Neurophysiologische Behandlungsverfahren

100 Ustd.3 Kapitel255 Fragen
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Einleitung

Das Fach „Neurophysiologische Behandlungsverfahren“ baut auf den vermittelten Kenntnissen der Fächer „Biologie, Anatomie und Physiologie“, „Spezielle Krankheitslehre“ sowie „Psychologie und Pädagogik“ auf. Es ist ein Baustein im Komplex der ergotherapeutischen Verfahren und vermittelt den Schülerinnen und Schülern anwendungsbereite Kenntnisse über das ergotherapeutische Vorgehen bei neurologischen/neuropädiatrischen Störungen. Dabei werden die Zusammenhänge zwischen Wahrnehmung, sensorischer Integration und Bewegung aufgezeigt.

Die Schülerinnen und Schüler entwickeln ein Verständnis zu physiologischen Bewegungsabläufen und können einzelne Bewegungssequenzen analysieren. Sie erkennen den Zusammenhang von zentralnervösen Schädigungen und pathologischen Bewegungsmustern und sind in der Lage, pathologische Bewegungsabläufe im Rahmen der differenzierten Befunderhebung und -bewertung zu beschreiben. Unter Beachtung der Komplexität neurologischer Störungen sind sie in der Lage, Behandlungspläne individuell zu erstellen und patientenbezogen zu modifizieren.

Bei der Vermittlung der themenbezogenen Inhalte ist ein fächerverbindendes und fachübergreifendes Unterrichten zu gewährleisten. Dabei sind insbesondere Verbindungen zu den motorisch-funktionellen und den neuropsychologischen Behandlungsverfahren aufzuzeigen.

Die fachtheoretischen Inhalte sind in enger Verbindung mit fachpraktischen Übungen zu vermitteln. Der Unterricht ist anschaulich und praxisnah zu gestalten und durch den Einsatz von Fallbeispielen und audiovisuellen Mitteln zu beleben.

Quelle

Sächsisches Staatsministerium für Kultus: Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin, freigegeben ab 1. August 2020, S. 122-125.

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01 Theoretische Grundlagen 12 (4) Ustd. 86 Unterfragen
Lehrplananforderung

Die Schülerinnen und Schüler erkennen den Zusammenhang zwischen sensorischem und motorischem System und können neurophysiologische von neuropathologischen Bewegungs- und Haltungsmustern unterscheiden. Sie begreifen die Notwendigkeit eines differenzierten therapeutischen Vorgehens bei Kindern und Erwachsenen.

Quelle: Sächsisches Staatsministerium für Kultus: Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin, freigegeben ab 1. August 2020, S. 123.

Fragen & Antworten86

Kapitelkern

Charakterisieren Sie „Theoretische Grundlagen“. 2 P
  • Neurophysiologisch werden Haltung, Tonus, selektive Bewegung, Gleichgewicht, Sensomotorik und deren Einbindung in Handlung betrachtet
  • Theoretische Grundlagen erklären typische Störungen, Wirkprinzipien, Indikationen und Grenzen

Gegenstand und pädiatrische Perspektive

Charakterisieren Sie „Gegenstand und pädiatrische Perspektive: Gegenstand“. 3 P
  • Neurophysiologische Behandlungsverfahren befassen sich mit Haltung, Tonus, Bewegung, Gleichgewicht, Sensibilität und der Verarbeitung körpernaher Reize
  • In der Pädiatrie werden diese Funktionen als Teile einer sich entwickelnden Handlungskompetenz betrachtet
  • Nicht eine einzelne Bewegung, sondern Spielen, Selbstversorgung, Lernen und soziale Beteiligung bilden den Bezugsrahmen
Charakterisieren Sie „Pädiatrie und Neuropädiatrie“. 3 P
  • Pädiatrie leitet sich aus griechisch pais, „Kind“, und iatros, „Arzt“, ab
  • Neuropädiatrische Ergotherapie arbeitet mit angeborenen, früh erworbenen oder entwicklungsbedingten Beeinträchtigungen des Nervensystems
  • Sie berücksichtigt Reifung, Lerngelegenheiten, Familie, Schule und die große Streuung normaler Entwicklung
Charakterisieren Sie „Kindzentriert und familienbezogen“. 4 P
  • Ziele werden mit Kind und Bezugspersonen ausgehandelt
  • Eltern, Erzieherinnen, Lehrkräfte und weitere Fachpersonen liefern unterschiedliche Beobachtungen
  • Das Kind bleibt handelnde Person
  • Erwachsene werden nicht nur als Informationsquelle, sondern als Teil der Umwelt und des Transfers einbezogen
Erklären Sie Funktion und fachlichen Zweck von „Von der Funktion zur Betätigung“. 2 P
  • Eine auffällige Tonusregulation ist erst therapeutisch bedeutsam, wenn sie eine konkrete Aktivität erschwert oder ein Risiko erzeugt
  • Befundung fragt daher, was das Kind tun möchte oder tun soll, welche Anforderungen bestehen und an welcher Stelle Körperfunktion, Aufgabe oder Umwelt angepasst werden können
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Pädiatrische Zielwahl“. 3 P
  • Die Zielwahl beginnt bei einer bedeutsamen Betätigung und verbindet aktuelle Fähigkeiten, Entwicklungsbedingungen sowie Umweltanforderungen
  • Kind und Bezugspersonen werden beteiligt
  • Der Transfer wird mit den Personen geplant, die den Alltag tatsächlich begleiten

Pränatale und postnatale Entwicklung

Beschreiben Sie Ablauf und fachliche Bedeutung von „Pränatale Entwicklung“. 4 P
  • Pränatal bedeutet „vor der Geburt“
  • Nervensystem, Sinnesorgane und Bewegungsmöglichkeiten entwickeln sich bereits im Mutterleib in enger Wechselwirkung
  • Reifung verläuft nicht als starre Abfolge
  • Genetische Voraussetzungen, Versorgung, Erkrankungen und Umweltfaktoren beeinflussen den Verlauf
Charakterisieren Sie „Übergang nach der Geburt“. 3 P
  • Postnatal bedeutet „nach der Geburt“
  • Das Neugeborene muss Atmung, Kreislauf, Temperaturregulation, Nahrungsaufnahme und Wachheit an das extrauterine Leben anpassen
  • Frühgeburtlichkeit oder medizinische Komplikationen können die sensorische und motorische Ausgangslage verändern, bestimmen aber nicht allein die spätere Entwicklung
Definieren Sie den Begriff „Apgar-Score“. 3 P
  • Der Apgar-Score beurteilt Herzfrequenz, Atmung, Muskeltonus, Reflexantwort und Hautfarbe jeweils nach einer, fünf und zehn Minuten
  • Er beschreibt die unmittelbare Anpassung und den Bedarf an medizinischer Unterstützung
  • Er ist kein Entwicklungstest und erlaubt für sich allein keine zuverlässige Langzeitprognose
Begründen Sie die fachliche Bedeutung von „Therapeutische Bedeutung“ bei „Pränatale und postnatale Entwicklung“. 2 P
  • Anamnese und Befund erfassen Schwangerschaft, Geburt, neonatale Versorgung und frühe Regulation, ohne vorschnell kausale Schlüsse zu ziehen
  • Aktuelle Fähigkeiten, Lernverhalten, Belastbarkeit und familiäre Bedingungen sind für die Therapieplanung ebenso wichtig wie die Vorgeschichte
Begründen Sie die fachliche Bedeutung von „Bedeutung früher Entwicklungsdaten“. 3 P
  • Schwangerschaft, Geburt und neonatale Anpassung beschreiben die Ausgangslage, erklären aber nicht allein den heutigen Alltag
  • Aktuelle Fähigkeiten, Verlauf und Kontext werden getrennt bewertet
  • Entwicklungsverlust, akute Auffälligkeiten oder medizinische Warnzeichen werden weitergeleitet

Entwicklungsbereiche und Entwicklungsverlauf

Charakterisieren Sie „Mehrere Bereiche greifen ineinander“. 2 P
  • Entwicklung wird häufig in Grobmotorik, Fein- und Handmotorik, Wahrnehmung, Kognition, Sprache, Sozialverhalten und Selbstversorgung gegliedert
  • Diese Ordnung erleichtert Beobachtung, darf aber nicht verdecken, dass reale Handlungen mehrere Bereiche gleichzeitig benötigen
Charakterisieren Sie „Meilensteine und Grenzsteine“. 4 P
  • Meilensteine beschreiben typische Entwicklungsschritte
  • Grenzsteine markieren Zeitpunkte, bis zu denen die große Mehrheit der Kinder eine Fähigkeit erreicht hat
  • Ein Überschreiten kann Anlass für genauere Abklärung sein
  • Beides sind Orientierungshilfen und keine vollständige Diagnose
Definieren Sie den Begriff „Variabilität“. 3 P
  • Kinder erreichen Fähigkeiten in unterschiedlicher Reihenfolge und mit unterschiedlichen Strategien
  • Einzelne Abweichungen können unauffällig sein
  • Bedeutsamer werden Muster aus mehreren Bereichen, fehlender Fortschritt, Verlust bereits erworbener Fähigkeiten oder deutliche Auswirkungen auf Alltag und Teilhabe
Beschreiben Sie Ablauf und fachliche Bedeutung von „Verlauf statt Momentaufnahme“. 3 P
  • Eine Beobachtung wird mit früheren Angaben, wiederholten Situationen und verschiedenen Kontexten verglichen
  • Entwicklung wird als Veränderung über Zeit dokumentiert
  • Therapie soll nicht nur ein isoliertes Altersziel „nachholen“, sondern passende nächste Lernschritte in bedeutsamen Tätigkeiten ermöglichen
Beschreiben Sie Ablauf und fachliche Bedeutung von „Bewertung von Entwicklungsabweichungen“. 2 P
  • Eine einzelne Variante wird von anhaltendem Unterstützungsbedarf und echtem Fähigkeitsverlust unterschieden
  • Entscheidend sind Verlauf, Auswirkungen auf mehrere Lebensbereiche und die Frage, ob das Kind neue Lösungen erwirbt oder bereits gekonnte Funktionen verliert

Körpermotorische Entwicklung

Charakterisieren Sie „Posturale Kontrolle“. 3 P
  • Körpermotorische Entwicklung beginnt nicht mit einzelnen „Übungen“, sondern mit wachsender Fähigkeit, Kopf und Rumpf gegen Schwerkraft zu organisieren
  • Postural geht auf lateinisch positura, „Stellung“, zurück
  • Stabilität ist dynamisch: Das Kind passt Muskelaktivität an Unterlage, Aufgabe und Bewegung an
Charakterisieren Sie „Positionswechsel und Fortbewegung“. 2 P
  • Rollen, Stützen, Sitzen, Krabbeln, Aufstehen und Gehen eröffnen neue Möglichkeiten, Gegenstände und Personen zu erreichen
  • Entscheidend sind nicht nur Zeitpunkte, sondern Bewegungsqualität, Symmetrie, Variabilität, Übergänge und die Fähigkeit, eine Position selbst zu verlassen
Begründen Sie die fachlichen Anforderungen bei „Gleichgewicht und Schutzreaktionen“. 3 P
  • Mit zunehmender Erfahrung entwickeln sich Gleichgewichts-, Stell- und Schutzreaktionen
  • Sie helfen, den Schwerpunkt über der Unterstützungsfläche zu halten und Stürze abzufangen
  • Angst, Schmerz, eingeschränkte Sensibilität oder geringe Bewegungserfahrung können diese Reaktionen beeinflussen
Leiten Sie aus „Alltagsbezug“ Konsequenzen für die ergotherapeutische Praxis ab. 3 P
  • Therapie nutzt Spiel, Bodenaktivität, Anziehen, Treppen, Fahrzeuge und Wege im Alltag
  • Die Aufgabe wird so dosiert, dass das Kind aktiv Lösungen findet
  • Passives Positionieren ohne Handlungsziel kann kurzfristig eine Form herstellen, führt aber nicht automatisch zu selbstständiger Kontrolle
Erklären Sie Funktion und fachlichen Zweck von „Funktionelle Qualität einer Position“. 3 P
  • Eine Position ist funktionell, wenn das Kind sie selbst einnehmen, ausreichend stabil halten, gezielt verändern und für eine Handlung nutzen kann
  • Reine Dauer oder äußere Form reichen nicht
  • Übergänge, Variabilität, Sicherheit und Eigenaktivität werden mitbeurteilt

Handmotorik und grafomotorische Entwicklung

Unterscheiden Sie „Vom Kontakt zum differenzierten Greifen“ anhand fachlicher Kriterien. 2 P
  • Handmotorik entwickelt sich von zufälligem Kontakt über gezieltes Erreichen, Halten, Umgreifen und Loslassen zu differenzierten Fingergriffen
  • Pinzettengriff, In-Hand-Manipulation und dosierte Kraft entstehen aus Körperstabilität, Sensibilität, Sehen, Aufmerksamkeit und Erfahrung mit Gegenständen
Charakterisieren Sie „Beidhändiges Handeln“. 4 P
  • Viele Tätigkeiten benötigen unterschiedliche Rollen beider Hände: Eine Hand stabilisiert, die andere manipuliert
  • Schneiden, Öffnen, Bauen und Anziehen zeigen, ob beide Körperseiten zusammenarbeiten
  • Handpräferenz entwickelt sich schrittweise
  • Eine frühe erzwungene Festlegung ist nicht sinnvoll
Erklären Sie den fachlichen Kern von „Grafomotorik“. 3 P
  • Grafomotorik verbindet griechisch graphein, „schreiben, zeichnen“, mit lateinisch movere, „bewegen“
  • Sie umfasst Haltung, Schulter- und Handgelenkstabilität, Stiftführung, Blicksteuerung, Formwahrnehmung, Kraftdosierung und Planung
  • Eine ungewöhnliche Stifthaltung ist nur dann problematisch, wenn sie Leistung, Ausdauer oder Schmerz beeinflusst
Leiten Sie aus „Therapeutischer Fokus“ Konsequenzen für die ergotherapeutische Praxis ab. 3 P
  • Beurteilt werden Aufgabe, Tempo, Lesbarkeit, Ermüdung, Material, Sitzplatz und Bedeutung
  • Therapie kann Vorläuferfähigkeiten, konkrete Schriftanforderungen und Umweltanpassungen kombinieren
  • Ziel ist funktionales Schreiben oder Zeichnen, nicht eine normierte Handform um jeden Preis
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Priorität im Hand- und Schreibbefund“. 3 P
  • Priorisiert wird die Komponente, die eine konkrete Manipulations- oder Schreibaufgabe begrenzt
  • Haltung, Kraft, Sensibilität, Blicksteuerung, Strategie und Material werden getrennt geprüft
  • Gewählt wird die Anpassung mit dem unmittelbarsten Nutzen für Ausdauer und Teilhabe

Wahrnehmung, Kognition, Sprache und Sozialverhalten

Erklären Sie den fachlichen Kern von „Wahrnehmung als Auswahl“. 3 P
  • Das Kind nimmt nicht alle Reize gleich stark auf
  • Es richtet Aufmerksamkeit aus, verknüpft Sinnesinformationen und erkennt zunehmend Beziehungen zwischen Gegenständen, Körper und Raum
  • Wahrnehmung wird durch Bewegung und Handlung überprüft: Greifen, Drehen, Fallenlassen und Suchen liefern neue Information
Charakterisieren Sie „Kognition und Sprache“. 3 P
  • Kognitive Entwicklung zeigt sich unter anderem in Ursache-Wirkungs-Verständnis, Objektpermanenz, Problemlösen, Symbolgebrauch und Planung
  • Sprache entsteht aus gemeinsamer Aufmerksamkeit, Nachahmung, Lautbildung und sozialem Austausch
  • Motorische Einschränkungen können Ausdrucksmöglichkeiten begrenzen, ohne das Denken vollständig abzubilden
Charakterisieren Sie „Sozialverhalten und Regulation“. 3 P
  • Frühe Beziehungen unterstützen Beruhigung, Exploration und Lernen
  • Mit zunehmendem Alter wachsen Nachahmung, gemeinsames Spiel, Regelverständnis und Perspektivübernahme
  • Verhalten wird immer im Kontext von Entwicklungsstand, Kommunikation, Reizlage, Beziehung und Aufgabe betrachtet
Charakterisieren Sie „Interdisziplinäre Sicht“. 3 P
  • Auffälligkeiten können sensorische, motorische, sprachliche, kognitive oder emotionale Ursachen haben
  • Ergotherapeutische Beobachtung ersetzt keine sprachtherapeutische, psychologische oder medizinische Diagnostik
  • Sie trägt bei, indem sie zeigt, wie das Kind in realen Handlungen Informationen nutzt
Charakterisieren Sie „Kontextbezogene Verhaltensdeutung“. 3 P
  • Verhalten wird nicht vorschnell als fehlende Motivation bewertet
  • Geprüft werden Fähigkeit, Verständlichkeit der Kommunikation, Reizlage, Beziehung, Aufgabenpassung und Umwelt
  • Eine Hypothese gilt erst, wenn sie das Verhalten in mehreren Situationen besser erklärt als Alternativen

Sensomotorische Organisation und Bewegung

Charakterisieren Sie „Sensorisch und motorisch“. 4 P
  • Sensorisch geht auf lateinisch sentire, „fühlen, wahrnehmen“, motorisch auf movere, „bewegen“, zurück
  • Bewegungen erzeugen Sinnesinformation
  • Sinnesinformation verändert Bewegung
  • Das Nervensystem bildet deshalb keinen einfachen Weg vom Reiz zur Antwort, sondern fortlaufende Rückkopplungen
Erklären Sie „Feedforward und Feedback“. 3 P
  • Feedforward bezeichnet vorbereitende Steuerung auf Grundlage von Erfahrung
  • Feedback nutzt Information während oder nach der Bewegung
  • Ein Kind greift beispielsweise mit einer erwarteten Handöffnung nach einem Becher und korrigiert Griffkraft und Position über Sehen, Tastsinn und Propriozeption
Erklären Sie den fachlichen Kern von „Körperschema und Seitendominanz“. 4 P
  • Körperschema bezeichnet die meist unbewusste Repräsentation von Stellung und Möglichkeiten des Körpers
  • Lateralisierung und Handpräferenz entstehen aus Reifung und Erfahrung
  • Eine Seite wird nicht isoliert „trainiert“
  • Bilaterale Zusammenarbeit und Anforderungen der Tätigkeit bleiben zentral
Erklären Sie den fachlichen Kern von „Störung und Kompensation“. 3 P
  • Zentrale oder periphere Schädigungen können Tonus, Koordination, Sensibilität, Planung und Anpassung verändern
  • Das Kind kann über alternative Strategien erfolgreich handeln
  • Therapie unterscheidet daher zwischen schädlicher Kompensation, nützlicher Anpassung und einem Bewegungsweg, der lediglich anders aussieht
Charakterisieren Sie „Sensorische Hypothese mit Handlungsbezug“. 2 P
  • Eine sensorische Hypothese benennt die wahrscheinlich fehlende, unzuverlässige oder übergewichtete Information und verknüpft sie mit einer beobachtbaren Handlung
  • Die Intervention muss aktive Verarbeitung ermöglichen und ihren Nutzen außerhalb der Therapiesituation zeigen

Frühkindliche Reflexe: Grundlagen und Einordnung

Definieren Sie „Frühkindliche Reflexe: Grundlagen und Einordnung: Begriff“ fachlich präzise. 3 P
  • Reflex stammt von lateinisch reflectere, „zurückbeugen“
  • Ein Reflex ist eine relativ rasche, unwillkürliche Antwort auf einen bestimmten Reiz
  • Frühkindliche Reflexmuster unterstützen Überleben, Geburt und frühe Bewegung, während willkürliche Kontrolle und differenzierte Reaktionen erst heranreifen
Definieren Sie den Begriff „Integration“. 4 P
  • Integration bedeutet nicht, dass ein Reflexbogen vollständig verschwindet
  • Vielmehr wird die Reaktion durch reifende Netzwerke moduliert und in komplexere Bewegung eingebettet
  • Altersspannen sind Orientierungen
  • Auslösung, Stärke, Symmetrie und Zusammenhang mit anderen Befunden sind wichtiger als ein einzelnes Datum
Begründen Sie die fachliche Bedeutung von „Persistenz und klinische Bedeutung“. 3 P
  • Deutliche oder wieder auftretende Reflexmuster können mit neurologischen Erkrankungen oder Entwicklungsauffälligkeiten zusammenhängen
  • Ein isolierter „Restreflex“ erklärt jedoch nicht automatisch Lern-, Verhaltens- oder Schreibprobleme
  • Beobachtungen werden mit Motorik, Sensibilität, Alltag und medizinischem Befund abgeglichen
Charakterisieren Sie „Evidenz und Therapie“. 3 P
  • Reflexbezogene Übungen können als bewegungsreiche Spielideen genutzt werden, wenn sie ein konkretes Ziel verfolgen
  • Die Annahme, komplexe Probleme allein durch „Reflexintegration“ zu behandeln, ist fachlich vorsichtig zu bewerten
  • Wirkung wird an Betätigung und Teilnahme geprüft, nicht nur an einer erneuten Reflexprobe
Beurteilen Sie die zentralen Grenzen und Risiken bei „Reflexbefund mit diagnostischer Grenze“. 3 P
  • Reflexreaktionen werden standardisiert, wiederholt und im Entwicklungszusammenhang beobachtet
  • Therapeutisch relevant werden sie erst bei nachvollziehbarer Alltagsauswirkung
  • Alternative Erklärungen wie Tonus, Aufmerksamkeit, Schmerz oder Aufgabenverständnis müssen geprüft werden

Orale, palmare, plantare und spinale Reflexe

Charakterisieren Sie „Such- und Saugreflex“. 3 P
  • Berührung im Mund- und Wangenbereich kann Such- und Saugreaktionen auslösen
  • Sie unterstützen Nahrungsaufnahme und frühe Regulation
  • Anhaltende Probleme beim Saugen, Schlucken, Atmen oder Gedeihen benötigen medizinische und gegebenenfalls logopädische Abklärung
Charakterisieren Sie „Palmarer Reflex“. 3 P
  • Druck in der Handfläche kann einen kräftigen Fingerschluss auslösen
  • Mit wachsender willkürlicher Handkontrolle wird das Greifen zunehmend zielgerichtet und lösbar
  • Eine Reflexreaktion darf nicht mit funktionellem Greifen verwechselt werden, weil Loslassen, Dosieren und Objektanpassung fehlen können
Charakterisieren Sie „Plantarer Reflex“. 3 P
  • Reize an der Fußsohle lösen altersabhängige Zehenreaktionen aus
  • Für Stand und Gang sind später differenzierte Belastung, Gleichgewicht und Abrollen bedeutsam
  • Fußreaktionen werden nie isoliert aus einer Spielbeobachtung diagnostiziert
Charakterisieren Sie „Spinaler Galantreflex“. 3 P
  • Ein seitlicher Reiz am Rumpf kann beim Säugling eine Rumpfkrümmung hervorrufen
  • Bei älteren Kindern sind asymmetrische Haltung, Rumpfkontrolle oder Berührungsempfindlichkeit fachlich breiter zu untersuchen
  • Hautreize, Aufmerksamkeit und Erwartung können die Reaktion beeinflussen
Begründen Sie die fachliche Bedeutung von „Relevanz einzelner Reflexreaktionen“. 3 P
  • Die Reaktion wird unter bekannten Bedingungen reproduzierbar erhoben und nicht aus einer Einzelbeobachtung abgeleitet
  • Ihre Bedeutung entsteht erst durch einen konsistenten Bezug zu Essen, Greifen, Sitzen oder Gehen
  • Bei unklaren Befunden erfolgt interdisziplinäre Abklärung

Moro-, ATNR-, STNR- und tonischer Labyrinthreflex

Definieren Sie den Begriff „Moro-Reflex“. 2 P
  • Eine plötzliche Lage- oder Reizveränderung kann beim Säugling eine symmetrische Schreckreaktion mit Öffnen und anschließendem Schließen der Arme auslösen
  • Asymmetrie, ungewöhnliche Schwäche oder anhaltend starke Reaktionen werden im neurologischen Gesamtbefund betrachtet
Definieren Sie den Begriff „ATNR“. 2 P
  • Beim asymmetrisch-tonischen Nackenreflex verändert eine Kopfdrehung den Tonus der Extremitäten: Die Gesichtseite streckt eher, die Hinterhauptseite beugt eher
  • Das Muster unterstützt frühe Auge-Hand-Erfahrungen, darf später aber zielgerichtete bilaterale Handlungen nicht dominieren
Definieren Sie den Begriff „STNR“. 3 P
  • Der symmetrisch-tonische Nackenreflex koppelt Kopfbeugung und -streckung an unterschiedliche Tonusmuster von Armen und Beinen
  • Er wird häufig mit Übergängen zum Vierfüßlerstand in Verbindung gebracht
  • Funktionell werden Krabbeln, Sitzhaltung, Blickwechsel und Handgebrauch direkt beobachtet
Definieren Sie den Begriff „TLR“. 2 P
  • Der tonische Labyrinthreflex beschreibt lageabhängige Veränderungen von Beuge- und Strecktonus in Bezug zur Schwerkraft
  • In der Therapie sind Aufrichtung, Gleichgewicht, aktive Positionswechsel und Nutzung in Handlungen wichtiger als eine isolierte „Hemmposition“
Ordnen Sie „Bewertung komplexer Reflexmuster“ fachlich ein. 2 P
  • Ein vermutetes Reflexmuster wird nur dann zum Therapieziel, wenn es eine konkrete bilaterale, posturale oder schulische Handlung wiederholt beeinträchtigt
  • Veränderungen werden an dieser Handlung gemessen, nicht allein an einer künstlich ausgelösten Reaktion

Sensorische Integration nach Ayres: Theorie

Erläutern Sie die Kernaussagen von „Grundidee“ bei „Sensorische Integration nach Ayres“. 3 P
  • A
  • Jean Ayres beschrieb sensorische Integration als neurologischen Prozess, der Sinnesinformationen ordnet und für Handlung nutzbar macht
  • Besondere Bedeutung haben taktile, vestibuläre und propriozeptive Systeme, weil sie Körper, Schwerkraft und Bewegung kontinuierlich abbilden
Erklären Sie den fachlichen Kern von „Modulation und Diskrimination“. 3 P
  • Modulation bezeichnet die Regulation von Reizstärke und Reaktionsbereitschaft
  • Diskrimination bedeutet, Qualität, Ort und Unterschiede eines Reizes zu erkennen
  • Ein Kind kann auf Berührung übermäßig reagieren, sie kaum registrieren oder zwar registrieren, aber räumlich schlecht unterscheiden
Charakterisieren Sie „Adaptive Reaktion“ bei „Sensorische Integration nach Ayres“. 4 P
  • Eine adaptive Reaktion ist eine aktive, zweckmäßige Antwort auf eine Umweltanforderung
  • Therapie schafft eine Herausforderung, die gerade ausreichend neu und bewältigbar ist
  • Das Kind soll organisieren, entscheiden und handeln
  • Bloße Reizzufuhr ohne aktive Aufgabe entspricht diesem Prinzip nicht
Ordnen Sie „Fachliche Einordnung“ fachlich ein. 3 P
  • Sensorische Beobachtungen werden mit Betätigung, Entwicklung und anderen Diagnosen verknüpft
  • Nicht jede Unruhe, Ungeschicklichkeit oder Vermeidung ist eine Störung sensorischer Integration
  • Interventionen werden transparent begründet und anhand alltagsrelevanter Ergebnisse überprüft
Charakterisieren Sie „Prüfung einer SI-Hypothese“. 3 P
  • Die Hypothese muss beobachtetes Verhalten, betroffene Sinnessysteme und eine konkrete Betätigung verbinden
  • Sie wird gegen motorische, kognitive, emotionale und umweltbezogene Erklärungen geprüft
  • Eine aktive Aufgabe soll eine nachvollziehbare adaptive Reaktion hervorrufen

Neuroplastizität und Entwicklungsbedingungen

Erklären Sie den fachlichen Kern von „Neuroplastizität“. 2 P
  • Neuroplastizität bezeichnet die Veränderbarkeit von Nervensystem und Netzwerken durch Entwicklung, Erfahrung, Lernen, Schädigung und Umwelt
  • Plastizität ist weder unbegrenzt noch automatisch positiv: Auch Vermeidung, Schmerz oder ineffiziente Strategien können sich festigen
Definieren Sie den Begriff „Lernbedingungen“. 2 P
  • Wirksames Lernen benötigt aktive Beteiligung, ausreichend Wiederholung, passende Schwierigkeit, Rückmeldung, Bedeutung und Möglichkeiten zum Transfer
  • Entwicklung wird unterstützt, indem das Kind selbst Lösungen erzeugt und Erfolge in mehreren Kontexten erlebt
Charakterisieren Sie „FASD als Beispiel“. 3 P
  • Fetale Alkoholspektrumstörungen können Aufmerksamkeit, Gedächtnis, Exekutivfunktionen, Regulation, Lernen und Motorik beeinflussen
  • Äußeres Verhalten wird leicht als Absicht fehlgedeutet
  • Klare Routinen, konkrete Sprache, externe Hilfen und realistische Anforderungen können die Handlungsfähigkeit verbessern
Definieren Sie den Begriff „Prognose“. 3 P
  • Prognosen beruhen auf mehreren Faktoren: Art und Zeitpunkt der Schädigung, Begleiterkrankungen, Entwicklungsstand, Umwelt, Versorgung, Motivation und Lernzugang
  • Das jüngere Gehirn ist nicht einfach „besser heilbar“
  • Frühe Schädigungen können sich erst zeigen, wenn spätere Anforderungen steigen
Leiten Sie aus „Therapeutisch veränderbare Lernbedingungen“ Konsequenzen für die ergotherapeutische Praxis ab. 3 P
  • Verändert werden können Übungsdosis, Bedeutung, Rückmeldung, Aufgabenvariation, Pausen und Umwelt
  • Fehlender Fortschritt wird nicht automatisch als mangelnde Motivation gedeutet
  • Aufmerksamkeit, Fatigue, Schmerz, sensorische Verarbeitung und neurokognitive Grenzen werden mitgeprüft

Neurophysiologische Behandlung bei Erwachsenen

Definieren Sie „Neurophysiologische Behandlung bei Erwachsenen: Gegenstand“ fachlich präzise. 3 P
  • Neurophysiologische Behandlungsverfahren bei Erwachsenen befassen sich mit Folgen zentraler und peripherer Nervensystemschädigungen für Haltung, Bewegung, Sensibilität und Handlung
  • Motorische, sensorische, kognitive und emotionale Funktionen wirken gleichzeitig
  • Eine isolierte Muskelbetrachtung reicht nicht
Ordnen Sie „Normale Bewegung“ fachlich ein. 3 P
  • Physiologische Bewegung ist variabel, zielgerichtet, ökonomisch und an Umwelt sowie Aufgabe angepasst
  • Es gibt nicht nur eine „richtige“ Form
  • Entscheidend sind Sicherheit, Effizienz, Anpassungsfähigkeit und Erfolg der Betätigung
Charakterisieren Sie „Pathologie und Kompensation“. 3 P
  • Nach Schlaganfall können Parese, Tonusveränderung, Sensibilitäts- und Koordinationsstörung auftreten
  • Kompensation kann Teilhabe ermöglichen, aber auch Schmerz oder Nichtgebrauch verstärken
  • Therapie beurteilt Nutzen und Kosten einer Strategie statt sie pauschal zu verbieten
Erläutern Sie den Betätigungsbezug von „Neurophysiologische Behandlung bei Erwachsenen“. 2 P
  • Waschen, Kämmen, Greifen, Gehen oder Kochen sind komplexe sensomotorische Aufgaben
  • Therapeutische Analyse klärt, welche Information fehlt, welche Kontrolle gestört ist und welche Umweltveränderung oder Übung die Handlung verbessert
Erklären Sie Funktion und fachlichen Zweck von „Funktionelle Definition physiologischer Bewegung“. 3 P
  • Physiologische Bewegung ist keine starre Idealform
  • Sie ist anpassungsfähig, zielgerichtet, ausreichend selektiv und unter den gegebenen Bedingungen sicher sowie effizient
  • Kompensation wird danach bewertet, ob sie Betätigung ermöglicht oder langfristig Risiko und Aufwand erhöht

Afferenz, Efferenz, Feedback und Feedforward

Charakterisieren Sie „Afferent und efferent“. 4 P
  • Afferente Bahnen leiten sensorische Information zum Zentralnervensystem
  • Efferente Bahnen motorische Signale zu Muskeln und Organen
  • Die Begriffe stammen von lateinisch afferre, „herantragen“, und efferre, „hinaustragen“
  • Bewegung ist ein fortlaufender Kreislauf, kein Einbahnweg
Definieren Sie den Begriff „Feedback“ bei „Afferenz, Efferenz, Feedback und Feedforward“. 3 P
  • Feedback nutzt Folgen einer Bewegung zur Korrektur
  • Berührung, Gelenkstellung, Sehen und Gleichgewicht melden, ob Ziel und Stabilität erreicht werden
  • Nach Nervensystemschädigung kann Rückmeldung fehlen, verzögert oder falsch gewichtet sein
Definieren Sie den Begriff „Feedforward“. 3 P
  • Feedforward bereitet Bewegung anhand von Erwartung und Erfahrung vor
  • Vor dem Armheben stabilisieren sich Rumpf und Schultergürtel
  • Bei gestörter antizipatorischer Kontrolle beginnt Bewegung verspätet, überschießend oder mit großen Kompensationen
Charakterisieren Sie „Afferenz, Efferenz, Feedback und Feedforward: Therapie“. 3 P
  • Sensorische Hinweise sind wirksam, wenn sie eine aktive, zielgerichtete Handlung unterstützen
  • Berührung ohne Aufgabe erzeugt nicht automatisch Lernen
  • Wiederholung, Variation, Aufmerksamkeit und Erfolg helfen, Vorhersagemodelle zu aktualisieren
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Informationsfluss beim Greifen“. 3 P
  • Vor dem Greifen nutzt das Nervensystem Erfahrung und visuelle Information zur Vorsteuerung
  • Während der Bewegung liefern Berührung, Propriozeption und Sehen Rückmeldung
  • Nach dem Kontakt werden Griffkraft und Objektlage kontrolliert und für die nächste Handlung aktualisiert

Pathologische Bewegungsmuster und Funktionsstörungen

Erklären Sie den fachlichen Kern von „Parese und Plegie“. 2 P
  • Parese bezeichnet unvollständige, Plegie vollständige Lähmung
  • Funktionsverlust hängt nicht nur von Kraft ab, sondern von selektiver Ansteuerung, Geschwindigkeit, Ausdauer und Einbindung in automatische Haltungskontrolle
Definieren Sie den Begriff „Tonus“. 4 P
  • Tonus ist situationsabhängige Muskelaktivität
  • Hypertonus kann Bewegung begrenzen, Hypotonus Stabilität vermindern
  • Spastik ist geschwindigkeitsabhängige Widerstandszunahme und nur ein Teil des Upper-Motor-Neuron-Syndroms
  • Steifigkeit kann auch durch Schmerz, Verkürzung oder Angst entstehen
Charakterisieren Sie „Koordination und Sensibilität“. 3 P
  • Ataxie, Dysmetrie, Tremor und gestörte Gleichgewichtsreaktionen verändern Zielgenauigkeit
  • Sensibilitätsverlust erschwert Kraftdosierung, Gelenkschutz und Körperrepräsentation
  • Visuelle Kontrolle kann kompensieren, erhöht aber Aufmerksamkeit und Ermüdung
Beschreiben Sie die Bewegungsanalyse bei „Pathologische Bewegungsmuster und Funktionsstörungen“. 2 P
  • Therapie beschreibt Ausgangsstellung, Bewegungsbeginn, Gewichtsverlagerung, Gelenkfolge, Geschwindigkeit, Atmung, Kompensation und Ergebnis
  • Ein Muster wird nicht nur benannt, sondern mit Ursache und Aktivitätsproblem verknüpft
Unterscheiden Sie „Differenzierung motorischer Ursachen“ anhand fachlicher Kriterien. 3 P
  • Kraftdefizit zeigt sich anders als geschwindigkeitsabhängiger Tonus, Sensibilitätsverlust oder Koordinationsstörung
  • Beobachtet werden Selektivität, Widerstand, Zielgenauigkeit, Rückmeldung und Kontext
  • Erst die Kombination mehrerer Befunde trägt eine Arbeitshypothese

Haltungskontrolle, Unterstützungsfläche und Schlüsselpunkte

Definieren Sie den Begriff „Unterstützungsfläche“. 3 P
  • Die Unterstützungsfläche ist der tatsächlich aufliegende Körperbereich
  • Eine größere Fläche kann Stabilität erleichtern, wird aber nur wirksam, wenn Gewicht tatsächlich angenommen wird
  • Füße ohne Belastung vergrößern die funktionelle Fläche nicht
Charakterisieren Sie „Haltungskontrolle“. 3 P
  • Posturale Kontrolle hält den Körperschwerpunkt über der Unterstützungsfläche und korrigiert Abweichungen
  • Sie ermöglicht freie Arm- und Kopfbewegung
  • Becken- und Rumpfstabilität sind dynamisch und ändern sich mit Aufgabe und Umgebung
Charakterisieren Sie „Haltungstonus“. 3 P
  • Haltungstonus ist die Grundaktivität, mit der der Körper Schwerkraft begegnet
  • Visuelle, vestibuläre und somatosensorische Information wird integriert
  • Zu hohe Steifigkeit kann Stabilität vortäuschen, reduziert aber Anpassung
Definieren Sie den Begriff „Schlüsselpunkte“. 2 P
  • Körperregionen mit hoher Rezeptordichte und Einfluss auf Gesamtbewegung werden therapeutisch als distale, proximale oder zentrale Schlüsselpunkte genutzt
  • Kontakt soll Information und aktive Organisation erleichtern, nicht Bewegung vollständig übernehmen
Erklären Sie Funktion und fachlichen Zweck von „Getrennte Prüfung von Stabilität und Aufgabe“. 3 P
  • Unterstützungsfläche und Aufgabenschwierigkeit werden nacheinander verändert
  • Verbessert eine größere Basis die Handfunktion, ist posturale Kontrolle bedeutsam
  • Bleibt die Leistung gleich, müssen Kraft, Sensibilität, Planung oder Aufgabenverständnis stärker gewichtet werden

Schulter-Hand-Einheit nach Schlaganfall

Definieren Sie den Begriff „Subluxation“. 3 P
  • Nach Schlaganfall können Hypotonie, fehlende Muskelaktivität und veränderte Scapulastellung den Humeruskopf nicht ausreichend zentrieren
  • Der Gelenkspalt wird sichtbar oder tastbar größer
  • Subluxation ist häufig, führt aber nicht zwangsläufig zu Schmerz
Charakterisieren Sie „Schmerzhafte Schulter“. 2 P
  • Schmerz kann durch Zug, Impingement, Kapselveränderung, Entzündung, Fehlhandling, Sensibilitätsstörung oder zentrale Schmerzverarbeitung entstehen
  • Schutzloses Ziehen am Arm und unkontrollierte Überkopfbewegung sind zu vermeiden
Erklären Sie Wirkzusammenhänge bei „Hand und sekundäre Folgen“. 3 P
  • Ödem, Schmerz, Sensibilitätsstörung und Nichtgebrauch können die Handfunktion weiter verschlechtern
  • Schulter-Hand-Syndrom und CRPS müssen differenzialdiagnostisch beachtet werden
  • Hand, Ellbogen, Scapula und Rumpf werden als Einheit analysiert
Definieren Sie den Begriff „Prävention“. 3 P
  • Arm wird beim Liegen, Sitzen, Transfer und Gehen unterstützt, ohne dauerhaft passiv festgehalten zu werden
  • Scapula und Humerus werden vor Armbewegung ausgerichtet
  • Aktive Gewichtsübernahme und funktioneller Einsatz werden passend zur Stabilität aufgebaut
Analysieren Sie den Zusammenhang bei „Schulterschutz bei aktiver Einbeziehung“. 3 P
  • Die Schulter wird durch passende Scapula- und Humerusstellung, schmerzfreie Unterstützung und kontrollierte Belastung geschützt
  • Der Arm bleibt in Transfer und Ankleiden aktiv beteiligt, soweit Sicherheit und Gewebeverträglichkeit dies erlauben
  • Zug am paretischen Arm wird vermieden

Die Fragen und Antworten wurden aus den redaktionellen Lerntexten dieses Kapitels abgeleitet. Jede Antwort gehört ausschließlich zu der unmittelbar darüberstehenden Frage.

Hinweise des Lehrplans
  • vgl. Lehrpläne Biologie, Anatomie und Physiologie, Spezielle Krankheitslehre, Psychologie und Pädagogik sowie Neuropsychologische Behandlungsverfahren
  • vgl. Lehrplan Spezieller Krankheitslehre, LPE 10
  • vgl. Lehrpläne Biologie, Anatomie und Physiologie, Spezielle Krankheitslehre, Grundlagen der Ergotherapie und Neuropsychologische Behandlungsverfahren
  • praktische Übungen zu Bewegungsanalysen und Handlungssequenzen
  • Überblick
  • Rigor, Hypertonus, Hypotonus, Spastizität
  • Ataxie, Tremor
  • Hyper- und Hyposensibilität, Parästhesien
  • vgl. Lehrplan Neuropsychologische Behandlungsverfahren

Quelle: Sächsisches Staatsministerium für Kultus: Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin, freigegeben ab 1. August 2020, S. 123.

02 Befunderhebung, Diagnostik und Dokumentation 24 (12) Ustd. 78 Unterfragen
Lehrplananforderung

Die Schülerinnen und Schüler kennen die Grundlagen der Befunderhebung und deren Auswertung bei Patienten mit erworbener und/oder angeborener Dysfunktion des Zentralnervensystems. Sie sind in der Lage, anhand von ausgewählten Fallbeispielen, entsprechend der Spezifik der Störungen, Befunde zu erstellen, ergotherapeutische Ziele abzuleiten und zu dokumentieren.

Quelle: Sächsisches Staatsministerium für Kultus: Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin, freigegeben ab 1. August 2020, S. 124.

Fragen & Antworten78

Kapitelkern

Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Befunderhebung“. 3 P
  • Befunderhebung sammelt Informationen aus Gespräch, Beobachtung, Tests und Alltagssituationen
  • Sie trennt Daten, Interpretation und Zielableitung
  • Ergotherapeutisch wird der Punkt immer mit einer konkreten Betätigung, einem Ziel und der Verlaufsbeobachtung verbunden
Leiten Sie aus „Befundbewertung und ergotherapeutische Zielsetzung“ Konsequenzen für die ergotherapeutische Praxis ab. 3 P
  • Befundbewertung gewichtet Ressourcen und Probleme im Hinblick auf bedeutsame Betätigungen
  • Ziele werden gemeinsam, konkret, überprüfbar und zeitlich eingeordnet formuliert
  • Ergotherapeutisch wird der Punkt immer mit einer konkreten Betätigung, einem Ziel und der Verlaufsbeobachtung verbunden
Beschreiben Sie die Dokumentation bei „Befunderhebung, Diagnostik und Dokumentation“. 3 P
  • Dokumentation hält Anlass, Beobachtung, Bewertung, Ziel, Maßnahme, Reaktion und Verlauf nachvollziehbar fest
  • Sie ist sachlich, datensparsam und zeitnah
  • Ergotherapeutisch wird der Punkt immer mit einer konkreten Betätigung, einem Ziel und der Verlaufsbeobachtung verbunden

Familienzentrierter pädiatrischer Befundprozess

Definieren Sie den Begriff „Erstkontakt“. 3 P
  • Der Erstkontakt klärt Überweisungsgrund, Erwartungen, Alltagssituationen und bisherige Unterstützung
  • Es wird gefragt, wer ein Problem beobachtet, in welchem Kontext es auftritt und was dem Kind selbst wichtig ist
  • Ergotherapie und Ablauf der Befundung werden verständlich erklärt
Charakterisieren Sie „Mehrere Perspektiven“. 3 P
  • Kind, Eltern, Kita, Schule, medizinische Unterlagen und therapeutisches Team können unterschiedliche Bilder liefern
  • Unterschiede sind keine Störung der Befundung, sondern Information über Umweltanforderungen
  • Aussagen werden als Perspektiven dokumentiert und nicht vorschnell vereinheitlicht
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Befragung, Beobachtung, Testung“. 5 P
  • Befragung beschreibt Erfahrungen und Ziele
  • Beobachtung zeigt Handlungsstrategien
  • Standardisierte Tests vergleichen definierte Leistungen
  • Erst die Verbindung ermöglicht eine belastbare Hypothese
  • Ein auffälliger Testwert erklärt nicht automatisch die konkrete Alltagsschwierigkeit
Charakterisieren Sie „Kindgerechte Beteiligung“. 4 P
  • Das Kind erhält Wahlmöglichkeiten und altersgerechte Informationen
  • Pausen, Spiel und vertraute Materialien reduzieren unnötige Belastung
  • Zustimmung wird fortlaufend beachtet
  • Befundung ist keine Prüfung, die das Kind bestehen muss, sondern gemeinsames Erkunden
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Vollständigkeit des pädiatrischen Befunds“. 3 P
  • Ein belastbarer Befund verbindet Perspektiven von Kind, Familie und relevanten Bezugspersonen mit direkter Alltagsbeobachtung
  • Tests werden nur gewählt, wenn sie eine konkrete Entscheidung beeinflussen
  • Widersprüche zwischen Kontexten werden beschrieben statt vorschnell aufgelöst

Gesamterscheinung und Bewegungsbeobachtung

Definieren Sie den Begriff „Gesamterscheinung“. 3 P
  • Beobachtet werden Wachheit, Kontakt, Atmung, Haltung, Muskeltonus, Symmetrie, Haut, Hilfsmittel und spontane Bewegung
  • Beschreibung bleibt konkret. „Hypoton“ wird erst nach mehreren Beobachtungen und geeigneter Prüfung verwendet
  • Ein entspanntes oder müdes Kind kann ähnlich wirken
Charakterisieren Sie „Spiel und Alltag“. 2 P
  • Freies und angeleitetes Spiel zeigt Motivation, Ideen, Wechsel zwischen Positionen, Umgang mit Fehlern und Nutzung beider Hände
  • Selbstversorgung oder schulische Aufgaben ergänzen den Befund, weil standardisierte Spielsituationen nicht alle Anforderungen abbilden
Beschreiben Sie die Bewegungsanalyse bei „Gesamterscheinung und Bewegungsbeobachtung“. 2 P
  • Analysiert werden Ausgangsstellung, Bewegungsbeginn, Richtung, Geschwindigkeit, Stabilität, Kompensation, Zielerreichung und Reaktion auf Unterstützung
  • Eine Bewegung kann ungewöhnlich aussehen und dennoch sicher und funktional sein
Begründen Sie die fachlichen Anforderungen bei „Belastbarkeit und Sicherheit“. 2 P
  • Pausenbedarf, Schmerz, Kreislauf, Atembelastung, Frustration und Überreizung werden dokumentiert
  • Bei Regression, neurologischen Warnzeichen, akuten Schmerzen oder deutlicher Asymmetrie wird medizinische Abklärung veranlasst
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Trennung von Beobachtung und Hypothese“. 3 P
  • Dokumentiert wird zuerst sichtbar und messbar: Ausgangsstellung, Bewegungsweg, Hilfe, Zeit und Reaktion
  • Die Deutung folgt als Arbeitshypothese
  • Akute Bewusstseinsänderung, neue neurologische Ausfälle, starke Schmerzen oder Kreislaufinstabilität erfordern sofortige Weiterleitung

Entwicklungsdiagnostik und Grenzsteine

Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Screening oder Diagnostik“. 4 P
  • Ein Screening identifiziert Kinder mit möglichem Abklärungsbedarf
  • Es stellt keine umfassende Diagnose
  • Entwicklungstabellen geben Orientierung für Fragen und Beobachtung
  • Standardisierte Entwicklungsdiagnostik benötigt festgelegte Durchführung, Auswertung und qualifizierte Interpretation
Charakterisieren Sie „Bereiche vergleichen“. 2 P
  • Körpermotorik, Handmotorik, Sprache, Wahrnehmung, Kognition, Sozialverhalten und Selbstversorgung werden nebeneinander betrachtet
  • Ein ungleichmäßiges Profil kann wichtiger sein als ein zusammengefasster Entwicklungswert
Beschreiben Sie Ablauf und fachliche Bedeutung von „Verlauf erfassen“. 3 P
  • Datum, Kontext, Hilfen und Qualität der Ausführung werden festgehalten
  • Wiederholte Beobachtungen zeigen Fortschritt oder Stillstand
  • Der Verlust erworbener Fähigkeiten ist ein Warnzeichen und wird nicht durch weitere Übung allein beantwortet
Erklären Sie den fachlichen Kern von „Kommunikation mit Familien“. 3 P
  • Ergebnisse werden wertschätzend und konkret vermittelt
  • Statt einer globalen Etikettierung werden vorhandene Fähigkeiten, nächste Schritte und notwendige Abklärungen beschrieben
  • Eltern erhalten keine scheinpräzise Prognose aus einem einzelnen Tabellenvergleich
Beschreiben Sie Ablauf und fachliche Bedeutung von „Entwicklungsstand mit Hilfebedarf“. 3 P
  • Erfasst wird, was das Kind selbstständig, nach Aufforderung oder mit welcher Hilfe in verschiedenen Kontexten kann
  • Grenzsteine sind Orientierung, keine Diagnose
  • Fehlender Fortschritt über Zeit oder Verlust erworbener Fähigkeiten erhält höhere Dringlichkeit als eine isolierte Abweichung

Reflexstatus und sensomotorischer Befund

Charakterisieren Sie „Standardisierte Bedingungen“. 3 P
  • Reflexprüfungen benötigen definierte Ausgangsstellung, Reiz, Beobachtung und Seitenvergleich
  • Wachheit, Angst, Muskeltonus und Mitarbeit beeinflussen das Ergebnis
  • Eine Reaktion wird mit Stärke, Symmetrie, Auslösbarkeit und Habituation beschrieben
Charakterisieren Sie „Mehr als Reflexe“. 2 P
  • Zum sensomotorischen Befund gehören Tonus, selektive Bewegung, Stell-, Gleichgewichts- und Schutzreaktionen, Sensibilität, Propriozeption, Koordination und Nutzung im Alltag
  • Reflexstatus ist ein Teilbild und kein eigenständiger Therapieplan
Erklären Sie Funktion und fachlichen Zweck von „Funktionelle Prüfung“. 2 P
  • Nach einer isolierten Beobachtung wird eine passende Handlung geprüft: beidseitiges Greifen, Vierfüßlerstand, Blick-Hand-Koordination oder Gleichgewicht
  • So wird sichtbar, ob das Muster tatsächlich die Aktivität beeinflusst
Charakterisieren Sie „Dokumentation und Weiterleitung“. 2 P
  • Neu auftretende pathologische Reflexe, deutliche Seitendifferenzen, Regression oder Kombination mit Kraft- und Sensibilitätsverlust werden medizinisch abgeklärt
  • Dokumentation trennt Beobachtung, Interpretation und Empfehlung
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Alltagsvalidität des Reflexbefunds“. 2 P
  • Der vermutete Reflexeinfluss muss in einer bedeutsamen Aktivität reproduzierbar sein und sich durch gezielte Veränderung der Aufgabe nachvollziehbar verändern
  • Bleibt das Muster nur in künstlicher Testposition sichtbar, darf es nicht allein die Behandlungsplanung bestimmen

BOT-2: motorische Fähigkeiten beurteilen

Erklären Sie den Zweck von „BOT-2: motorische Fähigkeiten beurteilen“. 2 P
  • Der Bruininks-Oseretzky Test of Motor Proficiency, zweite Ausgabe, erfasst verschiedene motorische Fähigkeiten von Kindern und Jugendlichen
  • Teilbereiche umfassen feinmotorische Präzision und Integration, manuelle Geschicklichkeit, bilaterale Koordination, Gleichgewicht, Schnelligkeit, Kraft und Koordination der oberen Extremität
Beschreiben Sie die Durchführung von „BOT-2: motorische Fähigkeiten beurteilen“. 3 P
  • Standardisierte Materialien, Instruktionen und Abbruchregeln sichern Vergleichbarkeit
  • Voll- und Kurzform dienen unterschiedlichen Fragestellungen
  • Ergebnisse werden nur mit passenden Normen und unter Berücksichtigung von Alter, Sprache, Motivation, Sehfähigkeit und körperlichen Voraussetzungen interpretiert
Beurteilen Sie die zentralen Grenzen und Risiken bei „Aussagegrenzen“. 3 P
  • Ein Motorikwert zeigt Leistung unter Testbedingungen
  • Er erklärt nicht automatisch, warum ein Kind im Sportunterricht, beim Anziehen oder Schreiben Schwierigkeiten hat
  • Übungseffekt, Tagesform und kulturelle Erfahrung können das Ergebnis beeinflussen
Leiten Sie aus „Ergotherapeutische Nutzung“ Konsequenzen für die ergotherapeutische Praxis ab. 3 P
  • Subtests werden nicht als beliebige Übungssammlung kopiert
  • Die Befunde werden mit Betätigungsbeobachtung verbunden und können Verlauf oder Schwerpunktwahl unterstützen
  • Testmaterial und Protokolle unterliegen den Nutzungsbedingungen des Verlags
Charakterisieren Sie „Verknüpfung von BOT-2 und Alltag“. 3 P
  • Vor der Testung wird eine konkrete Alltagsfrage formuliert
  • Der standardisierte Wert beschreibt Leistungsbereiche, ersetzt aber keine Betätigungsanalyse
  • Ergebnisse werden mit Beobachtung, Motivation, Verständnis, Ermüdung und Umweltbedingungen zusammengeführt

MOT 4–6: Motorik im Vorschulalter

Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Zielgruppe und Inhalt“. 2 P
  • Der Motoriktest für vier- bis sechsjährige Kinder prüft motorische Aufgaben aus Gleichgewicht, Koordination, Geschicklichkeit, Sprung-, Lauf- und Wurfleistungen sowie feinmotorischen Anforderungen
  • Er liefert ein strukturiertes Bild, ersetzt aber keine umfassende Entwicklungsdiagnostik
Definieren Sie den Begriff „Rahmen“. 3 P
  • Der Raum muss sicher und standardisiert vorbereitet sein
  • Instruktionen, Demonstrationen und Versuche folgen dem Manual
  • Ein spielerischer Kontakt unterstützt Mitarbeit, darf aber die Aufgabe nicht so verändern, dass Normwerte unbrauchbar werden
Ordnen Sie „Auswertung“ fachlich ein. 3 P
  • Rohwerte werden nach Manual in altersbezogene Kennwerte übertragen
  • Einzelne schwache Aufgaben können Hinweise geben, sind aber nicht unabhängig von Gesamtprofil und Beobachtung zu interpretieren
  • Auffälligkeiten werden mit Sehen, Verstehen, Angst, Erfahrung und Motivation abgeglichen
Definieren Sie den Begriff „Therapieableitung“. 2 P
  • Aus einem Testergebnis wird kein allgemeines „Motoriktraining“ abgeleitet
  • Ergotherapie wählt relevante Tätigkeiten, analysiert Anforderungen und prüft, ob Übung, Strategie, Umweltanpassung oder weitere Diagnostik nötig ist
Charakterisieren Sie „Nutzung des MOT 4–6“. 2 P
  • Der Testwert wird auf die konkrete Vorschulbetätigung bezogen, etwa Anziehen, Spielplatz, Basteln oder Gruppenaktivität
  • Förderung richtet sich nicht nur auf den schwächsten Untertest, sondern auf die Fähigkeit, die relevante Aufgabe mit angemessener Hilfe zu bewältigen

Grafomotorischer Befund

Erklären Sie Funktion und fachlichen Zweck von „Aufgabe beobachten“. 3 P
  • Der Befund beginnt mit einer realen Zeichen- oder Schreibanforderung
  • Beobachtet werden Sitzposition, Papierlage, Blick, Armführung, Handgelenk, Griff, Druck, Tempo, Pausen, Schmerz, Lesbarkeit und Korrekturen
  • Ergebnis und Aufwand werden getrennt bewertet
Charakterisieren Sie „Vier Perspektiven“. 3 P
  • Grafomotorik lässt sich motorisch, sensorisch, wahrnehmungsbezogen und betätigungsorientiert betrachten
  • Zusätzlich wirken Sprache, Aufmerksamkeit, Motivation, Unterrichtsmethode und Erfahrung
  • Eine einzelne Perspektive reicht selten aus
Definieren Sie den Begriff „Testverfahren“. 3 P
  • Je nach Fragestellung können standardisierte Schreib-, visuomotorische oder feinmotorische Verfahren eingesetzt werden
  • Normwerte gelten nur bei korrekter Durchführung
  • Kopieraufgaben prüfen andere Anforderungen als freies Schreiben oder Diktat
Beschreiben Sie die Dokumentation bei „Grafomotorischer Befund“. 2 P
  • Dokumentiert wird eine funktionale Ausgangslage: beispielsweise Anzahl lesbarer Wörter pro Minute, Schmerz, benötigte Pausen und Hilfen
  • Ziele richten sich auf schulische Teilhabe und Ausdauer, nicht nur auf eine bestimmte Stifthaltung
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Entscheidung im Schreibbefund“. 2 P
  • Die wirksamste Veränderung kann in Motorik, Strategie, Material, Zeit, Sitzplatz oder Aufgabenformat liegen
  • Priorisiert wird, was Lesbarkeit, Tempo, Ausdauer oder Schmerz in der realen Unterrichtssituation messbar verbessert und vom Kind akzeptiert wird

Sensorische Verarbeitung befunden

Charakterisieren Sie „Hypothesen bilden“. 2 P
  • Beobachtungen wie Vermeidung, starkes Suchen, geringe Registrierung oder ungenaue Körperwahrnehmung können auf sensorische Verarbeitungsbesonderheiten hinweisen
  • Sie können aber auch aus Angst, Aufmerksamkeit, Schmerz, Kommunikation oder Lernerfahrung entstehen
Charakterisieren Sie „Kontexte vergleichen“. 3 P
  • Geräusche, Berührung, Bewegung, Kleidung, Essen, Körperpflege und Gruppenräume werden in verschiedenen Umgebungen erfasst
  • Eltern- und Lehrkraftangaben ergänzen die direkte Beobachtung
  • Unterschiede zwischen Zuhause und Schule können auf Anforderung und Unterstützung hinweisen
Charakterisieren Sie „Qualitative und standardisierte Verfahren“. 3 P
  • Strukturierte Beobachtungen und Fragebögen können Muster sichtbar machen
  • Ergebnisse werden nicht als alleinige Diagnose verwendet
  • Standardisierte Verfahren benötigen die jeweilige Qualifikation und aktuelle Normierung
Charakterisieren Sie „Von der Reizliste zur Betätigung“. 2 P
  • Die zentrale Frage lautet nicht nur, welcher Reiz „zu viel“ oder „zu wenig“ ist, sondern welche Tätigkeit dadurch verhindert wird
  • Intervention kann Umwelt, Vorhersagbarkeit, Dosierung, Selbstregulation und aktive Handlung verändern
Unterscheiden Sie „Abgrenzung sensorischer Erklärungen“ anhand fachlicher Kriterien. 2 P
  • Sensorische Auffälligkeiten werden gegen Schmerz, Angst, Aufmerksamkeit, Kommunikation, Motorik und Umweltanforderung abgegrenzt
  • Eine Anpassung gilt als sinnvoll, wenn sie eine konkrete Alltagssituation verbessert, ohne Teilhabe unnötig einzuschränken oder Vermeidung zu verstärken

Befundbewertung, Ziele und Dokumentation

Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Befunde gewichten“. 3 P
  • Nicht jede Auffälligkeit wird Therapieziel
  • Relevanz ergibt sich aus Sicherheit, Teilhabe, Belastung, Veränderbarkeit und Anliegen des Kindes und der Familie
  • Ressourcen werden ausdrücklich erfasst, weil sie die Wahl der Strategie bestimmen
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Ziele formulieren“. 2 P
  • Ein Ziel beschreibt eine beobachtbare Betätigung, Bedingungen, erforderliche Hilfe und Zeitraum. „Verbesserung der Feinmotorik“ ist zu unspezifisch
  • „schneidet beim Basteln eine einfache Form mit höchstens einer verbalen Hilfe“ ist überprüfbar
Beschreiben Sie die Dokumentation bei „Befundbewertung, Ziele und Dokumentation“. 3 P
  • Berichte trennen Anamnese, Beobachtung, Testwerte, Interpretation, Ziel und Empfehlung
  • Wertende oder stigmatisierende Formulierungen werden vermieden
  • Datenschutz gilt besonders bei Angaben aus Schule, Familie und Entwicklungsdiagnostik
Beschreiben Sie Ablauf und fachliche Bedeutung von „Verlauf und Lernen“. 2 P
  • Das Tätigkeits- und Lernraster verbindet theoretisches Wissen, praktische Demonstration, angeleitete Durchführung und selbstständige Anwendung
  • Auch die Therapie wird zyklisch überprüft: Planen, durchführen, beobachten, begründen und anpassen
Charakterisieren Sie „Nachvollziehbare Entscheidungskette“. 3 P
  • Anliegen, Beobachtung, Hypothese, Ziel und Maßnahme müssen logisch verbunden sein
  • Kind und Familie sollen die Zielrichtung verstehen
  • Dokumentiert werden zudem Dosis, Unterstützung und Ergebnis, damit das Team Wirkung, Nebenwirkung und nächsten Schritt prüfen kann

Befundprozess bei Erwachsenen

Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Befund und Diagnostik“. 3 P
  • Diagnostik bezeichnet Strategien zum Erkennen und Ordnen von Störungen
  • Medizinische Diagnose und ergotherapeutischer Befund haben unterschiedliche Aufgaben
  • Ergotherapie erhebt, wie Funktionen, Aktivitäten, Umwelt und Ziele miteinander wirken
Definieren Sie den Begriff „Ersteindruck“. 2 P
  • Vigilanz, Orientierung, Kommunikation, Haltung, Mimik, Tonus, spontane Bewegung, Schmerz und Umgang mit Hilfsmitteln werden beobachtet
  • Der Ersteindruck erzeugt Hypothesen, keine endgültigen Urteile
Charakterisieren Sie „Anamnese und Interview“. 3 P
  • Probleme und Erwartungen werden aus Sicht der betroffenen Person und gegebenenfalls Angehöriger erfasst
  • Vorherige Rollen, Wohnumfeld, Arbeit, Interessen und Unterstützungsnetz sind therapierelevant
  • Defizitlisten ohne Lebenskontext führen zu unspezifischer Behandlung
Definieren Sie den Begriff „Hypothesenprüfung“. 3 P
  • Beobachtung einer bedeutsamen Aktivität zeigt, wo die Handlung scheitert
  • Gezielte Funktionsprüfung prüft vermutete Ursachen
  • Befund wird iterativ präzisiert, statt alle Tests unabhängig vom Problem durchzuführen
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Aktivitätsgeleiteter Erwachsenenbefund“. 3 P
  • Der Befund beginnt mit einer bedeutsamen Aktivität und beschreibt, an welcher Stelle sie scheitert oder unsicher wird
  • Daraus werden gezielte Fragen zu Motorik, Sensibilität, Wahrnehmung und Umwelt abgeleitet
  • Nicht benötigte Tests werden vermieden

ICF, Ergotherapeutisches Assessment und FIM

Definieren Sie den Begriff „ICF-Struktur“. 3 P
  • Körperfunktionen und -strukturen erklären nur einen Teil des Problems
  • Aktivitäten, Teilhabe, Umwelt- und personenbezogene Faktoren werden gleichwertig erhoben
  • Eine Aphasie, Hemiparese und Treppe im Wohnhaus können gemeinsam die Selbstständigkeit begrenzen
Leiten Sie aus „Ergotherapeutisches Assessment“ Konsequenzen für die ergotherapeutische Praxis ab. 2 P
  • Das EA strukturiert Wohnraum, Rollen, Interessen, Selbstversorgung, Produktivität und Freizeit aus ergotherapeutischer Perspektive
  • Es hilft, relevante Informationen von medizinischen Nebendaten zu unterscheiden und Ziele gemeinsam zu priorisieren
Charakterisieren Sie „FIM und Aktivität“. 3 P
  • Der Functional Independence Measure beschreibt Hilfebedarf bei ausgewählten Aktivitäten
  • Ein niedriger Wert zeigt Abhängigkeit, erklärt aber noch nicht die Ursache
  • Motorische, neuropsychologische, psychosoziale und Umweltfaktoren werden anschließend differenziert
Definieren Sie den Begriff „Hypothesenbildung“. 3 P
  • Auf Aktivitätsebene wird gefragt, wie und warum eine Handlung misslingt
  • Auf Funktionsebene werden Tonus, Koordination, Sensibilität oder Planung geprüft
  • Jede Hypothese muss durch Beobachtung oder Test gestützt und bei widersprechenden Daten geändert werden
Charakterisieren Sie „Prüfbare ICF-Arbeitshypothese“. 2 P
  • Eine Arbeitshypothese verbindet eine Körperfunktion mit einer konkreten Aktivität und einem Umweltfaktor, etwa Sensibilitätsverlust, unsicheres Kochen und fehlende Temperaturkontrolle
  • Sie wird durch Beobachtung geprüft und bei widersprechenden Daten angepasst

Motorischer und sensorischer Befund

Definieren Sie den Begriff „Motorik“. 2 P
  • Kopf- und Rumpfkontrolle, selektive Bewegung, Kraft, Geschwindigkeit, Ausdauer und Koordination werden in Ausgangsstellungen und Handlungen geprüft
  • Passive Beweglichkeit und Gewebewiderstand helfen, neurale von strukturellen Begrenzungen zu unterscheiden
Definieren Sie „Tonus“. 3 P
  • Tonus wird in Ruhe, bei Lagewechsel und aktiver Aufgabe beobachtet
  • Widerstand hängt von Geschwindigkeit, Aufmerksamkeit und Position ab
  • Ein einzelner passiver Eindruck darf nicht die gesamte Behandlungsplanung bestimmen
Erklären Sie den fachlichen Kern von „Sensibilität“. 4 P
  • Oberflächensensibilität umfasst Berührung, Druck, Schmerz und Temperatur
  • Tiefensensibilität Stellung und Bewegung
  • Tests erfolgen mit Sichtschutz, Vergleich und klarer Antwortmöglichkeit
  • Insensible Haut braucht Schutz und alltagsnahe Kompensation
Charakterisieren Sie „Koordination und Gleichgewicht“. 2 P
  • Zielbewegung, schnelle Wechselbewegungen, Stützreaktionen und Gewichtsverlagerung werden funktionell beobachtet
  • Fehler werden nach Richtung, Konstanz und Einfluss von Sehen oder Geschwindigkeit beschrieben
Erklären Sie Funktion und fachlichen Zweck von „Auswahl funktionell relevanter Tests“. 3 P
  • Gewählt wird die Funktionsprüfung, die ein beobachtetes Aktivitätsproblem erklären oder eine Entscheidung verändern kann
  • Zusätzliche Messungen ohne Konsequenz erhöhen nur die Datenmenge
  • Ergebnisse werden mit Seitenvergleich, Kontext und Sicherheitsrisiko dokumentiert

Schulter- und Handbefund nach Schlaganfall

Definieren Sie den Begriff „Inspektion“. 3 P
  • Verglichen werden Schulterhöhe, Scapulastellung, Armposition, Schwellung und Haut
  • Abstand zwischen Akromion und Humeruskopf kann auf Subluxation hinweisen
  • Der Befund wird in Ruhe und Aktivität erhoben
Definieren Sie den Begriff „Bewegung“. 3 P
  • Scapulabewegung wird vor und während Armhebung beobachtet
  • Humeruskopfzentrierung, Schmerz, Kompensation und Bewegungsqualität sind wichtiger als maximaler Winkel
  • Passive Bewegung erfolgt nie gegen Schutzspannung oder Schmerz
Definieren Sie den Begriff „Hand“. 2 P
  • Ödem, Temperatur, Farbe, Sensibilität, passive Beweglichkeit, aktive Ansteuerung und Griff werden geprüft
  • Die Hand kann trotz geringer aktiver Bewegung in Stütz, Pflege und bilaterale Tätigkeiten einbezogen werden
Beurteilen Sie den Befund bei „Schulter- und Handbefund nach Schlaganfall“. 2 P
  • Schmerz kann biomechanisch, entzündlich, neurogen oder zentral mitbedingt sein
  • Die Arbeitshypothese entscheidet über Positionierung, Aktivierung, Hilfsmittel, Schiene oder medizinische Rücksprache
Unterscheiden Sie „Differenzialbeobachtung an Schulter und Hand“ anhand fachlicher Kriterien. 3 P
  • Subluxation, schmerzhafte Bewegung, Ödem, Sensibilitätsverlust und mögliche CRPS-Zeichen werden getrennt beschrieben
  • Ergotherapie beurteilt Funktion und Risiko, stellt aber keine ärztliche Diagnose
  • Neue starke Schmerzen, Entzündungszeichen oder autonome Veränderungen werden abgeklärt

Transferbefund und Sicherheit

Definieren Sie „Transferbegriff“ fachlich präzise. 3 P
  • Transfer stammt von lateinisch transferre, „hinübertragen“
  • Gemeint ist Wechsel zwischen Ausgangsstellungen oder Orten, etwa Liegen–Sitzen, Bett–Rollstuhl oder Sitz–Stand
  • Ziel ist nicht Transportieren, sondern sichere Eigenaktivität
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Befund“. 2 P
  • Beobachtet werden Verständnis, Angst, Schmerz, Rumpfkontrolle, Fußkontakt, Gewichtsübernahme, Schlüsselpunkte und Nutzung der betroffenen Seite
  • Ausgangs- und Endposition sowie Umgebung werden vorbereitet, bevor Bewegung beginnt
Begründen Sie die Sicherheitsanforderungen bei „Transferbefund und Sicherheit“. 3 P
  • Bremsen, Fußstützen, Bett- und Sitzhöhe, Schuhe, Platz, Licht und Hilfsmittel werden kontrolliert
  • Benötigte Zahl der Hilfspersonen wird realistisch gewählt
  • Ziehen am paretischen Arm oder unkontrolliertes Heben schädigt Patient und Helfende
Erklären Sie Wirkzusammenhänge bei „Lernwirkung“. 3 P
  • Zeit zum Spüren und aktiven Organisieren ist Teil der Therapie
  • Rutschbrett, Rollboard oder Safetex reduzieren Reibung, ersetzen aber nicht Anleitung
  • Hilfe wird dort gegeben, wo Kontrolle fehlt, und bei Fortschritt reduziert
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Struktur eines sicheren Transferbefunds“. 3 P
  • Der Befund nennt Ausgangs- und Endstellung, Unterstützungsfläche, Gewichtsweg, Eigenaktivität, Hilfsmittel und genaue Hilfestellung
  • Bremsen, Fußkontakt, Schmerz, Kreislauf und Zahl der Hilfspersonen werden vor Beginn geprüft
  • Hilfe wird nur so weit wie nötig gegeben

Dokumentation und Evaluation

Erklären Sie den fachlichen Kern von „Inhalte“. 2 P
  • Dokumentation umfasst anamnestische Daten, Befund, Hypothese, Ziele, Planung, durchgeführte Intervention, Reaktion und Ergebnis
  • Sie ist fachliche Kommunikation, Leistungsnachweis und Grundlage der Evaluation
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Zielbezug“. 2 P
  • Ein Eintrag beschreibt nicht nur „Bobath durchgeführt“, sondern Aufgabe, Hilfestellung, Dosis und beobachtete Veränderung
  • Ziele müssen so formuliert sein, dass Fortschritt oder fehlende Wirkung erkennbar wird
Ordnen Sie „Digitale Systeme“ fachlich ein. 3 P
  • Praxissoftware und Kliniksysteme strukturieren Daten unterschiedlich
  • Standardfelder ersetzen nicht klinisches Denken
  • Datenschutz, Einwilligung und rollenbezogener Zugriff gelten besonders für Fotos und Videos
Beschreiben Sie die Evaluation von „Dokumentation und Evaluation“. 2 P
  • Verlaufsbefund vergleicht mit Ausgangslage und Alltag, nicht nur mit letzter Einheit
  • Wenn eine Maßnahme keinen Transfer zeigt oder Nebenwirkungen erzeugt, wird Hypothese und Plan angepasst
Charakterisieren Sie „Dokumentation einer neurophysiologischen Intervention“. 3 P
  • Ein Eintrag beschreibt Ausgangsproblem, Aufgabe, Dosis, manuelle oder verbale Hilfe, Reaktion und Ergebnis
  • Der nächste Entscheidungsschritt folgt aus dem Vergleich mit Ziel und Alltag
  • Ein bloßer Konzeptname wie „Bobath“ dokumentiert weder Inhalt noch Wirkung

Die Fragen und Antworten wurden aus den redaktionellen Lerntexten dieses Kapitels abgeleitet. Jede Antwort gehört ausschließlich zu der unmittelbar darüberstehenden Frage.

Hinweise des Lehrplans
  • praktische Übungen vgl. Lehrpläne Biologie, Anatomie und Physiologie, Grundlagen der Ergotherapie, Spezielle Krankheitslehre LPE 3, 6 und 10 sowie Psychologie und Pädagogik
  • Allensbacher Feinmotorik Test (AFM- Test), O’Connor Finger Dexterity Test, Mirroring, Placing, Holding, 2-Punkt- Diskriminierung
  • Occupational Performance Model (MOHO), Model of Occupational Functionae
  • Arbeit mit Befundbögen
  • Nutzung digitaler Technik

Quelle: Sächsisches Staatsministerium für Kultus: Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin, freigegeben ab 1. August 2020, S. 124.

03 Methoden, Behandlungskonzepte und Durchführungsmodalitäten 40 (22) Ustd. 91 Unterfragen
Lehrplananforderung

Die Schülerinnen und Schüler analysieren ausgewählte Therapiemittel und -medien mit differenzierten Anforderungsmodalitäten. Sie wählen Medien entsprechend der ergotherapeutischen Zielsetzung aus und begründen ihre Entscheidung. Die Schülerinnen und Schüler setzen sich mit verschiedenen Behandlungskonzepten auseinander und erarbeiten für ausgewählte Fallbeispiele Behandlungspläne. In Anlehnung an vorgestellte Konzepte führen sie Behandlungssequenzen selbstständig durch.

Quelle: Sächsisches Staatsministerium für Kultus: Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin, freigegeben ab 1. August 2020, S. 125.

Fragen & Antworten91

Kapitelkern

Charakterisieren Sie „Analyse von Therapiemitteln und -medien“. 4 P
  • Bobath-Konzept
  • Sensorische Integrationstherapie nach Ayres
  • Pädagogisch-therapeutisches Konzept nach Frostig
  • Weitere Behandlungskonzepte

Therapiemittel, Medien und Dosierung

Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Medium ist nicht Methode“. 3 P
  • Ball, Schaukel, Stift, Werkmaterial oder digitales Spiel sind Medien
  • Die Methode beschreibt, warum und wie sie eingesetzt werden
  • Dass ein Kind gern schaukelt, beweist weder eine Diagnose noch eine therapeutische Wirkung
Charakterisieren Sie „Anforderungen analysieren“. 2 P
  • Geprüft werden Körperposition, Kraft, Koordination, Wahrnehmung, Planung, Aufmerksamkeit, Regeln, soziale Anforderungen und Fehlertoleranz
  • Danach wird verändert: Höhe, Tempo, Widerstand, Materialgröße, Reizmenge, Zeit oder Hilfe
Erläutern Sie die Dosierung bei „Therapiemittel, Medien und Dosierung“. 3 P
  • Dosierung umfasst Intensität, Dauer, Wiederholung, Pausen und Komplexität
  • Anzeichen von Überforderung, Schmerz, Schwindel, vegetativer Reaktion oder anhaltender Dysregulation führen zur Anpassung
  • Mehr Reiz ist nicht automatisch mehr Wirkung
Erläutern Sie den Transfer bei „Therapiemittel, Medien und Dosierung“. 2 P
  • Eine Übung erhält therapeutischen Wert, wenn sie auf ein vereinbartes Ziel bezogen und in Alltagssituationen übertragen wird
  • Eltern und pädagogische Fachkräfte erhalten wenige konkrete, machbare Empfehlungen statt umfangreicher Übungsprogramme
Charakterisieren Sie „Begründung eines Therapiemittels“. 3 P
  • Ein Medium wird über das angestrebte Wirkprinzip und die konkrete Betätigung begründet
  • Ausgangsstellung, Schwierigkeit, Wiederholungen, Pausen und Hilfen werden dosiert
  • Transfer zeigt sich erst, wenn die veränderte Fähigkeit in einer anderen Alltagssituation nutzbar wird

Bobath-Konzept bei Kindern

Beschreiben Sie Ablauf und fachliche Bedeutung von „Entwicklung des Konzepts“. 3 P
  • Das Bobath-Konzept entstand aus der Arbeit von Berta und Karel Bobath mit Menschen mit zentralen Bewegungsstörungen
  • Es ist ein offenes, weiterentwickeltes Konzept und kein festes Übungsprogramm
  • Historische Begriffe wie „Reflexhemmung“ werden heute durch aktive, aufgabenbezogene Perspektiven ergänzt
Charakterisieren Sie „Analyse und Fazilitation“. 4 P
  • Therapeutinnen analysieren Haltung, Tonus, selektive Bewegung, Gleichgewicht und Umweltbedingungen
  • Fazilitation bedeutet, eine günstige Eigenaktivität durch Kontakt, Ausgangsstellung, Aufgabe und Timing zu erleichtern
  • Das Kind bleibt aktiv
  • Bewegung wird nicht vollständig übernommen
Charakterisieren Sie „Alltag und Umfeld“. 2 P
  • Essen, Anziehen, Tragen, Sitzen, Spielen und Mobilität bieten wiederkehrende Lerngelegenheiten
  • Beratung zu Positionierung und Handling wird so gestaltet, dass Alltag nicht zu einer dauernden Therapiesituation wird und Beziehung erhalten bleibt
Charakterisieren Sie „Evidenz und Zielkontrolle“. 3 P
  • Ein Konzeptname ersetzt keine Zielbegründung
  • Maßnahmen werden an konkreter Funktion und Teilhabe überprüft
  • Andere motorische Lernansätze, Hilfsmittel oder kompensatorische Strategien können je nach Kind geeigneter sein
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Kriterium für hilfreiche Fazilitation“. 2 P
  • Hilfreiche Unterstützung ermöglicht dem Kind eine aktive, variierbare Lösung und wird bei wachsender Kontrolle reduziert
  • Bewertet wird nicht die äußere Bewegungsform allein, sondern ob die vereinbarte Betätigung sicherer, selbstständiger und auch außerhalb der Therapie möglich wird

Therapeutisches Führen nach Affolter

Erläutern Sie die Kernaussagen von „Grundannahme“ bei „Therapeutisches Führen nach Affolter“. 2 P
  • Félicie Affolter stellte gespürte, taktil-kinästhetische Information im Alltagshandeln in den Mittelpunkt
  • Menschen mit Wahrnehmungsverarbeitungsstörungen können Schwierigkeiten haben, Beziehungen zwischen Körper, Gegenstand und Umwelt zu erkennen und Handlungen zu organisieren
Analysieren Sie den Zusammenhang bei „Geführte Interaktion“. 3 P
  • Die Therapeutin führt Hände und Körper innerhalb einer realen Aufgabe, ohne die Handlung nur verbal zu erklären
  • Kontakt vermittelt Lage, Widerstand, Richtung und Veränderung
  • Geführt wird so viel wie nötig und so wenig wie möglich
Definieren Sie den Begriff „Alltagsereignisse“. 3 P
  • Geeignet sind sinnvolle Ereignisse wie Öffnen, Gießen, Waschen, Anziehen oder Aufräumen
  • Der Gegenstand bleibt Bestandteil der Umweltbeziehung
  • Abstrakte Handbewegungen ohne Ergebnis entsprechen dem Ansatz weniger
Beurteilen Sie die zentralen Grenzen und Risiken bei „Sicherheit und Grenzen“. 4 P
  • Führen erfordert Einwilligung, sensibles Beobachten und klare Grenzen
  • Widerstand, Schmerz oder Abwehr werden nicht „überführt“
  • Wirkung wird an wachsender Eigenaktivität und Alltagshandlung geprüft
  • Das Konzept kann bei Kindern und Erwachsenen eingesetzt werden, benötigt aber qualifizierte Anleitung
Analysieren Sie den Zusammenhang bei „Informationsgewinn durch geführte Interaktion“. 3 P
  • Der Kontakt vermittelt spürbare Information über Objekt, Unterlage und Bewegungsfolge, ohne die Handlung vollständig abzunehmen
  • Hilfen werden so dosiert, dass die Person zunehmend selbst organisiert
  • Fortschritt zeigt sich in geringerem Führungsbedarf und besserer Alltagsausführung

Sensorische Integrationstherapie nach Ayres

Leiten Sie aus „Therapeutische Prinzipien“ Konsequenzen für die ergotherapeutische Praxis ab. 2 P
  • Die Therapie nach Ayres nutzt aktive, spielerische Herausforderungen, in denen das Kind sensorische Information organisiert und eine adaptive Reaktion entwickelt
  • Die Aufgabe liegt im Bereich einer gerade bewältigbaren Herausforderung und erlaubt Wahl, Eigeninitiative und Erfolg
Charakterisieren Sie „Raum und Material“. 3 P
  • Schaukeln, Klettern, Rollen, Widerstände oder taktile Materialien werden nicht als standardisierte Reizmenge eingesetzt
  • Auswahl und Sicherung beruhen auf Befund, Ziel und Reaktion
  • Vestibuläre Reize benötigen besondere Vorsicht bei Schwindel, Epilepsie oder medizinischen Risiken
Analysieren Sie den Zusammenhang bei „Therapeutische Beziehung“ bei „Sensorische Integrationstherapie nach Ayres“. 4 P
  • Die Therapeutin folgt Interessen, strukturiert aber Anforderungen
  • Sie beobachtet Regulation, Planung, Haltung und Anpassung
  • Beliebigkeit ist ebenso unpassend wie starres Abarbeiten
  • Das Kind soll erleben, dass seine Handlung eine wirksame Veränderung erzeugt
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Transfer und Evaluation“. 3 P
  • Verbesserungen im Therapieraum werden auf Anziehen, Essen, Spielplatz, Unterricht oder Gruppenbeteiligung übertragen
  • Häusliche Empfehlungen sind konkret und alltagsnah
  • Pauschale „sensorische Diäten“ ohne Verlaufskontrolle sind zu vermeiden
Beurteilen Sie die zentralen Grenzen und Risiken bei „Adaptive Reaktion und Sicherheitsgrenze“. 3 P
  • Die Aufgabe soll eine aktive, gerade noch bewältigbare adaptive Reaktion auslösen
  • Intensität und Bewegung werden an Wachheit, autonome Zeichen, Angst und Gleichgewicht angepasst
  • Wirkung wird an funktioneller Regulation und Alltagstransfer geprüft, nicht nur an Freude im Therapieraum

Pädagogisch-therapeutisches Konzept nach Frostig

Ordnen Sie „Historischer Ansatz“ fachlich ein. 2 P
  • Marianne Frostig entwickelte ein pädagogisch-therapeutisches Konzept zur Förderung visueller Wahrnehmung und visuomotorischer Fähigkeiten
  • Bekannte Bereiche sind Auge-Hand-Koordination, Figur-Grund-Unterscheidung, Formkonstanz, Raumlage und räumliche Beziehungen
Definieren Sie den Begriff „Förderung“ bei „Pädagogisch-therapeutisches Konzept nach Frostig“. 2 P
  • Aufgaben können vom körperlichen Handeln im Raum über dreidimensionale Materialien zu Papier-Bleistift-Anforderungen aufgebaut werden
  • Schwierigkeit wird über Reizdichte, Ähnlichkeit, Orientierung, Zeit und motorische Anforderungen verändert
Charakterisieren Sie „Test und Therapie trennen“. 3 P
  • Frostigs Entwicklungstests dienen standardisierter Erfassung
  • Testaufgaben werden nicht einfach als Therapie wiederholt, weil dadurch Übungseffekte entstehen und der Transfer unklar bleibt
  • Förderung greift das zugrunde liegende Problem in variierenden Alltagssituationen auf
Ordnen Sie „Pädagogisch-therapeutisches Konzept nach Frostig“ fachlich ein. 3 P
  • Visuelle Wahrnehmung wird heute stärker mit Aufmerksamkeit, Motorik, Sprache, Exekutivfunktionen und Betätigung verbunden
  • Ein schwacher Wert führt nicht automatisch zu isoliertem Wahrnehmungstraining
  • Schulische Anpassungen können ebenso wichtig sein
Beurteilen Sie die zentralen Grenzen und Risiken bei „Auswahl bei visuellen Wahrnehmungsproblemen“. 3 P
  • Zuerst wird die visuelle Anforderung der konkreten Aufgabe bestimmt
  • Je nach Befund werden Funktionstraining, Suchstrategie, verbale Strukturierung oder Umweltanpassung kombiniert
  • Ein Testdefizit allein rechtfertigt kein unspezifisches Wahrnehmungstraining

Grafomotorische Intervention

Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Ziel bestimmen“. 2 P
  • Ziel kann lesbares und ausreichend schnelles Schreiben, schmerzfreies Zeichnen, bessere Ausdauer oder selbstständiger Materialgebrauch sein
  • Die Therapie beginnt mit der tatsächlichen schulischen oder alltäglichen Anforderung
Erklären Sie Funktion und fachlichen Zweck von „Funktion und Strategie“. 2 P
  • Je nach Befund werden Sitz- und Papierposition, Schulter- und Handgelenkstabilität, Fingerbeweglichkeit, Druckdosierung, Blickführung oder Buchstabenabläufe bearbeitet
  • Verbale Selbstinstruktion, Rhythmus und kurze Wiederholungsblöcke können Automatisierung unterstützen
Charakterisieren Sie „Material und Umwelt“. 3 P
  • Stiftform, Reibung, Linienabstand, Schreibhilfe, Unterlage, Tischhöhe und Zeitvorgaben werden erprobt
  • Hilfsmittel sind kein Ersatz für Lernen, können aber unnötige Belastung reduzieren
  • Digitale Eingabe kann eine gleichwertige Kompensation sein
Erläutern Sie den Transfer bei „Grafomotorische Intervention“. 3 P
  • Übungsmaterial ähnelt schrittweise der echten Aufgabe
  • Lehrkräfte und Eltern erhalten klare Absprachen, damit nicht widersprüchliche Griff- oder Schriftvorgaben entstehen
  • Erfolg wird an Schriftprobe, Tempo, Schmerz und Beteiligung gemessen
Erklären Sie Funktion und fachlichen Zweck von „Funktioneller Erfolg grafomotorischer Therapie“. 3 P
  • Erfolg zeigt sich durch lesbareres, schnelleres oder weniger belastendes Schreiben in der relevanten Situation
  • Formale Bewegungsübungen sind nur sinnvoll, wenn sie übertragen werden
  • Materialanpassung, Pausen, Strategie und tatsächliche Schreibmenge werden gleichwertig geprüft

Reflexbezogene Spiel- und Bewegungsgeschichten

Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Spiel als Lernform“. 2 P
  • Bewegungsgeschichten verbinden Rollen, Stützen, Krabbeln, Gleichgewicht, Überkreuzen und Handgebrauch mit einer verständlichen Handlung
  • Sie können Motivation und Wiederholung erhöhen, wenn das Kind Wahl und Erfolg erlebt
Charakterisieren Sie „Reflexbezug vorsichtig verwenden“. 3 P
  • Einzelne Bewegungen werden häufig bestimmten frühkindlichen Reflexen zugeordnet
  • Diese Zuordnung darf nicht als gesicherter Wirkmechanismus ausgegeben werden
  • Entscheidend ist, welche motorische oder betätigungsbezogene Fähigkeit tatsächlich geübt wird
Erläutern Sie die Dosierung bei „Reflexbezogene Spiel- und Bewegungsgeschichten“. 3 P
  • Aufgaben werden an Alter, Belastbarkeit, Gelenkstabilität und Aufmerksamkeit angepasst
  • Schmerz, Schwindel, Angst oder deutliche Ermüdung beenden oder verändern die Aufgabe
  • Qualität und Selbstständigkeit sind wichtiger als hohe Wiederholungszahlen
Beschreiben Sie die Evaluation von „Reflexbezogene Spiel- und Bewegungsgeschichten“. 2 P
  • Vor und nach einer Übungsphase wird die Zielhandlung geprüft, etwa Sitzen am Tisch, Ballfangen oder beidhändiges Schneiden
  • Eine veränderte isolierte Reflexreaktion ohne Verbesserung im Alltag reicht nicht als Erfolgskriterium
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Ziel und Transfer einer Bewegungsgeschichte“. 3 P
  • Die Geschichte benötigt ein klar benanntes Ziel wie Stützen, bilaterale Koordination oder Lagewechsel
  • Die Wirkung wird in einer anderen Alltagshandlung überprüft
  • Eine unterhaltsame Durchführung ohne messbare Funktionsveränderung ist kein ausreichender Wirksamkeitsnachweis

Behandlungsplanung, Durchführung und Transfer

Definieren Sie den Begriff „Entscheidungskette“. 2 P
  • Ein Behandlungsplan verbindet Anliegen, Betätigungsanalyse, Befundhypothese, Ziel, Methode, Medium, Dosierung und Evaluation
  • Der Name eines Konzepts steht nicht am Anfang, sondern folgt aus der begründeten Auswahl eines Wirkprinzips
Definieren Sie den Begriff „Behandlungssequenz“. 2 P
  • Eine Sequenz enthält Ankommen und Regulation, zielbezogene Hauptaktivität, Variation oder Steigerung, Auswertung und Transferabrede
  • Alternativen werden vorbereitet, falls Material, Tagesform oder Sicherheit eine Änderung erfordern
Definieren Sie den Begriff „Zusammenarbeit“. 3 P
  • Empfehlungen an Familie und Schule sind kurz, realistisch und in bestehende Routinen integrierbar
  • Verantwortlichkeiten werden geklärt
  • Das Kind wird nicht mit parallelen Programmen überlastet
Beschreiben Sie die Evaluation von „Behandlungsplanung, Durchführung und Transfer“. 2 P
  • Ergebnismaße können Zielerreichung, Hilfebedarf, Häufigkeit, Dauer, Qualität oder Beteiligung abbilden
  • Bleibt Fortschritt aus, werden Hypothese, Dosierung, Motivation, Kontext und medizinische Faktoren neu geprüft
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Konsistenz der Behandlungsplanung“. 3 P
  • Jede Maßnahme wird aus Befund, Hypothese und Ziel abgeleitet
  • Dosis, Hilfe und Sicherheitsgrenze sind festgelegt
  • Für den Transfer wird vereinbart, wer welche Aufgabe in welchem Alltag erprobt und anhand welchen Kriteriums die Wirkung bewertet wird

Betätigung als Therapiemittel und Ziel

Charakterisieren Sie „Mittel und Medien“. 3 P
  • Therapeutische Mittel sind Gegenstände oder Handlungen, die Zielerreichung ermöglichen
  • Medien betonen die vermittelnde Funktion zwischen Person, Gegenstand und Handlung
  • Im Berufsalltag werden beide Begriffe häufig synonym verwendet
Charakterisieren Sie „Dreifache Rolle der Betätigung“. 3 P
  • Betätigung dient als Befund, als Weg der Veränderung und als Ziel
  • Beim Anziehen zeigt sich ein Problem, die Aktivität wird therapeutisch angepasst geübt und selbstständiges Anziehen bleibt das Ergebnis
  • Ein Übungsgerät ist nur sinnvoll, wenn es diesen Zusammenhang unterstützt
Definieren Sie den Begriff „Anforderungsmodalitäten“. 3 P
  • Eine Aufgabe besitzt motorische, sensorische, kognitive, psychische und soziale Anforderungen
  • Material, Position, Tempo, Anleitung und Umwelt verändern sie
  • Auswahl folgt der Hypothese, nicht dem Konzeptnamen
Erläutern Sie die Dosierung bei „Betätigung als Therapiemittel und Ziel“. 3 P
  • Die Schwierigkeit liegt knapp oberhalb des sicher Beherrschten und erlaubt aktive Lösung
  • Zu viel Hilfe verhindert Lernen, zu wenig erzeugt Unsicherheit oder Kompensation
  • Reaktion und Transfer bestimmen die nächste Stufe
Charakterisieren Sie „Analyse eines betätigungsbezogenen Mediums“. 2 P
  • Ein Medium wird nach den motorischen, sensorischen, kognitiven und sozialen Anforderungen der Zielbetätigung ausgewählt
  • Es ist dann geeignet, wenn es die relevante Anforderung dosierbar übt oder kompensiert und die Person einen erkennbaren Alltagsnutzen erreicht

Bobath-Konzept bei Erwachsenen

Erläutern Sie den Grundgedanken von „Bobath-Konzept bei Erwachsenen“. 3 P
  • Das Bobath-Konzept ist ein problemlösender Ansatz für Menschen mit neurologischer Schädigung
  • Befund und Behandlung finden in bedeutsamen Aktivitäten statt
  • Haltungskontrolle, selektive Bewegung und sensorische Information werden an individuelle Aufgaben angepasst
Definieren Sie den Begriff „Fazilitation“. 3 P
  • Fazilitation bedeutet Erleichterung aktiver Organisation
  • Therapeutischer Kontakt an Schlüsselpunkten gibt Richtung, Stabilität oder sensorische Information
  • Er ersetzt nicht die Eigenaktivität und wird reduziert, sobald die Person Kontrolle übernimmt
Charakterisieren Sie „Alltag und 24 Stunden“. 2 P
  • Positionierung, Pflege, Transfer und selbstständige Tätigkeiten wirken über die einzelne Therapieeinheit hinaus
  • Alle Beteiligten sollen schädliche Zug- und Schutzmuster vermeiden und hilfreiche Strategien konsistent anwenden
Ordnen Sie „Bobath-Konzept bei Erwachsenen“ fachlich ein. 3 P
  • Ein Konzept liefert Denk- und Handlungsmöglichkeiten, keine starre Griffabfolge
  • Aufgabenorientiertes Üben, hohe aktive Wiederholung und Teilhabeziele werden mit einbezogen
  • Wirkung wird gemessen und bei fehlendem Transfer verändert
Charakterisieren Sie „Eigenaktivität innerhalb der Fazilitation“. 3 P
  • Die Patientin bleibt aktive Problemlöserin
  • Therapeutische Information unterstützt Ausrichtung, Gewichtsübernahme oder selektive Bewegung und wird sofort reduziert, sobald eigene Kontrolle möglich ist
  • Dauerhafte manuelle Führung ohne Transfer widerspricht dem Ziel der Selbstständigkeit

Transfer: Fazilitation und Hilfsmittel

Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Vorbereitung“ bei „Transfer“. 3 P
  • Zielort, Bremsen, Fußstützen, Höhe und Weg werden vorbereitet
  • Die Person erhält verständliche Information und Zeit
  • Ausgangsstellung schafft Fußkontakt, symmetrische oder bewusst asymmetrische Belastung und erreichbare Handstützpunkte
Definieren Sie „Fazilitation“. 3 P
  • Hilfe richtet Bewegung über Becken, Rumpf oder Schultergürtel, ohne am Arm zu ziehen
  • Gewichtsverlagerung geht dem Abheben voraus
  • Die Therapeutin schützt, aber hebt nicht unnötig das gesamte Körpergewicht
Definieren Sie den Begriff „Hilfsmittel“. 3 P
  • Rutschbrett verkürzt den Höhenunterschied und ermöglicht schrittweise seitliche Bewegung
  • Rollboard und Gleitmaterial reduzieren Reibung im Bett
  • Gehbank, Rollator oder Unterarmstützen benötigen ausreichende Kontrolle und werden nicht allein nach Diagnose gewählt
Definieren Sie den Begriff „Steigerung“. 2 P
  • Transfer wird von viel zu wenig Hilfe, von stabiler zu variabler Umgebung und von Teilbewegung zur vollständigen Alltagssituation aufgebaut
  • Qualität und Sicherheit gehen Geschwindigkeit vor
Charakterisieren Sie „Reduktion von Transferhilfen“. 3 P
  • Unverzichtbar ist nur die Hilfe, die Sicherheit gewährleistet oder eine fehlende Teilkontrolle ersetzt
  • Gewohnheitsmäßige Unterstützung wird erkannt, indem einzelne Hilfen kontrolliert reduziert werden
  • Fortschritt zeigt sich durch mehr Eigenaktivität bei gleichbleibender Sicherheit

PANat und Luftpolsterschienen

Definieren Sie den Begriff „Ansatz“. 3 P
  • PANat entwickelte sich aus der Arbeit mit Johnstone-Luftpolsterschienen
  • Pneumatische Schienen können Extremitäten ausrichten, sensorische Information geben und Bewegung assistieren
  • Heute werden sie in aktive Aufgaben eingebettet statt als rein passive Tonusbehandlung verstanden
Erläutern Sie die Kernaussagen von „Prinzipien“. 3 P
  • Rehabilitation beginnt mit Haltungskontrolle und nutzt schwächere Muskelgruppen aktiv
  • Schienen und Geräte sollen physiologische Bewegung ermöglichen, nicht Bewegung für die Person übernehmen
  • Motorische, sensorische und kognitive Anforderungen werden kombiniert
Beschreiben Sie die Anwendung von „PANat und Luftpolsterschienen“. 3 P
  • Druck, Länge, Gelenkstellung und Haut werden kontrolliert
  • Training verbindet Schiene mit Reichbewegung, Stütz, Greifen oder Gewichtsverlagerung
  • Nach dem Ablegen wird geprüft, ob die Person die verbesserte Organisation ohne Gerät nutzt
Beurteilen Sie die zentralen Grenzen und Risiken bei „Grenzen“ bei „PANat und Luftpolsterschienen“. 2 P
  • Akute medizinische Risiken, schwere Sensibilitäts- oder Hautprobleme und bestimmte kardiorespiratorische Situationen können gegen Anwendung sprechen
  • Die Methode benötigt fachliche Einweisung und individuelle Kontrolle
Erklären Sie Funktion und fachlichen Zweck von „Aktive Funktion trotz Luftpolsterschiene“. 3 P
  • Die Schiene soll Ausrichtung und Wahrnehmung so unterstützen, dass eine aktive Aufgabe möglich wird
  • Haut, Druck, Kreislauf und Sensibilität werden überwacht
  • Entscheidend ist, ob die erreichte Kontrolle schrittweise ohne Schiene oder in einer Alltagshandlung nutzbar bleibt

CIMT und aufgabenspezifisches Training

Charakterisieren Sie „Erlernter Nichtgebrauch“. 3 P
  • Nach Schlaganfall scheitern Versuche mit der betroffenen Hand
  • Die Person weicht auf die andere Seite aus, wodurch Nutzung und Erfahrung weiter abnehmen
  • CIMT unterbricht diesen Kreislauf durch begrenzte Nutzung der weniger betroffenen Hand und intensives Training der betroffenen
Definieren Sie den Begriff „Voraussetzungen“ bei „CIMT und aufgabenspezifisches Training“. 4 P
  • Ausreichende aktive Bewegung, Verständnis, Belastbarkeit und Hautsicherheit sind erforderlich
  • Klassische CIMT ist intensiv
  • Modifizierte Formen verteilen Training alltagstauglicher
  • Zwang ohne Erfolgserwartung ist nicht das Ziel
Definieren Sie den Begriff „Shaping“. 3 P
  • Aufgaben werden in kleinen Schritten gesteigert und häufig wiederholt
  • Schwierigkeit wird über Reichweite, Objektgröße, Zeit, Präzision oder Widerstand angepasst
  • Rückmeldung betont Fortschritt und Strategie
Definieren Sie den Begriff „Transferpaket“. 3 P
  • Hausaufgaben, Aktivitätsvertrag, Tagebuch und Problemlösen übertragen Nutzung in den Alltag
  • Verbesserte Testleistung ohne tatsächliche Handnutzung reicht nicht
  • Bimanuale Tätigkeiten werden ergänzend aufgebaut
Charakterisieren Sie „Voraussetzungen für CIMT“. 3 P
  • CIMT setzt ausreichende aktive Restfunktion, Belastbarkeit, Verständnis und eine relevante Alltagssituation voraus
  • Die Intensität wird individuell geplant
  • Bei Schmerz, erheblicher Subluxationsgefahr, fehlender Schutzsensibilität oder Überforderung ist ein anderes Vorgehen erforderlich

Spiegeltherapie und motorische Vorstellung

Erläutern Sie die Kernaussagen von „Prinzip“ bei „Spiegeltherapie und motorische Vorstellung“. 2 P
  • Ein Spiegel verdeckt die betroffene Extremität und zeigt die Bewegung der weniger betroffenen Seite so, als bewege sich die betroffene
  • Die visuelle Information kann motorische Netzwerke und Körperrepräsentation beeinflussen
Definieren Sie den Begriff „Aufbau“. 3 P
  • Zunächst werden Schmerz, Wahrnehmung, Aufmerksamkeit und Verständnis geprüft
  • Einfache symmetrische Bewegungen beginnen langsam, danach folgen Objekt- und Alltagsaufgaben
  • Die betroffene Seite bleibt sicher positioniert
Beurteilen Sie die zentralen Grenzen und Risiken bei „Voraussetzungen und Grenzen“. 2 P
  • Ausgeprägte visuelle Wahrnehmungsstörung, schwere kognitive Beeinträchtigung, starke Übelkeit oder deutliche Symptomverstärkung können Anwendung verhindern
  • Spiegeltherapie ist kein passives Anschauen, sondern konzentrierte Wahrnehmungs- und Bewegungsaufgabe
Erläutern Sie den Transfer bei „Spiegeltherapie und motorische Vorstellung“. 3 P
  • Nach der Spiegelphase wird reale Bewegung oder Vorstellung der betroffenen Seite erprobt
  • Ziele können Schmerzreduktion, Bewegungsanbahnung oder Körperschema sein
  • Wirkung wird individuell gemessen
Charakterisieren Sie „Voraussetzungen der Spiegelillusion“. 3 P
  • Die Person muss die Spiegelanordnung ausreichend sehen, Aufmerksamkeit aufrechterhalten und die visuelle Illusion verstehen können
  • Schmerz, Neglect, schwere kognitive Störung oder starke Irritation können die Anwendung begrenzen
  • Wirkung wird funktionell und symptombezogen geprüft

Behandlungsplanung und Kompetenzentwicklung

Definieren Sie „Entscheidungskette“. 3 P
  • Planung verbindet Betätigungsproblem, Befundhypothese, Ziel, Methode, Medium, Dosis und Evaluation
  • Ein Konzeptname ersetzt keine Begründung
  • Verschiedene Ansätze können komplementäre Wirkprinzipien liefern
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Kompetenzstufen“. 2 P
  • Theorie verstehen, Demonstration sehen, praktisch üben, begleitet anwenden, beobachten und eigenständig durchführen sind unterschiedliche Lernstufen
  • Das Lernraster macht sichtbar, wo Wissen vorhanden ist und wo sichere Praxis fehlt
Beschreiben Sie die Durchführung von „Behandlungsplanung und Kompetenzentwicklung“. 3 P
  • Vor der Einheit werden medizinische Risiken, Ausgangsstellung, Material und Hilfe geplant
  • Währenddessen werden Eigenaktivität, Qualität und Reaktion beobachtet
  • Nachher wird transferiert und dokumentiert
Beurteilen Sie „Professionelle Grenze“ bei „Behandlungsplanung und Kompetenzentwicklung“. 2 P
  • Komplexe Verfahren wie FOTT, Perfetti, Affolter oder spezialisierte Schienen benötigen fundierte Weiterbildung
  • In Ausbildung werden Grundprinzipien erkannt und sicher angewendet, ohne eine nicht erworbene Qualifikation vorzutäuschen
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Begründung und Evaluation einer Methode“. 4 P
  • Die Methode wird aus einem konkreten Befund und einem messbaren Betätigungsziel gewählt
  • Durchführung, Dosis und Sicherheitsgrenzen werden beschrieben
  • Ihre Wirkung wird mit demselben Kriterium erneut geprüft
  • Fehlender Transfer führt zur Anpassung der Hypothese oder Methode

Kognitiv-therapeutische Übungen nach Perfetti

Charakterisieren Sie „Grundgedanke der Perfetti-Übungen“. 3 P
  • Die kognitiv-therapeutischen Übungen verbinden Bewegung mit Aufmerksamkeit, Wahrnehmung und einer überprüfbaren Hypothese
  • Die Person soll Unterschiede erkennen, etwa Stellung, Richtung, Oberfläche oder Widerstand
  • Bewegung wird damit nicht nur ausgeführt, sondern als Informationsproblem bearbeitet
Erklären Sie Funktion und fachlichen Zweck von „Therapeutische Aufgabe“. 3 P
  • Die Therapeutin wählt eine klar unterscheidbare Reizqualität, formuliert eine Frage und dosiert Bewegung sowie Hilfe
  • Je nach Fähigkeit kann die Person aktiv bewegen, geführt unterscheiden oder eine Bewegung vorstellen
  • Rückmeldung bezieht sich auf die Lösung der Wahrnehmungsaufgabe, nicht nur auf richtig oder falsch
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Stufen der Schwierigkeit“. 3 P
  • Schwierigkeit steigt durch feinere Unterschiede, weniger visuelle Kontrolle, komplexere Gelenkstellungen oder stärkere Eigenaktivität
  • Eine Aufgabe bleibt nur sinnvoll, wenn Aufmerksamkeit und Antwort zuverlässig möglich sind
  • Überforderung erzeugt Raten und liefert keine brauchbare sensorische Lernerfahrung
Erläutern Sie den Betätigungsbezug von „Kognitiv-therapeutische Übungen nach Perfetti“. 2 P
  • Die diskriminierte Information wird mit einer Zielhandlung verknüpft, etwa Griffkraft, Objektorientierung oder Armposition beim Ankleiden
  • Ein isolierter Wahrnehmungserfolg ist unzureichend, wenn die Person dieselbe Information in einer Alltagshandlung nicht nutzt
Beurteilen Sie die zentralen Grenzen und Risiken bei „Grenzen und Qualifikation“. 3 P
  • Die Methode erfordert genaue Befundung, geeignete Kommunikation und fachliche Schulung
  • Schwere Aufmerksamkeits-, Sprach- oder Wahrnehmungsstörungen können die Aufgabenform begrenzen
  • Sie ersetzt weder medizinische Diagnostik noch aufgabenspezifisches Alltagstraining

PNF, Basale Stimulation und Johnstone im Überblick

Erläutern Sie die Kernaussagen von „PNF-Grundidee“. 3 P
  • Propriozeptive neuromuskuläre Fazilitation nutzt taktile, propriozeptive, visuelle und verbale Information, um funktionelle Bewegung zu erleichtern
  • Charakteristisch sind dreidimensionale Bewegungsmuster, Widerstand, Dehnung, Timing und klare Zielorientierung
  • Auswahl und Dosierung folgen Befund und Funktion
Charakterisieren Sie „PNF in der Ergotherapie“. 3 P
  • PNF-Elemente können Aufrichtung, Rumpfrotation, Reichbewegung oder Übergänge unterstützen
  • Das Muster wird nicht um seiner Form willen geübt, sondern in eine Betätigung eingebettet
  • Widerstand darf Bewegung nicht blockieren, Schmerz verstärken oder unerwünschte Kompensation provozieren
Charakterisieren Sie „Basale Stimulation“. 3 P
  • Basale Stimulation bietet Menschen mit schwerer Wahrnehmungs-, Bewegungs- oder Kommunikationsbeeinträchtigung elementare körpernahe Erfahrungen
  • Berührung, Lage, Vibration und Rhythmus werden vorhersehbar und individuell dosiert
  • Reaktion, Einverständnis und autonome Zeichen bestimmen Fortsetzung oder Abbruch
Charakterisieren Sie „Johnstone und PANat“. 4 P
  • Der Johnstone-Ansatz nutzte Luftpolsterschienen zur Ausrichtung und sensorischen Unterstützung
  • PANat entwickelte den Ansatz weiter und betont aktive, alltagsbezogene Aufgaben
  • Eine Schiene ist kein Selbstzweck
  • Haut, Druck, Sensibilität und Kreislauf werden kontrolliert, die Hilfe schrittweise reduziert
Beurteilen Sie die zentralen Grenzen und Risiken bei „Konzeptwahl und Grenze“. 3 P
  • Konzeptnamen ersetzen keine klinische Begründung
  • Entscheidend sind Ziel, Wirkprinzip, Dosis, Sicherheit und beobachtbarer Transfer
  • Komplexe manuelle Techniken und Schienenanwendungen benötigen spezifische Weiterbildung, lokale Standards und gegebenenfalls ärztliche Rücksprache

Vojta und Pörnbacher im Lehrplanüberblick

Erläutern Sie die Kernaussagen von „Vojta-Grundidee“. 3 P
  • Die Vojta-Therapie arbeitet mit Reflexlokomotion
  • In definierten Ausgangsstellungen werden bestimmte Zonen durch gezielten Druck stimuliert, um koordinierte Bewegungsmuster wie Reflexkriechen und Reflexumdrehen anzubahnen
  • Die Reaktion erfolgt nicht als willentlich geplante Übung
Leiten Sie aus „Ergotherapeutische Einordnung von Vojta“ Konsequenzen für die ergotherapeutische Praxis ab. 3 P
  • GREMMATIK behandelt Vojta nur als Lehrplanüberblick
  • Durchführung, Indikationsstellung und Anleitung von Bezugspersonen gehören in qualifizierte Weiterbildung und interdisziplinäre Abstimmung
  • Belastung, Stresssignale, Kontraindikationen und familiäre Umsetzbarkeit müssen ausdrücklich berücksichtigt werden
Erläutern Sie die Kernaussagen von „Pörnbacher-Grundidee“. 3 P
  • Der neuro-entwicklungsphysiologische Aufbau nach Pörnbacher ist ein interdisziplinäres Diagnostik- und Behandlungskonzept
  • Spezifische Lagerungselemente sollen Aufrichtung, Fortbewegung und weitere Entwicklungsleistungen unterstützen
  • Betrachtet werden auch Handfunktion, Wahrnehmung, Atmung und orofaziale Aktivität
Leiten Sie aus „Ergotherapeutische Einordnung von Pörnbacher“ Konsequenzen für die ergotherapeutische Praxis ab. 3 P
  • Lagerung wird mit einer funktionellen Zielsetzung verbunden und darf Eigenaktivität nicht ersetzen
  • Hilfsmittel, Position, Dauer und Reaktion werden fachgerecht kontrolliert
  • Die praktische Anwendung setzt konzeptspezifische Schulung sowie Abstimmung mit Therapie, Medizin und Bezugspersonen voraus
Charakterisieren Sie „Gemeinsame Prüfregel“. 2 P
  • Beide Konzepte werden nicht nach Bekanntheit, sondern nach Indikation, Qualifikation, Belastbarkeit und messbarem Alltagsziel beurteilt
  • Ein Konzept ist ungeeignet, wenn es ohne nachvollziehbare Wirkung fortgeführt wird, Risiken erzeugt oder die Beteiligung von Kind und Familie dauerhaft übergeht

Die Fragen und Antworten wurden aus den redaktionellen Lerntexten dieses Kapitels abgeleitet. Jede Antwort gehört ausschließlich zu der unmittelbar darüberstehenden Frage.

Hinweise des Lehrplans
  • vgl. Lehrpläne Spezielle Krankheitslehre, Spiele, Hilfsmittel, Schienen, technische Medien und Grundlagen der Ergotherapie
  • praktische Übungen
  • Fallbeispiele
  • Tonusregulation, Sensibilitätstraining, passive und aktive Mobilisation, psychomotorische Übungsbehandlungen praktische Übungen
  • Überblick, Fallbeispiele
  • Propriozeptive Neuromuskuläre Fazilitation, Basale Stimulation, Johnstone-Konzept
  • Überblick, Fallbeispiele
  • therapeutisches Führen nach Affolter, Vojta, Neuro-Entwicklungsphysiologischer Aufbau nach Pörnbacher anhand von Störungsbildern erläutern, praktische Übungen in Anlehnung an die Konzepte
  • Fallbeispiele, praktische Übungen

Quelle: Sächsisches Staatsministerium für Kultus: Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin, freigegeben ab 1. August 2020, S. 125.

LLernstoff50 Unterkapitel
Gegenstand und pädiatrische Perspektive
Fragen und Antworten
Charakterisieren Sie „Gegenstand und pädiatrische Perspektive: Gegenstand“ (3 Punkte)
  • Neurophysiologische Behandlungsverfahren befassen sich mit Haltung, Tonus, Bewegung, Gleichgewicht, Sensibilität und der Verarbeitung körpernaher Reize
  • In der Pädiatrie werden diese Funktionen als Teile einer sich entwickelnden Handlungskompetenz betrachtet
  • Nicht eine einzelne Bewegung, sondern Spielen, Selbstversorgung, Lernen und soziale Beteiligung bilden den Bezugsrahmen
Charakterisieren Sie „Pädiatrie und Neuropädiatrie“ (3 Punkte)
  • Pädiatrie leitet sich aus griechisch pais, „Kind“, und iatros, „Arzt“, ab
  • Neuropädiatrische Ergotherapie arbeitet mit angeborenen, früh erworbenen oder entwicklungsbedingten Beeinträchtigungen des Nervensystems
  • Sie berücksichtigt Reifung, Lerngelegenheiten, Familie, Schule und die große Streuung normaler Entwicklung
Charakterisieren Sie „Kindzentriert und familienbezogen“ (4 Punkte)
  • Ziele werden mit Kind und Bezugspersonen ausgehandelt
  • Eltern, Erzieherinnen, Lehrkräfte und weitere Fachpersonen liefern unterschiedliche Beobachtungen
  • Das Kind bleibt handelnde Person
  • Erwachsene werden nicht nur als Informationsquelle, sondern als Teil der Umwelt und des Transfers einbezogen
Erklären Sie Funktion und fachlichen Zweck von „Von der Funktion zur Betätigung“ (2 Punkte)
  • Eine auffällige Tonusregulation ist erst therapeutisch bedeutsam, wenn sie eine konkrete Aktivität erschwert oder ein Risiko erzeugt
  • Befundung fragt daher, was das Kind tun möchte oder tun soll, welche Anforderungen bestehen und an welcher Stelle Körperfunktion, Aufgabe oder Umwelt angepasst werden können
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Pädiatrische Zielwahl“ (3 Punkte)
  • Die Zielwahl beginnt bei einer bedeutsamen Betätigung und verbindet aktuelle Fähigkeiten, Entwicklungsbedingungen sowie Umweltanforderungen
  • Kind und Bezugspersonen werden beteiligt
  • Der Transfer wird mit den Personen geplant, die den Alltag tatsächlich begleiten
Quellen

NPH-NPSBV.zip / Pädiatrie neurophysiologisch 18.02.2026.pdf, 14.07.2026

NPH-NPSBV.zip / Pädiatrie neurophysiologisch 18.02.2026.pptx, 14.07.2026

Familienzentrierter pädiatrischer Befundprozess
Fragen und Antworten
Definieren Sie den Begriff „Erstkontakt“ (3 Punkte)
  • Der Erstkontakt klärt Überweisungsgrund, Erwartungen, Alltagssituationen und bisherige Unterstützung
  • Es wird gefragt, wer ein Problem beobachtet, in welchem Kontext es auftritt und was dem Kind selbst wichtig ist
  • Ergotherapie und Ablauf der Befundung werden verständlich erklärt
Charakterisieren Sie „Mehrere Perspektiven“ (3 Punkte)
  • Kind, Eltern, Kita, Schule, medizinische Unterlagen und therapeutisches Team können unterschiedliche Bilder liefern
  • Unterschiede sind keine Störung der Befundung, sondern Information über Umweltanforderungen
  • Aussagen werden als Perspektiven dokumentiert und nicht vorschnell vereinheitlicht
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Befragung, Beobachtung, Testung“ (5 Punkte)
  • Befragung beschreibt Erfahrungen und Ziele
  • Beobachtung zeigt Handlungsstrategien
  • Standardisierte Tests vergleichen definierte Leistungen
  • Erst die Verbindung ermöglicht eine belastbare Hypothese
  • Ein auffälliger Testwert erklärt nicht automatisch die konkrete Alltagsschwierigkeit
Charakterisieren Sie „Kindgerechte Beteiligung“ (4 Punkte)
  • Das Kind erhält Wahlmöglichkeiten und altersgerechte Informationen
  • Pausen, Spiel und vertraute Materialien reduzieren unnötige Belastung
  • Zustimmung wird fortlaufend beachtet
  • Befundung ist keine Prüfung, die das Kind bestehen muss, sondern gemeinsames Erkunden
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Vollständigkeit des pädiatrischen Befunds“ (3 Punkte)
  • Ein belastbarer Befund verbindet Perspektiven von Kind, Familie und relevanten Bezugspersonen mit direkter Alltagsbeobachtung
  • Tests werden nur gewählt, wenn sie eine konkrete Entscheidung beeinflussen
  • Widersprüche zwischen Kontexten werden beschrieben statt vorschnell aufgelöst
Quellen

NPH-NPSBV.zip / Befundung Assessments Behandlung.pdf, 14.07.2026

NPH-NPSBV.zip / Befund Beispiel Pädiatrie.docx, 14.07.2026

NPH-NPSBV.zip / Pädiatrie neurophysiologisch 18.02.2026.pdf, 14.07.2026

Therapiemittel, Medien und Dosierung
Fragen und Antworten
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Medium ist nicht Methode“ (3 Punkte)
  • Ball, Schaukel, Stift, Werkmaterial oder digitales Spiel sind Medien
  • Die Methode beschreibt, warum und wie sie eingesetzt werden
  • Dass ein Kind gern schaukelt, beweist weder eine Diagnose noch eine therapeutische Wirkung
Charakterisieren Sie „Anforderungen analysieren“ (2 Punkte)
  • Geprüft werden Körperposition, Kraft, Koordination, Wahrnehmung, Planung, Aufmerksamkeit, Regeln, soziale Anforderungen und Fehlertoleranz
  • Danach wird verändert: Höhe, Tempo, Widerstand, Materialgröße, Reizmenge, Zeit oder Hilfe
Erläutern Sie die Dosierung bei „Therapiemittel, Medien und Dosierung“ (3 Punkte)
  • Dosierung umfasst Intensität, Dauer, Wiederholung, Pausen und Komplexität
  • Anzeichen von Überforderung, Schmerz, Schwindel, vegetativer Reaktion oder anhaltender Dysregulation führen zur Anpassung
  • Mehr Reiz ist nicht automatisch mehr Wirkung
Erläutern Sie den Transfer bei „Therapiemittel, Medien und Dosierung“ (2 Punkte)
  • Eine Übung erhält therapeutischen Wert, wenn sie auf ein vereinbartes Ziel bezogen und in Alltagssituationen übertragen wird
  • Eltern und pädagogische Fachkräfte erhalten wenige konkrete, machbare Empfehlungen statt umfangreicher Übungsprogramme
Charakterisieren Sie „Begründung eines Therapiemittels“ (3 Punkte)
  • Ein Medium wird über das angestrebte Wirkprinzip und die konkrete Betätigung begründet
  • Ausgangsstellung, Schwierigkeit, Wiederholungen, Pausen und Hilfen werden dosiert
  • Transfer zeigt sich erst, wenn die veränderte Fähigkeit in einer anderen Alltagssituation nutzbar wird
Quellen

NPH-NPSBV.zip / Aufgabe SOL 09.01.2026 Konzepte.docx, 14.07.2026

NPH-NPSBV.zip / Pädiatrie neurophysiologisch 18.02.2026.pdf, 14.07.2026

NPH-NPSBV.zip / Tätigkeits- und Lernraster Pädiatrie NPSBV-P_NPHBV-P.pdf, 14.07.2026

Pränatale und postnatale Entwicklung
Fragen und Antworten
Beschreiben Sie Ablauf und fachliche Bedeutung von „Pränatale Entwicklung“ (4 Punkte)
  • Pränatal bedeutet „vor der Geburt“
  • Nervensystem, Sinnesorgane und Bewegungsmöglichkeiten entwickeln sich bereits im Mutterleib in enger Wechselwirkung
  • Reifung verläuft nicht als starre Abfolge
  • Genetische Voraussetzungen, Versorgung, Erkrankungen und Umweltfaktoren beeinflussen den Verlauf
Charakterisieren Sie „Übergang nach der Geburt“ (3 Punkte)
  • Postnatal bedeutet „nach der Geburt“
  • Das Neugeborene muss Atmung, Kreislauf, Temperaturregulation, Nahrungsaufnahme und Wachheit an das extrauterine Leben anpassen
  • Frühgeburtlichkeit oder medizinische Komplikationen können die sensorische und motorische Ausgangslage verändern, bestimmen aber nicht allein die spätere Entwicklung
Definieren Sie den Begriff „Apgar-Score“ (3 Punkte)
  • Der Apgar-Score beurteilt Herzfrequenz, Atmung, Muskeltonus, Reflexantwort und Hautfarbe jeweils nach einer, fünf und zehn Minuten
  • Er beschreibt die unmittelbare Anpassung und den Bedarf an medizinischer Unterstützung
  • Er ist kein Entwicklungstest und erlaubt für sich allein keine zuverlässige Langzeitprognose
Begründen Sie die fachliche Bedeutung von „Therapeutische Bedeutung“ bei „Pränatale und postnatale Entwicklung“ (2 Punkte)
  • Anamnese und Befund erfassen Schwangerschaft, Geburt, neonatale Versorgung und frühe Regulation, ohne vorschnell kausale Schlüsse zu ziehen
  • Aktuelle Fähigkeiten, Lernverhalten, Belastbarkeit und familiäre Bedingungen sind für die Therapieplanung ebenso wichtig wie die Vorgeschichte
Begründen Sie die fachliche Bedeutung von „Bedeutung früher Entwicklungsdaten“ (3 Punkte)
  • Schwangerschaft, Geburt und neonatale Anpassung beschreiben die Ausgangslage, erklären aber nicht allein den heutigen Alltag
  • Aktuelle Fähigkeiten, Verlauf und Kontext werden getrennt bewertet
  • Entwicklungsverlust, akute Auffälligkeiten oder medizinische Warnzeichen werden weitergeleitet
Quellen

NPH-NPSBV.zip / Apgar score Definition pdf.pdf, 14.07.2026

NPH-NPSBV.zip / Entwicklungstabelle.pdf, 14.07.2026

NPH-NPSBV.zip / Pädiatrie neurophysiologisch 18.02.2026.pdf, 14.07.2026

Gesamterscheinung und Bewegungsbeobachtung
Fragen und Antworten
Definieren Sie den Begriff „Gesamterscheinung“ (3 Punkte)
  • Beobachtet werden Wachheit, Kontakt, Atmung, Haltung, Muskeltonus, Symmetrie, Haut, Hilfsmittel und spontane Bewegung
  • Beschreibung bleibt konkret. „Hypoton“ wird erst nach mehreren Beobachtungen und geeigneter Prüfung verwendet
  • Ein entspanntes oder müdes Kind kann ähnlich wirken
Charakterisieren Sie „Spiel und Alltag“ (2 Punkte)
  • Freies und angeleitetes Spiel zeigt Motivation, Ideen, Wechsel zwischen Positionen, Umgang mit Fehlern und Nutzung beider Hände
  • Selbstversorgung oder schulische Aufgaben ergänzen den Befund, weil standardisierte Spielsituationen nicht alle Anforderungen abbilden
Beschreiben Sie die Bewegungsanalyse bei „Gesamterscheinung und Bewegungsbeobachtung“ (2 Punkte)
  • Analysiert werden Ausgangsstellung, Bewegungsbeginn, Richtung, Geschwindigkeit, Stabilität, Kompensation, Zielerreichung und Reaktion auf Unterstützung
  • Eine Bewegung kann ungewöhnlich aussehen und dennoch sicher und funktional sein
Begründen Sie die fachlichen Anforderungen bei „Belastbarkeit und Sicherheit“ (2 Punkte)
  • Pausenbedarf, Schmerz, Kreislauf, Atembelastung, Frustration und Überreizung werden dokumentiert
  • Bei Regression, neurologischen Warnzeichen, akuten Schmerzen oder deutlicher Asymmetrie wird medizinische Abklärung veranlasst
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Trennung von Beobachtung und Hypothese“ (3 Punkte)
  • Dokumentiert wird zuerst sichtbar und messbar: Ausgangsstellung, Bewegungsweg, Hilfe, Zeit und Reaktion
  • Die Deutung folgt als Arbeitshypothese
  • Akute Bewusstseinsänderung, neue neurologische Ausfälle, starke Schmerzen oder Kreislaufinstabilität erfordern sofortige Weiterleitung
Quellen

NPH-NPSBV.zip / Befundung Assessments Behandlung.pdf, 14.07.2026

NPH-NPSBV.zip / Pädiatrie neurophysiologisch 18.02.2026.pdf, 14.07.2026

NPH-NPSBV.zip / Tätigkeits- und Lernraster Pädiatrie NPSBV-P_NPHBV-P.pdf, 14.07.2026

Bobath-Konzept bei Kindern
Fragen und Antworten
Beschreiben Sie Ablauf und fachliche Bedeutung von „Entwicklung des Konzepts“ (3 Punkte)
  • Das Bobath-Konzept entstand aus der Arbeit von Berta und Karel Bobath mit Menschen mit zentralen Bewegungsstörungen
  • Es ist ein offenes, weiterentwickeltes Konzept und kein festes Übungsprogramm
  • Historische Begriffe wie „Reflexhemmung“ werden heute durch aktive, aufgabenbezogene Perspektiven ergänzt
Charakterisieren Sie „Analyse und Fazilitation“ (4 Punkte)
  • Therapeutinnen analysieren Haltung, Tonus, selektive Bewegung, Gleichgewicht und Umweltbedingungen
  • Fazilitation bedeutet, eine günstige Eigenaktivität durch Kontakt, Ausgangsstellung, Aufgabe und Timing zu erleichtern
  • Das Kind bleibt aktiv
  • Bewegung wird nicht vollständig übernommen
Charakterisieren Sie „Alltag und Umfeld“ (2 Punkte)
  • Essen, Anziehen, Tragen, Sitzen, Spielen und Mobilität bieten wiederkehrende Lerngelegenheiten
  • Beratung zu Positionierung und Handling wird so gestaltet, dass Alltag nicht zu einer dauernden Therapiesituation wird und Beziehung erhalten bleibt
Charakterisieren Sie „Evidenz und Zielkontrolle“ (3 Punkte)
  • Ein Konzeptname ersetzt keine Zielbegründung
  • Maßnahmen werden an konkreter Funktion und Teilhabe überprüft
  • Andere motorische Lernansätze, Hilfsmittel oder kompensatorische Strategien können je nach Kind geeigneter sein
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Kriterium für hilfreiche Fazilitation“ (2 Punkte)
  • Hilfreiche Unterstützung ermöglicht dem Kind eine aktive, variierbare Lösung und wird bei wachsender Kontrolle reduziert
  • Bewertet wird nicht die äußere Bewegungsform allein, sondern ob die vereinbarte Betätigung sicherer, selbstständiger und auch außerhalb der Therapie möglich wird
Quellen

NPH-NPSBV.zip / Bobath-Konzept.pdf, 14.07.2026

NPH-NPSBV.zip / Grundlagen des Bobath konzeptes.pdf, 14.07.2026

Entwicklungsbereiche und Entwicklungsverlauf
Fragen und Antworten
Charakterisieren Sie „Mehrere Bereiche greifen ineinander“ (2 Punkte)
  • Entwicklung wird häufig in Grobmotorik, Fein- und Handmotorik, Wahrnehmung, Kognition, Sprache, Sozialverhalten und Selbstversorgung gegliedert
  • Diese Ordnung erleichtert Beobachtung, darf aber nicht verdecken, dass reale Handlungen mehrere Bereiche gleichzeitig benötigen
Charakterisieren Sie „Meilensteine und Grenzsteine“ (4 Punkte)
  • Meilensteine beschreiben typische Entwicklungsschritte
  • Grenzsteine markieren Zeitpunkte, bis zu denen die große Mehrheit der Kinder eine Fähigkeit erreicht hat
  • Ein Überschreiten kann Anlass für genauere Abklärung sein
  • Beides sind Orientierungshilfen und keine vollständige Diagnose
Definieren Sie den Begriff „Variabilität“ (3 Punkte)
  • Kinder erreichen Fähigkeiten in unterschiedlicher Reihenfolge und mit unterschiedlichen Strategien
  • Einzelne Abweichungen können unauffällig sein
  • Bedeutsamer werden Muster aus mehreren Bereichen, fehlender Fortschritt, Verlust bereits erworbener Fähigkeiten oder deutliche Auswirkungen auf Alltag und Teilhabe
Beschreiben Sie Ablauf und fachliche Bedeutung von „Verlauf statt Momentaufnahme“ (3 Punkte)
  • Eine Beobachtung wird mit früheren Angaben, wiederholten Situationen und verschiedenen Kontexten verglichen
  • Entwicklung wird als Veränderung über Zeit dokumentiert
  • Therapie soll nicht nur ein isoliertes Altersziel „nachholen“, sondern passende nächste Lernschritte in bedeutsamen Tätigkeiten ermöglichen
Beschreiben Sie Ablauf und fachliche Bedeutung von „Bewertung von Entwicklungsabweichungen“ (2 Punkte)
  • Eine einzelne Variante wird von anhaltendem Unterstützungsbedarf und echtem Fähigkeitsverlust unterschieden
  • Entscheidend sind Verlauf, Auswirkungen auf mehrere Lebensbereiche und die Frage, ob das Kind neue Lösungen erwirbt oder bereits gekonnte Funktionen verliert
Quellen

NPH-NPSBV.zip / Entwicklungstabelle.pdf, 14.07.2026

NPH-NPSBV.zip / Grenzsteine_infans.pdf, 14.07.2026

NPH-NPSBV.zip / AB, Entwicklung des Kindes, Körpermotorik.pdf, 14.07.2026

NPH-NPSBV.zip / AB, Entwicklung des Kindes, Handmotorik.pdf, 14.07.2026

NPH-NPSBV.zip / AB, Entwicklung des Kindes, Wahrnehmung.pdf, 14.07.2026

NPH-NPSBV.zip / AB, Entwicklung des Kindes, kognitive Entwicklung, Sprache.pdf, 14.07.2026

NPH-NPSBV.zip / AB, Entwicklung des Kindes, Sozialverhalten (1).pdf, 14.07.2026

Entwicklungsdiagnostik und Grenzsteine
Fragen und Antworten
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Screening oder Diagnostik“ (4 Punkte)
  • Ein Screening identifiziert Kinder mit möglichem Abklärungsbedarf
  • Es stellt keine umfassende Diagnose
  • Entwicklungstabellen geben Orientierung für Fragen und Beobachtung
  • Standardisierte Entwicklungsdiagnostik benötigt festgelegte Durchführung, Auswertung und qualifizierte Interpretation
Charakterisieren Sie „Bereiche vergleichen“ (2 Punkte)
  • Körpermotorik, Handmotorik, Sprache, Wahrnehmung, Kognition, Sozialverhalten und Selbstversorgung werden nebeneinander betrachtet
  • Ein ungleichmäßiges Profil kann wichtiger sein als ein zusammengefasster Entwicklungswert
Beschreiben Sie Ablauf und fachliche Bedeutung von „Verlauf erfassen“ (3 Punkte)
  • Datum, Kontext, Hilfen und Qualität der Ausführung werden festgehalten
  • Wiederholte Beobachtungen zeigen Fortschritt oder Stillstand
  • Der Verlust erworbener Fähigkeiten ist ein Warnzeichen und wird nicht durch weitere Übung allein beantwortet
Erklären Sie den fachlichen Kern von „Kommunikation mit Familien“ (3 Punkte)
  • Ergebnisse werden wertschätzend und konkret vermittelt
  • Statt einer globalen Etikettierung werden vorhandene Fähigkeiten, nächste Schritte und notwendige Abklärungen beschrieben
  • Eltern erhalten keine scheinpräzise Prognose aus einem einzelnen Tabellenvergleich
Beschreiben Sie Ablauf und fachliche Bedeutung von „Entwicklungsstand mit Hilfebedarf“ (3 Punkte)
  • Erfasst wird, was das Kind selbstständig, nach Aufforderung oder mit welcher Hilfe in verschiedenen Kontexten kann
  • Grenzsteine sind Orientierung, keine Diagnose
  • Fehlender Fortschritt über Zeit oder Verlust erworbener Fähigkeiten erhält höhere Dringlichkeit als eine isolierte Abweichung
Quellen

NPH-NPSBV.zip / Grenzsteine_infans.pdf, 14.07.2026

NPH-NPSBV.zip / Entwicklungstabelle.pdf, 14.07.2026

NPH-NPSBV.zip / AB, Entwicklung des Kindes, Körpermotorik.pdf, 14.07.2026

NPH-NPSBV.zip / AB, Entwicklung des Kindes, Handmotorik.pdf, 14.07.2026

NPH-NPSBV.zip / AB, Entwicklung des Kindes, Wahrnehmung.pdf, 14.07.2026

Therapeutisches Führen nach Affolter
Fragen und Antworten
Erläutern Sie die Kernaussagen von „Grundannahme“ bei „Therapeutisches Führen nach Affolter“ (2 Punkte)
  • Félicie Affolter stellte gespürte, taktil-kinästhetische Information im Alltagshandeln in den Mittelpunkt
  • Menschen mit Wahrnehmungsverarbeitungsstörungen können Schwierigkeiten haben, Beziehungen zwischen Körper, Gegenstand und Umwelt zu erkennen und Handlungen zu organisieren
Analysieren Sie den Zusammenhang bei „Geführte Interaktion“ (3 Punkte)
  • Die Therapeutin führt Hände und Körper innerhalb einer realen Aufgabe, ohne die Handlung nur verbal zu erklären
  • Kontakt vermittelt Lage, Widerstand, Richtung und Veränderung
  • Geführt wird so viel wie nötig und so wenig wie möglich
Definieren Sie den Begriff „Alltagsereignisse“ (3 Punkte)
  • Geeignet sind sinnvolle Ereignisse wie Öffnen, Gießen, Waschen, Anziehen oder Aufräumen
  • Der Gegenstand bleibt Bestandteil der Umweltbeziehung
  • Abstrakte Handbewegungen ohne Ergebnis entsprechen dem Ansatz weniger
Beurteilen Sie die zentralen Grenzen und Risiken bei „Sicherheit und Grenzen“ (4 Punkte)
  • Führen erfordert Einwilligung, sensibles Beobachten und klare Grenzen
  • Widerstand, Schmerz oder Abwehr werden nicht „überführt“
  • Wirkung wird an wachsender Eigenaktivität und Alltagshandlung geprüft
  • Das Konzept kann bei Kindern und Erwachsenen eingesetzt werden, benötigt aber qualifizierte Anleitung
Analysieren Sie den Zusammenhang bei „Informationsgewinn durch geführte Interaktion“ (3 Punkte)
  • Der Kontakt vermittelt spürbare Information über Objekt, Unterlage und Bewegungsfolge, ohne die Handlung vollständig abzunehmen
  • Hilfen werden so dosiert, dass die Person zunehmend selbst organisiert
  • Fortschritt zeigt sich in geringerem Führungsbedarf und besserer Alltagsausführung
Quellen

NPH-NPSBV.zip / Behandlung nach Affolter.pdf, 14.07.2026

NPH-NPSBV.zip / Das Affolter Konzept.docx, 14.07.2026

Körpermotorische Entwicklung
Fragen und Antworten
Charakterisieren Sie „Posturale Kontrolle“ (3 Punkte)
  • Körpermotorische Entwicklung beginnt nicht mit einzelnen „Übungen“, sondern mit wachsender Fähigkeit, Kopf und Rumpf gegen Schwerkraft zu organisieren
  • Postural geht auf lateinisch positura, „Stellung“, zurück
  • Stabilität ist dynamisch: Das Kind passt Muskelaktivität an Unterlage, Aufgabe und Bewegung an
Charakterisieren Sie „Positionswechsel und Fortbewegung“ (2 Punkte)
  • Rollen, Stützen, Sitzen, Krabbeln, Aufstehen und Gehen eröffnen neue Möglichkeiten, Gegenstände und Personen zu erreichen
  • Entscheidend sind nicht nur Zeitpunkte, sondern Bewegungsqualität, Symmetrie, Variabilität, Übergänge und die Fähigkeit, eine Position selbst zu verlassen
Begründen Sie die fachlichen Anforderungen bei „Gleichgewicht und Schutzreaktionen“ (3 Punkte)
  • Mit zunehmender Erfahrung entwickeln sich Gleichgewichts-, Stell- und Schutzreaktionen
  • Sie helfen, den Schwerpunkt über der Unterstützungsfläche zu halten und Stürze abzufangen
  • Angst, Schmerz, eingeschränkte Sensibilität oder geringe Bewegungserfahrung können diese Reaktionen beeinflussen
Leiten Sie aus „Alltagsbezug“ Konsequenzen für die ergotherapeutische Praxis ab (3 Punkte)
  • Therapie nutzt Spiel, Bodenaktivität, Anziehen, Treppen, Fahrzeuge und Wege im Alltag
  • Die Aufgabe wird so dosiert, dass das Kind aktiv Lösungen findet
  • Passives Positionieren ohne Handlungsziel kann kurzfristig eine Form herstellen, führt aber nicht automatisch zu selbstständiger Kontrolle
Erklären Sie Funktion und fachlichen Zweck von „Funktionelle Qualität einer Position“ (3 Punkte)
  • Eine Position ist funktionell, wenn das Kind sie selbst einnehmen, ausreichend stabil halten, gezielt verändern und für eine Handlung nutzen kann
  • Reine Dauer oder äußere Form reichen nicht
  • Übergänge, Variabilität, Sicherheit und Eigenaktivität werden mitbeurteilt
Quellen

NPH-NPSBV.zip / AB, Entwicklung des Kindes, Körpermotorik.pdf, 14.07.2026

NPH-NPSBV.zip / Entwicklungstabelle.pdf, 14.07.2026

NPH-NPSBV.zip / Pädiatrie neurophysiologisch 18.02.2026.pdf, 14.07.2026

Reflexstatus und sensomotorischer Befund
Fragen und Antworten
Charakterisieren Sie „Standardisierte Bedingungen“ (3 Punkte)
  • Reflexprüfungen benötigen definierte Ausgangsstellung, Reiz, Beobachtung und Seitenvergleich
  • Wachheit, Angst, Muskeltonus und Mitarbeit beeinflussen das Ergebnis
  • Eine Reaktion wird mit Stärke, Symmetrie, Auslösbarkeit und Habituation beschrieben
Charakterisieren Sie „Mehr als Reflexe“ (2 Punkte)
  • Zum sensomotorischen Befund gehören Tonus, selektive Bewegung, Stell-, Gleichgewichts- und Schutzreaktionen, Sensibilität, Propriozeption, Koordination und Nutzung im Alltag
  • Reflexstatus ist ein Teilbild und kein eigenständiger Therapieplan
Erklären Sie Funktion und fachlichen Zweck von „Funktionelle Prüfung“ (2 Punkte)
  • Nach einer isolierten Beobachtung wird eine passende Handlung geprüft: beidseitiges Greifen, Vierfüßlerstand, Blick-Hand-Koordination oder Gleichgewicht
  • So wird sichtbar, ob das Muster tatsächlich die Aktivität beeinflusst
Charakterisieren Sie „Dokumentation und Weiterleitung“ (2 Punkte)
  • Neu auftretende pathologische Reflexe, deutliche Seitendifferenzen, Regression oder Kombination mit Kraft- und Sensibilitätsverlust werden medizinisch abgeklärt
  • Dokumentation trennt Beobachtung, Interpretation und Empfehlung
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Alltagsvalidität des Reflexbefunds“ (2 Punkte)
  • Der vermutete Reflexeinfluss muss in einer bedeutsamen Aktivität reproduzierbar sein und sich durch gezielte Veränderung der Aufgabe nachvollziehbar verändern
  • Bleibt das Muster nur in künstlicher Testposition sichtbar, darf es nicht allein die Behandlungsplanung bestimmen
Quellen

NPH-NPSBV.zip / Aufgabe Reflexe 12.12.2025.docx, 14.07.2026

NPH-NPSBV.zip / frühkindliche Reflexe - Übersicht.pdf, 14.07.2026

NPH-NPSBV.zip / ATNR_Handout_NPHBV-P_Lara, Michelle, Ashley, Lena_E56.pdf, 14.07.2026

NPH-NPSBV.zip / Tonischer Labyrinthreflex Romy Clara.pdf, 14.07.2026

Sensorische Integrationstherapie nach Ayres
Fragen und Antworten
Leiten Sie aus „Therapeutische Prinzipien“ Konsequenzen für die ergotherapeutische Praxis ab (2 Punkte)
  • Die Therapie nach Ayres nutzt aktive, spielerische Herausforderungen, in denen das Kind sensorische Information organisiert und eine adaptive Reaktion entwickelt
  • Die Aufgabe liegt im Bereich einer gerade bewältigbaren Herausforderung und erlaubt Wahl, Eigeninitiative und Erfolg
Charakterisieren Sie „Raum und Material“ (3 Punkte)
  • Schaukeln, Klettern, Rollen, Widerstände oder taktile Materialien werden nicht als standardisierte Reizmenge eingesetzt
  • Auswahl und Sicherung beruhen auf Befund, Ziel und Reaktion
  • Vestibuläre Reize benötigen besondere Vorsicht bei Schwindel, Epilepsie oder medizinischen Risiken
Analysieren Sie den Zusammenhang bei „Therapeutische Beziehung“ bei „Sensorische Integrationstherapie nach Ayres“ (4 Punkte)
  • Die Therapeutin folgt Interessen, strukturiert aber Anforderungen
  • Sie beobachtet Regulation, Planung, Haltung und Anpassung
  • Beliebigkeit ist ebenso unpassend wie starres Abarbeiten
  • Das Kind soll erleben, dass seine Handlung eine wirksame Veränderung erzeugt
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Transfer und Evaluation“ (3 Punkte)
  • Verbesserungen im Therapieraum werden auf Anziehen, Essen, Spielplatz, Unterricht oder Gruppenbeteiligung übertragen
  • Häusliche Empfehlungen sind konkret und alltagsnah
  • Pauschale „sensorische Diäten“ ohne Verlaufskontrolle sind zu vermeiden
Beurteilen Sie die zentralen Grenzen und Risiken bei „Adaptive Reaktion und Sicherheitsgrenze“ (3 Punkte)
  • Die Aufgabe soll eine aktive, gerade noch bewältigbare adaptive Reaktion auslösen
  • Intensität und Bewegung werden an Wachheit, autonome Zeichen, Angst und Gleichgewicht angepasst
  • Wirkung wird an funktioneller Regulation und Alltagstransfer geprüft, nicht nur an Freude im Therapieraum
Quellen

NPH-NPSBV.zip / Sensorische Integration .pdf, 14.07.2026

NPH-NPSBV.zip / Grundlagen SI bei Kindern und Jugendlichen.pdf, 14.07.2026

NPH-NPSBV.zip / Theorie der Sensorischen Integration.docx, 14.07.2026

Handmotorik und grafomotorische Entwicklung
Fragen und Antworten
Unterscheiden Sie „Vom Kontakt zum differenzierten Greifen“ anhand fachlicher Kriterien (2 Punkte)
  • Handmotorik entwickelt sich von zufälligem Kontakt über gezieltes Erreichen, Halten, Umgreifen und Loslassen zu differenzierten Fingergriffen
  • Pinzettengriff, In-Hand-Manipulation und dosierte Kraft entstehen aus Körperstabilität, Sensibilität, Sehen, Aufmerksamkeit und Erfahrung mit Gegenständen
Charakterisieren Sie „Beidhändiges Handeln“ (4 Punkte)
  • Viele Tätigkeiten benötigen unterschiedliche Rollen beider Hände: Eine Hand stabilisiert, die andere manipuliert
  • Schneiden, Öffnen, Bauen und Anziehen zeigen, ob beide Körperseiten zusammenarbeiten
  • Handpräferenz entwickelt sich schrittweise
  • Eine frühe erzwungene Festlegung ist nicht sinnvoll
Erklären Sie den fachlichen Kern von „Grafomotorik“ (3 Punkte)
  • Grafomotorik verbindet griechisch graphein, „schreiben, zeichnen“, mit lateinisch movere, „bewegen“
  • Sie umfasst Haltung, Schulter- und Handgelenkstabilität, Stiftführung, Blicksteuerung, Formwahrnehmung, Kraftdosierung und Planung
  • Eine ungewöhnliche Stifthaltung ist nur dann problematisch, wenn sie Leistung, Ausdauer oder Schmerz beeinflusst
Leiten Sie aus „Therapeutischer Fokus“ Konsequenzen für die ergotherapeutische Praxis ab (3 Punkte)
  • Beurteilt werden Aufgabe, Tempo, Lesbarkeit, Ermüdung, Material, Sitzplatz und Bedeutung
  • Therapie kann Vorläuferfähigkeiten, konkrete Schriftanforderungen und Umweltanpassungen kombinieren
  • Ziel ist funktionales Schreiben oder Zeichnen, nicht eine normierte Handform um jeden Preis
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Priorität im Hand- und Schreibbefund“ (3 Punkte)
  • Priorisiert wird die Komponente, die eine konkrete Manipulations- oder Schreibaufgabe begrenzt
  • Haltung, Kraft, Sensibilität, Blicksteuerung, Strategie und Material werden getrennt geprüft
  • Gewählt wird die Anpassung mit dem unmittelbarsten Nutzen für Ausdauer und Teilhabe
Quellen

NPH-NPSBV.zip / AB, Entwicklung des Kindes, Handmotorik.pdf, 14.07.2026

NPH-NPSBV.zip / Entwicklung der grafomotorischen Fähigkeiten bei Kindern und Testverfahren in der Pädiatriedocx.docx, 14.07.2026

NPH-NPSBV.zip / Graphomotorik 4 Sichtweisen.pdf, 14.07.2026

NPH-NPSBV.zip / Ergotherapie bei Kindern mit graphomotorischen Störungen.docx, 14.07.2026

BOT-2: motorische Fähigkeiten beurteilen
Fragen und Antworten
Erklären Sie den Zweck von „BOT-2: motorische Fähigkeiten beurteilen“ (2 Punkte)
  • Der Bruininks-Oseretzky Test of Motor Proficiency, zweite Ausgabe, erfasst verschiedene motorische Fähigkeiten von Kindern und Jugendlichen
  • Teilbereiche umfassen feinmotorische Präzision und Integration, manuelle Geschicklichkeit, bilaterale Koordination, Gleichgewicht, Schnelligkeit, Kraft und Koordination der oberen Extremität
Beschreiben Sie die Durchführung von „BOT-2: motorische Fähigkeiten beurteilen“ (3 Punkte)
  • Standardisierte Materialien, Instruktionen und Abbruchregeln sichern Vergleichbarkeit
  • Voll- und Kurzform dienen unterschiedlichen Fragestellungen
  • Ergebnisse werden nur mit passenden Normen und unter Berücksichtigung von Alter, Sprache, Motivation, Sehfähigkeit und körperlichen Voraussetzungen interpretiert
Beurteilen Sie die zentralen Grenzen und Risiken bei „Aussagegrenzen“ (3 Punkte)
  • Ein Motorikwert zeigt Leistung unter Testbedingungen
  • Er erklärt nicht automatisch, warum ein Kind im Sportunterricht, beim Anziehen oder Schreiben Schwierigkeiten hat
  • Übungseffekt, Tagesform und kulturelle Erfahrung können das Ergebnis beeinflussen
Leiten Sie aus „Ergotherapeutische Nutzung“ Konsequenzen für die ergotherapeutische Praxis ab (3 Punkte)
  • Subtests werden nicht als beliebige Übungssammlung kopiert
  • Die Befunde werden mit Betätigungsbeobachtung verbunden und können Verlauf oder Schwerpunktwahl unterstützen
  • Testmaterial und Protokolle unterliegen den Nutzungsbedingungen des Verlags
Charakterisieren Sie „Verknüpfung von BOT-2 und Alltag“ (3 Punkte)
  • Vor der Testung wird eine konkrete Alltagsfrage formuliert
  • Der standardisierte Wert beschreibt Leistungsbereiche, ersetzt aber keine Betätigungsanalyse
  • Ergebnisse werden mit Beobachtung, Motivation, Verständnis, Ermüdung und Umweltbedingungen zusammengeführt
Quellen

NPH-NPSBV.zip / BoT 2 Beschreibung.pdf, 14.07.2026

Pädagogisch-therapeutisches Konzept nach Frostig
Fragen und Antworten
Ordnen Sie „Historischer Ansatz“ fachlich ein (2 Punkte)
  • Marianne Frostig entwickelte ein pädagogisch-therapeutisches Konzept zur Förderung visueller Wahrnehmung und visuomotorischer Fähigkeiten
  • Bekannte Bereiche sind Auge-Hand-Koordination, Figur-Grund-Unterscheidung, Formkonstanz, Raumlage und räumliche Beziehungen
Definieren Sie den Begriff „Förderung“ bei „Pädagogisch-therapeutisches Konzept nach Frostig“ (2 Punkte)
  • Aufgaben können vom körperlichen Handeln im Raum über dreidimensionale Materialien zu Papier-Bleistift-Anforderungen aufgebaut werden
  • Schwierigkeit wird über Reizdichte, Ähnlichkeit, Orientierung, Zeit und motorische Anforderungen verändert
Charakterisieren Sie „Test und Therapie trennen“ (3 Punkte)
  • Frostigs Entwicklungstests dienen standardisierter Erfassung
  • Testaufgaben werden nicht einfach als Therapie wiederholt, weil dadurch Übungseffekte entstehen und der Transfer unklar bleibt
  • Förderung greift das zugrunde liegende Problem in variierenden Alltagssituationen auf
Ordnen Sie „Pädagogisch-therapeutisches Konzept nach Frostig“ fachlich ein (3 Punkte)
  • Visuelle Wahrnehmung wird heute stärker mit Aufmerksamkeit, Motorik, Sprache, Exekutivfunktionen und Betätigung verbunden
  • Ein schwacher Wert führt nicht automatisch zu isoliertem Wahrnehmungstraining
  • Schulische Anpassungen können ebenso wichtig sein
Beurteilen Sie die zentralen Grenzen und Risiken bei „Auswahl bei visuellen Wahrnehmungsproblemen“ (3 Punkte)
  • Zuerst wird die visuelle Anforderung der konkreten Aufgabe bestimmt
  • Je nach Befund werden Funktionstraining, Suchstrategie, verbale Strukturierung oder Umweltanpassung kombiniert
  • Ein Testdefizit allein rechtfertigt kein unspezifisches Wahrnehmungstraining
Quellen

NPH-NPSBV.zip / Frostig Konzept.docx, 14.07.2026

NPH-NPSBV.zip / Frostig Konzept.pdf, 14.07.2026

NPH-NPSBV.zip / Frostigs Entwicklungstest der visuellen Wahrnehmung.docx, 14.07.2026

Wahrnehmung, Kognition, Sprache und Sozialverhalten
Fragen und Antworten
Erklären Sie den fachlichen Kern von „Wahrnehmung als Auswahl“ (3 Punkte)
  • Das Kind nimmt nicht alle Reize gleich stark auf
  • Es richtet Aufmerksamkeit aus, verknüpft Sinnesinformationen und erkennt zunehmend Beziehungen zwischen Gegenständen, Körper und Raum
  • Wahrnehmung wird durch Bewegung und Handlung überprüft: Greifen, Drehen, Fallenlassen und Suchen liefern neue Information
Charakterisieren Sie „Kognition und Sprache“ (3 Punkte)
  • Kognitive Entwicklung zeigt sich unter anderem in Ursache-Wirkungs-Verständnis, Objektpermanenz, Problemlösen, Symbolgebrauch und Planung
  • Sprache entsteht aus gemeinsamer Aufmerksamkeit, Nachahmung, Lautbildung und sozialem Austausch
  • Motorische Einschränkungen können Ausdrucksmöglichkeiten begrenzen, ohne das Denken vollständig abzubilden
Charakterisieren Sie „Sozialverhalten und Regulation“ (3 Punkte)
  • Frühe Beziehungen unterstützen Beruhigung, Exploration und Lernen
  • Mit zunehmendem Alter wachsen Nachahmung, gemeinsames Spiel, Regelverständnis und Perspektivübernahme
  • Verhalten wird immer im Kontext von Entwicklungsstand, Kommunikation, Reizlage, Beziehung und Aufgabe betrachtet
Charakterisieren Sie „Interdisziplinäre Sicht“ (3 Punkte)
  • Auffälligkeiten können sensorische, motorische, sprachliche, kognitive oder emotionale Ursachen haben
  • Ergotherapeutische Beobachtung ersetzt keine sprachtherapeutische, psychologische oder medizinische Diagnostik
  • Sie trägt bei, indem sie zeigt, wie das Kind in realen Handlungen Informationen nutzt
Charakterisieren Sie „Kontextbezogene Verhaltensdeutung“ (3 Punkte)
  • Verhalten wird nicht vorschnell als fehlende Motivation bewertet
  • Geprüft werden Fähigkeit, Verständlichkeit der Kommunikation, Reizlage, Beziehung, Aufgabenpassung und Umwelt
  • Eine Hypothese gilt erst, wenn sie das Verhalten in mehreren Situationen besser erklärt als Alternativen
Quellen

NPH-NPSBV.zip / AB, Entwicklung des Kindes, Wahrnehmung.pdf, 14.07.2026

NPH-NPSBV.zip / AB, Entwicklung des Kindes, kognitive Entwicklung, Sprache.pdf, 14.07.2026

NPH-NPSBV.zip / AB, Entwicklung des Kindes, Sozialverhalten (1).pdf, 14.07.2026

MOT 4–6: Motorik im Vorschulalter
Fragen und Antworten
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Zielgruppe und Inhalt“ (2 Punkte)
  • Der Motoriktest für vier- bis sechsjährige Kinder prüft motorische Aufgaben aus Gleichgewicht, Koordination, Geschicklichkeit, Sprung-, Lauf- und Wurfleistungen sowie feinmotorischen Anforderungen
  • Er liefert ein strukturiertes Bild, ersetzt aber keine umfassende Entwicklungsdiagnostik
Definieren Sie den Begriff „Rahmen“ (3 Punkte)
  • Der Raum muss sicher und standardisiert vorbereitet sein
  • Instruktionen, Demonstrationen und Versuche folgen dem Manual
  • Ein spielerischer Kontakt unterstützt Mitarbeit, darf aber die Aufgabe nicht so verändern, dass Normwerte unbrauchbar werden
Ordnen Sie „Auswertung“ fachlich ein (3 Punkte)
  • Rohwerte werden nach Manual in altersbezogene Kennwerte übertragen
  • Einzelne schwache Aufgaben können Hinweise geben, sind aber nicht unabhängig von Gesamtprofil und Beobachtung zu interpretieren
  • Auffälligkeiten werden mit Sehen, Verstehen, Angst, Erfahrung und Motivation abgeglichen
Definieren Sie den Begriff „Therapieableitung“ (2 Punkte)
  • Aus einem Testergebnis wird kein allgemeines „Motoriktraining“ abgeleitet
  • Ergotherapie wählt relevante Tätigkeiten, analysiert Anforderungen und prüft, ob Übung, Strategie, Umweltanpassung oder weitere Diagnostik nötig ist
Charakterisieren Sie „Nutzung des MOT 4–6“ (2 Punkte)
  • Der Testwert wird auf die konkrete Vorschulbetätigung bezogen, etwa Anziehen, Spielplatz, Basteln oder Gruppenaktivität
  • Förderung richtet sich nicht nur auf den schwächsten Untertest, sondern auf die Fähigkeit, die relevante Aufgabe mit angemessener Hilfe zu bewältigen
Quellen

NPH-NPSBV.zip / MOT 4-6 Erklärung.pdf, 14.07.2026

NPH-NPSBV.zip / MOT.docx, 14.07.2026

Grafomotorische Intervention
Fragen und Antworten
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Ziel bestimmen“ (2 Punkte)
  • Ziel kann lesbares und ausreichend schnelles Schreiben, schmerzfreies Zeichnen, bessere Ausdauer oder selbstständiger Materialgebrauch sein
  • Die Therapie beginnt mit der tatsächlichen schulischen oder alltäglichen Anforderung
Erklären Sie Funktion und fachlichen Zweck von „Funktion und Strategie“ (2 Punkte)
  • Je nach Befund werden Sitz- und Papierposition, Schulter- und Handgelenkstabilität, Fingerbeweglichkeit, Druckdosierung, Blickführung oder Buchstabenabläufe bearbeitet
  • Verbale Selbstinstruktion, Rhythmus und kurze Wiederholungsblöcke können Automatisierung unterstützen
Charakterisieren Sie „Material und Umwelt“ (3 Punkte)
  • Stiftform, Reibung, Linienabstand, Schreibhilfe, Unterlage, Tischhöhe und Zeitvorgaben werden erprobt
  • Hilfsmittel sind kein Ersatz für Lernen, können aber unnötige Belastung reduzieren
  • Digitale Eingabe kann eine gleichwertige Kompensation sein
Erläutern Sie den Transfer bei „Grafomotorische Intervention“ (3 Punkte)
  • Übungsmaterial ähnelt schrittweise der echten Aufgabe
  • Lehrkräfte und Eltern erhalten klare Absprachen, damit nicht widersprüchliche Griff- oder Schriftvorgaben entstehen
  • Erfolg wird an Schriftprobe, Tempo, Schmerz und Beteiligung gemessen
Erklären Sie Funktion und fachlichen Zweck von „Funktioneller Erfolg grafomotorischer Therapie“ (3 Punkte)
  • Erfolg zeigt sich durch lesbareres, schnelleres oder weniger belastendes Schreiben in der relevanten Situation
  • Formale Bewegungsübungen sind nur sinnvoll, wenn sie übertragen werden
  • Materialanpassung, Pausen, Strategie und tatsächliche Schreibmenge werden gleichwertig geprüft
Quellen

NPH-NPSBV.zip / Ergotherapie bei Kindern mit graphomotorischen Störungen.docx, 14.07.2026

NPH-NPSBV.zip / Graphomotorik 4 Sichtweisen.pdf, 14.07.2026

NPH-NPSBV.zip / Entwicklung der grafomotorischen Fähigkeiten bei Kindern und Testverfahren in der Pädiatriedocx.docx, 14.07.2026

Sensomotorische Organisation und Bewegung
Fragen und Antworten
Charakterisieren Sie „Sensorisch und motorisch“ (4 Punkte)
  • Sensorisch geht auf lateinisch sentire, „fühlen, wahrnehmen“, motorisch auf movere, „bewegen“, zurück
  • Bewegungen erzeugen Sinnesinformation
  • Sinnesinformation verändert Bewegung
  • Das Nervensystem bildet deshalb keinen einfachen Weg vom Reiz zur Antwort, sondern fortlaufende Rückkopplungen
Erklären Sie „Feedforward und Feedback“ (3 Punkte)
  • Feedforward bezeichnet vorbereitende Steuerung auf Grundlage von Erfahrung
  • Feedback nutzt Information während oder nach der Bewegung
  • Ein Kind greift beispielsweise mit einer erwarteten Handöffnung nach einem Becher und korrigiert Griffkraft und Position über Sehen, Tastsinn und Propriozeption
Erklären Sie den fachlichen Kern von „Körperschema und Seitendominanz“ (4 Punkte)
  • Körperschema bezeichnet die meist unbewusste Repräsentation von Stellung und Möglichkeiten des Körpers
  • Lateralisierung und Handpräferenz entstehen aus Reifung und Erfahrung
  • Eine Seite wird nicht isoliert „trainiert“
  • Bilaterale Zusammenarbeit und Anforderungen der Tätigkeit bleiben zentral
Erklären Sie den fachlichen Kern von „Störung und Kompensation“ (3 Punkte)
  • Zentrale oder periphere Schädigungen können Tonus, Koordination, Sensibilität, Planung und Anpassung verändern
  • Das Kind kann über alternative Strategien erfolgreich handeln
  • Therapie unterscheidet daher zwischen schädlicher Kompensation, nützlicher Anpassung und einem Bewegungsweg, der lediglich anders aussieht
Charakterisieren Sie „Sensorische Hypothese mit Handlungsbezug“ (2 Punkte)
  • Eine sensorische Hypothese benennt die wahrscheinlich fehlende, unzuverlässige oder übergewichtete Information und verknüpft sie mit einer beobachtbaren Handlung
  • Die Intervention muss aktive Verarbeitung ermöglichen und ihren Nutzen außerhalb der Therapiesituation zeigen
Quellen

NPH-NPSBV.zip / Pädiatrie neurophysiologisch 18.02.2026.pdf, 14.07.2026

NPH-NPSBV.zip / Sensorische Integration .pdf, 14.07.2026

NPH-NPSBV.zip / Grundlagen SI bei Kindern und Jugendlichen.pdf, 14.07.2026

Grafomotorischer Befund
Fragen und Antworten
Erklären Sie Funktion und fachlichen Zweck von „Aufgabe beobachten“ (3 Punkte)
  • Der Befund beginnt mit einer realen Zeichen- oder Schreibanforderung
  • Beobachtet werden Sitzposition, Papierlage, Blick, Armführung, Handgelenk, Griff, Druck, Tempo, Pausen, Schmerz, Lesbarkeit und Korrekturen
  • Ergebnis und Aufwand werden getrennt bewertet
Charakterisieren Sie „Vier Perspektiven“ (3 Punkte)
  • Grafomotorik lässt sich motorisch, sensorisch, wahrnehmungsbezogen und betätigungsorientiert betrachten
  • Zusätzlich wirken Sprache, Aufmerksamkeit, Motivation, Unterrichtsmethode und Erfahrung
  • Eine einzelne Perspektive reicht selten aus
Definieren Sie den Begriff „Testverfahren“ (3 Punkte)
  • Je nach Fragestellung können standardisierte Schreib-, visuomotorische oder feinmotorische Verfahren eingesetzt werden
  • Normwerte gelten nur bei korrekter Durchführung
  • Kopieraufgaben prüfen andere Anforderungen als freies Schreiben oder Diktat
Beschreiben Sie die Dokumentation bei „Grafomotorischer Befund“ (2 Punkte)
  • Dokumentiert wird eine funktionale Ausgangslage: beispielsweise Anzahl lesbarer Wörter pro Minute, Schmerz, benötigte Pausen und Hilfen
  • Ziele richten sich auf schulische Teilhabe und Ausdauer, nicht nur auf eine bestimmte Stifthaltung
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Entscheidung im Schreibbefund“ (2 Punkte)
  • Die wirksamste Veränderung kann in Motorik, Strategie, Material, Zeit, Sitzplatz oder Aufgabenformat liegen
  • Priorisiert wird, was Lesbarkeit, Tempo, Ausdauer oder Schmerz in der realen Unterrichtssituation messbar verbessert und vom Kind akzeptiert wird
Quellen

NPH-NPSBV.zip / Entwicklung der grafomotorischen Fähigkeiten bei Kindern und Testverfahren in der Pädiatriedocx.docx, 14.07.2026

NPH-NPSBV.zip / Graphomotorik 4 Sichtweisen.pdf, 14.07.2026

NPH-NPSBV.zip / Ergotherapie bei Kindern mit graphomotorischen Störungen.docx, 14.07.2026

Reflexbezogene Spiel- und Bewegungsgeschichten
Fragen und Antworten
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Spiel als Lernform“ (2 Punkte)
  • Bewegungsgeschichten verbinden Rollen, Stützen, Krabbeln, Gleichgewicht, Überkreuzen und Handgebrauch mit einer verständlichen Handlung
  • Sie können Motivation und Wiederholung erhöhen, wenn das Kind Wahl und Erfolg erlebt
Charakterisieren Sie „Reflexbezug vorsichtig verwenden“ (3 Punkte)
  • Einzelne Bewegungen werden häufig bestimmten frühkindlichen Reflexen zugeordnet
  • Diese Zuordnung darf nicht als gesicherter Wirkmechanismus ausgegeben werden
  • Entscheidend ist, welche motorische oder betätigungsbezogene Fähigkeit tatsächlich geübt wird
Erläutern Sie die Dosierung bei „Reflexbezogene Spiel- und Bewegungsgeschichten“ (3 Punkte)
  • Aufgaben werden an Alter, Belastbarkeit, Gelenkstabilität und Aufmerksamkeit angepasst
  • Schmerz, Schwindel, Angst oder deutliche Ermüdung beenden oder verändern die Aufgabe
  • Qualität und Selbstständigkeit sind wichtiger als hohe Wiederholungszahlen
Beschreiben Sie die Evaluation von „Reflexbezogene Spiel- und Bewegungsgeschichten“ (2 Punkte)
  • Vor und nach einer Übungsphase wird die Zielhandlung geprüft, etwa Sitzen am Tisch, Ballfangen oder beidhändiges Schneiden
  • Eine veränderte isolierte Reflexreaktion ohne Verbesserung im Alltag reicht nicht als Erfolgskriterium
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Ziel und Transfer einer Bewegungsgeschichte“ (3 Punkte)
  • Die Geschichte benötigt ein klar benanntes Ziel wie Stützen, bilaterale Koordination oder Lagewechsel
  • Die Wirkung wird in einer anderen Alltagshandlung überprüft
  • Eine unterhaltsame Durchführung ohne messbare Funktionsveränderung ist kein ausreichender Wirksamkeitsnachweis
Quellen

NPH-NPSBV.zip / Reflexe Spiel-und Bewegungsgeschichten.pdf, 14.07.2026

NPH-NPSBV.zip / Aufgabe Reflexe 12.12.2025.docx, 14.07.2026

Frühkindliche Reflexe: Grundlagen und Einordnung
Fragen und Antworten
Definieren Sie „Frühkindliche Reflexe: Grundlagen und Einordnung: Begriff“ fachlich präzise (3 Punkte)
  • Reflex stammt von lateinisch reflectere, „zurückbeugen“
  • Ein Reflex ist eine relativ rasche, unwillkürliche Antwort auf einen bestimmten Reiz
  • Frühkindliche Reflexmuster unterstützen Überleben, Geburt und frühe Bewegung, während willkürliche Kontrolle und differenzierte Reaktionen erst heranreifen
Definieren Sie den Begriff „Integration“ (4 Punkte)
  • Integration bedeutet nicht, dass ein Reflexbogen vollständig verschwindet
  • Vielmehr wird die Reaktion durch reifende Netzwerke moduliert und in komplexere Bewegung eingebettet
  • Altersspannen sind Orientierungen
  • Auslösung, Stärke, Symmetrie und Zusammenhang mit anderen Befunden sind wichtiger als ein einzelnes Datum
Begründen Sie die fachliche Bedeutung von „Persistenz und klinische Bedeutung“ (3 Punkte)
  • Deutliche oder wieder auftretende Reflexmuster können mit neurologischen Erkrankungen oder Entwicklungsauffälligkeiten zusammenhängen
  • Ein isolierter „Restreflex“ erklärt jedoch nicht automatisch Lern-, Verhaltens- oder Schreibprobleme
  • Beobachtungen werden mit Motorik, Sensibilität, Alltag und medizinischem Befund abgeglichen
Charakterisieren Sie „Evidenz und Therapie“ (3 Punkte)
  • Reflexbezogene Übungen können als bewegungsreiche Spielideen genutzt werden, wenn sie ein konkretes Ziel verfolgen
  • Die Annahme, komplexe Probleme allein durch „Reflexintegration“ zu behandeln, ist fachlich vorsichtig zu bewerten
  • Wirkung wird an Betätigung und Teilnahme geprüft, nicht nur an einer erneuten Reflexprobe
Beurteilen Sie die zentralen Grenzen und Risiken bei „Reflexbefund mit diagnostischer Grenze“ (3 Punkte)
  • Reflexreaktionen werden standardisiert, wiederholt und im Entwicklungszusammenhang beobachtet
  • Therapeutisch relevant werden sie erst bei nachvollziehbarer Alltagsauswirkung
  • Alternative Erklärungen wie Tonus, Aufmerksamkeit, Schmerz oder Aufgabenverständnis müssen geprüft werden
Quellen

NPH-NPSBV.zip / frühkindliche Reflexe - Übersicht.pdf, 14.07.2026

NPH-NPSBV.zip / Aufgabe Reflexe 12.12.2025.docx, 14.07.2026

NPH-NPSBV.zip / Reflexe Spiel-und Bewegungsgeschichten.pdf, 14.07.2026

NPH-NPSBV.zip / Pädiatrie neurophysiologisch 18.02.2026.pdf, 14.07.2026

Sensorische Verarbeitung befunden
Fragen und Antworten
Charakterisieren Sie „Hypothesen bilden“ (2 Punkte)
  • Beobachtungen wie Vermeidung, starkes Suchen, geringe Registrierung oder ungenaue Körperwahrnehmung können auf sensorische Verarbeitungsbesonderheiten hinweisen
  • Sie können aber auch aus Angst, Aufmerksamkeit, Schmerz, Kommunikation oder Lernerfahrung entstehen
Charakterisieren Sie „Kontexte vergleichen“ (3 Punkte)
  • Geräusche, Berührung, Bewegung, Kleidung, Essen, Körperpflege und Gruppenräume werden in verschiedenen Umgebungen erfasst
  • Eltern- und Lehrkraftangaben ergänzen die direkte Beobachtung
  • Unterschiede zwischen Zuhause und Schule können auf Anforderung und Unterstützung hinweisen
Charakterisieren Sie „Qualitative und standardisierte Verfahren“ (3 Punkte)
  • Strukturierte Beobachtungen und Fragebögen können Muster sichtbar machen
  • Ergebnisse werden nicht als alleinige Diagnose verwendet
  • Standardisierte Verfahren benötigen die jeweilige Qualifikation und aktuelle Normierung
Charakterisieren Sie „Von der Reizliste zur Betätigung“ (2 Punkte)
  • Die zentrale Frage lautet nicht nur, welcher Reiz „zu viel“ oder „zu wenig“ ist, sondern welche Tätigkeit dadurch verhindert wird
  • Intervention kann Umwelt, Vorhersagbarkeit, Dosierung, Selbstregulation und aktive Handlung verändern
Unterscheiden Sie „Abgrenzung sensorischer Erklärungen“ anhand fachlicher Kriterien (2 Punkte)
  • Sensorische Auffälligkeiten werden gegen Schmerz, Angst, Aufmerksamkeit, Kommunikation, Motorik und Umweltanforderung abgegrenzt
  • Eine Anpassung gilt als sinnvoll, wenn sie eine konkrete Alltagssituation verbessert, ohne Teilhabe unnötig einzuschränken oder Vermeidung zu verstärken
Quellen

NPH-NPSBV.zip / Grundlagen SI bei Kindern und Jugendlichen.pdf, 14.07.2026

NPH-NPSBV.zip / Theorie der Sensorischen Integration.docx, 14.07.2026

NPH-NPSBV.zip / Befundung Assessments Behandlung.pdf, 14.07.2026

Behandlungsplanung, Durchführung und Transfer
Fragen und Antworten
Definieren Sie den Begriff „Entscheidungskette“ (2 Punkte)
  • Ein Behandlungsplan verbindet Anliegen, Betätigungsanalyse, Befundhypothese, Ziel, Methode, Medium, Dosierung und Evaluation
  • Der Name eines Konzepts steht nicht am Anfang, sondern folgt aus der begründeten Auswahl eines Wirkprinzips
Definieren Sie den Begriff „Behandlungssequenz“ (2 Punkte)
  • Eine Sequenz enthält Ankommen und Regulation, zielbezogene Hauptaktivität, Variation oder Steigerung, Auswertung und Transferabrede
  • Alternativen werden vorbereitet, falls Material, Tagesform oder Sicherheit eine Änderung erfordern
Definieren Sie den Begriff „Zusammenarbeit“ (3 Punkte)
  • Empfehlungen an Familie und Schule sind kurz, realistisch und in bestehende Routinen integrierbar
  • Verantwortlichkeiten werden geklärt
  • Das Kind wird nicht mit parallelen Programmen überlastet
Beschreiben Sie die Evaluation von „Behandlungsplanung, Durchführung und Transfer“ (2 Punkte)
  • Ergebnismaße können Zielerreichung, Hilfebedarf, Häufigkeit, Dauer, Qualität oder Beteiligung abbilden
  • Bleibt Fortschritt aus, werden Hypothese, Dosierung, Motivation, Kontext und medizinische Faktoren neu geprüft
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Konsistenz der Behandlungsplanung“ (3 Punkte)
  • Jede Maßnahme wird aus Befund, Hypothese und Ziel abgeleitet
  • Dosis, Hilfe und Sicherheitsgrenze sind festgelegt
  • Für den Transfer wird vereinbart, wer welche Aufgabe in welchem Alltag erprobt und anhand welchen Kriteriums die Wirkung bewertet wird
Quellen

NPH-NPSBV.zip / Aufgabe SOL 09.01.2026 Konzepte.docx, 14.07.2026

NPH-NPSBV.zip / Tätigkeits- und Lernraster Pädiatrie NPSBV-P_NPHBV-P.pdf, 14.07.2026

NPH-NPSBV.zip / Fragen zur Wiederholung.pdf, 14.07.2026

NPH-NPSBV.zip / Befund Beispiel Pädiatrie.docx, 14.07.2026

Orale, palmare, plantare und spinale Reflexe
Fragen und Antworten
Charakterisieren Sie „Such- und Saugreflex“ (3 Punkte)
  • Berührung im Mund- und Wangenbereich kann Such- und Saugreaktionen auslösen
  • Sie unterstützen Nahrungsaufnahme und frühe Regulation
  • Anhaltende Probleme beim Saugen, Schlucken, Atmen oder Gedeihen benötigen medizinische und gegebenenfalls logopädische Abklärung
Charakterisieren Sie „Palmarer Reflex“ (3 Punkte)
  • Druck in der Handfläche kann einen kräftigen Fingerschluss auslösen
  • Mit wachsender willkürlicher Handkontrolle wird das Greifen zunehmend zielgerichtet und lösbar
  • Eine Reflexreaktion darf nicht mit funktionellem Greifen verwechselt werden, weil Loslassen, Dosieren und Objektanpassung fehlen können
Charakterisieren Sie „Plantarer Reflex“ (3 Punkte)
  • Reize an der Fußsohle lösen altersabhängige Zehenreaktionen aus
  • Für Stand und Gang sind später differenzierte Belastung, Gleichgewicht und Abrollen bedeutsam
  • Fußreaktionen werden nie isoliert aus einer Spielbeobachtung diagnostiziert
Charakterisieren Sie „Spinaler Galantreflex“ (3 Punkte)
  • Ein seitlicher Reiz am Rumpf kann beim Säugling eine Rumpfkrümmung hervorrufen
  • Bei älteren Kindern sind asymmetrische Haltung, Rumpfkontrolle oder Berührungsempfindlichkeit fachlich breiter zu untersuchen
  • Hautreize, Aufmerksamkeit und Erwartung können die Reaktion beeinflussen
Begründen Sie die fachliche Bedeutung von „Relevanz einzelner Reflexreaktionen“ (3 Punkte)
  • Die Reaktion wird unter bekannten Bedingungen reproduzierbar erhoben und nicht aus einer Einzelbeobachtung abgeleitet
  • Ihre Bedeutung entsteht erst durch einen konsistenten Bezug zu Essen, Greifen, Sitzen oder Gehen
  • Bei unklaren Befunden erfolgt interdisziplinäre Abklärung
Quellen

NPH-NPSBV.zip / Handout Saugreflex Jolina Michelle Vivien.pdf, 14.07.2026

NPH-NPSBV.zip / Saug- und Suchreflex.pdf, 14.07.2026

NPH-NPSBV.zip / Palmar-Reflex.pdf, 14.07.2026

NPH-NPSBV.zip / Galant Reflex Angelina Jamiro Nayeli Pia.pdf, 14.07.2026

NPH-NPSBV.zip / Spinale Galant Reflex.pdf, 14.07.2026

NPH-NPSBV.zip / Reflexe Spiel-und Bewegungsgeschichten.pdf, 14.07.2026

Befundbewertung, Ziele und Dokumentation
Fragen und Antworten
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Befunde gewichten“ (3 Punkte)
  • Nicht jede Auffälligkeit wird Therapieziel
  • Relevanz ergibt sich aus Sicherheit, Teilhabe, Belastung, Veränderbarkeit und Anliegen des Kindes und der Familie
  • Ressourcen werden ausdrücklich erfasst, weil sie die Wahl der Strategie bestimmen
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Ziele formulieren“ (2 Punkte)
  • Ein Ziel beschreibt eine beobachtbare Betätigung, Bedingungen, erforderliche Hilfe und Zeitraum. „Verbesserung der Feinmotorik“ ist zu unspezifisch
  • „schneidet beim Basteln eine einfache Form mit höchstens einer verbalen Hilfe“ ist überprüfbar
Beschreiben Sie die Dokumentation bei „Befundbewertung, Ziele und Dokumentation“ (3 Punkte)
  • Berichte trennen Anamnese, Beobachtung, Testwerte, Interpretation, Ziel und Empfehlung
  • Wertende oder stigmatisierende Formulierungen werden vermieden
  • Datenschutz gilt besonders bei Angaben aus Schule, Familie und Entwicklungsdiagnostik
Beschreiben Sie Ablauf und fachliche Bedeutung von „Verlauf und Lernen“ (2 Punkte)
  • Das Tätigkeits- und Lernraster verbindet theoretisches Wissen, praktische Demonstration, angeleitete Durchführung und selbstständige Anwendung
  • Auch die Therapie wird zyklisch überprüft: Planen, durchführen, beobachten, begründen und anpassen
Charakterisieren Sie „Nachvollziehbare Entscheidungskette“ (3 Punkte)
  • Anliegen, Beobachtung, Hypothese, Ziel und Maßnahme müssen logisch verbunden sein
  • Kind und Familie sollen die Zielrichtung verstehen
  • Dokumentiert werden zudem Dosis, Unterstützung und Ergebnis, damit das Team Wirkung, Nebenwirkung und nächsten Schritt prüfen kann
Quellen

NPH-NPSBV.zip / Befund Beispiel Pädiatrie.docx, 14.07.2026

NPH-NPSBV.zip / Befundung Assessments Behandlung.pdf, 14.07.2026

NPH-NPSBV.zip / Tätigkeits- und Lernraster Pädiatrie NPSBV-P_NPHBV-P.pdf, 14.07.2026

NPH-NPSBV.zip / Fragen zur Wiederholung.pdf, 14.07.2026

Betätigung als Therapiemittel und Ziel
Fragen und Antworten
Charakterisieren Sie „Mittel und Medien“ (3 Punkte)
  • Therapeutische Mittel sind Gegenstände oder Handlungen, die Zielerreichung ermöglichen
  • Medien betonen die vermittelnde Funktion zwischen Person, Gegenstand und Handlung
  • Im Berufsalltag werden beide Begriffe häufig synonym verwendet
Charakterisieren Sie „Dreifache Rolle der Betätigung“ (3 Punkte)
  • Betätigung dient als Befund, als Weg der Veränderung und als Ziel
  • Beim Anziehen zeigt sich ein Problem, die Aktivität wird therapeutisch angepasst geübt und selbstständiges Anziehen bleibt das Ergebnis
  • Ein Übungsgerät ist nur sinnvoll, wenn es diesen Zusammenhang unterstützt
Definieren Sie den Begriff „Anforderungsmodalitäten“ (3 Punkte)
  • Eine Aufgabe besitzt motorische, sensorische, kognitive, psychische und soziale Anforderungen
  • Material, Position, Tempo, Anleitung und Umwelt verändern sie
  • Auswahl folgt der Hypothese, nicht dem Konzeptnamen
Erläutern Sie die Dosierung bei „Betätigung als Therapiemittel und Ziel“ (3 Punkte)
  • Die Schwierigkeit liegt knapp oberhalb des sicher Beherrschten und erlaubt aktive Lösung
  • Zu viel Hilfe verhindert Lernen, zu wenig erzeugt Unsicherheit oder Kompensation
  • Reaktion und Transfer bestimmen die nächste Stufe
Charakterisieren Sie „Analyse eines betätigungsbezogenen Mediums“ (2 Punkte)
  • Ein Medium wird nach den motorischen, sensorischen, kognitiven und sozialen Anforderungen der Zielbetätigung ausgewählt
  • Es ist dann geeignet, wenn es die relevante Anforderung dosierbar übt oder kompensiert und die Person einen erkennbaren Alltagsnutzen erreicht
Quellen

NEUROPHYBV.zip / NPHBV 3.pdf, 14.07.2026

NEUROPHYBV.zip / NeurophysBV E LB 3.pptx, 14.07.2026

Moro-, ATNR-, STNR- und tonischer Labyrinthreflex
Fragen und Antworten
Definieren Sie den Begriff „Moro-Reflex“ (2 Punkte)
  • Eine plötzliche Lage- oder Reizveränderung kann beim Säugling eine symmetrische Schreckreaktion mit Öffnen und anschließendem Schließen der Arme auslösen
  • Asymmetrie, ungewöhnliche Schwäche oder anhaltend starke Reaktionen werden im neurologischen Gesamtbefund betrachtet
Definieren Sie den Begriff „ATNR“ (2 Punkte)
  • Beim asymmetrisch-tonischen Nackenreflex verändert eine Kopfdrehung den Tonus der Extremitäten: Die Gesichtseite streckt eher, die Hinterhauptseite beugt eher
  • Das Muster unterstützt frühe Auge-Hand-Erfahrungen, darf später aber zielgerichtete bilaterale Handlungen nicht dominieren
Definieren Sie den Begriff „STNR“ (3 Punkte)
  • Der symmetrisch-tonische Nackenreflex koppelt Kopfbeugung und -streckung an unterschiedliche Tonusmuster von Armen und Beinen
  • Er wird häufig mit Übergängen zum Vierfüßlerstand in Verbindung gebracht
  • Funktionell werden Krabbeln, Sitzhaltung, Blickwechsel und Handgebrauch direkt beobachtet
Definieren Sie den Begriff „TLR“ (2 Punkte)
  • Der tonische Labyrinthreflex beschreibt lageabhängige Veränderungen von Beuge- und Strecktonus in Bezug zur Schwerkraft
  • In der Therapie sind Aufrichtung, Gleichgewicht, aktive Positionswechsel und Nutzung in Handlungen wichtiger als eine isolierte „Hemmposition“
Ordnen Sie „Bewertung komplexer Reflexmuster“ fachlich ein (2 Punkte)
  • Ein vermutetes Reflexmuster wird nur dann zum Therapieziel, wenn es eine konkrete bilaterale, posturale oder schulische Handlung wiederholt beeinträchtigt
  • Veränderungen werden an dieser Handlung gemessen, nicht allein an einer künstlich ausgelösten Reaktion
Quellen

NPH-NPSBV.zip / Moro- Reflex.docx, 14.07.2026

NPH-NPSBV.zip / Moro-Reflex.pdf, 14.07.2026

NPH-NPSBV.zip / ATNR_Handout_NPHBV-P_Lara, Michelle, Ashley, Lena_E56.pdf, 14.07.2026

NPH-NPSBV.zip / Handout STNR Victoria Swantje Lisa Karl Josi.pdf, 14.07.2026

NPH-NPSBV.zip / symmetrisch tonischer Nackenreflex STNR.pdf, 14.07.2026

NPH-NPSBV.zip / Tonischer Labyrinth Reflex.pdf, 14.07.2026

NPH-NPSBV.zip / Tonischer Labyrinthreflex Romy Clara.pdf, 14.07.2026

Befundprozess bei Erwachsenen
Fragen und Antworten
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Befund und Diagnostik“ (3 Punkte)
  • Diagnostik bezeichnet Strategien zum Erkennen und Ordnen von Störungen
  • Medizinische Diagnose und ergotherapeutischer Befund haben unterschiedliche Aufgaben
  • Ergotherapie erhebt, wie Funktionen, Aktivitäten, Umwelt und Ziele miteinander wirken
Definieren Sie den Begriff „Ersteindruck“ (2 Punkte)
  • Vigilanz, Orientierung, Kommunikation, Haltung, Mimik, Tonus, spontane Bewegung, Schmerz und Umgang mit Hilfsmitteln werden beobachtet
  • Der Ersteindruck erzeugt Hypothesen, keine endgültigen Urteile
Charakterisieren Sie „Anamnese und Interview“ (3 Punkte)
  • Probleme und Erwartungen werden aus Sicht der betroffenen Person und gegebenenfalls Angehöriger erfasst
  • Vorherige Rollen, Wohnumfeld, Arbeit, Interessen und Unterstützungsnetz sind therapierelevant
  • Defizitlisten ohne Lebenskontext führen zu unspezifischer Behandlung
Definieren Sie den Begriff „Hypothesenprüfung“ (3 Punkte)
  • Beobachtung einer bedeutsamen Aktivität zeigt, wo die Handlung scheitert
  • Gezielte Funktionsprüfung prüft vermutete Ursachen
  • Befund wird iterativ präzisiert, statt alle Tests unabhängig vom Problem durchzuführen
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Aktivitätsgeleiteter Erwachsenenbefund“ (3 Punkte)
  • Der Befund beginnt mit einer bedeutsamen Aktivität und beschreibt, an welcher Stelle sie scheitert oder unsicher wird
  • Daraus werden gezielte Fragen zu Motorik, Sensibilität, Wahrnehmung und Umwelt abgeleitet
  • Nicht benötigte Tests werden vermieden
Quellen

NEUROPHYBV.zip / NPHBVE LB2.pptx, 14.07.2026

NEUROPHYBV.zip / Tätigkeits- und Lernraster NPHBV.docx, 14.07.2026

Bobath-Konzept bei Erwachsenen
Fragen und Antworten
Erläutern Sie den Grundgedanken von „Bobath-Konzept bei Erwachsenen“ (3 Punkte)
  • Das Bobath-Konzept ist ein problemlösender Ansatz für Menschen mit neurologischer Schädigung
  • Befund und Behandlung finden in bedeutsamen Aktivitäten statt
  • Haltungskontrolle, selektive Bewegung und sensorische Information werden an individuelle Aufgaben angepasst
Definieren Sie den Begriff „Fazilitation“ (3 Punkte)
  • Fazilitation bedeutet Erleichterung aktiver Organisation
  • Therapeutischer Kontakt an Schlüsselpunkten gibt Richtung, Stabilität oder sensorische Information
  • Er ersetzt nicht die Eigenaktivität und wird reduziert, sobald die Person Kontrolle übernimmt
Charakterisieren Sie „Alltag und 24 Stunden“ (2 Punkte)
  • Positionierung, Pflege, Transfer und selbstständige Tätigkeiten wirken über die einzelne Therapieeinheit hinaus
  • Alle Beteiligten sollen schädliche Zug- und Schutzmuster vermeiden und hilfreiche Strategien konsistent anwenden
Ordnen Sie „Bobath-Konzept bei Erwachsenen“ fachlich ein (3 Punkte)
  • Ein Konzept liefert Denk- und Handlungsmöglichkeiten, keine starre Griffabfolge
  • Aufgabenorientiertes Üben, hohe aktive Wiederholung und Teilhabeziele werden mit einbezogen
  • Wirkung wird gemessen und bei fehlendem Transfer verändert
Charakterisieren Sie „Eigenaktivität innerhalb der Fazilitation“ (3 Punkte)
  • Die Patientin bleibt aktive Problemlöserin
  • Therapeutische Information unterstützt Ausrichtung, Gewichtsübernahme oder selektive Bewegung und wird sofort reduziert, sobald eigene Kontrolle möglich ist
  • Dauerhafte manuelle Führung ohne Transfer widerspricht dem Ziel der Selbstständigkeit
Quellen

NEUROPHYBV.zip / Grundlagen NPHBV E.pptx, 14.07.2026

NEUROPHYBV.zip / Arbeitsblatt Schulter nach Bobath.pdf, 14.07.2026

NEUROPHYBV.zip / Arbeitsblatt Hand Neuro.pdf, 14.07.2026

Sensorische Integration nach Ayres: Theorie
Fragen und Antworten
Erläutern Sie die Kernaussagen von „Grundidee“ bei „Sensorische Integration nach Ayres“ (3 Punkte)
  • A
  • Jean Ayres beschrieb sensorische Integration als neurologischen Prozess, der Sinnesinformationen ordnet und für Handlung nutzbar macht
  • Besondere Bedeutung haben taktile, vestibuläre und propriozeptive Systeme, weil sie Körper, Schwerkraft und Bewegung kontinuierlich abbilden
Erklären Sie den fachlichen Kern von „Modulation und Diskrimination“ (3 Punkte)
  • Modulation bezeichnet die Regulation von Reizstärke und Reaktionsbereitschaft
  • Diskrimination bedeutet, Qualität, Ort und Unterschiede eines Reizes zu erkennen
  • Ein Kind kann auf Berührung übermäßig reagieren, sie kaum registrieren oder zwar registrieren, aber räumlich schlecht unterscheiden
Charakterisieren Sie „Adaptive Reaktion“ bei „Sensorische Integration nach Ayres“ (4 Punkte)
  • Eine adaptive Reaktion ist eine aktive, zweckmäßige Antwort auf eine Umweltanforderung
  • Therapie schafft eine Herausforderung, die gerade ausreichend neu und bewältigbar ist
  • Das Kind soll organisieren, entscheiden und handeln
  • Bloße Reizzufuhr ohne aktive Aufgabe entspricht diesem Prinzip nicht
Ordnen Sie „Fachliche Einordnung“ fachlich ein (3 Punkte)
  • Sensorische Beobachtungen werden mit Betätigung, Entwicklung und anderen Diagnosen verknüpft
  • Nicht jede Unruhe, Ungeschicklichkeit oder Vermeidung ist eine Störung sensorischer Integration
  • Interventionen werden transparent begründet und anhand alltagsrelevanter Ergebnisse überprüft
Charakterisieren Sie „Prüfung einer SI-Hypothese“ (3 Punkte)
  • Die Hypothese muss beobachtetes Verhalten, betroffene Sinnessysteme und eine konkrete Betätigung verbinden
  • Sie wird gegen motorische, kognitive, emotionale und umweltbezogene Erklärungen geprüft
  • Eine aktive Aufgabe soll eine nachvollziehbare adaptive Reaktion hervorrufen
Quellen

NPH-NPSBV.zip / Sensorische Integration .pdf, 14.07.2026

NPH-NPSBV.zip / Grundlagen SI bei Kindern und Jugendlichen.pdf, 14.07.2026

NPH-NPSBV.zip / Theorie der Sensorischen Integration.docx, 14.07.2026

ICF, Ergotherapeutisches Assessment und FIM
Fragen und Antworten
Definieren Sie den Begriff „ICF-Struktur“ (3 Punkte)
  • Körperfunktionen und -strukturen erklären nur einen Teil des Problems
  • Aktivitäten, Teilhabe, Umwelt- und personenbezogene Faktoren werden gleichwertig erhoben
  • Eine Aphasie, Hemiparese und Treppe im Wohnhaus können gemeinsam die Selbstständigkeit begrenzen
Leiten Sie aus „Ergotherapeutisches Assessment“ Konsequenzen für die ergotherapeutische Praxis ab (2 Punkte)
  • Das EA strukturiert Wohnraum, Rollen, Interessen, Selbstversorgung, Produktivität und Freizeit aus ergotherapeutischer Perspektive
  • Es hilft, relevante Informationen von medizinischen Nebendaten zu unterscheiden und Ziele gemeinsam zu priorisieren
Charakterisieren Sie „FIM und Aktivität“ (3 Punkte)
  • Der Functional Independence Measure beschreibt Hilfebedarf bei ausgewählten Aktivitäten
  • Ein niedriger Wert zeigt Abhängigkeit, erklärt aber noch nicht die Ursache
  • Motorische, neuropsychologische, psychosoziale und Umweltfaktoren werden anschließend differenziert
Definieren Sie den Begriff „Hypothesenbildung“ (3 Punkte)
  • Auf Aktivitätsebene wird gefragt, wie und warum eine Handlung misslingt
  • Auf Funktionsebene werden Tonus, Koordination, Sensibilität oder Planung geprüft
  • Jede Hypothese muss durch Beobachtung oder Test gestützt und bei widersprechenden Daten geändert werden
Charakterisieren Sie „Prüfbare ICF-Arbeitshypothese“ (2 Punkte)
  • Eine Arbeitshypothese verbindet eine Körperfunktion mit einer konkreten Aktivität und einem Umweltfaktor, etwa Sensibilitätsverlust, unsicheres Kochen und fehlende Temperaturkontrolle
  • Sie wird durch Beobachtung geprüft und bei widersprechenden Daten angepasst
Quellen

NEUROPHYBV.zip / NPHBVE LB2.pptx, 14.07.2026

Transfer: Fazilitation und Hilfsmittel
Fragen und Antworten
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Vorbereitung“ bei „Transfer“ (3 Punkte)
  • Zielort, Bremsen, Fußstützen, Höhe und Weg werden vorbereitet
  • Die Person erhält verständliche Information und Zeit
  • Ausgangsstellung schafft Fußkontakt, symmetrische oder bewusst asymmetrische Belastung und erreichbare Handstützpunkte
Definieren Sie „Fazilitation“ (3 Punkte)
  • Hilfe richtet Bewegung über Becken, Rumpf oder Schultergürtel, ohne am Arm zu ziehen
  • Gewichtsverlagerung geht dem Abheben voraus
  • Die Therapeutin schützt, aber hebt nicht unnötig das gesamte Körpergewicht
Definieren Sie den Begriff „Hilfsmittel“ (3 Punkte)
  • Rutschbrett verkürzt den Höhenunterschied und ermöglicht schrittweise seitliche Bewegung
  • Rollboard und Gleitmaterial reduzieren Reibung im Bett
  • Gehbank, Rollator oder Unterarmstützen benötigen ausreichende Kontrolle und werden nicht allein nach Diagnose gewählt
Definieren Sie den Begriff „Steigerung“ (2 Punkte)
  • Transfer wird von viel zu wenig Hilfe, von stabiler zu variabler Umgebung und von Teilbewegung zur vollständigen Alltagssituation aufgebaut
  • Qualität und Sicherheit gehen Geschwindigkeit vor
Charakterisieren Sie „Reduktion von Transferhilfen“ (3 Punkte)
  • Unverzichtbar ist nur die Hilfe, die Sicherheit gewährleistet oder eine fehlende Teilkontrolle ersetzt
  • Gewohnheitsmäßige Unterstützung wird erkannt, indem einzelne Hilfen kontrolliert reduziert werden
  • Fortschritt zeigt sich durch mehr Eigenaktivität bei gleichbleibender Sicherheit
Quellen

NEUROPHYBV.zip / Arbeitsblatt Transfer NPHBV.docx, 14.07.2026

Neuroplastizität und Entwicklungsbedingungen
Fragen und Antworten
Erklären Sie den fachlichen Kern von „Neuroplastizität“ (2 Punkte)
  • Neuroplastizität bezeichnet die Veränderbarkeit von Nervensystem und Netzwerken durch Entwicklung, Erfahrung, Lernen, Schädigung und Umwelt
  • Plastizität ist weder unbegrenzt noch automatisch positiv: Auch Vermeidung, Schmerz oder ineffiziente Strategien können sich festigen
Definieren Sie den Begriff „Lernbedingungen“ (2 Punkte)
  • Wirksames Lernen benötigt aktive Beteiligung, ausreichend Wiederholung, passende Schwierigkeit, Rückmeldung, Bedeutung und Möglichkeiten zum Transfer
  • Entwicklung wird unterstützt, indem das Kind selbst Lösungen erzeugt und Erfolge in mehreren Kontexten erlebt
Charakterisieren Sie „FASD als Beispiel“ (3 Punkte)
  • Fetale Alkoholspektrumstörungen können Aufmerksamkeit, Gedächtnis, Exekutivfunktionen, Regulation, Lernen und Motorik beeinflussen
  • Äußeres Verhalten wird leicht als Absicht fehlgedeutet
  • Klare Routinen, konkrete Sprache, externe Hilfen und realistische Anforderungen können die Handlungsfähigkeit verbessern
Definieren Sie den Begriff „Prognose“ (3 Punkte)
  • Prognosen beruhen auf mehreren Faktoren: Art und Zeitpunkt der Schädigung, Begleiterkrankungen, Entwicklungsstand, Umwelt, Versorgung, Motivation und Lernzugang
  • Das jüngere Gehirn ist nicht einfach „besser heilbar“
  • Frühe Schädigungen können sich erst zeigen, wenn spätere Anforderungen steigen
Leiten Sie aus „Therapeutisch veränderbare Lernbedingungen“ Konsequenzen für die ergotherapeutische Praxis ab (3 Punkte)
  • Verändert werden können Übungsdosis, Bedeutung, Rückmeldung, Aufgabenvariation, Pausen und Umwelt
  • Fehlender Fortschritt wird nicht automatisch als mangelnde Motivation gedeutet
  • Aufmerksamkeit, Fatigue, Schmerz, sensorische Verarbeitung und neurokognitive Grenzen werden mitgeprüft
Quellen

NPH-NPSBV.zip / Neuroplastizität das Gehirn lernt immer.pdf, 14.07.2026

NPH-NPSBV.zip / Neuroplastizität Selbst ist das Gehirn und Gehirn neu verdrahtet.pdf, 14.07.2026

NPH-NPSBV.zip / Fetale Alkoholspektrumstörung.pdf, 14.07.2026

Motorischer und sensorischer Befund
Fragen und Antworten
Definieren Sie den Begriff „Motorik“ (2 Punkte)
  • Kopf- und Rumpfkontrolle, selektive Bewegung, Kraft, Geschwindigkeit, Ausdauer und Koordination werden in Ausgangsstellungen und Handlungen geprüft
  • Passive Beweglichkeit und Gewebewiderstand helfen, neurale von strukturellen Begrenzungen zu unterscheiden
Definieren Sie „Tonus“ (3 Punkte)
  • Tonus wird in Ruhe, bei Lagewechsel und aktiver Aufgabe beobachtet
  • Widerstand hängt von Geschwindigkeit, Aufmerksamkeit und Position ab
  • Ein einzelner passiver Eindruck darf nicht die gesamte Behandlungsplanung bestimmen
Erklären Sie den fachlichen Kern von „Sensibilität“ (4 Punkte)
  • Oberflächensensibilität umfasst Berührung, Druck, Schmerz und Temperatur
  • Tiefensensibilität Stellung und Bewegung
  • Tests erfolgen mit Sichtschutz, Vergleich und klarer Antwortmöglichkeit
  • Insensible Haut braucht Schutz und alltagsnahe Kompensation
Charakterisieren Sie „Koordination und Gleichgewicht“ (2 Punkte)
  • Zielbewegung, schnelle Wechselbewegungen, Stützreaktionen und Gewichtsverlagerung werden funktionell beobachtet
  • Fehler werden nach Richtung, Konstanz und Einfluss von Sehen oder Geschwindigkeit beschrieben
Erklären Sie Funktion und fachlichen Zweck von „Auswahl funktionell relevanter Tests“ (3 Punkte)
  • Gewählt wird die Funktionsprüfung, die ein beobachtetes Aktivitätsproblem erklären oder eine Entscheidung verändern kann
  • Zusätzliche Messungen ohne Konsequenz erhöhen nur die Datenmenge
  • Ergebnisse werden mit Seitenvergleich, Kontext und Sicherheitsrisiko dokumentiert
Quellen

NEUROPHYBV.zip / NPHBVE LB2.pptx, 14.07.2026

NEUROPHYBV.zip / Tätigkeits- und Lernraster NPHBV.docx, 14.07.2026

PANat und Luftpolsterschienen
Fragen und Antworten
Definieren Sie den Begriff „Ansatz“ (3 Punkte)
  • PANat entwickelte sich aus der Arbeit mit Johnstone-Luftpolsterschienen
  • Pneumatische Schienen können Extremitäten ausrichten, sensorische Information geben und Bewegung assistieren
  • Heute werden sie in aktive Aufgaben eingebettet statt als rein passive Tonusbehandlung verstanden
Erläutern Sie die Kernaussagen von „Prinzipien“ (3 Punkte)
  • Rehabilitation beginnt mit Haltungskontrolle und nutzt schwächere Muskelgruppen aktiv
  • Schienen und Geräte sollen physiologische Bewegung ermöglichen, nicht Bewegung für die Person übernehmen
  • Motorische, sensorische und kognitive Anforderungen werden kombiniert
Beschreiben Sie die Anwendung von „PANat und Luftpolsterschienen“ (3 Punkte)
  • Druck, Länge, Gelenkstellung und Haut werden kontrolliert
  • Training verbindet Schiene mit Reichbewegung, Stütz, Greifen oder Gewichtsverlagerung
  • Nach dem Ablegen wird geprüft, ob die Person die verbesserte Organisation ohne Gerät nutzt
Beurteilen Sie die zentralen Grenzen und Risiken bei „Grenzen“ bei „PANat und Luftpolsterschienen“ (2 Punkte)
  • Akute medizinische Risiken, schwere Sensibilitäts- oder Hautprobleme und bestimmte kardiorespiratorische Situationen können gegen Anwendung sprechen
  • Die Methode benötigt fachliche Einweisung und individuelle Kontrolle
Erklären Sie Funktion und fachlichen Zweck von „Aktive Funktion trotz Luftpolsterschiene“ (3 Punkte)
  • Die Schiene soll Ausrichtung und Wahrnehmung so unterstützen, dass eine aktive Aufgabe möglich wird
  • Haut, Druck, Kreislauf und Sensibilität werden überwacht
  • Entscheidend ist, ob die erreichte Kontrolle schrittweise ohne Schiene oder in einer Alltagshandlung nutzbar bleibt
Quellen

NEUROPHYBV.zip / NPHBV 3.pdf, 14.07.2026

NEUROPHYBV.zip / NeurophysBV E LB 3.pptx, 14.07.2026

Neurophysiologische Behandlung bei Erwachsenen
Fragen und Antworten
Definieren Sie „Neurophysiologische Behandlung bei Erwachsenen: Gegenstand“ fachlich präzise (3 Punkte)
  • Neurophysiologische Behandlungsverfahren bei Erwachsenen befassen sich mit Folgen zentraler und peripherer Nervensystemschädigungen für Haltung, Bewegung, Sensibilität und Handlung
  • Motorische, sensorische, kognitive und emotionale Funktionen wirken gleichzeitig
  • Eine isolierte Muskelbetrachtung reicht nicht
Ordnen Sie „Normale Bewegung“ fachlich ein (3 Punkte)
  • Physiologische Bewegung ist variabel, zielgerichtet, ökonomisch und an Umwelt sowie Aufgabe angepasst
  • Es gibt nicht nur eine „richtige“ Form
  • Entscheidend sind Sicherheit, Effizienz, Anpassungsfähigkeit und Erfolg der Betätigung
Charakterisieren Sie „Pathologie und Kompensation“ (3 Punkte)
  • Nach Schlaganfall können Parese, Tonusveränderung, Sensibilitäts- und Koordinationsstörung auftreten
  • Kompensation kann Teilhabe ermöglichen, aber auch Schmerz oder Nichtgebrauch verstärken
  • Therapie beurteilt Nutzen und Kosten einer Strategie statt sie pauschal zu verbieten
Erläutern Sie den Betätigungsbezug von „Neurophysiologische Behandlung bei Erwachsenen“ (2 Punkte)
  • Waschen, Kämmen, Greifen, Gehen oder Kochen sind komplexe sensomotorische Aufgaben
  • Therapeutische Analyse klärt, welche Information fehlt, welche Kontrolle gestört ist und welche Umweltveränderung oder Übung die Handlung verbessert
Erklären Sie Funktion und fachlichen Zweck von „Funktionelle Definition physiologischer Bewegung“ (3 Punkte)
  • Physiologische Bewegung ist keine starre Idealform
  • Sie ist anpassungsfähig, zielgerichtet, ausreichend selektiv und unter den gegebenen Bedingungen sicher sowie effizient
  • Kompensation wird danach bewertet, ob sie Betätigung ermöglicht oder langfristig Risiko und Aufwand erhöht
Quellen

NEUROPHYBV.zip / Grundlagen NPHBV E.pptx, 14.07.2026

Schulter- und Handbefund nach Schlaganfall
Fragen und Antworten
Definieren Sie den Begriff „Inspektion“ (3 Punkte)
  • Verglichen werden Schulterhöhe, Scapulastellung, Armposition, Schwellung und Haut
  • Abstand zwischen Akromion und Humeruskopf kann auf Subluxation hinweisen
  • Der Befund wird in Ruhe und Aktivität erhoben
Definieren Sie den Begriff „Bewegung“ (3 Punkte)
  • Scapulabewegung wird vor und während Armhebung beobachtet
  • Humeruskopfzentrierung, Schmerz, Kompensation und Bewegungsqualität sind wichtiger als maximaler Winkel
  • Passive Bewegung erfolgt nie gegen Schutzspannung oder Schmerz
Definieren Sie den Begriff „Hand“ (2 Punkte)
  • Ödem, Temperatur, Farbe, Sensibilität, passive Beweglichkeit, aktive Ansteuerung und Griff werden geprüft
  • Die Hand kann trotz geringer aktiver Bewegung in Stütz, Pflege und bilaterale Tätigkeiten einbezogen werden
Beurteilen Sie den Befund bei „Schulter- und Handbefund nach Schlaganfall“ (2 Punkte)
  • Schmerz kann biomechanisch, entzündlich, neurogen oder zentral mitbedingt sein
  • Die Arbeitshypothese entscheidet über Positionierung, Aktivierung, Hilfsmittel, Schiene oder medizinische Rücksprache
Unterscheiden Sie „Differenzialbeobachtung an Schulter und Hand“ anhand fachlicher Kriterien (3 Punkte)
  • Subluxation, schmerzhafte Bewegung, Ödem, Sensibilitätsverlust und mögliche CRPS-Zeichen werden getrennt beschrieben
  • Ergotherapie beurteilt Funktion und Risiko, stellt aber keine ärztliche Diagnose
  • Neue starke Schmerzen, Entzündungszeichen oder autonome Veränderungen werden abgeklärt
Quellen

NEUROPHYBV.zip / Arbeitsblatt Schulter nach Bobath.pdf, 14.07.2026

NEUROPHYBV.zip / Arbeitsblatt Hand Neuro.pdf, 14.07.2026

NEUROPHYBV.zip / Subluxation nach Schlaganfall.pdf, 14.07.2026

CIMT und aufgabenspezifisches Training
Fragen und Antworten
Charakterisieren Sie „Erlernter Nichtgebrauch“ (3 Punkte)
  • Nach Schlaganfall scheitern Versuche mit der betroffenen Hand
  • Die Person weicht auf die andere Seite aus, wodurch Nutzung und Erfahrung weiter abnehmen
  • CIMT unterbricht diesen Kreislauf durch begrenzte Nutzung der weniger betroffenen Hand und intensives Training der betroffenen
Definieren Sie den Begriff „Voraussetzungen“ bei „CIMT und aufgabenspezifisches Training“ (4 Punkte)
  • Ausreichende aktive Bewegung, Verständnis, Belastbarkeit und Hautsicherheit sind erforderlich
  • Klassische CIMT ist intensiv
  • Modifizierte Formen verteilen Training alltagstauglicher
  • Zwang ohne Erfolgserwartung ist nicht das Ziel
Definieren Sie den Begriff „Shaping“ (3 Punkte)
  • Aufgaben werden in kleinen Schritten gesteigert und häufig wiederholt
  • Schwierigkeit wird über Reichweite, Objektgröße, Zeit, Präzision oder Widerstand angepasst
  • Rückmeldung betont Fortschritt und Strategie
Definieren Sie den Begriff „Transferpaket“ (3 Punkte)
  • Hausaufgaben, Aktivitätsvertrag, Tagebuch und Problemlösen übertragen Nutzung in den Alltag
  • Verbesserte Testleistung ohne tatsächliche Handnutzung reicht nicht
  • Bimanuale Tätigkeiten werden ergänzend aufgebaut
Charakterisieren Sie „Voraussetzungen für CIMT“ (3 Punkte)
  • CIMT setzt ausreichende aktive Restfunktion, Belastbarkeit, Verständnis und eine relevante Alltagssituation voraus
  • Die Intensität wird individuell geplant
  • Bei Schmerz, erheblicher Subluxationsgefahr, fehlender Schutzsensibilität oder Überforderung ist ein anderes Vorgehen erforderlich
Quellen

NEUROPHYBV.zip / NeurophysBV E LB 3.pptx, 14.07.2026

NEUROPHYBV.zip / NPHBV 3.pdf, 14.07.2026

Afferenz, Efferenz, Feedback und Feedforward
Fragen und Antworten
Charakterisieren Sie „Afferent und efferent“ (4 Punkte)
  • Afferente Bahnen leiten sensorische Information zum Zentralnervensystem
  • Efferente Bahnen motorische Signale zu Muskeln und Organen
  • Die Begriffe stammen von lateinisch afferre, „herantragen“, und efferre, „hinaustragen“
  • Bewegung ist ein fortlaufender Kreislauf, kein Einbahnweg
Definieren Sie den Begriff „Feedback“ bei „Afferenz, Efferenz, Feedback und Feedforward“ (3 Punkte)
  • Feedback nutzt Folgen einer Bewegung zur Korrektur
  • Berührung, Gelenkstellung, Sehen und Gleichgewicht melden, ob Ziel und Stabilität erreicht werden
  • Nach Nervensystemschädigung kann Rückmeldung fehlen, verzögert oder falsch gewichtet sein
Definieren Sie den Begriff „Feedforward“ (3 Punkte)
  • Feedforward bereitet Bewegung anhand von Erwartung und Erfahrung vor
  • Vor dem Armheben stabilisieren sich Rumpf und Schultergürtel
  • Bei gestörter antizipatorischer Kontrolle beginnt Bewegung verspätet, überschießend oder mit großen Kompensationen
Charakterisieren Sie „Afferenz, Efferenz, Feedback und Feedforward: Therapie“ (3 Punkte)
  • Sensorische Hinweise sind wirksam, wenn sie eine aktive, zielgerichtete Handlung unterstützen
  • Berührung ohne Aufgabe erzeugt nicht automatisch Lernen
  • Wiederholung, Variation, Aufmerksamkeit und Erfolg helfen, Vorhersagemodelle zu aktualisieren
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Informationsfluss beim Greifen“ (3 Punkte)
  • Vor dem Greifen nutzt das Nervensystem Erfahrung und visuelle Information zur Vorsteuerung
  • Während der Bewegung liefern Berührung, Propriozeption und Sehen Rückmeldung
  • Nach dem Kontakt werden Griffkraft und Objektlage kontrolliert und für die nächste Handlung aktualisiert
Quellen

NEUROPHYBV.zip / Grundlagen NPHBV E.pptx, 14.07.2026

Transferbefund und Sicherheit
Fragen und Antworten
Definieren Sie „Transferbegriff“ fachlich präzise (3 Punkte)
  • Transfer stammt von lateinisch transferre, „hinübertragen“
  • Gemeint ist Wechsel zwischen Ausgangsstellungen oder Orten, etwa Liegen–Sitzen, Bett–Rollstuhl oder Sitz–Stand
  • Ziel ist nicht Transportieren, sondern sichere Eigenaktivität
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Befund“ (2 Punkte)
  • Beobachtet werden Verständnis, Angst, Schmerz, Rumpfkontrolle, Fußkontakt, Gewichtsübernahme, Schlüsselpunkte und Nutzung der betroffenen Seite
  • Ausgangs- und Endposition sowie Umgebung werden vorbereitet, bevor Bewegung beginnt
Begründen Sie die Sicherheitsanforderungen bei „Transferbefund und Sicherheit“ (3 Punkte)
  • Bremsen, Fußstützen, Bett- und Sitzhöhe, Schuhe, Platz, Licht und Hilfsmittel werden kontrolliert
  • Benötigte Zahl der Hilfspersonen wird realistisch gewählt
  • Ziehen am paretischen Arm oder unkontrolliertes Heben schädigt Patient und Helfende
Erklären Sie Wirkzusammenhänge bei „Lernwirkung“ (3 Punkte)
  • Zeit zum Spüren und aktiven Organisieren ist Teil der Therapie
  • Rutschbrett, Rollboard oder Safetex reduzieren Reibung, ersetzen aber nicht Anleitung
  • Hilfe wird dort gegeben, wo Kontrolle fehlt, und bei Fortschritt reduziert
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Struktur eines sicheren Transferbefunds“ (3 Punkte)
  • Der Befund nennt Ausgangs- und Endstellung, Unterstützungsfläche, Gewichtsweg, Eigenaktivität, Hilfsmittel und genaue Hilfestellung
  • Bremsen, Fußkontakt, Schmerz, Kreislauf und Zahl der Hilfspersonen werden vor Beginn geprüft
  • Hilfe wird nur so weit wie nötig gegeben
Quellen

NEUROPHYBV.zip / Arbeitsblatt Transfer NPHBV.docx, 14.07.2026

NEUROPHYBV.zip / Tätigkeits- und Lernraster NPHBV.docx, 14.07.2026

Spiegeltherapie und motorische Vorstellung
Fragen und Antworten
Erläutern Sie die Kernaussagen von „Prinzip“ bei „Spiegeltherapie und motorische Vorstellung“ (2 Punkte)
  • Ein Spiegel verdeckt die betroffene Extremität und zeigt die Bewegung der weniger betroffenen Seite so, als bewege sich die betroffene
  • Die visuelle Information kann motorische Netzwerke und Körperrepräsentation beeinflussen
Definieren Sie den Begriff „Aufbau“ (3 Punkte)
  • Zunächst werden Schmerz, Wahrnehmung, Aufmerksamkeit und Verständnis geprüft
  • Einfache symmetrische Bewegungen beginnen langsam, danach folgen Objekt- und Alltagsaufgaben
  • Die betroffene Seite bleibt sicher positioniert
Beurteilen Sie die zentralen Grenzen und Risiken bei „Voraussetzungen und Grenzen“ (2 Punkte)
  • Ausgeprägte visuelle Wahrnehmungsstörung, schwere kognitive Beeinträchtigung, starke Übelkeit oder deutliche Symptomverstärkung können Anwendung verhindern
  • Spiegeltherapie ist kein passives Anschauen, sondern konzentrierte Wahrnehmungs- und Bewegungsaufgabe
Erläutern Sie den Transfer bei „Spiegeltherapie und motorische Vorstellung“ (3 Punkte)
  • Nach der Spiegelphase wird reale Bewegung oder Vorstellung der betroffenen Seite erprobt
  • Ziele können Schmerzreduktion, Bewegungsanbahnung oder Körperschema sein
  • Wirkung wird individuell gemessen
Charakterisieren Sie „Voraussetzungen der Spiegelillusion“ (3 Punkte)
  • Die Person muss die Spiegelanordnung ausreichend sehen, Aufmerksamkeit aufrechterhalten und die visuelle Illusion verstehen können
  • Schmerz, Neglect, schwere kognitive Störung oder starke Irritation können die Anwendung begrenzen
  • Wirkung wird funktionell und symptombezogen geprüft
Quellen

NEUROPHYBV.zip / NeurophysBV E LB 3.pptx, 14.07.2026

NEUROPHYBV.zip / NPHBV 3.pdf, 14.07.2026

Pathologische Bewegungsmuster und Funktionsstörungen
Fragen und Antworten
Erklären Sie den fachlichen Kern von „Parese und Plegie“ (2 Punkte)
  • Parese bezeichnet unvollständige, Plegie vollständige Lähmung
  • Funktionsverlust hängt nicht nur von Kraft ab, sondern von selektiver Ansteuerung, Geschwindigkeit, Ausdauer und Einbindung in automatische Haltungskontrolle
Definieren Sie den Begriff „Tonus“ (4 Punkte)
  • Tonus ist situationsabhängige Muskelaktivität
  • Hypertonus kann Bewegung begrenzen, Hypotonus Stabilität vermindern
  • Spastik ist geschwindigkeitsabhängige Widerstandszunahme und nur ein Teil des Upper-Motor-Neuron-Syndroms
  • Steifigkeit kann auch durch Schmerz, Verkürzung oder Angst entstehen
Charakterisieren Sie „Koordination und Sensibilität“ (3 Punkte)
  • Ataxie, Dysmetrie, Tremor und gestörte Gleichgewichtsreaktionen verändern Zielgenauigkeit
  • Sensibilitätsverlust erschwert Kraftdosierung, Gelenkschutz und Körperrepräsentation
  • Visuelle Kontrolle kann kompensieren, erhöht aber Aufmerksamkeit und Ermüdung
Beschreiben Sie die Bewegungsanalyse bei „Pathologische Bewegungsmuster und Funktionsstörungen“ (2 Punkte)
  • Therapie beschreibt Ausgangsstellung, Bewegungsbeginn, Gewichtsverlagerung, Gelenkfolge, Geschwindigkeit, Atmung, Kompensation und Ergebnis
  • Ein Muster wird nicht nur benannt, sondern mit Ursache und Aktivitätsproblem verknüpft
Unterscheiden Sie „Differenzierung motorischer Ursachen“ anhand fachlicher Kriterien (3 Punkte)
  • Kraftdefizit zeigt sich anders als geschwindigkeitsabhängiger Tonus, Sensibilitätsverlust oder Koordinationsstörung
  • Beobachtet werden Selektivität, Widerstand, Zielgenauigkeit, Rückmeldung und Kontext
  • Erst die Kombination mehrerer Befunde trägt eine Arbeitshypothese
Quellen

NEUROPHYBV.zip / Grundlagen NPHBV E.pptx, 14.07.2026

Dokumentation und Evaluation
Fragen und Antworten
Erklären Sie den fachlichen Kern von „Inhalte“ (2 Punkte)
  • Dokumentation umfasst anamnestische Daten, Befund, Hypothese, Ziele, Planung, durchgeführte Intervention, Reaktion und Ergebnis
  • Sie ist fachliche Kommunikation, Leistungsnachweis und Grundlage der Evaluation
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Zielbezug“ (2 Punkte)
  • Ein Eintrag beschreibt nicht nur „Bobath durchgeführt“, sondern Aufgabe, Hilfestellung, Dosis und beobachtete Veränderung
  • Ziele müssen so formuliert sein, dass Fortschritt oder fehlende Wirkung erkennbar wird
Ordnen Sie „Digitale Systeme“ fachlich ein (3 Punkte)
  • Praxissoftware und Kliniksysteme strukturieren Daten unterschiedlich
  • Standardfelder ersetzen nicht klinisches Denken
  • Datenschutz, Einwilligung und rollenbezogener Zugriff gelten besonders für Fotos und Videos
Beschreiben Sie die Evaluation von „Dokumentation und Evaluation“ (2 Punkte)
  • Verlaufsbefund vergleicht mit Ausgangslage und Alltag, nicht nur mit letzter Einheit
  • Wenn eine Maßnahme keinen Transfer zeigt oder Nebenwirkungen erzeugt, wird Hypothese und Plan angepasst
Charakterisieren Sie „Dokumentation einer neurophysiologischen Intervention“ (3 Punkte)
  • Ein Eintrag beschreibt Ausgangsproblem, Aufgabe, Dosis, manuelle oder verbale Hilfe, Reaktion und Ergebnis
  • Der nächste Entscheidungsschritt folgt aus dem Vergleich mit Ziel und Alltag
  • Ein bloßer Konzeptname wie „Bobath“ dokumentiert weder Inhalt noch Wirkung
Quellen

NEUROPHYBV.zip / NPHBVE LB2.pptx, 14.07.2026

NEUROPHYBV.zip / Tätigkeits- und Lernraster NPHBV.docx, 14.07.2026

Behandlungsplanung und Kompetenzentwicklung
Fragen und Antworten
Definieren Sie „Entscheidungskette“ (3 Punkte)
  • Planung verbindet Betätigungsproblem, Befundhypothese, Ziel, Methode, Medium, Dosis und Evaluation
  • Ein Konzeptname ersetzt keine Begründung
  • Verschiedene Ansätze können komplementäre Wirkprinzipien liefern
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Kompetenzstufen“ (2 Punkte)
  • Theorie verstehen, Demonstration sehen, praktisch üben, begleitet anwenden, beobachten und eigenständig durchführen sind unterschiedliche Lernstufen
  • Das Lernraster macht sichtbar, wo Wissen vorhanden ist und wo sichere Praxis fehlt
Beschreiben Sie die Durchführung von „Behandlungsplanung und Kompetenzentwicklung“ (3 Punkte)
  • Vor der Einheit werden medizinische Risiken, Ausgangsstellung, Material und Hilfe geplant
  • Währenddessen werden Eigenaktivität, Qualität und Reaktion beobachtet
  • Nachher wird transferiert und dokumentiert
Beurteilen Sie „Professionelle Grenze“ bei „Behandlungsplanung und Kompetenzentwicklung“ (2 Punkte)
  • Komplexe Verfahren wie FOTT, Perfetti, Affolter oder spezialisierte Schienen benötigen fundierte Weiterbildung
  • In Ausbildung werden Grundprinzipien erkannt und sicher angewendet, ohne eine nicht erworbene Qualifikation vorzutäuschen
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Begründung und Evaluation einer Methode“ (4 Punkte)
  • Die Methode wird aus einem konkreten Befund und einem messbaren Betätigungsziel gewählt
  • Durchführung, Dosis und Sicherheitsgrenzen werden beschrieben
  • Ihre Wirkung wird mit demselben Kriterium erneut geprüft
  • Fehlender Transfer führt zur Anpassung der Hypothese oder Methode
Quellen

NEUROPHYBV.zip / Tätigkeits- und Lernraster NPHBV.docx, 14.07.2026

NEUROPHYBV.zip / NPHBVE LB2.pptx, 14.07.2026

NEUROPHYBV.zip / NeurophysBV E LB 3.pptx, 14.07.2026

Haltungskontrolle, Unterstützungsfläche und Schlüsselpunkte
Fragen und Antworten
Definieren Sie den Begriff „Unterstützungsfläche“ (3 Punkte)
  • Die Unterstützungsfläche ist der tatsächlich aufliegende Körperbereich
  • Eine größere Fläche kann Stabilität erleichtern, wird aber nur wirksam, wenn Gewicht tatsächlich angenommen wird
  • Füße ohne Belastung vergrößern die funktionelle Fläche nicht
Charakterisieren Sie „Haltungskontrolle“ (3 Punkte)
  • Posturale Kontrolle hält den Körperschwerpunkt über der Unterstützungsfläche und korrigiert Abweichungen
  • Sie ermöglicht freie Arm- und Kopfbewegung
  • Becken- und Rumpfstabilität sind dynamisch und ändern sich mit Aufgabe und Umgebung
Charakterisieren Sie „Haltungstonus“ (3 Punkte)
  • Haltungstonus ist die Grundaktivität, mit der der Körper Schwerkraft begegnet
  • Visuelle, vestibuläre und somatosensorische Information wird integriert
  • Zu hohe Steifigkeit kann Stabilität vortäuschen, reduziert aber Anpassung
Definieren Sie den Begriff „Schlüsselpunkte“ (2 Punkte)
  • Körperregionen mit hoher Rezeptordichte und Einfluss auf Gesamtbewegung werden therapeutisch als distale, proximale oder zentrale Schlüsselpunkte genutzt
  • Kontakt soll Information und aktive Organisation erleichtern, nicht Bewegung vollständig übernehmen
Erklären Sie Funktion und fachlichen Zweck von „Getrennte Prüfung von Stabilität und Aufgabe“ (3 Punkte)
  • Unterstützungsfläche und Aufgabenschwierigkeit werden nacheinander verändert
  • Verbessert eine größere Basis die Handfunktion, ist posturale Kontrolle bedeutsam
  • Bleibt die Leistung gleich, müssen Kraft, Sensibilität, Planung oder Aufgabenverständnis stärker gewichtet werden
Quellen

NEUROPHYBV.zip / NPHBV 3.pdf, 14.07.2026

NEUROPHYBV.zip / NeurophysBV E LB 3.pptx, 14.07.2026

Kognitiv-therapeutische Übungen nach Perfetti
Fragen und Antworten
Charakterisieren Sie „Grundgedanke der Perfetti-Übungen“ (3 Punkte)
  • Die kognitiv-therapeutischen Übungen verbinden Bewegung mit Aufmerksamkeit, Wahrnehmung und einer überprüfbaren Hypothese
  • Die Person soll Unterschiede erkennen, etwa Stellung, Richtung, Oberfläche oder Widerstand
  • Bewegung wird damit nicht nur ausgeführt, sondern als Informationsproblem bearbeitet
Erklären Sie Funktion und fachlichen Zweck von „Therapeutische Aufgabe“ (3 Punkte)
  • Die Therapeutin wählt eine klar unterscheidbare Reizqualität, formuliert eine Frage und dosiert Bewegung sowie Hilfe
  • Je nach Fähigkeit kann die Person aktiv bewegen, geführt unterscheiden oder eine Bewegung vorstellen
  • Rückmeldung bezieht sich auf die Lösung der Wahrnehmungsaufgabe, nicht nur auf richtig oder falsch
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Stufen der Schwierigkeit“ (3 Punkte)
  • Schwierigkeit steigt durch feinere Unterschiede, weniger visuelle Kontrolle, komplexere Gelenkstellungen oder stärkere Eigenaktivität
  • Eine Aufgabe bleibt nur sinnvoll, wenn Aufmerksamkeit und Antwort zuverlässig möglich sind
  • Überforderung erzeugt Raten und liefert keine brauchbare sensorische Lernerfahrung
Erläutern Sie den Betätigungsbezug von „Kognitiv-therapeutische Übungen nach Perfetti“ (2 Punkte)
  • Die diskriminierte Information wird mit einer Zielhandlung verknüpft, etwa Griffkraft, Objektorientierung oder Armposition beim Ankleiden
  • Ein isolierter Wahrnehmungserfolg ist unzureichend, wenn die Person dieselbe Information in einer Alltagshandlung nicht nutzt
Beurteilen Sie die zentralen Grenzen und Risiken bei „Grenzen und Qualifikation“ (3 Punkte)
  • Die Methode erfordert genaue Befundung, geeignete Kommunikation und fachliche Schulung
  • Schwere Aufmerksamkeits-, Sprach- oder Wahrnehmungsstörungen können die Aufgabenform begrenzen
  • Sie ersetzt weder medizinische Diagnostik noch aufgabenspezifisches Alltagstraining
Quellen

NEUROPHYBV.zip / Grundlagen NPHBV E.pptx, 14.07.2026

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seite 125, 21.07.2026

Carlo Perfetti RNC Study Center / Neurocognitive Rehabilitation, 21.07.2026

Schulter-Hand-Einheit nach Schlaganfall
Fragen und Antworten
Definieren Sie den Begriff „Subluxation“ (3 Punkte)
  • Nach Schlaganfall können Hypotonie, fehlende Muskelaktivität und veränderte Scapulastellung den Humeruskopf nicht ausreichend zentrieren
  • Der Gelenkspalt wird sichtbar oder tastbar größer
  • Subluxation ist häufig, führt aber nicht zwangsläufig zu Schmerz
Charakterisieren Sie „Schmerzhafte Schulter“ (2 Punkte)
  • Schmerz kann durch Zug, Impingement, Kapselveränderung, Entzündung, Fehlhandling, Sensibilitätsstörung oder zentrale Schmerzverarbeitung entstehen
  • Schutzloses Ziehen am Arm und unkontrollierte Überkopfbewegung sind zu vermeiden
Erklären Sie Wirkzusammenhänge bei „Hand und sekundäre Folgen“ (3 Punkte)
  • Ödem, Schmerz, Sensibilitätsstörung und Nichtgebrauch können die Handfunktion weiter verschlechtern
  • Schulter-Hand-Syndrom und CRPS müssen differenzialdiagnostisch beachtet werden
  • Hand, Ellbogen, Scapula und Rumpf werden als Einheit analysiert
Definieren Sie den Begriff „Prävention“ (3 Punkte)
  • Arm wird beim Liegen, Sitzen, Transfer und Gehen unterstützt, ohne dauerhaft passiv festgehalten zu werden
  • Scapula und Humerus werden vor Armbewegung ausgerichtet
  • Aktive Gewichtsübernahme und funktioneller Einsatz werden passend zur Stabilität aufgebaut
Analysieren Sie den Zusammenhang bei „Schulterschutz bei aktiver Einbeziehung“ (3 Punkte)
  • Die Schulter wird durch passende Scapula- und Humerusstellung, schmerzfreie Unterstützung und kontrollierte Belastung geschützt
  • Der Arm bleibt in Transfer und Ankleiden aktiv beteiligt, soweit Sicherheit und Gewebeverträglichkeit dies erlauben
  • Zug am paretischen Arm wird vermieden
Quellen

NEUROPHYBV.zip / Arbeitsblatt Schulter nach Bobath.pdf, 14.07.2026

NEUROPHYBV.zip / Arbeitsblatt Hand Neuro.pdf, 14.07.2026

NEUROPHYBV.zip / Subluxation nach Schlaganfall.pdf, 14.07.2026

PNF, Basale Stimulation und Johnstone im Überblick
Fragen und Antworten
Erläutern Sie die Kernaussagen von „PNF-Grundidee“ (3 Punkte)
  • Propriozeptive neuromuskuläre Fazilitation nutzt taktile, propriozeptive, visuelle und verbale Information, um funktionelle Bewegung zu erleichtern
  • Charakteristisch sind dreidimensionale Bewegungsmuster, Widerstand, Dehnung, Timing und klare Zielorientierung
  • Auswahl und Dosierung folgen Befund und Funktion
Charakterisieren Sie „PNF in der Ergotherapie“ (3 Punkte)
  • PNF-Elemente können Aufrichtung, Rumpfrotation, Reichbewegung oder Übergänge unterstützen
  • Das Muster wird nicht um seiner Form willen geübt, sondern in eine Betätigung eingebettet
  • Widerstand darf Bewegung nicht blockieren, Schmerz verstärken oder unerwünschte Kompensation provozieren
Charakterisieren Sie „Basale Stimulation“ (3 Punkte)
  • Basale Stimulation bietet Menschen mit schwerer Wahrnehmungs-, Bewegungs- oder Kommunikationsbeeinträchtigung elementare körpernahe Erfahrungen
  • Berührung, Lage, Vibration und Rhythmus werden vorhersehbar und individuell dosiert
  • Reaktion, Einverständnis und autonome Zeichen bestimmen Fortsetzung oder Abbruch
Charakterisieren Sie „Johnstone und PANat“ (4 Punkte)
  • Der Johnstone-Ansatz nutzte Luftpolsterschienen zur Ausrichtung und sensorischen Unterstützung
  • PANat entwickelte den Ansatz weiter und betont aktive, alltagsbezogene Aufgaben
  • Eine Schiene ist kein Selbstzweck
  • Haut, Druck, Sensibilität und Kreislauf werden kontrolliert, die Hilfe schrittweise reduziert
Beurteilen Sie die zentralen Grenzen und Risiken bei „Konzeptwahl und Grenze“ (3 Punkte)
  • Konzeptnamen ersetzen keine klinische Begründung
  • Entscheidend sind Ziel, Wirkprinzip, Dosis, Sicherheit und beobachtbarer Transfer
  • Komplexe manuelle Techniken und Schienenanwendungen benötigen spezifische Weiterbildung, lokale Standards und gegebenenfalls ärztliche Rücksprache
Quellen

NEUROPHYBV.zip / Grundlagen NPHBV E.pptx, 14.07.2026

NEUROPHYBV.zip / NeurophysBV E LB 3.pptx, 14.07.2026

NEUROPHYBV.zip / NPHBV 3.pdf, 14.07.2026

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seite 125, 21.07.2026

International PNF Association / PNF principles and course objectives, 21.07.2026

Vojta und Pörnbacher im Lehrplanüberblick
Fragen und Antworten
Erläutern Sie die Kernaussagen von „Vojta-Grundidee“ (3 Punkte)
  • Die Vojta-Therapie arbeitet mit Reflexlokomotion
  • In definierten Ausgangsstellungen werden bestimmte Zonen durch gezielten Druck stimuliert, um koordinierte Bewegungsmuster wie Reflexkriechen und Reflexumdrehen anzubahnen
  • Die Reaktion erfolgt nicht als willentlich geplante Übung
Leiten Sie aus „Ergotherapeutische Einordnung von Vojta“ Konsequenzen für die ergotherapeutische Praxis ab (3 Punkte)
  • GREMMATIK behandelt Vojta nur als Lehrplanüberblick
  • Durchführung, Indikationsstellung und Anleitung von Bezugspersonen gehören in qualifizierte Weiterbildung und interdisziplinäre Abstimmung
  • Belastung, Stresssignale, Kontraindikationen und familiäre Umsetzbarkeit müssen ausdrücklich berücksichtigt werden
Erläutern Sie die Kernaussagen von „Pörnbacher-Grundidee“ (3 Punkte)
  • Der neuro-entwicklungsphysiologische Aufbau nach Pörnbacher ist ein interdisziplinäres Diagnostik- und Behandlungskonzept
  • Spezifische Lagerungselemente sollen Aufrichtung, Fortbewegung und weitere Entwicklungsleistungen unterstützen
  • Betrachtet werden auch Handfunktion, Wahrnehmung, Atmung und orofaziale Aktivität
Leiten Sie aus „Ergotherapeutische Einordnung von Pörnbacher“ Konsequenzen für die ergotherapeutische Praxis ab (3 Punkte)
  • Lagerung wird mit einer funktionellen Zielsetzung verbunden und darf Eigenaktivität nicht ersetzen
  • Hilfsmittel, Position, Dauer und Reaktion werden fachgerecht kontrolliert
  • Die praktische Anwendung setzt konzeptspezifische Schulung sowie Abstimmung mit Therapie, Medizin und Bezugspersonen voraus
Charakterisieren Sie „Gemeinsame Prüfregel“ (2 Punkte)
  • Beide Konzepte werden nicht nach Bekanntheit, sondern nach Indikation, Qualifikation, Belastbarkeit und messbarem Alltagsziel beurteilt
  • Ein Konzept ist ungeeignet, wenn es ohne nachvollziehbare Wirkung fortgeführt wird, Risiken erzeugt oder die Beteiligung von Kind und Familie dauerhaft übergeht
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seite 125, 21.07.2026

Internationale Vojta Gesellschaft / Grundlagen der Reflexlokomotion, 21.07.2026

Pörnbacher Therapiekonzept / Konzept und Ausbildungsinhalte, 21.07.2026

NEigene Notizen

Alle internen Fundstellen

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