens“. 3 P
  • Lernen gelingt besser, wenn die Person ein verständliches Ziel verfolgt, ausreichende Wiederholungen erhält, Rückmeldung nutzen kann und die Schwierigkeit weder unter- noch überfordert
  • Propriozeptive Reize werden nicht isoliert „gegeben“, sondern in eine zielgerichtete Handlung eingebettet
  • Transfer wird geprüft, indem die erlernte Strategie in einer veränderten Alltagssituation angewendet wird

Gelenke, Achsen und Bewegungen der oberen Extremität

Charakterisieren Sie „Orientierung in Ebenen und Achsen“. 5 P
  • Bewegungen werden in Bezug auf anatomische Ebenen und Achsen beschrieben
  • Flexion und Extension verlaufen überwiegend in der Sagittalebene um eine Transversalachse
  • Abduktion und Adduktion verlaufen überwiegend in der Frontalebene um eine Sagittalachse
  • Innen- und Außenrotation verlaufen überwiegend in der Transversalebene um eine Longitudinalachse
  • Reale Alltagsbewegungen kombinieren diese Komponenten
Definieren Sie den Begriff „Schulterkomplex“. 3 P
  • Im Glenohumeralgelenk werden Flexion und Extension, Abduktion und Adduktion, Innen- und Außenrotation sowie horizontale Ab- und Adduktion beschrieben
  • Der Schultergürtel ermöglicht Elevation und Depression, Protraktion und Retraktion sowie Aufwärts- und Abwärtsrotation der Skapula
  • Bei der Befundung werden diese Anteile nicht vorschnell voneinander getrennt
Charakterisieren Sie „Ellenbogen und Unterarm“. 3 P
  • Das Ellenbogengelenk ermöglicht Flexion und Extension
  • Pronation und Supination entstehen vor allem in den proximalen und distalen Radioulnargelenken
  • Eine scheinbar eingeschränkte Handfunktion kann daher durch eine fehlende Unterarmdrehung verursacht sein, obwohl Handgelenk und Finger beweglich sind
Charakterisieren Sie „Handgelenk, Finger und Daumen“. 4 P
  • Am Handgelenk werden Palmarflexion, Dorsalextension, Radial- und Ulnarduktion geprüft
  • Fingergrundgelenke erlauben Flexion, Extension, Abduktion und Adduktion
  • Mittel- und Endgelenke vor allem Flexion und Extension
  • Der Daumen besitzt mit radialer und palmarer Abduktion, Flexion, Extension, Opposition und Reposition besondere Bewegungsmöglichkeiten
Erklären Sie Funktion und fachlichen Zweck von „Funktionelle Analyse“. 3 P
  • Eine Tabelle mit Gelenk, Ausgangsstellung, Bewegung, Ebene, Achse und beteiligten Strukturen unterstützt das Lernen
  • In der Praxis wird anschließend geprüft, wie mehrere Gelenke eine Handlung gemeinsam ermöglichen
  • Beim Trinken werden beispielsweise Schulterposition, Ellenbogenflexion, Unterarmsupination, Handgelenkstabilität und eine dosierte Griffkraft kombiniert

Muskelarbeit und Kontraktionsformen

Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Grundformen“. 3 P
  • Bei isometrischer Arbeit steigt Muskelspannung ohne sichtbare Längenänderung
  • Konzentrisch verkürzt sich der Muskel unter Spannung, exzentrisch verlängert er sich kontrolliert
  • Alltagsbewegungen sind meist auxotonisch: Länge und Spannung verändern sich zugleich
Definieren Sie „Weitere Begriffe“ fachlich präzise. 2 P
  • Isotonisch bezeichnet idealisiert eine Bewegung bei gleichbleibender Spannung, isokinetisch eine Bewegung bei konstanter Geschwindigkeit mit angepasstem Widerstand
  • In der klinischen Praxis werden diese Bedingungen nur angenähert oder mit speziellen Geräten erzeugt
Erklären Sie Funktion und fachlichen Zweck von „Funktion im Alltag“. 3 P
  • Agonisten erzeugen, Antagonisten bremsen oder kontrollieren, Synergisten unterstützen und Stabilisatoren sichern eine Ausgangslage
  • Derselbe Muskel kann je nach Aufgabe verschiedene Rollen übernehmen
  • Treppenabstieg verlangt beispielsweise erhebliche exzentrische Kontrolle
Leiten Sie aus „Therapeutische Dosierung“ Konsequenzen für die ergotherapeutische Praxis ab. 2 P
  • Isometrie kann in frühen Phasen oder zur Stabilisation eingesetzt werden, exzentrische Arbeit zur Bremskontrolle und Sehnenbelastbarkeit, konzentrische Arbeit zum Überwinden von Widerstand
  • Schmerz, Gewebeheilung, Atemanhalten und Kompensation werden beobachtet
Leiten Sie für „Muskelarbeit und Kontraktionsformen“ einen ergotherapeutischen Prüfpunkt ab. 1 P
  • Welche Kontraktionsform verlangt die Zielhandlung, und entspricht Widerstand, Tempo und Bewegungsumfang der aktuellen Belastbarkeit?

Kinematik und Kinetik

Charakterisieren Sie „Kinematik als Bewegungsbeschreibung“. 3 P
  • Kinematik beschreibt Bewegung ohne ihre verursachenden Kräfte: Weg, Richtung, Geschwindigkeit, Beschleunigung und Gelenkwinkel
  • Der Begriff geht auf griechisch kínēma, „Bewegung“, zurück
  • Verwandt sind Kinese, Dyskinesie und Kinesiologie
Charakterisieren Sie „Kinetik als Kräftebetrachtung“. 4 P
  • Kinetik untersucht Kräfte und Momente, die Bewegung erzeugen oder verändern
  • Dazu gehören Muskelzug, Schwerkraft, Reibung und äußerer Widerstand
  • Griechisch kínēsis bedeutet „Bewegung“
  • Derselbe Stamm erscheint in Hypokinese und Hyperkinesie
Charakterisieren Sie „Translation und Rotation“. 2 P
  • Translation verschiebt einen Körperabschnitt ohne reine Drehung, Rotation dreht ihn um eine Achse
  • Gelenkbewegungen verbinden meist beide Komponenten, weil Rollen und Gleiten der Gelenkflächen gekoppelt sind
Charakterisieren Sie „Drehmoment am Gelenk“. 3 P
  • Ein Drehmoment entsteht aus Kraft mal senkrechtem Hebelarm
  • Derselbe Gegenstand belastet ein Gelenk stärker, wenn er weiter vom Körper entfernt gehalten wird
  • Therapeutisch lassen sich Anforderungen deshalb durch Gewicht und Abstand getrennt dosieren
Charakterisieren Sie „Kinematik und Kinetik in Alltagshandlungen“. 3 P
  • Beim Anheben eines Topfes beschreibt Kinematik den Bewegungsweg
  • Kinetik erklärt die nötigen Kräfte und Hebel
  • Die ergotherapeutische Analyse verbindet beide Ebenen mit Griff, Haltung, Sicherheit und dem Ziel der Handlung

Körperschwerpunkt, Unterstützungsfläche und Gleichgewicht

Charakterisieren Sie „Körperschwerpunkt und Unterstützungsfläche“. 2 P
  • Stabilität steigt, wenn der Körperschwerpunkt tief liegt und seine Projektion innerhalb einer ausreichend großen Unterstützungsfläche bleibt
  • Bewegung verlangt jedoch kontrollierte Instabilität, weil der Schwerpunkt gezielt verlagert werden muss
Charakterisieren Sie „Statische und dynamische Balance“. 2 P
  • Statische Balance hält eine Position, dynamische Balance kontrolliert Schwerpunktverlagerungen während Bewegung
  • Alltagsaufgaben wie Aufstehen, Greifen oder Tragen verbinden beide Formen fortlaufend
Charakterisieren Sie „Antizipatorische Haltungsanpassung“. 2 P
  • Vor einer Armbewegung aktiviert das Nervensystem häufig Rumpf- und Beinmuskulatur vorausschauend
  • Fehlt diese Vorbereitung, entstehen Verzögerung, übermäßige Fixation oder Ausweichbewegungen
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Unterstützungsfläche als Dosierungsfaktor“. 2 P
  • Breiter Stand, Armauflage oder hoher Sitz erleichtern Stabilität
  • Eine kleinere Unterstützungsfläche, zusätzliche Reichweite oder instabiler Untergrund erhöhen die Anforderung und werden nur bei ausreichender Sicherheit eingesetzt
Leiten Sie aus „Ergotherapeutischer Alltagsbezug“ Konsequenzen für die ergotherapeutische Praxis ab. 2 P
  • Gleichgewicht wird nicht nur isoliert geprüft
  • Relevant ist, ob die Person beim Anziehen, Kochen, Öffnen einer Tür oder Tragen eines Gegenstands den Schwerpunkt sicher verlagern kann

Arthrokinematik und Gelenkspiel

Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Osteokinematik und Arthrokinematik“. 2 P
  • Osteokinematik beschreibt sichtbare Knochenbewegungen wie Flexion oder Abduktion
  • Arthrokinematik beschreibt das mikroskopisch kleinere Rollen, Gleiten und Drehen der Gelenkflächen, das die sichtbare Bewegung ermöglicht
Charakterisieren Sie „Rollen und Gleiten“. 3 P
  • Beim Rollen berühren nacheinander neue Punkte beider Gelenkflächen einander
  • Beim Gleiten bewegt sich ein Punkt über mehrere Gegenpunkte
  • In vielen Gelenken sind beide Komponenten gekoppelt, damit Kontakt und Zentrierung erhalten bleiben
Definieren Sie den Begriff „Konkav-konvex-Regel“. 3 P
  • Bei bewegter konkaver Gelenkfläche verlaufen Rollen und Gleiten meist gleichgerichtet
  • Bei bewegter konvexer Fläche häufig entgegengesetzt
  • Die Regel ist eine Orientierung und ersetzt keine genaue Kenntnis des jeweiligen Gelenks
Erklären Sie den fachlichen Kern von „Gelenkspiel“. 2 P
  • Gelenkspiel umfasst kleine passive translatorische Bewegungen, die aktiv nicht isoliert ausgeführt werden
  • Vermindertes oder übermäßiges Spiel wird mit Symptomatik, Stabilität und Funktion zusammen bewertet
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Arthrokinematik in der Therapieplanung“. 2 P
  • Eine Einschränkung sichtbarer Bewegung kann aus Kapsel, Muskel, Schmerz oder verändertem Gelenkgleiten entstehen
  • Mobilisation wird erst nach Befund, Kontraindikationsprüfung und Bezug zu einer konkreten Betätigung gewählt

Agonisten, Antagonisten, Synergisten und Stabilisatoren

Charakterisieren Sie „Agonist und Antagonist“. 3 P
  • Ein Agonist trägt primär zur beabsichtigten Bewegung bei
  • Ein Antagonist erzeugt die Gegenrichtung oder bremst kontrolliert
  • Rollen wechseln je nach Aufgabe und Bewegungsphase
Definieren Sie den Begriff „Synergisten“. 2 P
  • Synergisten unterstützen die Hauptbewegung, neutralisieren unerwünschte Teilbewegungen oder sichern Gelenkstellungen
  • Schwäche eines Synergisten kann zu Ausweichbewegung führen, obwohl der Hauptmuskel aktiv ist
Definieren Sie den Begriff „Stabilisatoren“. 2 P
  • Stabilisatoren schaffen eine belastbare Ausgangslage, damit distale Bewegung gezielt erfolgen kann
  • Beim Schreiben stabilisieren unter anderem Rumpf, Schultergürtel und Handgelenk, während Finger fein dosieren
Definieren Sie den Begriff „Ko-Kontraktion“. 2 P
  • Ko-Kontraktion bedeutet gleichzeitige Aktivität funktioneller Gegenspieler
  • Sie kann ein Gelenk stabilisieren, erhöht aber bei übermäßiger Ausprägung Steifigkeit, Energiebedarf und Bewegungsarmut
Charakterisieren Sie „Rollenwechsel im Alltag“. 2 P
  • Beim Abstellen einer Tasse arbeiten dieselben Muskelgruppen anders als beim Anheben: Konzentrische Bewegung wird von exzentrischer Bremsarbeit abgelöst
  • Funktionsanalyse betrachtet daher ganze Phasen statt nur einzelne Muskeln

Schmerz, Schutzverhalten und Bewegungsorganisation

Ordnen Sie „Schmerz als Wahrnehmungs- und Schutzsystem“ fachlich ein. 3 P
  • Schmerz ist eine unangenehme sensorische und emotionale Erfahrung und nicht mit Gewebeschaden gleichzusetzen
  • Akuter Schmerz kann Schutz fördern
  • Anhaltender Schmerz wird zusätzlich durch Lernen, Aufmerksamkeit, Erwartungen und Kontext beeinflusst
Charakterisieren Sie „Schutzspannung und Schonhaltung“. 3 P
  • Schmerz kann Muskeltonus erhöhen, Bewegung verkürzen und Last auf andere Strukturen verlagern
  • Kurzfristig ist das oft sinnvoll
  • Dauerhaft können Kraftverlust, Steifigkeit und weitere Belastungsprobleme entstehen
Definieren Sie den Begriff „Angst-Vermeidungs-Kreislauf“. 3 P
  • Befürchtete Schädigung kann Aktivität reduzieren
  • Weniger Bewegung senkt Belastbarkeit und bestätigt scheinbar die Gefahr
  • Therapeutisch werden Sicherheit, nachvollziehbare Dosierung und schrittweise Alltagserprobung verbunden
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Schmerzbeobachtung“. 2 P
  • Beobachtet werden Auslöser, Qualität, Intensität, Dauer, Verhalten, Erholung und Auswirkungen auf Betätigung
  • Ein Zahlenwert allein erklärt weder Ursache noch funktionelle Bedeutung
Charakterisieren Sie „Warnzeichen bei Schmerz“. 1 P
  • Neurologische Ausfälle, deutliche Kreislaufzeichen, Verdacht auf Fraktur, Infektion oder Gefäßproblem sowie unerklärliche starke Verschlechterung verlangen medizinische Abklärung statt bloßer Trainingssteigerung

Belastung, Ermüdung und Regeneration

Erklären Sie Wirkzusammenhänge bei „Belastung und Beanspruchung“. 2 P
  • Belastung bezeichnet die äußere Anforderung, Beanspruchung die individuelle Reaktion darauf
  • Derselbe Gegenstand kann je nach Kraft, Schmerz, Technik, Tagesform und Bedeutung sehr unterschiedlich beanspruchen
Erklären Sie den fachlichen Kern von „Lokale und allgemeine Ermüdung“. 3 P
  • Lokale Ermüdung betrifft vor allem beanspruchte Muskeln
  • Allgemeine Ermüdung umfasst Aufmerksamkeit, Kreislauf und Gesamtleistungsfähigkeit
  • Beide verändern Bewegungsqualität und Sicherheit
Definieren Sie den Begriff „Erholungszeichen“. 2 P
  • Nach angemessener Belastung normalisieren sich Atmung, Schmerz, Tonus und Bewegungsqualität in erwartbarer Zeit
  • Anhaltende deutliche Verschlechterung, Schwellung oder Funktionsverlust spricht für zu hohe Dosierung oder ein neues Problem
Erklären Sie Wirkzusammenhänge bei „Belastungsparameter“. 2 P
  • Dosierung wird über Widerstand, Hebel, Wiederholungen, Dauer, Tempo, Pausen, Bewegungsumfang und Aufgabenkomplexität gesteuert
  • Nur einen Parameter gleichzeitig zu verändern erleichtert die Bewertung
Charakterisieren Sie „Regeneration im Alltag“. 2 P
  • Therapieplanung berücksichtigt Schlaf, Arbeit, Medikamente, weitere Therapien und häusliche Pflichten
  • Ein wirksames Programm muss in den gesamten Belastungsverlauf passen, nicht nur in die Therapiesitzung

Funktionelle Bewegungslehre und Betätigungsbezug

Erklären Sie „Funktionelle Bewegungslehre“. 2 P
  • Funktionelle Bewegungslehre untersucht, wie Körperabschnitte, Kräfte, Wahrnehmung und Umwelt eine zielgerichtete Handlung ermöglichen
  • Sie verbindet anatomische Einzelkenntnisse zu einem beobachtbaren Bewegungszusammenhang
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Betätigungsziel vor Einzelbewegung“. 2 P
  • Ausgangspunkt ist die bedeutsame Aufgabe, etwa Hemd schließen oder Topf tragen
  • Erst danach wird geklärt, welche Gelenke, Muskeln, Sinnesleistungen und Umweltbedingungen das Ergebnis begrenzen
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Kompensation als Strategie“. 2 P
  • Kompensation kann Selbstständigkeit ermöglichen und ist nicht automatisch pathologisch
  • Bewertet werden Sicherheit, Energieaufwand, Schmerz, Langzeitfolgen und die Frage, ob eine günstigere Strategie verfügbar ist
Definieren Sie den Begriff „Bewegungseffizienz“. 2 P
  • Effiziente Bewegung erreicht das Ziel mit angemessenem Kraftaufwand, ausreichender Genauigkeit und möglichst wenig unnötiger Mitbewegung
  • Maximale Normnähe ist nicht für jede Person das wichtigste Kriterium
Leiten Sie therapeutische Konsequenzen aus „Funktionelle Bewegungslehre und Betätigungsbezug“ ab. 2 P
  • Funktionsübungen werden mit realen Gegenständen, Umgebungen und Rollen verbunden
  • Ein neu gewonnenes Bewegungsausmaß gilt erst als relevant, wenn es in der Zielhandlung verfügbar und belastbar ist

Die Fragen und Antworten wurden aus den redaktionellen Lerntexten dieses Kapitels abgeleitet. Jede Antwort gehört ausschließlich zu der unmittelbar darüberstehenden Frage.

Hinweise des Lehrplans
  • vgl. Lehrplan Biologie, Anatomie und Physiologie
  • vgl. Lehrpläne Spezielle Krankheitslehre sowie Psychologie und Pädagogik

Quelle: Sächsisches Staatsministerium für Kultus: Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin, freigegeben ab 1. August 2020, S. 119.

02 Befunderhebung, Diagnostik und Dokumentation 26 (16) Ustd. 109 Unterfragen
Lehrplananforderung

Die Schülerinnen und Schüler sind in der Lage, Bewegungen korrekt zu analysieren. Sie besitzen einen Überblick über die am häufigsten angewandten Testverfahren der Befunderhebung, beherrschen ausgewählte Verfahren, wenden diese an und nehmen eine Befundbewertung vor. Sie erfassen die Notwendigkeit einer exakten Dokumentation.

Quelle: Sächsisches Staatsministerium für Kultus: Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin, freigegeben ab 1. August 2020, S. 119.

Fragen & Antworten109

Kapitelkern

Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Befundkette“. 2 P
  • Befunderhebung verbindet Befragung, Beobachtung, Inspektion, Palpation, Messverfahren und Bewegungsanalyse
  • Ergebnisse werden gewichtet, in eine betätigungsbezogene Hypothese überführt und nachvollziehbar dokumentiert
Beurteilen Sie die zentralen Grenzen und Risiken bei „Testverfahren und Grenzen“. 3 P
  • Ein Test benötigt standardisierte Durchführung, passende Zielgruppe und bekannte Aussagegrenzen
  • Messwerte ergänzen klinische Beobachtung
  • Sie ersetzen weder medizinische Diagnostik noch die Analyse realer Alltagshandlungen
Beschreiben Sie die Bewegungsanalyse bei „Befunderhebung, Diagnostik und Dokumentation“. 2 P
  • Zyklische und azyklische Bewegungen werden nach Phasen, Gelenkbeteiligung, Muskelarbeit, Sinnessteuerung, Kompensation und Zielerreichung untersucht
  • Abweichungen werden beschrieben, bevor Ursachen angenommen werden
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Befundbewertung und Zielsetzung“. 3 P
  • Ressourcen und Probleme werden nach Sicherheit, Anliegen und Alltagsrelevanz priorisiert
  • Ziele benennen beobachtbare Betätigung, Bedingungen, Hilfen und Zeitraum
  • Funktionswerte dienen als begründete Teilziele
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Lehrplankern der Befunderhebung“. 1 P
  • Gefordert sind Sicht- und Tastbefund, Beobachtung, Befragung, Kraft-, Gelenk-, Hand-, Längen-, Umfangs-, Muskel- und Sensibilitätstests, Bewegungsanalyse, Befundbewertung, Zielsetzung und exakte Dokumentation

Inspektion und Sichtbefund

Definieren Sie „Inspektion und Sichtbefund: Begriff“ fachlich präzise. 5 P
  • Inspektion stammt von lateinisch inspicere, „hineinsehen, betrachten“
  • Gemeint ist die systematische Beobachtung sichtbarer Merkmale
  • Sie beginnt bereits beim ersten Kontakt und wird während des gesamten Befundes fortgeführt
  • Beobachtung wird von Interpretation getrennt: „Die rechte Schulter steht höher“ ist eine Beobachtung
  • „der obere Trapezius ist verkürzt“ ist zunächst eine Hypothese
Nennen Sie die Beobachtungsbereiche bei „Inspektion und Sichtbefund“. 2 P
  • Erfasst werden Hautfarbe und Hautzustand, Wunden und Narben, Schwellung und Ödeme, Muskelkonturen, Atrophie, Körperbau, Haltung, Achsabweichungen, Beckenschiefstand, Mimik, Gestik, Bewusstseinslage und allgemeiner Pflegezustand
  • Ebenso werden spontane Schonhaltungen, Bewegungsbeginn, Tempo, Rhythmus, Ausweichbewegungen und Schmerzverhalten beobachtet
Charakterisieren Sie „Bedingungen standardisieren“. 2 P
  • Vergleichbare Beobachtungen benötigen geeignete Beleuchtung, ausreichende Entkleidung unter Wahrung der Intimsphäre, eine definierte Ausgangsstellung und möglichst gleiche Bedingungen im Verlauf
  • Seitenvergleich kann hilfreich sein, darf aber eine beidseitige Erkrankung oder individuelle Asymmetrie nicht übersehen
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Bewegungsbeobachtung“. 3 P
  • Zunächst wird eine alltagsnahe Aufgabe betrachtet, etwa Jacke anziehen oder nach einem Becher greifen
  • Danach können einzelne Bewegungskomponenten gezielt geprüft werden
  • Relevant sind Zielerreichung, Bewegungsweg, Rumpfbeteiligung, Schultergürtelkontrolle, Geschwindigkeit, Genauigkeit, Pausen, Schmerz und benötigte Hilfe
Beschreiben Sie die Dokumentation bei „Inspektion und Sichtbefund“. 3 P
  • Dokumentiert werden konkrete Merkmale, Lokalisation, Seite, Zeitpunkt und Bedingungen
  • Statt „schlechte Haltung“ wird beispielsweise beschrieben: „Im Sitz deutliche thorakale Kyphose, Kopf vorgelagert, rechte Skapula medial abstehend
  • Bei Armhebung zusätzliche Rumpfseitneigung.“ Fotos oder Körperschemata benötigen Einwilligung, sicheren Umgang mit Daten und eine klare fachliche Fragestellung
Charakterisieren Sie „Inspektion: Vertiefung aus dem Arbeitsblatt“. 2 P
  • Die Inspektion dokumentiert Wunden, Narben, Ödeme, Haut, Haltung, Deformitäten und Bewegungsabläufe mit Lokalisation, Ausdehnung und vergleichbaren Bedingungen
  • Sichtbare Zeichen werden beschrieben, bevor Ursachen angenommen werden

Palpation und Tastbefund

Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Begriff und Ziel“ bei „Palpation und Tastbefund“. 4 P
  • Palpation geht auf lateinisch palpare zurück und bedeutet „betasten“
  • Mit einem oder mehreren Fingern beziehungsweise beiden Händen werden Oberflächen, Konturen, Temperatur, Konsistenz, Verschieblichkeit, Spannung, Pulsation und Schmerzreaktion untersucht
  • Palpation ergänzt Anamnese, Inspektion und Funktionsprüfung
  • Sie ersetzt keine medizinische Diagnostik
Charakterisieren Sie „Palpierbare Strukturen“. 3 P
  • Je nach Region werden Knochenvorsprünge, Gelenkspalten, Knorpel, Sesambeine, Muskeln, Sehnen, Bänder, Haut, Unterhaut, Faszien, Retinakula, Bursen, Gefäße und oberflächliche Nerven aufgesucht
  • Lymphknoten oder Gefäßveränderungen werden nur im Rahmen der eigenen Qualifikation beurteilt
  • Unklare oder auffällige Befunde werden weitergeleitet
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Vier Grundformen“. 5 P
  • Beim Streichen werden Oberflächen, Temperatur und Gewebegleiten erfasst
  • Beim Bewegen wird eine Struktur gegenüber ihrer Umgebung verschoben
  • In Ruhe können Kontur, Tonus und Druckempfindlichkeit beurteilt werden
  • Bewegung gegen Widerstand macht Sehnen- oder Muskelaktivität besser tastbar
  • Die Wahl richtet sich nach der Fragestellung und der Belastbarkeit des Gewebes
Definieren Sie den Begriff „Vorgehen“ bei „Palpation und Tastbefund“. 5 P
  • Die Person wird informiert und um Einwilligung gebeten
  • Die Hände sind warm, der Druck beginnt gering und wird langsam gesteigert
  • Zuerst werden schmerzfreie Bereiche untersucht, danach die auffällige Region
  • Anatomische Landmarken geben Orientierung
  • Der Seitenvergleich wird unter gleichen Bedingungen durchgeführt
Beurteilen Sie die zentralen Grenzen und Risiken bei „Grenzen und Sicherheit“. 3 P
  • Akute Entzündung, offene Wunden, frische Operationsgebiete, instabile Frakturen, Gefäßverdacht oder starke Schmerzreaktion verlangen besondere Vorsicht oder den Verzicht auf Palpation
  • Ein ertasteter „Knoten“ ist keine gesicherte Diagnose
  • Dokumentiert werden Ort, Ausdehnung, Gewebequalität, Reproduzierbarkeit der Beschwerden und Reaktion nach der Untersuchung
Charakterisieren Sie „Palpation: Vertiefung aus dem Arbeitsblatt“. 2 P
  • Statische, dynamische, oberflächliche und funktionsbegleitende Palpation werden nach Fragestellung gewählt
  • Temperatur, Konsistenz, Verschieblichkeit und Reaktion erhalten erst zusammen mit Funktion und Betätigung Bedeutung

Muskelfunktionsprüfung und Kraftgrad

Erklären Sie den Zweck von „Muskelfunktionsprüfung und Kraftgrad“. 4 P
  • Die manuelle Muskelfunktionsprüfung beurteilt die Kraft einzelner Muskeln oder funktioneller Muskelgruppen
  • Sie kann Hinweise auf periphere motorische Läsionen, Lagerungsbedarf, Selbstständigkeitspotenzial und geeignete Therapieinhalte geben
  • Ergebnisse sind ordinal und prüferabhängig
  • Sie ersetzen keine instrumentelle Kraftmessung, wenn genaue Verlaufswerte erforderlich sind
Erklären Sie den fachlichen Kern von „Kraftgrade 0 bis 2“. 4 P
  • Grad 0 bedeutet keine sicht- oder tastbare Aktivität
  • Grad 1 bezeichnet eine tastbare Kontraktion ohne vollständige Bewegung
  • Grad 2 bedeutet eine vollständige Bewegung unter weitgehender Aufhebung der Schwerkraft
  • Reibung und Lagerung werden standardisiert
Charakterisieren Sie „Kraftgrade 3 bis 5“. 3 P
  • Grad 3 bedeutet vollständige Bewegung gegen die Schwerkraft
  • Grad 4 ergänzt angepassten mittleren Widerstand, Grad 5 maximalen individuell angemessenen Widerstand
  • Schmerz, Bewegungsumfang und Kompensation werden bei jeder Bewertung mitdokumentiert
Charakterisieren Sie „Standardisiertes Vorgehen“. 4 P
  • Vor der Kraftprüfung wird das passive Bewegungsausmaß erfasst
  • Die Ausgangsstellung, Bewegungsebene und Fixation werden festgelegt
  • Die Fixation erfolgt proximal des bewegten Gelenkes, ohne die Zielbewegung zu behindern
  • Der Widerstand wird in geeigneter Richtung, langsam und angepasst an Muskelgruppe, Alter, Konstitution, Schmerz und Gesundheitszustand aufgebaut
Definieren Sie den Begriff „Fehlerquellen“. 3 P
  • Schmerz, Angst, eingeschränkte Gelenkbeweglichkeit, Müdigkeit, fehlendes Verständnis, Motivation, Ausweichbewegungen und unterschiedliche Prüfer verändern das Ergebnis
  • Bei Bedarf wird die nicht betroffene Seite als individueller Vergleich genutzt
  • Das Ergebnis wird zusammen mit Ausgangsstellung, Bewegungsumfang, Schmerz und Besonderheiten dokumentiert
Erklären Sie Funktion und fachlichen Zweck von „Muskelfunktionsprüfung und Kraftgrad: Grenzen“. 3 P
  • Bei Spastik oder stark veränderter Tonusregulation ist die klassische Prüfung nicht sinnvoll interpretierbar
  • Ebenso muss bei frischen Sehnenrekonstruktionen, Frakturen oder ärztlich begrenzter Belastung auf maximalen Widerstand verzichtet werden
  • Die funktionelle Bedeutung wird anschließend in einer Handlung geprüft, denn Kraftgrad 4 sagt noch nicht, ob eine Tasse sicher getragen oder ein Knopf geschlossen werden kann
Charakterisieren Sie „Janda-Skala präzisieren“. 2 P
  • Die Kraftgrade 0 bis 5 unterscheiden fehlende Kontraktion, Bewegung unter Aufhebung der Schwerkraft, Bewegung gegen Schwerkraft und abgestufte Widerstände
  • Ausgangsstellung, Kompensation, Schmerz und Seitenvergleich werden dokumentiert

Neutral-Null-Methode und Goniometrie

Definieren Sie „Begriff und Messinstrument“ fachlich präzise. 5 P
  • Ein Goniometer misst Gelenkwinkel
  • Der Name verbindet griechisch gōnía, „Winkel“, und métron, „Maß“
  • Zwei Schenkel werden an anatomischen Bezugslinien ausgerichtet
  • Das Drehzentrum liegt möglichst über der Gelenkachse
  • Gemessen werden aktives und bei Fragestellung auch passives Bewegungsausmaß
Definieren Sie den Begriff „Neutral-Null-Schreibweise“. 5 P
  • Die anatomische Neutralstellung bildet den Bezugspunkt
  • Die Bewegungen werden in einer festgelegten Reihenfolge notiert, beispielsweise Extension–0–Flexion oder Abduktion–0–Adduktion
  • Ein frei streckbarer und bis 150 Grad beugbarer Ellenbogen kann als 0–0–150 dokumentiert werden
  • Fehlen 20 Grad Extension und werden 140 Grad Flexion erreicht, lautet die Angabe 0–20–140
  • Die Schreibweise muss im Team einheitlich verwendet werden
Charakterisieren Sie „Aktive und passive Messung“. 4 P
  • Das aktive Ausmaß zeigt, was die Person selbst ausführen kann
  • Das passive Ausmaß zeigt, wie weit das Gelenk unter äußerer Führung bewegt werden kann
  • Eine deutliche Differenz kann auf Kraftmangel, Schmerz, motorische Kontrolle oder andere neuromuskuläre Faktoren hinweisen
  • Ein ähnlich begrenztes aktives und passives Ausmaß spricht eher für strukturelle oder mechanische Einschränkung, ist aber allein nicht diagnostisch
Beschreiben Sie die Durchführung von „Neutral-Null-Methode und Goniometrie“. 5 P
  • Ausgangsstellung, Achse, fester und beweglicher Schenkel werden vorab definiert
  • Ausweichbewegungen werden verhindert oder dokumentiert
  • Das Goniometer wird nicht auf offene Wunden gelegt
  • Dicke Verbände, Ödeme, Schmerz und Schutzspannung können Messungen verfälschen
  • Unter solchen Bedingungen wird die Einschränkung beschrieben und eine spätere Vergleichsmessung geplant
Definieren Sie den Begriff „Messqualität“. 4 P
  • Für den Verlauf werden möglichst dasselbe Messgerät, dieselbe Position, dieselben Landmarken und derselbe Prüfer genutzt
  • Interrater-Reliabilität bedeutet, dass unterschiedliche Prüfende zu vergleichbaren Ergebnissen gelangen
  • Regelmäßige gemeinsame Messungen helfen, Abweichungen zu erkennen
  • Ein einzelner Winkel wird stets mit Funktion, Schmerz und Betätigungsziel verbunden
Charakterisieren Sie „Goniometer praktisch verwenden“. 3 P
  • Drehpunkt und Schenkel werden an anatomischen Referenzen ausgerichtet
  • Aktives und passives Bewegungsausmaß werden getrennt erfasst
  • Verbände, Ödeme, Schmerz und wechselnde Ausgangsstellungen begrenzen die Vergleichbarkeit

Längen- und Umfangsmessung

Definieren Sie den Begriff „Fragestellung“. 3 P
  • Längenmessungen erfassen anatomische oder funktionelle Distanzen
  • Umfangsmessungen dienen vor allem der Verlaufskontrolle bei Ödem, Atrophie oder Muskelaufbau
  • Ein Wert ist nur aussagekräftig, wenn Messstelle, Position, Bandspannung und Zeitpunkt reproduzierbar sind
Definieren Sie den Begriff „Umfangsmessung“. 4 P
  • Am Oberarm kann ein definierter Abstand zur Achselfalte oder zu einem Knochenpunkt gewählt werden
  • Am Ellenbogen wird häufig über dem Olekranon gemessen, am Unterarm in einem festgelegten Abstand zum Epicondylus lateralis
  • Für Hand und Finger werden je nach Problem standardisierte Ring-, Acht- oder Umfangsmaße verwendet
  • Das Maßband liegt an, darf das Gewebe aber nicht eindrücken
Definieren Sie den Begriff „Längenmessung“. 4 P
  • Für die Armlänge können Akromionspitze und Processus styloideus radii als Bezugspunkte dienen
  • Oberarm- und Unterarmlänge werden über klar benannte knöcherne Landmarken erfasst
  • Die Methode muss zur Fragestellung passen
  • Eine anatomische Längendifferenz ist von einer funktionellen scheinbaren Verkürzung durch Gelenkstellung oder Haltung zu unterscheiden
Definieren Sie den Begriff „Standardisierung“. 4 P
  • Gemessen wird möglichst zur gleichen Tageszeit, weil Ödeme schwanken können
  • Position, Gelenkwinkel, Muskelanspannung, Seite, Bezugspunkt und Bandmaß werden dokumentiert
  • Bei Umfangsreihen werden die Abstände auf der Haut markiert oder in einem Körperschema festgehalten
  • Mehrfachmessungen erhöhen die Zuverlässigkeit
Definieren Sie den Begriff „Interpretation“. 4 P
  • Ein größerer Umfang kann durch Ödem, Hämatom, Muskelmasse oder Gewebeveränderung entstehen
  • Ein kleinerer Umfang durch Atrophie oder individuelle Asymmetrie
  • Die Messung wird daher mit Inspektion, Palpation, Schmerz, Beweglichkeit und Funktion abgeglichen
  • Relevant ist nicht allein die Zahl, sondern ob sich Greifen, Anziehen, Schienenpassform oder Belastbarkeit verändern
Charakterisieren Sie „Vergleichbarkeit sichern“. 2 P
  • Messpunkte, Körperposition, Bandspannung und Tageszeit werden gleich gehalten
  • Umfangswerte können Schwellung oder Atrophie beschreiben, erklären aber ohne klinischen Zusammenhang nicht deren Ursache

Sensibilitätsprüfung und periphere Nervenversorgung

Erklären Sie den fachlichen Kern von „Sensibilitätsqualitäten“. 4 P
  • Zur Oberflächensensibilität gehören leichte Berührung, Druck, Schmerz und Temperatur
  • Tiefensensibilität umfasst Gelenkstellung, Bewegung und Vibration
  • Kortikale oder diskriminative Leistungen sind beispielsweise Zwei-Punkt-Diskrimination, Stereognosie und Graphästhesie
  • Vor der Prüfung wird geklärt, welche Qualität für die Alltagsschwierigkeit relevant ist
Charakterisieren Sie „Plexus brachialis und Hauptnerven“. 3 P
  • Der Plexus brachialis entsteht überwiegend aus C5 bis T1
  • Aus ihm gehen unter anderem N. medianus, N. ulnaris, N. radialis, N. musculocutaneus und N. axillaris hervor
  • Sensible und motorische Befunde werden nach Verlauf, Versorgungsgebiet und funktioneller Aufgabe geordnet
Charakterisieren Sie „Sensible Handareale der Hauptnerven“. 2 P
  • Der N. medianus versorgt palmar vor allem Daumen bis radialen Ringfinger, der N. ulnaris Kleinfinger und ulnaren Ringfinger, der N. radialis dorsoradiale Handanteile
  • Überlappungen und individuelle Unterschiede verbieten eine Diagnose aus einem einzelnen Testpunkt
Beschreiben Sie die Durchführung von „Sensibilitätsprüfung und periphere Nervenversorgung“. 4 P
  • Die Person schließt die Augen oder der Testbereich wird abgeschirmt
  • Reize werden angekündigt, aber in zufälliger Reihenfolge und mit ausreichenden Pausen gesetzt
  • Prüfende vergleichen Seiten und Regionen, vermeiden rhythmische Hinweise und fragen nicht suggestiv
  • Monofilamente, Stimmgabel, Zwei-Punkt-Instrument oder einfache Gegenstände werden je nach Fragestellung eingesetzt
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Typische Befundbilder“. 4 P
  • Bei einer umschriebenen Nervenläsion folgt die Störung eher einem peripheren Versorgungsgebiet
  • Bei Polyneuropathie kann ein symmetrisches, distal betontes „Handschuh“-Muster auftreten
  • Plexusläsionen betreffen mehrere Nervenanteile
  • Schmerz, Ödem, Narben, zentrale Läsionen, Aufmerksamkeit und kognitive Faktoren können das Ergebnis verändern
Begründen Sie die fachlichen Anforderungen bei „Sicherheit und Alltag“. 3 P
  • Verminderte Schutzsensibilität erhöht das Risiko für Verbrennungen, Druckstellen und Verletzungen
  • Beratung umfasst Sichtkontrolle der Haut, Temperaturprüfung mit der gesunden Seite oder Hilfsmitteln, passende Handschuhe und Vermeidung unbemerkter Dauerbelastung
  • Der Befund wird mit Tätigkeiten wie Kochen, Werkzeuggebrauch, Knöpfen und sicherem Tragen verbunden
Charakterisieren Sie „Periphere Nervenverletzungen“. 3 P
  • Neurapraxie, Axonotmesis und Neurotmesis unterscheiden Ausmaß der Nervenläsion
  • Prüfung erfasst sensible Qualitäten, Verteilung, Schutzsensibilität und funktionelle Folgen
  • Akute oder progrediente Ausfälle werden medizinisch abgeklärt

Handfunktion und Greifformen

Charakterisieren Sie „Greifen ist mehr als Kraft“. 3 P
  • Handleistung verbindet Beweglichkeit, Sensibilität, Kraft, Koordination, Geschwindigkeit, Objektkenntnis und Anpassung der Griffkraft
  • Ein Griff wird danach beurteilt, ob er zur Form, Größe, Oberfläche, Last und Aufgabe passt
  • Die dominante und nicht dominante Hand übernehmen häufig unterschiedliche Rollen
Definieren Sie den Begriff „Präzisionsgriffe“. 5 P
  • Beim Zweipunkt- oder Spitzgriff treffen Daumen und ein Finger aufeinander
  • Der Dreipunktgriff nutzt Daumen, Zeige- und Mittelfinger und ist etwa beim Schreiben oder Aufnehmen kleiner Gegenstände bedeutsam
  • Der Pinzettengriff beschreibt eine sehr feine Annäherung der Fingerspitzen
  • Der seitliche Schlüsselgriff klemmt einen Gegenstand zwischen Daumen und radialer Zeigefingerseite
  • Interdigitalgriffe halten flache Gegenstände zwischen zwei Fingern
Definieren Sie den Begriff „Kraftgriffe“. 4 P
  • Beim Zylindergriff umschließen Finger und Daumen einen länglichen Gegenstand, beispielsweise einen Flaschenhals
  • Der Kugel- oder Sphärengriff passt sich einem rundlichen Objekt an
  • Der Hakengriff trägt Last überwiegend über die gebeugten Finger, während der Daumen weniger beteiligt ist
  • Der Faustschluss ist eine kombinierte Form mit hoher Kraftentwicklung
Erklären Sie den fachlichen Kern von „Hantieren und Manipulieren“. 3 P
  • Hantieren bezeichnet das zielgerichtete Nutzen und Umsetzen von Gegenständen
  • Intrinsische Manipulation bedeutet, einen Gegenstand innerhalb einer Hand zu verschieben, zu drehen oder von den Fingern in die Handfläche und zurück zu bewegen
  • Solche Leistungen sind etwa bei Münzen, Knöpfen, Stiften oder Schlüsseln erforderlich
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Befundung“. 3 P
  • Geprüft werden Auswahl des Griffes, Öffnungsweite, Daumenopposition, Fingerabstimmung, Kraftdosierung, Halten, Lösen, Geschwindigkeit und Ermüdung
  • Standardisierte Verfahren können Steck-, Block-, Geschwindigkeits- oder Kraftaufgaben nutzen
  • Ergänzend wird eine reale Tätigkeit beobachtet, weil ein isolierter Test den Alltag nur teilweise abbildet
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Statische und dynamische Greifformen“. 3 P
  • Finger-, Handflächen- und symmetrische Griffe werden nach Objekt, Kraft und Präzision unterschieden
  • Dynamische Griffe erlauben Manipulation innerhalb der Hand
  • Die funktionale Griffwahl ist wichtiger als eine isolierte Klassifikation

Bewegungsanalyse der oberen Extremität

Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Ausgangspunkt: das Handlungsziel“. 3 P
  • Eine Bewegungsanalyse beginnt mit der Frage, was erreicht werden soll
  • Der gleiche Armweg kann je nach Aufgabe angemessen oder unökonomisch sein
  • Eine Tasse vom Tisch anheben, Haare waschen und einen schweren Karton tragen stellen unterschiedliche Anforderungen an Reichweite, Stabilität, Griffkraft, Geschwindigkeit und Ausdauer
Beschreiben Sie Ablauf und fachliche Bedeutung von „Beobachtungsschritte“. 4 P
  • Zuerst werden Ausgangsstellung und Umweltbedingungen beschrieben
  • Danach folgen Bewegungsbeginn, Richtung, Bahn, Geschwindigkeit, Rhythmus und Genauigkeit
  • Anschließend werden Rumpf, Schultergürtel, Glenohumeralgelenk, Ellenbogen, Unterarm, Handgelenk, Finger und Daumen betrachtet
  • Bei Greifhandlungen kommen Handvorformung, Kontakt, Kraftdosierung, Manipulation und Loslassen hinzu
Charakterisieren Sie „Zyklische und azyklische Bewegungen“. 4 P
  • Zyklische Bewegungen wiederholen eine Grundstruktur, etwa Kurbeln oder längeres Wischen
  • Analysiert werden Rhythmus, Symmetrie, Ermüdung und gleichbleibende Qualität
  • Azyklische Bewegungen besitzen einen klaren Beginn und ein Ziel, etwa einen Gegenstand greifen und abstellen
  • Hier sind Vorplanung, Beschleunigung, Abbremsung und Zielgenauigkeit besonders relevant
Charakterisieren Sie „Kompensation und Pathologie“. 4 P
  • Rumpfseitneigung, Schulterhebung oder ein veränderter Griff können eine fehlende Funktion ausgleichen
  • Eine Kompensation ist nicht automatisch falsch
  • Sie wird danach beurteilt, ob sie sicher, schmerzarm, effizient und langfristig verträglich ist
  • Pathologische Muster werden nicht nur benannt, sondern in ihrer Ursache und Wirkung geprüft
Beschreiben Sie die Dokumentation bei „Bewegungsanalyse der oberen Extremität“. 3 P
  • Eine nachvollziehbare Beschreibung enthält Aufgabe, Hilfsmittel, Ausgangsstellung, beobachtete Abweichung, mögliche Einflussfaktoren und funktionelle Folge
  • Video kann bei schnellen Abläufen hilfreich sein, setzt aber Einwilligung und datenschutzgerechte Speicherung voraus
  • Die Analyse führt zu einer Hypothese, die durch weitere Tests geprüft wird

Narbenbefund und Narbenklassifikation

Erklären Sie Funktion und fachlichen Zweck von „Zweck des systematischen Narbenbefunds“. 4 P
  • Narben können Beweglichkeit, Sensibilität, Kraftübertragung, Gleitfähigkeit und Körperbild beeinflussen
  • Nicht jede Narbe benötigt Behandlung
  • Eine physiologische Narbe ist meist flach, ausreichend beweglich und funktionell wenig störend
  • Intervention wird aus Beschwerden, Funktionsverlust, Heilungsphase und Ziel der Person abgeleitet
Ordnen Sie „Klassifikation“ fachlich ein. 5 P
  • Hypertrophe Narben sind erhaben und bleiben im ursprünglichen Wundgebiet
  • Keloide wachsen über die ursprünglichen Wundgrenzen hinaus und können jucken, brennen oder schmerzen
  • Sklerotische Narben sind hart, wenig elastisch und können schrumpfen oder mit tieferen Strukturen verkleben
  • Atrophe Narben liegen eingesunken und enthalten wenig tragfähiges Gewebe
  • Übergänge sind möglich
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Wichtige Befunddaten“. 3 P
  • Dokumentiert werden Narbenalter, Heilungsphase, Ursache, primäre oder sekundäre Heilung, Lokalisation, Länge, Breite, Höhe, Farbe, Temperatur, Feuchtigkeit, Oberflächenbeschaffenheit, Verschieblichkeit längs und quer, Abhebbarkeit, Adhäsion, Schmerz, Juckreiz und Sensibilität
  • Hinzu kommen Gelenkbeweglichkeit, Kraft, Alltagsfunktion und psychosoziale Belastung
  • Ein Körper- oder Handschema erleichtert die Verlaufskontrolle
Beurteilen Sie die zentralen Grenzen und Risiken bei „Risikofaktoren und Warnzeichen“. 2 P
  • Hypertrophe Narben und Keloide werden unter anderem durch genetische Disposition, junges Alter, stärker pigmentierte Haut, hohe Spannung und bestimmte Körperregionen begünstigt
  • Zunehmende Rötung, Überwärmung, Sekretion, Wundöffnung, rasch zunehmender Schmerz oder Fieber sind keine normalen Therapiesignale und benötigen medizinische Abklärung
Charakterisieren Sie „Standardisierte Skalen“. 3 P
  • Vancouver Scar Scale, Patient and Observer Scar Assessment Scale, Manchester Scar Scale und weitere Instrumente strukturieren Teilaspekte des Befundes
  • Sie ersetzen nicht die Betätigungsanalyse
  • Ein äußerlich auffälliger Befund kann funktionell wenig relevant sein, während eine kleine adhärente Narbe über einem Gelenk eine bedeutsame Einschränkung verursacht

Ganganalyse und Gangphasen

Beschreiben Sie Ablauf und fachliche Bedeutung von „Gangzyklus“. 4 P
  • Ein Gangzyklus beginnt mit dem Bodenkontakt eines Fußes und endet mit dessen nächstem Bodenkontakt
  • Er gliedert sich in Stand- und Schwungphase
  • Doppelte Unterstützungsphasen wechseln mit einbeiniger Belastung
  • Geschwindigkeit verändert ihre Dauer
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Standphase“. 4 P
  • Initial Contact und Loading Response übernehmen Last und dämpfen
  • Mid Stance führt den Körper über den Standfuß
  • Terminal Stance und Pre Swing bereiten Abstoß und Beinvorführung vor
  • Fuß, Knie, Hüfte, Becken, Rumpf und Arme wirken als Kette
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Schwungphase“. 2 P
  • Initial, Mid und Terminal Swing sorgen für Bodenfreiheit, Vorführung und Vorbereitung des nächsten Kontakts
  • Verkürzte Schrittlänge, Zirkumduktion oder übermäßige Hüfthebung können aus Kraft, Beweglichkeit, Schmerz, Sensibilität oder Sicherheit entstehen
Leiten Sie aus „Ergotherapeutische Beobachtung“ Konsequenzen für die ergotherapeutische Praxis ab. 3 P
  • Ganganalyse wird mit Alltag verbunden: Strecke, Untergrund, Schuhe, Tragen, Türen, Aufmerksamkeit und Ermüdung
  • Video benötigt Einwilligung
  • Auffällige Muster werden beschrieben, nicht allein aus einer Phase diagnostiziert
Leiten Sie für „Ganganalyse und Gangphasen“ einen ergotherapeutischen Prüfpunkt ab. 1 P
  • Welche Gangphase begrenzt die reale Mobilitätsaufgabe, und liegt die Hauptursache in Kraft, Beweglichkeit, Schmerz, Sensibilität, Gleichgewicht oder Umwelt?

Schmerzanamnese und klinische Befragung

Definieren Sie den Begriff „Schmerzbeschreibung“. 2 P
  • Erfragt werden Ort, Qualität, Intensität, Beginn, Dauer, Tagesverlauf und Ausstrahlung
  • Begriffe der Person werden übernommen, statt die Beschreibung vorschnell in eine Diagnose umzudeuten
Charakterisieren Sie „Provokation und Linderung“. 2 P
  • Relevante Fragen betreffen Bewegungen, Positionen, Belastungsdauer, Erholung, Wärme, Kälte und Medikamente
  • Entscheidend ist, welche Alltagssituationen Beschwerden auslösen oder reduzieren
Beschreiben Sie Ablauf und fachliche Bedeutung von „24-Stunden-Verlauf“. 2 P
  • Morgensteifigkeit, nächtlicher Schmerz, Belastungsnachwirkung und Erholung liefern Hinweise auf Reizbarkeit und Dosierung
  • Sie ersetzen keine medizinische Differenzialdiagnostik
Charakterisieren Sie „Schmerz und Betätigung“. 2 P
  • Befund klärt, welche Aufgaben vermieden, verändert oder nur mit Hilfe ausgeführt werden
  • Ziel ist nicht nur Schmerzreduktion, sondern sichere und bedeutsame Handlungsfähigkeit
Beurteilen Sie die zentralen Grenzen und Risiken bei „Dokumentationsgrenze“. 2 P
  • Aussagen werden als subjektive Angaben gekennzeichnet, Beobachtungen getrennt dokumentiert
  • Vermutete Ursachen werden als Hypothesen formuliert und bei Warnzeichen weitergeleitet

Haltungsanalyse und Körperachsen

Charakterisieren Sie „Haltungsanalyse im Stand“. 2 P
  • Beurteilt werden Fußstellung, Knieachsen, Becken, Wirbelsäule, Schultergürtel, Kopf und Gewichtsverteilung
  • Eine Abweichung erhält erst durch Beschwerden, Beweglichkeit und Funktion therapeutische Bedeutung
Charakterisieren Sie „Becken und Wirbelsäule“. 2 P
  • Beckenkippung, Beckenschiefstand und Beckenrotation beeinflussen die Wirbelsäulenstellung
  • Sichtbefund wird durch Bewegung, Palpation und gegebenenfalls standardisierte Messung ergänzt
Charakterisieren Sie „Schultergürtel und Kopfhaltung“. 2 P
  • Skapulastellung, Schulterhöhe, Thoraxform und Kopfposition werden in Ruhe und Bewegung betrachtet
  • Eine vorgelagerte Kopfhaltung allein beweist keine bestimmte Muskelverkürzung
Charakterisieren Sie „Lotlinie als Orientierung“. 2 P
  • Gedachte Lotlinien helfen, Segmentstellungen systematisch zu beschreiben
  • Sie sind keine starre Norm, weil Körperbau, Alter, Gewohnheit und Aufgabe unterschiedliche stabile Lösungen erlauben
Charakterisieren Sie „Haltungswechsel“. 2 P
  • Sitzen, Stehen, Aufstehen und Greifen zeigen mehr als eine statische Aufnahme
  • Ergotherapeutisch relevant ist, ob die Person Positionen variieren, Belastung verteilen und eine Tätigkeit ausreichend lange ausführen kann

Kraftmessung mit Dynamometer und Pinchmeter

Charakterisieren Sie „Dynamometrische Kraftmessung“. 2 P
  • Ein Dynamometer misst meist Handgriffkraft, ein Pinchmeter unterschiedliche Präzisionskräfte
  • Messwerte ergänzen Funktionsbeobachtung und zeigen nicht automatisch, wie sicher ein Gegenstand im Alltag gehandhabt wird
Charakterisieren Sie „Standardisierte Position“. 2 P
  • Sitzposition, Schulter, Ellenbogen, Unterarm, Handgelenk, Griffweite und Instruktion werden festgelegt
  • Abweichungen müssen dokumentiert werden, weil sie die Vergleichbarkeit verändern
Charakterisieren Sie „Wiederholungen und Seitenvergleich“. 2 P
  • Mehrere Versuche mit ausreichender Pause reduzieren Zufallseinflüsse
  • Seitenvergleich ist hilfreich, darf Dominanz, beidseitige Erkrankung und normale individuelle Streuung nicht übergehen
Charakterisieren Sie „Schmerz und Messabbruch“. 3 P
  • Akuter Schmerz, instabile Gewebeheilung oder deutliche Verschlechterung begrenzen Maximalkrafttests
  • Der Test wird nicht gegen Schutzreaktion erzwungen
  • Grund und Reaktion werden dokumentiert
Ordnen Sie „Kraftwert und Betätigung“ fachlich ein. 2 P
  • Ein Kraftwert wird mit Öffnen, Tragen, Halten, Drehen und Feinmanipulation verbunden
  • Therapieziele richten sich an der erforderlichen Aufgabe aus, nicht an einem isolierten Normwert

Ödem-, Haut- und Wundbefund

Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Ödembefund“. 2 P
  • Erfasst werden Lokalisation, Ausdehnung, Symmetrie, Hautspannung, Eindrückbarkeit und funktionelle Folgen
  • Umfangsmessung oder Volumetrie kann den Verlauf ergänzen, wenn Bedingungen standardisiert sind
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Hautbefund“. 2 P
  • Farbe, Temperatur, Feuchtigkeit, Glanz, Integrität, Elastizität und Druckstellen werden beschrieben
  • Sensorische Einschränkungen erhöhen die Bedeutung regelmäßiger Sichtkontrolle
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Wundbeobachtung“. 2 P
  • Dokumentiert werden Lage, Größe, Tiefe, Wundgrund, Rand, Umgebung und Sekret im Rahmen der eigenen Zuständigkeit
  • Manipulation oder Belastung richtet sich nach medizinischen Vorgaben und Heilungsphase
Definieren Sie den Begriff „Infektionsverdacht“. 2 P
  • Zunehmende Rötung, Überwärmung, Schwellung, Schmerz, auffälliges Sekret oder Allgemeinsymptome verlangen zeitnahe medizinische Beurteilung
  • Therapie wird nicht einfach fortgesetzt, als handle es sich um normale Reaktion
Begründen Sie die fachliche Bedeutung von „Funktionelle Bedeutung“. 2 P
  • Ödem, Hautspannung und Wunden können Griff, Gelenkbewegung, Belastbarkeit und Hilfsmittelnutzung begrenzen
  • Befund und Maßnahme werden deshalb an einer konkreten Alltagshandlung ausgerichtet

Propriozeption, Stereognosie und Zwei-Punkt-Diskrimination

Definieren Sie den Begriff „Propriozeptionsprüfung“. 2 P
  • Gelenkstellung oder Bewegungsrichtung wird bei ausgeschalteter Sicht geprüft
  • Der Untersucher bewegt kleine, klar definierte Schritte und vergleicht Seiten sowie mehrere Wiederholungen
Definieren Sie den Begriff „Stereognosie“. 2 P
  • Stereognosie ist das Erkennen eines vertrauten Gegenstands allein durch Tasten
  • Ausreichende Primärsensibilität, Aufmerksamkeit, Gedächtnis und Sprachverständnis sind Voraussetzungen
Definieren Sie den Begriff „Zwei-Punkt-Diskrimination“. 3 P
  • Geprüft wird, ob ein oder zwei gleichzeitig gesetzte Reize unterschieden werden
  • Druck, Dauer, Richtung und Reihenfolge werden standardisiert
  • Normwerte hängen von Region und Methode ab
Charakterisieren Sie „Blind- und Mirroring-Tests“. 3 P
  • Bei Blindtests werden Berührung, Richtung oder Objekt ohne Sicht benannt
  • Beim Mirroring überträgt die Person eine wahrgenommene Stellung auf die Gegenseite
  • Beide Verfahren verbinden Sensibilität mit kognitiver Verarbeitung
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Befundinterpretation“. 2 P
  • Ein auffälliger Test wird nicht isoliert bewertet
  • Sehfähigkeit, Aufmerksamkeit, Schmerz, Sprache, Motorik und Testverständnis können das Ergebnis verändern und werden mitgeprüft

Fingerkuppen-Hohlhand-Abstand und Handmaße

Definieren Sie den Begriff „Fingerkuppen-Hohlhand-Abstand“. 2 P
  • Der Abstand beschreibt, wie weit die Fingerkuppen bei maximaler aktiver Beugung von einer definierten Hohlhandlinie entfernt bleiben
  • Bezugslinie, Finger, aktive oder passive Ausführung und Schmerzen werden dokumentiert
Charakterisieren Sie „Daumenopposition“. 2 P
  • Opposition wird über erreichbare Kontaktpunkte, Bewegungsqualität und Kompensation beurteilt
  • Skalen oder definierte Landmarken sind nur vergleichbar, wenn dieselbe Methode im Verlauf verwendet wird
Definieren Sie den Begriff „Fingerstreckdefizit“. 2 P
  • Ein Streckdefizit wird gelenkbezogen gemessen und von Sehnenverklebung, Gelenksteife, Schmerz oder motorischer Hemmung unterschieden
  • Aktiver und passiver Befund helfen bei der Hypothesenbildung
Charakterisieren Sie „Schwellung und Handmaße“. 2 P
  • Umfang oder Volumen kann zusammen mit Bewegungsmaßen den Verlauf abbilden
  • Veränderungen werden mit Tageszeit, Belastung, Kompression und Hautzustand dokumentiert
Leiten Sie aus „Alltagsbezug der Handmaße“ Konsequenzen für die ergotherapeutische Praxis ab. 2 P
  • Messwerte werden mit Greiföffnung, Loslassen, Taschenzugriff, Besteck, Knöpfen oder Werkzeuggebrauch verbunden
  • Ein kleiner Messgewinn ist nur dann bedeutsam, wenn er die Aufgabe verändert

Feinmotoriktests und Aufgabenbeobachtung

Charakterisieren Sie „Standardisierter Feinmotoriktest“. 2 P
  • Ein standardisierter Test nutzt festgelegtes Material, Instruktion, Zeit und Auswertung
  • Vor Anwendung werden Zielgruppe, Gütekriterien und Aussagegrenzen geprüft
Charakterisieren Sie „Allensbacher Feinmotoriktest“. 3 P
  • Der Lehrplan nennt den Allensbacher Feinmotoriktest als Beispiel
  • Er wird nach Originalanleitung durchgeführt
  • GREMMATIK ersetzt weder Testmanual noch Schulung durch eine frei erfundene Kurzfassung
Charakterisieren Sie „Zeit und Bewegungsqualität“. 2 P
  • Bearbeitungszeit allein kann kompensatorische Strategien, Schmerz oder Unsicherheit verdecken
  • Ergänzend werden Griffwechsel, Fallenlassen, beidhändige Koordination und Ermüdung beobachtet
Definieren Sie den Begriff „Übungseffekt“. 2 P
  • Wiederholte Testung kann durch Vertrautheit besser ausfallen, ohne dass die zugrunde liegende Funktion gleich stark verändert ist
  • Intervalle und Vergleichswerte werden deshalb begründet gewählt
Charakterisieren Sie „Transfer in Alltagshandlungen“. 2 P
  • Testleistung wird mit Schreiben, Verschlüssen, Münzen, Medikamenten oder Arbeitsplatzanforderungen verglichen
  • Ein Test bildet nur einen Ausschnitt der Handfunktion ab

Zyklische und azyklische Bewegungsanalyse

Charakterisieren Sie „Zyklische Bewegung“. 2 P
  • Zyklische Bewegungen wiederholen eine Grundstruktur, etwa Gehen, Kurbeln oder längeres Wischen
  • Analysiert werden Rhythmus, Symmetrie, Phasenübergänge, Ermüdung und konstante Zielerreichung
Charakterisieren Sie „Azyklische Bewegung“. 2 P
  • Azyklische Bewegungen besitzen eine einmalige oder wechselnde Abfolge, etwa nach einem Objekt greifen oder einen Pullover anziehen
  • Planung, Sequenzierung, Anpassung und Abschluss werden getrennt betrachtet
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Phasenbildung“. 2 P
  • Eine komplexe Handlung wird in Ausgangsstellung, Vorbereitung, Hauptbewegung, Objektkontakt und Rückführung gegliedert
  • So lässt sich erkennen, in welcher Phase eine Abweichung entsteht
Definieren Sie den Begriff „Kompensation“ bei „Zyklische und azyklische Bewegungsanalyse“. 2 P
  • Kompensation wird nach Funktion bewertet: Erhöht sie Selbstständigkeit und Sicherheit, oder verursacht sie Schmerz, Energieverlust und Folgerisiken?
  • Nicht jede Abweichung muss korrigiert werden
Charakterisieren Sie „Dokumentation der Bewegungsanalyse“. 2 P
  • Die Beschreibung nennt Aufgabe, Umgebung, Körperseite, Phase, Abweichung und Konsequenz
  • Vermutete Ursachen werden als Hypothese gekennzeichnet und durch weitere Befunde geprüft

Befundbewertung, Zielsetzung und digitale Dokumentation

Beurteilen Sie den Befund bei „Befundbewertung, Zielsetzung und digitale Dokumentation“. 2 P
  • Einzelwerte werden zu einer arbeitsfähigen Hypothese verbunden: Welche Ressource oder Einschränkung beeinflusst welche Betätigung unter welchen Bedingungen?
  • Widersprüchliche Befunde bleiben sichtbar
Definieren Sie den Begriff „Priorisierung“. 2 P
  • Priorität erhalten Sicherheit, Anliegen der Person, zentrale Rollen und realistisch veränderbare Faktoren
  • Nicht jede messbare Abweichung wird automatisch zum Therapieziel
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Betätigungsbezogenes Ziel“. 2 P
  • Ein Ziel benennt konkrete Handlung, Bedingungen, Hilfen, Qualität und Zeitraum
  • Funktionswerte können Zwischenziele sein, müssen aber mit dem gewünschten Alltagsergebnis verknüpft bleiben
Charakterisieren Sie „Digitale Dokumentation“. 2 P
  • Digitale Systeme erleichtern Verlauf, Austausch und Auswertung, verlangen aber Rollenrechte, sichere Geräte, Datensparsamkeit und korrekte Zuordnung
  • Kopierte Standardtexte dürfen individuelle Befunde nicht ersetzen
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Befundbogen als Werkzeug“. 3 P
  • Ein Befundbogen strukturiert, garantiert aber keine gute Bewertung
  • Freitext, Beobachtung und Priorisierung ergänzen Pflichtfelder
  • Ungeklärte Angaben werden nicht als gesicherte Tatsache eingetragen

Die Fragen und Antworten wurden aus den redaktionellen Lerntexten dieses Kapitels abgeleitet. Jede Antwort gehört ausschließlich zu der unmittelbar darüberstehenden Frage.

Hinweise des Lehrplans
  • Hautzustand, Atrophie, Erscheinungsbild
  • Kontrakturen
  • Verhalten, Schmerz
  • Schmerz
  • Neutral-Null-Methode
  • Greifformen, Fingerkuppenhohlhandabstand, Allensbacher Feinmotoriktest
  • Schober- und Ottsches-Maß, Ödemkontrolle
  • Zwei-Punkt-Diskrimination, Blind-Tests, Ninhydrinprobe Stereognosie, Mirroring
  • Nackengriff, Schürzengriff
  • Arbeit mit Befundbögen
  • Nutzung digitaler Technik

Quelle: Sächsisches Staatsministerium für Kultus: Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin, freigegeben ab 1. August 2020, S. 119.

03 Methoden und Durchführungsmodalitäten 40 (30) Ustd. 143 Unterfragen
Lehrplananforderung

Die Schülerinnen und Schüler besitzen gefestigte Kenntnisse über typische Erkrankungsformen und fachspezifische Behandlungstechniken. Sie stellen Behandlungspläne auf, führen die ergotherapeutische Behandlung adäquat durch und begründen und reflektieren ihre Vorgehensweise. Dabei setzen sie ergotherapeutische Mittel und Medien indikationsbezogen ein.

Quelle: Sächsisches Staatsministerium für Kultus: Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin, freigegeben ab 1. August 2020, S. 120.

Fragen & Antworten143

Kapitelkern

Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Behandlungsplanung“. 2 P
  • Planung verbindet Krankheitsbild, medizinische Vorgaben, Befundhypothese, Betätigungsziel, Technik, Dosierung, Mittel, Sicherheit und Evaluation
  • Jede Maßnahme muss aus dem individuellen Fall begründet werden
Charakterisieren Sie „Ausgewählte Behandlungstechniken“. 2 P
  • Der Lehrplan fordert Gelenkmobilisation, Gelenkschutz, Muskelkräftigung, Sensibilitäts-, Koordinations-, Grob-, Fein- und Greifformentraining sowie Belastungssteigerung
  • Techniken werden nicht isoliert, sondern in Alltagshandlungen eingebettet
Charakterisieren Sie „Indikationsbezogene Mittel und Medien“. 2 P
  • Gegenstände, Geräte, Schienen, Prothesen, Orthesen und handwerkliche Medien werden nach Ziel, Materialeigenschaft, Sicherheit und Übertragbarkeit ausgewählt
  • Das Medium dient der Behandlung und ist nicht Selbstzweck
Charakterisieren Sie „Reflexion der Behandlung“. 2 P
  • Reflexion vergleicht geplante Wirkung, tatsächliche Reaktion und Zielerreichung
  • Bei Abweichungen werden Hypothese, Dosierung, Anleitung oder Umfeld angepasst und transparent dokumentiert
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Lehrplankern der Methoden“. 1 P
  • Gefordert sind begründete Therapieplanung und Durchführung an orthopädischen, rheumatologischen sowie chirurgisch-traumatologischen Fallbeispielen einschließlich Befund, Ziel, Behandlung, Reflexion und Dokumentation

Narbenbehandlung: Heilungsphasen und Dosierung

Charakterisieren Sie „Kein starres Zeitschema“. 3 P
  • Die Auswahl einer Narbenbehandlung richtet sich nach Wundschluss, Heilungsverlauf, Gewebequalität, medizinischen Vorgaben und aktueller Reaktion
  • Zeitangaben sind Orientierung, keine automatische Freigabe
  • Bei komplizierter Heilung, Infektion, Durchblutungsstörung oder rekonstruierten Sehnen gelten besondere Nachbehandlungsschemata
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Entzündungsphase“. 4 P
  • In den ersten Tagen stehen Blutstillung, Entzündungsreaktion und Reinigung des Wundgebietes im Vordergrund
  • Das Gewebe ist mechanisch wenig belastbar
  • Schutz, Lagerung, ärztlich abgestimmte Bewegung angrenzender Bereiche und Beobachtung haben Vorrang
  • Direkte kräftige Narbenmobilisation ist nicht angezeigt
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Proliferationsphase“. 4 P
  • Bis ungefähr zur dritten Woche bilden Fibroblasten vor allem Kollagen Typ III und neue Gefäße
  • Das Gewebe reagiert auf mechanische Reize, ist aber noch ungeordnet und leicht überlastbar
  • Niedrige, gleichmäßige Reize können die Ausrichtung unterstützen
  • Überdosierung zeigt sich etwa durch anhaltende Rötung, Schwellung, Schmerz oder erneute Entzündungsreaktion
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Remodellierungsphase“. 3 P
  • Ab ungefähr der dritten Woche wird Kollagen Typ III zunehmend durch belastbareres Kollagen Typ I ersetzt und entlang von Belastungslinien umgebaut
  • Dieser Prozess kann viele Monate dauern
  • Belastung wird schrittweise gesteigert und regelmäßig an Beweglichkeit, Gewebeantwort und Funktion angepasst
Erläutern Sie die Kernaussagen von „Gewebewiderstand als Dosierungsmodell“. 5 P
  • Die Quelle unterscheidet einen ersten und zweiten tastbaren Bindegewebswiderstand
  • Früh wird eher bis zum ersten Widerstand gearbeitet
  • Später kann bei unauffälliger Reaktion in einen stärkeren Widerstand dosiert werden
  • Dieses haptische Modell ist kein universell standardisierter Messwert
  • Entscheidend sind Befund, Gewebereaktion und Qualifikation der behandelnden Person
Definieren Sie den Begriff „Dosierungsregel“. 4 P
  • Reizstärke, Dauer, Wiederholung und Häufigkeit werden gemeinsam betrachtet
  • Eine geringe Reizstärke kann häufiger, eine höhere nur bei ausreichender Belastbarkeit eingesetzt werden
  • Die Wirkung wird unmittelbar und verzögert kontrolliert
  • Ziel ist nicht möglichst viel Druck, sondern eine funktionelle Anpassung ohne erneute Gewebeschädigung

Narbenmobilisation, Desensibilisierung und Eigentherapie

Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Auswahl nach Befund und Ziel“. 3 P
  • Narben werden nicht nach einem einheitlichen Standardprogramm behandelt
  • Ziel kann bessere Gleitfähigkeit, Beweglichkeit, Sensibilität, Belastbarkeit, kosmetische Akzeptanz oder sichere Selbstbehandlung sein
  • Technik und Dosierung werden an Narbentyp, Heilungsphase, Lokalisation und Betätigungsproblem angepasst
Definieren Sie den Begriff „Narbenschwimmen“. 3 P
  • Beim Narbenschwimmen liegen die Hände flächig auf gesunder Haut neben der Narbe
  • Sie umfassen die Region, ohne direkt kräftig auf die Narbe zu drücken, und verschieben das oberflächliche Gewebe sanft gegenüber tieferen Schichten
  • Die Methode eignet sich als früher, niedrig dosierter Kontakt, sofern Wundschluss und medizinische Freigabe bestehen
Charakterisieren Sie „Verschiebung und Abheben“. 3 P
  • Längs- und Querverschiebung prüfen und fördern das Gleiten entlang und quer zur Narbe
  • Beim Abheben werden die Narbenränder vorsichtig vom tieferen Gewebe angehoben
  • Eine funktionelle Mobilisation kann mit einer langsamen Gelenkbewegung kombiniert werden, während die Narbe in geeigneter Richtung fixiert oder geführt wird
Charakterisieren Sie „Massage, Schröpfen und Vibration“. 5 P
  • Massageimpulse können Gewebeverschieblichkeit und subjektive Akzeptanz unterstützen
  • Unterdruckverfahren werden eher bei vollständig verheilter, nicht entzündlich geröteter und tiefer verklebter Narbe erwogen
  • Vibration kann zur dosierten Eigenbehandlung und Desensibilisierung dienen
  • Für alle Verfahren gilt: Wirkung und Hautreaktion werden kontrolliert
  • Stärkere Verfahren benötigen fachliche Anleitung
Definieren Sie den Begriff „Desensibilisierung“. 4 P
  • Bei Überempfindlichkeit beginnt die Behandlung mit gut tolerierbaren Materialien und kurzen Kontakten
  • Struktur, Temperatur, Druck und Bewegung werden langsam variiert
  • Die Person behält Kontrolle und kann unterbrechen
  • Schmerzprovokation ist nicht das Ziel
Begründen Sie die fachlichen Anforderungen bei „Eigentherapie und Sicherheit“. 2 P
  • Eigentherapie wird praktisch angeleitet, schriftlich oder bildlich gesichert und im Verlauf überprüft
  • Bei offener Stelle, Sekretion, zunehmender Rötung, Überwärmung, deutlicher Schwellung oder anhaltender Verschlechterung wird die Behandlung beendet und medizinisch abgeklärt

Propriozeptive Reize im funktionellen Bewegungslernen

Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Reiz ist nur Mittel zum Handlungsziel“. 3 P
  • Propriozeptive Information entsteht durch Gelenkbewegung, Muskelspannung, Druck und Last
  • Therapeutische Reize sind dann sinnvoll, wenn sie der Person helfen, eine Bewegung zu planen, zu spüren und in einer Handlung zu nutzen
  • Isoliertes Drücken oder Bewegen ohne Ziel führt nicht automatisch zu besserer Alltagsfunktion
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Proximale Vorbereitung“. 4 P
  • Vor einer Handaufgabe kann eine stabile Sitz- oder Standposition aufgebaut werden
  • Rumpf und Schultergürtel erhalten ausreichend Unterstützung, ohne jede Eigenaktivität zu ersetzen
  • Die Skapula wird nicht mechanisch in eine vermeintlich ideale Position gezwungen
  • Vielmehr wird eine Aufgabe gewählt, in der sie sich unter angemessener Last funktionell organisieren kann
Charakterisieren Sie „Taktile Führung und Widerstand“. 4 P
  • Taktile Hinweise können Bewegungsrichtung, Gelenkstellung oder Aktivitätsbeginn verdeutlichen
  • Widerstand wird so dosiert, dass eine klare, kontrollierte Bewegung möglich bleibt
  • Zu hoher Widerstand verstärkt Ausweichbewegungen, Schmerz oder Schutzspannung
  • Die Hilfestellung wird reduziert, sobald die Person die Bewegung selbst übernimmt
Charakterisieren Sie „Variabilität und Wiederholung“. 3 P
  • Eine Bewegung wird mit unterschiedlichen Gegenständen, Höhen, Entfernungen und Geschwindigkeiten geübt
  • Wiederholung festigt, Variabilität fördert Anpassung
  • Rückmeldung kann zunächst konkret sein und später verzögert werden, damit die Person eigene sensorische Informationen stärker nutzt
Nennen Sie ein fachlich passendes Beispiel für „Propriozeptive Reize im funktionellen Bewegungslernen“. 4 P
  • Beim Einräumen leichter Becher wird zunächst die Reichhöhe angepasst
  • Die Person spürt Fußkontakt und Rumpfstabilität, führt den Arm mit kontrollierter Skapulabewegung, formt die Hand vor und dosiert den Griff
  • Anschließend werden Regalhöhe, Bechergewicht und Reihenfolge verändert
  • Gemessen wird nicht nur der Bewegungswinkel, sondern ob die Handlung sicherer, flüssiger und weniger ermüdend gelingt

Vom Befund zur betätigungsbezogenen Behandlung

Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Befunde werden gewichtet“. 3 P
  • Inspektion, Palpation, Bewegungsmaß, Kraft, Sensibilität und Handfunktion liefern unterschiedliche Informationen
  • Sie werden nicht addiert, sondern danach gewichtet, welche Faktoren das Betätigungsproblem tatsächlich beeinflussen
  • Ein auffälliger Einzelwert wird nur behandelt, wenn ein plausibler Zusammenhang zu Ziel, Sicherheit oder Belastbarkeit besteht
Beurteilen Sie die zentralen Grenzen und Risiken bei „Problemformulierung“. 1 P
  • Eine fachliche Problemformulierung verbindet Situation und Ursache: „Beim Schließen kleiner Knöpfe benötigt die Person deutlich mehr Zeit, weil Daumenopposition, Zwei-Punkt-Diskrimination und fein dosierte Pinzettengriffkraft eingeschränkt sind.“ Diese Form ist hilfreicher als die bloße Liste „wenig Kraft, wenig Sensibilität“
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Zielsetzung“. 3 P
  • Ziele beschreiben eine beobachtbare Betätigung, Bedingungen, benötigte Hilfe und einen Zeitraum
  • Funktionsziele können Zwischenziele sein
  • Beispiel: „Die Person schließt innerhalb von vier Wochen drei Hemdknöpfe selbstständig in höchstens fünf Minuten, ohne Hautverletzung.“ Beweglichkeit und Sensibilität werden parallel als Einflussgrößen gemessen
Definieren Sie den Begriff „Interventionsrichtungen“. 5 P
  • Restitutive Maßnahmen fördern beeinträchtigte Funktionen
  • Kompensatorische Strategien nutzen andere Bewegungen oder Vorgehensweisen
  • Adaptive Maßnahmen verändern Gegenstand oder Umwelt
  • Beratung vermittelt Gelenkschutz, Hautkontrolle, Belastungsaufbau und Selbstmanagement
  • Meist werden mehrere Richtungen kombiniert
Charakterisieren Sie „Dosierung und Progression“. 2 P
  • Schwierigkeit wird über Gewicht, Hebel, Wiederholungszahl, Geschwindigkeit, Genauigkeit, Reichweite, Untergrund, Griffgröße und kognitive Anforderungen verändert
  • Belastung steigt nur, wenn die Bewegung kontrolliert bleibt und keine anhaltende Verschlechterung entsteht
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Evaluation und Dokumentation“. 4 P
  • Im Verlauf werden dieselben relevanten Messungen unter vergleichbaren Bedingungen wiederholt
  • Gleichzeitig wird die konkrete Alltagshandlung erneut beobachtet
  • Dokumentiert werden Ziel, Maßnahme, Dosierung, Reaktion, Veränderung und nächste Entscheidung
  • Eine Verbesserung im Test ohne bessere Betätigung führt zur Anpassung des Plans

Fallplanung bei Hand-, Schulter- und Narbenproblemen

Erklären Sie Funktion und fachlichen Zweck von „Fall 1: Eingeschränkte Schulterfunktion nach Immobilisation“. 4 P
  • Eine Person kann nach längerer Ruhigstellung keine Gegenstände in ein oberes Regal stellen
  • Befundet werden Schmerzverlauf, aktive und passive Beweglichkeit, scapulohumerale Koordination, Kraft, Schutzspannung und kompensatorische Rumpfbewegung
  • Das Betätigungsziel bestimmt die notwendige Reichhöhe und Belastung
  • Die Behandlung beginnt mit einer sicheren Ausgangsstellung, aktiver Bewegung im tolerierten Bereich und alltagsnahen Reichaufgaben
Erklären Sie Funktion und fachlichen Zweck von „Handfunktion nach Operation mit adhärenter Narbe“. 2 P
  • Bei erschwertem Knöpfen und Schlüsseldrehen werden Wundheilphase, Narbenmobilität, Schmerz, Sensibilität, Beweglichkeit, Kraft und konkrete Griffanforderungen geprüft
  • Die Behandlung verbindet sichere Narbenpflege, aktive Handfunktion und abgestufte Alltagserprobung
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Zielbildung bei adhärenter Narbe“. 2 P
  • Ein Ziel beschreibt die relevante Betätigung statt nur die Gewebeeigenschaft, etwa selbstständiges Schließen definierter Knöpfe innerhalb eines vereinbarten Zeitraums
  • Narbenverschieblichkeit oder Bewegungsumfang können als überprüfbare Zwischenziele dienen
Charakterisieren Sie „Clinical Reasoning“. 3 P
  • In beiden Fällen werden Hypothesen laufend geprüft: Liegt die Hauptbegrenzung in Gewebe, Schmerz, Kraft, Sensibilität, motorischer Planung, Angst oder Umweltanforderung?
  • Eine Methode wird beibehalten, wenn sie das vereinbarte Ziel messbar unterstützt
  • Andernfalls werden Dosierung, Aufgabe oder Interventionsrichtung verändert
Definieren Sie den Begriff „Abschluss“. 2 P
  • Der Therapieerfolg wird in der ursprünglichen Alltagssituation geprüft
  • Der Abschluss enthält erreichte Ziele, verbleibende Einschränkungen, sichere Eigenmaßnahmen, Belastungsgrenzen und Hinweise zur weiteren Versorgung

Gelenkmobilisation und Endgefühle

Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Osteo- und Arthrokinematik“. 3 P
  • Osteokinematik beschreibt sichtbare Knochenbewegungen wie Flexion oder Abduktion
  • Arthrokinematik beschreibt Rollen, Gleiten und Drehen der Gelenkflächen
  • Eingeschränktes Gelenkspiel kann die sichtbare Bewegung begrenzen, wird aber nur innerhalb der beruflichen Qualifikation untersucht und behandelt
Definieren Sie den Begriff „Mobilisation“. 3 P
  • Traktion kann Gelenkflächen entlasten, translatorisches Gleiten kann Beweglichkeit vorbereiten
  • Richtung und Dosierung richten sich nach Anatomie, Befund, Heilungsphase und Reaktion
  • Mobilisation wird anschließend in aktive und funktionelle Bewegung überführt
Definieren Sie den Begriff „Endgefühle“. 4 P
  • Physiologische Endgefühle können hart, weich oder fest-elastisch sein
  • Ein leeres Endgefühl wird durch Schmerz vor mechanischer Barriere beendet
  • Muskelspasmus, federnder Block oder zu früher harter Anschlag sind abklärungsbedürftig
  • Das Endgefühl ist subjektiver Tastbefund und wird nicht isoliert diagnostisch verwendet
Begründen Sie die Sicherheitsanforderungen bei „Gelenkmobilisation und Endgefühle“. 2 P
  • Akute Entzündung, instabile Fraktur, frische Operation, Luxationsgefahr, Tumor, Gefäß- oder neurologische Warnzeichen können Mobilisation ausschließen oder begrenzen
  • Ziel bleibt eine bedeutungsvolle Handlung, nicht maximaler passiver Bewegungsumfang
Leiten Sie für „Gelenkmobilisation und Endgefühle“ einen ergotherapeutischen Prüfpunkt ab. 1 P
  • Welche Gelenkkomponente ist eingeschränkt, welche Kontraindikation wurde ausgeschlossen und welche aktive Betätigung sichert den gewonnenen Bewegungsraum?

Passive, assistive und aktive Gelenkbewegung

Charakterisieren Sie „Passive Bewegung“. 3 P
  • Bei passiver Bewegung führt die Therapeutin das Segment, während die Person möglichst nicht aktiv mitarbeitet
  • Ziel können Beweglichkeit, Wahrnehmung oder Vorbereitung sein
  • Gewebeheilung, Schmerz und Endgefühl bestimmen die Grenze
Charakterisieren Sie „Assistive Bewegung“. 2 P
  • Assistiv bedeutet, dass die Person aktiv beginnt und nur so viel Unterstützung erhält wie nötig
  • Hilfe kann manuell, durch Schwerkraftreduktion, Gerät oder Gegenseite erfolgen
Charakterisieren Sie „Aktive Bewegung“. 2 P
  • Aktive Bewegung wird durch eigene Muskelkraft ausgeführt
  • Sie verbindet Gelenkbewegung mit motorischer Kontrolle und lässt sich unmittelbar in eine funktionelle Aufgabe einbauen
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Auswahl der Bewegungsform“. 2 P
  • Die Wahl richtet sich nach Heilungsphase, Kraft, Schmerz, Bewegungskontrolle, Verständnis und Zielhandlung
  • Progression erfolgt nicht mechanisch von passiv zu aktiv, sondern nach Befund und Reaktion
Charakterisieren Sie „Transfer in Betätigung“. 2 P
  • Gewonnene Bewegung wird in Greifen, Anziehen, Körperpflege oder Haushaltsaufgaben erprobt
  • Ohne aktive Nutzung bleibt ein passiv erreichter Bewegungsgewinn häufig funktionell unbedeutend

Traktion, Gleiten und Kompression

Definieren Sie den Begriff „Traktion“. 2 P
  • Traktion entfernt Gelenkflächen geringfügig voneinander und kann Druck reduzieren oder Gelenkspiel prüfen
  • Richtung, Stufe und Dauer richten sich nach Gelenk, Befund und Ziel
Charakterisieren Sie „Translatorisches Gleiten“. 2 P
  • Gleiten verschiebt eine Gelenkfläche parallel zur Partnerfläche
  • Es wird zur Verbesserung einer eingeschränkten Bewegungsrichtung genutzt, nachdem Kontraindikationen und mechanische Hypothese geprüft sind
Definieren Sie den Begriff „Kompression“. 2 P
  • Kompression nähert Gelenkflächen an und kann Stabilität oder Propriozeption fördern
  • Bei entzündlichen, frischen oder druckempfindlichen Zuständen kann sie ungeeignet sein
Erläutern Sie die Dosierung bei „Traktion, Gleiten und Kompression“. 3 P
  • Mobilisation beginnt mit geringer Kraft und kurzer Dauer
  • Schmerz, Schutzspannung, Endgefühl und Nachreaktion entscheiden über Steigerung
  • Mehr Kraft ist nicht automatisch wirksamer
Charakterisieren Sie „Aktive Sicherung“. 2 P
  • Nach passiver Mobilisation wird der gewonnene Bereich aktiv kontrolliert und in eine Aufgabe übertragen
  • Sonst kann Beweglichkeit kurzfristig bleiben oder ohne ausreichende Stabilität unsicher sein

Endgefühle und Mobilisationsgrenzen

Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Hartes Endgefühl“. 2 P
  • Ein hartes, abruptes Endgefühl entsteht physiologisch bei knöchernem Kontakt, etwa in der Ellenbogenextension
  • Tritt es unerwartet früh oder in einer anderen Richtung auf, wird eine ossäre Begrenzung erwogen
Charakterisieren Sie „Weiches Endgefühl“. 2 P
  • Ein weiches Endgefühl entsteht durch Weichteilannäherung, beispielsweise bei starker Knieflexion
  • Schwellung kann ein vorzeitiges weiches Endgefühl erzeugen
Charakterisieren Sie „Fest-elastisches Endgefühl“. 2 P
  • Ein fest-elastischer Widerstand passt zu Kapsel, Band oder gedehntem Muskel
  • Muster, Symmetrie, Schmerz und Gelenkstellung helfen, die Hypothese zu präzisieren
Charakterisieren Sie „Leeres Endgefühl“. 2 P
  • Beim leeren Endgefühl stoppt Schmerz die Bewegung, bevor eine mechanische Barriere tastbar ist
  • Es wird nicht durch stärkeren Druck überwunden, sondern hinsichtlich Ursache und Sicherheit abgeklärt
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Endgefühl als Teilbefund“. 2 P
  • Endgefühl allein stellt keine Diagnose
  • Es wird mit aktiver und passiver Beweglichkeit, Schmerz, Gelenkspiel, Palpation und Funktion kombiniert

Kontraindikationen und Sicherheitsprüfung der Mobilisation

Beurteilen Sie die zentralen Grenzen und Risiken bei „Absolute Sicherheitsgrenzen“. 2 P
  • Instabile Fraktur, frische Luxation, ungeklärte starke neurologische oder vaskuläre Zeichen sowie bestimmte postoperative Verbote schließen Mobilisation aus
  • Ärztliche Vorgaben und Gewebeheilung haben Vorrang
Charakterisieren Sie „Relative Kontraindikationen“. 2 P
  • Akute Entzündung, Osteoporose, Hypermobilität, starke Schmerzen oder Gerinnungsprobleme verlangen angepasste Technik oder Verzicht
  • Entscheidung und Rücksprache werden dokumentiert
Definieren Sie den Begriff „Vorprüfung“. 2 P
  • Vor Mobilisation werden Anamnese, Schmerz, Schwellung, Haut, Durchblutung, Sensibilität, Stabilität und aktuelle medizinische Vorgaben geprüft
  • Ein früherer Befund gilt nicht automatisch für die heutige Sitzung
Definieren Sie den Begriff „Nachreaktion“. 1 P
  • Zunehmender Schmerz, Schwellung, Taubheit, Verfärbung oder deutlicher Funktionsverlust nach Behandlung verlangen Abbruch, Neubewertung und gegebenenfalls medizinische Abklärung
Beurteilen Sie die zentralen Grenzen und Risiken bei „Professionelle Grenze“ bei „Kontraindikationen“. 2 P
  • Gelenkmobilisation wird nur im Rahmen der Ausbildung, Zuständigkeit und sicheren Beherrschung durchgeführt
  • Ein schriftlicher Überblick ersetzt keine praktische Anleitung und Supervision

Behandlungskonzept bei Schultersteife

Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Befund bei Schultersteife“. 2 P
  • Erfasst werden aktives und passives Ausmaß, Schmerzverlauf, Endgefühl, Skapulabewegung, Kraft und relevante Tätigkeiten
  • Eine Schultersteife ist nicht allein aus einer eingeschränkten Armhebung abzuleiten
Erklären Sie Funktion und fachlichen Zweck von „Kapsuläre und funktionelle Begrenzung“. 2 P
  • Ein kapsuläres Muster, schmerzhafte Schutzspannung und Bewegungsangst können zusammenwirken
  • Behandlung richtet sich nach Reizbarkeit und Phase, nicht nach maximal erreichbarer Dehnung
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Alltagsziele“. 2 P
  • Ziele betreffen etwa Haare, Oberkörperkleidung, Körperpflege oder Schrankzugriff
  • Reichhöhe und Gegenstandsgewicht werden so angepasst, dass aktive Nutzung möglich bleibt
Definieren Sie den Begriff „Behandlungskombination“. 2 P
  • Mögliche Bestandteile sind Aufklärung, schmerzangepasste Bewegung, Mobilisation, aktive Kontrolle, Aufgabenanpassung und häusliche Übung
  • Die konkrete Auswahl folgt medizinischer Diagnose und Befund
Charakterisieren Sie „Verlaufskontrolle“. 2 P
  • Bewegungsmaß, Schmerz und Zielhandlung werden unter vergleichbaren Bedingungen wiederholt geprüft
  • Kurzfristig mehr Beweglichkeit bei dauerhaft stärkerem Schmerz ist kein günstiger Verlauf

Behandlungskonzept bei Epicondylitis humeri

Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Befund bei lateralen Ellenbogenschmerzen“. 2 P
  • Erfasst werden Schmerzort, Griffbelastung, Handgelenksaktivität, Arbeitsabläufe, Beweglichkeit, Kraft und neurologische Hinweise
  • Der Begriff Epicondylitis beschreibt nicht jede Ursache lateraler Ellenbogenschmerzen
Erklären Sie Wirkzusammenhänge bei „Belastungsanalyse“. 2 P
  • Relevant sind Wiederholung, Kraft, Griffweite, Handgelenkstellung, Werkzeug, Pausen und Gesamtbelastung
  • Eine einzelne Tätigkeit wird im Zusammenhang des Tagesverlaufs betrachtet
Erklären Sie Wirkzusammenhänge bei „Dosierte Muskelbelastung“. 2 P
  • Isometrische, konzentrische oder exzentrische Belastung kann je nach Befund eingesetzt werden
  • Intensität wird über Schmerzreaktion, Technik und Nachwirkung gesteuert, nicht über ein starres Universalschema
Definieren Sie den Begriff „Arbeitsplatzanpassung“. 2 P
  • Griffdurchmesser, Werkzeuggewicht, Unterarmauflage, Aufgabenwechsel und Mikropausen können Belastung verändern
  • Anpassung soll reale Produktivität ermöglichen und nicht nur Symptome kurzfristig umgehen
Unterscheiden Sie „Differenzialhinweise“ anhand fachlicher Kriterien. 2 P
  • Ausstrahlung, deutliche Sensibilitätsstörung, Trauma, Schwellung oder untypischer Verlauf verlangen erweiterte medizinische Abklärung
  • Lokale Druckempfindlichkeit allein genügt nicht für eine sichere Diagnose

Gelenkschutzprinzipien

Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Ziel des Gelenkschutzes“. 2 P
  • Gelenkschutz reduziert vermeidbare mechanische Belastung, ohne Aktivität unnötig zu verhindern
  • Selbstständigkeit, Rollen und persönliche Prioritäten bleiben Teil der Entscheidung
Charakterisieren Sie „Große Gelenke und Lastverteilung“. 2 P
  • Lasten werden möglichst über größere und belastbarere Gelenke verteilt
  • Zwei Hände, Unterarme oder körpernahe Führung können kleine schmerzhafte Gelenke entlasten
Charakterisieren Sie „Achsengerechte Bewegung“. 2 P
  • Ungünstige seitliche Kräfte und dauerhafte Endstellungen werden reduziert
  • Werkzeuge und Grifftechniken werden so gewählt, dass Gelenke möglichst in einer belastbaren Mittelstellung arbeiten
Charakterisieren Sie „Hebel und Kraftbedarf“. 2 P
  • Körpernahes Tragen, Schieben statt Heben und geeignete Griffdurchmesser verkürzen Hebel und senken erforderliche Kraft
  • Die beste Strategie hängt von Umgebung und Aufgabe ab
Charakterisieren Sie „Pausen und Wechsel“. 2 P
  • Aufgabenwechsel, kurze Pausen und vorbereitete Arbeitsabläufe begrenzen kumulative Belastung
  • Gelenkschutz bedeutet nicht vollständige Schonung, weil fehlende Aktivität ebenfalls Funktionsverlust fördern kann

Gelenkschutztraining im rheumatischen Formenkreis

Charakterisieren Sie „Klientenzentrierte Auswahl“. 2 P
  • Training beginnt bei Tätigkeiten, die die Person tatsächlich verändern möchte
  • Allgemeine Regeln werden an Küche, Körperpflege, Arbeit oder Freizeit angepasst
Charakterisieren Sie „Demonstration und Erprobung“. 2 P
  • Eine Technik wird erklärt, vorgemacht, praktisch erprobt und in eigenen Worten wiedergegeben
  • Der Therapeut prüft nicht nur korrekte Ausführung, sondern Aufwand und Akzeptanz
Definieren Sie den Begriff „Hilfsmittelprüfung“. 2 P
  • Griffverdickung, Öffnungshilfe, rutschfeste Unterlage oder Schere können Belastung reduzieren
  • Das Hilfsmittel wird in der realen Aufgabe auf Handhabung, Reinigung, Kosten und Stigmatisierung geprüft
Definieren Sie den Begriff „Gewohnheitsänderung“. 2 P
  • Neue Strategien benötigen Erinnerung, Wiederholung und günstige Umweltbedingungen
  • Ein Plan mit wenigen priorisierten Veränderungen ist meist nachhaltiger als eine lange Regelliste
Charakterisieren Sie „Entzündliche Aktivität“. 2 P
  • Bei deutlicher entzündlicher Aktivität werden Belastung und Übung angepasst und medizinische Vorgaben berücksichtigt
  • Gelenkschutz ersetzt keine Behandlung der Grunderkrankung

Muskelkräftigung: Stufen und Ausgangsstellungen

Charakterisieren Sie „Kräftigung unter aufgehobener Schwerkraft“. 2 P
  • Lagerung oder Gleitunterlage reduziert die Wirkung der Schwerkraft
  • Dadurch kann eine schwache Muskelgruppe den vollständigen Bewegungsweg zunächst kontrolliert üben
Charakterisieren Sie „Kräftigung gegen Schwerkraft“. 2 P
  • Kann die Bewegung vollständig und ohne relevante Kompensation erfolgen, wird die Schwerkraft als Widerstand genutzt
  • Ausgangsstellung und Hebel bestimmen die tatsächliche Anforderung
Charakterisieren Sie „Kräftigung gegen äußeren Widerstand“. 2 P
  • Manueller Widerstand, Gewicht, Band oder Gegenstand wird angepasst dosiert
  • Widerstand darf Bewegungsqualität, Atmung und Gelenksicherheit nicht zerstören
Charakterisieren Sie „Assistive Übergänge“. 2 P
  • Zwischen vollständiger Hilfe und freier Bewegung liegen Teilunterstützung, kürzerer Hebel und kleinerer Bewegungsumfang
  • Progression muss nicht in großen Stufen erfolgen
Charakterisieren Sie „Betätigungsorientierte Kräftigung“. 2 P
  • Tragen, Umfüllen, Öffnen oder Werkzeuggebrauch können Kraft trainieren, wenn Zielmuskelarbeit und Dosierung erkennbar bleiben
  • Die Aufgabe darf nicht durch unkontrollierte Ausweichbewegung ersetzt werden

Isometrische, konzentrische und exzentrische Kräftigung

Charakterisieren Sie „Isometrische Kräftigung“. 2 P
  • Isometrisch steigt Spannung ohne sichtbare Gelenkbewegung
  • Sie kann Stabilisation oder Belastung in geschützter Stellung trainieren, ersetzt aber bei Bedarf nicht die Kontrolle über einen Bewegungsweg
Charakterisieren Sie „Konzentrische Kräftigung“. 2 P
  • Konzentrisch verkürzt sich der Muskel unter Spannung und überwindet Widerstand
  • Beispiele sind Anheben, Hochziehen oder Aufstehen
Charakterisieren Sie „Exzentrische Kräftigung“. 2 P
  • Exzentrisch verlängert sich der aktive Muskel kontrolliert und bremst Last oder Bewegung
  • Beispiele sind langsames Abstellen, Hinsetzen und Treppenabstieg
Charakterisieren Sie „Kombination in Alltagshandlungen“. 2 P
  • Reale Betätigungen verbinden häufig alle drei Formen
  • Eine Tasse wird konzentrisch angehoben, isometrisch gehalten und exzentrisch abgestellt
Definieren Sie den Begriff „Dosierungsentscheidung“. 2 P
  • Gewebeheilung, Schmerz, Kraftgrad, Geschwindigkeit, Bewegungsumfang und Nachreaktion bestimmen die Auswahl
  • Ein Trainingsprinzip wird nicht unabhängig von Diagnose und Zielhandlung angewendet

Propriozeptive neuromuskuläre Fazilitation als Lehrplanbezug

Definieren Sie „Begriff PNF“ fachlich präzise. 2 P
  • PNF bedeutet propriozeptive neuromuskuläre Fazilitation
  • Propriozeptive Reize, manuelle Kontakte, Widerstand und funktionelle Bewegungsmuster sollen motorische Aktivität erleichtern
Erklären Sie Funktion und fachlichen Zweck von „Lehrplanfunktion“. 2 P
  • Der Lehrplan nennt PNF im Zusammenhang mit Muskelkräftigung
  • GREMMATIK vermittelt den Grundgedanken, ersetzt aber keine praktische Konzeptausbildung oder standardisierte Technikschulung
Charakterisieren Sie „Diagonale Bewegungsmuster“. 2 P
  • PNF arbeitet häufig mit dreidimensionalen, diagonalen Mustern, die mehrere Gelenke und Muskelgruppen verbinden
  • Sie werden an Zielbewegung, Belastbarkeit und sichere Ausgangsstellung angepasst
Charakterisieren Sie „Widerstand und verbale Hinweise“. 2 P
  • Widerstand soll Aktivität führen, nicht Bewegung blockieren
  • Kurze verbale Aufträge und klare manuelle Kontakte unterstützen Richtung und Timing
Leiten Sie aus „Ergotherapeutischer Transfer“ Konsequenzen für die ergotherapeutische Praxis ab. 2 P
  • Ein Bewegungsmuster erhält Bedeutung durch eine Handlung, etwa Jacke anziehen, Gegenstand aus einem Regal nehmen oder Werkzeug führen
  • Isolierte Muster werden in Betätigung überführt

Taktile Sensibilität trainieren

Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Trainingsziel“. 2 P
  • Sensibilitätstraining kann Erkennen, Lokalisation, Unterscheidung oder Toleranz von Reizen fördern
  • Ziel und Ausgangsbefund bestimmen die Reizart
Definieren Sie den Begriff „Reizabstufung“. 2 P
  • Material, Druck, Fläche, Dauer, Temperatur und Bewegung werden von gut tolerierbar zu anspruchsvoller gesteigert
  • Starke unangenehme Reize sind nicht automatisch lernwirksamer
Charakterisieren Sie „Visuelle Kontrolle“. 3 P
  • Zu Beginn kann die Person Reize sehen und aktiv erkunden
  • Später wird Sicht reduziert
  • Bei fehlender Schutzsensibilität bleibt visuelle Kontrolle im Alltag eine wichtige Kompensation
Charakterisieren Sie „Objektbezogenes Training“. 2 P
  • Münzen, Stoffe, Besteck oder Werkstücke verbinden taktile Unterscheidung mit realer Handfunktion
  • Gegenstände werden sicher ausgewählt und regelmäßig kontrolliert
Begründen Sie die fachlichen Anforderungen bei „Sicherheitsberatung“. 2 P
  • Verminderte Schutzsensibilität erfordert Hautkontrolle, vorsichtige Temperaturprüfung und Druckvermeidung
  • Sensibilitätstraining ersetzt diese Kompensationsstrategien nicht sofort

Propriozeption und Gelenkstellung trainieren

Definieren Sie den Begriff „Gelenkstellungsreproduktion“. 2 P
  • Eine vorgegebene Gelenkstellung wird mit oder ohne Sicht nachgebildet
  • Kleine Winkel und langsame Bewegungen erhöhen die Anforderung, sofern Schmerz und Beweglichkeit dies erlauben
Definieren Sie den Begriff „Gewichtsübernahme“. 2 P
  • Dosierte Stütz- oder Tragaufgaben liefern Gelenk- und Muskelreize
  • Belastung wird über Fläche, Unterlage, Hebel, Dauer und Unterstützung angepasst
Charakterisieren Sie „Geschlossene und offene Kette“. 3 P
  • In geschlossener Kette ist das distale Segment fixiert oder belastet
  • In offener Kette bewegt es sich frei
  • Beide Formen stellen unterschiedliche Anforderungen an Stabilität und Zielkontrolle
Charakterisieren Sie „Objektgewicht einschätzen“. 2 P
  • Gegenstände unterschiedlicher Masse werden angehoben, sortiert oder verglichen
  • Sichtkontrolle und Rückmeldung werden schrittweise reduziert
Definieren Sie den Begriff „Alltagstransfer“ bei „Propriozeption und Gelenkstellung trainieren“. 2 P
  • Propriozeptive Kontrolle wird beim Eingießen, Tragen, Stützen oder Werkzeuggebrauch geprüft
  • Entscheidend ist dosierte Kraft ohne Fallenlassen, Übergreifen oder übermäßige Fixation

Koordinationstraining

Charakterisieren Sie „Koordination als Zusammenspiel“. 2 P
  • Koordination ordnet Kraft, Bewegungsweg, Timing und Sinnesinformation zu einer zielgerichteten Handlung
  • Sie ist nicht identisch mit Muskelkraft
Definieren Sie den Begriff „Auge-Hand-Koordination“. 2 P
  • Visuelle Information steuert Reichweg, Griffvorformung und Korrektur
  • Größe, Kontrast, Entfernung und Bewegung des Ziels verändern die Schwierigkeit
Charakterisieren Sie „Bimanuelle Koordination“. 2 P
  • Beide Hände können gleichartig, abwechselnd oder mit unterschiedlichen Rollen arbeiten
  • Aufgaben wie Glas öffnen, Papier schneiden oder Schnürsenkel binden zeigen diese Abstimmung
Charakterisieren Sie „Tempo und Genauigkeit“. 2 P
  • Schnelleres Tempo erhöht oft Fehler oder Kompensation
  • Training variiert Geschwindigkeit erst, wenn Zielgenauigkeit und Sicherheit ausreichend sind
Definieren Sie den Begriff „Progression“. 2 P
  • Schwierigkeit steigt über kleinere Ziele, mehr Freiheitsgrade, wechselnde Reihenfolge, Zeitdruck oder Ablenkung
  • Nur relevante Faktoren werden verändert, damit Lernen nachvollziehbar bleibt

Grobmotoriktraining

Erklären Sie den fachlichen Kern von „Grobmotorischer Schwerpunkt“. 2 P
  • Grobmotorik umfasst großräumige Bewegungen von Rumpf und Extremitäten, Haltungswechsel, Gleichgewicht und Fortbewegung
  • Sie bildet häufig die Basis für Handfunktion
Definieren Sie den Begriff „Bewegungsübergänge“. 2 P
  • Aufstehen, Hinsetzen, Drehen und Boden- oder Betttransfers werden in Phasen analysiert
  • Höhe, Armstütz, Fußstellung und Tempo dienen als Dosierungsfaktoren
Erklären Sie Funktion und fachlichen Zweck von „Reich- und Tragaufgaben“. 2 P
  • Gegenstände werden in unterschiedlichen Höhen, Entfernungen und Gewichten bewegt
  • Rumpfkontrolle, Gleichgewicht, Atemverhalten und sichere Griffkraft werden gemeinsam beobachtet
Definieren Sie den Begriff „Umweltvariation“. 2 P
  • Stuhl, Bett, Küche oder Arbeitsplatz stellen unterschiedliche Raum- und Oberflächenanforderungen
  • Training wechselt schrittweise von geschützter Übung zu realem Umfeld
Begründen Sie die fachlichen Anforderungen bei „Teilhabebezug“. 2 P
  • Grobmotoriktraining richtet sich auf Mobilität in Rollen und Routinen, etwa Arbeitsplatz erreichen, Einkauf tragen oder Kind versorgen
  • Reine Wiederholungszahl genügt nicht als Erfolgskriterium

Feinmotoriktraining

Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Feinmotorische Komponenten“. 2 P
  • Feinmotorik verbindet Daumenopposition, Fingerisolation, Handgelenkstabilität, Kraftdosierung und sensorische Rückmeldung
  • Schwierigkeiten können aus unterschiedlichen Komponenten entstehen
Definieren Sie den Begriff „Objektvariation“. 2 P
  • Größe, Form, Oberfläche, Gewicht und Widerstand von Gegenständen werden gezielt variiert
  • Sehr kleine Materialien sind nicht automatisch die beste erste Stufe
Charakterisieren Sie „Intrinsische Manipulation“. 2 P
  • Verschieben, Rollen und Drehen innerhalb einer Hand wird mit alltagsnahen Objekten geübt
  • Fallenlassen, kompensatorische Zweithandhilfe und Zeitbedarf werden beobachtet
Charakterisieren Sie „Geschwindigkeit und Ausdauer“. 2 P
  • Zunächst steht kontrollierte Genauigkeit im Vordergrund, später Tempo und längere Serien
  • Müdigkeit kann Griffqualität und Gelenkstellung deutlich verändern
Charakterisieren Sie „Bedeutsame Feinmotorik“. 2 P
  • Knöpfe, Smartphone, Münzen, Medikamente, Schreiben oder Werkzeuge liefern konkrete Ziele
  • Übungsmaterial wird aus der Zielhandlung abgeleitet, nicht nur aus verfügbarer Bastelware

Greifformentraining

Definieren Sie den Begriff „Griffauswahl“. 2 P
  • Training beginnt mit der Frage, welche Griffart die Zielhandlung verlangt
  • Kraftgriff, Präzisionsgriff und Kombinationsgriff stellen unterschiedliche Anforderungen an Daumen, Finger und Handgelenk
Definieren Sie den Begriff „Grifföffnung“. 2 P
  • Gegenstandsdurchmesser und Form bestimmen die nötige Öffnungsweite
  • Anpassbare Griffe ermöglichen Progression, ohne das Objektgewicht gleichzeitig zu erhöhen
Definieren Sie den Begriff „Kraftdosierung“. 2 P
  • Die Person hält sicher, ohne unnötig hohe Kraft einzusetzen
  • Zerbrechliche, weiche oder unterschiedlich schwere Gegenstände machen Dosierung sichtbar
Definieren Sie den Begriff „Loslassen“. 2 P
  • Kontrolliertes Loslassen benötigt Fingerextension, sensorisches Timing und geeignete Unterarm- sowie Handgelenkstellung
  • Es wird ebenso gezielt trainiert wie das Zugreifen
Definieren Sie den Begriff „Alltagskombination“. 2 P
  • Reale Aufgaben verlangen Griffwechsel, Transport, Manipulation und beidhändige Zusammenarbeit
  • Training endet deshalb nicht beim statischen Halten eines Übungsgegenstands

Belastbarkeit und Belastungssteigerung

Erklären Sie den fachlichen Kern von „Belastbarkeit“. 2 P
  • Belastbarkeit bezeichnet die aktuell tolerierbare Anforderung ohne unvertretbare Verschlechterung
  • Sie ist situationsabhängig und verändert sich durch Heilung, Training, Schlaf, Stress und Gesamtbelastung
Charakterisieren Sie „Graded Activity“. 2 P
  • Eine Aufgabe wird nach vorab vereinbarten Parametern stufenweise gesteigert, etwa Dauer, Gewicht oder Reichweite
  • Fortschritt richtet sich an Funktion und verträglicher Nachreaktion aus
Definieren Sie den Begriff „Pacing“. 2 P
  • Pacing verteilt Aktivität und Pausen, bevor Überlastung eintritt
  • Es soll weder dauerhafte Unterforderung noch ständiges Wechseln allein nach momentaner Symptomangst fördern
Charakterisieren Sie „Nachreaktion beobachten“. 2 P
  • Schmerz, Schwellung, Ermüdung, Schlaf und Funktion in den Stunden nach Belastung werden berücksichtigt
  • Deutliche oder länger anhaltende Verschlechterung führt zur Anpassung
Charakterisieren Sie „Alltagsnahe Steigerung“. 2 P
  • Progression kann von leerem zu gefülltem Gefäß, kurzer zu längerer Strecke oder vorbereiteter zu spontaner Aufgabe erfolgen
  • Anforderungen werden einzeln verändert, damit Wirkung erkennbar bleibt

Prothesen und Orthesen im motorisch-funktionellen Training

Charakterisieren Sie „Rolle von Prothese und Orthese“. 2 P
  • Prothesen ersetzen Körperfunktionen, Orthesen führen, entlasten, stabilisieren oder korrigieren
  • Training richtet sich nach Verordnung, Passform, Gewebeheilung und persönlichem Betätigungsziel
Charakterisieren Sie „An- und Ablegen“. 2 P
  • Handhabung wird in klare Schritte gegliedert und unter realen Bedingungen geübt
  • Kraft, Sensibilität, Kognition und einhändige Strategien beeinflussen die benötigte Anleitung
Charakterisieren Sie „Hautkontrolle“. 2 P
  • Druckstellen, Rötung, Feuchtigkeit und Schmerz werden regelmäßig kontrolliert
  • Anhaltende oder zunehmende Hautreaktionen verlangen Anpassung durch zuständige Fachpersonen
Erklären Sie Funktion und fachlichen Zweck von „Funktionsintegration“. 2 P
  • Das Hilfsmittel wird beim Essen, Anziehen, Greifen, Tragen oder Arbeiten erprobt
  • Technische Funktion allein garantiert noch keine Nutzung im Alltag
Charakterisieren Sie „Interdisziplinäre Abstimmung“. 2 P
  • Ergotherapie, Medizin, Orthopädietechnik und gegebenenfalls Physiotherapie stimmen Ziele, Passform, Belastung und Nachsorge ab
  • Eigenmächtige technische Änderungen können Sicherheit gefährden

Fallplanung Orthopädie und Rheumatologie

Charakterisieren Sie „Orthopädische Fallstruktur“. 2 P
  • Aus Diagnose und Befund werden funktionelle Hypothesen, Betätigungsprobleme und Sicherheitsgrenzen abgeleitet
  • Ziele verbinden Beweglichkeit, Kraft oder Schmerz mit einer konkreten Handlung
Charakterisieren Sie „Rheumatologische Fallstruktur“. 2 P
  • Entzündungsaktivität, Deformität, Schmerz, Fatigue und Tagesform werden zusammen mit Rollen und Umwelt betrachtet
  • Gelenkschutz, Hilfsmittel und dosierte Aktivität ergänzen Funktionsbehandlung
Charakterisieren Sie „Priorisierung in Orthopädie und Rheumatologie“. 2 P
  • Zuerst werden gefährdete Gewebe und zentrale Alltagsprobleme berücksichtigt
  • Ein messbares Defizit mit geringer Alltagsrelevanz kann hinter einem kleineren, aber entscheidenden Problem zurückstehen
Definieren Sie den Begriff „Interventionsmix“. 2 P
  • Mögliche Bausteine sind Mobilisation, aktive Bewegung, Kraft, Sensibilität, Gelenkschutz, Adaption und Beratung
  • Jede Maßnahme erhält eine Begründung aus Befund und Ziel
Beschreiben Sie die Evaluation von „Fallplanung Orthopädie und Rheumatologie“. 2 P
  • Verlaufsmessung kombiniert standardisierte Werte mit erneuter Beobachtung der Zielhandlung
  • Unterschiedliche Ergebnisse werden erklärt statt selektiv berichtet

Fallplanung Chirurgie und Traumatologie

Definieren Sie den Begriff „Nachbehandlungsprotokoll“. 2 P
  • Nach Operation oder Verletzung bestimmen medizinische Freigaben, Stabilität und Heilungsphase die Belastung
  • Ein allgemeines Übungsprogramm darf ein spezifisches Nachbehandlungsprotokoll nicht übergehen
Definieren Sie den Begriff „Sehnenverletzung“. 2 P
  • Sehnenheilung verlangt abgestimmten Schutz und kontrollierte Gleitbewegung
  • Zu frühe hohe Last kann Rekonstruktion gefährden, zu lange Immobilität Adhäsion und Funktionsverlust fördern
Erklären Sie den fachlichen Kern von „Fraktur und Gelenkbeteiligung“. 2 P
  • Befund umfasst Schmerz, Schwellung, Beweglichkeit, Sensibilität, Kraft und funktionellen Gebrauch
  • Bei gelenknaher Fraktur werden Steifigkeit und Belastungsfreigabe besonders beachtet
Definieren Sie den Begriff „Kunstgelenk“. 2 P
  • Nach Implantation werden luxations- oder belastungsrelevante Vorgaben, Wunde, Bewegungsqualität und Alltagssicherheit berücksichtigt
  • Hilfsmittel und Umweltanpassung können den frühen Transfer ermöglichen
Charakterisieren Sie „Reflexion und Dokumentation“. 2 P
  • Jede Sitzung dokumentiert Ausgangsbefund, Maßnahme, Dosierung, Reaktion und Konsequenz
  • Abweichungen vom Plan werden begründet und bei medizinischer Relevanz rückgekoppelt

Die Fragen und Antworten wurden aus den redaktionellen Lerntexten dieses Kapitels abgeleitet. Jede Antwort gehört ausschließlich zu der unmittelbar darüberstehenden Frage.

Hinweise des Lehrplans
  • Fallbeispiele, praktische Übungen vgl. Lehrplan Handwerkliche und gestalterische Techniken mit verschiedenen Materialien
  • Schultersteife, Epicondylitis humeri
  • rheumatischer Formenkreis vgl. Lehrplan Adaptierende Verfahren
  • Propriozeptive Neuromuskuläre Fazilitation, nach längerer Ruhigstellung
  • nach degenerativen Erkrankungen
  • Amputationen, Verbrennung, Verkühlung vgl. Lehrplan Neurophysiologische Behandlungsverfahren
  • Versorgung mit Prothesen und Orthesen vgl. Lehrpläne Neuropsychologische Behandlungsverfahren und Neurophysiologische Behandlungsverfahren
  • M. Bechterew
  • Mittelhandfraktur
  • M. Sudeck vgl. Lehrpläne Arbeitstherapeutische Verfahren und Neuropsychologische Behandlungsverfahren
  • Sehnenverletzungen, Implantation von Kunstgelenken vgl. Lehrplan Spezielle Krankheitslehre, LPE 1, 2 und 4
  • Erfahrungsberichte der Schülerinnen und Schüler aus der praktischen Ausbildung einbeziehen
  • vgl. Lehrplan Fachsprache, Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten vgl. LPE 2, Nutzung digitaler Technik

Quelle: Sächsisches Staatsministerium für Kultus: Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin, freigegeben ab 1. August 2020, S. 120.

LLernstoff59 Unterkapitel
Bewegung als zielgerichtete Handlung
Fragen und Antworten
Charakterisieren Sie „Bewegung beginnt vor der sichtbaren Bewegung“ (4 Punkte)
  • Eine zielgerichtete Arm- und Handbewegung setzt voraus, dass das Nervensystem die Aufgabe, das Ziel, die Ausgangsstellung und mögliche Störungen vorausberechnet
  • Bereits vor dem Anheben des Armes werden Kopf, Rumpf und Schultergürtel stabilisiert
  • Diese vorbereitende Aktivität heißt antizipatorische posturale Kontrolle
  • Sie verhindert, dass die Bewegung des Armes den übrigen Körper aus dem Gleichgewicht bringt
Erklären Sie den fachlichen Kern von „Feedforward und Feedback“ (5 Punkte)
  • Feedforward bezeichnet die vorausschauende Steuerung auf Grundlage früherer Erfahrungen
  • Das Nervensystem schätzt beispielsweise Gewicht, Größe und Oberflächenbeschaffenheit eines Gegenstandes, bevor die Hand ihn berührt
  • Feedback entsteht während und nach der Bewegung durch Sehen, Berührung, Gelenkstellung, Muskelspannung und Gleichgewicht
  • Bei schnellen Bewegungen ist eine Korrektur während des Ablaufs nur begrenzt möglich
  • Deshalb ist eine passende Vorplanung entscheidend
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Reichbewegung und Griffvorbereitung“ (5 Punkte)
  • Die Hand bewegt sich nicht erst am Ziel in eine Griffstellung
  • Während der Arm zum Gegenstand geführt wird, öffnet und formt sie sich passend zu dessen Größe und Form
  • Kurz vor dem Kontakt ist die Öffnung meist etwas größer als der Gegenstand
  • Danach werden Fingerstellung und Kraft fein angepasst
  • Reichbewegung, Griffbildung, Halten, Manipulieren und Loslassen bilden eine funktionelle Kette
Begründen Sie die fachliche Bedeutung von „Bewegung als zielgerichtete Handlung: Ergotherapeutische Bedeutung“ (5 Punkte)
  • Eine Bewegung wird nicht nur nach Gelenkwinkeln beurteilt
  • Entscheidend ist, ob die Person ein Betätigungsziel sicher, ausreichend genau, mit vertretbarem Aufwand und unter realen Umweltbedingungen erreicht
  • Eine scheinbar normale Einzelbewegung kann im Alltag wirkungslos sein
  • Umgekehrt kann eine kompensierte Bewegung funktionell erfolgreich sein
  • Die Analyse verbindet daher Körperfunktion, Aufgabe, Gegenstand, Umwelt und persönliche Bedeutung
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 118–121, 21.07.2026

GREMMATIK 1.7.92 / konsolidierter BAP- und Physiologiekernbestand, 21.07.2026

Inspektion und Sichtbefund
Fragen und Antworten
Definieren Sie „Inspektion und Sichtbefund: Begriff“ fachlich präzise (5 Punkte)
  • Inspektion stammt von lateinisch inspicere, „hineinsehen, betrachten“
  • Gemeint ist die systematische Beobachtung sichtbarer Merkmale
  • Sie beginnt bereits beim ersten Kontakt und wird während des gesamten Befundes fortgeführt
  • Beobachtung wird von Interpretation getrennt: „Die rechte Schulter steht höher“ ist eine Beobachtung
  • „der obere Trapezius ist verkürzt“ ist zunächst eine Hypothese
Nennen Sie die Beobachtungsbereiche bei „Inspektion und Sichtbefund“ (2 Punkte)
  • Erfasst werden Hautfarbe und Hautzustand, Wunden und Narben, Schwellung und Ödeme, Muskelkonturen, Atrophie, Körperbau, Haltung, Achsabweichungen, Beckenschiefstand, Mimik, Gestik, Bewusstseinslage und allgemeiner Pflegezustand
  • Ebenso werden spontane Schonhaltungen, Bewegungsbeginn, Tempo, Rhythmus, Ausweichbewegungen und Schmerzverhalten beobachtet
Charakterisieren Sie „Bedingungen standardisieren“ (2 Punkte)
  • Vergleichbare Beobachtungen benötigen geeignete Beleuchtung, ausreichende Entkleidung unter Wahrung der Intimsphäre, eine definierte Ausgangsstellung und möglichst gleiche Bedingungen im Verlauf
  • Seitenvergleich kann hilfreich sein, darf aber eine beidseitige Erkrankung oder individuelle Asymmetrie nicht übersehen
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Bewegungsbeobachtung“ (3 Punkte)
  • Zunächst wird eine alltagsnahe Aufgabe betrachtet, etwa Jacke anziehen oder nach einem Becher greifen
  • Danach können einzelne Bewegungskomponenten gezielt geprüft werden
  • Relevant sind Zielerreichung, Bewegungsweg, Rumpfbeteiligung, Schultergürtelkontrolle, Geschwindigkeit, Genauigkeit, Pausen, Schmerz und benötigte Hilfe
Beschreiben Sie die Dokumentation bei „Inspektion und Sichtbefund“ (3 Punkte)
  • Dokumentiert werden konkrete Merkmale, Lokalisation, Seite, Zeitpunkt und Bedingungen
  • Statt „schlechte Haltung“ wird beispielsweise beschrieben: „Im Sitz deutliche thorakale Kyphose, Kopf vorgelagert, rechte Skapula medial abstehend
  • Bei Armhebung zusätzliche Rumpfseitneigung.“ Fotos oder Körperschemata benötigen Einwilligung, sicheren Umgang mit Daten und eine klare fachliche Fragestellung
Charakterisieren Sie „Inspektion: Vertiefung aus dem Arbeitsblatt“ (2 Punkte)
  • Die Inspektion dokumentiert Wunden, Narben, Ödeme, Haut, Haltung, Deformitäten und Bewegungsabläufe mit Lokalisation, Ausdehnung und vergleichbaren Bedingungen
  • Sichtbare Zeichen werden beschrieben, bevor Ursachen angenommen werden
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 118–121, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / MOFU/001.pdf, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / MOFU/Neuer Ordner/Arbeitsblatt_Inspektion.pdf, 21.07.2026

Narbenbehandlung: Heilungsphasen und Dosierung
Fragen und Antworten
Charakterisieren Sie „Kein starres Zeitschema“ (3 Punkte)
  • Die Auswahl einer Narbenbehandlung richtet sich nach Wundschluss, Heilungsverlauf, Gewebequalität, medizinischen Vorgaben und aktueller Reaktion
  • Zeitangaben sind Orientierung, keine automatische Freigabe
  • Bei komplizierter Heilung, Infektion, Durchblutungsstörung oder rekonstruierten Sehnen gelten besondere Nachbehandlungsschemata
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Entzündungsphase“ (4 Punkte)
  • In den ersten Tagen stehen Blutstillung, Entzündungsreaktion und Reinigung des Wundgebietes im Vordergrund
  • Das Gewebe ist mechanisch wenig belastbar
  • Schutz, Lagerung, ärztlich abgestimmte Bewegung angrenzender Bereiche und Beobachtung haben Vorrang
  • Direkte kräftige Narbenmobilisation ist nicht angezeigt
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Proliferationsphase“ (4 Punkte)
  • Bis ungefähr zur dritten Woche bilden Fibroblasten vor allem Kollagen Typ III und neue Gefäße
  • Das Gewebe reagiert auf mechanische Reize, ist aber noch ungeordnet und leicht überlastbar
  • Niedrige, gleichmäßige Reize können die Ausrichtung unterstützen
  • Überdosierung zeigt sich etwa durch anhaltende Rötung, Schwellung, Schmerz oder erneute Entzündungsreaktion
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Remodellierungsphase“ (3 Punkte)
  • Ab ungefähr der dritten Woche wird Kollagen Typ III zunehmend durch belastbareres Kollagen Typ I ersetzt und entlang von Belastungslinien umgebaut
  • Dieser Prozess kann viele Monate dauern
  • Belastung wird schrittweise gesteigert und regelmäßig an Beweglichkeit, Gewebeantwort und Funktion angepasst
Erläutern Sie die Kernaussagen von „Gewebewiderstand als Dosierungsmodell“ (5 Punkte)
  • Die Quelle unterscheidet einen ersten und zweiten tastbaren Bindegewebswiderstand
  • Früh wird eher bis zum ersten Widerstand gearbeitet
  • Später kann bei unauffälliger Reaktion in einen stärkeren Widerstand dosiert werden
  • Dieses haptische Modell ist kein universell standardisierter Messwert
  • Entscheidend sind Befund, Gewebereaktion und Qualifikation der behandelnden Person
Definieren Sie den Begriff „Dosierungsregel“ (4 Punkte)
  • Reizstärke, Dauer, Wiederholung und Häufigkeit werden gemeinsam betrachtet
  • Eine geringe Reizstärke kann häufiger, eine höhere nur bei ausreichender Belastbarkeit eingesetzt werden
  • Die Wirkung wird unmittelbar und verzögert kontrolliert
  • Ziel ist nicht möglichst viel Druck, sondern eine funktionelle Anpassung ohne erneute Gewebeschädigung
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 118–121, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / MOFU/009.pdf, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / MOFU/Neuer Ordner/20260122_Artikel zur Narbenbehandlung_E56_E57.pdf, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / MOFU/Neuer Ordner/20260122_Artikel zur Narbenbehandlung_E56_E57.pdf, 21.07.2026

Visuelle Steuerung von Erreichen und Greifen
Fragen und Antworten
Charakterisieren Sie „Zwei miteinander verbundene visuelle Verarbeitungswege“ (3 Punkte)
  • Visuelle Information wird für zielgerichtetes Handeln in unterschiedlichen Netzwerken verarbeitet
  • Der ventrale Verarbeitungsweg zum Temporallappen unterstützt vor allem die bewusste Erkennung: Was ist der Gegenstand, welche Bedeutung und welche bekannten Eigenschaften besitzt er?
  • Der dorsale Weg zum Parietallappen verarbeitet räumliche und handlungsbezogene Information: Wo befindet sich der Gegenstand, wie groß ist er und wie muss die Hand ausgerichtet werden?
Erklären Sie den fachlichen Kern von „Erkennen ist nicht dasselbe wie Handeln“ (5 Punkte)
  • Eine Störung der bewussten Objekterkennung wird als visuelle Agnosie bezeichnet
  • Eine Person kann dann sehen, aber den Gegenstand nicht zuverlässig identifizieren
  • Bei einer Störung der visuomotorischen Umsetzung kann die Person einen Gegenstand erkennen, greift jedoch ungenau, öffnet die Hand unpassend weit oder richtet sie falsch aus
  • Für solche dorsal-parietalen Störungen wird unter anderem der Begriff optische Ataxie verwendet
  • Die Begriffe dürfen nicht gleichgesetzt werden
Beschreiben Sie Ablauf und fachliche Bedeutung von „Entwicklung und Erfahrung“ (4 Punkte)
  • Kinder lernen durch wiederholtes Erreichen, Greifen, Fallenlassen und erneutes Aufnehmen
  • Dabei entstehen Vorhersagen über Schwerkraft, Gewicht, Material, Reibung und Form
  • Auch Erwachsene greifen auf diese gespeicherten Erfahrungen zurück
  • Ein leerer Becher wird anders angehoben als ein voller, obwohl beide äußerlich gleich aussehen können
Definieren Sie den Begriff „Untersuchung“ (3 Punkte)
  • Bei der Beobachtung wird getrennt geprüft, ob die Person den Gegenstand erkennt, im Raum lokalisiert, die Hand passend vorformt, die Reichbewegung korrigiert und die Griffkraft dosiert
  • Unterschiedliche Gegenstände und Positionen helfen, die Ursache einzugrenzen
  • Fehler können aus Sehbeeinträchtigung, Aufmerksamkeitsstörung, Apraxie, Sensibilitätsverlust, Kraftmangel, Schmerz oder räumlicher Verarbeitungsstörung entstehen
Charakterisieren Sie „Visuelle Steuerung von Erreichen und Greifen: Therapie“ (4 Punkte)
  • Übungen werden an bedeutsamen Handlungen ausgerichtet
  • Sichtbarkeit, Kontrast, Gegenstandsposition und Bewegungsgeschwindigkeit können angepasst werden
  • Reine Wiederholung ohne verständliches Ziel reicht nicht aus
  • Wirksam ist eine Aufgabe, in der Wahrnehmung, Bewegung und Handlungsergebnis zusammengehören
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 118–121, 21.07.2026

GREMMATIK 1.7.92 / konsolidierter BAP- und Physiologiekernbestand, 21.07.2026

Palpation und Tastbefund
Fragen und Antworten
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Begriff und Ziel“ bei „Palpation und Tastbefund“ (4 Punkte)
  • Palpation geht auf lateinisch palpare zurück und bedeutet „betasten“
  • Mit einem oder mehreren Fingern beziehungsweise beiden Händen werden Oberflächen, Konturen, Temperatur, Konsistenz, Verschieblichkeit, Spannung, Pulsation und Schmerzreaktion untersucht
  • Palpation ergänzt Anamnese, Inspektion und Funktionsprüfung
  • Sie ersetzt keine medizinische Diagnostik
Charakterisieren Sie „Palpierbare Strukturen“ (3 Punkte)
  • Je nach Region werden Knochenvorsprünge, Gelenkspalten, Knorpel, Sesambeine, Muskeln, Sehnen, Bänder, Haut, Unterhaut, Faszien, Retinakula, Bursen, Gefäße und oberflächliche Nerven aufgesucht
  • Lymphknoten oder Gefäßveränderungen werden nur im Rahmen der eigenen Qualifikation beurteilt
  • Unklare oder auffällige Befunde werden weitergeleitet
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Vier Grundformen“ (5 Punkte)
  • Beim Streichen werden Oberflächen, Temperatur und Gewebegleiten erfasst
  • Beim Bewegen wird eine Struktur gegenüber ihrer Umgebung verschoben
  • In Ruhe können Kontur, Tonus und Druckempfindlichkeit beurteilt werden
  • Bewegung gegen Widerstand macht Sehnen- oder Muskelaktivität besser tastbar
  • Die Wahl richtet sich nach der Fragestellung und der Belastbarkeit des Gewebes
Definieren Sie den Begriff „Vorgehen“ bei „Palpation und Tastbefund“ (5 Punkte)
  • Die Person wird informiert und um Einwilligung gebeten
  • Die Hände sind warm, der Druck beginnt gering und wird langsam gesteigert
  • Zuerst werden schmerzfreie Bereiche untersucht, danach die auffällige Region
  • Anatomische Landmarken geben Orientierung
  • Der Seitenvergleich wird unter gleichen Bedingungen durchgeführt
Beurteilen Sie die zentralen Grenzen und Risiken bei „Grenzen und Sicherheit“ (3 Punkte)
  • Akute Entzündung, offene Wunden, frische Operationsgebiete, instabile Frakturen, Gefäßverdacht oder starke Schmerzreaktion verlangen besondere Vorsicht oder den Verzicht auf Palpation
  • Ein ertasteter „Knoten“ ist keine gesicherte Diagnose
  • Dokumentiert werden Ort, Ausdehnung, Gewebequalität, Reproduzierbarkeit der Beschwerden und Reaktion nach der Untersuchung
Charakterisieren Sie „Palpation: Vertiefung aus dem Arbeitsblatt“ (2 Punkte)
  • Statische, dynamische, oberflächliche und funktionsbegleitende Palpation werden nach Fragestellung gewählt
  • Temperatur, Konsistenz, Verschieblichkeit und Reaktion erhalten erst zusammen mit Funktion und Betätigung Bedeutung
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 118–121, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / MOFU/002.pdf, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / MOFU/Neuer Ordner/Arbeitsblatt_Palpation.pdf, 21.07.2026

Narbenmobilisation, Desensibilisierung und Eigentherapie
Fragen und Antworten
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Auswahl nach Befund und Ziel“ (3 Punkte)
  • Narben werden nicht nach einem einheitlichen Standardprogramm behandelt
  • Ziel kann bessere Gleitfähigkeit, Beweglichkeit, Sensibilität, Belastbarkeit, kosmetische Akzeptanz oder sichere Selbstbehandlung sein
  • Technik und Dosierung werden an Narbentyp, Heilungsphase, Lokalisation und Betätigungsproblem angepasst
Definieren Sie den Begriff „Narbenschwimmen“ (3 Punkte)
  • Beim Narbenschwimmen liegen die Hände flächig auf gesunder Haut neben der Narbe
  • Sie umfassen die Region, ohne direkt kräftig auf die Narbe zu drücken, und verschieben das oberflächliche Gewebe sanft gegenüber tieferen Schichten
  • Die Methode eignet sich als früher, niedrig dosierter Kontakt, sofern Wundschluss und medizinische Freigabe bestehen
Charakterisieren Sie „Verschiebung und Abheben“ (3 Punkte)
  • Längs- und Querverschiebung prüfen und fördern das Gleiten entlang und quer zur Narbe
  • Beim Abheben werden die Narbenränder vorsichtig vom tieferen Gewebe angehoben
  • Eine funktionelle Mobilisation kann mit einer langsamen Gelenkbewegung kombiniert werden, während die Narbe in geeigneter Richtung fixiert oder geführt wird
Charakterisieren Sie „Massage, Schröpfen und Vibration“ (5 Punkte)
  • Massageimpulse können Gewebeverschieblichkeit und subjektive Akzeptanz unterstützen
  • Unterdruckverfahren werden eher bei vollständig verheilter, nicht entzündlich geröteter und tiefer verklebter Narbe erwogen
  • Vibration kann zur dosierten Eigenbehandlung und Desensibilisierung dienen
  • Für alle Verfahren gilt: Wirkung und Hautreaktion werden kontrolliert
  • Stärkere Verfahren benötigen fachliche Anleitung
Definieren Sie den Begriff „Desensibilisierung“ (4 Punkte)
  • Bei Überempfindlichkeit beginnt die Behandlung mit gut tolerierbaren Materialien und kurzen Kontakten
  • Struktur, Temperatur, Druck und Bewegung werden langsam variiert
  • Die Person behält Kontrolle und kann unterbrechen
  • Schmerzprovokation ist nicht das Ziel
Begründen Sie die fachlichen Anforderungen bei „Eigentherapie und Sicherheit“ (2 Punkte)
  • Eigentherapie wird praktisch angeleitet, schriftlich oder bildlich gesichert und im Verlauf überprüft
  • Bei offener Stelle, Sekretion, zunehmender Rötung, Überwärmung, deutlicher Schwellung oder anhaltender Verschlechterung wird die Behandlung beendet und medizinisch abgeklärt
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 118–121, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / MOFU/Neuer Ordner/20260122_Artikel zur Narbenbehandlung_E56_E57.pdf, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / MOFU/Neuer Ordner/20260122_Artikel zur Narbenbehandlung_E56_E57.pdf, 21.07.2026

Funktionseinheit Hand, Arm und Schultergürtel
Fragen und Antworten
Charakterisieren Sie „Eine Bewegung, mehrere Gelenke“ (4 Punkte)
  • Beim Erreichen eines Gegenstandes bewegt sich nicht nur das Glenohumeralgelenk
  • Sternoklavikular-, Akromioklavikular- und skapulothorakale Bewegung sowie Ellenbogen, Unterarm, Handgelenk und Finger werden koordiniert
  • Der Begriff humeroskapularer oder scapulohumeraler Rhythmus beschreibt das abgestimmte Verhältnis von Humerus- und Skapulabewegung
  • Es handelt sich nicht um ein starres Zahlenverhältnis, sondern um einen aufgabe-, personen- und bewegungsabhängigen Ablauf
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Didaktisches Drei-Phasen-Modell“ (5 Punkte)
  • Zu Beginn wird die Skapula am Thorax stabilisiert und das Schultergelenk zentriert
  • Danach rotiert der Angulus inferior nach außen und kranial
  • M. serratus anterior und Anteile des M. trapezius arbeiten dabei zusammen
  • Bei weiterer Armhebung kommen Elevation und zusätzliche Rotation des Schultergürtels hinzu
  • Diese Koordination unterstützt die Gelenkzentrierung und hilft, den subakromialen Raum während der Elevation offen zu halten
Charakterisieren Sie „Intramuskuläre und intermuskuläre Koordination“ (3 Punkte)
  • Innerhalb des M. trapezius müssen Pars descendens, transversa und ascendens ihre Zugrichtungen abgestimmt einsetzen
  • Gleichzeitig arbeiten Trapezius, Serratus anterior, Rhomboideen, Levator scapulae und weitere Muskeln je nach Bewegungsphase als Stabilisatoren, Beweger oder kontrolliert nachgebende Gegenspieler
  • Rumpf- und Rippenstabilität beeinflussen den Ansatzpunkt der Schultergürtelmuskulatur
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Typische Auffälligkeiten“ (3 Punkte)
  • Beobachtet werden vorzeitige Schulterhebung, fehlende Aufwärtsrotation, mediales Abstehen der Skapula, schmerzhafter Bogen, Rumpfseitneigung oder ein auffälliger Rhythmus zwischen Arm und Skapula
  • Diese Zeichen sind keine Diagnose
  • Sie werden mit Schmerz, Beweglichkeit, Kraft, Sensibilität, Aufgabe und Vorgeschichte abgeglichen
Erläutern Sie den Betätigungsbezug von „Funktionseinheit Hand, Arm und Schultergürtel“ (2 Punkte)
  • Die Bedeutung zeigt sich in konkreten Anforderungen: Haare kämmen, eine Jacke anziehen, Geschirr in einen Schrank stellen oder längere Zeit am Arbeitsplatz greifen
  • Behandlung richtet sich nicht auf eine isolierte „schöne“ Skapulabewegung, sondern auf eine sichere und wirksame Funktionseinheit im Alltag
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 118–121, 21.07.2026

GREMMATIK 1.7.92 / konsolidierter BAP- und Physiologiekernbestand, 21.07.2026

Muskelfunktionsprüfung und Kraftgrad
Fragen und Antworten
Erklären Sie den Zweck von „Muskelfunktionsprüfung und Kraftgrad“ (4 Punkte)
  • Die manuelle Muskelfunktionsprüfung beurteilt die Kraft einzelner Muskeln oder funktioneller Muskelgruppen
  • Sie kann Hinweise auf periphere motorische Läsionen, Lagerungsbedarf, Selbstständigkeitspotenzial und geeignete Therapieinhalte geben
  • Ergebnisse sind ordinal und prüferabhängig
  • Sie ersetzen keine instrumentelle Kraftmessung, wenn genaue Verlaufswerte erforderlich sind
Erklären Sie den fachlichen Kern von „Kraftgrade 0 bis 2“ (4 Punkte)
  • Grad 0 bedeutet keine sicht- oder tastbare Aktivität
  • Grad 1 bezeichnet eine tastbare Kontraktion ohne vollständige Bewegung
  • Grad 2 bedeutet eine vollständige Bewegung unter weitgehender Aufhebung der Schwerkraft
  • Reibung und Lagerung werden standardisiert
Charakterisieren Sie „Kraftgrade 3 bis 5“ (3 Punkte)
  • Grad 3 bedeutet vollständige Bewegung gegen die Schwerkraft
  • Grad 4 ergänzt angepassten mittleren Widerstand, Grad 5 maximalen individuell angemessenen Widerstand
  • Schmerz, Bewegungsumfang und Kompensation werden bei jeder Bewertung mitdokumentiert
Charakterisieren Sie „Standardisiertes Vorgehen“ (4 Punkte)
  • Vor der Kraftprüfung wird das passive Bewegungsausmaß erfasst
  • Die Ausgangsstellung, Bewegungsebene und Fixation werden festgelegt
  • Die Fixation erfolgt proximal des bewegten Gelenkes, ohne die Zielbewegung zu behindern
  • Der Widerstand wird in geeigneter Richtung, langsam und angepasst an Muskelgruppe, Alter, Konstitution, Schmerz und Gesundheitszustand aufgebaut
Definieren Sie den Begriff „Fehlerquellen“ (3 Punkte)
  • Schmerz, Angst, eingeschränkte Gelenkbeweglichkeit, Müdigkeit, fehlendes Verständnis, Motivation, Ausweichbewegungen und unterschiedliche Prüfer verändern das Ergebnis
  • Bei Bedarf wird die nicht betroffene Seite als individueller Vergleich genutzt
  • Das Ergebnis wird zusammen mit Ausgangsstellung, Bewegungsumfang, Schmerz und Besonderheiten dokumentiert
Erklären Sie Funktion und fachlichen Zweck von „Muskelfunktionsprüfung und Kraftgrad: Grenzen“ (3 Punkte)
  • Bei Spastik oder stark veränderter Tonusregulation ist die klassische Prüfung nicht sinnvoll interpretierbar
  • Ebenso muss bei frischen Sehnenrekonstruktionen, Frakturen oder ärztlich begrenzter Belastung auf maximalen Widerstand verzichtet werden
  • Die funktionelle Bedeutung wird anschließend in einer Handlung geprüft, denn Kraftgrad 4 sagt noch nicht, ob eine Tasse sicher getragen oder ein Knopf geschlossen werden kann
Charakterisieren Sie „Janda-Skala präzisieren“ (2 Punkte)
  • Die Kraftgrade 0 bis 5 unterscheiden fehlende Kontraktion, Bewegung unter Aufhebung der Schwerkraft, Bewegung gegen Schwerkraft und abgestufte Widerstände
  • Ausgangsstellung, Kompensation, Schmerz und Seitenvergleich werden dokumentiert
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 118–121, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / MOFU/003.pdf, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / MOFU/Neuer Ordner/Beurteilung Muskelkraft nach Janda.pdf, 21.07.2026

Propriozeptive Reize im funktionellen Bewegungslernen
Fragen und Antworten
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Reiz ist nur Mittel zum Handlungsziel“ (3 Punkte)
  • Propriozeptive Information entsteht durch Gelenkbewegung, Muskelspannung, Druck und Last
  • Therapeutische Reize sind dann sinnvoll, wenn sie der Person helfen, eine Bewegung zu planen, zu spüren und in einer Handlung zu nutzen
  • Isoliertes Drücken oder Bewegen ohne Ziel führt nicht automatisch zu besserer Alltagsfunktion
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Proximale Vorbereitung“ (4 Punkte)
  • Vor einer Handaufgabe kann eine stabile Sitz- oder Standposition aufgebaut werden
  • Rumpf und Schultergürtel erhalten ausreichend Unterstützung, ohne jede Eigenaktivität zu ersetzen
  • Die Skapula wird nicht mechanisch in eine vermeintlich ideale Position gezwungen
  • Vielmehr wird eine Aufgabe gewählt, in der sie sich unter angemessener Last funktionell organisieren kann
Charakterisieren Sie „Taktile Führung und Widerstand“ (4 Punkte)
  • Taktile Hinweise können Bewegungsrichtung, Gelenkstellung oder Aktivitätsbeginn verdeutlichen
  • Widerstand wird so dosiert, dass eine klare, kontrollierte Bewegung möglich bleibt
  • Zu hoher Widerstand verstärkt Ausweichbewegungen, Schmerz oder Schutzspannung
  • Die Hilfestellung wird reduziert, sobald die Person die Bewegung selbst übernimmt
Charakterisieren Sie „Variabilität und Wiederholung“ (3 Punkte)
  • Eine Bewegung wird mit unterschiedlichen Gegenständen, Höhen, Entfernungen und Geschwindigkeiten geübt
  • Wiederholung festigt, Variabilität fördert Anpassung
  • Rückmeldung kann zunächst konkret sein und später verzögert werden, damit die Person eigene sensorische Informationen stärker nutzt
Nennen Sie ein fachlich passendes Beispiel für „Propriozeptive Reize im funktionellen Bewegungslernen“ (4 Punkte)
  • Beim Einräumen leichter Becher wird zunächst die Reichhöhe angepasst
  • Die Person spürt Fußkontakt und Rumpfstabilität, führt den Arm mit kontrollierter Skapulabewegung, formt die Hand vor und dosiert den Griff
  • Anschließend werden Regalhöhe, Bechergewicht und Reihenfolge verändert
  • Gemessen wird nicht nur der Bewegungswinkel, sondern ob die Handlung sicherer, flüssiger und weniger ermüdend gelingt
Quellen

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GREMMATIK 1.7.92 / konsolidierter BAP- und Physiologiekernbestand, 21.07.2026

Motorische Kontrolle und Bewegungslernen
Fragen und Antworten
Charakterisieren Sie „Triphasische Aktivierung“ (5 Punkte)
  • Bei schnellen zielgerichteten Bewegungen kann eine typische Aktivierungsfolge auftreten
  • Zunächst beschleunigt der Agonist die Bewegung
  • Kurz vor dem Ziel bremst der Antagonist
  • Anschließend stabilisiert eine erneute Aktivität des Agonisten die Endposition
  • Diese Abfolge ist zentral vorbereitet und wird durch Erfahrung, Aufgabe, Geschwindigkeit und Last beeinflusst
Erklären Sie den fachlichen Kern von „Propriozeption“ (4 Punkte)
  • Propriozeption bezeichnet die Wahrnehmung von Gelenkstellung, Bewegung und Muskelspannung
  • Das Wort verbindet lateinisch proprius, „eigen“, mit recipere beziehungsweise percipere, „aufnehmen, wahrnehmen“
  • Propriozeptive Information hilft dem Nervensystem, den Arm auch ohne dauernde Sichtkontrolle zu steuern
  • Sie ist besonders wichtig für proximale Stabilität und die Dosierung von Kraft
Charakterisieren Sie „Zentrale und periphere Störungen“ (4 Punkte)
  • Nach zentralen Läsionen können Vorplanung, räumliche Orientierung, Bewegungsinitiierung, Praxis oder laufende Anpassung beeinträchtigt sein
  • Eine pauschale Zuordnung zu rechter oder linker Hemisphäre ist nicht ausreichend
  • Art und Ausmaß hängen vom genauen Netzwerk und der Läsion ab
  • Bei peripheren Läsionen können Nervenleitung, Sensibilität, Muskelkraft und inter- oder intramuskuläre Koordination gestört sein
Begründen Sie die fachlichen Anforderungen bei „Schutz und Immobilisation“ (3 Punkte)
  • Nach Verletzungen begrenzen Schmerz, Schwellung und Schutzspannung zunächst sinnvoll die Belastung
  • Bleibt Immobilität zu lange bestehen, können Gewebeverkürzung, Kraftverlust, veränderte Bewegungsgewohnheiten und eine schwächere zentrale Repräsentation entstehen
  • Nach abgeschlossener Heilung muss das System schrittweise lernen, Bewegung wieder zuzulassen
Erläutern Sie die Kernaussagen von „Prinzipien des Bewegungslernens“ (3 Punkte)
  • Lernen gelingt besser, wenn die Person ein verständliches Ziel verfolgt, ausreichende Wiederholungen erhält, Rückmeldung nutzen kann und die Schwierigkeit weder unter- noch überfordert
  • Propriozeptive Reize werden nicht isoliert „gegeben“, sondern in eine zielgerichtete Handlung eingebettet
  • Transfer wird geprüft, indem die erlernte Strategie in einer veränderten Alltagssituation angewendet wird
Quellen

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Neutral-Null-Methode und Goniometrie
Fragen und Antworten
Definieren Sie „Begriff und Messinstrument“ fachlich präzise (5 Punkte)
  • Ein Goniometer misst Gelenkwinkel
  • Der Name verbindet griechisch gōnía, „Winkel“, und métron, „Maß“
  • Zwei Schenkel werden an anatomischen Bezugslinien ausgerichtet
  • Das Drehzentrum liegt möglichst über der Gelenkachse
  • Gemessen werden aktives und bei Fragestellung auch passives Bewegungsausmaß
Definieren Sie den Begriff „Neutral-Null-Schreibweise“ (5 Punkte)
  • Die anatomische Neutralstellung bildet den Bezugspunkt
  • Die Bewegungen werden in einer festgelegten Reihenfolge notiert, beispielsweise Extension–0–Flexion oder Abduktion–0–Adduktion
  • Ein frei streckbarer und bis 150 Grad beugbarer Ellenbogen kann als 0–0–150 dokumentiert werden
  • Fehlen 20 Grad Extension und werden 140 Grad Flexion erreicht, lautet die Angabe 0–20–140
  • Die Schreibweise muss im Team einheitlich verwendet werden
Charakterisieren Sie „Aktive und passive Messung“ (4 Punkte)
  • Das aktive Ausmaß zeigt, was die Person selbst ausführen kann
  • Das passive Ausmaß zeigt, wie weit das Gelenk unter äußerer Führung bewegt werden kann
  • Eine deutliche Differenz kann auf Kraftmangel, Schmerz, motorische Kontrolle oder andere neuromuskuläre Faktoren hinweisen
  • Ein ähnlich begrenztes aktives und passives Ausmaß spricht eher für strukturelle oder mechanische Einschränkung, ist aber allein nicht diagnostisch
Beschreiben Sie die Durchführung von „Neutral-Null-Methode und Goniometrie“ (5 Punkte)
  • Ausgangsstellung, Achse, fester und beweglicher Schenkel werden vorab definiert
  • Ausweichbewegungen werden verhindert oder dokumentiert
  • Das Goniometer wird nicht auf offene Wunden gelegt
  • Dicke Verbände, Ödeme, Schmerz und Schutzspannung können Messungen verfälschen
  • Unter solchen Bedingungen wird die Einschränkung beschrieben und eine spätere Vergleichsmessung geplant
Definieren Sie den Begriff „Messqualität“ (4 Punkte)
  • Für den Verlauf werden möglichst dasselbe Messgerät, dieselbe Position, dieselben Landmarken und derselbe Prüfer genutzt
  • Interrater-Reliabilität bedeutet, dass unterschiedliche Prüfende zu vergleichbaren Ergebnissen gelangen
  • Regelmäßige gemeinsame Messungen helfen, Abweichungen zu erkennen
  • Ein einzelner Winkel wird stets mit Funktion, Schmerz und Betätigungsziel verbunden
Charakterisieren Sie „Goniometer praktisch verwenden“ (3 Punkte)
  • Drehpunkt und Schenkel werden an anatomischen Referenzen ausgerichtet
  • Aktives und passives Bewegungsausmaß werden getrennt erfasst
  • Verbände, Ödeme, Schmerz und wechselnde Ausgangsstellungen begrenzen die Vergleichbarkeit
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 118–121, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / MOFU/005.pdf, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / MOFU/Neuer Ordner/Verwendung Goniometer_RL.pdf, 21.07.2026

Vom Befund zur betätigungsbezogenen Behandlung
Fragen und Antworten
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Befunde werden gewichtet“ (3 Punkte)
  • Inspektion, Palpation, Bewegungsmaß, Kraft, Sensibilität und Handfunktion liefern unterschiedliche Informationen
  • Sie werden nicht addiert, sondern danach gewichtet, welche Faktoren das Betätigungsproblem tatsächlich beeinflussen
  • Ein auffälliger Einzelwert wird nur behandelt, wenn ein plausibler Zusammenhang zu Ziel, Sicherheit oder Belastbarkeit besteht
Beurteilen Sie die zentralen Grenzen und Risiken bei „Problemformulierung“ (1 Punkt)
  • Eine fachliche Problemformulierung verbindet Situation und Ursache: „Beim Schließen kleiner Knöpfe benötigt die Person deutlich mehr Zeit, weil Daumenopposition, Zwei-Punkt-Diskrimination und fein dosierte Pinzettengriffkraft eingeschränkt sind.“ Diese Form ist hilfreicher als die bloße Liste „wenig Kraft, wenig Sensibilität“
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Zielsetzung“ (3 Punkte)
  • Ziele beschreiben eine beobachtbare Betätigung, Bedingungen, benötigte Hilfe und einen Zeitraum
  • Funktionsziele können Zwischenziele sein
  • Beispiel: „Die Person schließt innerhalb von vier Wochen drei Hemdknöpfe selbstständig in höchstens fünf Minuten, ohne Hautverletzung.“ Beweglichkeit und Sensibilität werden parallel als Einflussgrößen gemessen
Definieren Sie den Begriff „Interventionsrichtungen“ (5 Punkte)
  • Restitutive Maßnahmen fördern beeinträchtigte Funktionen
  • Kompensatorische Strategien nutzen andere Bewegungen oder Vorgehensweisen
  • Adaptive Maßnahmen verändern Gegenstand oder Umwelt
  • Beratung vermittelt Gelenkschutz, Hautkontrolle, Belastungsaufbau und Selbstmanagement
  • Meist werden mehrere Richtungen kombiniert
Charakterisieren Sie „Dosierung und Progression“ (2 Punkte)
  • Schwierigkeit wird über Gewicht, Hebel, Wiederholungszahl, Geschwindigkeit, Genauigkeit, Reichweite, Untergrund, Griffgröße und kognitive Anforderungen verändert
  • Belastung steigt nur, wenn die Bewegung kontrolliert bleibt und keine anhaltende Verschlechterung entsteht
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Evaluation und Dokumentation“ (4 Punkte)
  • Im Verlauf werden dieselben relevanten Messungen unter vergleichbaren Bedingungen wiederholt
  • Gleichzeitig wird die konkrete Alltagshandlung erneut beobachtet
  • Dokumentiert werden Ziel, Maßnahme, Dosierung, Reaktion, Veränderung und nächste Entscheidung
  • Eine Verbesserung im Test ohne bessere Betätigung führt zur Anpassung des Plans
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 118–121, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / MOFU/001.pdf, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / MOFU/002.pdf, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / MOFU/003.pdf, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / MOFU/004.pdf, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / MOFU/005.pdf, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / MOFU/006.pdf, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / MOFU/007.pdf, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / MOFU/008.pdf, 21.07.2026

Gelenke, Achsen und Bewegungen der oberen Extremität
Fragen und Antworten
Charakterisieren Sie „Orientierung in Ebenen und Achsen“ (5 Punkte)
  • Bewegungen werden in Bezug auf anatomische Ebenen und Achsen beschrieben
  • Flexion und Extension verlaufen überwiegend in der Sagittalebene um eine Transversalachse
  • Abduktion und Adduktion verlaufen überwiegend in der Frontalebene um eine Sagittalachse
  • Innen- und Außenrotation verlaufen überwiegend in der Transversalebene um eine Longitudinalachse
  • Reale Alltagsbewegungen kombinieren diese Komponenten
Definieren Sie den Begriff „Schulterkomplex“ (3 Punkte)
  • Im Glenohumeralgelenk werden Flexion und Extension, Abduktion und Adduktion, Innen- und Außenrotation sowie horizontale Ab- und Adduktion beschrieben
  • Der Schultergürtel ermöglicht Elevation und Depression, Protraktion und Retraktion sowie Aufwärts- und Abwärtsrotation der Skapula
  • Bei der Befundung werden diese Anteile nicht vorschnell voneinander getrennt
Charakterisieren Sie „Ellenbogen und Unterarm“ (3 Punkte)
  • Das Ellenbogengelenk ermöglicht Flexion und Extension
  • Pronation und Supination entstehen vor allem in den proximalen und distalen Radioulnargelenken
  • Eine scheinbar eingeschränkte Handfunktion kann daher durch eine fehlende Unterarmdrehung verursacht sein, obwohl Handgelenk und Finger beweglich sind
Charakterisieren Sie „Handgelenk, Finger und Daumen“ (4 Punkte)
  • Am Handgelenk werden Palmarflexion, Dorsalextension, Radial- und Ulnarduktion geprüft
  • Fingergrundgelenke erlauben Flexion, Extension, Abduktion und Adduktion
  • Mittel- und Endgelenke vor allem Flexion und Extension
  • Der Daumen besitzt mit radialer und palmarer Abduktion, Flexion, Extension, Opposition und Reposition besondere Bewegungsmöglichkeiten
Erklären Sie Funktion und fachlichen Zweck von „Funktionelle Analyse“ (3 Punkte)
  • Eine Tabelle mit Gelenk, Ausgangsstellung, Bewegung, Ebene, Achse und beteiligten Strukturen unterstützt das Lernen
  • In der Praxis wird anschließend geprüft, wie mehrere Gelenke eine Handlung gemeinsam ermöglichen
  • Beim Trinken werden beispielsweise Schulterposition, Ellenbogenflexion, Unterarmsupination, Handgelenkstabilität und eine dosierte Griffkraft kombiniert
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 118–121, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / MOFU/004.pdf, 21.07.2026

Längen- und Umfangsmessung
Fragen und Antworten
Definieren Sie den Begriff „Fragestellung“ (3 Punkte)
  • Längenmessungen erfassen anatomische oder funktionelle Distanzen
  • Umfangsmessungen dienen vor allem der Verlaufskontrolle bei Ödem, Atrophie oder Muskelaufbau
  • Ein Wert ist nur aussagekräftig, wenn Messstelle, Position, Bandspannung und Zeitpunkt reproduzierbar sind
Definieren Sie den Begriff „Umfangsmessung“ (4 Punkte)
  • Am Oberarm kann ein definierter Abstand zur Achselfalte oder zu einem Knochenpunkt gewählt werden
  • Am Ellenbogen wird häufig über dem Olekranon gemessen, am Unterarm in einem festgelegten Abstand zum Epicondylus lateralis
  • Für Hand und Finger werden je nach Problem standardisierte Ring-, Acht- oder Umfangsmaße verwendet
  • Das Maßband liegt an, darf das Gewebe aber nicht eindrücken
Definieren Sie den Begriff „Längenmessung“ (4 Punkte)
  • Für die Armlänge können Akromionspitze und Processus styloideus radii als Bezugspunkte dienen
  • Oberarm- und Unterarmlänge werden über klar benannte knöcherne Landmarken erfasst
  • Die Methode muss zur Fragestellung passen
  • Eine anatomische Längendifferenz ist von einer funktionellen scheinbaren Verkürzung durch Gelenkstellung oder Haltung zu unterscheiden
Definieren Sie den Begriff „Standardisierung“ (4 Punkte)
  • Gemessen wird möglichst zur gleichen Tageszeit, weil Ödeme schwanken können
  • Position, Gelenkwinkel, Muskelanspannung, Seite, Bezugspunkt und Bandmaß werden dokumentiert
  • Bei Umfangsreihen werden die Abstände auf der Haut markiert oder in einem Körperschema festgehalten
  • Mehrfachmessungen erhöhen die Zuverlässigkeit
Definieren Sie den Begriff „Interpretation“ (4 Punkte)
  • Ein größerer Umfang kann durch Ödem, Hämatom, Muskelmasse oder Gewebeveränderung entstehen
  • Ein kleinerer Umfang durch Atrophie oder individuelle Asymmetrie
  • Die Messung wird daher mit Inspektion, Palpation, Schmerz, Beweglichkeit und Funktion abgeglichen
  • Relevant ist nicht allein die Zahl, sondern ob sich Greifen, Anziehen, Schienenpassform oder Belastbarkeit verändern
Charakterisieren Sie „Vergleichbarkeit sichern“ (2 Punkte)
  • Messpunkte, Körperposition, Bandspannung und Tageszeit werden gleich gehalten
  • Umfangswerte können Schwellung oder Atrophie beschreiben, erklären aber ohne klinischen Zusammenhang nicht deren Ursache
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 118–121, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / MOFU/007.pdf, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / MOFU/Neuer Ordner/Längen_und_Umfangsmessung_RL.pdf, 21.07.2026

Fallplanung bei Hand-, Schulter- und Narbenproblemen
Fragen und Antworten
Erklären Sie Funktion und fachlichen Zweck von „Fall 1: Eingeschränkte Schulterfunktion nach Immobilisation“ (4 Punkte)
  • Eine Person kann nach längerer Ruhigstellung keine Gegenstände in ein oberes Regal stellen
  • Befundet werden Schmerzverlauf, aktive und passive Beweglichkeit, scapulohumerale Koordination, Kraft, Schutzspannung und kompensatorische Rumpfbewegung
  • Das Betätigungsziel bestimmt die notwendige Reichhöhe und Belastung
  • Die Behandlung beginnt mit einer sicheren Ausgangsstellung, aktiver Bewegung im tolerierten Bereich und alltagsnahen Reichaufgaben
Erklären Sie Funktion und fachlichen Zweck von „Handfunktion nach Operation mit adhärenter Narbe“ (2 Punkte)
  • Bei erschwertem Knöpfen und Schlüsseldrehen werden Wundheilphase, Narbenmobilität, Schmerz, Sensibilität, Beweglichkeit, Kraft und konkrete Griffanforderungen geprüft
  • Die Behandlung verbindet sichere Narbenpflege, aktive Handfunktion und abgestufte Alltagserprobung
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Zielbildung bei adhärenter Narbe“ (2 Punkte)
  • Ein Ziel beschreibt die relevante Betätigung statt nur die Gewebeeigenschaft, etwa selbstständiges Schließen definierter Knöpfe innerhalb eines vereinbarten Zeitraums
  • Narbenverschieblichkeit oder Bewegungsumfang können als überprüfbare Zwischenziele dienen
Charakterisieren Sie „Clinical Reasoning“ (3 Punkte)
  • In beiden Fällen werden Hypothesen laufend geprüft: Liegt die Hauptbegrenzung in Gewebe, Schmerz, Kraft, Sensibilität, motorischer Planung, Angst oder Umweltanforderung?
  • Eine Methode wird beibehalten, wenn sie das vereinbarte Ziel messbar unterstützt
  • Andernfalls werden Dosierung, Aufgabe oder Interventionsrichtung verändert
Definieren Sie den Begriff „Abschluss“ (2 Punkte)
  • Der Therapieerfolg wird in der ursprünglichen Alltagssituation geprüft
  • Der Abschluss enthält erreichte Ziele, verbleibende Einschränkungen, sichere Eigenmaßnahmen, Belastungsgrenzen und Hinweise zur weiteren Versorgung
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 118–121, 21.07.2026

GREMMATIK 1.7.92 / konsolidierter BAP- und Physiologiekernbestand, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / MOFU/Neuer Ordner/20260122_Artikel zur Narbenbehandlung_E56_E57.pdf, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / MOFU/003.pdf, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / MOFU/005.pdf, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / MOFU/008.pdf, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / MOFU/009.pdf, 21.07.2026

Muskelarbeit und Kontraktionsformen
Fragen und Antworten
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Grundformen“ (3 Punkte)
  • Bei isometrischer Arbeit steigt Muskelspannung ohne sichtbare Längenänderung
  • Konzentrisch verkürzt sich der Muskel unter Spannung, exzentrisch verlängert er sich kontrolliert
  • Alltagsbewegungen sind meist auxotonisch: Länge und Spannung verändern sich zugleich
Definieren Sie „Weitere Begriffe“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • Isotonisch bezeichnet idealisiert eine Bewegung bei gleichbleibender Spannung, isokinetisch eine Bewegung bei konstanter Geschwindigkeit mit angepasstem Widerstand
  • In der klinischen Praxis werden diese Bedingungen nur angenähert oder mit speziellen Geräten erzeugt
Erklären Sie Funktion und fachlichen Zweck von „Funktion im Alltag“ (3 Punkte)
  • Agonisten erzeugen, Antagonisten bremsen oder kontrollieren, Synergisten unterstützen und Stabilisatoren sichern eine Ausgangslage
  • Derselbe Muskel kann je nach Aufgabe verschiedene Rollen übernehmen
  • Treppenabstieg verlangt beispielsweise erhebliche exzentrische Kontrolle
Leiten Sie aus „Therapeutische Dosierung“ Konsequenzen für die ergotherapeutische Praxis ab (2 Punkte)
  • Isometrie kann in frühen Phasen oder zur Stabilisation eingesetzt werden, exzentrische Arbeit zur Bremskontrolle und Sehnenbelastbarkeit, konzentrische Arbeit zum Überwinden von Widerstand
  • Schmerz, Gewebeheilung, Atemanhalten und Kompensation werden beobachtet
Leiten Sie für „Muskelarbeit und Kontraktionsformen“ einen ergotherapeutischen Prüfpunkt ab (1 Punkt)
  • Welche Kontraktionsform verlangt die Zielhandlung, und entspricht Widerstand, Tempo und Bewegungsumfang der aktuellen Belastbarkeit?
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 118–121, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / MOFU/Neuer Ordner/001.pdf, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / MOFU/Neuer Ordner/20251203_Überblick Muskelarbeit.pdf, 21.07.2026

Sensibilitätsprüfung und periphere Nervenversorgung
Fragen und Antworten
Erklären Sie den fachlichen Kern von „Sensibilitätsqualitäten“ (4 Punkte)
  • Zur Oberflächensensibilität gehören leichte Berührung, Druck, Schmerz und Temperatur
  • Tiefensensibilität umfasst Gelenkstellung, Bewegung und Vibration
  • Kortikale oder diskriminative Leistungen sind beispielsweise Zwei-Punkt-Diskrimination, Stereognosie und Graphästhesie
  • Vor der Prüfung wird geklärt, welche Qualität für die Alltagsschwierigkeit relevant ist
Charakterisieren Sie „Plexus brachialis und Hauptnerven“ (3 Punkte)
  • Der Plexus brachialis entsteht überwiegend aus C5 bis T1
  • Aus ihm gehen unter anderem N. medianus, N. ulnaris, N. radialis, N. musculocutaneus und N. axillaris hervor
  • Sensible und motorische Befunde werden nach Verlauf, Versorgungsgebiet und funktioneller Aufgabe geordnet
Charakterisieren Sie „Sensible Handareale der Hauptnerven“ (2 Punkte)
  • Der N. medianus versorgt palmar vor allem Daumen bis radialen Ringfinger, der N. ulnaris Kleinfinger und ulnaren Ringfinger, der N. radialis dorsoradiale Handanteile
  • Überlappungen und individuelle Unterschiede verbieten eine Diagnose aus einem einzelnen Testpunkt
Beschreiben Sie die Durchführung von „Sensibilitätsprüfung und periphere Nervenversorgung“ (4 Punkte)
  • Die Person schließt die Augen oder der Testbereich wird abgeschirmt
  • Reize werden angekündigt, aber in zufälliger Reihenfolge und mit ausreichenden Pausen gesetzt
  • Prüfende vergleichen Seiten und Regionen, vermeiden rhythmische Hinweise und fragen nicht suggestiv
  • Monofilamente, Stimmgabel, Zwei-Punkt-Instrument oder einfache Gegenstände werden je nach Fragestellung eingesetzt
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Typische Befundbilder“ (4 Punkte)
  • Bei einer umschriebenen Nervenläsion folgt die Störung eher einem peripheren Versorgungsgebiet
  • Bei Polyneuropathie kann ein symmetrisches, distal betontes „Handschuh“-Muster auftreten
  • Plexusläsionen betreffen mehrere Nervenanteile
  • Schmerz, Ödem, Narben, zentrale Läsionen, Aufmerksamkeit und kognitive Faktoren können das Ergebnis verändern
Begründen Sie die fachlichen Anforderungen bei „Sicherheit und Alltag“ (3 Punkte)
  • Verminderte Schutzsensibilität erhöht das Risiko für Verbrennungen, Druckstellen und Verletzungen
  • Beratung umfasst Sichtkontrolle der Haut, Temperaturprüfung mit der gesunden Seite oder Hilfsmitteln, passende Handschuhe und Vermeidung unbemerkter Dauerbelastung
  • Der Befund wird mit Tätigkeiten wie Kochen, Werkzeuggebrauch, Knöpfen und sicherem Tragen verbunden
Charakterisieren Sie „Periphere Nervenverletzungen“ (3 Punkte)
  • Neurapraxie, Axonotmesis und Neurotmesis unterscheiden Ausmaß der Nervenläsion
  • Prüfung erfasst sensible Qualitäten, Verteilung, Schutzsensibilität und funktionelle Folgen
  • Akute oder progrediente Ausfälle werden medizinisch abgeklärt
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 118–121, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / MOFU/006.pdf, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / MOFU/Neuer Ordner/Sensibilitätsprüfung Arbeitsblatt.pdf, 21.07.2026

Gelenkmobilisation und Endgefühle
Fragen und Antworten
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Osteo- und Arthrokinematik“ (3 Punkte)
  • Osteokinematik beschreibt sichtbare Knochenbewegungen wie Flexion oder Abduktion
  • Arthrokinematik beschreibt Rollen, Gleiten und Drehen der Gelenkflächen
  • Eingeschränktes Gelenkspiel kann die sichtbare Bewegung begrenzen, wird aber nur innerhalb der beruflichen Qualifikation untersucht und behandelt
Definieren Sie den Begriff „Mobilisation“ (3 Punkte)
  • Traktion kann Gelenkflächen entlasten, translatorisches Gleiten kann Beweglichkeit vorbereiten
  • Richtung und Dosierung richten sich nach Anatomie, Befund, Heilungsphase und Reaktion
  • Mobilisation wird anschließend in aktive und funktionelle Bewegung überführt
Definieren Sie den Begriff „Endgefühle“ (4 Punkte)
  • Physiologische Endgefühle können hart, weich oder fest-elastisch sein
  • Ein leeres Endgefühl wird durch Schmerz vor mechanischer Barriere beendet
  • Muskelspasmus, federnder Block oder zu früher harter Anschlag sind abklärungsbedürftig
  • Das Endgefühl ist subjektiver Tastbefund und wird nicht isoliert diagnostisch verwendet
Begründen Sie die Sicherheitsanforderungen bei „Gelenkmobilisation und Endgefühle“ (2 Punkte)
  • Akute Entzündung, instabile Fraktur, frische Operation, Luxationsgefahr, Tumor, Gefäß- oder neurologische Warnzeichen können Mobilisation ausschließen oder begrenzen
  • Ziel bleibt eine bedeutungsvolle Handlung, nicht maximaler passiver Bewegungsumfang
Leiten Sie für „Gelenkmobilisation und Endgefühle“ einen ergotherapeutischen Prüfpunkt ab (1 Punkt)
  • Welche Gelenkkomponente ist eingeschränkt, welche Kontraindikation wurde ausgeschlossen und welche aktive Betätigung sichert den gewonnenen Bewegungsraum?
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 118–121, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / MOFU/Neuer Ordner/Gelenkmobilisation in der Ergotherapie_Zusammenfassung.pdf, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / MOFU/Neuer Ordner/Endgefuehle_Mobilisation_Zusammenfassung.pdf, 21.07.2026

Kinematik und Kinetik
Fragen und Antworten
Charakterisieren Sie „Kinematik als Bewegungsbeschreibung“ (3 Punkte)
  • Kinematik beschreibt Bewegung ohne ihre verursachenden Kräfte: Weg, Richtung, Geschwindigkeit, Beschleunigung und Gelenkwinkel
  • Der Begriff geht auf griechisch kínēma, „Bewegung“, zurück
  • Verwandt sind Kinese, Dyskinesie und Kinesiologie
Charakterisieren Sie „Kinetik als Kräftebetrachtung“ (4 Punkte)
  • Kinetik untersucht Kräfte und Momente, die Bewegung erzeugen oder verändern
  • Dazu gehören Muskelzug, Schwerkraft, Reibung und äußerer Widerstand
  • Griechisch kínēsis bedeutet „Bewegung“
  • Derselbe Stamm erscheint in Hypokinese und Hyperkinesie
Charakterisieren Sie „Translation und Rotation“ (2 Punkte)
  • Translation verschiebt einen Körperabschnitt ohne reine Drehung, Rotation dreht ihn um eine Achse
  • Gelenkbewegungen verbinden meist beide Komponenten, weil Rollen und Gleiten der Gelenkflächen gekoppelt sind
Charakterisieren Sie „Drehmoment am Gelenk“ (3 Punkte)
  • Ein Drehmoment entsteht aus Kraft mal senkrechtem Hebelarm
  • Derselbe Gegenstand belastet ein Gelenk stärker, wenn er weiter vom Körper entfernt gehalten wird
  • Therapeutisch lassen sich Anforderungen deshalb durch Gewicht und Abstand getrennt dosieren
Charakterisieren Sie „Kinematik und Kinetik in Alltagshandlungen“ (3 Punkte)
  • Beim Anheben eines Topfes beschreibt Kinematik den Bewegungsweg
  • Kinetik erklärt die nötigen Kräfte und Hebel
  • Die ergotherapeutische Analyse verbindet beide Ebenen mit Griff, Haltung, Sicherheit und dem Ziel der Handlung
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 118–121, 21.07.2026

GREMMATIK 1.7.92 / konsolidierter BAP- und Physiologiekernbestand, 21.07.2026

Handfunktion und Greifformen
Fragen und Antworten
Charakterisieren Sie „Greifen ist mehr als Kraft“ (3 Punkte)
  • Handleistung verbindet Beweglichkeit, Sensibilität, Kraft, Koordination, Geschwindigkeit, Objektkenntnis und Anpassung der Griffkraft
  • Ein Griff wird danach beurteilt, ob er zur Form, Größe, Oberfläche, Last und Aufgabe passt
  • Die dominante und nicht dominante Hand übernehmen häufig unterschiedliche Rollen
Definieren Sie den Begriff „Präzisionsgriffe“ (5 Punkte)
  • Beim Zweipunkt- oder Spitzgriff treffen Daumen und ein Finger aufeinander
  • Der Dreipunktgriff nutzt Daumen, Zeige- und Mittelfinger und ist etwa beim Schreiben oder Aufnehmen kleiner Gegenstände bedeutsam
  • Der Pinzettengriff beschreibt eine sehr feine Annäherung der Fingerspitzen
  • Der seitliche Schlüsselgriff klemmt einen Gegenstand zwischen Daumen und radialer Zeigefingerseite
  • Interdigitalgriffe halten flache Gegenstände zwischen zwei Fingern
Definieren Sie den Begriff „Kraftgriffe“ (4 Punkte)
  • Beim Zylindergriff umschließen Finger und Daumen einen länglichen Gegenstand, beispielsweise einen Flaschenhals
  • Der Kugel- oder Sphärengriff passt sich einem rundlichen Objekt an
  • Der Hakengriff trägt Last überwiegend über die gebeugten Finger, während der Daumen weniger beteiligt ist
  • Der Faustschluss ist eine kombinierte Form mit hoher Kraftentwicklung
Erklären Sie den fachlichen Kern von „Hantieren und Manipulieren“ (3 Punkte)
  • Hantieren bezeichnet das zielgerichtete Nutzen und Umsetzen von Gegenständen
  • Intrinsische Manipulation bedeutet, einen Gegenstand innerhalb einer Hand zu verschieben, zu drehen oder von den Fingern in die Handfläche und zurück zu bewegen
  • Solche Leistungen sind etwa bei Münzen, Knöpfen, Stiften oder Schlüsseln erforderlich
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Befundung“ (3 Punkte)
  • Geprüft werden Auswahl des Griffes, Öffnungsweite, Daumenopposition, Fingerabstimmung, Kraftdosierung, Halten, Lösen, Geschwindigkeit und Ermüdung
  • Standardisierte Verfahren können Steck-, Block-, Geschwindigkeits- oder Kraftaufgaben nutzen
  • Ergänzend wird eine reale Tätigkeit beobachtet, weil ein isolierter Test den Alltag nur teilweise abbildet
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Statische und dynamische Greifformen“ (3 Punkte)
  • Finger-, Handflächen- und symmetrische Griffe werden nach Objekt, Kraft und Präzision unterschieden
  • Dynamische Griffe erlauben Manipulation innerhalb der Hand
  • Die funktionale Griffwahl ist wichtiger als eine isolierte Klassifikation
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 118–121, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / MOFU/008.pdf, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / MOFU/Neuer Ordner/Greifformen in der Ergotherapie.pdf, 21.07.2026

Passive, assistive und aktive Gelenkbewegung
Fragen und Antworten
Charakterisieren Sie „Passive Bewegung“ (3 Punkte)
  • Bei passiver Bewegung führt die Therapeutin das Segment, während die Person möglichst nicht aktiv mitarbeitet
  • Ziel können Beweglichkeit, Wahrnehmung oder Vorbereitung sein
  • Gewebeheilung, Schmerz und Endgefühl bestimmen die Grenze
Charakterisieren Sie „Assistive Bewegung“ (2 Punkte)
  • Assistiv bedeutet, dass die Person aktiv beginnt und nur so viel Unterstützung erhält wie nötig
  • Hilfe kann manuell, durch Schwerkraftreduktion, Gerät oder Gegenseite erfolgen
Charakterisieren Sie „Aktive Bewegung“ (2 Punkte)
  • Aktive Bewegung wird durch eigene Muskelkraft ausgeführt
  • Sie verbindet Gelenkbewegung mit motorischer Kontrolle und lässt sich unmittelbar in eine funktionelle Aufgabe einbauen
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Auswahl der Bewegungsform“ (2 Punkte)
  • Die Wahl richtet sich nach Heilungsphase, Kraft, Schmerz, Bewegungskontrolle, Verständnis und Zielhandlung
  • Progression erfolgt nicht mechanisch von passiv zu aktiv, sondern nach Befund und Reaktion
Charakterisieren Sie „Transfer in Betätigung“ (2 Punkte)
  • Gewonnene Bewegung wird in Greifen, Anziehen, Körperpflege oder Haushaltsaufgaben erprobt
  • Ohne aktive Nutzung bleibt ein passiv erreichter Bewegungsgewinn häufig funktionell unbedeutend
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 118–121, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / MOFU/Neuer Ordner/Gelenkmobilisation in der Ergotherapie_Zusammenfassung.pdf, 21.07.2026

Körperschwerpunkt, Unterstützungsfläche und Gleichgewicht
Fragen und Antworten
Charakterisieren Sie „Körperschwerpunkt und Unterstützungsfläche“ (2 Punkte)
  • Stabilität steigt, wenn der Körperschwerpunkt tief liegt und seine Projektion innerhalb einer ausreichend großen Unterstützungsfläche bleibt
  • Bewegung verlangt jedoch kontrollierte Instabilität, weil der Schwerpunkt gezielt verlagert werden muss
Charakterisieren Sie „Statische und dynamische Balance“ (2 Punkte)
  • Statische Balance hält eine Position, dynamische Balance kontrolliert Schwerpunktverlagerungen während Bewegung
  • Alltagsaufgaben wie Aufstehen, Greifen oder Tragen verbinden beide Formen fortlaufend
Charakterisieren Sie „Antizipatorische Haltungsanpassung“ (2 Punkte)
  • Vor einer Armbewegung aktiviert das Nervensystem häufig Rumpf- und Beinmuskulatur vorausschauend
  • Fehlt diese Vorbereitung, entstehen Verzögerung, übermäßige Fixation oder Ausweichbewegungen
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Unterstützungsfläche als Dosierungsfaktor“ (2 Punkte)
  • Breiter Stand, Armauflage oder hoher Sitz erleichtern Stabilität
  • Eine kleinere Unterstützungsfläche, zusätzliche Reichweite oder instabiler Untergrund erhöhen die Anforderung und werden nur bei ausreichender Sicherheit eingesetzt
Leiten Sie aus „Ergotherapeutischer Alltagsbezug“ Konsequenzen für die ergotherapeutische Praxis ab (2 Punkte)
  • Gleichgewicht wird nicht nur isoliert geprüft
  • Relevant ist, ob die Person beim Anziehen, Kochen, Öffnen einer Tür oder Tragen eines Gegenstands den Schwerpunkt sicher verlagern kann
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 118–121, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / MOFU/Neuer Ordner/Arbeitsblatt_Inspektion.pdf, 21.07.2026

Bewegungsanalyse der oberen Extremität
Fragen und Antworten
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Ausgangspunkt: das Handlungsziel“ (3 Punkte)
  • Eine Bewegungsanalyse beginnt mit der Frage, was erreicht werden soll
  • Der gleiche Armweg kann je nach Aufgabe angemessen oder unökonomisch sein
  • Eine Tasse vom Tisch anheben, Haare waschen und einen schweren Karton tragen stellen unterschiedliche Anforderungen an Reichweite, Stabilität, Griffkraft, Geschwindigkeit und Ausdauer
Beschreiben Sie Ablauf und fachliche Bedeutung von „Beobachtungsschritte“ (4 Punkte)
  • Zuerst werden Ausgangsstellung und Umweltbedingungen beschrieben
  • Danach folgen Bewegungsbeginn, Richtung, Bahn, Geschwindigkeit, Rhythmus und Genauigkeit
  • Anschließend werden Rumpf, Schultergürtel, Glenohumeralgelenk, Ellenbogen, Unterarm, Handgelenk, Finger und Daumen betrachtet
  • Bei Greifhandlungen kommen Handvorformung, Kontakt, Kraftdosierung, Manipulation und Loslassen hinzu
Charakterisieren Sie „Zyklische und azyklische Bewegungen“ (4 Punkte)
  • Zyklische Bewegungen wiederholen eine Grundstruktur, etwa Kurbeln oder längeres Wischen
  • Analysiert werden Rhythmus, Symmetrie, Ermüdung und gleichbleibende Qualität
  • Azyklische Bewegungen besitzen einen klaren Beginn und ein Ziel, etwa einen Gegenstand greifen und abstellen
  • Hier sind Vorplanung, Beschleunigung, Abbremsung und Zielgenauigkeit besonders relevant
Charakterisieren Sie „Kompensation und Pathologie“ (4 Punkte)
  • Rumpfseitneigung, Schulterhebung oder ein veränderter Griff können eine fehlende Funktion ausgleichen
  • Eine Kompensation ist nicht automatisch falsch
  • Sie wird danach beurteilt, ob sie sicher, schmerzarm, effizient und langfristig verträglich ist
  • Pathologische Muster werden nicht nur benannt, sondern in ihrer Ursache und Wirkung geprüft
Beschreiben Sie die Dokumentation bei „Bewegungsanalyse der oberen Extremität“ (3 Punkte)
  • Eine nachvollziehbare Beschreibung enthält Aufgabe, Hilfsmittel, Ausgangsstellung, beobachtete Abweichung, mögliche Einflussfaktoren und funktionelle Folge
  • Video kann bei schnellen Abläufen hilfreich sein, setzt aber Einwilligung und datenschutzgerechte Speicherung voraus
  • Die Analyse führt zu einer Hypothese, die durch weitere Tests geprüft wird
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 118–121, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / MOFU/004.pdf, 21.07.2026

GREMMATIK 1.7.92 / konsolidierter BAP- und Physiologiekernbestand, 21.07.2026

Traktion, Gleiten und Kompression
Fragen und Antworten
Definieren Sie den Begriff „Traktion“ (2 Punkte)
  • Traktion entfernt Gelenkflächen geringfügig voneinander und kann Druck reduzieren oder Gelenkspiel prüfen
  • Richtung, Stufe und Dauer richten sich nach Gelenk, Befund und Ziel
Charakterisieren Sie „Translatorisches Gleiten“ (2 Punkte)
  • Gleiten verschiebt eine Gelenkfläche parallel zur Partnerfläche
  • Es wird zur Verbesserung einer eingeschränkten Bewegungsrichtung genutzt, nachdem Kontraindikationen und mechanische Hypothese geprüft sind
Definieren Sie den Begriff „Kompression“ (2 Punkte)
  • Kompression nähert Gelenkflächen an und kann Stabilität oder Propriozeption fördern
  • Bei entzündlichen, frischen oder druckempfindlichen Zuständen kann sie ungeeignet sein
Erläutern Sie die Dosierung bei „Traktion, Gleiten und Kompression“ (3 Punkte)
  • Mobilisation beginnt mit geringer Kraft und kurzer Dauer
  • Schmerz, Schutzspannung, Endgefühl und Nachreaktion entscheiden über Steigerung
  • Mehr Kraft ist nicht automatisch wirksamer
Charakterisieren Sie „Aktive Sicherung“ (2 Punkte)
  • Nach passiver Mobilisation wird der gewonnene Bereich aktiv kontrolliert und in eine Aufgabe übertragen
  • Sonst kann Beweglichkeit kurzfristig bleiben oder ohne ausreichende Stabilität unsicher sein
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 118–121, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / MOFU/Neuer Ordner/Gelenkmobilisation in der Ergotherapie_Zusammenfassung.pdf, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / MOFU/Neuer Ordner/Endgefuehle_Mobilisation_Zusammenfassung.pdf, 21.07.2026

Arthrokinematik und Gelenkspiel
Fragen und Antworten
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Osteokinematik und Arthrokinematik“ (2 Punkte)
  • Osteokinematik beschreibt sichtbare Knochenbewegungen wie Flexion oder Abduktion
  • Arthrokinematik beschreibt das mikroskopisch kleinere Rollen, Gleiten und Drehen der Gelenkflächen, das die sichtbare Bewegung ermöglicht
Charakterisieren Sie „Rollen und Gleiten“ (3 Punkte)
  • Beim Rollen berühren nacheinander neue Punkte beider Gelenkflächen einander
  • Beim Gleiten bewegt sich ein Punkt über mehrere Gegenpunkte
  • In vielen Gelenken sind beide Komponenten gekoppelt, damit Kontakt und Zentrierung erhalten bleiben
Definieren Sie den Begriff „Konkav-konvex-Regel“ (3 Punkte)
  • Bei bewegter konkaver Gelenkfläche verlaufen Rollen und Gleiten meist gleichgerichtet
  • Bei bewegter konvexer Fläche häufig entgegengesetzt
  • Die Regel ist eine Orientierung und ersetzt keine genaue Kenntnis des jeweiligen Gelenks
Erklären Sie den fachlichen Kern von „Gelenkspiel“ (2 Punkte)
  • Gelenkspiel umfasst kleine passive translatorische Bewegungen, die aktiv nicht isoliert ausgeführt werden
  • Vermindertes oder übermäßiges Spiel wird mit Symptomatik, Stabilität und Funktion zusammen bewertet
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Arthrokinematik in der Therapieplanung“ (2 Punkte)
  • Eine Einschränkung sichtbarer Bewegung kann aus Kapsel, Muskel, Schmerz oder verändertem Gelenkgleiten entstehen
  • Mobilisation wird erst nach Befund, Kontraindikationsprüfung und Bezug zu einer konkreten Betätigung gewählt
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 118–121, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / MOFU/Neuer Ordner/Gelenkmobilisation in der Ergotherapie_Zusammenfassung.pdf, 21.07.2026

Narbenbefund und Narbenklassifikation
Fragen und Antworten
Erklären Sie Funktion und fachlichen Zweck von „Zweck des systematischen Narbenbefunds“ (4 Punkte)
  • Narben können Beweglichkeit, Sensibilität, Kraftübertragung, Gleitfähigkeit und Körperbild beeinflussen
  • Nicht jede Narbe benötigt Behandlung
  • Eine physiologische Narbe ist meist flach, ausreichend beweglich und funktionell wenig störend
  • Intervention wird aus Beschwerden, Funktionsverlust, Heilungsphase und Ziel der Person abgeleitet
Ordnen Sie „Klassifikation“ fachlich ein (5 Punkte)
  • Hypertrophe Narben sind erhaben und bleiben im ursprünglichen Wundgebiet
  • Keloide wachsen über die ursprünglichen Wundgrenzen hinaus und können jucken, brennen oder schmerzen
  • Sklerotische Narben sind hart, wenig elastisch und können schrumpfen oder mit tieferen Strukturen verkleben
  • Atrophe Narben liegen eingesunken und enthalten wenig tragfähiges Gewebe
  • Übergänge sind möglich
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Wichtige Befunddaten“ (3 Punkte)
  • Dokumentiert werden Narbenalter, Heilungsphase, Ursache, primäre oder sekundäre Heilung, Lokalisation, Länge, Breite, Höhe, Farbe, Temperatur, Feuchtigkeit, Oberflächenbeschaffenheit, Verschieblichkeit längs und quer, Abhebbarkeit, Adhäsion, Schmerz, Juckreiz und Sensibilität
  • Hinzu kommen Gelenkbeweglichkeit, Kraft, Alltagsfunktion und psychosoziale Belastung
  • Ein Körper- oder Handschema erleichtert die Verlaufskontrolle
Beurteilen Sie die zentralen Grenzen und Risiken bei „Risikofaktoren und Warnzeichen“ (2 Punkte)
  • Hypertrophe Narben und Keloide werden unter anderem durch genetische Disposition, junges Alter, stärker pigmentierte Haut, hohe Spannung und bestimmte Körperregionen begünstigt
  • Zunehmende Rötung, Überwärmung, Sekretion, Wundöffnung, rasch zunehmender Schmerz oder Fieber sind keine normalen Therapiesignale und benötigen medizinische Abklärung
Charakterisieren Sie „Standardisierte Skalen“ (3 Punkte)
  • Vancouver Scar Scale, Patient and Observer Scar Assessment Scale, Manchester Scar Scale und weitere Instrumente strukturieren Teilaspekte des Befundes
  • Sie ersetzen nicht die Betätigungsanalyse
  • Ein äußerlich auffälliger Befund kann funktionell wenig relevant sein, während eine kleine adhärente Narbe über einem Gelenk eine bedeutsame Einschränkung verursacht
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 118–121, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / MOFU/009.pdf, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / MOFU/Neuer Ordner/20260122_Artikel zur Narbenbehandlung_E56_E57.pdf, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / MOFU/Neuer Ordner/20260122_Artikel zur Narbenbehandlung_E56_E57.pdf, 21.07.2026

Endgefühle und Mobilisationsgrenzen
Fragen und Antworten
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Hartes Endgefühl“ (2 Punkte)
  • Ein hartes, abruptes Endgefühl entsteht physiologisch bei knöchernem Kontakt, etwa in der Ellenbogenextension
  • Tritt es unerwartet früh oder in einer anderen Richtung auf, wird eine ossäre Begrenzung erwogen
Charakterisieren Sie „Weiches Endgefühl“ (2 Punkte)
  • Ein weiches Endgefühl entsteht durch Weichteilannäherung, beispielsweise bei starker Knieflexion
  • Schwellung kann ein vorzeitiges weiches Endgefühl erzeugen
Charakterisieren Sie „Fest-elastisches Endgefühl“ (2 Punkte)
  • Ein fest-elastischer Widerstand passt zu Kapsel, Band oder gedehntem Muskel
  • Muster, Symmetrie, Schmerz und Gelenkstellung helfen, die Hypothese zu präzisieren
Charakterisieren Sie „Leeres Endgefühl“ (2 Punkte)
  • Beim leeren Endgefühl stoppt Schmerz die Bewegung, bevor eine mechanische Barriere tastbar ist
  • Es wird nicht durch stärkeren Druck überwunden, sondern hinsichtlich Ursache und Sicherheit abgeklärt
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Endgefühl als Teilbefund“ (2 Punkte)
  • Endgefühl allein stellt keine Diagnose
  • Es wird mit aktiver und passiver Beweglichkeit, Schmerz, Gelenkspiel, Palpation und Funktion kombiniert
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 118–121, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / MOFU/Neuer Ordner/Gelenkmobilisation in der Ergotherapie_Zusammenfassung.pdf, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / MOFU/Neuer Ordner/Endgefuehle_Mobilisation_Zusammenfassung.pdf, 21.07.2026

Agonisten, Antagonisten, Synergisten und Stabilisatoren
Fragen und Antworten
Charakterisieren Sie „Agonist und Antagonist“ (3 Punkte)
  • Ein Agonist trägt primär zur beabsichtigten Bewegung bei
  • Ein Antagonist erzeugt die Gegenrichtung oder bremst kontrolliert
  • Rollen wechseln je nach Aufgabe und Bewegungsphase
Definieren Sie den Begriff „Synergisten“ (2 Punkte)
  • Synergisten unterstützen die Hauptbewegung, neutralisieren unerwünschte Teilbewegungen oder sichern Gelenkstellungen
  • Schwäche eines Synergisten kann zu Ausweichbewegung führen, obwohl der Hauptmuskel aktiv ist
Definieren Sie den Begriff „Stabilisatoren“ (2 Punkte)
  • Stabilisatoren schaffen eine belastbare Ausgangslage, damit distale Bewegung gezielt erfolgen kann
  • Beim Schreiben stabilisieren unter anderem Rumpf, Schultergürtel und Handgelenk, während Finger fein dosieren
Definieren Sie den Begriff „Ko-Kontraktion“ (2 Punkte)
  • Ko-Kontraktion bedeutet gleichzeitige Aktivität funktioneller Gegenspieler
  • Sie kann ein Gelenk stabilisieren, erhöht aber bei übermäßiger Ausprägung Steifigkeit, Energiebedarf und Bewegungsarmut
Charakterisieren Sie „Rollenwechsel im Alltag“ (2 Punkte)
  • Beim Abstellen einer Tasse arbeiten dieselben Muskelgruppen anders als beim Anheben: Konzentrische Bewegung wird von exzentrischer Bremsarbeit abgelöst
  • Funktionsanalyse betrachtet daher ganze Phasen statt nur einzelne Muskeln
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 118–121, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / MOFU/Neuer Ordner/20251203_Überblick Muskelarbeit.pdf, 21.07.2026

GREMMATIK 1.7.92 / konsolidierter BAP- und Physiologiekernbestand, 21.07.2026

Ganganalyse und Gangphasen
Fragen und Antworten
Beschreiben Sie Ablauf und fachliche Bedeutung von „Gangzyklus“ (4 Punkte)
  • Ein Gangzyklus beginnt mit dem Bodenkontakt eines Fußes und endet mit dessen nächstem Bodenkontakt
  • Er gliedert sich in Stand- und Schwungphase
  • Doppelte Unterstützungsphasen wechseln mit einbeiniger Belastung
  • Geschwindigkeit verändert ihre Dauer
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Standphase“ (4 Punkte)
  • Initial Contact und Loading Response übernehmen Last und dämpfen
  • Mid Stance führt den Körper über den Standfuß
  • Terminal Stance und Pre Swing bereiten Abstoß und Beinvorführung vor
  • Fuß, Knie, Hüfte, Becken, Rumpf und Arme wirken als Kette
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Schwungphase“ (2 Punkte)
  • Initial, Mid und Terminal Swing sorgen für Bodenfreiheit, Vorführung und Vorbereitung des nächsten Kontakts
  • Verkürzte Schrittlänge, Zirkumduktion oder übermäßige Hüfthebung können aus Kraft, Beweglichkeit, Schmerz, Sensibilität oder Sicherheit entstehen
Leiten Sie aus „Ergotherapeutische Beobachtung“ Konsequenzen für die ergotherapeutische Praxis ab (3 Punkte)
  • Ganganalyse wird mit Alltag verbunden: Strecke, Untergrund, Schuhe, Tragen, Türen, Aufmerksamkeit und Ermüdung
  • Video benötigt Einwilligung
  • Auffällige Muster werden beschrieben, nicht allein aus einer Phase diagnostiziert
Leiten Sie für „Ganganalyse und Gangphasen“ einen ergotherapeutischen Prüfpunkt ab (1 Punkt)
  • Welche Gangphase begrenzt die reale Mobilitätsaufgabe, und liegt die Hauptursache in Kraft, Beweglichkeit, Schmerz, Sensibilität, Gleichgewicht oder Umwelt?
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 118–121, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / MOFU/Neuer Ordner/Gangphasen.pdf, 21.07.2026

Kontraindikationen und Sicherheitsprüfung der Mobilisation
Fragen und Antworten
Beurteilen Sie die zentralen Grenzen und Risiken bei „Absolute Sicherheitsgrenzen“ (2 Punkte)
  • Instabile Fraktur, frische Luxation, ungeklärte starke neurologische oder vaskuläre Zeichen sowie bestimmte postoperative Verbote schließen Mobilisation aus
  • Ärztliche Vorgaben und Gewebeheilung haben Vorrang
Charakterisieren Sie „Relative Kontraindikationen“ (2 Punkte)
  • Akute Entzündung, Osteoporose, Hypermobilität, starke Schmerzen oder Gerinnungsprobleme verlangen angepasste Technik oder Verzicht
  • Entscheidung und Rücksprache werden dokumentiert
Definieren Sie den Begriff „Vorprüfung“ (2 Punkte)
  • Vor Mobilisation werden Anamnese, Schmerz, Schwellung, Haut, Durchblutung, Sensibilität, Stabilität und aktuelle medizinische Vorgaben geprüft
  • Ein früherer Befund gilt nicht automatisch für die heutige Sitzung
Definieren Sie den Begriff „Nachreaktion“ (1 Punkt)
  • Zunehmender Schmerz, Schwellung, Taubheit, Verfärbung oder deutlicher Funktionsverlust nach Behandlung verlangen Abbruch, Neubewertung und gegebenenfalls medizinische Abklärung
Beurteilen Sie die zentralen Grenzen und Risiken bei „Professionelle Grenze“ bei „Kontraindikationen“ (2 Punkte)
  • Gelenkmobilisation wird nur im Rahmen der Ausbildung, Zuständigkeit und sicheren Beherrschung durchgeführt
  • Ein schriftlicher Überblick ersetzt keine praktische Anleitung und Supervision
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 118–121, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / MOFU/Neuer Ordner/Gelenkmobilisation in der Ergotherapie_Zusammenfassung.pdf, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / MOFU/Neuer Ordner/Endgefuehle_Mobilisation_Zusammenfassung.pdf, 21.07.2026

Schmerz, Schutzverhalten und Bewegungsorganisation
Fragen und Antworten
Ordnen Sie „Schmerz als Wahrnehmungs- und Schutzsystem“ fachlich ein (3 Punkte)
  • Schmerz ist eine unangenehme sensorische und emotionale Erfahrung und nicht mit Gewebeschaden gleichzusetzen
  • Akuter Schmerz kann Schutz fördern
  • Anhaltender Schmerz wird zusätzlich durch Lernen, Aufmerksamkeit, Erwartungen und Kontext beeinflusst
Charakterisieren Sie „Schutzspannung und Schonhaltung“ (3 Punkte)
  • Schmerz kann Muskeltonus erhöhen, Bewegung verkürzen und Last auf andere Strukturen verlagern
  • Kurzfristig ist das oft sinnvoll
  • Dauerhaft können Kraftverlust, Steifigkeit und weitere Belastungsprobleme entstehen
Definieren Sie den Begriff „Angst-Vermeidungs-Kreislauf“ (3 Punkte)
  • Befürchtete Schädigung kann Aktivität reduzieren
  • Weniger Bewegung senkt Belastbarkeit und bestätigt scheinbar die Gefahr
  • Therapeutisch werden Sicherheit, nachvollziehbare Dosierung und schrittweise Alltagserprobung verbunden
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Schmerzbeobachtung“ (2 Punkte)
  • Beobachtet werden Auslöser, Qualität, Intensität, Dauer, Verhalten, Erholung und Auswirkungen auf Betätigung
  • Ein Zahlenwert allein erklärt weder Ursache noch funktionelle Bedeutung
Charakterisieren Sie „Warnzeichen bei Schmerz“ (1 Punkt)
  • Neurologische Ausfälle, deutliche Kreislaufzeichen, Verdacht auf Fraktur, Infektion oder Gefäßproblem sowie unerklärliche starke Verschlechterung verlangen medizinische Abklärung statt bloßer Trainingssteigerung
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 118–121, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / MOFU/Neuer Ordner/Arbeitsblatt_Inspektion.pdf, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / MOFU/Neuer Ordner/Arbeitsblatt_Palpation.pdf, 21.07.2026

Schmerzanamnese und klinische Befragung
Fragen und Antworten
Definieren Sie den Begriff „Schmerzbeschreibung“ (2 Punkte)
  • Erfragt werden Ort, Qualität, Intensität, Beginn, Dauer, Tagesverlauf und Ausstrahlung
  • Begriffe der Person werden übernommen, statt die Beschreibung vorschnell in eine Diagnose umzudeuten
Charakterisieren Sie „Provokation und Linderung“ (2 Punkte)
  • Relevante Fragen betreffen Bewegungen, Positionen, Belastungsdauer, Erholung, Wärme, Kälte und Medikamente
  • Entscheidend ist, welche Alltagssituationen Beschwerden auslösen oder reduzieren
Beschreiben Sie Ablauf und fachliche Bedeutung von „24-Stunden-Verlauf“ (2 Punkte)
  • Morgensteifigkeit, nächtlicher Schmerz, Belastungsnachwirkung und Erholung liefern Hinweise auf Reizbarkeit und Dosierung
  • Sie ersetzen keine medizinische Differenzialdiagnostik
Charakterisieren Sie „Schmerz und Betätigung“ (2 Punkte)
  • Befund klärt, welche Aufgaben vermieden, verändert oder nur mit Hilfe ausgeführt werden
  • Ziel ist nicht nur Schmerzreduktion, sondern sichere und bedeutsame Handlungsfähigkeit
Beurteilen Sie die zentralen Grenzen und Risiken bei „Dokumentationsgrenze“ (2 Punkte)
  • Aussagen werden als subjektive Angaben gekennzeichnet, Beobachtungen getrennt dokumentiert
  • Vermutete Ursachen werden als Hypothesen formuliert und bei Warnzeichen weitergeleitet
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 118–121, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / MOFU/Neuer Ordner/Arbeitsblatt_Inspektion.pdf, 21.07.2026

Behandlungskonzept bei Schultersteife
Fragen und Antworten
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Befund bei Schultersteife“ (2 Punkte)
  • Erfasst werden aktives und passives Ausmaß, Schmerzverlauf, Endgefühl, Skapulabewegung, Kraft und relevante Tätigkeiten
  • Eine Schultersteife ist nicht allein aus einer eingeschränkten Armhebung abzuleiten
Erklären Sie Funktion und fachlichen Zweck von „Kapsuläre und funktionelle Begrenzung“ (2 Punkte)
  • Ein kapsuläres Muster, schmerzhafte Schutzspannung und Bewegungsangst können zusammenwirken
  • Behandlung richtet sich nach Reizbarkeit und Phase, nicht nach maximal erreichbarer Dehnung
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Alltagsziele“ (2 Punkte)
  • Ziele betreffen etwa Haare, Oberkörperkleidung, Körperpflege oder Schrankzugriff
  • Reichhöhe und Gegenstandsgewicht werden so angepasst, dass aktive Nutzung möglich bleibt
Definieren Sie den Begriff „Behandlungskombination“ (2 Punkte)
  • Mögliche Bestandteile sind Aufklärung, schmerzangepasste Bewegung, Mobilisation, aktive Kontrolle, Aufgabenanpassung und häusliche Übung
  • Die konkrete Auswahl folgt medizinischer Diagnose und Befund
Charakterisieren Sie „Verlaufskontrolle“ (2 Punkte)
  • Bewegungsmaß, Schmerz und Zielhandlung werden unter vergleichbaren Bedingungen wiederholt geprüft
  • Kurzfristig mehr Beweglichkeit bei dauerhaft stärkerem Schmerz ist kein günstiger Verlauf
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 118–121, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / MOFU/Neuer Ordner/Gelenkmobilisation in der Ergotherapie_Zusammenfassung.pdf, 21.07.2026

Belastung, Ermüdung und Regeneration
Fragen und Antworten
Erklären Sie Wirkzusammenhänge bei „Belastung und Beanspruchung“ (2 Punkte)
  • Belastung bezeichnet die äußere Anforderung, Beanspruchung die individuelle Reaktion darauf
  • Derselbe Gegenstand kann je nach Kraft, Schmerz, Technik, Tagesform und Bedeutung sehr unterschiedlich beanspruchen
Erklären Sie den fachlichen Kern von „Lokale und allgemeine Ermüdung“ (3 Punkte)
  • Lokale Ermüdung betrifft vor allem beanspruchte Muskeln
  • Allgemeine Ermüdung umfasst Aufmerksamkeit, Kreislauf und Gesamtleistungsfähigkeit
  • Beide verändern Bewegungsqualität und Sicherheit
Definieren Sie den Begriff „Erholungszeichen“ (2 Punkte)
  • Nach angemessener Belastung normalisieren sich Atmung, Schmerz, Tonus und Bewegungsqualität in erwartbarer Zeit
  • Anhaltende deutliche Verschlechterung, Schwellung oder Funktionsverlust spricht für zu hohe Dosierung oder ein neues Problem
Erklären Sie Wirkzusammenhänge bei „Belastungsparameter“ (2 Punkte)
  • Dosierung wird über Widerstand, Hebel, Wiederholungen, Dauer, Tempo, Pausen, Bewegungsumfang und Aufgabenkomplexität gesteuert
  • Nur einen Parameter gleichzeitig zu verändern erleichtert die Bewertung
Charakterisieren Sie „Regeneration im Alltag“ (2 Punkte)
  • Therapieplanung berücksichtigt Schlaf, Arbeit, Medikamente, weitere Therapien und häusliche Pflichten
  • Ein wirksames Programm muss in den gesamten Belastungsverlauf passen, nicht nur in die Therapiesitzung
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 118–121, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / MOFU/Neuer Ordner/20251203_Überblick Muskelarbeit.pdf, 21.07.2026

Haltungsanalyse und Körperachsen
Fragen und Antworten
Charakterisieren Sie „Haltungsanalyse im Stand“ (2 Punkte)
  • Beurteilt werden Fußstellung, Knieachsen, Becken, Wirbelsäule, Schultergürtel, Kopf und Gewichtsverteilung
  • Eine Abweichung erhält erst durch Beschwerden, Beweglichkeit und Funktion therapeutische Bedeutung
Charakterisieren Sie „Becken und Wirbelsäule“ (2 Punkte)
  • Beckenkippung, Beckenschiefstand und Beckenrotation beeinflussen die Wirbelsäulenstellung
  • Sichtbefund wird durch Bewegung, Palpation und gegebenenfalls standardisierte Messung ergänzt
Charakterisieren Sie „Schultergürtel und Kopfhaltung“ (2 Punkte)
  • Skapulastellung, Schulterhöhe, Thoraxform und Kopfposition werden in Ruhe und Bewegung betrachtet
  • Eine vorgelagerte Kopfhaltung allein beweist keine bestimmte Muskelverkürzung
Charakterisieren Sie „Lotlinie als Orientierung“ (2 Punkte)
  • Gedachte Lotlinien helfen, Segmentstellungen systematisch zu beschreiben
  • Sie sind keine starre Norm, weil Körperbau, Alter, Gewohnheit und Aufgabe unterschiedliche stabile Lösungen erlauben
Charakterisieren Sie „Haltungswechsel“ (2 Punkte)
  • Sitzen, Stehen, Aufstehen und Greifen zeigen mehr als eine statische Aufnahme
  • Ergotherapeutisch relevant ist, ob die Person Positionen variieren, Belastung verteilen und eine Tätigkeit ausreichend lange ausführen kann
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 118–121, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / MOFU/Neuer Ordner/Arbeitsblatt_Inspektion.pdf, 21.07.2026

Behandlungskonzept bei Epicondylitis humeri
Fragen und Antworten
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Befund bei lateralen Ellenbogenschmerzen“ (2 Punkte)
  • Erfasst werden Schmerzort, Griffbelastung, Handgelenksaktivität, Arbeitsabläufe, Beweglichkeit, Kraft und neurologische Hinweise
  • Der Begriff Epicondylitis beschreibt nicht jede Ursache lateraler Ellenbogenschmerzen
Erklären Sie Wirkzusammenhänge bei „Belastungsanalyse“ (2 Punkte)
  • Relevant sind Wiederholung, Kraft, Griffweite, Handgelenkstellung, Werkzeug, Pausen und Gesamtbelastung
  • Eine einzelne Tätigkeit wird im Zusammenhang des Tagesverlaufs betrachtet
Erklären Sie Wirkzusammenhänge bei „Dosierte Muskelbelastung“ (2 Punkte)
  • Isometrische, konzentrische oder exzentrische Belastung kann je nach Befund eingesetzt werden
  • Intensität wird über Schmerzreaktion, Technik und Nachwirkung gesteuert, nicht über ein starres Universalschema
Definieren Sie den Begriff „Arbeitsplatzanpassung“ (2 Punkte)
  • Griffdurchmesser, Werkzeuggewicht, Unterarmauflage, Aufgabenwechsel und Mikropausen können Belastung verändern
  • Anpassung soll reale Produktivität ermöglichen und nicht nur Symptome kurzfristig umgehen
Unterscheiden Sie „Differenzialhinweise“ anhand fachlicher Kriterien (2 Punkte)
  • Ausstrahlung, deutliche Sensibilitätsstörung, Trauma, Schwellung oder untypischer Verlauf verlangen erweiterte medizinische Abklärung
  • Lokale Druckempfindlichkeit allein genügt nicht für eine sichere Diagnose
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 118–121, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / MOFU/Neuer Ordner/Gelenkmobilisation in der Ergotherapie_Zusammenfassung.pdf, 21.07.2026

Funktionelle Bewegungslehre und Betätigungsbezug
Fragen und Antworten
Erklären Sie „Funktionelle Bewegungslehre“ (2 Punkte)
  • Funktionelle Bewegungslehre untersucht, wie Körperabschnitte, Kräfte, Wahrnehmung und Umwelt eine zielgerichtete Handlung ermöglichen
  • Sie verbindet anatomische Einzelkenntnisse zu einem beobachtbaren Bewegungszusammenhang
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Betätigungsziel vor Einzelbewegung“ (2 Punkte)
  • Ausgangspunkt ist die bedeutsame Aufgabe, etwa Hemd schließen oder Topf tragen
  • Erst danach wird geklärt, welche Gelenke, Muskeln, Sinnesleistungen und Umweltbedingungen das Ergebnis begrenzen
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Kompensation als Strategie“ (2 Punkte)
  • Kompensation kann Selbstständigkeit ermöglichen und ist nicht automatisch pathologisch
  • Bewertet werden Sicherheit, Energieaufwand, Schmerz, Langzeitfolgen und die Frage, ob eine günstigere Strategie verfügbar ist
Definieren Sie den Begriff „Bewegungseffizienz“ (2 Punkte)
  • Effiziente Bewegung erreicht das Ziel mit angemessenem Kraftaufwand, ausreichender Genauigkeit und möglichst wenig unnötiger Mitbewegung
  • Maximale Normnähe ist nicht für jede Person das wichtigste Kriterium
Leiten Sie therapeutische Konsequenzen aus „Funktionelle Bewegungslehre und Betätigungsbezug“ ab (2 Punkte)
  • Funktionsübungen werden mit realen Gegenständen, Umgebungen und Rollen verbunden
  • Ein neu gewonnenes Bewegungsausmaß gilt erst als relevant, wenn es in der Zielhandlung verfügbar und belastbar ist
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 118–121, 21.07.2026

GREMMATIK 1.7.92 / konsolidierter BAP- und Physiologiekernbestand, 21.07.2026

Kraftmessung mit Dynamometer und Pinchmeter
Fragen und Antworten
Charakterisieren Sie „Dynamometrische Kraftmessung“ (2 Punkte)
  • Ein Dynamometer misst meist Handgriffkraft, ein Pinchmeter unterschiedliche Präzisionskräfte
  • Messwerte ergänzen Funktionsbeobachtung und zeigen nicht automatisch, wie sicher ein Gegenstand im Alltag gehandhabt wird
Charakterisieren Sie „Standardisierte Position“ (2 Punkte)
  • Sitzposition, Schulter, Ellenbogen, Unterarm, Handgelenk, Griffweite und Instruktion werden festgelegt
  • Abweichungen müssen dokumentiert werden, weil sie die Vergleichbarkeit verändern
Charakterisieren Sie „Wiederholungen und Seitenvergleich“ (2 Punkte)
  • Mehrere Versuche mit ausreichender Pause reduzieren Zufallseinflüsse
  • Seitenvergleich ist hilfreich, darf Dominanz, beidseitige Erkrankung und normale individuelle Streuung nicht übergehen
Charakterisieren Sie „Schmerz und Messabbruch“ (3 Punkte)
  • Akuter Schmerz, instabile Gewebeheilung oder deutliche Verschlechterung begrenzen Maximalkrafttests
  • Der Test wird nicht gegen Schutzreaktion erzwungen
  • Grund und Reaktion werden dokumentiert
Ordnen Sie „Kraftwert und Betätigung“ fachlich ein (2 Punkte)
  • Ein Kraftwert wird mit Öffnen, Tragen, Halten, Drehen und Feinmanipulation verbunden
  • Therapieziele richten sich an der erforderlichen Aufgabe aus, nicht an einem isolierten Normwert
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 118–121, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / MOFU/008.pdf, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / MOFU/003.pdf, 21.07.2026

Gelenkschutzprinzipien
Fragen und Antworten
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Ziel des Gelenkschutzes“ (2 Punkte)
  • Gelenkschutz reduziert vermeidbare mechanische Belastung, ohne Aktivität unnötig zu verhindern
  • Selbstständigkeit, Rollen und persönliche Prioritäten bleiben Teil der Entscheidung
Charakterisieren Sie „Große Gelenke und Lastverteilung“ (2 Punkte)
  • Lasten werden möglichst über größere und belastbarere Gelenke verteilt
  • Zwei Hände, Unterarme oder körpernahe Führung können kleine schmerzhafte Gelenke entlasten
Charakterisieren Sie „Achsengerechte Bewegung“ (2 Punkte)
  • Ungünstige seitliche Kräfte und dauerhafte Endstellungen werden reduziert
  • Werkzeuge und Grifftechniken werden so gewählt, dass Gelenke möglichst in einer belastbaren Mittelstellung arbeiten
Charakterisieren Sie „Hebel und Kraftbedarf“ (2 Punkte)
  • Körpernahes Tragen, Schieben statt Heben und geeignete Griffdurchmesser verkürzen Hebel und senken erforderliche Kraft
  • Die beste Strategie hängt von Umgebung und Aufgabe ab
Charakterisieren Sie „Pausen und Wechsel“ (2 Punkte)
  • Aufgabenwechsel, kurze Pausen und vorbereitete Arbeitsabläufe begrenzen kumulative Belastung
  • Gelenkschutz bedeutet nicht vollständige Schonung, weil fehlende Aktivität ebenfalls Funktionsverlust fördern kann
Quellen

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Ödem-, Haut- und Wundbefund
Fragen und Antworten
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Ödembefund“ (2 Punkte)
  • Erfasst werden Lokalisation, Ausdehnung, Symmetrie, Hautspannung, Eindrückbarkeit und funktionelle Folgen
  • Umfangsmessung oder Volumetrie kann den Verlauf ergänzen, wenn Bedingungen standardisiert sind
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Hautbefund“ (2 Punkte)
  • Farbe, Temperatur, Feuchtigkeit, Glanz, Integrität, Elastizität und Druckstellen werden beschrieben
  • Sensorische Einschränkungen erhöhen die Bedeutung regelmäßiger Sichtkontrolle
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Wundbeobachtung“ (2 Punkte)
  • Dokumentiert werden Lage, Größe, Tiefe, Wundgrund, Rand, Umgebung und Sekret im Rahmen der eigenen Zuständigkeit
  • Manipulation oder Belastung richtet sich nach medizinischen Vorgaben und Heilungsphase
Definieren Sie den Begriff „Infektionsverdacht“ (2 Punkte)
  • Zunehmende Rötung, Überwärmung, Schwellung, Schmerz, auffälliges Sekret oder Allgemeinsymptome verlangen zeitnahe medizinische Beurteilung
  • Therapie wird nicht einfach fortgesetzt, als handle es sich um normale Reaktion
Begründen Sie die fachliche Bedeutung von „Funktionelle Bedeutung“ (2 Punkte)
  • Ödem, Hautspannung und Wunden können Griff, Gelenkbewegung, Belastbarkeit und Hilfsmittelnutzung begrenzen
  • Befund und Maßnahme werden deshalb an einer konkreten Alltagshandlung ausgerichtet
Quellen

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FÄCHER(6).zip / MOFU/Neuer Ordner/Arbeitsblatt_Inspektion.pdf, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / MOFU/Neuer Ordner/Arbeitsblatt_Palpation.pdf, 21.07.2026

Gelenkschutztraining im rheumatischen Formenkreis
Fragen und Antworten
Charakterisieren Sie „Klientenzentrierte Auswahl“ (2 Punkte)
  • Training beginnt bei Tätigkeiten, die die Person tatsächlich verändern möchte
  • Allgemeine Regeln werden an Küche, Körperpflege, Arbeit oder Freizeit angepasst
Charakterisieren Sie „Demonstration und Erprobung“ (2 Punkte)
  • Eine Technik wird erklärt, vorgemacht, praktisch erprobt und in eigenen Worten wiedergegeben
  • Der Therapeut prüft nicht nur korrekte Ausführung, sondern Aufwand und Akzeptanz
Definieren Sie den Begriff „Hilfsmittelprüfung“ (2 Punkte)
  • Griffverdickung, Öffnungshilfe, rutschfeste Unterlage oder Schere können Belastung reduzieren
  • Das Hilfsmittel wird in der realen Aufgabe auf Handhabung, Reinigung, Kosten und Stigmatisierung geprüft
Definieren Sie den Begriff „Gewohnheitsänderung“ (2 Punkte)
  • Neue Strategien benötigen Erinnerung, Wiederholung und günstige Umweltbedingungen
  • Ein Plan mit wenigen priorisierten Veränderungen ist meist nachhaltiger als eine lange Regelliste
Charakterisieren Sie „Entzündliche Aktivität“ (2 Punkte)
  • Bei deutlicher entzündlicher Aktivität werden Belastung und Übung angepasst und medizinische Vorgaben berücksichtigt
  • Gelenkschutz ersetzt keine Behandlung der Grunderkrankung
Quellen

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Propriozeption, Stereognosie und Zwei-Punkt-Diskrimination
Fragen und Antworten
Definieren Sie den Begriff „Propriozeptionsprüfung“ (2 Punkte)
  • Gelenkstellung oder Bewegungsrichtung wird bei ausgeschalteter Sicht geprüft
  • Der Untersucher bewegt kleine, klar definierte Schritte und vergleicht Seiten sowie mehrere Wiederholungen
Definieren Sie den Begriff „Stereognosie“ (2 Punkte)
  • Stereognosie ist das Erkennen eines vertrauten Gegenstands allein durch Tasten
  • Ausreichende Primärsensibilität, Aufmerksamkeit, Gedächtnis und Sprachverständnis sind Voraussetzungen
Definieren Sie den Begriff „Zwei-Punkt-Diskrimination“ (3 Punkte)
  • Geprüft wird, ob ein oder zwei gleichzeitig gesetzte Reize unterschieden werden
  • Druck, Dauer, Richtung und Reihenfolge werden standardisiert
  • Normwerte hängen von Region und Methode ab
Charakterisieren Sie „Blind- und Mirroring-Tests“ (3 Punkte)
  • Bei Blindtests werden Berührung, Richtung oder Objekt ohne Sicht benannt
  • Beim Mirroring überträgt die Person eine wahrgenommene Stellung auf die Gegenseite
  • Beide Verfahren verbinden Sensibilität mit kognitiver Verarbeitung
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Befundinterpretation“ (2 Punkte)
  • Ein auffälliger Test wird nicht isoliert bewertet
  • Sehfähigkeit, Aufmerksamkeit, Schmerz, Sprache, Motorik und Testverständnis können das Ergebnis verändern und werden mitgeprüft
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 118–121, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / MOFU/006.pdf, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / MOFU/Neuer Ordner/Sensibilitätsprüfung Arbeitsblatt.pdf, 21.07.2026

Muskelkräftigung: Stufen und Ausgangsstellungen
Fragen und Antworten
Charakterisieren Sie „Kräftigung unter aufgehobener Schwerkraft“ (2 Punkte)
  • Lagerung oder Gleitunterlage reduziert die Wirkung der Schwerkraft
  • Dadurch kann eine schwache Muskelgruppe den vollständigen Bewegungsweg zunächst kontrolliert üben
Charakterisieren Sie „Kräftigung gegen Schwerkraft“ (2 Punkte)
  • Kann die Bewegung vollständig und ohne relevante Kompensation erfolgen, wird die Schwerkraft als Widerstand genutzt
  • Ausgangsstellung und Hebel bestimmen die tatsächliche Anforderung
Charakterisieren Sie „Kräftigung gegen äußeren Widerstand“ (2 Punkte)
  • Manueller Widerstand, Gewicht, Band oder Gegenstand wird angepasst dosiert
  • Widerstand darf Bewegungsqualität, Atmung und Gelenksicherheit nicht zerstören
Charakterisieren Sie „Assistive Übergänge“ (2 Punkte)
  • Zwischen vollständiger Hilfe und freier Bewegung liegen Teilunterstützung, kürzerer Hebel und kleinerer Bewegungsumfang
  • Progression muss nicht in großen Stufen erfolgen
Charakterisieren Sie „Betätigungsorientierte Kräftigung“ (2 Punkte)
  • Tragen, Umfüllen, Öffnen oder Werkzeuggebrauch können Kraft trainieren, wenn Zielmuskelarbeit und Dosierung erkennbar bleiben
  • Die Aufgabe darf nicht durch unkontrollierte Ausweichbewegung ersetzt werden
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 118–121, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / MOFU/003.pdf, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / MOFU/Neuer Ordner/20251203_Überblick Muskelarbeit.pdf, 21.07.2026

Fingerkuppen-Hohlhand-Abstand und Handmaße
Fragen und Antworten
Definieren Sie den Begriff „Fingerkuppen-Hohlhand-Abstand“ (2 Punkte)
  • Der Abstand beschreibt, wie weit die Fingerkuppen bei maximaler aktiver Beugung von einer definierten Hohlhandlinie entfernt bleiben
  • Bezugslinie, Finger, aktive oder passive Ausführung und Schmerzen werden dokumentiert
Charakterisieren Sie „Daumenopposition“ (2 Punkte)
  • Opposition wird über erreichbare Kontaktpunkte, Bewegungsqualität und Kompensation beurteilt
  • Skalen oder definierte Landmarken sind nur vergleichbar, wenn dieselbe Methode im Verlauf verwendet wird
Definieren Sie den Begriff „Fingerstreckdefizit“ (2 Punkte)
  • Ein Streckdefizit wird gelenkbezogen gemessen und von Sehnenverklebung, Gelenksteife, Schmerz oder motorischer Hemmung unterschieden
  • Aktiver und passiver Befund helfen bei der Hypothesenbildung
Charakterisieren Sie „Schwellung und Handmaße“ (2 Punkte)
  • Umfang oder Volumen kann zusammen mit Bewegungsmaßen den Verlauf abbilden
  • Veränderungen werden mit Tageszeit, Belastung, Kompression und Hautzustand dokumentiert
Leiten Sie aus „Alltagsbezug der Handmaße“ Konsequenzen für die ergotherapeutische Praxis ab (2 Punkte)
  • Messwerte werden mit Greiföffnung, Loslassen, Taschenzugriff, Besteck, Knöpfen oder Werkzeuggebrauch verbunden
  • Ein kleiner Messgewinn ist nur dann bedeutsam, wenn er die Aufgabe verändert
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 118–121, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / MOFU/008.pdf, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / MOFU/005.pdf, 21.07.2026

Isometrische, konzentrische und exzentrische Kräftigung
Fragen und Antworten
Charakterisieren Sie „Isometrische Kräftigung“ (2 Punkte)
  • Isometrisch steigt Spannung ohne sichtbare Gelenkbewegung
  • Sie kann Stabilisation oder Belastung in geschützter Stellung trainieren, ersetzt aber bei Bedarf nicht die Kontrolle über einen Bewegungsweg
Charakterisieren Sie „Konzentrische Kräftigung“ (2 Punkte)
  • Konzentrisch verkürzt sich der Muskel unter Spannung und überwindet Widerstand
  • Beispiele sind Anheben, Hochziehen oder Aufstehen
Charakterisieren Sie „Exzentrische Kräftigung“ (2 Punkte)
  • Exzentrisch verlängert sich der aktive Muskel kontrolliert und bremst Last oder Bewegung
  • Beispiele sind langsames Abstellen, Hinsetzen und Treppenabstieg
Charakterisieren Sie „Kombination in Alltagshandlungen“ (2 Punkte)
  • Reale Betätigungen verbinden häufig alle drei Formen
  • Eine Tasse wird konzentrisch angehoben, isometrisch gehalten und exzentrisch abgestellt
Definieren Sie den Begriff „Dosierungsentscheidung“ (2 Punkte)
  • Gewebeheilung, Schmerz, Kraftgrad, Geschwindigkeit, Bewegungsumfang und Nachreaktion bestimmen die Auswahl
  • Ein Trainingsprinzip wird nicht unabhängig von Diagnose und Zielhandlung angewendet
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 118–121, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / MOFU/Neuer Ordner/20251203_Überblick Muskelarbeit.pdf, 21.07.2026

Feinmotoriktests und Aufgabenbeobachtung
Fragen und Antworten
Charakterisieren Sie „Standardisierter Feinmotoriktest“ (2 Punkte)
  • Ein standardisierter Test nutzt festgelegtes Material, Instruktion, Zeit und Auswertung
  • Vor Anwendung werden Zielgruppe, Gütekriterien und Aussagegrenzen geprüft
Charakterisieren Sie „Allensbacher Feinmotoriktest“ (3 Punkte)
  • Der Lehrplan nennt den Allensbacher Feinmotoriktest als Beispiel
  • Er wird nach Originalanleitung durchgeführt
  • GREMMATIK ersetzt weder Testmanual noch Schulung durch eine frei erfundene Kurzfassung
Charakterisieren Sie „Zeit und Bewegungsqualität“ (2 Punkte)
  • Bearbeitungszeit allein kann kompensatorische Strategien, Schmerz oder Unsicherheit verdecken
  • Ergänzend werden Griffwechsel, Fallenlassen, beidhändige Koordination und Ermüdung beobachtet
Definieren Sie den Begriff „Übungseffekt“ (2 Punkte)
  • Wiederholte Testung kann durch Vertrautheit besser ausfallen, ohne dass die zugrunde liegende Funktion gleich stark verändert ist
  • Intervalle und Vergleichswerte werden deshalb begründet gewählt
Charakterisieren Sie „Transfer in Alltagshandlungen“ (2 Punkte)
  • Testleistung wird mit Schreiben, Verschlüssen, Münzen, Medikamenten oder Arbeitsplatzanforderungen verglichen
  • Ein Test bildet nur einen Ausschnitt der Handfunktion ab
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 118–121, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / MOFU/008.pdf, 21.07.2026

Propriozeptive neuromuskuläre Fazilitation als Lehrplanbezug
Fragen und Antworten
Definieren Sie „Begriff PNF“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • PNF bedeutet propriozeptive neuromuskuläre Fazilitation
  • Propriozeptive Reize, manuelle Kontakte, Widerstand und funktionelle Bewegungsmuster sollen motorische Aktivität erleichtern
Erklären Sie Funktion und fachlichen Zweck von „Lehrplanfunktion“ (2 Punkte)
  • Der Lehrplan nennt PNF im Zusammenhang mit Muskelkräftigung
  • GREMMATIK vermittelt den Grundgedanken, ersetzt aber keine praktische Konzeptausbildung oder standardisierte Technikschulung
Charakterisieren Sie „Diagonale Bewegungsmuster“ (2 Punkte)
  • PNF arbeitet häufig mit dreidimensionalen, diagonalen Mustern, die mehrere Gelenke und Muskelgruppen verbinden
  • Sie werden an Zielbewegung, Belastbarkeit und sichere Ausgangsstellung angepasst
Charakterisieren Sie „Widerstand und verbale Hinweise“ (2 Punkte)
  • Widerstand soll Aktivität führen, nicht Bewegung blockieren
  • Kurze verbale Aufträge und klare manuelle Kontakte unterstützen Richtung und Timing
Leiten Sie aus „Ergotherapeutischer Transfer“ Konsequenzen für die ergotherapeutische Praxis ab (2 Punkte)
  • Ein Bewegungsmuster erhält Bedeutung durch eine Handlung, etwa Jacke anziehen, Gegenstand aus einem Regal nehmen oder Werkzeug führen
  • Isolierte Muster werden in Betätigung überführt
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 118–121, 21.07.2026

GREMMATIK 1.7.92 / konsolidierter BAP- und Physiologiekernbestand, 21.07.2026

Zyklische und azyklische Bewegungsanalyse
Fragen und Antworten
Charakterisieren Sie „Zyklische Bewegung“ (2 Punkte)
  • Zyklische Bewegungen wiederholen eine Grundstruktur, etwa Gehen, Kurbeln oder längeres Wischen
  • Analysiert werden Rhythmus, Symmetrie, Phasenübergänge, Ermüdung und konstante Zielerreichung
Charakterisieren Sie „Azyklische Bewegung“ (2 Punkte)
  • Azyklische Bewegungen besitzen eine einmalige oder wechselnde Abfolge, etwa nach einem Objekt greifen oder einen Pullover anziehen
  • Planung, Sequenzierung, Anpassung und Abschluss werden getrennt betrachtet
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Phasenbildung“ (2 Punkte)
  • Eine komplexe Handlung wird in Ausgangsstellung, Vorbereitung, Hauptbewegung, Objektkontakt und Rückführung gegliedert
  • So lässt sich erkennen, in welcher Phase eine Abweichung entsteht
Definieren Sie den Begriff „Kompensation“ bei „Zyklische und azyklische Bewegungsanalyse“ (2 Punkte)
  • Kompensation wird nach Funktion bewertet: Erhöht sie Selbstständigkeit und Sicherheit, oder verursacht sie Schmerz, Energieverlust und Folgerisiken?
  • Nicht jede Abweichung muss korrigiert werden
Charakterisieren Sie „Dokumentation der Bewegungsanalyse“ (2 Punkte)
  • Die Beschreibung nennt Aufgabe, Umgebung, Körperseite, Phase, Abweichung und Konsequenz
  • Vermutete Ursachen werden als Hypothese gekennzeichnet und durch weitere Befunde geprüft
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 118–121, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / MOFU/Neuer Ordner/Arbeitsblatt_Inspektion.pdf, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / MOFU/Neuer Ordner/Gangphasen.pdf, 21.07.2026

Taktile Sensibilität trainieren
Fragen und Antworten
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Trainingsziel“ (2 Punkte)
  • Sensibilitätstraining kann Erkennen, Lokalisation, Unterscheidung oder Toleranz von Reizen fördern
  • Ziel und Ausgangsbefund bestimmen die Reizart
Definieren Sie den Begriff „Reizabstufung“ (2 Punkte)
  • Material, Druck, Fläche, Dauer, Temperatur und Bewegung werden von gut tolerierbar zu anspruchsvoller gesteigert
  • Starke unangenehme Reize sind nicht automatisch lernwirksamer
Charakterisieren Sie „Visuelle Kontrolle“ (3 Punkte)
  • Zu Beginn kann die Person Reize sehen und aktiv erkunden
  • Später wird Sicht reduziert
  • Bei fehlender Schutzsensibilität bleibt visuelle Kontrolle im Alltag eine wichtige Kompensation
Charakterisieren Sie „Objektbezogenes Training“ (2 Punkte)
  • Münzen, Stoffe, Besteck oder Werkstücke verbinden taktile Unterscheidung mit realer Handfunktion
  • Gegenstände werden sicher ausgewählt und regelmäßig kontrolliert
Begründen Sie die fachlichen Anforderungen bei „Sicherheitsberatung“ (2 Punkte)
  • Verminderte Schutzsensibilität erfordert Hautkontrolle, vorsichtige Temperaturprüfung und Druckvermeidung
  • Sensibilitätstraining ersetzt diese Kompensationsstrategien nicht sofort
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 118–121, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / MOFU/006.pdf, 21.07.2026

Befundbewertung, Zielsetzung und digitale Dokumentation
Fragen und Antworten
Beurteilen Sie den Befund bei „Befundbewertung, Zielsetzung und digitale Dokumentation“ (2 Punkte)
  • Einzelwerte werden zu einer arbeitsfähigen Hypothese verbunden: Welche Ressource oder Einschränkung beeinflusst welche Betätigung unter welchen Bedingungen?
  • Widersprüchliche Befunde bleiben sichtbar
Definieren Sie den Begriff „Priorisierung“ (2 Punkte)
  • Priorität erhalten Sicherheit, Anliegen der Person, zentrale Rollen und realistisch veränderbare Faktoren
  • Nicht jede messbare Abweichung wird automatisch zum Therapieziel
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Betätigungsbezogenes Ziel“ (2 Punkte)
  • Ein Ziel benennt konkrete Handlung, Bedingungen, Hilfen, Qualität und Zeitraum
  • Funktionswerte können Zwischenziele sein, müssen aber mit dem gewünschten Alltagsergebnis verknüpft bleiben
Charakterisieren Sie „Digitale Dokumentation“ (2 Punkte)
  • Digitale Systeme erleichtern Verlauf, Austausch und Auswertung, verlangen aber Rollenrechte, sichere Geräte, Datensparsamkeit und korrekte Zuordnung
  • Kopierte Standardtexte dürfen individuelle Befunde nicht ersetzen
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Befundbogen als Werkzeug“ (3 Punkte)
  • Ein Befundbogen strukturiert, garantiert aber keine gute Bewertung
  • Freitext, Beobachtung und Priorisierung ergänzen Pflichtfelder
  • Ungeklärte Angaben werden nicht als gesicherte Tatsache eingetragen
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 118–121, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / MOFU/Neuer Ordner/Arbeitsblatt_Inspektion.pdf, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / MOFU/005.pdf, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / MOFU/Neuer Ordner/Verwendung Goniometer_RL.pdf, 21.07.2026

Propriozeption und Gelenkstellung trainieren
Fragen und Antworten
Definieren Sie den Begriff „Gelenkstellungsreproduktion“ (2 Punkte)
  • Eine vorgegebene Gelenkstellung wird mit oder ohne Sicht nachgebildet
  • Kleine Winkel und langsame Bewegungen erhöhen die Anforderung, sofern Schmerz und Beweglichkeit dies erlauben
Definieren Sie den Begriff „Gewichtsübernahme“ (2 Punkte)
  • Dosierte Stütz- oder Tragaufgaben liefern Gelenk- und Muskelreize
  • Belastung wird über Fläche, Unterlage, Hebel, Dauer und Unterstützung angepasst
Charakterisieren Sie „Geschlossene und offene Kette“ (3 Punkte)
  • In geschlossener Kette ist das distale Segment fixiert oder belastet
  • In offener Kette bewegt es sich frei
  • Beide Formen stellen unterschiedliche Anforderungen an Stabilität und Zielkontrolle
Charakterisieren Sie „Objektgewicht einschätzen“ (2 Punkte)
  • Gegenstände unterschiedlicher Masse werden angehoben, sortiert oder verglichen
  • Sichtkontrolle und Rückmeldung werden schrittweise reduziert
Definieren Sie den Begriff „Alltagstransfer“ bei „Propriozeption und Gelenkstellung trainieren“ (2 Punkte)
  • Propriozeptive Kontrolle wird beim Eingießen, Tragen, Stützen oder Werkzeuggebrauch geprüft
  • Entscheidend ist dosierte Kraft ohne Fallenlassen, Übergreifen oder übermäßige Fixation
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 118–121, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / MOFU/006.pdf, 21.07.2026

Koordinationstraining
Fragen und Antworten
Charakterisieren Sie „Koordination als Zusammenspiel“ (2 Punkte)
  • Koordination ordnet Kraft, Bewegungsweg, Timing und Sinnesinformation zu einer zielgerichteten Handlung
  • Sie ist nicht identisch mit Muskelkraft
Definieren Sie den Begriff „Auge-Hand-Koordination“ (2 Punkte)
  • Visuelle Information steuert Reichweg, Griffvorformung und Korrektur
  • Größe, Kontrast, Entfernung und Bewegung des Ziels verändern die Schwierigkeit
Charakterisieren Sie „Bimanuelle Koordination“ (2 Punkte)
  • Beide Hände können gleichartig, abwechselnd oder mit unterschiedlichen Rollen arbeiten
  • Aufgaben wie Glas öffnen, Papier schneiden oder Schnürsenkel binden zeigen diese Abstimmung
Charakterisieren Sie „Tempo und Genauigkeit“ (2 Punkte)
  • Schnelleres Tempo erhöht oft Fehler oder Kompensation
  • Training variiert Geschwindigkeit erst, wenn Zielgenauigkeit und Sicherheit ausreichend sind
Definieren Sie den Begriff „Progression“ (2 Punkte)
  • Schwierigkeit steigt über kleinere Ziele, mehr Freiheitsgrade, wechselnde Reihenfolge, Zeitdruck oder Ablenkung
  • Nur relevante Faktoren werden verändert, damit Lernen nachvollziehbar bleibt
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 118–121, 21.07.2026

Grobmotoriktraining
Fragen und Antworten
Erklären Sie den fachlichen Kern von „Grobmotorischer Schwerpunkt“ (2 Punkte)
  • Grobmotorik umfasst großräumige Bewegungen von Rumpf und Extremitäten, Haltungswechsel, Gleichgewicht und Fortbewegung
  • Sie bildet häufig die Basis für Handfunktion
Definieren Sie den Begriff „Bewegungsübergänge“ (2 Punkte)
  • Aufstehen, Hinsetzen, Drehen und Boden- oder Betttransfers werden in Phasen analysiert
  • Höhe, Armstütz, Fußstellung und Tempo dienen als Dosierungsfaktoren
Erklären Sie Funktion und fachlichen Zweck von „Reich- und Tragaufgaben“ (2 Punkte)
  • Gegenstände werden in unterschiedlichen Höhen, Entfernungen und Gewichten bewegt
  • Rumpfkontrolle, Gleichgewicht, Atemverhalten und sichere Griffkraft werden gemeinsam beobachtet
Definieren Sie den Begriff „Umweltvariation“ (2 Punkte)
  • Stuhl, Bett, Küche oder Arbeitsplatz stellen unterschiedliche Raum- und Oberflächenanforderungen
  • Training wechselt schrittweise von geschützter Übung zu realem Umfeld
Begründen Sie die fachlichen Anforderungen bei „Teilhabebezug“ (2 Punkte)
  • Grobmotoriktraining richtet sich auf Mobilität in Rollen und Routinen, etwa Arbeitsplatz erreichen, Einkauf tragen oder Kind versorgen
  • Reine Wiederholungszahl genügt nicht als Erfolgskriterium
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 118–121, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / MOFU/Neuer Ordner/Arbeitsblatt_Inspektion.pdf, 21.07.2026

Feinmotoriktraining
Fragen und Antworten
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Feinmotorische Komponenten“ (2 Punkte)
  • Feinmotorik verbindet Daumenopposition, Fingerisolation, Handgelenkstabilität, Kraftdosierung und sensorische Rückmeldung
  • Schwierigkeiten können aus unterschiedlichen Komponenten entstehen
Definieren Sie den Begriff „Objektvariation“ (2 Punkte)
  • Größe, Form, Oberfläche, Gewicht und Widerstand von Gegenständen werden gezielt variiert
  • Sehr kleine Materialien sind nicht automatisch die beste erste Stufe
Charakterisieren Sie „Intrinsische Manipulation“ (2 Punkte)
  • Verschieben, Rollen und Drehen innerhalb einer Hand wird mit alltagsnahen Objekten geübt
  • Fallenlassen, kompensatorische Zweithandhilfe und Zeitbedarf werden beobachtet
Charakterisieren Sie „Geschwindigkeit und Ausdauer“ (2 Punkte)
  • Zunächst steht kontrollierte Genauigkeit im Vordergrund, später Tempo und längere Serien
  • Müdigkeit kann Griffqualität und Gelenkstellung deutlich verändern
Charakterisieren Sie „Bedeutsame Feinmotorik“ (2 Punkte)
  • Knöpfe, Smartphone, Münzen, Medikamente, Schreiben oder Werkzeuge liefern konkrete Ziele
  • Übungsmaterial wird aus der Zielhandlung abgeleitet, nicht nur aus verfügbarer Bastelware
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 118–121, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / MOFU/008.pdf, 21.07.2026

Greifformentraining
Fragen und Antworten
Definieren Sie den Begriff „Griffauswahl“ (2 Punkte)
  • Training beginnt mit der Frage, welche Griffart die Zielhandlung verlangt
  • Kraftgriff, Präzisionsgriff und Kombinationsgriff stellen unterschiedliche Anforderungen an Daumen, Finger und Handgelenk
Definieren Sie den Begriff „Grifföffnung“ (2 Punkte)
  • Gegenstandsdurchmesser und Form bestimmen die nötige Öffnungsweite
  • Anpassbare Griffe ermöglichen Progression, ohne das Objektgewicht gleichzeitig zu erhöhen
Definieren Sie den Begriff „Kraftdosierung“ (2 Punkte)
  • Die Person hält sicher, ohne unnötig hohe Kraft einzusetzen
  • Zerbrechliche, weiche oder unterschiedlich schwere Gegenstände machen Dosierung sichtbar
Definieren Sie den Begriff „Loslassen“ (2 Punkte)
  • Kontrolliertes Loslassen benötigt Fingerextension, sensorisches Timing und geeignete Unterarm- sowie Handgelenkstellung
  • Es wird ebenso gezielt trainiert wie das Zugreifen
Definieren Sie den Begriff „Alltagskombination“ (2 Punkte)
  • Reale Aufgaben verlangen Griffwechsel, Transport, Manipulation und beidhändige Zusammenarbeit
  • Training endet deshalb nicht beim statischen Halten eines Übungsgegenstands
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 118–121, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / MOFU/008.pdf, 21.07.2026

Belastbarkeit und Belastungssteigerung
Fragen und Antworten
Erklären Sie den fachlichen Kern von „Belastbarkeit“ (2 Punkte)
  • Belastbarkeit bezeichnet die aktuell tolerierbare Anforderung ohne unvertretbare Verschlechterung
  • Sie ist situationsabhängig und verändert sich durch Heilung, Training, Schlaf, Stress und Gesamtbelastung
Charakterisieren Sie „Graded Activity“ (2 Punkte)
  • Eine Aufgabe wird nach vorab vereinbarten Parametern stufenweise gesteigert, etwa Dauer, Gewicht oder Reichweite
  • Fortschritt richtet sich an Funktion und verträglicher Nachreaktion aus
Definieren Sie den Begriff „Pacing“ (2 Punkte)
  • Pacing verteilt Aktivität und Pausen, bevor Überlastung eintritt
  • Es soll weder dauerhafte Unterforderung noch ständiges Wechseln allein nach momentaner Symptomangst fördern
Charakterisieren Sie „Nachreaktion beobachten“ (2 Punkte)
  • Schmerz, Schwellung, Ermüdung, Schlaf und Funktion in den Stunden nach Belastung werden berücksichtigt
  • Deutliche oder länger anhaltende Verschlechterung führt zur Anpassung
Charakterisieren Sie „Alltagsnahe Steigerung“ (2 Punkte)
  • Progression kann von leerem zu gefülltem Gefäß, kurzer zu längerer Strecke oder vorbereiteter zu spontaner Aufgabe erfolgen
  • Anforderungen werden einzeln verändert, damit Wirkung erkennbar bleibt
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 118–121, 21.07.2026

Prothesen und Orthesen im motorisch-funktionellen Training
Fragen und Antworten
Charakterisieren Sie „Rolle von Prothese und Orthese“ (2 Punkte)
  • Prothesen ersetzen Körperfunktionen, Orthesen führen, entlasten, stabilisieren oder korrigieren
  • Training richtet sich nach Verordnung, Passform, Gewebeheilung und persönlichem Betätigungsziel
Charakterisieren Sie „An- und Ablegen“ (2 Punkte)
  • Handhabung wird in klare Schritte gegliedert und unter realen Bedingungen geübt
  • Kraft, Sensibilität, Kognition und einhändige Strategien beeinflussen die benötigte Anleitung
Charakterisieren Sie „Hautkontrolle“ (2 Punkte)
  • Druckstellen, Rötung, Feuchtigkeit und Schmerz werden regelmäßig kontrolliert
  • Anhaltende oder zunehmende Hautreaktionen verlangen Anpassung durch zuständige Fachpersonen
Erklären Sie Funktion und fachlichen Zweck von „Funktionsintegration“ (2 Punkte)
  • Das Hilfsmittel wird beim Essen, Anziehen, Greifen, Tragen oder Arbeiten erprobt
  • Technische Funktion allein garantiert noch keine Nutzung im Alltag
Charakterisieren Sie „Interdisziplinäre Abstimmung“ (2 Punkte)
  • Ergotherapie, Medizin, Orthopädietechnik und gegebenenfalls Physiotherapie stimmen Ziele, Passform, Belastung und Nachsorge ab
  • Eigenmächtige technische Änderungen können Sicherheit gefährden
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 118–121, 21.07.2026

Fallplanung Orthopädie und Rheumatologie
Fragen und Antworten
Charakterisieren Sie „Orthopädische Fallstruktur“ (2 Punkte)
  • Aus Diagnose und Befund werden funktionelle Hypothesen, Betätigungsprobleme und Sicherheitsgrenzen abgeleitet
  • Ziele verbinden Beweglichkeit, Kraft oder Schmerz mit einer konkreten Handlung
Charakterisieren Sie „Rheumatologische Fallstruktur“ (2 Punkte)
  • Entzündungsaktivität, Deformität, Schmerz, Fatigue und Tagesform werden zusammen mit Rollen und Umwelt betrachtet
  • Gelenkschutz, Hilfsmittel und dosierte Aktivität ergänzen Funktionsbehandlung
Charakterisieren Sie „Priorisierung in Orthopädie und Rheumatologie“ (2 Punkte)
  • Zuerst werden gefährdete Gewebe und zentrale Alltagsprobleme berücksichtigt
  • Ein messbares Defizit mit geringer Alltagsrelevanz kann hinter einem kleineren, aber entscheidenden Problem zurückstehen
Definieren Sie den Begriff „Interventionsmix“ (2 Punkte)
  • Mögliche Bausteine sind Mobilisation, aktive Bewegung, Kraft, Sensibilität, Gelenkschutz, Adaption und Beratung
  • Jede Maßnahme erhält eine Begründung aus Befund und Ziel
Beschreiben Sie die Evaluation von „Fallplanung Orthopädie und Rheumatologie“ (2 Punkte)
  • Verlaufsmessung kombiniert standardisierte Werte mit erneuter Beobachtung der Zielhandlung
  • Unterschiedliche Ergebnisse werden erklärt statt selektiv berichtet
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 118–121, 21.07.2026

Fallplanung Chirurgie und Traumatologie
Fragen und Antworten
Definieren Sie den Begriff „Nachbehandlungsprotokoll“ (2 Punkte)
  • Nach Operation oder Verletzung bestimmen medizinische Freigaben, Stabilität und Heilungsphase die Belastung
  • Ein allgemeines Übungsprogramm darf ein spezifisches Nachbehandlungsprotokoll nicht übergehen
Definieren Sie den Begriff „Sehnenverletzung“ (2 Punkte)
  • Sehnenheilung verlangt abgestimmten Schutz und kontrollierte Gleitbewegung
  • Zu frühe hohe Last kann Rekonstruktion gefährden, zu lange Immobilität Adhäsion und Funktionsverlust fördern
Erklären Sie den fachlichen Kern von „Fraktur und Gelenkbeteiligung“ (2 Punkte)
  • Befund umfasst Schmerz, Schwellung, Beweglichkeit, Sensibilität, Kraft und funktionellen Gebrauch
  • Bei gelenknaher Fraktur werden Steifigkeit und Belastungsfreigabe besonders beachtet
Definieren Sie den Begriff „Kunstgelenk“ (2 Punkte)
  • Nach Implantation werden luxations- oder belastungsrelevante Vorgaben, Wunde, Bewegungsqualität und Alltagssicherheit berücksichtigt
  • Hilfsmittel und Umweltanpassung können den frühen Transfer ermöglichen
Charakterisieren Sie „Reflexion und Dokumentation“ (2 Punkte)
  • Jede Sitzung dokumentiert Ausgangsbefund, Maßnahme, Dosierung, Reaktion und Konsequenz
  • Abweichungen vom Plan werden begründet und bei medizinischer Relevanz rückgekoppelt
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 118–121, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / MOFU/009.pdf, 21.07.2026

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