Neuropsychologische Behandlungsverfahren

100 Ustd.3 Kapitel296 Fragen
0 %abgehakt

Einleitung

Das Fach „Neuropsychologische Behandlungsverfahren“ behandelt die Wechselwirkung zwischen den neurophysiologischen und neuropsychologischen Vorgängen und deren Auswirkung auf Verhaltensweisen bezüglich unterschiedlicher Lebensanforderungen. Damit steht es in engem Zusammenhang zum Bereich der neurophysiologischen Behandlungsverfahren.

Die Schülerinnen und Schüler lernen neuropsychologische Störungen und deren Ursachen kennen und sind in der Lage, diese entsprechend zu klassifizieren. Sie erwerben Grundkenntnisse neuropsychologischer Befundung und geeigneter Testverfahren und werden befähigt, diese situationsbezogen einzusetzen. Entsprechend der neuropsychologischen Störungen erhalten die Schülerinnen und Schüler einen Überblick über Therapieansätze und deren Anwendungsmöglichkeiten und sind in der Lage, diese mit neurophysiologischen Behandlungskonzepten zu verknüpfen. Zudem analysieren sie Mittel und Medien auf deren Anwendbarkeit bei neuropsychologischen Störungen. An ausgewählten Beispielen erwerben sie die Fähigkeit, Therapieabläufe zu planen und deren Verlauf zu dokumentieren.

Fachübergreifendes und fächerverbindendes Arbeiten ist grundlegendes Unterrichtsprinzip. Die Vermittlung der themenbezogenen Inhalte sind unter Reaktivierung der vorhandenen Kenntnisse aus den Fächern „Biologie, Anatomie und Physiologie“, „Spezielle Krankheitslehre“ sowie „Psychologie und Pädagogik“ zu realisieren.

Der Unterricht ist handlungsorientiert auszurichten und durch den Einsatz von Fallbeispielen, fachpraktischen Übungen, Selbsterfahrung der Schülerinnen und Schüler sowie Erfahrungen aus ihrer praktischen Ausbildung zu ergänzen.

Quelle

Sächsisches Staatsministerium für Kultus: Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin, freigegeben ab 1. August 2020, S. 126-128.

Originallehrplan im sächsischen Schulportal öffnen

01 Theoretische Grundlagen 30 (10) Ustd. 111 Unterfragen
Lehrplananforderung

Die Schülerinnen und Schüller erfassen den Stellenwert neuropsychologischer Fähigkeiten und Fertigkeiten und stellen den Zusammenhang zu neurophysiologischen Fähigkeiten und Fertigkeiten her. Sie begreifen die Notwendigkeit des unterschiedlichen therapeutischen Vorgehens bei Kindern und Erwachsenen. Auf der Grundlage ihrer Kenntnisse über Ursachen und Lokalisation neurophysiologischer Störungsbilder können die Schülerinnen und Schüler deren Spezifik beschreiben.

Quelle: Sächsisches Staatsministerium für Kultus: Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin, freigegeben ab 1. August 2020, S. 127.

Fragen & Antworten111

Kapitelkern

Charakterisieren Sie „Neuropsychologische Störungsbilder“. 3 P
  • Neuropsychologische Störungsbilder betreffen unter anderem Aufmerksamkeit, Gedächtnis, Sprache, Handlungsplanung, räumliche Orientierung, Wahrnehmung, Einsicht, Emotion und Antrieb
  • Sie werden nach Ursache, Verlauf, Funktionsprofil und Auswirkung auf konkrete Lebensanforderungen beschrieben
  • Mischbilder sind häufig

Gegenstand und Schnittstellen der Neuropsychologie

Definieren Sie „Gegenstand und Schnittstellen der Neuropsychologie: Gegenstand“ fachlich präzise. 3 P
  • Neuropsychologie untersucht, wie Funktionen des Nervensystems mit Wahrnehmung, Aufmerksamkeit, Gedächtnis, Sprache, Emotion, Antrieb, Bewusstsein und zielgerichtetem Handeln zusammenhängen
  • Neuropsychologische Behandlungsverfahren übertragen dieses Wissen in Befundung, Therapie und Alltagsgestaltung
  • Der Schwerpunkt liegt nicht nur auf einer geschädigten Hirnregion, sondern auf den Folgen für konkrete Lebensanforderungen
Charakterisieren Sie „Neurophysiologisch und neuropsychologisch denken“. 4 P
  • Neurophysiologie beschreibt unter anderem Erregungsleitung, Muskelaktivierung, sensorische Verarbeitung und motorische Kontrolle
  • Neuropsychologie fragt zusätzlich, wie Informationen ausgewählt, gedeutet, gespeichert und in Handlungen umgesetzt werden
  • Beide Perspektiven greifen ineinander
  • Ein unsicherer Transfer kann beispielsweise aus Kraftmangel, gestörter räumlicher Aufmerksamkeit, fehlender Handlungsplanung oder einer Kombination entstehen
Leiten Sie aus „Gegenstand“ Konsequenzen für die ergotherapeutische Praxis ab. 2 P
  • Ergotherapeutisch wird eine Störung an der Betätigung sichtbar: Eine Person übersieht beim Anziehen eine Körperseite, verliert beim Kochen den Handlungsschritt, findet Gegenstände nicht oder kann vorhandene motorische Fähigkeiten nicht zweckmäßig einsetzen
  • Befund und Therapie verbinden daher Körperfunktionen, Aktivität, Umwelt, Gewohnheiten und persönliche Bedeutung
Beurteilen Sie die zentralen Grenzen und Risiken bei „Grenzen der Lokalisation“. 4 P
  • Hirnfunktionen entstehen in Netzwerken
  • Einzelne Areale besitzen Schwerpunkte, arbeiten aber nicht isoliert
  • Aus einem Symptom darf deshalb nicht ohne weitere Prüfung auf eine einzige Läsionsstelle geschlossen werden
  • Umgekehrt können ähnliche Läsionen unterschiedliche Folgen haben, weil Ausmaß, Netzwerkverbindungen, Vorerfahrung, Alter und Begleiterkrankungen variieren
Erläutern Sie die Kernaussagen von „Arbeitsprinzip“. 3 P
  • Zuerst wird beschrieben, welche Handlung nicht gelingt
  • Danach werden mögliche neurophysiologische und neuropsychologische Einflussfaktoren geprüft
  • Die Intervention richtet sich auf ein alltagsrelevantes Ziel und wird anhand beobachtbarer Veränderungen bewertet

Gehirnarchitektur und Funktionsnetzwerke

Erklären Sie den fachlichen Kern von „Grundgliederung“. 3 P
  • Das Großhirn besteht aus zwei Hemisphären mit Frontal-, Parietal-, Temporal- und Okzipitallappen
  • Hinzu kommen Zwischenhirn, Hirnstamm, Kleinhirn und tief liegende Kerngebiete
  • Schutz bieten Schädel, Hirnhäute, Liquor und spezialisierte Schranken zwischen Blut, Gehirn und Liquorraum
Erklären Sie Funktion und fachlichen Zweck von „Funktionelle Schwerpunkte“. 5 P
  • Frontale Netzwerke sind wesentlich für Handlungsplanung, Inhibition, Arbeitsgedächtnis, Antrieb und soziale Steuerung
  • Parietale Netzwerke integrieren Körper-, Raum- und Aufmerksamkeitsinformation
  • Temporale Netzwerke sind unter anderem für auditive Verarbeitung, Sprachverständnis und Gedächtnis beteiligt
  • Okzipitale Areale verarbeiten visuelle Information
  • Das Kleinhirn unterstützt zeitliche Abstimmung, Fehlerkorrektur und Lernen
Definieren Sie den Begriff „Verbindungen“. 4 P
  • Projektionsbahnen verbinden Kortex und tiefer gelegene Strukturen
  • Kommissurenbahnen verbinden beide Hemisphären, besonders über den Balken
  • Assoziationsbahnen verknüpfen Areale innerhalb einer Hemisphäre
  • Neuropsychologische Leistungen entstehen aus dem zeitlich abgestimmten Informationsaustausch dieser Systeme
Charakterisieren Sie „Homunculus und Repräsentation“. 4 P
  • Motorische und somatosensorische Körperrepräsentationen sind nicht proportional zur Körpergröße
  • Hand, Gesicht und Mund besitzen große kortikale Repräsentationsflächen, weil sie fein differenziert gesteuert und wahrgenommen werden
  • Der Homunculus ist eine didaktische Karte
  • Reale Repräsentationen sind überlappend, veränderlich und aufgabenabhängig
Begründen Sie die fachliche Bedeutung von „Klinische Bedeutung“. 2 P
  • Eine Läsion kann lokale Funktionen, Verbindungsbahnen oder die Zusammenarbeit eines Netzwerks beeinträchtigen
  • Befundung prüft daher nicht nur einzelne Leistungen, sondern auch Geschwindigkeit, Belastbarkeit, Wechsel zwischen Aufgaben und die Übertragung in komplexe Alltagssituationen

Hemisphärenspezialisierung und Lokalisation

Erklären Sie Funktion und fachlichen Zweck von „Funktionelle Asymmetrie“. 4 P
  • Beide Hemisphären besitzen ähnliche Grundorganisationen, sind aber nicht vollständig gleich spezialisiert
  • Bei vielen Menschen ist die linke Hemisphäre stärker an sprachlicher Sequenzverarbeitung beteiligt
  • Rechtshemisphärische Netzwerke tragen häufig besonders zur räumlichen Aufmerksamkeit, globalen Verarbeitung und Prosodie bei
  • Diese Aussagen sind Wahrscheinlichkeiten, keine starren Regeln
Charakterisieren Sie „Überkreuzung und Körperbezug“. 3 P
  • Viele motorische und sensible Leitungsbahnen kreuzen
  • Eine einseitige Hirnläsion kann deshalb überwiegend kontralaterale motorische oder sensible Ausfälle verursachen
  • Neuropsychologische Folgen folgen diesem einfachen Seitenprinzip jedoch nicht immer, weil Aufmerksamkeit, Sprache und Gedächtnis über größere Netzwerke organisiert sind
Charakterisieren Sie „Lokalisation als Hypothese“. 4 P
  • Aus dem Muster mehrerer Befunde lässt sich eine plausible Netzwerkbeteiligung ableiten
  • Sprachstörung, Gesichtsfeldausfall, Apraxie oder Neglect müssen aber differenziert geprüft werden
  • Bildgebung zeigt Struktur
  • Sie erklärt nicht automatisch das tatsächliche Funktionsniveau in der Betätigung
Charakterisieren Sie „Interhemisphärische Zusammenarbeit“. 4 P
  • Viele Aufgaben benötigen beide Hemisphären
  • Lesen verbindet visuelle Analyse, Blicksteuerung, Sprachverarbeitung, Aufmerksamkeit und Gedächtnis
  • Anziehen verbindet Körperschema, Raumorientierung, Sequenzplanung und motorische Ausführung
  • Störungen können aus einer Läsion, einer gestörten Verbindung oder unzureichender Koordination entstehen
Leiten Sie therapeutische Konsequenzen aus „Hemisphärenspezialisierung und Lokalisation“ ab. 3 P
  • Therapie wird nicht allein nach der Läsionsseite geplant
  • Entscheidend sind beobachtete Ressourcen, Fehlerarten, Einsicht, Lernfähigkeit, Umweltbedingungen und Ziel der Person
  • Eine Seitenangabe ist Ausgangspunkt, nicht Behandlungsrezept

Wahrnehmung als aktiver Prozess

Definieren Sie „Wort und Begriff“ fachlich präzise. 3 P
  • Wahrnehmung entspricht fachsprachlich Perzeption, von lateinisch percipere: aufnehmen, erfassen
  • Sie ist kein passives Abbilden
  • Das Nervensystem wählt aus physikalischen Reizen biologisch und handlungsbezogen relevante Information aus, wandelt sie in neuronale Signale um und ordnet sie anhand vorhandener Strukturen und Erfahrungen
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Prozessstufen“. 5 P
  • Didaktisch lässt sich ein Ablauf unterscheiden: Ein Ereignis spricht Sinnesrezeptoren an
  • Die Information wird transduziert und zentral verarbeitet
  • Merkmale werden geordnet, mit Kontext und Gedächtnis verglichen und bewertet
  • Das Ergebnis beeinflusst Gedanken, Gefühle, Entscheidungen und Handlungen
  • In Wirklichkeit laufen diese Schritte teilweise parallel und rückgekoppelt
Charakterisieren Sie „Proximaler und distaler Reiz“. 4 P
  • Der distale Reiz ist das Ereignis oder Objekt in der Umwelt
  • Der proximale Reiz ist das Energiemuster am Sinnesorgan, etwa das Lichtmuster auf der Netzhaut
  • Zwischen beiden besteht keine eindeutige Eins-zu-eins-Beziehung
  • Wahrnehmungssysteme nutzen Konstanzregeln, Vorwissen und Kontext, um trotz wechselnder Beleuchtung, Perspektive oder Entfernung stabile Gegenstände zu erkennen
Erklären Sie den fachlichen Kern von „Multimodale Wahrnehmung“. 3 P
  • Wahrnehmung umfasst Sehen, Hören, Tasten, Riechen und Schmecken sowie Propriozeption, Vestibularinformation, Schmerz, Körperlage, Gesichter, Bewegung, Sprache und Zeit
  • Eine Handlung entsteht meist aus mehreren Modalitäten
  • Ein Becher wird gesehen, räumlich lokalisiert, ertastet und über Gewicht sowie Griffkraft kontrolliert
Begründen Sie die fachliche Bedeutung von „Bedeutung für die Therapie“. 2 P
  • Fehler werden genau beschrieben: Wird der Reiz nicht registriert, falsch lokalisiert, nicht erkannt, nicht mit Bedeutung verbunden oder nicht in Handlung umgesetzt?
  • Die Intervention richtet sich auf die gestörte Prozessstufe und die konkrete Betätigung

Neuropsychologische Rehabilitation und neuronale Plastizität

Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Ziel der Rehabilitation“. 2 P
  • Neuropsychologische Rehabilitation soll Folgen einer Hirnschädigung im Alltag vermindern und ein möglichst selbstbestimmtes Leben unterstützen
  • Sie umfasst nicht nur Testleistungen, sondern Selbstversorgung, Mobilität, Kommunikation, Beziehungen, Arbeit, Freizeit und Teilhabe
Erklären Sie den fachlichen Kern von „Plastizität“ bei „Neuropsychologische Rehabilitation“. 4 P
  • Neuronale Plastizität bezeichnet die Veränderbarkeit synaptischer Verbindungen und funktioneller Netzwerke
  • Häufig genutzte Verbindungen können gestärkt, selten genutzte geschwächt werden
  • Nach einer Schädigung können verbliebene Systeme ihre Organisation anpassen
  • Das Ausmaß ist durch Art und Größe der Läsion, vorbestehende Verbindungen, Alter, Gesundheit und Lernerfahrung begrenzt
Charakterisieren Sie „Übung ist nicht automatisch wirksam“. 3 P
  • Wirksame Übung braucht ein klares Ziel, angemessene Schwierigkeit, ausreichende Wiederholung und Rückmeldung
  • Überforderung, reine Fehlerwiederholung oder bedeutungslose Serien können Lernen behindern
  • Besonders relevant ist, ob die geübte Leistung in der tatsächlichen Alltagssituation verfügbar wird
Charakterisieren Sie „Restitutive und kompensatorische Anteile“. 3 P
  • Verbesserung kann durch teilweise Wiederherstellung, effizientere Nutzung erhaltener Funktionen oder neue Strategien entstehen
  • Diese Mechanismen lassen sich klinisch nicht immer scharf trennen
  • Für die Therapieentscheidung zählt daher vor allem, welche Veränderung zuverlässig und alltagstauglich erreicht wird
Leiten Sie aus „Ergotherapeutische Einordnung“ Konsequenzen für die ergotherapeutische Praxis ab. 3 P
  • Plastizität ist kein unbegrenztes Heilversprechen
  • Therapie schafft Lernbedingungen, passt Umwelt und Aufgabe an und stärkt Selbstwirksamkeit
  • Fortschritt wird an konkreten Handlungen und nicht allein an einer angenommenen kortikalen Veränderung bewertet

Restitution, Kompensation, Substitution und Adaptation

Definieren Sie den Begriff „Restitution“. 4 P
  • Restitution bedeutet die Wiederherstellung einer beeinträchtigten psychischen Funktion
  • Erhaltene neuronale Systeme übernehmen oder unterstützen die verlorene Leistung
  • Vollständige Wiederherstellung ist möglich, aber nicht sicher
  • Eine verbesserte Testleistung kann auch aus einer neuen Strategie entstehen und ist deshalb nicht automatisch reine Restitution
Definieren Sie „Kompensation“. 3 P
  • Kompensation nutzt erhaltene psychische Funktionen, um die Folgen einer ausgefallenen Leistung auszugleichen
  • Eine Person mit Gedächtnisstörung kann beispielsweise systematisch verbale Selbstinstruktion und Routinen einsetzen
  • Das sichtbare Verhalten gelingt, obwohl die ursprüngliche kognitive Architektur verändert bleibt
Definieren Sie den Begriff „Substitution“. 3 P
  • Substitution ersetzt eine Leistung durch äußere Hilfsmittel oder eine andere Umweltlösung
  • Kalender, Checklisten, Smartphone-Erinnerungen, Markierungen, Lesefenster oder räumliche Ordnung übernehmen einen Teil der verlorenen Funktion
  • Die Qualität hängt davon ab, ob die Person das Hilfsmittel versteht, akzeptiert und zuverlässig nutzt
Erklären Sie den fachlichen Kern von „Adaptation“. 3 P
  • Adaptation bezeichnet die weitergehende Anpassung von Lebensführung und sozialer Umwelt an bleibende Einschränkungen
  • Dazu gehören veränderte Aufgabenverteilung, Arbeitsplatzgestaltung, Unterstützungsnetzwerke und eine realistische neue Rollenbalance
  • Adaptation ist nicht bloß Verzicht, sondern aktive Neugestaltung
Definieren Sie den Begriff „Kombination“. 3 P
  • In der Praxis werden die Prinzipien kombiniert
  • Eine Person trainiert visuelle Suche, nutzt gleichzeitig kontrastreiche Markierungen und verändert die Küchenordnung
  • Die Auswahl richtet sich nach Prognose, Belastbarkeit, Einsicht, Ziel, Umwelt und Sicherheitsrisiko

Prognose und beeinflussende Faktoren

Charakterisieren Sie „Prognose ist eine Wahrscheinlichkeitsaussage“. 4 P
  • Eine Prognose beschreibt den erwartbaren Verlauf unter bestimmten Bedingungen
  • Sie ist keine Gewissheit
  • Neuropsychologische Funktionen verändern sich durch Spontanerholung, medizinische Stabilisierung, Lernen, Kompensation und Umweltanpassung
  • Der Verlauf kann zwischen Personen mit ähnlicher Diagnose deutlich abweichen
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Biologische Faktoren“. 2 P
  • Bedeutsam sind Lokalisation und Ausmaß der Hirnschädigung, betroffene Netzwerke, Alter, vorbestehende Hirnveränderungen, Begleiterkrankungen und Komplikationen
  • Akute Schwankungen durch Delir, Medikamente, Schlafmangel oder Infektion können eine frühe Beurteilung verzerren
Erklären Sie Funktion und fachlichen Zweck von „Funktionsbezogene Faktoren“. 3 P
  • Aufmerksamkeit, Antrieb, Einsicht, Sprache, Gedächtnis, Belastbarkeit und sensorische Voraussetzungen beeinflussen das Lernen
  • Neglect oder Gesichtsfeldausfälle können Mobilität, Lesen und Selbstständigkeit beeinträchtigen und den Rehabilitationsverlauf erschweren
  • Ein einzelner Testwert reicht für die Prognose nicht aus
Charakterisieren Sie „Person und Umwelt“. 3 P
  • Motivation wird nicht als feste Eigenschaft bewertet
  • Schmerzen, Depression, Angst, Fatigue, unklare Ziele oder eine überfordernde Umgebung können aktive Mitarbeit vermindern
  • Unterstützende Angehörige, verständliche Kommunikation, passende Hilfsmittel und bedeutsame Ziele fördern die Umsetzung
Definieren Sie den Begriff „Prognosegespräch“. 3 P
  • Aussagen werden transparent und abgestuft formuliert: Was ist sicher bekannt, was wahrscheinlich und was offen?
  • Kurzfristige Ziele werden überprüft und die Prognose bei neuen Befunden angepasst
  • Unrealistische Sicherheit und pauschale Hoffnungslosigkeit sind gleichermaßen zu vermeiden

Neuropsychologische Besonderheiten bei Kindern und Erwachsenen

Begründen Sie die fachliche Bedeutung von „Entwicklung verändert die Bedeutung einer Schädigung“. 3 P
  • Bei Kindern trifft eine Hirnschädigung auf Funktionen, die teilweise noch nicht ausgebildet sind
  • Schwierigkeiten können erst sichtbar werden, wenn Schule und Alltag höhere Anforderungen stellen
  • Eine frühe scheinbare Erholung schließt spätere Probleme mit Planung, Aufmerksamkeit oder sozialer Steuerung nicht aus
Charakterisieren Sie „Plastizität und Preis der Reorganisation“. 4 P
  • Das kindliche Gehirn besitzt hohe Anpassungsfähigkeit
  • Andere Netzwerke können Funktionen übernehmen
  • Diese Reorganisation ist jedoch nicht kostenlos: Die übernehmenden Systeme stehen möglicherweise für ihre ursprünglichen Aufgaben weniger effizient zur Verfügung
  • Entwicklung muss deshalb langfristig beobachtet werden
Definieren Sie den Begriff „Erwachsene“. 3 P
  • Erwachsene verfügen über etablierte Fähigkeiten, Rollen und Strategien
  • Eine erworbene Hirnschädigung kann zu einem deutlichen Bruch zwischen früherem und aktuellem Selbstbild führen
  • Therapie berücksichtigt Beruf, Partnerschaft, Elternrolle, Autofahren, Haushaltsführung und Krankheitsverarbeitung
Charakterisieren Sie „Familie und Kontext“. 3 P
  • Bei Kindern sind Eltern, Schule und Freizeitkontext zentrale Therapiepartner
  • Bei Erwachsenen werden Angehörige nach Einwilligung einbezogen, ohne die Selbstbestimmung zu ersetzen
  • Erwartungen, Kommunikationsweise und Unterstützung werden an Einsicht, Belastbarkeit und Entwicklungsstand angepasst
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Therapieplanung“. 3 P
  • Kinder benötigen spielerische, entwicklungsbezogene und generalisierbare Aufgaben
  • Erwachsene profitieren von realitätsnahen Anforderungen und einer klaren Verbindung zu ihren bisherigen Rollen
  • In beiden Gruppen werden Ressourcen, Sicherheit und Teilhabe vor isolierte Übungswerte gestellt

Ursachen, Lokalisation und neuropsychologische Störungsprofile

Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Ursachen“. 3 P
  • Erworbene Hirnschädigungen entstehen unter anderem durch Schlaganfall, Schädel-Hirn-Trauma, Hypoxie, Tumor, Entzündung, Intoxikation oder degenerative Erkrankung
  • Angeborene und früh erworbene Schädigungen können genetische, pränatale, perinatale oder frühkindliche Ursachen haben
  • Die Diagnose allein bestimmt das Funktionsprofil nicht
Charakterisieren Sie „Lokalisation und Netzwerk“. 3 P
  • Fokale Läsionen führen eher zu umschriebenen Ausfällen, können aber durch Netzwerkeffekte weitreichende Folgen haben
  • Diffuse Schädigungen betreffen häufig Aufmerksamkeit, Verarbeitungsgeschwindigkeit, Belastbarkeit und Exekutivfunktionen
  • Subkortikale und Verbindungsstörungen können die Kommunikation zwischen ansonsten erhaltenen Arealen beeinträchtigen
Charakterisieren Sie „Spezifische und begleitende Symptome“. 2 P
  • Typische neuropsychologische Störungen sind Aphasie, Apraxie, Agnosie, Neglect, Gesichtsfeldausfall, Gedächtnis- und Aufmerksamkeitsstörung, räumlich-konstruktive Störung und exekutive Dysfunktion
  • Häufig treten motorische, sensible, emotionale und vegetative Begleitsymptome hinzu
Beschreiben Sie Ablauf und fachliche Bedeutung von „Verlauf“. 3 P
  • Verläufe können akut mit teilweiser Erholung, chronisch stabil, schubförmig oder progredient sein
  • Bei Multipler Sklerose unterscheiden sich beispielsweise schubförmige und progrediente Formen
  • Bei degenerativen Erkrankungen steht die Anpassung an zunehmende Einschränkungen stärker im Vordergrund
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Befundlogik“. 3 P
  • Ein Störungsprofil beschreibt Ressourcen, Fehlerarten, Schwankungen und Auswirkungen auf die Betätigung
  • Es wird regelmäßig aktualisiert
  • Einzelne Symptome werden nicht isoliert behandelt, wenn eine übergeordnete Störung von Aufmerksamkeit, Fatigue oder Handlungssteuerung den gesamten Verlauf beeinflusst

Neglect, Hemianopsie und Extinktion

Definieren Sie den Begriff „Gesichtsfeldausfall“. 3 P
  • Eine homonyme Hemianopsie ist ein Ausfall derselben Gesichtsfeldhälfte beider Augen, meist durch eine postchiasmale Schädigung
  • Quadrantenanopsien und Skotome betreffen kleinere Bereiche
  • Die Störung ist primär visuell und kann Lesen, Orientierung, Mobilität und Objektsuche beeinträchtigen
Definieren Sie den Begriff „Neglect“. 3 P
  • Neglect geht auf lateinisch neglegere zurück: nicht beachten, vernachlässigen
  • Betroffene beachten die kontraläsionale Raum- oder Körperseite vermindert und setzen die entsprechende Extremität oft weniger ein
  • Die Störung ist supramodal und kann visuelle, taktile, auditive, körperbezogene und motor-intentionale Komponenten umfassen
Definieren Sie den Begriff „Extinktion“. 2 P
  • Bei Extinktion wird ein einzelner Reiz auf der betroffenen Seite erkannt, bei gleichzeitiger beidseitiger Reizung jedoch ausgelassen
  • Extinktion kann in mehreren Modalitäten auftreten und weist auf eine Konkurrenz um Aufmerksamkeit hin
Definieren Sie den Begriff „Differentialdiagnose“. 4 P
  • Bei reiner Hemianopsie ist die Einsicht meist besser, die Störung bleibt visuell und Linienhalbierung kann zur ausgefallenen Seite abweichen
  • Bei Neglect fehlen häufig Einsicht und multimodale Beachtung
  • Zeichnungen zeigen halbseitige Auslassungen und Linien werden oft zur ipsiläsionalen Seite verschoben
  • Mischbilder sind häufig
Erklären Sie Funktion und fachlichen Zweck von „Funktionelle Folgen“. 3 P
  • Beide Störungen erhöhen Kollisions-, Sturz- und Fehlerrisiken
  • Neglect ist besonders mit langsameren funktionellen Fortschritten und höherem Unterstützungsbedarf verbunden
  • Therapie und Beratung müssen Fahreignung, Wegefähigkeit, Lesen, Selbstversorgung und gefährliche Situationen ausdrücklich berücksichtigen

Entwicklungsneuropsychologie im Kindesalter

Beschreiben Sie Ablauf und fachliche Bedeutung von „Entwicklung statt Miniatur-Erwachsener“. 3 P
  • Neuropsychologische Funktionen entstehen über Jahre und in Wechselwirkung mit Sprache, Bewegung, Beziehung und Umwelt
  • Ein Kind kann eine Funktion noch nicht stabil beherrschen, ohne dass eine erworbene Störung vorliegt
  • Alter, Entwicklungsstand und Lerngelegenheiten bestimmen die Interpretation
Erklären Sie Funktion und fachlichen Zweck von „Aufmerksamkeit und Exekutivfunktionen“. 3 P
  • Aufmerksamkeit umfasst Aktivierung, Auswahl, Dauer und Wechsel
  • Exekutivfunktionen unterstützen Inhibition, Arbeitsgedächtnis, Planung und flexible Anpassung
  • Im Alltag zeigen sie sich beim Beginnen, Dranbleiben, Wechseln, Kontrollieren und Beenden von Aufgaben
Erklären Sie den fachlichen Kern von „Gedächtnis und Lernen“. 3 P
  • Lernen hängt von Aufmerksamkeit, Bedeutung, Wiederholung, Abrufhinweisen und emotionaler Regulation ab
  • Ein Kind kann Wissen besitzen, aber unter hoher Reizlast oder ohne Struktur nicht abrufen
  • Therapie verändert deshalb Aufgabe und Umwelt ebenso wie Strategie
Definieren Sie den Begriff „Lebenswelt“. 3 P
  • Schule, Familie und Gleichaltrige stellen unterschiedliche Anforderungen
  • Befundung muss zeigen, ob Schwierigkeiten kontextübergreifend oder situationsgebunden auftreten
  • Ziele betreffen Teilhabe und Selbstständigkeit, nicht nur bessere Testwerte
Leiten Sie für „Entwicklungsneuropsychologie im Kindesalter“ einen ergotherapeutischen Prüfpunkt ab. 2 P
  • Der Prüfpunkt trennt eine altersgemäß noch reifende Funktion von einer deutlichen Beeinträchtigung und benennt die Umweltanforderung, unter der das Problem sichtbar wird
  • Therapie und Beratung richten sich auf die konkrete Passung zwischen Entwicklungsstand, Aufgabe und benötigter Unterstützung

Piaget und kognitive Entwicklung

Erläutern Sie die Kernaussagen von „Konstruktivistische Grundidee“. 2 P
  • Jean Piaget beschrieb Kinder als aktive Konstrukteure ihres Wissens
  • Schemata werden durch Assimilation, Einordnung neuer Erfahrung in vorhandene Strukturen, und Akkommodation, Veränderung der Strukturen, angepasst
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Stufenmodell“ bei „Piaget und kognitive Entwicklung“. 2 P
  • Das Modell unterscheidet sensomotorische, präoperationale, konkret-operationale und formal-operationale Entwicklungsabschnitte
  • Es bietet eine grobe Orientierung für Denkformen, wird heute aber nicht als starre, universelle Abfolge verstanden
Leiten Sie aus „Therapeutische Nutzung“ Konsequenzen für die ergotherapeutische Praxis ab. 3 P
  • Aufgaben werden an verfügbare Denkoperationen angepasst
  • Konkretes Material, sichtbare Schritte und eigenes Ausprobieren können hilfreicher sein als abstrakte Erklärungen
  • Fehler zeigen die aktuelle Strategie und werden für gemeinsames Problemlösen genutzt
Ordnen Sie „Kritische Einordnung“ fachlich ein. 2 P
  • Leistung hängt von Sprache, Erfahrung, Kultur, Motivation und Aufgabenverständnis ab
  • Aus einer misslungenen Piaget-Aufgabe darf keine umfassende Aussage über Intelligenz oder Reife abgeleitet werden
Leiten Sie für „Piaget und kognitive Entwicklung“ einen ergotherapeutischen Prüfpunkt ab. 2 P
  • Der Befund prüft, ob das Kind eine Aufgabe eher über unmittelbares Handeln, anschauliches Material, eine konkrete Regel oder eine abstrakte Erklärung versteht
  • Anleitung und Hilfen werden an diese Form angepasst und schrittweise reduziert, statt ein Entwicklungsstadium als starre Grenze zu behandeln

Erikson, Mahler und Beziehungsentwicklung

Charakterisieren Sie „Eriksons Perspektive“. 2 P
  • Erik Erikson beschrieb psychosoziale Spannungsfelder über die Lebensspanne, etwa Vertrauen und Misstrauen, Autonomie und Scham oder Initiative und Schuld
  • Die Begriffe helfen, Entwicklungsaufgaben zu betrachten, sind aber keine Diagnosen und werden nicht mechanisch einem Alter zugeordnet
Charakterisieren Sie „Mahler und Individuation“. 3 P
  • Margaret Mahler beschrieb frühe Differenzierung und Separation-Individuation in der Beziehung zur Bezugsperson
  • Neuere Bindungs- und Säuglingsforschung hat viele Annahmen verändert
  • Der historische Ansatz kann dennoch Fragen nach Nähe, Exploration und Autonomie anregen
Analysieren Sie „Therapeutische Beziehung“ bei „Erikson, Mahler und Beziehungsentwicklung“. 3 P
  • Kinder benötigen einen sicheren, vorhersehbaren Rahmen und echte Wahlmöglichkeiten
  • Unterstützung soll weder Übernahme noch frühzeitige Selbstständigkeitsforderung sein
  • Die Therapeutin beobachtet, wann das Kind Nähe, Struktur, Ermutigung oder Rückzug benötigt
Charakterisieren Sie „Familie und Kontext“ bei „Erikson, Mahler und Beziehungsentwicklung“. 3 P
  • Autonomie zeigt sich je nach Kultur und Familie unterschiedlich
  • Konflikte werden nicht vorschnell als „nicht bewältigte Phase“ gedeutet
  • Aktuelle Belastungen, Kommunikation und Entwicklungsbedingungen werden konkret erfasst
Leiten Sie für „Erikson, Mahler und Beziehungsentwicklung“ einen ergotherapeutischen Prüfpunkt ab. 3 P
  • Die Therapie bestimmt die aktuell bedeutsame Entwicklungsaufgabe aus Alltag, Beziehung und Selbstständigkeit
  • Sie schafft ausreichend Sicherheit, lässt aber Wahlmöglichkeiten und eigene Problemlösung zu
  • Fortschritt zeigt sich an mehr Beteiligung, nicht an der bloßen Zuordnung zu einer Modellstufe

Kohlberg und Freud kritisch eingeordnet

Beschreiben Sie Ablauf und fachliche Bedeutung von „Kohlbergs Moralentwicklung“. 3 P
  • Lawrence Kohlberg ordnete moralische Begründungen in präkonventionelle, konventionelle und postkonventionelle Ebenen
  • Bewertet wird die Begründungsstruktur, nicht einfach „gutes“ Verhalten
  • Das Modell wurde wegen kultureller und geschlechtsspezifischer Begrenzungen kritisiert
Erläutern Sie die Kernaussagen von „Freuds historisches Modell“. 3 P
  • Sigmund Freud erklärte Entwicklung über psychosexuelle Phasen und unbewusste Konflikte
  • Das Modell prägte Psychologie und Pädagogik, viele Annahmen sind empirisch jedoch nicht ausreichend bestätigt
  • Es wird als Theoriegeschichte, nicht als direkte Befundschablone, genutzt
Beurteilen Sie die zentralen Grenzen und Risiken bei „Gefahr der Überinterpretation“. 2 P
  • Nägelkauen, Ordnung, Trotz oder Beziehungsschwierigkeiten werden nicht aus einer vermeintlichen Fixierung erklärt
  • Moderne Befundung prüft Entwicklung, Lernen, Familie, Neuropsychologie, Belastung und konkrete Funktion
Begründen Sie die fachliche Bedeutung von „Nutzen im Unterricht“. 2 P
  • Die Modelle schärfen den Blick dafür, dass Verhalten begründet, entwicklungsabhängig und sozial eingebettet ist
  • Therapeutische Entscheidungen benötigen dennoch aktuelle, überprüfbare Beobachtungen und eine respektvolle Sprache
Leiten Sie für „Kohlberg und Freud kritisch eingeordnet“ einen ergotherapeutischen Prüfpunkt ab. 3 P
  • Ein Entwicklungsmodell ist nur nützlich, wenn daraus eine beobachtbare und überprüfbare Frage entsteht
  • Es darf direkte Befunddaten, Perspektive des Kindes und Kontext nicht durch spekulative Deutung ersetzen
  • Widersprechen Beobachtungen dem Modell, hat die konkrete Situation Vorrang

Neurokognitive Entwicklung und FASD

Erklären Sie Wirkzusammenhänge bei „Neurokognitive Folgen“. 4 P
  • Bei FASD können Aufmerksamkeit, Arbeitsgedächtnis, Verarbeitungsgeschwindigkeit, Planung, Impulskontrolle und Generalisierung beeinträchtigt sein
  • Das Profil ist variabel
  • Körperliche Merkmale können fehlen
  • Diagnose gehört in spezialisierte medizinische und psychologische Abklärung
Charakterisieren Sie „Verhalten verstehen“. 3 P
  • Ein Kind kann eine Regel wiedergeben und sie in einer neuen Situation dennoch nicht anwenden
  • Wiederholte Fehler sind dann nicht automatisch Unwillen
  • Konkrete Sprache, sichtbare Schritte, Routine und unmittelbare Rückmeldung reduzieren die Belastung exekutiver Funktionen
Begründen Sie die fachliche Bedeutung von „Plastizität realistisch nutzen“. 3 P
  • Lernen bleibt möglich, benötigt aber oft mehr Wiederholung, engere Kontextbindung und externe Hilfen
  • Neuroplastizität bedeutet nicht, dass jede Funktion durch intensives Training normalisiert werden kann
  • Kompensation kann langfristig angemessen sein
Begründen Sie die fachlichen Anforderungen bei „Alltag und Schutz“. 3 P
  • Überforderung erhöht Dysregulation
  • Anforderungen werden an Entwicklungsniveau statt Lebensalter angepasst, ohne das Kind zu entmündigen
  • Schule, Familie und Hilfesystem benötigen gemeinsame, konsistente Strategien
Leiten Sie für „Neurokognitive Entwicklung und FASD“ einen ergotherapeutischen Prüfpunkt ab. 2 P
  • Der Prüfpunkt ermittelt, welche äußere Struktur eine erfolgreiche Handlung ermöglicht und welche Erwartung die vorhandene Generalisierungs- oder Steuerungsfähigkeit überfordert
  • Unterstützung wird zuverlässig angeboten und erst reduziert, wenn sie in mehreren Alltagssituationen entbehrlich wird

Aufmerksamkeit, Vigilanz und Verarbeitungsgeschwindigkeit

Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Aufmerksamkeitskomponenten“. 3 P
  • Aufmerksamkeit umfasst Aktivierungsniveau, längerfristige Wachheit, räumliche Ausrichtung, Auswahl relevanter Reize, Aufrechterhaltung eines Ziels und Wechsel zwischen Anforderungen
  • Eine Person kann in einer Komponente unauffällig und in einer anderen deutlich beeinträchtigt sein
  • „unkonzentriert“ ist deshalb kein ausreichender Befund
Erklären Sie den fachlichen Kern von „Vigilanz und Alertness“. 3 P
  • Alertness bezeichnet die allgemeine Reaktionsbereitschaft, Vigilanz die Aufrechterhaltung über längere monotone Zeit
  • Schlafmangel, Medikamente, Schmerz, Depression und neurologische Schädigung können beide mindern
  • Schwankungen werden mit Tageszeit, Belastung und Pausen dokumentiert
Charakterisieren Sie „Selektive und geteilte Aufmerksamkeit“. 3 P
  • Selektive Aufmerksamkeit hält eine relevante Information trotz Konkurrenz fest
  • Geteilte Aufmerksamkeit koordiniert zwei Anforderungen, etwa Gehen und Gespräch
  • Doppelaufgaben erhöhen das Risiko, wenn eine Einzelleistung noch nicht automatisiert ist oder die Person ihre Belastungsgrenze nicht bemerkt
Definieren Sie den Begriff „Verarbeitungsgeschwindigkeit“. 3 P
  • Verlangsamte Verarbeitung bedeutet nicht automatisch fehlendes Verständnis
  • Die Person kann korrekte Lösungen benötigen, aber mehr Zeit für Aufnahme, Entscheidung und Antwort
  • Zeitdruck, schnelle Themenwechsel und parallele Hinweise verschlechtern dann die Leistung unverhältnismäßig
Erklären Sie Wirkzusammenhänge bei „Betätigungsfolgen“. 2 P
  • Aufmerksamkeitsstörungen zeigen sich als ausgelassene Schritte, Übersehen von Gefahren, Abbruch längerer Tätigkeiten oder Fehler bei gleichzeitigen Anforderungen
  • Ergotherapeutisch werden Reizmenge, Zeitbedarf und Aufgabenstruktur so verändert, dass Sicherheit und selbstständige Steuerung überprüfbar zunehmen

Gedächtnis, Lernen und Orientierung

Beschreiben Sie Ablauf und fachliche Bedeutung von „Gedächtnisprozesse“ bei „Gedächtnis, Lernen und Orientierung“. 3 P
  • Gedächtnisleistung umfasst Enkodierung neuer Information, Stabilisierung über Zeit, Speicherung und späteren Abruf
  • Ein Abrufproblem kann durch Hinweisreize besser werden, während unzureichend enkodierte Inhalte auch mit Hinweis fehlen
  • Befund und Therapie müssen diese Mechanismen unterscheiden
Erklären Sie den fachlichen Kern von „Arbeitsgedächtnis“. 3 P
  • Das Arbeitsgedächtnis hält Information kurzfristig verfügbar und bearbeitet sie, etwa beim Merken einer Anweisung während der Ausführung
  • Begrenzung zeigt sich bei langen Sätzen, mehreren Handlungsschritten oder mentalem Rechnen
  • Externe Struktur entlastet, ersetzt aber nicht die Prüfung des Verständnisses
Erklären Sie den fachlichen Kern von „Episodisches und semantisches Gedächtnis“. 4 P
  • Episodisches Gedächtnis betrifft persönlich erlebte Ereignisse mit Zeit- und Ortsbezug
  • Semantisches Gedächtnis umfasst Fakten und Bedeutungen
  • Nach Hirnschädigung können beide unterschiedlich betroffen sein
  • Vertrautes Wissen kann erhalten bleiben, obwohl neue Tagesereignisse rasch vergessen werden
Erklären Sie den fachlichen Kern von „Prospektives Gedächtnis“. 3 P
  • Prospektives Gedächtnis ermöglicht, eine geplante Handlung später zum richtigen Zeitpunkt oder Ereignis auszuführen
  • Schwierigkeiten betreffen Termine, Medikamente oder das Ausschalten eines Geräts
  • Kalender, Alarme und sichtbare Handlungsorte können die Lücke gezielt kompensieren
Erklären Sie den fachlichen Kern von „Orientierung und Gedächtnis“. 3 P
  • Orientierung zu Zeit, Ort, Situation und Person stützt sich auf Gedächtnis, Aufmerksamkeit, Wahrnehmung und Schlussfolgern
  • Eine falsche Angabe wird nicht automatisch als Gedächtnisstörung gedeutet
  • Akute Desorientierung oder deutliche Schwankung verlangt medizinische Abklärung, besonders bei möglichem Delir

Exekutive Funktionen und Handlungssteuerung

Erklären Sie Funktion und fachlichen Zweck von „Exekutive Funktionen“. 3 P
  • Exekutive Funktionen koordinieren zielgerichtetes Handeln, wenn Routine nicht ausreicht
  • Dazu gehören Initiierung, Planung, Auswahl, Hemmung unpassender Reaktionen, flexible Anpassung, Fehlerkontrolle und Abschluss
  • Sie wirken als Steuerungssystem über mehrere kognitive und motorische Teilfunktionen
Definieren Sie den Begriff „Initiierungsstörung“. 3 P
  • Bei gestörter Initiierung beginnt eine Person trotz vorhandener motorischer Fähigkeit und erklärtem Ziel nicht oder nur nach starken äußeren Impulsen
  • Dies ist von Müdigkeit, Depression, Verständnisschwierigkeit und bewusster Ablehnung abzugrenzen
  • Hilfen werden so dosiert, dass Eigenstart sichtbar bleibt
Charakterisieren Sie „Inhibition und Impulskontrolle“. 4 P
  • Inhibition stoppt eine automatische oder unpassende Reaktion
  • Beeinträchtigung kann zu vorschnellem Handeln, Regelverletzungen oder Gefährdung führen
  • Verbote allein reichen nicht
  • Aufgabe und Umgebung werden so gestaltet, dass Pause, Prüfschritt und sichere Alternative tatsächlich ausführbar sind
Charakterisieren Sie „Kognitive Flexibilität“. 3 P
  • Flexibilität ermöglicht den Wechsel von Regel, Perspektive oder Strategie
  • Perseveration bedeutet unangemessenes Festhalten an einer früher passenden Reaktion
  • Therapie macht den Wechselpunkt sichtbar, begrenzt konkurrierende Anforderungen und übt die bewusste Auswahl einer neuen Strategie
Charakterisieren Sie „Monitoring und Einsicht“. 3 P
  • Monitoring vergleicht Handlungsergebnis und Ziel
  • Bei eingeschränkter Selbstbeobachtung werden Fehler nicht bemerkt oder Folgen unterschätzt
  • Video, Ergebnisvergleich oder kurze Vorhersage-Nachbesprechung können Einsicht fördern, müssen aber respektvoll sein und dürfen die Person nicht beschämen

Aphasie und sprachgebundene Betätigung

Charakterisieren Sie „Aphasie als erworbene Sprachstörung“. 4 P
  • Aphasie ist eine erworbene Störung sprachlicher Verarbeitung nach Hirnschädigung
  • Sie kann Sprechen, Verstehen, Lesen und Schreiben in unterschiedlicher Kombination betreffen
  • Intelligenz oder Motivation lassen sich daraus nicht direkt ableiten
  • Nonverbale Fähigkeiten und situative Unterstützung werden mitbeachtet
Charakterisieren Sie „Sprachverständnis und Handlung“. 3 P
  • Gestörtes Sprachverständnis kann wie Gedächtnis-, Aufmerksamkeits- oder Handlungsproblem wirken
  • Kurze Aussagen, Schlüsselwörter, Demonstration und Wahlmöglichkeiten erleichtern die Prüfung
  • Zustimmung gilt erst als belastbar, wenn erkennbar ist, dass Inhalt und Konsequenz verstanden wurden
Erklären Sie den fachlichen Kern von „Wortfindung und Kommunikation“. 3 P
  • Wortfindungsstörungen reichen von Verzögerung über Umschreibung bis zu unpassenden Laut- oder Wortersetzungen
  • Zeit lassen, konkrete Kontextreize und unterstützende Gesten fördern Kommunikation
  • Ständiges Korrigieren oder vorschnelles Ergänzen kann Beteiligung und Selbstwirksamkeit verringern
Charakterisieren Sie „Lesen und Schreiben im Alltag“. 3 P
  • Aphasische Störungen können Medikamentenpläne, Nachrichten, Formulare und Beschriftungen betreffen
  • Ergotherapeutische Befundung nutzt reale Materialien und trennt visuelle, motorische und sprachliche Anforderungen
  • Kompensation kann über Symbole, Fotos, Audio oder vereinfachte Texte erfolgen
Beurteilen Sie die zentralen Grenzen und Risiken bei „Interdisziplinäre Grenze“. 3 P
  • Differenzierte Aphasiediagnostik und Sprachtherapie gehören in die Logopädie beziehungsweise Neuropsychologie
  • Ergotherapie fokussiert die Nutzung von Kommunikation in Betätigungen, stimmt Strategien ab und beobachtet funktionelle Auswirkungen
  • Widersprüchliche Befunde werden interdisziplinär geklärt

Apraxie und Handlungsorganisation

Charakterisieren Sie „Apraxie als Handlungsstörung“. 2 P
  • Apraxie ist eine erworbene Störung gelernter, zielgerichteter Handlungen, die nicht ausreichend durch Lähmung, Sensibilitätsverlust, fehlendes Verständnis oder Koordinationsstörung erklärt wird
  • Fehler können Auswahl, räumlich-zeitliche Ausführung, Sequenz oder Gebrauch eines Gegenstands betreffen
Charakterisieren Sie „Ideomotorische Apraxie“. 3 P
  • Bei ideomotorischer Apraxie gelingt die Umsetzung einer bekannten Handlungsidee in eine passende Geste unzureichend, besonders auf Aufforderung oder bei Pantomime
  • Reale Gegenstände und natürlicher Kontext können die Leistung verbessern
  • Ein einzelner Gestenfehler genügt nicht für die Diagnose
Erläutern Sie die Kernaussagen von „Konzeptuelle und ideatorische Fehler“. 3 P
  • Konzeptuelle Fehler betreffen Wissen über Werkzeugfunktion oder passende Handlung
  • Sequenzfehler verändern Reihenfolge, lassen notwendige Schritte aus oder verwenden ein Objekt am falschen Ziel
  • Beobachtet wird, ob die Person das Endziel erkennt und durch Hinweis, Vormachen oder Kontext profitiert
Charakterisieren Sie „Apraxie und Alltagsleistung“. 3 P
  • Alltagsfolgen zeigen sich beim Anziehen, Zubereiten, Werkzeuggebrauch oder Geräteeinsatz
  • Eine Person kann motorisch kräftig sein und dennoch ineffizient oder gefährlich handeln
  • Befundung prüft reale Aufgaben, Fehlerart, Hilfebedarf und Übertragung zwischen geübten und neuen Situationen
Beurteilen Sie die zentralen Grenzen und Risiken bei „Differentialdiagnostische Grenze“. 3 P
  • Apraxie wird von Aphasie, Neglect, visueller Agnosie, Exekutivstörung und primär motorischer Beeinträchtigung abgegrenzt
  • Mehrere Störungen können gleichzeitig bestehen
  • Ergotherapeutische Beobachtung liefert funktionelle Hypothesen, ersetzt aber keine vollständige neurologische oder neuropsychologische Diagnostik

Agnosien, Körperschema und räumlich-konstruktive Störungen

Erklären Sie den fachlichen Kern von „Agnosie als Erkennensstörung“. 3 P
  • Agnosie bezeichnet eine gestörte Erkennung trotz grundsätzlich ausreichender Sinnesaufnahme
  • Betroffen sein können Objekte, Gesichter, Geräusche oder Körperinformationen
  • Vor dieser Einordnung werden Sehschärfe, Gesichtsfeld, Sprache, Aufmerksamkeit, Gedächtnis und Vertrautheit mit dem Reiz geprüft
Charakterisieren Sie „Apperzeptive und assoziative visuelle Agnosie“. 4 P
  • Bei apperzeptiver Agnosie ist die Bildung einer stabilen visuellen Formrepräsentation beeinträchtigt
  • Kopieren oder Zuordnen nach Form kann misslingen
  • Bei assoziativer Agnosie wird eine ausreichend verarbeitete Form nicht zuverlässig mit Bedeutung verknüpft
  • Tasten oder verbaler Kontext können unterschiedlich helfen
Charakterisieren Sie „Körperschema und Körperwissen“. 3 P
  • Körperschema unterstützt unbewusste Haltung und Bewegung, Körperwissen die bewusste Benennung und Zuordnung
  • Störungen können Körperteile verwechseln, eine Seite vernachlässigen oder Bewegungen am eigenen Körper erschweren
  • Befundung trennt Sprach-, Raum-, Sensibilitäts- und Aufmerksamkeitsanteile
Charakterisieren Sie „Räumlich-konstruktive Störung“. 3 P
  • Räumlich-konstruktive Störungen beeinträchtigen das Anordnen von Teilen zu einem Ganzen, etwa beim Kopieren, Bauen, Decken eines Tisches oder Anziehen
  • Fehler können aus visuospatialer Analyse, Planung, Neglect oder motorischer Umsetzung entstehen
  • Dasselbe Bild wird deshalb mit mehreren Aufgaben geprüft
Ordnen Sie „Alltagsorientierte Einordnung“ fachlich ein. 3 P
  • Therapie beginnt nicht mit abstrakten Formen allein, sondern mit der betroffenen Betätigung
  • Kontrast, feste Ablageorte, taktile Information, Schrittfolge oder vereinfachte räumliche Anordnung werden erprobt
  • Wirksam ist eine Anpassung nur, wenn Orientierung, Sicherheit oder Selbstständigkeit im Alltag zunehmen

Emotion, Antrieb, Einsicht und Verhalten

Erklären Sie den fachlichen Kern von „Emotionale Veränderungen nach Hirnschädigung“. 4 P
  • Hirnschädigung kann Emotionsregulation, Reizbarkeit, Angst, Trauer oder Affektkontrolle verändern
  • Zugleich sind verständliche psychische Reaktionen auf Verlust und Abhängigkeit möglich
  • Verlauf, Auslöser und Kontext werden erhoben
  • Akute Selbst- oder Fremdgefährdung verlangt sofortige Weiterleitung
Erklären Sie den fachlichen Kern von „Apathie und Depression“. 4 P
  • Apathie zeigt verminderten Eigenantrieb, Initiierung und zielgerichtete Aktivität
  • Depression umfasst typischerweise zusätzlich anhaltend gedrückte Stimmung, negative Bewertung oder Interessenverlust
  • Beide können zusammen auftreten
  • Ergotherapeutisch werden Tagesprofil, Reaktion auf Struktur und subjektives Erleben getrennt erfasst
Charakterisieren Sie „Enthemmung und soziale Kognition“. 3 P
  • Enthemmung kann sich als impulsives, distanzloses oder riskantes Verhalten zeigen
  • Störungen sozialer Kognition erschweren das Erkennen von Perspektiven, Regeln und Konsequenzen
  • Klare Grenzen, vorhersehbare Rückmeldung und sichere Umgebungsstruktur sind wirksamer als moralische Vorwürfe
Erklären Sie den fachlichen Kern von „Anosognosie und fehlende Einsicht“. 3 P
  • Anosognosie bezeichnet fehlendes oder stark vermindertes Bewusstsein für eine neurologische Störung
  • Sie ist nicht gleichbedeutend mit Verleugnung oder Uneinsichtigkeit
  • Sicherheit wird über konkrete Erfahrung, externe Kontrolle und abgestufte Verantwortung organisiert, ohne die Person unnötig zu konfrontieren
Analysieren Sie „Therapeutische Beziehung“ bei „Emotion, Antrieb, Einsicht und Verhalten“. 3 P
  • Verhaltensänderungen können Beziehung und Team belasten
  • Eine sachliche Funktionsanalyse trennt Person und Symptom, beschreibt Auslöser sowie Folgen und vereinbart einheitliche Reaktionen
  • Wahlmöglichkeiten, Würde und Beteiligung bleiben erhalten, auch wenn vorübergehend klare Sicherheitsgrenzen nötig sind

Die Fragen und Antworten wurden aus den redaktionellen Lerntexten dieses Kapitels abgeleitet. Jede Antwort gehört ausschließlich zu der unmittelbar darüberstehenden Frage.

Hinweise des Lehrplans
  • vgl. Lehrplan Spezielle Krankheitslehre, LPE 6
  • funktionelle Asymmetrie des Gehirns
  • Apraxie, Aphasie, Neglect, Hemianopsie, räumlich-konstruktive Störungen

Quelle: Sächsisches Staatsministerium für Kultus: Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin, freigegeben ab 1. August 2020, S. 127.

02 Befunderhebung, Diagnostik und Dokumentation 25 (20) Ustd. 83 Unterfragen
Lehrplananforderung

Die Schülerinnen und Schüler verfügen über Grundkenntnisse zu Methoden der Befunderhebung entsprechend neuropsychologischer Störungen und wenden diese situations- und handlungsbezogen an. Sie nehmen eine Befundbewertung vor, leiten ergotherapeutische Ziele ab und dokumentieren die erhobenen Befunde fachgerecht.

Quelle: Sächsisches Staatsministerium für Kultus: Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin, freigegeben ab 1. August 2020, S. 128.

Fragen & Antworten83

Kapitelkern

Beschreiben Sie „Befunderhebung“ bei „Befunderhebung, Diagnostik und Dokumentation“. 2 P
  • Befunderhebung verbindet Anamnese, betätigungsbezogene Beobachtung, störungsspezifische Tests und Perspektiven relevanter Bezugspersonen
  • Auswahl und Interpretation berücksichtigen Gütekriterien, Seh- und Sprachleistung, Motorik, Fatigue, Medikamente sowie die Differenz zwischen Testsituation und Alltag
Leiten Sie aus der neuropsychologischen Befundbewertung ergotherapeutische Ziele ab. 3 P
  • Befundbewertung integriert Ressourcen, Störungen und Umweltbedingungen im Hinblick auf bedeutsame Betätigungen
  • Ziele werden gemeinsam, konkret, beobachtbar und zeitlich eingeordnet formuliert
  • Das gewählte Verlaufsmaß muss dieselbe Zielhandlung oder einen begründeten Teilaspekt erneut erfassen
Beschreiben Sie „Dokumentation“ bei „Befunderhebung, Diagnostik und Dokumentation“. 3 P
  • Dokumentation trennt beobachtete Daten, fachliche Interpretation und vereinbarte Konsequenzen
  • Sie hält Anlass, Ziel, Testbedingungen, Ergebnis, Alltagseffekt, Maßnahme und Verlauf sachlich, datensparsam und zeitnah fest
  • Digitale Systeme benötigen Zugriffsschutz und eindeutige Zuordnung

Neuropsychologische Befundlogik und Beobachtung

Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Mehrere Informationsquellen“. 3 P
  • Neuropsychologische Befundung verbindet Anamnese, Fremdanamnese nach Einwilligung, Beobachtung, standardisierte Tests, Assessments und reale Alltagssituationen
  • Keine einzelne Quelle erklärt die Handlungsfähigkeit vollständig
  • Besonders wichtig ist die Übereinstimmung oder Differenz zwischen Testleistung und Alltag
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Beobachtung strukturieren“. 3 P
  • Beobachtet werden Aufmerksamkeitsausrichtung, Suchverhalten, Reaktionszeit, Fehlerkorrektur, Ausdauer, Impulsivität, Antrieb, Sprache, Blickbewegung, Körperausrichtung und Nutzung der Extremitäten
  • Die Aufgabe, Umgebung, Hilfen und Tagesform werden dokumentiert
  • Beobachtung wird von Interpretation getrennt
Definieren Sie den Begriff „Fehleranalyse“. 3 P
  • Nicht nur die Anzahl der Fehler ist bedeutsam
  • Auslassungen, Perseverationen, Reihenfolgefehler, impulsive Antworten, verlangsamte Verarbeitung oder fehlende Kontrolle weisen auf unterschiedliche Mechanismen hin
  • Eine Person kann denselben Endwert durch völlig verschiedene Schwierigkeiten erreichen
Charakterisieren Sie „Alltag zuerst“. 3 P
  • Eine Testaufgabe wird mit einer bedeutsamen Betätigung verknüpft
  • Wer linksseitige Auslassungen auf einem Blatt zeigt, wird zusätzlich beim Anziehen, Essen, Gehen und Suchen in einem Regal beobachtet
  • So wird sichtbar, ob die Störung personalen, peripersonalen oder weiteren Raum betrifft
Beschreiben Sie „Verlauf“ bei „Neuropsychologische Befundlogik und Beobachtung“. 3 P
  • Befundung ist ein Prozess
  • Frühe Ergebnisse können durch Müdigkeit, Aphasie, Schmerz, Delir oder Medikamente verfälscht sein
  • Wiederholungen erfolgen unter vergleichbaren Bedingungen und nur dann, wenn sie eine therapeutische Entscheidung unterstützen

Befragung und neuropsychologisches Betätigungsprofil

Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Gesprächsziele“. 3 P
  • Die Befragung klärt frühere Fähigkeiten, aktuelle Beschwerden, Rollen, Routinen, Interessen, Wohnsituation, Arbeit, Mobilität und Sicherheitsanforderungen
  • Offene Fragen zeigen, welche Veränderungen die Person selbst wahrnimmt
  • Konkrete Beispiele sind aussagekräftiger als pauschale Angaben
Charakterisieren Sie „Eingeschränkte Einsicht“. 3 P
  • Bei Anosognosie oder Neglect kann die Selbsteinschätzung deutlich vom beobachteten Verhalten abweichen
  • Dies wird nicht als Unwillen bewertet
  • Die Therapeutin oder der Therapeut stellt Beobachtungen sachlich gegenüber und prüft, ob angeleitete Selbsterfahrung die Einsicht verbessert
Definieren Sie den Begriff „Fremdanamnese“. 3 P
  • Angehörige können Veränderungen von Persönlichkeit, Gedächtnis, Organisation oder Sicherheit beschreiben
  • Ihre Angaben werden mit Einwilligung erhoben und als eigene Perspektive dokumentiert
  • Belastung und Erwartungen der Angehörigen sind relevant, ersetzen aber nicht die Ziele der betroffenen Person
Definieren Sie den Begriff „Betätigungsprofil“. 3 P
  • Das Profil ordnet Schwierigkeiten nach Selbstversorgung, Produktivität, Freizeit und Teilhabe
  • Es beschreibt, was die Person tun möchte, tun muss und tatsächlich tut
  • Ressourcen wie feste Routinen, Technikkompetenz oder unterstützende Personen werden ausdrücklich erfasst
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Zielableitung“. 2 P
  • Aus der Befragung entstehen konkrete Prüffragen
  • Beispiel: „Kann die Person das Frühstück ohne linksseitige Auslassungen vorbereiten?“ Diese Frage bestimmt Beobachtung, Testauswahl und spätere Erfolgskriterien

Testauswahl, Assessments und Gütekriterien

Charakterisieren Sie „Test, Screening und Assessment“. 4 P
  • Ein Screening sucht schnell nach möglichen Auffälligkeiten
  • Ein Test misst eine definierte Leistung unter standardisierten Bedingungen
  • Ein Assessment kann mehrere Informationsquellen und Funktionsbereiche umfassen
  • Die Begriffe werden nicht beliebig gleichgesetzt
Definieren Sie den Begriff „Auswahlkriterien“. 2 P
  • Die Auswahl richtet sich nach Fragestellung, Diagnose, Alter, Sprache, Seh- und Hörfähigkeit, Motorik, Belastbarkeit und verfügbarem Normbereich
  • Ein Verfahren ist ungeeignet, wenn motorische oder sprachliche Anforderungen die eigentlich interessierende Leistung überdecken
Erklären Sie den fachlichen Kern von „Gütekriterien“. 5 P
  • Objektivität bedeutet geringe Abhängigkeit vom Untersucher
  • Reliabilität bezeichnet Messzuverlässigkeit
  • Validität fragt, ob tatsächlich die beabsichtigte Leistung erfasst wird
  • Sensitivität beschreibt das Erkennen vorhandener Störungen, Spezifität das korrekte Ausschließen nicht vorhandener Störungen
  • Normwerte müssen zur untersuchten Person passen
Charakterisieren Sie „Standardisierung und Anpassung“. 5 P
  • Standardisierte Durchführung ist Voraussetzung für den Vergleich mit Normwerten
  • Wird eine Aufgabe angepasst, bleibt sie klinisch nützlich, ist aber nicht mehr normgerecht auswertbar
  • Die Veränderung wird dokumentiert
  • Therapieaufgaben dürfen flexibel sein
  • Diagnostische Tests nicht unbemerkt umgestaltet werden
Definieren Sie „Interpretation“. 3 P
  • Ein auffälliger Wert ist kein isolierter Beweis für eine Diagnose
  • Ergebnisse werden mit Beobachtung, Anamnese und Alltagsleistung abgeglichen
  • Wiederholungseffekte, Tagesform und Übungseinfluss werden berücksichtigt

Gesichtsfeld und visuelle Basisdiagnostik

Definieren Sie den Begriff „Ausgangspunkt“. 2 P
  • Visuelle Schwierigkeiten nach Hirnschädigung können aus Sehschärfe, Gesichtsfeld, Augenbewegung, visueller Aufmerksamkeit oder höherer Verarbeitung entstehen
  • Eine grobe Beobachtung ersetzt keine augenärztliche oder neuroophthalmologische Diagnostik
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Konfrontationsmethode“. 4 P
  • Bei der Fingerperimetrie werden beide Augen einzeln und gemeinsam geprüft
  • Die Person fixiert einen zentralen Punkt, während Reize aus verschiedenen Richtungen in das Gesichtsfeld geführt oder kurz präsentiert werden
  • Kopf- und Blickbewegungen müssen kontrolliert werden
  • Die Methode ist ein Screening und kann kleine Defekte übersehen
Charakterisieren Sie „Weitere Verfahren“. 3 P
  • Das Amsler-Gitter dient vor allem zur Erfassung zentraler Verzerrungen oder Skotome
  • Lesen zeigt funktionelle Folgen, etwa Auslassungen am Zeilenanfang oder buchstabenweises Lesen
  • Goldmann- und automatisierte Perimetrie erfassen Gesichtsfeldgrenzen beziehungsweise Lichtempfindlichkeit systematischer und gehören in spezialisierte Diagnostik
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Beobachtung im Alltag“. 2 P
  • Geprüft werden Kollisionen, Suchzeit, Orientierung, Zeilenwechsel, Überblick und Umgang mit bewegten Reizen
  • Ein formal unauffälliges Gesichtsfeld schließt komplexe visuelle Verarbeitungsstörungen nicht aus
Begründen Sie die fachlichen Anforderungen bei „Dokumentation und Sicherheit“. 3 P
  • Erfasst werden Auge, Fixationsbedingung, Reizart, Ausfallmuster und Kompensationsbewegungen
  • Bei neuem oder akut verändertem Sehverlust ist medizinische Abklärung erforderlich
  • Fahreignung wird nicht durch ergotherapeutische Alltagserprobung allein entschieden

Neglectdiagnostik und Differentialdiagnose

Charakterisieren Sie „Mehrdimensionale Prüfung“. 3 P
  • Neglect kann verschiedene Raumebenen und Modalitäten betreffen
  • Deshalb werden Papier-Bleistift-Aufgaben, Doppelstimulation, Körperbezug, Gegenstandssuche, Mobilität und Selbstversorgung kombiniert
  • Ein unauffälliger Einzeltest schließt einen alltagsrelevanten Rest-Neglect nicht aus
Nennen Sie die zentralen Aufgabenbereiche bei „Typische Aufgaben“. 5 P
  • Linienhalbierung prüft die subjektive Mitte
  • Durchstreich- und Suchtests erfassen Auslassungen und Suchstrategie
  • Kopieren oder Zeichnen kann halbseitige Vernachlässigung zeigen
  • Bei taktiler oder auditiver Doppelstimulation wird Extinktion untersucht
  • Körperpflege und Anziehen prüfen personalen Neglect
Charakterisieren Sie „Differentialdiagnose zur Hemianopsie“. 3 P
  • Bei Hemianopsie liegen Auslassungen häufig am Beginn von Zeilen oder Wörtern, während die Einsicht eher erhalten ist
  • Neglect zeigt oft ipsiläsionale Abweichungen, multimodale Extinktion, Raumverzerrung und reduzierte Einsicht
  • Beide Störungen können gleichzeitig bestehen
Ordnen Sie „Bezugssysteme“ fachlich ein. 3 P
  • Rumpf-, Kopf- und Augenposition beeinflussen, ob ein Reiz als links oder rechts erlebt wird
  • Untersuchungen unter veränderter Rumpfrotation können Hinweise auf körper- oder blickzentrierte Bezugssysteme geben
  • Dies ist spezialisierte Differentialdiagnostik und wird vorsichtig interpretiert
Beschreiben Sie Ablauf und fachliche Bedeutung von „Alltag und Verlauf“. 2 P
  • Besonders aussagekräftig sind standardisierte Beobachtungen beim Essen, Anziehen, Rollstuhlfahren, Gehen und Suchen
  • Dokumentiert werden Auslassungsseite, Häufigkeit, Selbstkorrektur, benötigte Hinweise und Übertragung über Situationen hinweg

Feinmotorik, Griffkraft und sensomotorische Kontrolle

Erklären Sie den fachlichen Kern von „Mehr als Maximalkraft“. 2 P
  • Feinmotorische Leistung umfasst Präzision, Geschwindigkeit, Koordination, sensorische Rückmeldung, visuelle Führung und angemessene Kraftdosierung
  • Eine normale Maximalkraft schließt eine alltagsrelevante Handfunktionsstörung nicht aus
Charakterisieren Sie „Griff- und Lastkraft“. 3 P
  • Beim Anheben eines Gegenstandes muss Griffkraft ausreichend hoch sein, um Gewicht und dynamische Lasten zu sichern
  • Gesunde Steuerung nutzt eine kleine Sicherheitsreserve oberhalb der minimal nötigen Kraft
  • Zu geringe Kraft führt zum Gleiten, übermäßige Kraft erhöht Aufwand und kann Ausdruck unsicherer sensorischer Kontrolle sein
Charakterisieren Sie „Prädiktive und reaktive Kontrolle“. 4 P
  • Prädiktive Kontrolle nutzt erwartete Eigenschaften und selbst ausgelöste Bewegungen
  • Reaktive Kontrolle antwortet auf unerwartete Laständerungen
  • Beide können unterschiedlich beeinträchtigt sein
  • Bei Multipler Sklerose wurden in der Quelle beispielsweise Auffälligkeiten der reaktiven Kraftantwort bei teilweise erhaltener prädiktiver Kontrolle beschrieben
Charakterisieren Sie „Messbare Teilaspekte“. 2 P
  • Instrumentelle Verfahren können Kraftverlauf, Zeitverzögerung, Bewegungsbeschleunigung, Trackingfehler und schnellen Kraftwechsel erfassen
  • Dadurch wird sichtbar, ob eine langsame Alltagsleistung eher aus Kraftpräzision, Koordination oder Bewegungsgeschwindigkeit entsteht
Begründen Sie „Klinische Bedeutung“ bei „Feinmotorik, Griffkraft und sensomotorische Kontrolle“. 2 P
  • Messtechnik ergänzt, aber ersetzt nicht die Betätigungsanalyse
  • Ein präziser Laborwert wird erst relevant, wenn er eine therapeutische Entscheidung oder eine alltagsbezogene Zielsetzung verbessert

Jebsen-Taylor-Test, Nine-Hole-Peg-Test und Zwei-Punkt-Diskrimination

Erklären Sie den fachlichen Kern von „Jebsen-Taylor Hand Function Test“. 2 P
  • Der JTHFT umfasst zeitlich bewertete alltagsnahe Teilaufgaben: Schreiben, Karten wenden, kleine Gegenstände aufnehmen, simuliertes Essen, Spielsteine stapeln sowie leichte und schwere Dosen versetzen
  • Er liefert ein breites Leistungsmaß, erklärt aber nicht automatisch, ob Kraft, Sensibilität, Planung oder Koordination den Zeitbedarf verursachen
Charakterisieren Sie „Nine-Hole-Peg Test“. 4 P
  • Beim 9-HPT werden neun Stifte mit einer Hand in Löcher gesteckt und anschließend zurückgelegt
  • Gemessen wird die Zeit
  • Das Verfahren ist schnell und sensitiv für Fingergeschicklichkeit
  • Es bildet komplexe Alltagsfunktionen nur begrenzt ab und kann durch Seh-, Verständnis- oder Schulterprobleme beeinflusst werden
Definieren Sie „Zwei-Punkt-Diskrimination“. 3 P
  • Die statische Zwei-Punkt-Diskrimination prüft, ob ein oder zwei gleichzeitig aufgesetzte Reize unterschieden werden
  • Die Hand wird ohne Sichtkontrolle gelagert, Druck und Dauer werden möglichst konstant gehalten
  • Das Ergebnis hängt von Ort, Instrument, Hautzustand und Durchführung ab
Definieren Sie „Standardisierung“. 3 P
  • Material, Ausgangsstellung, Instruktion, Übungsdurchgang und Zeitmessung werden nach Testmanual eingehalten
  • Abweichungen müssen dokumentiert werden
  • Normwerte gelten nur für passende Alters- und Handdominanzgruppen
Leiten Sie aus „Ergotherapeutische Ergänzung“ Konsequenzen für die ergotherapeutische Praxis ab. 3 P
  • Nach dem Test wird eine reale Tätigkeit beobachtet
  • Eine gute Steckleistung bedeutet nicht automatisch sicheres Medikamentenmanagement oder problemloses Knöpfen
  • Umgekehrt kann eine Person trotz verlangsamtem Test durch Routinen im Alltag selbstständig sein

Befundbewertung, Zielsetzung und Dokumentation

Beurteilen Sie den Befund bei „Befundbewertung, Zielsetzung und Dokumentation“. 3 P
  • Befunde werden nicht addiert, sondern gewichtet
  • Entscheidend ist, welche Störung eine bedeutsame Betätigung begrenzt, welches Risiko besteht und welche Ressourcen nutzbar sind
  • Daten, Interpretation und Schlussfolgerung bleiben sprachlich getrennt
Nennen Sie zentrale Aspekte von „Zielsetzung“ bei „Befundbewertung, Zielsetzung und Dokumentation“. 2 P
  • Ein Ziel beschreibt eine beobachtbare Veränderung in einer konkreten Situation
  • Beispiel: „Die Person bereitet innerhalb von zwei Wochen ein kaltes Frühstück vor und kontrolliert die linke Arbeitsfläche mit höchstens einem verbalen Hinweis.“ Funktionsziele werden mit Aktivitäts- und Teilhabezielen verbunden
Definieren Sie den Begriff „Interventionshypothese“. 3 P
  • Die Planung benennt den angenommenen Mechanismus: visuelle Suchstörung, eingeschränkte Einsicht, Arbeitsgedächtnisproblem oder motorische Verlangsamung
  • Daraus folgt eine überprüfbare Methode
  • Bleibt der erwartete Effekt aus, wird die Hypothese angepasst
Beschreiben Sie die Dokumentation bei „Befundbewertung, Zielsetzung und Dokumentation“. 2 P
  • Festgehalten werden Anlass, Bedingungen, Beobachtung, Testwert, Interpretation, Ziel, Maßnahme, Reaktion und nächster Schritt
  • Formulierungen sind sachlich und konkret. „Unmotiviert“ wird durch beobachtbares Verhalten ersetzt, etwa „beendet die Aufgabe nach drei Minuten und nennt Kopfschmerz“
Beschreiben Sie Ablauf und fachliche Bedeutung von „Verlauf und Abschluss“. 3 P
  • Wiederholungsmessungen erfolgen unter vergleichbaren Bedingungen
  • Erfolg zeigt sich in Testwert, benötigter Hilfe, Sicherheit, Selbstkorrektur und Alltagstransfer
  • Abschlussdokumentation nennt erreichte Ziele, verbleibende Risiken, Hilfsmittel und Empfehlungen

Pädiatrische neuropsychologische Befundung

Definieren Sie „Fragestellung“. 2 P
  • Die Befundung beginnt mit einer konkreten Schwierigkeit: Aufgabenbeginn, Regelwechsel, Erinnerung, räumliche Orientierung oder schulische Selbstständigkeit
  • Entwicklungsstand, Erkrankung, Medikamente, Schlaf, Sprache und Sinnesfunktionen werden berücksichtigt
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Ökologische Beobachtung“. 2 P
  • Neuropsychologische Funktionen werden in realen Aufgaben beobachtet
  • Eine Tischtestung kann gute Aufmerksamkeit zeigen, während Gruppenlärm, Materialorganisation oder mehrschrittige Anweisungen im Unterricht überfordern
Definieren Sie den Begriff „Testauswahl“. 3 P
  • Verfahren müssen Alter, Normgruppe, Sprache und Fragestellung entsprechen
  • Testwerte werden als Ausschnitt interpretiert
  • Motorische oder sprachliche Anforderungen können das Ergebnis verfälschen und werden dokumentiert
Definieren Sie den Begriff „Rückmeldung“. 2 P
  • Ergebnisse werden in verständliche Funktionsbeschreibungen übersetzt
  • Familien erhalten keine Liste von Defiziten, sondern Hinweise zu Stärken, Belastungsgrenzen, Unterstützungen und notwendiger weiterer Diagnostik
Leiten Sie für „Pädiatrische neuropsychologische Befundung“ einen ergotherapeutischen Prüfpunkt ab. 3 P
  • Die Befundung benennt zuerst die konkrete Alltagsschwierigkeit und sucht eine dazu passende Beobachtung
  • Danach werden mögliche Verzerrungen durch Sprache, Motorik, Aufmerksamkeit, Sehvermögen, Motivation oder ungewohnte Testsituation geprüft
  • Ein Einzelwert wird nie isoliert gedeutet

Visuelle Wahrnehmung und FEW-3/DTVP-2

Unterscheiden Sie „Visuelle Wahrnehmung differenzieren“ anhand fachlicher Kriterien. 2 P
  • Visuelle Leistung umfasst Sehschärfe und Gesichtsfeld, Blicksteuerung, Aufmerksamkeit, Erkennen, räumliche Beziehungen und visuomotorische Umsetzung
  • Ein Fehler beim Kopieren kann daher okulomotorisch, motorisch, aufmerksamkeitsbezogen oder perzeptiv bedingt sein
Charakterisieren Sie „FEW-3 und DTVP“. 3 P
  • Frostigs Entwicklungstest der visuellen Wahrnehmung beziehungsweise die englischen DTVP-Verfahren gliedern visuelle und visuomotorische Leistungen in Subtests
  • Altersspanne, Normierung und genaue Version müssen beachtet werden
  • Ergebnisse verschiedener Versionen sind nicht beliebig austauschbar
Ordnen Sie „Auswertung“ im Kontext von „Visuelle Wahrnehmung und FEW-3/DTVP-2“ fachlich ein. 3 P
  • Ein Gesamtwert kann unterschiedliche Profile verdecken
  • Subtests werden mit Beobachtung von Strategie, Tempo und Fehlerart verbunden
  • Sehprobleme, Sprache, Motorik und Erfahrung werden differentialdiagnostisch geprüft
Charakterisieren Sie „Von Test zu Alltag“. 3 P
  • Therapie zielt auf Lesen, Schreiben, Orientierung, Bauen oder Selbstversorgung
  • Bottom-up-Übungen können mit Top-down-Strategien und Umweltanpassung kombiniert werden
  • Verbesserung wird in der Zielhandlung gemessen
Leiten Sie für „Visuelle Wahrnehmung und FEW-3/DTVP-2“ einen ergotherapeutischen Prüfpunkt ab. 2 P
  • Der Prüfpunkt benennt die wahrscheinlich betroffene visuelle Teilfunktion, prüft gleichzeitig nichtvisuelle Anforderungen wie Sprache, Motorik und Aufmerksamkeit und verknüpft das Ergebnis mit einer konkreten Alltagshandlung
  • Ein Testwert allein bestimmt weder Ursache noch Therapieziel

Aufmerksamkeit, Verhalten und Familienkontext befunden

Charakterisieren Sie „Verhalten beschreiben“. 2 P
  • Statt „unmotiviert“ oder „aggressiv“ werden konkrete Handlungen, Auslöser, Häufigkeit, Dauer und Folgen dokumentiert
  • Dasselbe Verhalten kann Aufmerksamkeit, Vermeidung, Reizreduktion, Kommunikation oder Selbstregulation dienen
Charakterisieren Sie „Kontexte vergleichen“ bei „Aufmerksamkeit, Verhalten und Familienkontext befunden“. 3 P
  • Eltern, Schule und Therapie berichten oft unterschiedliche Ausprägungen
  • Struktur, Beziehung, Aufgabe, Tageszeit und Gruppengröße werden verglichen
  • Ein Problem nur in einem Kontext weist nicht automatisch auf fehlende Glaubwürdigkeit hin
Charakterisieren Sie „Aufmerksamkeit prüfen“. 3 P
  • Aufgabenbeginn, Daueraufmerksamkeit, Ablenkbarkeit, Arbeitsgedächtnis und Wechsel werden getrennt betrachtet
  • Interesse kann Leistung stark verändern
  • Diagnosen wie ADHS werden nicht allein aus ergotherapeutischer Beobachtung gestellt
Charakterisieren Sie „Familienzentrierte Rückmeldung“. 3 P
  • Bezugspersonen werden nicht für Verhalten verantwortlich gemacht
  • Gemeinsam werden wenige veränderbare Bedingungen gewählt
  • Positive Interaktion und klare Vorhersagbarkeit sind ebenso Befund- wie Interventionsfaktoren
Leiten Sie für „Aufmerksamkeit, Verhalten und Familienkontext befunden“ einen ergotherapeutischen Prüfpunkt ab. 3 P
  • Der Prüfpunkt formuliert eine überprüfbare Funktion des Verhaltens und verändert gezielt Aufgabe, Beziehungsgestaltung oder Konsequenz
  • Bestätigt sich die Hypothese nicht, wird sie verworfen
  • Verhalten wird weder vorschnell als Absicht noch ausschließlich als neurologisches Symptom erklärt

Aufmerksamkeit und Exekutivfunktionen befunden

Definieren Sie den Begriff „Aufmerksamkeitsanamnese“. 2 P
  • Anamnese erfragt typische Fehler, Dauer bis zum Leistungsabfall, störende Reize, Tageszeit, Schlaf, Medikamente und Pausenwirkung
  • Aussagen werden mit Beobachtung in einer bedeutsamen Aufgabe verglichen. „Konzentration schlecht“ wird in konkrete Situationen und Anforderungen übersetzt
Erklären Sie Funktion und fachlichen Zweck von „Einfach- und Doppelaufgabe“. 3 P
  • Zuerst wird die Einzelleistung stabil geprüft, danach eine realistische Zusatzanforderung ergänzt
  • Ein deutlicher Einbruch bei Doppelaufgabe zeigt begrenzte Ressourcenteilung, kann aber auch durch Motorik oder Sprachlast entstehen
  • Sicherheit hat Vorrang vor maximaler Schwierigkeit
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Planung und Sequenzierung“. 3 P
  • Eine Planungsaufgabe erfasst Zielbildung, Reihenfolge, Materialwahl, Zeitabschätzung und Anpassung
  • Beobachtet werden benötigte Hinweise, Fehlererkennung und Abschluss
  • Ein korrektes Endergebnis kann hohe Fremdstruktur verdecken und wird deshalb zusammen mit dem Prozess dokumentiert
Charakterisieren Sie „Inhibition und Regelwechsel“. 3 P
  • Aufgaben mit Stoppregel oder wechselnder Sortierregel prüfen Hemmung und Flexibilität
  • Vor der Deutung wird sichergestellt, dass die Regel verstanden, gesehen und erinnert wurde
  • Motorische Verlangsamung wird von kognitivem Regelbruch getrennt
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Alltagsnahe exekutive Beobachtung“. 3 P
  • Kochen, Terminplanung oder Arbeitsplatzaufgabe zeigen exekutive Leistung oft besser als ein kurzer Papiertest
  • Standardisierte Daten und ökologische Beobachtung ergänzen sich
  • Gefährliche Aufgaben werden simuliert oder gesichert, wenn Einsicht und Fehlerkontrolle unklar sind

Gedächtnis und Lernfähigkeit befunden

Definieren Sie den Begriff „Lernkurve“. 4 P
  • Mehrere Lerndurchgänge zeigen, ob Information durch Wiederholung aufgenommen wird
  • Eine flache Kurve kann Aufmerksamkeit, Enkodierung oder Aufgabenverständnis betreffen
  • Wortmaterial allein reicht nicht
  • Bei relevanter Sprachstörung werden nonverbale und alltagsnahe Lernaufgaben ergänzt
Charakterisieren Sie „Sofortiger und verzögerter Abruf“. 3 P
  • Sofortiger Abruf prüft kurzfristige Aufnahme, verzögerter Abruf die Verfügbarkeit nach Intervall
  • Dazwischenliegende Aufgaben und Zeit werden standardisiert
  • Ein Leistungsabfall wird mit Wiedererkennen und Hinweisreizen verglichen, um Speicherung und Abruf vorsichtig zu differenzieren
Charakterisieren Sie „Wiedererkennen und Hinweisreize“. 3 P
  • Wiedererkennen bietet Auswahlmöglichkeiten, Hinweisreize geben semantische oder situative Unterstützung
  • Besserung durch Hinweise spricht eher für Abrufschwierigkeit, ist aber nicht beweisend
  • Zufallstreffer, Ja-Sage-Tendenz und Sprachverständnis werden in der Auswertung berücksichtigt
Erklären Sie den fachlichen Kern von „Prospektive Gedächtnisprobe“. 3 P
  • Eine alltagsnahe Probe verlangt, später bei einem Zeitpunkt oder Ereignis eine vereinbarte Handlung auszuführen
  • Dokumentiert werden Eigeninitiative, verwendete Strategie und benötigter Hinweis
  • Sicherheitskritische Aufgaben wie Medikamenteneinnahme werden nicht ohne Absicherung getestet
Definieren Sie den Begriff „Lernpotential“. 3 P
  • Dynamische Befundung prüft, von welcher Hilfe die Person profitiert: Wiederholung, Bild, Handlung, feste Routine oder Fehlervermeidung
  • Lernpotential ist für Therapieplanung oft wichtiger als ein einzelner Rohwert
  • Die wirksame Hilfe wird danach in einer anderen Aufgabe auf Transfer geprüft

Sprache, Praxis und Objektgebrauch befunden

Charakterisieren Sie „Sprachsensible Instruktion“. 3 P
  • Vor einer kognitiven Deutung wird geprüft, ob die Person Wörter, Satzlänge und Aufgabenregel versteht
  • Demonstration, Ja-Nein-Kontrolle oder Bildauswahl reduzieren Sprachlast
  • Eine vereinfachte Instruktion darf die eigentliche Testanforderung nur verändern, wenn dies dokumentiert wird
Charakterisieren Sie „Gesten und Imitation“. 3 P
  • Apraxieprüfung vergleicht bedeutungsvolle Gesten, bedeutungslose Handstellungen und Imitation
  • Fehler werden nach Körperteil, räumlicher Orientierung, Timing und Selbstkorrektur beschrieben
  • Lähmung, Schmerz, Neglect und fehlendes Verständnis müssen als alternative Ursachen geprüft werden
Charakterisieren Sie „Pantomime und realer Objektgebrauch“. 3 P
  • Pantomime ohne Gegenstand beansprucht interne Handlungsvorstellung stärker als Gebrauch eines realen Objekts
  • Unterschiede zwischen beiden Bedingungen sind diagnostisch hilfreich
  • Aus Sicherheitsgründen werden gefährliche Werkzeuge durch Attrappen oder kontrollierte Situationen ersetzt
Charakterisieren Sie „Sequenz einer Alltagshandlung“. 4 P
  • Eine mehrschrittige Tätigkeit zeigt Auswahl, Reihenfolge und Zielkontrolle
  • Fehler werden nicht sofort korrigiert, sofern keine Gefahr besteht
  • Danach wird die geringste wirksame Hilfe erprobt
  • Ergebnis, Prozess und Transfer zu einer ähnlichen Tätigkeit werden getrennt dokumentiert
Charakterisieren Sie „Interdisziplinäre Abstimmung“ bei „Sprache, Praxis und Objektgebrauch befunden“. 3 P
  • Sprach- und Praxisergebnisse werden mit Logopädie, Neuropsychologie, Medizin und Pflege abgestimmt
  • Ergotherapie liefert die betätigungsbezogene Perspektive und beobachtet Hilfen in realen Aufgaben
  • Uneinheitliche Befunde werden als offene Hypothese statt als gesicherte Diagnose dokumentiert

Ökologische Validität und Mehrmethodenbefund

Charakterisieren Sie „Ökologische Validität“. 3 P
  • Ökologische Validität beschreibt, wie gut ein Befund Verhalten in realen Lebenssituationen abbildet
  • Ein Test kann eine Funktion zuverlässig messen und dennoch Alltag nur begrenzt vorhersagen
  • Deshalb werden standardisierte Aufgaben mit Beobachtung in Selbstversorgung, Haushalt, Mobilität oder Arbeit verbunden
Unterscheiden Sie „Test-Alltag-Differenz“ anhand fachlicher Kriterien. 3 P
  • Gute Testleistung kann durch ruhige Umgebung, klare Einzelinstruktion und kurze Dauer entstehen, während der Alltag parallele Reize und Eigenorganisation verlangt
  • Umgekehrt können vertraute Routinen trotz schwacher Testwerte gelingen
  • Die Differenz ist ein Befund und kein Widerspruch, der verborgen werden sollte
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Mehrmethodenansatz“. 3 P
  • Ein belastbarer Befund kombiniert Gespräch, Akteninformation, direkte Beobachtung, standardisierte Tests und Verlauf
  • Übereinstimmung erhöht Sicherheit, Abweichung führt zu neuer Hypothese
  • Kein einzelnes Verfahren entscheidet allein über Selbstständigkeit oder Unterstützungsbedarf
Charakterisieren Sie „Fremd- und Selbsteinschätzung“. 4 P
  • Selbstbericht zeigt subjektive Belastung und Ziele
  • Fremdbericht ergänzt Beobachtungen über längere Zeit
  • Anosognosie, Überforderung oder Beziehungskonflikte können Angaben beeinflussen
  • Unterschiede werden transparent beschrieben und durch konkrete Beispiele statt durch Wertungen geklärt
Definieren Sie den Begriff „Kontextvariation“. 3 P
  • Leistung wird bei Bedarf unter gezielt veränderten Bedingungen beobachtet, etwa mit mehr Reizen, anderer Tageszeit oder weniger Hilfe
  • Variation erfolgt kontrolliert und sicher
  • So wird erkennbar, welche Umweltfaktoren Leistung stabilisieren und welche die Person über ihre Grenze bringen

Testbedingungen, Fatigue und Fehlerquellen

Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Fatigue als Befundfaktor“. 3 P
  • Neurologische Fatigue kann Leistung bereits nach kurzer Belastung deutlich verändern und ist nicht mit gewöhnlicher Müdigkeit gleichzusetzen
  • Testdauer, Pausen, Tageszeit und subjektive Erschöpfung werden dokumentiert
  • Ein später Leistungsabfall darf nicht pauschal als mangelnde Anstrengung bewertet werden
Charakterisieren Sie „Medikation und akuter Zustand“. 3 P
  • Sedierende, aktivierende oder anticholinerge Wirkungen sowie Schmerz, Infekt, Delir oder Stoffwechselstörung können kognitive Ergebnisse verändern
  • Auffällige akute Schwankung verlangt medizinische Rücksprache
  • Ein Testwert wird nur im dokumentierten Zustand interpretiert
Charakterisieren Sie „Übungs- und Wiederholungseffekt“. 3 P
  • Bei wiederholter Testung kann Vertrautheit das Ergebnis verbessern, ohne dass der Alltag gleich stark profitiert
  • Parallelformen, angemessene Intervalle und zusätzliche Betätigungsmaße reduzieren Fehlinterpretation
  • Derselbe Test wird nicht beliebig häufig zur Übung eingesetzt
Ordnen Sie „Normwerte und Passung“ fachlich ein. 3 P
  • Normwerte gelten nur für passende Alters-, Bildungs-, Sprach- und Gesundheitsgruppen sowie standardisierte Durchführung
  • Ein Rohwert außerhalb der Norm ist kein vollständiger Befund
  • Seh-, Hör-, Motorik- oder Sprachbeeinträchtigung kann die Vergleichbarkeit begrenzen und muss ausdrücklich genannt werden
Definieren Sie den Begriff „Interpretationsfehler“. 3 P
  • Bestätigungsfehler entsteht, wenn nur Daten gesucht werden, die eine frühe Vermutung stützen
  • Weitere Risiken sind Überdeutung kleiner Unterschiede, Verwechslung von Korrelation und Ursache sowie Etikettierung aus einem Einzeltest
  • Widersprechende Daten und alternative Erklärungen gehören in die Befundbewertung

Die Fragen und Antworten wurden aus den redaktionellen Lerntexten dieses Kapitels abgeleitet. Jede Antwort gehört ausschließlich zu der unmittelbar darüberstehenden Frage.

Hinweise des Lehrplans
  • Neuropsychologisches Befundsystem für die Ergotherapie von Caroline Michal, Ergotherapeutische Assessment (Voigt Radloff at al)
  • Nutzung digitaler Technik

Quelle: Sächsisches Staatsministerium für Kultus: Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin, freigegeben ab 1. August 2020, S. 128.

03 Methoden und Durchführungsmodalitäten 20 (15) Ustd. 102 Unterfragen
Lehrplananforderung

Die Schülerinnen und Schüler kennen ausgewählte Therapieansätze und entwickeln diese unter Berücksichtigung alters- und alltagsspezifischer Besonderheiten weiter. Sie planen Behandlungen klientenbezogen und führen diese durch. Dabei berücksichtigen sie in ihrem therapeutischen Vorgehen den engen Zusammenhang von neurophysiologischen und neuropsychologischen Störungen. Die Schülerinnen und Schüler begreifen, dass neuropsychologische Störungen auch den Therapieverlauf beim Einsatz neurophysiologischer Behandlungsverfahren vordergründig beeinflussen können.

Quelle: Sächsisches Staatsministerium für Kultus: Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin, freigegeben ab 1. August 2020, S. 128.

Fragen & Antworten102

Kapitelkern

Charakterisieren Sie „Ausgewählte Therapiemittel und -medien“. 2 P
  • Ein Mittel wird nach Ziel, Wahrnehmungs- und Handlungsanforderung, Rückmeldung, Fehlerfolgen und Übertragbarkeit analysiert
  • Computerprogramme, Papieraufgaben oder Werkstücke sind nur geeignet, wenn sie die relevante Funktion dosiert beanspruchen und der Nutzen in einer bedeutsamen Alltagshandlung überprüft wird
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Spezielle pädiatrische Therapieansätze“. 4 P
  • Pädiatrische Ansätze werden entwicklungs-, familien- und betätigungsbezogen gewählt
  • Das Kind erhält verständliche Ziele und aktive Wahlmöglichkeiten
  • Bezugspersonen unterstützen Transfer, ohne jede Lösung vorzugeben
  • Wirkung wird an Beteiligung in Spiel, Selbstversorgung, Schule und sozialem Alltag gemessen

Therapieplanung nach Wirkprinzip

Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Vom Ziel zum Wirkprinzip“. 3 P
  • Die Methode wird nicht zuerst gewählt
  • Ausgangspunkt sind Betätigungsziel, Befundhypothese, Prognose und Sicherheitsanforderung
  • Danach wird entschieden, ob Wiederherstellung, Strategie, Hilfsmittel oder Umweltanpassung im Vordergrund steht
Charakterisieren Sie „Restitutives Vorgehen“. 3 P
  • Restitutives Training fordert eine beeinträchtigte Funktion systematisch und ansteigend
  • Es benötigt ausreichend Lernfähigkeit, Wiederholung und Rückmeldung
  • Die Übung wird so gewählt, dass sie die Zielhandlung unterstützt und keine dauerhafte Überforderung erzeugt
Charakterisieren Sie „Kompensation und Substitution“. 4 P
  • Kompensation nutzt erhaltene kognitive Fähigkeiten, etwa verbale Selbstinstruktion oder systematisches Scannen
  • Substitution überträgt Teile der Leistung auf äußere Hilfen
  • Beide Ansätze werden praktisch eingeübt
  • Das bloße Aushändigen einer Checkliste ist noch keine wirksame Intervention
Definieren Sie den Begriff „Adaptation“. 3 P
  • Bei bleibenden Einschränkungen werden Aufgabe, Umwelt und Rollen angepasst
  • Dies kann Arbeitszeiten, Verkehrswege, Haushaltsorganisation oder Unterstützung durch andere Personen betreffen
  • Die Person bleibt aktiv an der Entscheidung beteiligt
Beschreiben Sie die Evaluation von „Therapieplanung nach Wirkprinzip“. 3 P
  • Jede Sitzung prüft unmittelbare Wirkung, Belastung und Transfer
  • Eine Methode wird fortgeführt, wenn sie das vereinbarte Ziel messbar unterstützt
  • Stagnation führt zur Änderung von Schwierigkeit, Instruktion, Kontext oder Wirkprinzip

Therapie bei Gesichtsfeldausfällen

Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Zielbereiche“. 3 P
  • Therapie richtet sich auf visuelle Suche, Lesen, Orientierung, Mobilität und sichere Betätigung
  • Ein Gesichtsfelddefekt wird nicht durch bloßes „mehr hinschauen“ behoben
  • Kompensatorische Blick- und Kopfbewegungen müssen bewusst aufgebaut und in wechselnden Situationen automatisiert werden
Definieren Sie den Begriff „Explorationstraining“. 3 P
  • Reize werden systematisch über einen definierten Suchraum verteilt
  • Die Person lernt, den Blick bis zum Rand der ausgefallenen Seite zu führen, Ankerpunkte zu nutzen und den Suchraum geordnet abzudecken
  • Schwierigkeit steigt durch mehr Reize, geringeren Kontrast, Bewegung und Ablenkung
Definieren Sie den Begriff „Lesen“. 3 P
  • Bei Auslassungen am Zeilenanfang helfen Randmarkierungen, Lesefenster, vergrößerter Zeilenabstand und gezielte Rücksprünge
  • Buchstaben-, Wort- und Textniveau werden getrennt geübt
  • Geschwindigkeit ist erst nach ausreichender Genauigkeit zu steigern
Definieren Sie den Begriff „Mobilität“. 3 P
  • Training beginnt in übersichtlicher Umgebung und wird auf Flure, Türen, Menschenmengen und Außenwege übertragen
  • Kollisionsrisiko, Doppelaufgaben und Ermüdung werden beobachtet
  • Hilfspersonen geben kurze, einheitliche Hinweise und fördern Selbstkontrolle
Beurteilen Sie „Grenzen“ bei „Therapie bei Gesichtsfeldausfällen“. 3 P
  • Prismen oder optische Hilfen benötigen spezialisierte Anpassung
  • Eine subjektiv gute Kompensation ersetzt keine formale Beurteilung der Fahreignung
  • Neue Sehveränderungen werden medizinisch abgeklärt

Störungsspezifische Neglecttherapie

Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Kombination statt Einheitsmethode“. 3 P
  • Neglect ist heterogen
  • Therapie berücksichtigt Raumebene, Modalität, Einsicht, motorische Fähigkeiten und Alltagssituation
  • Häufig werden mehrere Ansätze kombiniert und anhand funktioneller Wirkung überprüft
Charakterisieren Sie „Exploration und Hinweisreize“. 3 P
  • Visuelle Suchaufgaben nutzen klare Startpunkte, linksseitige Anker und eine geordnete Suchrichtung
  • Verbale, taktile oder visuelle Hinweise werden so dosiert, dass die Person zunehmend selbst initiiert
  • Dauerhafte Fremdsteuerung kann Selbstkontrolle verhindern
Charakterisieren Sie „Aktivierung der vernachlässigten Seite“. 3 P
  • Aktive oder unterstützte Bewegung der kontraläsionalen Extremität kann Aufmerksamkeit auf diese Seite lenken
  • Die Bewegung wird in eine sinnvolle Aufgabe eingebettet, etwa Tischdecken oder Körperpflege
  • Reine Armbewegung ohne räumlichen Bezug hat begrenzten Transfer
Charakterisieren Sie „Prismenadaptation und Körperbezug“. 3 P
  • Prismenadaptation verschiebt die visuelle Rückmeldung und erzeugt nach wiederholtem Zeigen einen sensomotorischen Nachwirkungseffekt
  • Sie gehört in qualifizierte Durchführung und ist nicht für jede Neglectform geeignet
  • Veränderungen von Rumpf- oder Kopfposition können körperzentrierte Bezugssysteme beeinflussen
Begründen Sie die fachlichen Anforderungen bei „Einsicht und Sicherheit“. 3 P
  • Fehlende Einsicht wird durch angeleitete Vorhersage, Durchführung und Rückschau bearbeitet
  • Gefährliche Tätigkeiten werden nicht als ungeschützte Selbsterfahrung eingesetzt
  • Erfolg wird beim Essen, Anziehen, Transfer und Gehen geprüft, nicht nur auf Papier

Alltagsorientierung und Generalisierung

Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Generalisierung als eigenes Therapieziel“. 3 P
  • Eine im Therapieraum gelernte Strategie überträgt sich nicht automatisch
  • Generalisierung bedeutet, dass die Person sie in neuen Aufgaben, Räumen und unter Ablenkung selbstständig nutzt
  • Dieser Transfer muss geplant und geprüft werden
Charakterisieren Sie „Zwei Wege“. 3 P
  • Eine Möglichkeit ist flexibles Strategielernen: Die Person versteht das Prinzip und passt es an wechselnde Situationen an
  • Die andere ist direkte Einübung besonders relevanter Alltagssituationen
  • Bei schwerer kognitiver Beeinträchtigung kann das wiederholte Lernen konkreter Routinen sinnvoller sein
Definieren Sie „Kontextvariation“. 2 P
  • Nach sicherem Erwerb wird schrittweise variiert: anderes Material, anderer Raum, andere Tageszeit, mehr Ablenkung oder eine zweite Aufgabe
  • Variation erfolgt nur so stark, dass Fehler noch ausgewertet und korrigiert werden können
Charakterisieren Sie „Umwelt und Bezugspersonen“. 3 P
  • Einheitliche Hinweise, feste Ablageorte und verständliche Markierungen erleichtern Transfer
  • Angehörige werden angeleitet, weder jeden Schritt zu übernehmen noch die Person ungeschützt scheitern zu lassen
  • Unterstützung wird transparent abgestuft
Definieren Sie den Begriff „Erfolgskriterien“. 2 P
  • Erfasst werden spontane Strategieanwendung, Fehlererkennung, benötigte Hilfen, Zeit, Sicherheit und subjektive Belastung
  • Das Ziel ist ein sinnvoller Alltag, nicht die perfekte Reproduktion einer Übung

Neurophysiologische und neuropsychologische Behandlung verknüpfen

Charakterisieren Sie „Gemeinsame Handlung“. 3 P
  • Motorische Ausführung und neuropsychologische Steuerung lassen sich nicht trennen
  • Eine Greifbewegung benötigt Aufmerksamkeit, Objekterkennung, Raumlokalisation, Handlungsplanung, sensorische Rückmeldung und Kraftkontrolle
  • Therapie prüft, welche Komponente den Erfolg begrenzt
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Sensorische Information“. 3 P
  • Geführte oder aktiv erkundete Bewegung kann propriozeptive und taktile Information hervorheben
  • Sie ist besonders wirksam, wenn die Person Unterschiede wahrnimmt und die Information in eine Zielhandlung einordnet
  • Passives Bewegen allein erzeugt keinen sicheren Lerntransfer
Erläutern Sie die Kernaussagen von „Konzepte einordnen“. 4 P
  • Perfetti-orientierte kognitive therapeutische Übungen verbinden Wahrnehmungsaufgabe, Hypothese und Bewegung
  • Affolter-orientierte Ansätze nutzen geführte Interaktion in Alltagshandlungen
  • Feldenkrais-orientierte Verfahren richten Aufmerksamkeit auf Bewegungsvarianten
  • Diese Konzepte werden nicht als universelle Lösung, sondern nach Befund, Ziel und Qualifikation eingesetzt
Charakterisieren Sie „Apraxie und Neglect“. 3 P
  • Bei Apraxie werden Gegenstandsgebrauch, Sequenz und Imitation getrennt geprüft
  • Bei Neglect wird die vernachlässigte Raumseite in die motorische Aufgabe einbezogen
  • Eine motorische Verbesserung kann aus besserer Aufmerksamkeit entstehen und umgekehrt
Beschreiben Sie die Dokumentation bei „Neurophysiologische und neuropsychologische Behandlung verknüpfen“. 2 P
  • Beschrieben wird, welche Information angeboten wurde, wie die Person reagierte und ob sich die Zielhandlung veränderte
  • Konzeptnamen allein sind keine ausreichende Begründung

Therapiemittel, Medien und digitales Training

Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Mittel folgt Ziel“. 2 P
  • Papieraufgabe, Alltagsgegenstand, Computerprogramm oder Tablet sind Therapiemittel
  • Ihre Eignung hängt von der Zielhandlung, Fehlerart, Sehfähigkeit, Motorik, technischer Erfahrung und Übertragbarkeit ab
Charakterisieren Sie „Computergestütztes Training“. 3 P
  • Digitale Programme können Reizdichte, Schwierigkeit, Reaktionszeit und Wiederholung genau steuern
  • Sofortiges Feedback unterstützt Lernen
  • Nachteile sind Bildschirmgebundenheit, mögliche Reizüberflutung und eine begrenzte Ähnlichkeit zum Alltag
Definieren Sie den Begriff „Medienanalyse“. 2 P
  • Geprüft werden visuelle Klarheit, Kontrast, Schriftgröße, Eingabemethode, Zeitdruck, Fehlerfeedback, Datenschutz und Anpassbarkeit
  • Bei Neglect darf ein zentriertes Bildschirmtraining nicht mit sicherer Raumexploration gleichgesetzt werden
Charakterisieren Sie „Transfer herstellen“. 3 P
  • Nach einer digitalen Aufgabe folgt eine verwandte reale Handlung
  • Wer am Bildschirm Suchstrategien übt, überträgt sie anschließend auf Regal, Speisekarte oder Arbeitsplatz
  • Ergebnisse werden in beiden Kontexten verglichen
Definieren Sie den Begriff „Eigenübung“. 3 P
  • Digitale Eigenübungen benötigen klare Dosierung und Abbruchkriterien
  • Müdigkeit, Kopfschmerz, Frustration oder zunehmende Fehler sprechen für Anpassung
  • Automatisch erzeugte Punktwerte werden nicht ohne klinische Einordnung als Therapieerfolg interpretiert

Spezielle pädiatrische Therapieansätze

Beschreiben Sie Ablauf und fachliche Bedeutung von „Entwicklungsbezug“. 3 P
  • Pädiatrische Therapie orientiert sich an Entwicklungsstand, Spiel, Schule, Familie und Peers
  • Eine Aufgabe ist nur sinnvoll, wenn sie altersgemäß verstanden und im Alltag genutzt werden kann
  • Chronologisches Alter und funktioneller Entwicklungsstand können auseinanderliegen
Charakterisieren Sie „Spiel und Handlung“. 3 P
  • Spiel ermöglicht Aufmerksamkeit, Planung, Regelwechsel und soziale Steuerung in einer bedeutungsvollen Situation
  • Die therapeutische Anforderung wird so eingebaut, dass das Kind nicht nur einen Test wiederholt
  • Erfolg zeigt sich in selbstständigerem Spiel, Lernen oder Alltag
Definieren Sie den Begriff „Schule“. 2 P
  • Strategien werden mit Unterrichtsanforderungen verbunden: Arbeitsblatt strukturieren, Material organisieren, Pausen planen, visuelle Reize reduzieren und Aufgaben in Schritte gliedern
  • Anpassungen werden mit Schule und Eltern abgestimmt
Definieren Sie den Begriff „Elternarbeit“. 3 P
  • Eltern erhalten verständliche Informationen über Stärken, Belastungsgrenzen und hilfreiche Hinweise
  • Ziel ist weder vollständige Übernahme noch permanentes Korrigieren
  • Routinen und Hilfsmittel sollen das Kind zu größtmöglicher Selbstständigkeit führen
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Langfristige Beobachtung“. 3 P
  • Neue Schwierigkeiten können bei steigenden Anforderungen sichtbar werden
  • Ziele werden deshalb entwicklungsabhängig neu bewertet
  • Therapie berücksichtigt Selbstbild, Motivation und soziale Teilhabe, nicht nur schulische Leistung

Fallplanung und Projektarbeit in neuropsychologischen Behandlungsverfahren

Definieren Sie den Begriff „Projektstruktur“. 3 P
  • Ein neuropsychologisches Projekt beginnt mit einem abgegrenzten Sinnes- oder Leistungsbereich
  • Beschrieben werden Wahrnehmungsprozess, typische Störung, Befundmethode, therapeutisches Wirkprinzip und eine kurze praktische Demonstration
  • Quellen werden von eigener Interpretation getrennt
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Fallplanung“. 3 P
  • Der Fall enthält Diagnose, aktuelle Betätigungsprobleme, Ressourcen, Risiken und Umwelt
  • Danach folgen überprüfbare Hypothesen, ausgewählte Befundverfahren und ein klientenzentriertes Ziel
  • Die Intervention benennt Wirkprinzip, Material, Dosierung und Hilfestellung
Nennen Sie ein fachlich passendes Beispiel für „Fallplanung und Projektarbeit in neuropsychologischen Behandlungsverfahren“. 3 P
  • Eine Person mit rechtshemisphärischem Schlaganfall kollidiert links und lässt beim Frühstück Gegenstände aus
  • Befundung verbindet Suchtest, Doppelstimulation und Beobachtung in der Küche
  • Therapie kombiniert linksseitigen Anker, systematische Suche, Aktivierung des linken Armes und angeleitete Selbstkontrolle
Beschreiben Sie die Evaluation von „Fallplanung und Projektarbeit in neuropsychologischen Behandlungsverfahren“. 2 P
  • Vor und nach der Intervention werden dieselben funktionellen Kriterien geprüft: Auslassungen, Zeit, Hinweise, Sicherheit und Selbsteinschätzung
  • Ein positiver Papier-Bleistift-Test ohne Verbesserung beim Frühstück gilt nicht als ausreichender Transfer
Erläutern Sie die Reflexion bei „Fallplanung und Projektarbeit in neuropsychologischen Behandlungsverfahren“. 2 P
  • Abschließend werden alternative Erklärungen, Grenzen der Methode, Reaktion der Person und nächster Schritt benannt
  • Gute Fallplanung bleibt veränderbar und begründet jede Entscheidung mit Befund und Ziel

CO-OP: kognitives Strategietraining

Erläutern Sie „Grundidee“. 2 P
  • CO-OP ist ein klientenzentrierter, leistungsbezogener Ansatz für Kinder mit Schwierigkeiten bei alltagsrelevanten Fertigkeiten
  • Das Kind wählt Ziele und lernt, Probleme über eine globale Strategie zu lösen: Ziel setzen, Plan bilden, durchführen und überprüfen
Charakterisieren Sie „Geführte Entdeckung“. 2 P
  • Die Therapeutin gibt Lösungen nicht vorschnell vor
  • Durch Fragen, Hinweise und gemeinsames Beobachten entdeckt das Kind aufgabenspezifische Strategien, etwa Position, Aufmerksamkeit auf einen Teil oder veränderte Reihenfolge
Charakterisieren Sie „Dynamische Leistungsanalyse“. 3 P
  • Während der Handlung wird genau betrachtet, wo die Ausführung scheitert
  • Die Analyse bleibt auf die gewählte Tätigkeit bezogen
  • Verbesserungen entstehen durch Strategie, Übung und Veränderung der Aufgabe, nicht durch isoliertes Training aller vermuteten Grundfunktionen
Charakterisieren Sie „Generalisierung und Transfer“. 4 P
  • Strategien werden benannt und in weitere Aufgaben übertragen
  • Eltern und Lehrkräfte unterstützen mit ähnlichen Fragen, ohne die Lösung zu übernehmen
  • Voraussetzung sind ausreichende Kommunikation und Fähigkeit zur Selbstreflexion
  • Anpassungen sind möglich
Leiten Sie für „CO-OP: kognitives Strategietraining“ einen ergotherapeutischen Prüfpunkt ab. 2 P
  • Transfer ist erkennbar, wenn das Kind Ziel und Plan in eigenen Worten oder Handlungen darstellen, einen Fehler bemerken und die gefundene Strategie bei einer neuen Aufgabe erneut einsetzen kann
  • Reine Verbesserung an einem eingeübten Material belegt noch keine Generalisierung

IntraActPlus: Lernen und Interaktion

Definieren Sie den Begriff „Schwerpunkt“. 2 P
  • IntraActPlus richtet den Blick auf sehr schnelle Interaktions- und Lernmuster zwischen Kind und Bezugsperson
  • Positive gemeinsame Aufmerksamkeit, klare Signale und unmittelbare Rückmeldung sollen Lernen erleichtern
Beschreiben Sie die Beobachtung bei „IntraActPlus: Lernen und Interaktion“. 3 P
  • Video kann Blickkontakt, Timing, Aufgabenflucht, Hilfen und Reaktionen sichtbar machen
  • Aufnahmen benötigen informierte Einwilligung, sichere Speicherung und klare Löschregeln
  • Ausschnitte werden nicht ohne Kontext als Beweis für Beziehung bewertet
Definieren Sie den Begriff „Intervention“. 4 P
  • Aufgaben werden kleinschrittig und eindeutig gestaltet
  • Erwünschtes Lernverhalten wird konkret bestätigt
  • Unerwünschte Muster werden möglichst ruhig und vorhersehbar beantwortet
  • Beziehung bleibt mehr als Verstärkung und Konsequenz
Ordnen Sie „Kritische Einordnung“ im Kontext von „IntraActPlus: Lernen und Interaktion“ fachlich ein. 3 P
  • Das Konzept wird unterschiedlich bewertet
  • Fachlich wichtig sind respektvolle Anwendung, Vermeidung von Beschämung und Abgleich mit Entwicklung, Neuropsychologie und familiärer Belastung
  • Kein Konzept erklärt jedes Verhalten allein
Leiten Sie für „IntraActPlus: Lernen und Interaktion“ einen ergotherapeutischen Prüfpunkt ab. 2 P
  • Der Prüfpunkt bewertet, ob die veränderte Interaktion Selbstständigkeit, Lernbereitschaft und Beziehung verbessert
  • Kurzfristiger Gehorsam ohne Transfer, Wahlmöglichkeit oder stabile Selbststeuerung gilt nicht als ausreichender Therapieerfolg und verlangt eine erneute Funktionsanalyse

Marburger Konzentrationstraining und KIM-Spiele

Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Ziele“. 2 P
  • Das Marburger Konzentrationstraining unterstützt planvolles Arbeiten, Selbstinstruktion, Genauigkeit, Impulskontrolle und Umgang mit Fehlern
  • Gruppenstruktur und wiederkehrende Abläufe bieten Vorhersagbarkeit
Definieren Sie den Begriff „Selbstinstruktion“. 3 P
  • Handlungen werden zunächst laut begleitet, später innerlich gesteuert
  • Das Kind lernt, Aufgabe anzusehen, Plan zu formulieren, sorgfältig zu arbeiten und Ergebnis zu prüfen
  • Sprache wird an Entwicklungsstand und Aufgabe angepasst
Definieren Sie den Begriff „KIM-Spiele“. 4 P
  • KIM-Spiele nutzen Wahrnehmen, Merken und Wiedererkennen in spielerischen Aufgaben
  • Sie können Aufmerksamkeit und Strategiebewusstsein anregen
  • Transfer entsteht nicht automatisch
  • Die Strategie muss in Schul- und Alltagssituationen ausdrücklich verbunden werden
Definieren Sie „Rückmeldung“. 3 P
  • Lob beschreibt konkretes hilfreiches Verhalten
  • Tokens können kurzfristig motivieren, sollen aber nicht jedes eigenständige Interesse ersetzen
  • Auszeiten werden nicht als Beschämung eingesetzt und sind nur in transparenten, sicheren Rahmen vertretbar
Leiten Sie für „Marburger Konzentrationstraining und KIM-Spiele“ einen ergotherapeutischen Prüfpunkt ab. 2 P
  • Die Dokumentation benennt die tatsächlich gelernte Strategie, etwa verbale Selbstinstruktion, planvolles Prüfen oder Pausieren
  • Erfolg liegt erst vor, wenn das Kind sie in Schule oder Alltag mit deutlich weniger Token, äußerer Struktur und direkter Anleitung selbstständig nutzt

THOP und verhaltenstherapeutische Methoden

Definieren Sie den Begriff „Programmstruktur“. 3 P
  • THOP ist ein Therapieprogramm für Kinder mit hyperkinetischem und oppositionellem Problemverhalten
  • Es verbindet differenzierte Diagnostik mit kind-, familien- und umfeldbezogenen Interventionen
  • Die Behandlung wird aus einer individuellen Problemdefinition zusammengestellt
Definieren Sie den Begriff „Verhaltensanalyse“ bei „THOP und verhaltenstherapeutische Methoden“. 2 P
  • Auslöser, Verhalten und Konsequenzen werden in konkreten Situationen untersucht
  • Bezugspersonen lernen, positive Aufmerksamkeit zu erhöhen, Regeln klar zu formulieren und Konsequenzen vorhersehbar umzusetzen
Ordnen Sie „Tokensysteme“ fachlich ein. 3 P
  • Token sind unmittelbar vergebene, symbolische Verstärker, die später gegen vereinbarte Belohnungen eingetauscht werden
  • Zielverhalten muss positiv, konkret und erreichbar beschrieben sein
  • Systeme werden regelmäßig überprüft und schrittweise zurückgenommen
Charakterisieren Sie „Ergotherapeutische Rolle“. 2 P
  • Ergotherapie kann Strategien in Spiel, Selbstversorgung, Schule und soziale Betätigung übertragen
  • Diagnostik und Programmumsetzung erfordern passende Qualifikation und Abstimmung mit Psychotherapie, Medizin und Familie
Leiten Sie für „THOP und verhaltenstherapeutische Methoden“ einen ergotherapeutischen Prüfpunkt ab. 3 P
  • Das Zielverhalten muss alltagsrelevant, positiv beschreibbar und unter den gegebenen Bedingungen erreichbar sein
  • Interventionen sollen Kooperation, Selbststeuerung und Beziehung stärken
  • Reine Unterdrückung störenden Verhaltens ohne Funktionsanalyse oder Ersatzhandlung ist kein ausreichendes Therapieziel

Pädiatrische neuropsychologische Fallplanung

Beurteilen Sie die zentralen Grenzen und Risiken bei „Problem präzisieren“. 3 P
  • Ein Fall wird nicht mit „Konzentrationsstörung“ beendet
  • Beschrieben wird, bei welcher Aufgabe, wie lange, unter welchen Reizen und mit welchen Folgen Schwierigkeiten auftreten
  • Ressourcen und Interessen werden gleichrangig erfasst
Charakterisieren Sie „Ansatz wählen“. 2 P
  • CO-OP passt zu strategiegeleitetem Fertigkeitslernen, MKT zu strukturierter Selbstinstruktion, THOP zu umfassender Verhaltens- und Elternarbeit, IntraActPlus zu Interaktions- und Lernmustern
  • Die Auswahl folgt Befund, Ziel und Qualifikation, nicht persönlicher Vorliebe
Ordnen Sie „System einbeziehen“ fachlich ein. 3 P
  • Schule und Familie erhalten abgestimmte, wenige Maßnahmen
  • Widersprüchliche Regeln oder dauernde Therapieaufgaben werden vermieden
  • Das Kind versteht, was erprobt wird und woran Erfolg erkannt wird
Beschreiben Sie die Evaluation von „Pädiatrische neuropsychologische Fallplanung“. 3 P
  • Gemessen werden Zielerreichung, Hilfebedarf, Zeit, Fehler, Belastung und Teilnahme
  • Bleibt Wirkung aus, wird die Hypothese geändert
  • Eine Maßnahme wird nicht allein fortgeführt, weil sie einem bekannten Konzept entstammt
Leiten Sie für „Pädiatrische neuropsychologische Fallplanung“ einen ergotherapeutischen Prüfpunkt ab. 3 P
  • Eine Methode wird aus Befund, Betätigungsziel und Wirkprinzip begründet und mit mindestens einer realistischen Alternative verglichen
  • Dosis, Belastung und Erfolgskriterium werden vorab festgelegt
  • Transfer gilt nur als belegt, wenn eine relevante Alltagshandlung messbar sicherer oder selbstständiger gelingt

Strategietraining bei Apraxie

Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Ziel des Strategietrainings“. 4 P
  • Strategietraining bei Apraxie verbessert vor allem die Ausführung bedeutsamer Alltagshandlungen
  • Die Person lernt interne oder externe Hilfen für Initiierung, Sequenz und Kontrolle zu nutzen
  • Ziel ist funktionelle Selbstständigkeit
  • Die zugrunde liegende Apraxie muss sich dabei nicht im gleichen Maß normalisieren
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Interne Strategien“. 3 P
  • Interne Strategien umfassen verbale Selbstinstruktion, Vorstellen des Endziels, Benennen der Reihenfolge und bewusste Endkontrolle
  • Sie setzen ausreichendes Verständnis und Lernfähigkeit voraus
  • Bei Aphasie werden kurze Schlüsselwörter, Bilder oder demonstrierte Schritte eingesetzt
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Externe Strategien“. 3 P
  • Externe Hilfen können Gegenstände in Reihenfolge, Fotos, Markierungen, Checklisten oder vorbereitete Arbeitsplätze sein
  • Die Hilfe wird an der Fehlerstelle platziert und nicht wahllos vermehrt
  • Eine überladene Umgebung kann Aufmerksamkeit und selbstständige Problemlösung zusätzlich beeinträchtigen
Erklären Sie den fachlichen Kern von „Fehlerarmes und exploratives Lernen“. 3 P
  • Fehlerarmes Lernen begrenzt riskante oder schwer korrigierbare Fehlhandlungen und eignet sich bei geringer Fehlererkennung
  • Exploratives Lernen lässt sichere Versuche und Selbstkorrektur zu
  • Die Wahl hängt von Einsicht, Gedächtnis, Gefahr und Ziel der Aufgabe ab
Definieren Sie den Begriff „Transferprüfung“. 3 P
  • Nach Training wird eine ähnliche, aber nicht identische Alltagshandlung geprüft
  • Transfer zeigt sich, wenn die Person Strategie oder Struktur selbst auswählt und mit weniger Hilfe sicher handelt
  • Reines Auswendiglernen einer festen Sequenz wird von verallgemeinerbarer Problemlösung unterschieden

Aufmerksamkeit, Fatigue und Reizdosierung

Erklären Sie Funktion und fachlichen Zweck von „Aufgabenspezifisches Aufmerksamkeitstraining“. 3 P
  • Training richtet sich auf die Aufmerksamkeitskomponente, die eine konkrete Betätigung begrenzt
  • Dauer, Ablenkung und Regelwechsel werden einzeln gesteigert
  • Eine beliebige Computerserie ohne Hypothese und Alltagsbezug liefert zwar Übung, aber keinen gesicherten funktionellen Transfer
Definieren Sie den Begriff „Reizreduktion“. 3 P
  • Reizreduktion entfernt konkurrierende visuelle, akustische oder sprachliche Information, bis die Kernaufgabe gelingt
  • Danach werden alltagsrelevante Reize schrittweise wieder eingeführt
  • Dauerhafte Abschirmung kann Teilhabe begrenzen und ist nur sinnvoll, wenn sie gezielt kompensiert
Charakterisieren Sie „Pacing bei Fatigue“. 3 P
  • Pacing verteilt Aktivität und Pausen vorausschauend, bevor deutlicher Einbruch entsteht
  • Prioritäten, Tagesprofil und Erholungsdauer werden gemeinsam geplant
  • Ziel ist nicht maximale Schonung, sondern verlässliche Teilnahme an wichtigen Betätigungen ohne anhaltende Überlastungsreaktion
Erklären Sie Funktion und fachlichen Zweck von „Doppelaufgabentraining“. 4 P
  • Doppelaufgaben werden erst eingesetzt, wenn die Einzelleistungen ausreichend sicher sind
  • Zusatzanforderung und Schwierigkeit werden messbar dosiert
  • Bei Sturz-, Verkehrs- oder Werkzeugrisiko erfolgt Training gesichert
  • Fehler unter Belastung werden als Kapazitätsgrenze dokumentiert
Erklären Sie Wirkzusammenhänge bei „Selbstmonitoring der Belastung“. 3 P
  • Die Person lernt frühe Zeichen wie verlangsamte Reaktion, Suchfehler, Gereiztheit oder Kopfdruck zu erkennen und eine vereinbarte Pause einzuleiten
  • Subjektive Skalen werden mit beobachtbarer Leistung verbunden
  • Fehlende Einsicht erfordert vorübergehend externe Zeit- und Sicherheitsgrenzen

Gedächtniskompensation und externe Hilfen

Erklären Sie den fachlichen Kern von „Auswahl einer Gedächtnishilfe“. 3 P
  • Eine Hilfe muss zur konkreten Vergessenssituation, Seh- und Motorikfähigkeit, Technikkompetenz und Umgebung passen
  • Ein Smartphone ist nicht automatisch besser als Papier
  • Entscheidend sind zuverlässige Nutzung, Aktualisierung und die Frage, ob die Erinnerung unmittelbar zur Handlung führt
Charakterisieren Sie „Kalender und Tagesstruktur“. 3 P
  • Kalender, Wochenplan oder sichtbare Tafel ordnen Termine und wiederkehrende Aufgaben
  • Ein fester Ort, wenige Einträge und tägliche Prüfroutine erhöhen Verlässlichkeit
  • Die Person übt nicht nur das Lesen, sondern Eintragen, Prüfen und Abhaken im tatsächlichen Alltag
Charakterisieren Sie „Zeit- und ereignisbasierte Erinnerung“. 3 P
  • Zeitbasierte Alarme helfen bei festen Uhrzeiten, ereignisbasierte Hinweise bei Auslösern wie Verlassen des Hauses
  • Die Nachricht benennt die konkrete Handlung und gegebenenfalls den Ort des Materials
  • Zu viele Alarme führen zu Gewöhnung und werden auf die wichtigsten Risiken begrenzt
Erklären Sie den fachlichen Kern von „Fehlerarmes Lernen und Abrufabstände“. 4 P
  • Fehlerarmes Lernen verhindert die Einprägung wiederholter falscher Antworten
  • Zunehmende Abrufabstände stabilisieren korrekt gelernte Information
  • Beide Verfahren eignen sich für klar definierte Inhalte oder Routinen
  • Transfer auf neue Probleme muss separat geprüft werden
Begründen Sie die fachlichen Anforderungen bei „Sicherheitskritische Erinnerungen“. 2 P
  • Medikamente, Herd, Haustür oder Termine mit erheblichen Folgen dürfen nicht allein auf eine ungetestete Gedächtnishilfe gestützt werden
  • Nutzung wird im Alltag überprüft und durch Dosiersystem, automatische Abschaltung oder Bezugsperson abgesichert, bis ausreichende Zuverlässigkeit belegt ist

Metakognitive Strategien bei exekutiven Störungen

Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Metakognitive Grundstrategie“. 3 P
  • Metakognitive Therapie macht den eigenen Handlungsprozess zum Gegenstand: anhalten, Ziel benennen, Plan wählen, ausführen und Ergebnis prüfen
  • Die Strategie wird an einer bedeutsamen Aufgabe gelernt
  • Lange abstrakte Erklärungen werden durch sichtbare Schlüsselwörter und unmittelbare Anwendung ersetzt
Charakterisieren Sie „Vorhersage und Nachbesprechung“. 3 P
  • Vor einer Aufgabe schätzt die Person Schwierigkeit, Zeit und wahrscheinliche Fehler ein
  • Danach werden Vorhersage und Ergebnis verglichen
  • Diese Diskrepanz kann Selbstbeobachtung verbessern, wenn Rückmeldung konkret und respektvoll erfolgt und nicht als Beweis persönlichen Versagens genutzt wird
Charakterisieren Sie „Goal Management Training“. 3 P
  • Goal Management Training unterbricht automatisches Handeln und richtet Aufmerksamkeit wieder auf das Hauptziel
  • Schritte werden hierarchisch geordnet, Ablenkungen notiert und nach Teilabschnitten geprüft
  • Die Methode benötigt ausreichende Lern- und Sprachfähigkeit oder entsprechend vereinfachte visuelle Unterstützung
Charakterisieren Sie „Umweltgestützte Exekutivhilfe“. 3 P
  • Feste Ablageorte, reduzierte Auswahl, vorbereitete Materialreihenfolge oder Checklisten übernehmen einen Teil der Steuerung
  • Eine gute Umweltanpassung ermöglicht Selbstständigkeit, ohne jede Entscheidung abzunehmen
  • Hilfen werden nur dort eingesetzt, wo sie Fehler oder Überlastung tatsächlich reduzieren
Definieren Sie den Begriff „Generalisierung“. 3 P
  • Strategien werden in mehreren Aufgaben, Umgebungen und mit abnehmender Anleitung angewendet
  • Die Person soll erkennen, wann eine Strategie nötig ist
  • Bleibt sie an ein einzelnes Therapiespiel gebunden, ist die Leistung geübt, aber noch nicht als alltagsrelevante exekutive Kompensation generalisiert

Aphasie-sensible Ergotherapie und unterstützte Kommunikation

Charakterisieren Sie „Kommunikative Zugänglichkeit“. 3 P
  • Therapie verwendet kurze Sätze, ein Thema pro Äußerung, sichtbare Schlüsselwörter und ausreichend Antwortzeit
  • Die Person wird direkt angesprochen und erhält echte Wahlmöglichkeiten
  • Lauteres Sprechen hilft bei Aphasie nicht automatisch und kann die Interaktion unnötig infantil machen
Erklären Sie den fachlichen Kern von „Unterstützte Kommunikation“. 3 P
  • Fotos, Piktogramme, Schreibschlüssel, Gesten oder elektronische Hilfen ergänzen vorhandene Sprache
  • Das System wird in den Situationen aufgebaut, in denen Kommunikation scheitert
  • Es muss erreichbar, verständlich und von relevanten Gesprächspartnern akzeptiert sein
Definieren Sie den Begriff „Verständnissicherung“. 3 P
  • Ja-Nein-Antworten können durch Zustimmungstendenz unzuverlässig sein
  • Verständnis wird über Zeigen, Auswahl, Handlung oder Wiedergeben des Kerninhalts geprüft
  • Bei Einwilligung, Schmerz oder Sicherheitsentscheidung ist eine scheinbar flüssige Reaktion ohne Inhaltskontrolle nicht ausreichend
Erklären Sie den fachlichen Kern von „Betätigungsbezogene Kommunikation“. 3 P
  • Kommunikation wird beim Einkauf, Telefonat, Termin, Gruppenangebot oder Anleiten einer Handlung geübt
  • Ziel ist erfolgreiche Teilhabe, nicht ausschließlich fehlerfreie Wortproduktion
  • Gesprächspartner lernen, Zeit zu geben, Alternativen anzubieten und das Thema gemeinsam zu sichern
Charakterisieren Sie „Abstimmung mit Logopädie“. 3 P
  • Ergotherapie übernimmt abgestimmte Kommunikationsstrategien und erprobt sie in Alltagshandlungen
  • Sprachsystematische Therapie und differenzierte Aphasiediagnostik bleiben logopädische Aufgaben
  • Veränderungen, wirksame Hilfen und Hindernisse werden zwischen den Berufsgruppen konsistent weitergegeben

Angehörigenarbeit, Umwelt und Teilhabe

Charakterisieren Sie „Rolle der Angehörigen“. 4 P
  • Angehörige liefern Langzeitbeobachtungen, unterstützen Routinen und erleben zugleich eigene Belastung
  • Sie sind weder bloße Hilfstherapeuten noch automatisch zuständig
  • Ziele, Umfang der Unterstützung und Grenzen werden gemeinsam geklärt
  • Die Perspektive der betroffenen Person bleibt zentral
Charakterisieren Sie „Hilfen dosieren“. 3 P
  • Zu frühes Eingreifen verhindert Eigeninitiative, zu spätes Eingreifen kann Gefahr oder Frustration erhöhen
  • Bezugspersonen lernen eine abgestufte Hilfekette: Zeit geben, Hinweis auf Ziel, visueller Hinweis, Teilvormachen und erst zuletzt direkte Übernahme
  • Die geringste wirksame Hilfe wird dokumentiert
Definieren Sie den Begriff „Umweltanpassung“. 3 P
  • Kontrast, Beleuchtung, feste Ablageorte, reduzierte Reizmenge und klare Wege können neuropsychologische Anforderungen senken
  • Anpassung wird mit der Person erprobt und darf wichtige Gewohnheiten nicht unnötig zerstören
  • Wirkung zeigt sich an weniger Fehlern, Stress oder Unterstützungsbedarf
Charakterisieren Sie „Rollen und Teilhabe“. 3 P
  • Therapie berücksichtigt Rollen als Elternteil, Partner, Beschäftigter oder Vereinsmitglied
  • Eine sichere Teilaufgabe kann Teilhabe ermöglichen, auch wenn vollständige frühere Leistung noch nicht erreichbar ist
  • Ziele werden nicht auf Selbstversorgung beschränkt, wenn andere Lebensbereiche subjektiv bedeutsamer sind
Beurteilen Sie die zentralen Grenzen und Risiken bei „Belastung und Konflikte“. 3 P
  • Veränderungen von Einsicht, Impulssteuerung oder Kommunikation können Konflikte erzeugen
  • Beratung erklärt Funktionszusammenhänge, ohne jedes Verhalten zu entschuldigen
  • Bei Überlastung werden Unterstützungsangebote, klare Grenzen und gegebenenfalls psychosoziale oder medizinische Hilfe vermittelt

Sicherheit, Fahreignung und professionelle Grenzen

Begründen Sie die fachlichen Anforderungen bei „Sicherheitsanalyse“. 3 P
  • Sicherheit wird aufgabenspezifisch geprüft: Gefahr erkennen, Handlung stoppen, Fehler korrigieren und Hilfe anfordern
  • Neglect, Hemianopsie, Impulsivität, Gedächtnis- oder Einsichtsstörung können Risiken verstärken
  • Ein allgemeiner Eindruck ersetzt keine Beobachtung unter kontrollierten Bedingungen
Definieren Sie den Begriff „Fahreignung“. 3 P
  • Fahreignung darf nicht aus einem einzelnen Papier- oder Aufmerksamkeitstest bestätigt werden
  • Gesichtsfeld, Neglect, Reaktionsfähigkeit, Exekutivfunktionen, Einsicht und rechtlich-medizinische Anforderungen müssen fachgerecht beurteilt werden
  • Ergotherapie dokumentiert funktionelle Auffälligkeiten und verweist an zuständige Diagnostik
Charakterisieren Sie „Werkzeug, Herd und Medikamente“. 3 P
  • Gefährliche Betätigungen werden zunächst mit Sicherung, Simulation oder technischen Hilfen geprüft
  • Bei wiederholten unbemerkten Fehlern reicht verbale Ermahnung nicht
  • Zugang, Aufsicht und Automatisierung werden angepasst, bis eine zuverlässige Strategie oder dauerhafte Kompensation belegt ist
Charakterisieren Sie „Einwilligung und Entscheidungsfähigkeit“. 4 P
  • Entscheidungsfähigkeit ist auf die konkrete Entscheidung bezogen und kann trotz Aphasie vorhanden sein
  • Information wird verständlich zugänglich gemacht
  • Verständnis, Abwägen und Mitteilen einer Wahl werden geprüft
  • Bei Unsicherheit gelten rechtliche Zuständigkeiten und interdisziplinäre Abklärung
Beurteilen Sie „Professionelle Grenze“ bei „Sicherheit, Fahreignung und professionelle Grenzen“. 2 P
  • Ergotherapeutische Befundung und Behandlung erfolgen innerhalb Ausbildung, Delegation und eigener Kompetenz
  • Akute neurologische Verschlechterung, Delir, neue Gesichtsfeldsymptome, Suizidalität oder erhebliche Fremdgefährdung werden nicht weitertrainiert, sondern unverzüglich medizinisch beziehungsweise psychiatrisch abgeklärt

Die Fragen und Antworten wurden aus den redaktionellen Lerntexten dieses Kapitels abgeleitet. Jede Antwort gehört ausschließlich zu der unmittelbar darüberstehenden Frage.

Hinweise des Lehrplans
  • Neglecttherapie, Therapieansätze bei Apraxie
  • nach Perfetti, nach Feldenkrais, nach Affolter
  • Einsatz des computergestützten Hirn- Leistungs-Trainings, alltagsorientierte Therapie

Quelle: Sächsisches Staatsministerium für Kultus: Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin, freigegeben ab 1. August 2020, S. 128.

LLernstoff58 Unterkapitel
Gegenstand und Schnittstellen der Neuropsychologie
Fragen und Antworten
Definieren Sie „Gegenstand und Schnittstellen der Neuropsychologie: Gegenstand“ fachlich präzise (3 Punkte)
  • Neuropsychologie untersucht, wie Funktionen des Nervensystems mit Wahrnehmung, Aufmerksamkeit, Gedächtnis, Sprache, Emotion, Antrieb, Bewusstsein und zielgerichtetem Handeln zusammenhängen
  • Neuropsychologische Behandlungsverfahren übertragen dieses Wissen in Befundung, Therapie und Alltagsgestaltung
  • Der Schwerpunkt liegt nicht nur auf einer geschädigten Hirnregion, sondern auf den Folgen für konkrete Lebensanforderungen
Charakterisieren Sie „Neurophysiologisch und neuropsychologisch denken“ (4 Punkte)
  • Neurophysiologie beschreibt unter anderem Erregungsleitung, Muskelaktivierung, sensorische Verarbeitung und motorische Kontrolle
  • Neuropsychologie fragt zusätzlich, wie Informationen ausgewählt, gedeutet, gespeichert und in Handlungen umgesetzt werden
  • Beide Perspektiven greifen ineinander
  • Ein unsicherer Transfer kann beispielsweise aus Kraftmangel, gestörter räumlicher Aufmerksamkeit, fehlender Handlungsplanung oder einer Kombination entstehen
Leiten Sie aus „Gegenstand“ Konsequenzen für die ergotherapeutische Praxis ab (2 Punkte)
  • Ergotherapeutisch wird eine Störung an der Betätigung sichtbar: Eine Person übersieht beim Anziehen eine Körperseite, verliert beim Kochen den Handlungsschritt, findet Gegenstände nicht oder kann vorhandene motorische Fähigkeiten nicht zweckmäßig einsetzen
  • Befund und Therapie verbinden daher Körperfunktionen, Aktivität, Umwelt, Gewohnheiten und persönliche Bedeutung
Beurteilen Sie die zentralen Grenzen und Risiken bei „Grenzen der Lokalisation“ (4 Punkte)
  • Hirnfunktionen entstehen in Netzwerken
  • Einzelne Areale besitzen Schwerpunkte, arbeiten aber nicht isoliert
  • Aus einem Symptom darf deshalb nicht ohne weitere Prüfung auf eine einzige Läsionsstelle geschlossen werden
  • Umgekehrt können ähnliche Läsionen unterschiedliche Folgen haben, weil Ausmaß, Netzwerkverbindungen, Vorerfahrung, Alter und Begleiterkrankungen variieren
Erläutern Sie die Kernaussagen von „Arbeitsprinzip“ (3 Punkte)
  • Zuerst wird beschrieben, welche Handlung nicht gelingt
  • Danach werden mögliche neurophysiologische und neuropsychologische Einflussfaktoren geprüft
  • Die Intervention richtet sich auf ein alltagsrelevantes Ziel und wird anhand beobachtbarer Veränderungen bewertet
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 126–128, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / NEUROPSYBV/NPSBV_Hirn_Wiederholung_E56_E57_CT.pdf, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / NEUROPSYBV/Gehirn Zusammenfassung.pdf, 21.07.2026

Neuropsychologische Befundlogik und Beobachtung
Fragen und Antworten
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Mehrere Informationsquellen“ (3 Punkte)
  • Neuropsychologische Befundung verbindet Anamnese, Fremdanamnese nach Einwilligung, Beobachtung, standardisierte Tests, Assessments und reale Alltagssituationen
  • Keine einzelne Quelle erklärt die Handlungsfähigkeit vollständig
  • Besonders wichtig ist die Übereinstimmung oder Differenz zwischen Testleistung und Alltag
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Beobachtung strukturieren“ (3 Punkte)
  • Beobachtet werden Aufmerksamkeitsausrichtung, Suchverhalten, Reaktionszeit, Fehlerkorrektur, Ausdauer, Impulsivität, Antrieb, Sprache, Blickbewegung, Körperausrichtung und Nutzung der Extremitäten
  • Die Aufgabe, Umgebung, Hilfen und Tagesform werden dokumentiert
  • Beobachtung wird von Interpretation getrennt
Definieren Sie den Begriff „Fehleranalyse“ (3 Punkte)
  • Nicht nur die Anzahl der Fehler ist bedeutsam
  • Auslassungen, Perseverationen, Reihenfolgefehler, impulsive Antworten, verlangsamte Verarbeitung oder fehlende Kontrolle weisen auf unterschiedliche Mechanismen hin
  • Eine Person kann denselben Endwert durch völlig verschiedene Schwierigkeiten erreichen
Charakterisieren Sie „Alltag zuerst“ (3 Punkte)
  • Eine Testaufgabe wird mit einer bedeutsamen Betätigung verknüpft
  • Wer linksseitige Auslassungen auf einem Blatt zeigt, wird zusätzlich beim Anziehen, Essen, Gehen und Suchen in einem Regal beobachtet
  • So wird sichtbar, ob die Störung personalen, peripersonalen oder weiteren Raum betrifft
Beschreiben Sie „Verlauf“ bei „Neuropsychologische Befundlogik und Beobachtung“ (3 Punkte)
  • Befundung ist ein Prozess
  • Frühe Ergebnisse können durch Müdigkeit, Aphasie, Schmerz, Delir oder Medikamente verfälscht sein
  • Wiederholungen erfolgen unter vergleichbaren Bedingungen und nur dann, wenn sie eine therapeutische Entscheidung unterstützen
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 126–128, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / NEUROPSYBV/Start_Testung_Beobachtung.pdf, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / NEUROPSYBV/20.03.2025_Neglect und Gesichtsfeldausfälle nach Schlaganfall (Dario Cazzoli & Thomas Nyffeler).pdf, 21.07.2026

Therapieplanung nach Wirkprinzip
Fragen und Antworten
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Vom Ziel zum Wirkprinzip“ (3 Punkte)
  • Die Methode wird nicht zuerst gewählt
  • Ausgangspunkt sind Betätigungsziel, Befundhypothese, Prognose und Sicherheitsanforderung
  • Danach wird entschieden, ob Wiederherstellung, Strategie, Hilfsmittel oder Umweltanpassung im Vordergrund steht
Charakterisieren Sie „Restitutives Vorgehen“ (3 Punkte)
  • Restitutives Training fordert eine beeinträchtigte Funktion systematisch und ansteigend
  • Es benötigt ausreichend Lernfähigkeit, Wiederholung und Rückmeldung
  • Die Übung wird so gewählt, dass sie die Zielhandlung unterstützt und keine dauerhafte Überforderung erzeugt
Charakterisieren Sie „Kompensation und Substitution“ (4 Punkte)
  • Kompensation nutzt erhaltene kognitive Fähigkeiten, etwa verbale Selbstinstruktion oder systematisches Scannen
  • Substitution überträgt Teile der Leistung auf äußere Hilfen
  • Beide Ansätze werden praktisch eingeübt
  • Das bloße Aushändigen einer Checkliste ist noch keine wirksame Intervention
Definieren Sie den Begriff „Adaptation“ (3 Punkte)
  • Bei bleibenden Einschränkungen werden Aufgabe, Umwelt und Rollen angepasst
  • Dies kann Arbeitszeiten, Verkehrswege, Haushaltsorganisation oder Unterstützung durch andere Personen betreffen
  • Die Person bleibt aktiv an der Entscheidung beteiligt
Beschreiben Sie die Evaluation von „Therapieplanung nach Wirkprinzip“ (3 Punkte)
  • Jede Sitzung prüft unmittelbare Wirkung, Belastung und Transfer
  • Eine Methode wird fortgeführt, wenn sie das vereinbarte Ziel messbar unterstützt
  • Stagnation führt zur Änderung von Schwierigkeit, Instruktion, Kontext oder Wirkprinzip
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 126–128, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / NEUROPSYBV/NPSBV_Prognose_E56_57_CT.pdf, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / NEUROPSYBV/NPSBV_Projekt_1_E56_E57.pdf, 21.07.2026

Gehirnarchitektur und Funktionsnetzwerke
Fragen und Antworten
Erklären Sie den fachlichen Kern von „Grundgliederung“ (3 Punkte)
  • Das Großhirn besteht aus zwei Hemisphären mit Frontal-, Parietal-, Temporal- und Okzipitallappen
  • Hinzu kommen Zwischenhirn, Hirnstamm, Kleinhirn und tief liegende Kerngebiete
  • Schutz bieten Schädel, Hirnhäute, Liquor und spezialisierte Schranken zwischen Blut, Gehirn und Liquorraum
Erklären Sie Funktion und fachlichen Zweck von „Funktionelle Schwerpunkte“ (5 Punkte)
  • Frontale Netzwerke sind wesentlich für Handlungsplanung, Inhibition, Arbeitsgedächtnis, Antrieb und soziale Steuerung
  • Parietale Netzwerke integrieren Körper-, Raum- und Aufmerksamkeitsinformation
  • Temporale Netzwerke sind unter anderem für auditive Verarbeitung, Sprachverständnis und Gedächtnis beteiligt
  • Okzipitale Areale verarbeiten visuelle Information
  • Das Kleinhirn unterstützt zeitliche Abstimmung, Fehlerkorrektur und Lernen
Definieren Sie den Begriff „Verbindungen“ (4 Punkte)
  • Projektionsbahnen verbinden Kortex und tiefer gelegene Strukturen
  • Kommissurenbahnen verbinden beide Hemisphären, besonders über den Balken
  • Assoziationsbahnen verknüpfen Areale innerhalb einer Hemisphäre
  • Neuropsychologische Leistungen entstehen aus dem zeitlich abgestimmten Informationsaustausch dieser Systeme
Charakterisieren Sie „Homunculus und Repräsentation“ (4 Punkte)
  • Motorische und somatosensorische Körperrepräsentationen sind nicht proportional zur Körpergröße
  • Hand, Gesicht und Mund besitzen große kortikale Repräsentationsflächen, weil sie fein differenziert gesteuert und wahrgenommen werden
  • Der Homunculus ist eine didaktische Karte
  • Reale Repräsentationen sind überlappend, veränderlich und aufgabenabhängig
Begründen Sie die fachliche Bedeutung von „Klinische Bedeutung“ (2 Punkte)
  • Eine Läsion kann lokale Funktionen, Verbindungsbahnen oder die Zusammenarbeit eines Netzwerks beeinträchtigen
  • Befundung prüft daher nicht nur einzelne Leistungen, sondern auch Geschwindigkeit, Belastbarkeit, Wechsel zwischen Aufgaben und die Übertragung in komplexe Alltagssituationen
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 126–128, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / NEUROPSYBV/NPSBV_Hirn_Wiederholung_E56_E57_CT.pdf, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / NEUROPSYBV/Gehirn Zusammenfassung.pdf, 21.07.2026

Befragung und neuropsychologisches Betätigungsprofil
Fragen und Antworten
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Gesprächsziele“ (3 Punkte)
  • Die Befragung klärt frühere Fähigkeiten, aktuelle Beschwerden, Rollen, Routinen, Interessen, Wohnsituation, Arbeit, Mobilität und Sicherheitsanforderungen
  • Offene Fragen zeigen, welche Veränderungen die Person selbst wahrnimmt
  • Konkrete Beispiele sind aussagekräftiger als pauschale Angaben
Charakterisieren Sie „Eingeschränkte Einsicht“ (3 Punkte)
  • Bei Anosognosie oder Neglect kann die Selbsteinschätzung deutlich vom beobachteten Verhalten abweichen
  • Dies wird nicht als Unwillen bewertet
  • Die Therapeutin oder der Therapeut stellt Beobachtungen sachlich gegenüber und prüft, ob angeleitete Selbsterfahrung die Einsicht verbessert
Definieren Sie den Begriff „Fremdanamnese“ (3 Punkte)
  • Angehörige können Veränderungen von Persönlichkeit, Gedächtnis, Organisation oder Sicherheit beschreiben
  • Ihre Angaben werden mit Einwilligung erhoben und als eigene Perspektive dokumentiert
  • Belastung und Erwartungen der Angehörigen sind relevant, ersetzen aber nicht die Ziele der betroffenen Person
Definieren Sie den Begriff „Betätigungsprofil“ (3 Punkte)
  • Das Profil ordnet Schwierigkeiten nach Selbstversorgung, Produktivität, Freizeit und Teilhabe
  • Es beschreibt, was die Person tun möchte, tun muss und tatsächlich tut
  • Ressourcen wie feste Routinen, Technikkompetenz oder unterstützende Personen werden ausdrücklich erfasst
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Zielableitung“ (2 Punkte)
  • Aus der Befragung entstehen konkrete Prüffragen
  • Beispiel: „Kann die Person das Frühstück ohne linksseitige Auslassungen vorbereiten?“ Diese Frage bestimmt Beobachtung, Testauswahl und spätere Erfolgskriterien
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 126–128, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / NEUROPSYBV/NPSBV_Hirn_Wiederholung_E56_E57_CT.pdf, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / NEUROPSYBV/20.03.2025_Neglect und Gesichtsfeldausfälle nach Schlaganfall (Dario Cazzoli & Thomas Nyffeler).pdf, 21.07.2026

Therapie bei Gesichtsfeldausfällen
Fragen und Antworten
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Zielbereiche“ (3 Punkte)
  • Therapie richtet sich auf visuelle Suche, Lesen, Orientierung, Mobilität und sichere Betätigung
  • Ein Gesichtsfelddefekt wird nicht durch bloßes „mehr hinschauen“ behoben
  • Kompensatorische Blick- und Kopfbewegungen müssen bewusst aufgebaut und in wechselnden Situationen automatisiert werden
Definieren Sie den Begriff „Explorationstraining“ (3 Punkte)
  • Reize werden systematisch über einen definierten Suchraum verteilt
  • Die Person lernt, den Blick bis zum Rand der ausgefallenen Seite zu führen, Ankerpunkte zu nutzen und den Suchraum geordnet abzudecken
  • Schwierigkeit steigt durch mehr Reize, geringeren Kontrast, Bewegung und Ablenkung
Definieren Sie den Begriff „Lesen“ (3 Punkte)
  • Bei Auslassungen am Zeilenanfang helfen Randmarkierungen, Lesefenster, vergrößerter Zeilenabstand und gezielte Rücksprünge
  • Buchstaben-, Wort- und Textniveau werden getrennt geübt
  • Geschwindigkeit ist erst nach ausreichender Genauigkeit zu steigern
Definieren Sie den Begriff „Mobilität“ (3 Punkte)
  • Training beginnt in übersichtlicher Umgebung und wird auf Flure, Türen, Menschenmengen und Außenwege übertragen
  • Kollisionsrisiko, Doppelaufgaben und Ermüdung werden beobachtet
  • Hilfspersonen geben kurze, einheitliche Hinweise und fördern Selbstkontrolle
Beurteilen Sie „Grenzen“ bei „Therapie bei Gesichtsfeldausfällen“ (3 Punkte)
  • Prismen oder optische Hilfen benötigen spezialisierte Anpassung
  • Eine subjektiv gute Kompensation ersetzt keine formale Beurteilung der Fahreignung
  • Neue Sehveränderungen werden medizinisch abgeklärt
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 126–128, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / NEUROPSYBV/20.03.2025_Neglect und Gesichtsfeldausfälle nach Schlaganfall (Dario Cazzoli & Thomas Nyffeler).pdf, 21.07.2026

Hemisphärenspezialisierung und Lokalisation
Fragen und Antworten
Erklären Sie Funktion und fachlichen Zweck von „Funktionelle Asymmetrie“ (4 Punkte)
  • Beide Hemisphären besitzen ähnliche Grundorganisationen, sind aber nicht vollständig gleich spezialisiert
  • Bei vielen Menschen ist die linke Hemisphäre stärker an sprachlicher Sequenzverarbeitung beteiligt
  • Rechtshemisphärische Netzwerke tragen häufig besonders zur räumlichen Aufmerksamkeit, globalen Verarbeitung und Prosodie bei
  • Diese Aussagen sind Wahrscheinlichkeiten, keine starren Regeln
Charakterisieren Sie „Überkreuzung und Körperbezug“ (3 Punkte)
  • Viele motorische und sensible Leitungsbahnen kreuzen
  • Eine einseitige Hirnläsion kann deshalb überwiegend kontralaterale motorische oder sensible Ausfälle verursachen
  • Neuropsychologische Folgen folgen diesem einfachen Seitenprinzip jedoch nicht immer, weil Aufmerksamkeit, Sprache und Gedächtnis über größere Netzwerke organisiert sind
Charakterisieren Sie „Lokalisation als Hypothese“ (4 Punkte)
  • Aus dem Muster mehrerer Befunde lässt sich eine plausible Netzwerkbeteiligung ableiten
  • Sprachstörung, Gesichtsfeldausfall, Apraxie oder Neglect müssen aber differenziert geprüft werden
  • Bildgebung zeigt Struktur
  • Sie erklärt nicht automatisch das tatsächliche Funktionsniveau in der Betätigung
Charakterisieren Sie „Interhemisphärische Zusammenarbeit“ (4 Punkte)
  • Viele Aufgaben benötigen beide Hemisphären
  • Lesen verbindet visuelle Analyse, Blicksteuerung, Sprachverarbeitung, Aufmerksamkeit und Gedächtnis
  • Anziehen verbindet Körperschema, Raumorientierung, Sequenzplanung und motorische Ausführung
  • Störungen können aus einer Läsion, einer gestörten Verbindung oder unzureichender Koordination entstehen
Leiten Sie therapeutische Konsequenzen aus „Hemisphärenspezialisierung und Lokalisation“ ab (3 Punkte)
  • Therapie wird nicht allein nach der Läsionsseite geplant
  • Entscheidend sind beobachtete Ressourcen, Fehlerarten, Einsicht, Lernfähigkeit, Umweltbedingungen und Ziel der Person
  • Eine Seitenangabe ist Ausgangspunkt, nicht Behandlungsrezept
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 126–128, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / NEUROPSYBV/NPSBV_Hirn_Wiederholung_E56_E57_CT.pdf, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / NEUROPSYBV/NPSBV_Wahrnehmung_E56_57_CT.pdf, 21.07.2026

Testauswahl, Assessments und Gütekriterien
Fragen und Antworten
Charakterisieren Sie „Test, Screening und Assessment“ (4 Punkte)
  • Ein Screening sucht schnell nach möglichen Auffälligkeiten
  • Ein Test misst eine definierte Leistung unter standardisierten Bedingungen
  • Ein Assessment kann mehrere Informationsquellen und Funktionsbereiche umfassen
  • Die Begriffe werden nicht beliebig gleichgesetzt
Definieren Sie den Begriff „Auswahlkriterien“ (2 Punkte)
  • Die Auswahl richtet sich nach Fragestellung, Diagnose, Alter, Sprache, Seh- und Hörfähigkeit, Motorik, Belastbarkeit und verfügbarem Normbereich
  • Ein Verfahren ist ungeeignet, wenn motorische oder sprachliche Anforderungen die eigentlich interessierende Leistung überdecken
Erklären Sie den fachlichen Kern von „Gütekriterien“ (5 Punkte)
  • Objektivität bedeutet geringe Abhängigkeit vom Untersucher
  • Reliabilität bezeichnet Messzuverlässigkeit
  • Validität fragt, ob tatsächlich die beabsichtigte Leistung erfasst wird
  • Sensitivität beschreibt das Erkennen vorhandener Störungen, Spezifität das korrekte Ausschließen nicht vorhandener Störungen
  • Normwerte müssen zur untersuchten Person passen
Charakterisieren Sie „Standardisierung und Anpassung“ (5 Punkte)
  • Standardisierte Durchführung ist Voraussetzung für den Vergleich mit Normwerten
  • Wird eine Aufgabe angepasst, bleibt sie klinisch nützlich, ist aber nicht mehr normgerecht auswertbar
  • Die Veränderung wird dokumentiert
  • Therapieaufgaben dürfen flexibel sein
  • Diagnostische Tests nicht unbemerkt umgestaltet werden
Definieren Sie „Interpretation“ (3 Punkte)
  • Ein auffälliger Wert ist kein isolierter Beweis für eine Diagnose
  • Ergebnisse werden mit Beobachtung, Anamnese und Alltagsleistung abgeglichen
  • Wiederholungseffekte, Tagesform und Übungseinfluss werden berücksichtigt
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 126–128, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / NEUROPSYBV/Start_Testung_Beobachtung.pdf, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / NEUROPSYBV/20.03.2025_Neglect und Gesichtsfeldausfälle nach Schlaganfall (Dario Cazzoli & Thomas Nyffeler).pdf, 21.07.2026

Störungsspezifische Neglecttherapie
Fragen und Antworten
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Kombination statt Einheitsmethode“ (3 Punkte)
  • Neglect ist heterogen
  • Therapie berücksichtigt Raumebene, Modalität, Einsicht, motorische Fähigkeiten und Alltagssituation
  • Häufig werden mehrere Ansätze kombiniert und anhand funktioneller Wirkung überprüft
Charakterisieren Sie „Exploration und Hinweisreize“ (3 Punkte)
  • Visuelle Suchaufgaben nutzen klare Startpunkte, linksseitige Anker und eine geordnete Suchrichtung
  • Verbale, taktile oder visuelle Hinweise werden so dosiert, dass die Person zunehmend selbst initiiert
  • Dauerhafte Fremdsteuerung kann Selbstkontrolle verhindern
Charakterisieren Sie „Aktivierung der vernachlässigten Seite“ (3 Punkte)
  • Aktive oder unterstützte Bewegung der kontraläsionalen Extremität kann Aufmerksamkeit auf diese Seite lenken
  • Die Bewegung wird in eine sinnvolle Aufgabe eingebettet, etwa Tischdecken oder Körperpflege
  • Reine Armbewegung ohne räumlichen Bezug hat begrenzten Transfer
Charakterisieren Sie „Prismenadaptation und Körperbezug“ (3 Punkte)
  • Prismenadaptation verschiebt die visuelle Rückmeldung und erzeugt nach wiederholtem Zeigen einen sensomotorischen Nachwirkungseffekt
  • Sie gehört in qualifizierte Durchführung und ist nicht für jede Neglectform geeignet
  • Veränderungen von Rumpf- oder Kopfposition können körperzentrierte Bezugssysteme beeinflussen
Begründen Sie die fachlichen Anforderungen bei „Einsicht und Sicherheit“ (3 Punkte)
  • Fehlende Einsicht wird durch angeleitete Vorhersage, Durchführung und Rückschau bearbeitet
  • Gefährliche Tätigkeiten werden nicht als ungeschützte Selbsterfahrung eingesetzt
  • Erfolg wird beim Essen, Anziehen, Transfer und Gehen geprüft, nicht nur auf Papier
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 126–128, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / NEUROPSYBV/20.03.2025_Neglect und Gesichtsfeldausfälle nach Schlaganfall (Dario Cazzoli & Thomas Nyffeler).pdf, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / NEUROPSYBV/NPSBV_Prognose_E56_57_CT.pdf, 21.07.2026

Wahrnehmung als aktiver Prozess
Fragen und Antworten
Definieren Sie „Wort und Begriff“ fachlich präzise (3 Punkte)
  • Wahrnehmung entspricht fachsprachlich Perzeption, von lateinisch percipere: aufnehmen, erfassen
  • Sie ist kein passives Abbilden
  • Das Nervensystem wählt aus physikalischen Reizen biologisch und handlungsbezogen relevante Information aus, wandelt sie in neuronale Signale um und ordnet sie anhand vorhandener Strukturen und Erfahrungen
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Prozessstufen“ (5 Punkte)
  • Didaktisch lässt sich ein Ablauf unterscheiden: Ein Ereignis spricht Sinnesrezeptoren an
  • Die Information wird transduziert und zentral verarbeitet
  • Merkmale werden geordnet, mit Kontext und Gedächtnis verglichen und bewertet
  • Das Ergebnis beeinflusst Gedanken, Gefühle, Entscheidungen und Handlungen
  • In Wirklichkeit laufen diese Schritte teilweise parallel und rückgekoppelt
Charakterisieren Sie „Proximaler und distaler Reiz“ (4 Punkte)
  • Der distale Reiz ist das Ereignis oder Objekt in der Umwelt
  • Der proximale Reiz ist das Energiemuster am Sinnesorgan, etwa das Lichtmuster auf der Netzhaut
  • Zwischen beiden besteht keine eindeutige Eins-zu-eins-Beziehung
  • Wahrnehmungssysteme nutzen Konstanzregeln, Vorwissen und Kontext, um trotz wechselnder Beleuchtung, Perspektive oder Entfernung stabile Gegenstände zu erkennen
Erklären Sie den fachlichen Kern von „Multimodale Wahrnehmung“ (3 Punkte)
  • Wahrnehmung umfasst Sehen, Hören, Tasten, Riechen und Schmecken sowie Propriozeption, Vestibularinformation, Schmerz, Körperlage, Gesichter, Bewegung, Sprache und Zeit
  • Eine Handlung entsteht meist aus mehreren Modalitäten
  • Ein Becher wird gesehen, räumlich lokalisiert, ertastet und über Gewicht sowie Griffkraft kontrolliert
Begründen Sie die fachliche Bedeutung von „Bedeutung für die Therapie“ (2 Punkte)
  • Fehler werden genau beschrieben: Wird der Reiz nicht registriert, falsch lokalisiert, nicht erkannt, nicht mit Bedeutung verbunden oder nicht in Handlung umgesetzt?
  • Die Intervention richtet sich auf die gestörte Prozessstufe und die konkrete Betätigung
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 126–128, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / NEUROPSYBV/NPSBV_Wahrnehmung_E56_57_CT.pdf, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / NEUROPSYBV/Wahrnehmung 1.pdf, 21.07.2026

Gesichtsfeld und visuelle Basisdiagnostik
Fragen und Antworten
Definieren Sie den Begriff „Ausgangspunkt“ (2 Punkte)
  • Visuelle Schwierigkeiten nach Hirnschädigung können aus Sehschärfe, Gesichtsfeld, Augenbewegung, visueller Aufmerksamkeit oder höherer Verarbeitung entstehen
  • Eine grobe Beobachtung ersetzt keine augenärztliche oder neuroophthalmologische Diagnostik
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Konfrontationsmethode“ (4 Punkte)
  • Bei der Fingerperimetrie werden beide Augen einzeln und gemeinsam geprüft
  • Die Person fixiert einen zentralen Punkt, während Reize aus verschiedenen Richtungen in das Gesichtsfeld geführt oder kurz präsentiert werden
  • Kopf- und Blickbewegungen müssen kontrolliert werden
  • Die Methode ist ein Screening und kann kleine Defekte übersehen
Charakterisieren Sie „Weitere Verfahren“ (3 Punkte)
  • Das Amsler-Gitter dient vor allem zur Erfassung zentraler Verzerrungen oder Skotome
  • Lesen zeigt funktionelle Folgen, etwa Auslassungen am Zeilenanfang oder buchstabenweises Lesen
  • Goldmann- und automatisierte Perimetrie erfassen Gesichtsfeldgrenzen beziehungsweise Lichtempfindlichkeit systematischer und gehören in spezialisierte Diagnostik
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Beobachtung im Alltag“ (2 Punkte)
  • Geprüft werden Kollisionen, Suchzeit, Orientierung, Zeilenwechsel, Überblick und Umgang mit bewegten Reizen
  • Ein formal unauffälliges Gesichtsfeld schließt komplexe visuelle Verarbeitungsstörungen nicht aus
Begründen Sie die fachlichen Anforderungen bei „Dokumentation und Sicherheit“ (3 Punkte)
  • Erfasst werden Auge, Fixationsbedingung, Reizart, Ausfallmuster und Kompensationsbewegungen
  • Bei neuem oder akut verändertem Sehverlust ist medizinische Abklärung erforderlich
  • Fahreignung wird nicht durch ergotherapeutische Alltagserprobung allein entschieden
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 126–128, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / NEUROPSYBV/20.03.2025_Neglect und Gesichtsfeldausfälle nach Schlaganfall (Dario Cazzoli & Thomas Nyffeler).pdf, 21.07.2026

Alltagsorientierung und Generalisierung
Fragen und Antworten
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Generalisierung als eigenes Therapieziel“ (3 Punkte)
  • Eine im Therapieraum gelernte Strategie überträgt sich nicht automatisch
  • Generalisierung bedeutet, dass die Person sie in neuen Aufgaben, Räumen und unter Ablenkung selbstständig nutzt
  • Dieser Transfer muss geplant und geprüft werden
Charakterisieren Sie „Zwei Wege“ (3 Punkte)
  • Eine Möglichkeit ist flexibles Strategielernen: Die Person versteht das Prinzip und passt es an wechselnde Situationen an
  • Die andere ist direkte Einübung besonders relevanter Alltagssituationen
  • Bei schwerer kognitiver Beeinträchtigung kann das wiederholte Lernen konkreter Routinen sinnvoller sein
Definieren Sie „Kontextvariation“ (2 Punkte)
  • Nach sicherem Erwerb wird schrittweise variiert: anderes Material, anderer Raum, andere Tageszeit, mehr Ablenkung oder eine zweite Aufgabe
  • Variation erfolgt nur so stark, dass Fehler noch ausgewertet und korrigiert werden können
Charakterisieren Sie „Umwelt und Bezugspersonen“ (3 Punkte)
  • Einheitliche Hinweise, feste Ablageorte und verständliche Markierungen erleichtern Transfer
  • Angehörige werden angeleitet, weder jeden Schritt zu übernehmen noch die Person ungeschützt scheitern zu lassen
  • Unterstützung wird transparent abgestuft
Definieren Sie den Begriff „Erfolgskriterien“ (2 Punkte)
  • Erfasst werden spontane Strategieanwendung, Fehlererkennung, benötigte Hilfen, Zeit, Sicherheit und subjektive Belastung
  • Das Ziel ist ein sinnvoller Alltag, nicht die perfekte Reproduktion einer Übung
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 126–128, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / NEUROPSYBV/NPSBV_Prognose_E56_57_CT.pdf, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / NEUROPSYBV/NPSBV_Projekt_1_E56_E57.pdf, 21.07.2026

Neuropsychologische Rehabilitation und neuronale Plastizität
Fragen und Antworten
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Ziel der Rehabilitation“ (2 Punkte)
  • Neuropsychologische Rehabilitation soll Folgen einer Hirnschädigung im Alltag vermindern und ein möglichst selbstbestimmtes Leben unterstützen
  • Sie umfasst nicht nur Testleistungen, sondern Selbstversorgung, Mobilität, Kommunikation, Beziehungen, Arbeit, Freizeit und Teilhabe
Erklären Sie den fachlichen Kern von „Plastizität“ bei „Neuropsychologische Rehabilitation“ (4 Punkte)
  • Neuronale Plastizität bezeichnet die Veränderbarkeit synaptischer Verbindungen und funktioneller Netzwerke
  • Häufig genutzte Verbindungen können gestärkt, selten genutzte geschwächt werden
  • Nach einer Schädigung können verbliebene Systeme ihre Organisation anpassen
  • Das Ausmaß ist durch Art und Größe der Läsion, vorbestehende Verbindungen, Alter, Gesundheit und Lernerfahrung begrenzt
Charakterisieren Sie „Übung ist nicht automatisch wirksam“ (3 Punkte)
  • Wirksame Übung braucht ein klares Ziel, angemessene Schwierigkeit, ausreichende Wiederholung und Rückmeldung
  • Überforderung, reine Fehlerwiederholung oder bedeutungslose Serien können Lernen behindern
  • Besonders relevant ist, ob die geübte Leistung in der tatsächlichen Alltagssituation verfügbar wird
Charakterisieren Sie „Restitutive und kompensatorische Anteile“ (3 Punkte)
  • Verbesserung kann durch teilweise Wiederherstellung, effizientere Nutzung erhaltener Funktionen oder neue Strategien entstehen
  • Diese Mechanismen lassen sich klinisch nicht immer scharf trennen
  • Für die Therapieentscheidung zählt daher vor allem, welche Veränderung zuverlässig und alltagstauglich erreicht wird
Leiten Sie aus „Ergotherapeutische Einordnung“ Konsequenzen für die ergotherapeutische Praxis ab (3 Punkte)
  • Plastizität ist kein unbegrenztes Heilversprechen
  • Therapie schafft Lernbedingungen, passt Umwelt und Aufgabe an und stärkt Selbstwirksamkeit
  • Fortschritt wird an konkreten Handlungen und nicht allein an einer angenommenen kortikalen Veränderung bewertet
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 126–128, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / NEUROPSYBV/NPSBV_Prognose_E56_57_CT.pdf, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / NEUROPSYBV/NPSBV_Hirn_Wiederholung_E56_E57_CT.pdf, 21.07.2026

Neglectdiagnostik und Differentialdiagnose
Fragen und Antworten
Charakterisieren Sie „Mehrdimensionale Prüfung“ (3 Punkte)
  • Neglect kann verschiedene Raumebenen und Modalitäten betreffen
  • Deshalb werden Papier-Bleistift-Aufgaben, Doppelstimulation, Körperbezug, Gegenstandssuche, Mobilität und Selbstversorgung kombiniert
  • Ein unauffälliger Einzeltest schließt einen alltagsrelevanten Rest-Neglect nicht aus
Nennen Sie die zentralen Aufgabenbereiche bei „Typische Aufgaben“ (5 Punkte)
  • Linienhalbierung prüft die subjektive Mitte
  • Durchstreich- und Suchtests erfassen Auslassungen und Suchstrategie
  • Kopieren oder Zeichnen kann halbseitige Vernachlässigung zeigen
  • Bei taktiler oder auditiver Doppelstimulation wird Extinktion untersucht
  • Körperpflege und Anziehen prüfen personalen Neglect
Charakterisieren Sie „Differentialdiagnose zur Hemianopsie“ (3 Punkte)
  • Bei Hemianopsie liegen Auslassungen häufig am Beginn von Zeilen oder Wörtern, während die Einsicht eher erhalten ist
  • Neglect zeigt oft ipsiläsionale Abweichungen, multimodale Extinktion, Raumverzerrung und reduzierte Einsicht
  • Beide Störungen können gleichzeitig bestehen
Ordnen Sie „Bezugssysteme“ fachlich ein (3 Punkte)
  • Rumpf-, Kopf- und Augenposition beeinflussen, ob ein Reiz als links oder rechts erlebt wird
  • Untersuchungen unter veränderter Rumpfrotation können Hinweise auf körper- oder blickzentrierte Bezugssysteme geben
  • Dies ist spezialisierte Differentialdiagnostik und wird vorsichtig interpretiert
Beschreiben Sie Ablauf und fachliche Bedeutung von „Alltag und Verlauf“ (2 Punkte)
  • Besonders aussagekräftig sind standardisierte Beobachtungen beim Essen, Anziehen, Rollstuhlfahren, Gehen und Suchen
  • Dokumentiert werden Auslassungsseite, Häufigkeit, Selbstkorrektur, benötigte Hinweise und Übertragung über Situationen hinweg
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 126–128, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / NEUROPSYBV/20.03.2025_Neglect und Gesichtsfeldausfälle nach Schlaganfall (Dario Cazzoli & Thomas Nyffeler).pdf, 21.07.2026

Neurophysiologische und neuropsychologische Behandlung verknüpfen
Fragen und Antworten
Charakterisieren Sie „Gemeinsame Handlung“ (3 Punkte)
  • Motorische Ausführung und neuropsychologische Steuerung lassen sich nicht trennen
  • Eine Greifbewegung benötigt Aufmerksamkeit, Objekterkennung, Raumlokalisation, Handlungsplanung, sensorische Rückmeldung und Kraftkontrolle
  • Therapie prüft, welche Komponente den Erfolg begrenzt
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Sensorische Information“ (3 Punkte)
  • Geführte oder aktiv erkundete Bewegung kann propriozeptive und taktile Information hervorheben
  • Sie ist besonders wirksam, wenn die Person Unterschiede wahrnimmt und die Information in eine Zielhandlung einordnet
  • Passives Bewegen allein erzeugt keinen sicheren Lerntransfer
Erläutern Sie die Kernaussagen von „Konzepte einordnen“ (4 Punkte)
  • Perfetti-orientierte kognitive therapeutische Übungen verbinden Wahrnehmungsaufgabe, Hypothese und Bewegung
  • Affolter-orientierte Ansätze nutzen geführte Interaktion in Alltagshandlungen
  • Feldenkrais-orientierte Verfahren richten Aufmerksamkeit auf Bewegungsvarianten
  • Diese Konzepte werden nicht als universelle Lösung, sondern nach Befund, Ziel und Qualifikation eingesetzt
Charakterisieren Sie „Apraxie und Neglect“ (3 Punkte)
  • Bei Apraxie werden Gegenstandsgebrauch, Sequenz und Imitation getrennt geprüft
  • Bei Neglect wird die vernachlässigte Raumseite in die motorische Aufgabe einbezogen
  • Eine motorische Verbesserung kann aus besserer Aufmerksamkeit entstehen und umgekehrt
Beschreiben Sie die Dokumentation bei „Neurophysiologische und neuropsychologische Behandlung verknüpfen“ (2 Punkte)
  • Beschrieben wird, welche Information angeboten wurde, wie die Person reagierte und ob sich die Zielhandlung veränderte
  • Konzeptnamen allein sind keine ausreichende Begründung
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 126–128, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / NEUROPSYBV/NPSBV_Hirn_Wiederholung_E56_E57_CT.pdf, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / NEUROPSYBV/NPSBV_Wahrnehmung_E56_57_CT.pdf, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / NEUROPSYBV/Start_Testung_Beobachtung.pdf, 21.07.2026

Restitution, Kompensation, Substitution und Adaptation
Fragen und Antworten
Definieren Sie den Begriff „Restitution“ (4 Punkte)
  • Restitution bedeutet die Wiederherstellung einer beeinträchtigten psychischen Funktion
  • Erhaltene neuronale Systeme übernehmen oder unterstützen die verlorene Leistung
  • Vollständige Wiederherstellung ist möglich, aber nicht sicher
  • Eine verbesserte Testleistung kann auch aus einer neuen Strategie entstehen und ist deshalb nicht automatisch reine Restitution
Definieren Sie „Kompensation“ (3 Punkte)
  • Kompensation nutzt erhaltene psychische Funktionen, um die Folgen einer ausgefallenen Leistung auszugleichen
  • Eine Person mit Gedächtnisstörung kann beispielsweise systematisch verbale Selbstinstruktion und Routinen einsetzen
  • Das sichtbare Verhalten gelingt, obwohl die ursprüngliche kognitive Architektur verändert bleibt
Definieren Sie den Begriff „Substitution“ (3 Punkte)
  • Substitution ersetzt eine Leistung durch äußere Hilfsmittel oder eine andere Umweltlösung
  • Kalender, Checklisten, Smartphone-Erinnerungen, Markierungen, Lesefenster oder räumliche Ordnung übernehmen einen Teil der verlorenen Funktion
  • Die Qualität hängt davon ab, ob die Person das Hilfsmittel versteht, akzeptiert und zuverlässig nutzt
Erklären Sie den fachlichen Kern von „Adaptation“ (3 Punkte)
  • Adaptation bezeichnet die weitergehende Anpassung von Lebensführung und sozialer Umwelt an bleibende Einschränkungen
  • Dazu gehören veränderte Aufgabenverteilung, Arbeitsplatzgestaltung, Unterstützungsnetzwerke und eine realistische neue Rollenbalance
  • Adaptation ist nicht bloß Verzicht, sondern aktive Neugestaltung
Definieren Sie den Begriff „Kombination“ (3 Punkte)
  • In der Praxis werden die Prinzipien kombiniert
  • Eine Person trainiert visuelle Suche, nutzt gleichzeitig kontrastreiche Markierungen und verändert die Küchenordnung
  • Die Auswahl richtet sich nach Prognose, Belastbarkeit, Einsicht, Ziel, Umwelt und Sicherheitsrisiko
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 126–128, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / NEUROPSYBV/NPSBV_Prognose_E56_57_CT.pdf, 21.07.2026

Feinmotorik, Griffkraft und sensomotorische Kontrolle
Fragen und Antworten
Erklären Sie den fachlichen Kern von „Mehr als Maximalkraft“ (2 Punkte)
  • Feinmotorische Leistung umfasst Präzision, Geschwindigkeit, Koordination, sensorische Rückmeldung, visuelle Führung und angemessene Kraftdosierung
  • Eine normale Maximalkraft schließt eine alltagsrelevante Handfunktionsstörung nicht aus
Charakterisieren Sie „Griff- und Lastkraft“ (3 Punkte)
  • Beim Anheben eines Gegenstandes muss Griffkraft ausreichend hoch sein, um Gewicht und dynamische Lasten zu sichern
  • Gesunde Steuerung nutzt eine kleine Sicherheitsreserve oberhalb der minimal nötigen Kraft
  • Zu geringe Kraft führt zum Gleiten, übermäßige Kraft erhöht Aufwand und kann Ausdruck unsicherer sensorischer Kontrolle sein
Charakterisieren Sie „Prädiktive und reaktive Kontrolle“ (4 Punkte)
  • Prädiktive Kontrolle nutzt erwartete Eigenschaften und selbst ausgelöste Bewegungen
  • Reaktive Kontrolle antwortet auf unerwartete Laständerungen
  • Beide können unterschiedlich beeinträchtigt sein
  • Bei Multipler Sklerose wurden in der Quelle beispielsweise Auffälligkeiten der reaktiven Kraftantwort bei teilweise erhaltener prädiktiver Kontrolle beschrieben
Charakterisieren Sie „Messbare Teilaspekte“ (2 Punkte)
  • Instrumentelle Verfahren können Kraftverlauf, Zeitverzögerung, Bewegungsbeschleunigung, Trackingfehler und schnellen Kraftwechsel erfassen
  • Dadurch wird sichtbar, ob eine langsame Alltagsleistung eher aus Kraftpräzision, Koordination oder Bewegungsgeschwindigkeit entsteht
Begründen Sie „Klinische Bedeutung“ bei „Feinmotorik, Griffkraft und sensomotorische Kontrolle“ (2 Punkte)
  • Messtechnik ergänzt, aber ersetzt nicht die Betätigungsanalyse
  • Ein präziser Laborwert wird erst relevant, wenn er eine therapeutische Entscheidung oder eine alltagsbezogene Zielsetzung verbessert
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 126–128, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / NEUROPSYBV/Start_Testung_Beobachtung.pdf, 21.07.2026

Therapiemittel, Medien und digitales Training
Fragen und Antworten
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Mittel folgt Ziel“ (2 Punkte)
  • Papieraufgabe, Alltagsgegenstand, Computerprogramm oder Tablet sind Therapiemittel
  • Ihre Eignung hängt von der Zielhandlung, Fehlerart, Sehfähigkeit, Motorik, technischer Erfahrung und Übertragbarkeit ab
Charakterisieren Sie „Computergestütztes Training“ (3 Punkte)
  • Digitale Programme können Reizdichte, Schwierigkeit, Reaktionszeit und Wiederholung genau steuern
  • Sofortiges Feedback unterstützt Lernen
  • Nachteile sind Bildschirmgebundenheit, mögliche Reizüberflutung und eine begrenzte Ähnlichkeit zum Alltag
Definieren Sie den Begriff „Medienanalyse“ (2 Punkte)
  • Geprüft werden visuelle Klarheit, Kontrast, Schriftgröße, Eingabemethode, Zeitdruck, Fehlerfeedback, Datenschutz und Anpassbarkeit
  • Bei Neglect darf ein zentriertes Bildschirmtraining nicht mit sicherer Raumexploration gleichgesetzt werden
Charakterisieren Sie „Transfer herstellen“ (3 Punkte)
  • Nach einer digitalen Aufgabe folgt eine verwandte reale Handlung
  • Wer am Bildschirm Suchstrategien übt, überträgt sie anschließend auf Regal, Speisekarte oder Arbeitsplatz
  • Ergebnisse werden in beiden Kontexten verglichen
Definieren Sie den Begriff „Eigenübung“ (3 Punkte)
  • Digitale Eigenübungen benötigen klare Dosierung und Abbruchkriterien
  • Müdigkeit, Kopfschmerz, Frustration oder zunehmende Fehler sprechen für Anpassung
  • Automatisch erzeugte Punktwerte werden nicht ohne klinische Einordnung als Therapieerfolg interpretiert
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 126–128, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / NEUROPSYBV/NPSBV_Hirn_Wiederholung_E56_E57_CT.pdf, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / NEUROPSYBV/NPSBV_Projekt_1_E56_E57.pdf, 21.07.2026

Prognose und beeinflussende Faktoren
Fragen und Antworten
Charakterisieren Sie „Prognose ist eine Wahrscheinlichkeitsaussage“ (4 Punkte)
  • Eine Prognose beschreibt den erwartbaren Verlauf unter bestimmten Bedingungen
  • Sie ist keine Gewissheit
  • Neuropsychologische Funktionen verändern sich durch Spontanerholung, medizinische Stabilisierung, Lernen, Kompensation und Umweltanpassung
  • Der Verlauf kann zwischen Personen mit ähnlicher Diagnose deutlich abweichen
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Biologische Faktoren“ (2 Punkte)
  • Bedeutsam sind Lokalisation und Ausmaß der Hirnschädigung, betroffene Netzwerke, Alter, vorbestehende Hirnveränderungen, Begleiterkrankungen und Komplikationen
  • Akute Schwankungen durch Delir, Medikamente, Schlafmangel oder Infektion können eine frühe Beurteilung verzerren
Erklären Sie Funktion und fachlichen Zweck von „Funktionsbezogene Faktoren“ (3 Punkte)
  • Aufmerksamkeit, Antrieb, Einsicht, Sprache, Gedächtnis, Belastbarkeit und sensorische Voraussetzungen beeinflussen das Lernen
  • Neglect oder Gesichtsfeldausfälle können Mobilität, Lesen und Selbstständigkeit beeinträchtigen und den Rehabilitationsverlauf erschweren
  • Ein einzelner Testwert reicht für die Prognose nicht aus
Charakterisieren Sie „Person und Umwelt“ (3 Punkte)
  • Motivation wird nicht als feste Eigenschaft bewertet
  • Schmerzen, Depression, Angst, Fatigue, unklare Ziele oder eine überfordernde Umgebung können aktive Mitarbeit vermindern
  • Unterstützende Angehörige, verständliche Kommunikation, passende Hilfsmittel und bedeutsame Ziele fördern die Umsetzung
Definieren Sie den Begriff „Prognosegespräch“ (3 Punkte)
  • Aussagen werden transparent und abgestuft formuliert: Was ist sicher bekannt, was wahrscheinlich und was offen?
  • Kurzfristige Ziele werden überprüft und die Prognose bei neuen Befunden angepasst
  • Unrealistische Sicherheit und pauschale Hoffnungslosigkeit sind gleichermaßen zu vermeiden
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 126–128, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / NEUROPSYBV/NPSBV_Prognose_E56_57_CT.pdf, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / NEUROPSYBV/20.03.2025_Neglect und Gesichtsfeldausfälle nach Schlaganfall (Dario Cazzoli & Thomas Nyffeler).pdf, 21.07.2026

Jebsen-Taylor-Test, Nine-Hole-Peg-Test und Zwei-Punkt-Diskrimination
Fragen und Antworten
Erklären Sie den fachlichen Kern von „Jebsen-Taylor Hand Function Test“ (2 Punkte)
  • Der JTHFT umfasst zeitlich bewertete alltagsnahe Teilaufgaben: Schreiben, Karten wenden, kleine Gegenstände aufnehmen, simuliertes Essen, Spielsteine stapeln sowie leichte und schwere Dosen versetzen
  • Er liefert ein breites Leistungsmaß, erklärt aber nicht automatisch, ob Kraft, Sensibilität, Planung oder Koordination den Zeitbedarf verursachen
Charakterisieren Sie „Nine-Hole-Peg Test“ (4 Punkte)
  • Beim 9-HPT werden neun Stifte mit einer Hand in Löcher gesteckt und anschließend zurückgelegt
  • Gemessen wird die Zeit
  • Das Verfahren ist schnell und sensitiv für Fingergeschicklichkeit
  • Es bildet komplexe Alltagsfunktionen nur begrenzt ab und kann durch Seh-, Verständnis- oder Schulterprobleme beeinflusst werden
Definieren Sie „Zwei-Punkt-Diskrimination“ (3 Punkte)
  • Die statische Zwei-Punkt-Diskrimination prüft, ob ein oder zwei gleichzeitig aufgesetzte Reize unterschieden werden
  • Die Hand wird ohne Sichtkontrolle gelagert, Druck und Dauer werden möglichst konstant gehalten
  • Das Ergebnis hängt von Ort, Instrument, Hautzustand und Durchführung ab
Definieren Sie „Standardisierung“ (3 Punkte)
  • Material, Ausgangsstellung, Instruktion, Übungsdurchgang und Zeitmessung werden nach Testmanual eingehalten
  • Abweichungen müssen dokumentiert werden
  • Normwerte gelten nur für passende Alters- und Handdominanzgruppen
Leiten Sie aus „Ergotherapeutische Ergänzung“ Konsequenzen für die ergotherapeutische Praxis ab (3 Punkte)
  • Nach dem Test wird eine reale Tätigkeit beobachtet
  • Eine gute Steckleistung bedeutet nicht automatisch sicheres Medikamentenmanagement oder problemloses Knöpfen
  • Umgekehrt kann eine Person trotz verlangsamtem Test durch Routinen im Alltag selbstständig sein
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 126–128, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / NEUROPSYBV/Start_Testung_Beobachtung.pdf, 21.07.2026

Spezielle pädiatrische Therapieansätze
Fragen und Antworten
Beschreiben Sie Ablauf und fachliche Bedeutung von „Entwicklungsbezug“ (3 Punkte)
  • Pädiatrische Therapie orientiert sich an Entwicklungsstand, Spiel, Schule, Familie und Peers
  • Eine Aufgabe ist nur sinnvoll, wenn sie altersgemäß verstanden und im Alltag genutzt werden kann
  • Chronologisches Alter und funktioneller Entwicklungsstand können auseinanderliegen
Charakterisieren Sie „Spiel und Handlung“ (3 Punkte)
  • Spiel ermöglicht Aufmerksamkeit, Planung, Regelwechsel und soziale Steuerung in einer bedeutungsvollen Situation
  • Die therapeutische Anforderung wird so eingebaut, dass das Kind nicht nur einen Test wiederholt
  • Erfolg zeigt sich in selbstständigerem Spiel, Lernen oder Alltag
Definieren Sie den Begriff „Schule“ (2 Punkte)
  • Strategien werden mit Unterrichtsanforderungen verbunden: Arbeitsblatt strukturieren, Material organisieren, Pausen planen, visuelle Reize reduzieren und Aufgaben in Schritte gliedern
  • Anpassungen werden mit Schule und Eltern abgestimmt
Definieren Sie den Begriff „Elternarbeit“ (3 Punkte)
  • Eltern erhalten verständliche Informationen über Stärken, Belastungsgrenzen und hilfreiche Hinweise
  • Ziel ist weder vollständige Übernahme noch permanentes Korrigieren
  • Routinen und Hilfsmittel sollen das Kind zu größtmöglicher Selbstständigkeit führen
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Langfristige Beobachtung“ (3 Punkte)
  • Neue Schwierigkeiten können bei steigenden Anforderungen sichtbar werden
  • Ziele werden deshalb entwicklungsabhängig neu bewertet
  • Therapie berücksichtigt Selbstbild, Motivation und soziale Teilhabe, nicht nur schulische Leistung
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 126–128, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / NEUROPSYBV/NPSBV_Hirn_Wiederholung_E56_E57_CT.pdf, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / NEUROPSYBV/NPSBV_Prognose_E56_57_CT.pdf, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / NEUROPSYBV/NPSBV_Projekt_1_E56_E57.pdf, 21.07.2026

Neuropsychologische Besonderheiten bei Kindern und Erwachsenen
Fragen und Antworten
Begründen Sie die fachliche Bedeutung von „Entwicklung verändert die Bedeutung einer Schädigung“ (3 Punkte)
  • Bei Kindern trifft eine Hirnschädigung auf Funktionen, die teilweise noch nicht ausgebildet sind
  • Schwierigkeiten können erst sichtbar werden, wenn Schule und Alltag höhere Anforderungen stellen
  • Eine frühe scheinbare Erholung schließt spätere Probleme mit Planung, Aufmerksamkeit oder sozialer Steuerung nicht aus
Charakterisieren Sie „Plastizität und Preis der Reorganisation“ (4 Punkte)
  • Das kindliche Gehirn besitzt hohe Anpassungsfähigkeit
  • Andere Netzwerke können Funktionen übernehmen
  • Diese Reorganisation ist jedoch nicht kostenlos: Die übernehmenden Systeme stehen möglicherweise für ihre ursprünglichen Aufgaben weniger effizient zur Verfügung
  • Entwicklung muss deshalb langfristig beobachtet werden
Definieren Sie den Begriff „Erwachsene“ (3 Punkte)
  • Erwachsene verfügen über etablierte Fähigkeiten, Rollen und Strategien
  • Eine erworbene Hirnschädigung kann zu einem deutlichen Bruch zwischen früherem und aktuellem Selbstbild führen
  • Therapie berücksichtigt Beruf, Partnerschaft, Elternrolle, Autofahren, Haushaltsführung und Krankheitsverarbeitung
Charakterisieren Sie „Familie und Kontext“ (3 Punkte)
  • Bei Kindern sind Eltern, Schule und Freizeitkontext zentrale Therapiepartner
  • Bei Erwachsenen werden Angehörige nach Einwilligung einbezogen, ohne die Selbstbestimmung zu ersetzen
  • Erwartungen, Kommunikationsweise und Unterstützung werden an Einsicht, Belastbarkeit und Entwicklungsstand angepasst
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Therapieplanung“ (3 Punkte)
  • Kinder benötigen spielerische, entwicklungsbezogene und generalisierbare Aufgaben
  • Erwachsene profitieren von realitätsnahen Anforderungen und einer klaren Verbindung zu ihren bisherigen Rollen
  • In beiden Gruppen werden Ressourcen, Sicherheit und Teilhabe vor isolierte Übungswerte gestellt
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 126–128, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / NEUROPSYBV/NPSBV_Hirn_Wiederholung_E56_E57_CT.pdf, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / NEUROPSYBV/NPSBV_Prognose_E56_57_CT.pdf, 21.07.2026

Befundbewertung, Zielsetzung und Dokumentation
Fragen und Antworten
Beurteilen Sie den Befund bei „Befundbewertung, Zielsetzung und Dokumentation“ (3 Punkte)
  • Befunde werden nicht addiert, sondern gewichtet
  • Entscheidend ist, welche Störung eine bedeutsame Betätigung begrenzt, welches Risiko besteht und welche Ressourcen nutzbar sind
  • Daten, Interpretation und Schlussfolgerung bleiben sprachlich getrennt
Nennen Sie zentrale Aspekte von „Zielsetzung“ bei „Befundbewertung, Zielsetzung und Dokumentation“ (2 Punkte)
  • Ein Ziel beschreibt eine beobachtbare Veränderung in einer konkreten Situation
  • Beispiel: „Die Person bereitet innerhalb von zwei Wochen ein kaltes Frühstück vor und kontrolliert die linke Arbeitsfläche mit höchstens einem verbalen Hinweis.“ Funktionsziele werden mit Aktivitäts- und Teilhabezielen verbunden
Definieren Sie den Begriff „Interventionshypothese“ (3 Punkte)
  • Die Planung benennt den angenommenen Mechanismus: visuelle Suchstörung, eingeschränkte Einsicht, Arbeitsgedächtnisproblem oder motorische Verlangsamung
  • Daraus folgt eine überprüfbare Methode
  • Bleibt der erwartete Effekt aus, wird die Hypothese angepasst
Beschreiben Sie die Dokumentation bei „Befundbewertung, Zielsetzung und Dokumentation“ (2 Punkte)
  • Festgehalten werden Anlass, Bedingungen, Beobachtung, Testwert, Interpretation, Ziel, Maßnahme, Reaktion und nächster Schritt
  • Formulierungen sind sachlich und konkret. „Unmotiviert“ wird durch beobachtbares Verhalten ersetzt, etwa „beendet die Aufgabe nach drei Minuten und nennt Kopfschmerz“
Beschreiben Sie Ablauf und fachliche Bedeutung von „Verlauf und Abschluss“ (3 Punkte)
  • Wiederholungsmessungen erfolgen unter vergleichbaren Bedingungen
  • Erfolg zeigt sich in Testwert, benötigter Hilfe, Sicherheit, Selbstkorrektur und Alltagstransfer
  • Abschlussdokumentation nennt erreichte Ziele, verbleibende Risiken, Hilfsmittel und Empfehlungen
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 126–128, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / NEUROPSYBV/NPSBV_Prognose_E56_57_CT.pdf, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / NEUROPSYBV/Start_Testung_Beobachtung.pdf, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / NEUROPSYBV/NPSBV_Projekt_1_E56_E57.pdf, 21.07.2026

Fallplanung und Projektarbeit in neuropsychologischen Behandlungsverfahren
Fragen und Antworten
Definieren Sie den Begriff „Projektstruktur“ (3 Punkte)
  • Ein neuropsychologisches Projekt beginnt mit einem abgegrenzten Sinnes- oder Leistungsbereich
  • Beschrieben werden Wahrnehmungsprozess, typische Störung, Befundmethode, therapeutisches Wirkprinzip und eine kurze praktische Demonstration
  • Quellen werden von eigener Interpretation getrennt
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Fallplanung“ (3 Punkte)
  • Der Fall enthält Diagnose, aktuelle Betätigungsprobleme, Ressourcen, Risiken und Umwelt
  • Danach folgen überprüfbare Hypothesen, ausgewählte Befundverfahren und ein klientenzentriertes Ziel
  • Die Intervention benennt Wirkprinzip, Material, Dosierung und Hilfestellung
Nennen Sie ein fachlich passendes Beispiel für „Fallplanung und Projektarbeit in neuropsychologischen Behandlungsverfahren“ (3 Punkte)
  • Eine Person mit rechtshemisphärischem Schlaganfall kollidiert links und lässt beim Frühstück Gegenstände aus
  • Befundung verbindet Suchtest, Doppelstimulation und Beobachtung in der Küche
  • Therapie kombiniert linksseitigen Anker, systematische Suche, Aktivierung des linken Armes und angeleitete Selbstkontrolle
Beschreiben Sie die Evaluation von „Fallplanung und Projektarbeit in neuropsychologischen Behandlungsverfahren“ (2 Punkte)
  • Vor und nach der Intervention werden dieselben funktionellen Kriterien geprüft: Auslassungen, Zeit, Hinweise, Sicherheit und Selbsteinschätzung
  • Ein positiver Papier-Bleistift-Test ohne Verbesserung beim Frühstück gilt nicht als ausreichender Transfer
Erläutern Sie die Reflexion bei „Fallplanung und Projektarbeit in neuropsychologischen Behandlungsverfahren“ (2 Punkte)
  • Abschließend werden alternative Erklärungen, Grenzen der Methode, Reaktion der Person und nächster Schritt benannt
  • Gute Fallplanung bleibt veränderbar und begründet jede Entscheidung mit Befund und Ziel
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 126–128, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / NEUROPSYBV/NPSBV_Projekt_1_E56_E57.pdf, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / NEUROPSYBV/NPSBV_Prognose_E56_57_CT.pdf, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / NEUROPSYBV/20.03.2025_Neglect und Gesichtsfeldausfälle nach Schlaganfall (Dario Cazzoli & Thomas Nyffeler).pdf, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / NEUROPSYBV/Start_Testung_Beobachtung.pdf, 21.07.2026

Ursachen, Lokalisation und neuropsychologische Störungsprofile
Fragen und Antworten
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Ursachen“ (3 Punkte)
  • Erworbene Hirnschädigungen entstehen unter anderem durch Schlaganfall, Schädel-Hirn-Trauma, Hypoxie, Tumor, Entzündung, Intoxikation oder degenerative Erkrankung
  • Angeborene und früh erworbene Schädigungen können genetische, pränatale, perinatale oder frühkindliche Ursachen haben
  • Die Diagnose allein bestimmt das Funktionsprofil nicht
Charakterisieren Sie „Lokalisation und Netzwerk“ (3 Punkte)
  • Fokale Läsionen führen eher zu umschriebenen Ausfällen, können aber durch Netzwerkeffekte weitreichende Folgen haben
  • Diffuse Schädigungen betreffen häufig Aufmerksamkeit, Verarbeitungsgeschwindigkeit, Belastbarkeit und Exekutivfunktionen
  • Subkortikale und Verbindungsstörungen können die Kommunikation zwischen ansonsten erhaltenen Arealen beeinträchtigen
Charakterisieren Sie „Spezifische und begleitende Symptome“ (2 Punkte)
  • Typische neuropsychologische Störungen sind Aphasie, Apraxie, Agnosie, Neglect, Gesichtsfeldausfall, Gedächtnis- und Aufmerksamkeitsstörung, räumlich-konstruktive Störung und exekutive Dysfunktion
  • Häufig treten motorische, sensible, emotionale und vegetative Begleitsymptome hinzu
Beschreiben Sie Ablauf und fachliche Bedeutung von „Verlauf“ (3 Punkte)
  • Verläufe können akut mit teilweiser Erholung, chronisch stabil, schubförmig oder progredient sein
  • Bei Multipler Sklerose unterscheiden sich beispielsweise schubförmige und progrediente Formen
  • Bei degenerativen Erkrankungen steht die Anpassung an zunehmende Einschränkungen stärker im Vordergrund
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Befundlogik“ (3 Punkte)
  • Ein Störungsprofil beschreibt Ressourcen, Fehlerarten, Schwankungen und Auswirkungen auf die Betätigung
  • Es wird regelmäßig aktualisiert
  • Einzelne Symptome werden nicht isoliert behandelt, wenn eine übergeordnete Störung von Aufmerksamkeit, Fatigue oder Handlungssteuerung den gesamten Verlauf beeinflusst
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 126–128, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / NEUROPSYBV/NPSBV_Hirn_Wiederholung_E56_E57_CT.pdf, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / NEUROPSYBV/Gehirn Zusammenfassung.pdf, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / NEUROPSYBV/Start_Testung_Beobachtung.pdf, 21.07.2026

Pädiatrische neuropsychologische Befundung
Fragen und Antworten
Definieren Sie „Fragestellung“ (2 Punkte)
  • Die Befundung beginnt mit einer konkreten Schwierigkeit: Aufgabenbeginn, Regelwechsel, Erinnerung, räumliche Orientierung oder schulische Selbstständigkeit
  • Entwicklungsstand, Erkrankung, Medikamente, Schlaf, Sprache und Sinnesfunktionen werden berücksichtigt
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Ökologische Beobachtung“ (2 Punkte)
  • Neuropsychologische Funktionen werden in realen Aufgaben beobachtet
  • Eine Tischtestung kann gute Aufmerksamkeit zeigen, während Gruppenlärm, Materialorganisation oder mehrschrittige Anweisungen im Unterricht überfordern
Definieren Sie den Begriff „Testauswahl“ (3 Punkte)
  • Verfahren müssen Alter, Normgruppe, Sprache und Fragestellung entsprechen
  • Testwerte werden als Ausschnitt interpretiert
  • Motorische oder sprachliche Anforderungen können das Ergebnis verfälschen und werden dokumentiert
Definieren Sie den Begriff „Rückmeldung“ (2 Punkte)
  • Ergebnisse werden in verständliche Funktionsbeschreibungen übersetzt
  • Familien erhalten keine Liste von Defiziten, sondern Hinweise zu Stärken, Belastungsgrenzen, Unterstützungen und notwendiger weiterer Diagnostik
Leiten Sie für „Pädiatrische neuropsychologische Befundung“ einen ergotherapeutischen Prüfpunkt ab (3 Punkte)
  • Die Befundung benennt zuerst die konkrete Alltagsschwierigkeit und sucht eine dazu passende Beobachtung
  • Danach werden mögliche Verzerrungen durch Sprache, Motorik, Aufmerksamkeit, Sehvermögen, Motivation oder ungewohnte Testsituation geprüft
  • Ein Einzelwert wird nie isoliert gedeutet
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 126–128, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / NPH-NPSBV/Befundung Assessments Behandlung.pdf, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / NPH-NPSBV/Befund Beispiel Pädiatrie.docx, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / NPH-NPSBV/Zusammenfassung neuropsychologische Grundlagen.docx, 21.07.2026

CO-OP: kognitives Strategietraining
Fragen und Antworten
Erläutern Sie „Grundidee“ (2 Punkte)
  • CO-OP ist ein klientenzentrierter, leistungsbezogener Ansatz für Kinder mit Schwierigkeiten bei alltagsrelevanten Fertigkeiten
  • Das Kind wählt Ziele und lernt, Probleme über eine globale Strategie zu lösen: Ziel setzen, Plan bilden, durchführen und überprüfen
Charakterisieren Sie „Geführte Entdeckung“ (2 Punkte)
  • Die Therapeutin gibt Lösungen nicht vorschnell vor
  • Durch Fragen, Hinweise und gemeinsames Beobachten entdeckt das Kind aufgabenspezifische Strategien, etwa Position, Aufmerksamkeit auf einen Teil oder veränderte Reihenfolge
Charakterisieren Sie „Dynamische Leistungsanalyse“ (3 Punkte)
  • Während der Handlung wird genau betrachtet, wo die Ausführung scheitert
  • Die Analyse bleibt auf die gewählte Tätigkeit bezogen
  • Verbesserungen entstehen durch Strategie, Übung und Veränderung der Aufgabe, nicht durch isoliertes Training aller vermuteten Grundfunktionen
Charakterisieren Sie „Generalisierung und Transfer“ (4 Punkte)
  • Strategien werden benannt und in weitere Aufgaben übertragen
  • Eltern und Lehrkräfte unterstützen mit ähnlichen Fragen, ohne die Lösung zu übernehmen
  • Voraussetzung sind ausreichende Kommunikation und Fähigkeit zur Selbstreflexion
  • Anpassungen sind möglich
Leiten Sie für „CO-OP: kognitives Strategietraining“ einen ergotherapeutischen Prüfpunkt ab (2 Punkte)
  • Transfer ist erkennbar, wenn das Kind Ziel und Plan in eigenen Worten oder Handlungen darstellen, einen Fehler bemerken und die gefundene Strategie bei einer neuen Aufgabe erneut einsetzen kann
  • Reine Verbesserung an einem eingeübten Material belegt noch keine Generalisierung
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 126–128, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / NPH-NPSBV/CO-OP-Aproach.pdf, 21.07.2026

Neglect, Hemianopsie und Extinktion
Fragen und Antworten
Definieren Sie den Begriff „Gesichtsfeldausfall“ (3 Punkte)
  • Eine homonyme Hemianopsie ist ein Ausfall derselben Gesichtsfeldhälfte beider Augen, meist durch eine postchiasmale Schädigung
  • Quadrantenanopsien und Skotome betreffen kleinere Bereiche
  • Die Störung ist primär visuell und kann Lesen, Orientierung, Mobilität und Objektsuche beeinträchtigen
Definieren Sie den Begriff „Neglect“ (3 Punkte)
  • Neglect geht auf lateinisch neglegere zurück: nicht beachten, vernachlässigen
  • Betroffene beachten die kontraläsionale Raum- oder Körperseite vermindert und setzen die entsprechende Extremität oft weniger ein
  • Die Störung ist supramodal und kann visuelle, taktile, auditive, körperbezogene und motor-intentionale Komponenten umfassen
Definieren Sie den Begriff „Extinktion“ (2 Punkte)
  • Bei Extinktion wird ein einzelner Reiz auf der betroffenen Seite erkannt, bei gleichzeitiger beidseitiger Reizung jedoch ausgelassen
  • Extinktion kann in mehreren Modalitäten auftreten und weist auf eine Konkurrenz um Aufmerksamkeit hin
Definieren Sie den Begriff „Differentialdiagnose“ (4 Punkte)
  • Bei reiner Hemianopsie ist die Einsicht meist besser, die Störung bleibt visuell und Linienhalbierung kann zur ausgefallenen Seite abweichen
  • Bei Neglect fehlen häufig Einsicht und multimodale Beachtung
  • Zeichnungen zeigen halbseitige Auslassungen und Linien werden oft zur ipsiläsionalen Seite verschoben
  • Mischbilder sind häufig
Erklären Sie Funktion und fachlichen Zweck von „Funktionelle Folgen“ (3 Punkte)
  • Beide Störungen erhöhen Kollisions-, Sturz- und Fehlerrisiken
  • Neglect ist besonders mit langsameren funktionellen Fortschritten und höherem Unterstützungsbedarf verbunden
  • Therapie und Beratung müssen Fahreignung, Wegefähigkeit, Lesen, Selbstversorgung und gefährliche Situationen ausdrücklich berücksichtigen
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 126–128, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / NEUROPSYBV/20.03.2025_Neglect und Gesichtsfeldausfälle nach Schlaganfall (Dario Cazzoli & Thomas Nyffeler).pdf, 21.07.2026

Visuelle Wahrnehmung und FEW-3/DTVP-2
Fragen und Antworten
Unterscheiden Sie „Visuelle Wahrnehmung differenzieren“ anhand fachlicher Kriterien (2 Punkte)
  • Visuelle Leistung umfasst Sehschärfe und Gesichtsfeld, Blicksteuerung, Aufmerksamkeit, Erkennen, räumliche Beziehungen und visuomotorische Umsetzung
  • Ein Fehler beim Kopieren kann daher okulomotorisch, motorisch, aufmerksamkeitsbezogen oder perzeptiv bedingt sein
Charakterisieren Sie „FEW-3 und DTVP“ (3 Punkte)
  • Frostigs Entwicklungstest der visuellen Wahrnehmung beziehungsweise die englischen DTVP-Verfahren gliedern visuelle und visuomotorische Leistungen in Subtests
  • Altersspanne, Normierung und genaue Version müssen beachtet werden
  • Ergebnisse verschiedener Versionen sind nicht beliebig austauschbar
Ordnen Sie „Auswertung“ im Kontext von „Visuelle Wahrnehmung und FEW-3/DTVP-2“ fachlich ein (3 Punkte)
  • Ein Gesamtwert kann unterschiedliche Profile verdecken
  • Subtests werden mit Beobachtung von Strategie, Tempo und Fehlerart verbunden
  • Sehprobleme, Sprache, Motorik und Erfahrung werden differentialdiagnostisch geprüft
Charakterisieren Sie „Von Test zu Alltag“ (3 Punkte)
  • Therapie zielt auf Lesen, Schreiben, Orientierung, Bauen oder Selbstversorgung
  • Bottom-up-Übungen können mit Top-down-Strategien und Umweltanpassung kombiniert werden
  • Verbesserung wird in der Zielhandlung gemessen
Leiten Sie für „Visuelle Wahrnehmung und FEW-3/DTVP-2“ einen ergotherapeutischen Prüfpunkt ab (2 Punkte)
  • Der Prüfpunkt benennt die wahrscheinlich betroffene visuelle Teilfunktion, prüft gleichzeitig nichtvisuelle Anforderungen wie Sprache, Motorik und Aufmerksamkeit und verknüpft das Ergebnis mit einer konkreten Alltagshandlung
  • Ein Testwert allein bestimmt weder Ursache noch Therapieziel
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 126–128, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / NPH-NPSBV/visuelle Wahrnehmung FEW 3.pdf, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / NPH-NPSBV/DTVP2.docx, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / NPH-NPSBV/Frostigs Entwicklungstest der visuellen Wahrnehmung.docx, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / NPH-NPSBV/visuelle Wahrnehmungsstörung.pdf, 21.07.2026

IntraActPlus: Lernen und Interaktion
Fragen und Antworten
Definieren Sie den Begriff „Schwerpunkt“ (2 Punkte)
  • IntraActPlus richtet den Blick auf sehr schnelle Interaktions- und Lernmuster zwischen Kind und Bezugsperson
  • Positive gemeinsame Aufmerksamkeit, klare Signale und unmittelbare Rückmeldung sollen Lernen erleichtern
Beschreiben Sie die Beobachtung bei „IntraActPlus: Lernen und Interaktion“ (3 Punkte)
  • Video kann Blickkontakt, Timing, Aufgabenflucht, Hilfen und Reaktionen sichtbar machen
  • Aufnahmen benötigen informierte Einwilligung, sichere Speicherung und klare Löschregeln
  • Ausschnitte werden nicht ohne Kontext als Beweis für Beziehung bewertet
Definieren Sie den Begriff „Intervention“ (4 Punkte)
  • Aufgaben werden kleinschrittig und eindeutig gestaltet
  • Erwünschtes Lernverhalten wird konkret bestätigt
  • Unerwünschte Muster werden möglichst ruhig und vorhersehbar beantwortet
  • Beziehung bleibt mehr als Verstärkung und Konsequenz
Ordnen Sie „Kritische Einordnung“ im Kontext von „IntraActPlus: Lernen und Interaktion“ fachlich ein (3 Punkte)
  • Das Konzept wird unterschiedlich bewertet
  • Fachlich wichtig sind respektvolle Anwendung, Vermeidung von Beschämung und Abgleich mit Entwicklung, Neuropsychologie und familiärer Belastung
  • Kein Konzept erklärt jedes Verhalten allein
Leiten Sie für „IntraActPlus: Lernen und Interaktion“ einen ergotherapeutischen Prüfpunkt ab (2 Punkte)
  • Der Prüfpunkt bewertet, ob die veränderte Interaktion Selbstständigkeit, Lernbereitschaft und Beziehung verbessert
  • Kurzfristiger Gehorsam ohne Transfer, Wahlmöglichkeit oder stabile Selbststeuerung gilt nicht als ausreichender Therapieerfolg und verlangt eine erneute Funktionsanalyse
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 126–128, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / NPH-NPSBV/IntraActPlus –Konzept Jansen und Streit.pdf, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / NPH-NPSBV/IntraActPlus Pro und Contra.pdf, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / NPH-NPSBV/IntraActPlus.pdf, 21.07.2026

Entwicklungsneuropsychologie im Kindesalter
Fragen und Antworten
Beschreiben Sie Ablauf und fachliche Bedeutung von „Entwicklung statt Miniatur-Erwachsener“ (3 Punkte)
  • Neuropsychologische Funktionen entstehen über Jahre und in Wechselwirkung mit Sprache, Bewegung, Beziehung und Umwelt
  • Ein Kind kann eine Funktion noch nicht stabil beherrschen, ohne dass eine erworbene Störung vorliegt
  • Alter, Entwicklungsstand und Lerngelegenheiten bestimmen die Interpretation
Erklären Sie Funktion und fachlichen Zweck von „Aufmerksamkeit und Exekutivfunktionen“ (3 Punkte)
  • Aufmerksamkeit umfasst Aktivierung, Auswahl, Dauer und Wechsel
  • Exekutivfunktionen unterstützen Inhibition, Arbeitsgedächtnis, Planung und flexible Anpassung
  • Im Alltag zeigen sie sich beim Beginnen, Dranbleiben, Wechseln, Kontrollieren und Beenden von Aufgaben
Erklären Sie den fachlichen Kern von „Gedächtnis und Lernen“ (3 Punkte)
  • Lernen hängt von Aufmerksamkeit, Bedeutung, Wiederholung, Abrufhinweisen und emotionaler Regulation ab
  • Ein Kind kann Wissen besitzen, aber unter hoher Reizlast oder ohne Struktur nicht abrufen
  • Therapie verändert deshalb Aufgabe und Umwelt ebenso wie Strategie
Definieren Sie den Begriff „Lebenswelt“ (3 Punkte)
  • Schule, Familie und Gleichaltrige stellen unterschiedliche Anforderungen
  • Befundung muss zeigen, ob Schwierigkeiten kontextübergreifend oder situationsgebunden auftreten
  • Ziele betreffen Teilhabe und Selbstständigkeit, nicht nur bessere Testwerte
Leiten Sie für „Entwicklungsneuropsychologie im Kindesalter“ einen ergotherapeutischen Prüfpunkt ab (2 Punkte)
  • Der Prüfpunkt trennt eine altersgemäß noch reifende Funktion von einer deutlichen Beeinträchtigung und benennt die Umweltanforderung, unter der das Problem sichtbar wird
  • Therapie und Beratung richten sich auf die konkrete Passung zwischen Entwicklungsstand, Aufgabe und benötigter Unterstützung
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 126–128, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / NPH-NPSBV/Zusammenfassung neuropsychologische Grundlagen.docx, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / NPH-NPSBV/Pädiatrie neurophysiologisch 18.02.2026.pdf, 21.07.2026

Aufmerksamkeit, Verhalten und Familienkontext befunden
Fragen und Antworten
Charakterisieren Sie „Verhalten beschreiben“ (2 Punkte)
  • Statt „unmotiviert“ oder „aggressiv“ werden konkrete Handlungen, Auslöser, Häufigkeit, Dauer und Folgen dokumentiert
  • Dasselbe Verhalten kann Aufmerksamkeit, Vermeidung, Reizreduktion, Kommunikation oder Selbstregulation dienen
Charakterisieren Sie „Kontexte vergleichen“ bei „Aufmerksamkeit, Verhalten und Familienkontext befunden“ (3 Punkte)
  • Eltern, Schule und Therapie berichten oft unterschiedliche Ausprägungen
  • Struktur, Beziehung, Aufgabe, Tageszeit und Gruppengröße werden verglichen
  • Ein Problem nur in einem Kontext weist nicht automatisch auf fehlende Glaubwürdigkeit hin
Charakterisieren Sie „Aufmerksamkeit prüfen“ (3 Punkte)
  • Aufgabenbeginn, Daueraufmerksamkeit, Ablenkbarkeit, Arbeitsgedächtnis und Wechsel werden getrennt betrachtet
  • Interesse kann Leistung stark verändern
  • Diagnosen wie ADHS werden nicht allein aus ergotherapeutischer Beobachtung gestellt
Charakterisieren Sie „Familienzentrierte Rückmeldung“ (3 Punkte)
  • Bezugspersonen werden nicht für Verhalten verantwortlich gemacht
  • Gemeinsam werden wenige veränderbare Bedingungen gewählt
  • Positive Interaktion und klare Vorhersagbarkeit sind ebenso Befund- wie Interventionsfaktoren
Leiten Sie für „Aufmerksamkeit, Verhalten und Familienkontext befunden“ einen ergotherapeutischen Prüfpunkt ab (3 Punkte)
  • Der Prüfpunkt formuliert eine überprüfbare Funktion des Verhaltens und verändert gezielt Aufgabe, Beziehungsgestaltung oder Konsequenz
  • Bestätigt sich die Hypothese nicht, wird sie verworfen
  • Verhalten wird weder vorschnell als Absicht noch ausschließlich als neurologisches Symptom erklärt
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 126–128, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / NPH-NPSBV/THOP.pdf, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / NPH-NPSBV/THOP_250523-073815-5521.pdf, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / NPH-NPSBV/IntraActPlus.pdf, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / NPH-NPSBV/IntraActPlus Pro und Contra.pdf, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / NPH-NPSBV/MKT Loben positive Verstärkung Auszeit.pdf, 21.07.2026

Marburger Konzentrationstraining und KIM-Spiele
Fragen und Antworten
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Ziele“ (2 Punkte)
  • Das Marburger Konzentrationstraining unterstützt planvolles Arbeiten, Selbstinstruktion, Genauigkeit, Impulskontrolle und Umgang mit Fehlern
  • Gruppenstruktur und wiederkehrende Abläufe bieten Vorhersagbarkeit
Definieren Sie den Begriff „Selbstinstruktion“ (3 Punkte)
  • Handlungen werden zunächst laut begleitet, später innerlich gesteuert
  • Das Kind lernt, Aufgabe anzusehen, Plan zu formulieren, sorgfältig zu arbeiten und Ergebnis zu prüfen
  • Sprache wird an Entwicklungsstand und Aufgabe angepasst
Definieren Sie den Begriff „KIM-Spiele“ (4 Punkte)
  • KIM-Spiele nutzen Wahrnehmen, Merken und Wiedererkennen in spielerischen Aufgaben
  • Sie können Aufmerksamkeit und Strategiebewusstsein anregen
  • Transfer entsteht nicht automatisch
  • Die Strategie muss in Schul- und Alltagssituationen ausdrücklich verbunden werden
Definieren Sie „Rückmeldung“ (3 Punkte)
  • Lob beschreibt konkretes hilfreiches Verhalten
  • Tokens können kurzfristig motivieren, sollen aber nicht jedes eigenständige Interesse ersetzen
  • Auszeiten werden nicht als Beschämung eingesetzt und sind nur in transparenten, sicheren Rahmen vertretbar
Leiten Sie für „Marburger Konzentrationstraining und KIM-Spiele“ einen ergotherapeutischen Prüfpunkt ab (2 Punkte)
  • Die Dokumentation benennt die tatsächlich gelernte Strategie, etwa verbale Selbstinstruktion, planvolles Prüfen oder Pausieren
  • Erfolg liegt erst vor, wenn das Kind sie in Schule oder Alltag mit deutlich weniger Token, äußerer Struktur und direkter Anleitung selbstständig nutzt
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 126–128, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / NPH-NPSBV/KIM Spiele MKT.pdf, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / NPH-NPSBV/MKT Loben positive Verstärkung Auszeit.pdf, 21.07.2026

Piaget und kognitive Entwicklung
Fragen und Antworten
Erläutern Sie die Kernaussagen von „Konstruktivistische Grundidee“ (2 Punkte)
  • Jean Piaget beschrieb Kinder als aktive Konstrukteure ihres Wissens
  • Schemata werden durch Assimilation, Einordnung neuer Erfahrung in vorhandene Strukturen, und Akkommodation, Veränderung der Strukturen, angepasst
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Stufenmodell“ bei „Piaget und kognitive Entwicklung“ (2 Punkte)
  • Das Modell unterscheidet sensomotorische, präoperationale, konkret-operationale und formal-operationale Entwicklungsabschnitte
  • Es bietet eine grobe Orientierung für Denkformen, wird heute aber nicht als starre, universelle Abfolge verstanden
Leiten Sie aus „Therapeutische Nutzung“ Konsequenzen für die ergotherapeutische Praxis ab (3 Punkte)
  • Aufgaben werden an verfügbare Denkoperationen angepasst
  • Konkretes Material, sichtbare Schritte und eigenes Ausprobieren können hilfreicher sein als abstrakte Erklärungen
  • Fehler zeigen die aktuelle Strategie und werden für gemeinsames Problemlösen genutzt
Ordnen Sie „Kritische Einordnung“ fachlich ein (2 Punkte)
  • Leistung hängt von Sprache, Erfahrung, Kultur, Motivation und Aufgabenverständnis ab
  • Aus einer misslungenen Piaget-Aufgabe darf keine umfassende Aussage über Intelligenz oder Reife abgeleitet werden
Leiten Sie für „Piaget und kognitive Entwicklung“ einen ergotherapeutischen Prüfpunkt ab (2 Punkte)
  • Der Befund prüft, ob das Kind eine Aufgabe eher über unmittelbares Handeln, anschauliches Material, eine konkrete Regel oder eine abstrakte Erklärung versteht
  • Anleitung und Hilfen werden an diese Form angepasst und schrittweise reduziert, statt ein Entwicklungsstadium als starre Grenze zu behandeln
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 126–128, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / NPH-NPSBV/Handout Piaget.pdf, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / NPH-NPSBV/Piaget_NPHBV-P_Mara, Helene, Anna, Lena_E56.pdf, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / NPH-NPSBV/Entwicklungspsychologische Modelle.docx, 21.07.2026

Aufmerksamkeit und Exekutivfunktionen befunden
Fragen und Antworten
Definieren Sie den Begriff „Aufmerksamkeitsanamnese“ (2 Punkte)
  • Anamnese erfragt typische Fehler, Dauer bis zum Leistungsabfall, störende Reize, Tageszeit, Schlaf, Medikamente und Pausenwirkung
  • Aussagen werden mit Beobachtung in einer bedeutsamen Aufgabe verglichen. „Konzentration schlecht“ wird in konkrete Situationen und Anforderungen übersetzt
Erklären Sie Funktion und fachlichen Zweck von „Einfach- und Doppelaufgabe“ (3 Punkte)
  • Zuerst wird die Einzelleistung stabil geprüft, danach eine realistische Zusatzanforderung ergänzt
  • Ein deutlicher Einbruch bei Doppelaufgabe zeigt begrenzte Ressourcenteilung, kann aber auch durch Motorik oder Sprachlast entstehen
  • Sicherheit hat Vorrang vor maximaler Schwierigkeit
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Planung und Sequenzierung“ (3 Punkte)
  • Eine Planungsaufgabe erfasst Zielbildung, Reihenfolge, Materialwahl, Zeitabschätzung und Anpassung
  • Beobachtet werden benötigte Hinweise, Fehlererkennung und Abschluss
  • Ein korrektes Endergebnis kann hohe Fremdstruktur verdecken und wird deshalb zusammen mit dem Prozess dokumentiert
Charakterisieren Sie „Inhibition und Regelwechsel“ (3 Punkte)
  • Aufgaben mit Stoppregel oder wechselnder Sortierregel prüfen Hemmung und Flexibilität
  • Vor der Deutung wird sichergestellt, dass die Regel verstanden, gesehen und erinnert wurde
  • Motorische Verlangsamung wird von kognitivem Regelbruch getrennt
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Alltagsnahe exekutive Beobachtung“ (3 Punkte)
  • Kochen, Terminplanung oder Arbeitsplatzaufgabe zeigen exekutive Leistung oft besser als ein kurzer Papiertest
  • Standardisierte Daten und ökologische Beobachtung ergänzen sich
  • Gefährliche Aufgaben werden simuliert oder gesichert, wenn Einsicht und Fehlerkontrolle unklar sind
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 126–128, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / NEUROPSYBV/Start_Testung_Beobachtung.pdf, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / NPH-NPSBV/Befundung Assessments Behandlung.pdf, 21.07.2026

Cicerone et al. 2019: Evidence-Based Cognitive Rehabilitation, PMID 30926291, 21.07.2026

THOP und verhaltenstherapeutische Methoden
Fragen und Antworten
Definieren Sie den Begriff „Programmstruktur“ (3 Punkte)
  • THOP ist ein Therapieprogramm für Kinder mit hyperkinetischem und oppositionellem Problemverhalten
  • Es verbindet differenzierte Diagnostik mit kind-, familien- und umfeldbezogenen Interventionen
  • Die Behandlung wird aus einer individuellen Problemdefinition zusammengestellt
Definieren Sie den Begriff „Verhaltensanalyse“ bei „THOP und verhaltenstherapeutische Methoden“ (2 Punkte)
  • Auslöser, Verhalten und Konsequenzen werden in konkreten Situationen untersucht
  • Bezugspersonen lernen, positive Aufmerksamkeit zu erhöhen, Regeln klar zu formulieren und Konsequenzen vorhersehbar umzusetzen
Ordnen Sie „Tokensysteme“ fachlich ein (3 Punkte)
  • Token sind unmittelbar vergebene, symbolische Verstärker, die später gegen vereinbarte Belohnungen eingetauscht werden
  • Zielverhalten muss positiv, konkret und erreichbar beschrieben sein
  • Systeme werden regelmäßig überprüft und schrittweise zurückgenommen
Charakterisieren Sie „Ergotherapeutische Rolle“ (2 Punkte)
  • Ergotherapie kann Strategien in Spiel, Selbstversorgung, Schule und soziale Betätigung übertragen
  • Diagnostik und Programmumsetzung erfordern passende Qualifikation und Abstimmung mit Psychotherapie, Medizin und Familie
Leiten Sie für „THOP und verhaltenstherapeutische Methoden“ einen ergotherapeutischen Prüfpunkt ab (3 Punkte)
  • Das Zielverhalten muss alltagsrelevant, positiv beschreibbar und unter den gegebenen Bedingungen erreichbar sein
  • Interventionen sollen Kooperation, Selbststeuerung und Beziehung stärken
  • Reine Unterdrückung störenden Verhaltens ohne Funktionsanalyse oder Ersatzhandlung ist kein ausreichendes Therapieziel
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 126–128, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / NPH-NPSBV/THOP.pdf, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / NPH-NPSBV/THOP_250523-073815-5521.pdf, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / NPH-NPSBV/THOP VT.docx, 21.07.2026

Erikson, Mahler und Beziehungsentwicklung
Fragen und Antworten
Charakterisieren Sie „Eriksons Perspektive“ (2 Punkte)
  • Erik Erikson beschrieb psychosoziale Spannungsfelder über die Lebensspanne, etwa Vertrauen und Misstrauen, Autonomie und Scham oder Initiative und Schuld
  • Die Begriffe helfen, Entwicklungsaufgaben zu betrachten, sind aber keine Diagnosen und werden nicht mechanisch einem Alter zugeordnet
Charakterisieren Sie „Mahler und Individuation“ (3 Punkte)
  • Margaret Mahler beschrieb frühe Differenzierung und Separation-Individuation in der Beziehung zur Bezugsperson
  • Neuere Bindungs- und Säuglingsforschung hat viele Annahmen verändert
  • Der historische Ansatz kann dennoch Fragen nach Nähe, Exploration und Autonomie anregen
Analysieren Sie „Therapeutische Beziehung“ bei „Erikson, Mahler und Beziehungsentwicklung“ (3 Punkte)
  • Kinder benötigen einen sicheren, vorhersehbaren Rahmen und echte Wahlmöglichkeiten
  • Unterstützung soll weder Übernahme noch frühzeitige Selbstständigkeitsforderung sein
  • Die Therapeutin beobachtet, wann das Kind Nähe, Struktur, Ermutigung oder Rückzug benötigt
Charakterisieren Sie „Familie und Kontext“ bei „Erikson, Mahler und Beziehungsentwicklung“ (3 Punkte)
  • Autonomie zeigt sich je nach Kultur und Familie unterschiedlich
  • Konflikte werden nicht vorschnell als „nicht bewältigte Phase“ gedeutet
  • Aktuelle Belastungen, Kommunikation und Entwicklungsbedingungen werden konkret erfasst
Leiten Sie für „Erikson, Mahler und Beziehungsentwicklung“ einen ergotherapeutischen Prüfpunkt ab (3 Punkte)
  • Die Therapie bestimmt die aktuell bedeutsame Entwicklungsaufgabe aus Alltag, Beziehung und Selbstständigkeit
  • Sie schafft ausreichend Sicherheit, lässt aber Wahlmöglichkeiten und eigene Problemlösung zu
  • Fortschritt zeigt sich an mehr Beteiligung, nicht an der bloßen Zuordnung zu einer Modellstufe
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 126–128, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / NPH-NPSBV/Handout Erikson.pdf, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / NPH-NPSBV/Handout Erikson2.pdf, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / NPH-NPSBV/Magret Mahler Entwicklungstheorie sozialer Beziehung.docx, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / NPH-NPSBV/Entwicklungspsychologische Modelle.docx, 21.07.2026

Gedächtnis und Lernfähigkeit befunden
Fragen und Antworten
Definieren Sie den Begriff „Lernkurve“ (4 Punkte)
  • Mehrere Lerndurchgänge zeigen, ob Information durch Wiederholung aufgenommen wird
  • Eine flache Kurve kann Aufmerksamkeit, Enkodierung oder Aufgabenverständnis betreffen
  • Wortmaterial allein reicht nicht
  • Bei relevanter Sprachstörung werden nonverbale und alltagsnahe Lernaufgaben ergänzt
Charakterisieren Sie „Sofortiger und verzögerter Abruf“ (3 Punkte)
  • Sofortiger Abruf prüft kurzfristige Aufnahme, verzögerter Abruf die Verfügbarkeit nach Intervall
  • Dazwischenliegende Aufgaben und Zeit werden standardisiert
  • Ein Leistungsabfall wird mit Wiedererkennen und Hinweisreizen verglichen, um Speicherung und Abruf vorsichtig zu differenzieren
Charakterisieren Sie „Wiedererkennen und Hinweisreize“ (3 Punkte)
  • Wiedererkennen bietet Auswahlmöglichkeiten, Hinweisreize geben semantische oder situative Unterstützung
  • Besserung durch Hinweise spricht eher für Abrufschwierigkeit, ist aber nicht beweisend
  • Zufallstreffer, Ja-Sage-Tendenz und Sprachverständnis werden in der Auswertung berücksichtigt
Erklären Sie den fachlichen Kern von „Prospektive Gedächtnisprobe“ (3 Punkte)
  • Eine alltagsnahe Probe verlangt, später bei einem Zeitpunkt oder Ereignis eine vereinbarte Handlung auszuführen
  • Dokumentiert werden Eigeninitiative, verwendete Strategie und benötigter Hinweis
  • Sicherheitskritische Aufgaben wie Medikamenteneinnahme werden nicht ohne Absicherung getestet
Definieren Sie den Begriff „Lernpotential“ (3 Punkte)
  • Dynamische Befundung prüft, von welcher Hilfe die Person profitiert: Wiederholung, Bild, Handlung, feste Routine oder Fehlervermeidung
  • Lernpotential ist für Therapieplanung oft wichtiger als ein einzelner Rohwert
  • Die wirksame Hilfe wird danach in einer anderen Aufgabe auf Transfer geprüft
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 126–128, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / NEUROPSYBV/Start_Testung_Beobachtung.pdf, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / NPH-NPSBV/Befundung Assessments Behandlung.pdf, 21.07.2026

ESO/EAN 2021: Post-stroke cognitive impairment guideline, PMID 34746430, 21.07.2026

Pädiatrische neuropsychologische Fallplanung
Fragen und Antworten
Beurteilen Sie die zentralen Grenzen und Risiken bei „Problem präzisieren“ (3 Punkte)
  • Ein Fall wird nicht mit „Konzentrationsstörung“ beendet
  • Beschrieben wird, bei welcher Aufgabe, wie lange, unter welchen Reizen und mit welchen Folgen Schwierigkeiten auftreten
  • Ressourcen und Interessen werden gleichrangig erfasst
Charakterisieren Sie „Ansatz wählen“ (2 Punkte)
  • CO-OP passt zu strategiegeleitetem Fertigkeitslernen, MKT zu strukturierter Selbstinstruktion, THOP zu umfassender Verhaltens- und Elternarbeit, IntraActPlus zu Interaktions- und Lernmustern
  • Die Auswahl folgt Befund, Ziel und Qualifikation, nicht persönlicher Vorliebe
Ordnen Sie „System einbeziehen“ fachlich ein (3 Punkte)
  • Schule und Familie erhalten abgestimmte, wenige Maßnahmen
  • Widersprüchliche Regeln oder dauernde Therapieaufgaben werden vermieden
  • Das Kind versteht, was erprobt wird und woran Erfolg erkannt wird
Beschreiben Sie die Evaluation von „Pädiatrische neuropsychologische Fallplanung“ (3 Punkte)
  • Gemessen werden Zielerreichung, Hilfebedarf, Zeit, Fehler, Belastung und Teilnahme
  • Bleibt Wirkung aus, wird die Hypothese geändert
  • Eine Maßnahme wird nicht allein fortgeführt, weil sie einem bekannten Konzept entstammt
Leiten Sie für „Pädiatrische neuropsychologische Fallplanung“ einen ergotherapeutischen Prüfpunkt ab (3 Punkte)
  • Eine Methode wird aus Befund, Betätigungsziel und Wirkprinzip begründet und mit mindestens einer realistischen Alternative verglichen
  • Dosis, Belastung und Erfolgskriterium werden vorab festgelegt
  • Transfer gilt nur als belegt, wenn eine relevante Alltagshandlung messbar sicherer oder selbstständiger gelingt
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 126–128, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / NPH-NPSBV/Aufgabe SOL 09.01.2026 Konzepte.docx, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / NPH-NPSBV/Pädiatrie neurophysiologisch 18.02.2026.pdf, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / NPH-NPSBV/Tätigkeits- und Lernraster Pädiatrie NPSBV-P_NPHBV-P.pdf, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / NPH-NPSBV/Fragen zur Wiederholung.pdf, 21.07.2026

Kohlberg und Freud kritisch eingeordnet
Fragen und Antworten
Beschreiben Sie Ablauf und fachliche Bedeutung von „Kohlbergs Moralentwicklung“ (3 Punkte)
  • Lawrence Kohlberg ordnete moralische Begründungen in präkonventionelle, konventionelle und postkonventionelle Ebenen
  • Bewertet wird die Begründungsstruktur, nicht einfach „gutes“ Verhalten
  • Das Modell wurde wegen kultureller und geschlechtsspezifischer Begrenzungen kritisiert
Erläutern Sie die Kernaussagen von „Freuds historisches Modell“ (3 Punkte)
  • Sigmund Freud erklärte Entwicklung über psychosexuelle Phasen und unbewusste Konflikte
  • Das Modell prägte Psychologie und Pädagogik, viele Annahmen sind empirisch jedoch nicht ausreichend bestätigt
  • Es wird als Theoriegeschichte, nicht als direkte Befundschablone, genutzt
Beurteilen Sie die zentralen Grenzen und Risiken bei „Gefahr der Überinterpretation“ (2 Punkte)
  • Nägelkauen, Ordnung, Trotz oder Beziehungsschwierigkeiten werden nicht aus einer vermeintlichen Fixierung erklärt
  • Moderne Befundung prüft Entwicklung, Lernen, Familie, Neuropsychologie, Belastung und konkrete Funktion
Begründen Sie die fachliche Bedeutung von „Nutzen im Unterricht“ (2 Punkte)
  • Die Modelle schärfen den Blick dafür, dass Verhalten begründet, entwicklungsabhängig und sozial eingebettet ist
  • Therapeutische Entscheidungen benötigen dennoch aktuelle, überprüfbare Beobachtungen und eine respektvolle Sprache
Leiten Sie für „Kohlberg und Freud kritisch eingeordnet“ einen ergotherapeutischen Prüfpunkt ab (3 Punkte)
  • Ein Entwicklungsmodell ist nur nützlich, wenn daraus eine beobachtbare und überprüfbare Frage entsteht
  • Es darf direkte Befunddaten, Perspektive des Kindes und Kontext nicht durch spekulative Deutung ersetzen
  • Widersprechen Beobachtungen dem Modell, hat die konkrete Situation Vorrang
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 126–128, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / NPH-NPSBV/Handout Kohlberg NPHYBV-P.docx, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / NPH-NPSBV/Handout Stufenmodell Kohlberg.docx, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / NPH-NPSBV/Handout-Freud.pdf, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / NPH-NPSBV/Psychosexuelle Entwicklung nach Freud.docx, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / NPH-NPSBV/Entwicklungspsychologische Modelle.docx, 21.07.2026

Sprache, Praxis und Objektgebrauch befunden
Fragen und Antworten
Charakterisieren Sie „Sprachsensible Instruktion“ (3 Punkte)
  • Vor einer kognitiven Deutung wird geprüft, ob die Person Wörter, Satzlänge und Aufgabenregel versteht
  • Demonstration, Ja-Nein-Kontrolle oder Bildauswahl reduzieren Sprachlast
  • Eine vereinfachte Instruktion darf die eigentliche Testanforderung nur verändern, wenn dies dokumentiert wird
Charakterisieren Sie „Gesten und Imitation“ (3 Punkte)
  • Apraxieprüfung vergleicht bedeutungsvolle Gesten, bedeutungslose Handstellungen und Imitation
  • Fehler werden nach Körperteil, räumlicher Orientierung, Timing und Selbstkorrektur beschrieben
  • Lähmung, Schmerz, Neglect und fehlendes Verständnis müssen als alternative Ursachen geprüft werden
Charakterisieren Sie „Pantomime und realer Objektgebrauch“ (3 Punkte)
  • Pantomime ohne Gegenstand beansprucht interne Handlungsvorstellung stärker als Gebrauch eines realen Objekts
  • Unterschiede zwischen beiden Bedingungen sind diagnostisch hilfreich
  • Aus Sicherheitsgründen werden gefährliche Werkzeuge durch Attrappen oder kontrollierte Situationen ersetzt
Charakterisieren Sie „Sequenz einer Alltagshandlung“ (4 Punkte)
  • Eine mehrschrittige Tätigkeit zeigt Auswahl, Reihenfolge und Zielkontrolle
  • Fehler werden nicht sofort korrigiert, sofern keine Gefahr besteht
  • Danach wird die geringste wirksame Hilfe erprobt
  • Ergebnis, Prozess und Transfer zu einer ähnlichen Tätigkeit werden getrennt dokumentiert
Charakterisieren Sie „Interdisziplinäre Abstimmung“ bei „Sprache, Praxis und Objektgebrauch befunden“ (3 Punkte)
  • Sprach- und Praxisergebnisse werden mit Logopädie, Neuropsychologie, Medizin und Pflege abgestimmt
  • Ergotherapie liefert die betätigungsbezogene Perspektive und beobachtet Hilfen in realen Aufgaben
  • Uneinheitliche Befunde werden als offene Hypothese statt als gesicherte Diagnose dokumentiert
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 126–128, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / NEUROPSYBV/Start_Testung_Beobachtung.pdf, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / NPH-NPSBV/Befundung Assessments Behandlung.pdf, 21.07.2026

Purcell et al. 2024: Interventions for post-stroke upper-limb apraxia, DOI 10.1177/03080226231201738, 21.07.2026

Strategietraining bei Apraxie
Fragen und Antworten
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Ziel des Strategietrainings“ (4 Punkte)
  • Strategietraining bei Apraxie verbessert vor allem die Ausführung bedeutsamer Alltagshandlungen
  • Die Person lernt interne oder externe Hilfen für Initiierung, Sequenz und Kontrolle zu nutzen
  • Ziel ist funktionelle Selbstständigkeit
  • Die zugrunde liegende Apraxie muss sich dabei nicht im gleichen Maß normalisieren
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Interne Strategien“ (3 Punkte)
  • Interne Strategien umfassen verbale Selbstinstruktion, Vorstellen des Endziels, Benennen der Reihenfolge und bewusste Endkontrolle
  • Sie setzen ausreichendes Verständnis und Lernfähigkeit voraus
  • Bei Aphasie werden kurze Schlüsselwörter, Bilder oder demonstrierte Schritte eingesetzt
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Externe Strategien“ (3 Punkte)
  • Externe Hilfen können Gegenstände in Reihenfolge, Fotos, Markierungen, Checklisten oder vorbereitete Arbeitsplätze sein
  • Die Hilfe wird an der Fehlerstelle platziert und nicht wahllos vermehrt
  • Eine überladene Umgebung kann Aufmerksamkeit und selbstständige Problemlösung zusätzlich beeinträchtigen
Erklären Sie den fachlichen Kern von „Fehlerarmes und exploratives Lernen“ (3 Punkte)
  • Fehlerarmes Lernen begrenzt riskante oder schwer korrigierbare Fehlhandlungen und eignet sich bei geringer Fehlererkennung
  • Exploratives Lernen lässt sichere Versuche und Selbstkorrektur zu
  • Die Wahl hängt von Einsicht, Gedächtnis, Gefahr und Ziel der Aufgabe ab
Definieren Sie den Begriff „Transferprüfung“ (3 Punkte)
  • Nach Training wird eine ähnliche, aber nicht identische Alltagshandlung geprüft
  • Transfer zeigt sich, wenn die Person Strategie oder Struktur selbst auswählt und mit weniger Hilfe sicher handelt
  • Reines Auswendiglernen einer festen Sequenz wird von verallgemeinerbarer Problemlösung unterschieden
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 126–128, 21.07.2026

Purcell et al. 2024: Interventions for post-stroke upper-limb apraxia, DOI 10.1177/03080226231201738, 21.07.2026

Cicerone et al. 2019: Evidence-Based Cognitive Rehabilitation, PMID 30926291, 21.07.2026

Neurokognitive Entwicklung und FASD
Fragen und Antworten
Erklären Sie Wirkzusammenhänge bei „Neurokognitive Folgen“ (4 Punkte)
  • Bei FASD können Aufmerksamkeit, Arbeitsgedächtnis, Verarbeitungsgeschwindigkeit, Planung, Impulskontrolle und Generalisierung beeinträchtigt sein
  • Das Profil ist variabel
  • Körperliche Merkmale können fehlen
  • Diagnose gehört in spezialisierte medizinische und psychologische Abklärung
Charakterisieren Sie „Verhalten verstehen“ (3 Punkte)
  • Ein Kind kann eine Regel wiedergeben und sie in einer neuen Situation dennoch nicht anwenden
  • Wiederholte Fehler sind dann nicht automatisch Unwillen
  • Konkrete Sprache, sichtbare Schritte, Routine und unmittelbare Rückmeldung reduzieren die Belastung exekutiver Funktionen
Begründen Sie die fachliche Bedeutung von „Plastizität realistisch nutzen“ (3 Punkte)
  • Lernen bleibt möglich, benötigt aber oft mehr Wiederholung, engere Kontextbindung und externe Hilfen
  • Neuroplastizität bedeutet nicht, dass jede Funktion durch intensives Training normalisiert werden kann
  • Kompensation kann langfristig angemessen sein
Begründen Sie die fachlichen Anforderungen bei „Alltag und Schutz“ (3 Punkte)
  • Überforderung erhöht Dysregulation
  • Anforderungen werden an Entwicklungsniveau statt Lebensalter angepasst, ohne das Kind zu entmündigen
  • Schule, Familie und Hilfesystem benötigen gemeinsame, konsistente Strategien
Leiten Sie für „Neurokognitive Entwicklung und FASD“ einen ergotherapeutischen Prüfpunkt ab (2 Punkte)
  • Der Prüfpunkt ermittelt, welche äußere Struktur eine erfolgreiche Handlung ermöglicht und welche Erwartung die vorhandene Generalisierungs- oder Steuerungsfähigkeit überfordert
  • Unterstützung wird zuverlässig angeboten und erst reduziert, wenn sie in mehreren Alltagssituationen entbehrlich wird
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 126–128, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / NPH-NPSBV/Fetale Alkoholspektrumstörung.pdf, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / NPH-NPSBV/Neuroplastizität das Gehirn lernt immer.pdf, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / NPH-NPSBV/Neuroplastizität Selbst ist das Gehirn und Gehirn neu verdrahtet.pdf, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / NPH-NPSBV/Zusammenfassung neuropsychologische Grundlagen.docx, 21.07.2026

Ökologische Validität und Mehrmethodenbefund
Fragen und Antworten
Charakterisieren Sie „Ökologische Validität“ (3 Punkte)
  • Ökologische Validität beschreibt, wie gut ein Befund Verhalten in realen Lebenssituationen abbildet
  • Ein Test kann eine Funktion zuverlässig messen und dennoch Alltag nur begrenzt vorhersagen
  • Deshalb werden standardisierte Aufgaben mit Beobachtung in Selbstversorgung, Haushalt, Mobilität oder Arbeit verbunden
Unterscheiden Sie „Test-Alltag-Differenz“ anhand fachlicher Kriterien (3 Punkte)
  • Gute Testleistung kann durch ruhige Umgebung, klare Einzelinstruktion und kurze Dauer entstehen, während der Alltag parallele Reize und Eigenorganisation verlangt
  • Umgekehrt können vertraute Routinen trotz schwacher Testwerte gelingen
  • Die Differenz ist ein Befund und kein Widerspruch, der verborgen werden sollte
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Mehrmethodenansatz“ (3 Punkte)
  • Ein belastbarer Befund kombiniert Gespräch, Akteninformation, direkte Beobachtung, standardisierte Tests und Verlauf
  • Übereinstimmung erhöht Sicherheit, Abweichung führt zu neuer Hypothese
  • Kein einzelnes Verfahren entscheidet allein über Selbstständigkeit oder Unterstützungsbedarf
Charakterisieren Sie „Fremd- und Selbsteinschätzung“ (4 Punkte)
  • Selbstbericht zeigt subjektive Belastung und Ziele
  • Fremdbericht ergänzt Beobachtungen über längere Zeit
  • Anosognosie, Überforderung oder Beziehungskonflikte können Angaben beeinflussen
  • Unterschiede werden transparent beschrieben und durch konkrete Beispiele statt durch Wertungen geklärt
Definieren Sie den Begriff „Kontextvariation“ (3 Punkte)
  • Leistung wird bei Bedarf unter gezielt veränderten Bedingungen beobachtet, etwa mit mehr Reizen, anderer Tageszeit oder weniger Hilfe
  • Variation erfolgt kontrolliert und sicher
  • So wird erkennbar, welche Umweltfaktoren Leistung stabilisieren und welche die Person über ihre Grenze bringen
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 126–128, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / NEUROPSYBV/Start_Testung_Beobachtung.pdf, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / NPH-NPSBV/Befundung Assessments Behandlung.pdf, 21.07.2026

Cicerone et al. 2019: Evidence-Based Cognitive Rehabilitation, PMID 30926291, 21.07.2026

Aufmerksamkeit, Fatigue und Reizdosierung
Fragen und Antworten
Erklären Sie Funktion und fachlichen Zweck von „Aufgabenspezifisches Aufmerksamkeitstraining“ (3 Punkte)
  • Training richtet sich auf die Aufmerksamkeitskomponente, die eine konkrete Betätigung begrenzt
  • Dauer, Ablenkung und Regelwechsel werden einzeln gesteigert
  • Eine beliebige Computerserie ohne Hypothese und Alltagsbezug liefert zwar Übung, aber keinen gesicherten funktionellen Transfer
Definieren Sie den Begriff „Reizreduktion“ (3 Punkte)
  • Reizreduktion entfernt konkurrierende visuelle, akustische oder sprachliche Information, bis die Kernaufgabe gelingt
  • Danach werden alltagsrelevante Reize schrittweise wieder eingeführt
  • Dauerhafte Abschirmung kann Teilhabe begrenzen und ist nur sinnvoll, wenn sie gezielt kompensiert
Charakterisieren Sie „Pacing bei Fatigue“ (3 Punkte)
  • Pacing verteilt Aktivität und Pausen vorausschauend, bevor deutlicher Einbruch entsteht
  • Prioritäten, Tagesprofil und Erholungsdauer werden gemeinsam geplant
  • Ziel ist nicht maximale Schonung, sondern verlässliche Teilnahme an wichtigen Betätigungen ohne anhaltende Überlastungsreaktion
Erklären Sie Funktion und fachlichen Zweck von „Doppelaufgabentraining“ (4 Punkte)
  • Doppelaufgaben werden erst eingesetzt, wenn die Einzelleistungen ausreichend sicher sind
  • Zusatzanforderung und Schwierigkeit werden messbar dosiert
  • Bei Sturz-, Verkehrs- oder Werkzeugrisiko erfolgt Training gesichert
  • Fehler unter Belastung werden als Kapazitätsgrenze dokumentiert
Erklären Sie Wirkzusammenhänge bei „Selbstmonitoring der Belastung“ (3 Punkte)
  • Die Person lernt frühe Zeichen wie verlangsamte Reaktion, Suchfehler, Gereiztheit oder Kopfdruck zu erkennen und eine vereinbarte Pause einzuleiten
  • Subjektive Skalen werden mit beobachtbarer Leistung verbunden
  • Fehlende Einsicht erfordert vorübergehend externe Zeit- und Sicherheitsgrenzen
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 126–128, 21.07.2026

Cicerone et al. 2019: Evidence-Based Cognitive Rehabilitation, PMID 30926291, 21.07.2026

ESO/EAN 2021: Post-stroke cognitive impairment guideline, PMID 34746430, 21.07.2026

Aufmerksamkeit, Vigilanz und Verarbeitungsgeschwindigkeit
Fragen und Antworten
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Aufmerksamkeitskomponenten“ (3 Punkte)
  • Aufmerksamkeit umfasst Aktivierungsniveau, längerfristige Wachheit, räumliche Ausrichtung, Auswahl relevanter Reize, Aufrechterhaltung eines Ziels und Wechsel zwischen Anforderungen
  • Eine Person kann in einer Komponente unauffällig und in einer anderen deutlich beeinträchtigt sein
  • „unkonzentriert“ ist deshalb kein ausreichender Befund
Erklären Sie den fachlichen Kern von „Vigilanz und Alertness“ (3 Punkte)
  • Alertness bezeichnet die allgemeine Reaktionsbereitschaft, Vigilanz die Aufrechterhaltung über längere monotone Zeit
  • Schlafmangel, Medikamente, Schmerz, Depression und neurologische Schädigung können beide mindern
  • Schwankungen werden mit Tageszeit, Belastung und Pausen dokumentiert
Charakterisieren Sie „Selektive und geteilte Aufmerksamkeit“ (3 Punkte)
  • Selektive Aufmerksamkeit hält eine relevante Information trotz Konkurrenz fest
  • Geteilte Aufmerksamkeit koordiniert zwei Anforderungen, etwa Gehen und Gespräch
  • Doppelaufgaben erhöhen das Risiko, wenn eine Einzelleistung noch nicht automatisiert ist oder die Person ihre Belastungsgrenze nicht bemerkt
Definieren Sie den Begriff „Verarbeitungsgeschwindigkeit“ (3 Punkte)
  • Verlangsamte Verarbeitung bedeutet nicht automatisch fehlendes Verständnis
  • Die Person kann korrekte Lösungen benötigen, aber mehr Zeit für Aufnahme, Entscheidung und Antwort
  • Zeitdruck, schnelle Themenwechsel und parallele Hinweise verschlechtern dann die Leistung unverhältnismäßig
Erklären Sie Wirkzusammenhänge bei „Betätigungsfolgen“ (2 Punkte)
  • Aufmerksamkeitsstörungen zeigen sich als ausgelassene Schritte, Übersehen von Gefahren, Abbruch längerer Tätigkeiten oder Fehler bei gleichzeitigen Anforderungen
  • Ergotherapeutisch werden Reizmenge, Zeitbedarf und Aufgabenstruktur so verändert, dass Sicherheit und selbstständige Steuerung überprüfbar zunehmen
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 126–128, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / NEUROPSYBV/NPSBV_Hirn_Wiederholung_E56_E57_CT.pdf, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / NEUROPSYBV/Gehirn Zusammenfassung.pdf, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / NPH-NPSBV/Zusammenfassung neuropsychologische Grundlagen.docx, 21.07.2026

Cicerone et al. 2019: Evidence-Based Cognitive Rehabilitation, PMID 30926291, 21.07.2026

Testbedingungen, Fatigue und Fehlerquellen
Fragen und Antworten
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Fatigue als Befundfaktor“ (3 Punkte)
  • Neurologische Fatigue kann Leistung bereits nach kurzer Belastung deutlich verändern und ist nicht mit gewöhnlicher Müdigkeit gleichzusetzen
  • Testdauer, Pausen, Tageszeit und subjektive Erschöpfung werden dokumentiert
  • Ein später Leistungsabfall darf nicht pauschal als mangelnde Anstrengung bewertet werden
Charakterisieren Sie „Medikation und akuter Zustand“ (3 Punkte)
  • Sedierende, aktivierende oder anticholinerge Wirkungen sowie Schmerz, Infekt, Delir oder Stoffwechselstörung können kognitive Ergebnisse verändern
  • Auffällige akute Schwankung verlangt medizinische Rücksprache
  • Ein Testwert wird nur im dokumentierten Zustand interpretiert
Charakterisieren Sie „Übungs- und Wiederholungseffekt“ (3 Punkte)
  • Bei wiederholter Testung kann Vertrautheit das Ergebnis verbessern, ohne dass der Alltag gleich stark profitiert
  • Parallelformen, angemessene Intervalle und zusätzliche Betätigungsmaße reduzieren Fehlinterpretation
  • Derselbe Test wird nicht beliebig häufig zur Übung eingesetzt
Ordnen Sie „Normwerte und Passung“ fachlich ein (3 Punkte)
  • Normwerte gelten nur für passende Alters-, Bildungs-, Sprach- und Gesundheitsgruppen sowie standardisierte Durchführung
  • Ein Rohwert außerhalb der Norm ist kein vollständiger Befund
  • Seh-, Hör-, Motorik- oder Sprachbeeinträchtigung kann die Vergleichbarkeit begrenzen und muss ausdrücklich genannt werden
Definieren Sie den Begriff „Interpretationsfehler“ (3 Punkte)
  • Bestätigungsfehler entsteht, wenn nur Daten gesucht werden, die eine frühe Vermutung stützen
  • Weitere Risiken sind Überdeutung kleiner Unterschiede, Verwechslung von Korrelation und Ursache sowie Etikettierung aus einem Einzeltest
  • Widersprechende Daten und alternative Erklärungen gehören in die Befundbewertung
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 126–128, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / NEUROPSYBV/Start_Testung_Beobachtung.pdf, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / NPH-NPSBV/Befundung Assessments Behandlung.pdf, 21.07.2026

ESO/EAN 2021: Post-stroke cognitive impairment guideline, PMID 34746430, 21.07.2026

Gedächtniskompensation und externe Hilfen
Fragen und Antworten
Erklären Sie den fachlichen Kern von „Auswahl einer Gedächtnishilfe“ (3 Punkte)
  • Eine Hilfe muss zur konkreten Vergessenssituation, Seh- und Motorikfähigkeit, Technikkompetenz und Umgebung passen
  • Ein Smartphone ist nicht automatisch besser als Papier
  • Entscheidend sind zuverlässige Nutzung, Aktualisierung und die Frage, ob die Erinnerung unmittelbar zur Handlung führt
Charakterisieren Sie „Kalender und Tagesstruktur“ (3 Punkte)
  • Kalender, Wochenplan oder sichtbare Tafel ordnen Termine und wiederkehrende Aufgaben
  • Ein fester Ort, wenige Einträge und tägliche Prüfroutine erhöhen Verlässlichkeit
  • Die Person übt nicht nur das Lesen, sondern Eintragen, Prüfen und Abhaken im tatsächlichen Alltag
Charakterisieren Sie „Zeit- und ereignisbasierte Erinnerung“ (3 Punkte)
  • Zeitbasierte Alarme helfen bei festen Uhrzeiten, ereignisbasierte Hinweise bei Auslösern wie Verlassen des Hauses
  • Die Nachricht benennt die konkrete Handlung und gegebenenfalls den Ort des Materials
  • Zu viele Alarme führen zu Gewöhnung und werden auf die wichtigsten Risiken begrenzt
Erklären Sie den fachlichen Kern von „Fehlerarmes Lernen und Abrufabstände“ (4 Punkte)
  • Fehlerarmes Lernen verhindert die Einprägung wiederholter falscher Antworten
  • Zunehmende Abrufabstände stabilisieren korrekt gelernte Information
  • Beide Verfahren eignen sich für klar definierte Inhalte oder Routinen
  • Transfer auf neue Probleme muss separat geprüft werden
Begründen Sie die fachlichen Anforderungen bei „Sicherheitskritische Erinnerungen“ (2 Punkte)
  • Medikamente, Herd, Haustür oder Termine mit erheblichen Folgen dürfen nicht allein auf eine ungetestete Gedächtnishilfe gestützt werden
  • Nutzung wird im Alltag überprüft und durch Dosiersystem, automatische Abschaltung oder Bezugsperson abgesichert, bis ausreichende Zuverlässigkeit belegt ist
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 126–128, 21.07.2026

Cicerone et al. 2019: Evidence-Based Cognitive Rehabilitation, PMID 30926291, 21.07.2026

ESO/EAN 2021: Post-stroke cognitive impairment guideline, PMID 34746430, 21.07.2026

Gedächtnis, Lernen und Orientierung
Fragen und Antworten
Beschreiben Sie Ablauf und fachliche Bedeutung von „Gedächtnisprozesse“ bei „Gedächtnis, Lernen und Orientierung“ (3 Punkte)
  • Gedächtnisleistung umfasst Enkodierung neuer Information, Stabilisierung über Zeit, Speicherung und späteren Abruf
  • Ein Abrufproblem kann durch Hinweisreize besser werden, während unzureichend enkodierte Inhalte auch mit Hinweis fehlen
  • Befund und Therapie müssen diese Mechanismen unterscheiden
Erklären Sie den fachlichen Kern von „Arbeitsgedächtnis“ (3 Punkte)
  • Das Arbeitsgedächtnis hält Information kurzfristig verfügbar und bearbeitet sie, etwa beim Merken einer Anweisung während der Ausführung
  • Begrenzung zeigt sich bei langen Sätzen, mehreren Handlungsschritten oder mentalem Rechnen
  • Externe Struktur entlastet, ersetzt aber nicht die Prüfung des Verständnisses
Erklären Sie den fachlichen Kern von „Episodisches und semantisches Gedächtnis“ (4 Punkte)
  • Episodisches Gedächtnis betrifft persönlich erlebte Ereignisse mit Zeit- und Ortsbezug
  • Semantisches Gedächtnis umfasst Fakten und Bedeutungen
  • Nach Hirnschädigung können beide unterschiedlich betroffen sein
  • Vertrautes Wissen kann erhalten bleiben, obwohl neue Tagesereignisse rasch vergessen werden
Erklären Sie den fachlichen Kern von „Prospektives Gedächtnis“ (3 Punkte)
  • Prospektives Gedächtnis ermöglicht, eine geplante Handlung später zum richtigen Zeitpunkt oder Ereignis auszuführen
  • Schwierigkeiten betreffen Termine, Medikamente oder das Ausschalten eines Geräts
  • Kalender, Alarme und sichtbare Handlungsorte können die Lücke gezielt kompensieren
Erklären Sie den fachlichen Kern von „Orientierung und Gedächtnis“ (3 Punkte)
  • Orientierung zu Zeit, Ort, Situation und Person stützt sich auf Gedächtnis, Aufmerksamkeit, Wahrnehmung und Schlussfolgern
  • Eine falsche Angabe wird nicht automatisch als Gedächtnisstörung gedeutet
  • Akute Desorientierung oder deutliche Schwankung verlangt medizinische Abklärung, besonders bei möglichem Delir
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 126–128, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / NEUROPSYBV/NPSBV_Hirn_Wiederholung_E56_E57_CT.pdf, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / NEUROPSYBV/Gehirn Zusammenfassung.pdf, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / NPH-NPSBV/Zusammenfassung neuropsychologische Grundlagen.docx, 21.07.2026

ESO/EAN 2021: Post-stroke cognitive impairment guideline, PMID 34746430, 21.07.2026

Cicerone et al. 2019: Evidence-Based Cognitive Rehabilitation, PMID 30926291, 21.07.2026

Metakognitive Strategien bei exekutiven Störungen
Fragen und Antworten
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Metakognitive Grundstrategie“ (3 Punkte)
  • Metakognitive Therapie macht den eigenen Handlungsprozess zum Gegenstand: anhalten, Ziel benennen, Plan wählen, ausführen und Ergebnis prüfen
  • Die Strategie wird an einer bedeutsamen Aufgabe gelernt
  • Lange abstrakte Erklärungen werden durch sichtbare Schlüsselwörter und unmittelbare Anwendung ersetzt
Charakterisieren Sie „Vorhersage und Nachbesprechung“ (3 Punkte)
  • Vor einer Aufgabe schätzt die Person Schwierigkeit, Zeit und wahrscheinliche Fehler ein
  • Danach werden Vorhersage und Ergebnis verglichen
  • Diese Diskrepanz kann Selbstbeobachtung verbessern, wenn Rückmeldung konkret und respektvoll erfolgt und nicht als Beweis persönlichen Versagens genutzt wird
Charakterisieren Sie „Goal Management Training“ (3 Punkte)
  • Goal Management Training unterbricht automatisches Handeln und richtet Aufmerksamkeit wieder auf das Hauptziel
  • Schritte werden hierarchisch geordnet, Ablenkungen notiert und nach Teilabschnitten geprüft
  • Die Methode benötigt ausreichende Lern- und Sprachfähigkeit oder entsprechend vereinfachte visuelle Unterstützung
Charakterisieren Sie „Umweltgestützte Exekutivhilfe“ (3 Punkte)
  • Feste Ablageorte, reduzierte Auswahl, vorbereitete Materialreihenfolge oder Checklisten übernehmen einen Teil der Steuerung
  • Eine gute Umweltanpassung ermöglicht Selbstständigkeit, ohne jede Entscheidung abzunehmen
  • Hilfen werden nur dort eingesetzt, wo sie Fehler oder Überlastung tatsächlich reduzieren
Definieren Sie den Begriff „Generalisierung“ (3 Punkte)
  • Strategien werden in mehreren Aufgaben, Umgebungen und mit abnehmender Anleitung angewendet
  • Die Person soll erkennen, wann eine Strategie nötig ist
  • Bleibt sie an ein einzelnes Therapiespiel gebunden, ist die Leistung geübt, aber noch nicht als alltagsrelevante exekutive Kompensation generalisiert
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 126–128, 21.07.2026

Cicerone et al. 2019: Evidence-Based Cognitive Rehabilitation, PMID 30926291, 21.07.2026

Exekutive Funktionen und Handlungssteuerung
Fragen und Antworten
Erklären Sie Funktion und fachlichen Zweck von „Exekutive Funktionen“ (3 Punkte)
  • Exekutive Funktionen koordinieren zielgerichtetes Handeln, wenn Routine nicht ausreicht
  • Dazu gehören Initiierung, Planung, Auswahl, Hemmung unpassender Reaktionen, flexible Anpassung, Fehlerkontrolle und Abschluss
  • Sie wirken als Steuerungssystem über mehrere kognitive und motorische Teilfunktionen
Definieren Sie den Begriff „Initiierungsstörung“ (3 Punkte)
  • Bei gestörter Initiierung beginnt eine Person trotz vorhandener motorischer Fähigkeit und erklärtem Ziel nicht oder nur nach starken äußeren Impulsen
  • Dies ist von Müdigkeit, Depression, Verständnisschwierigkeit und bewusster Ablehnung abzugrenzen
  • Hilfen werden so dosiert, dass Eigenstart sichtbar bleibt
Charakterisieren Sie „Inhibition und Impulskontrolle“ (4 Punkte)
  • Inhibition stoppt eine automatische oder unpassende Reaktion
  • Beeinträchtigung kann zu vorschnellem Handeln, Regelverletzungen oder Gefährdung führen
  • Verbote allein reichen nicht
  • Aufgabe und Umgebung werden so gestaltet, dass Pause, Prüfschritt und sichere Alternative tatsächlich ausführbar sind
Charakterisieren Sie „Kognitive Flexibilität“ (3 Punkte)
  • Flexibilität ermöglicht den Wechsel von Regel, Perspektive oder Strategie
  • Perseveration bedeutet unangemessenes Festhalten an einer früher passenden Reaktion
  • Therapie macht den Wechselpunkt sichtbar, begrenzt konkurrierende Anforderungen und übt die bewusste Auswahl einer neuen Strategie
Charakterisieren Sie „Monitoring und Einsicht“ (3 Punkte)
  • Monitoring vergleicht Handlungsergebnis und Ziel
  • Bei eingeschränkter Selbstbeobachtung werden Fehler nicht bemerkt oder Folgen unterschätzt
  • Video, Ergebnisvergleich oder kurze Vorhersage-Nachbesprechung können Einsicht fördern, müssen aber respektvoll sein und dürfen die Person nicht beschämen
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 126–128, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / NEUROPSYBV/NPSBV_Hirn_Wiederholung_E56_E57_CT.pdf, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / NEUROPSYBV/Gehirn Zusammenfassung.pdf, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / NPH-NPSBV/Zusammenfassung neuropsychologische Grundlagen.docx, 21.07.2026

Cicerone et al. 2019: Evidence-Based Cognitive Rehabilitation, PMID 30926291, 21.07.2026

Aphasie-sensible Ergotherapie und unterstützte Kommunikation
Fragen und Antworten
Charakterisieren Sie „Kommunikative Zugänglichkeit“ (3 Punkte)
  • Therapie verwendet kurze Sätze, ein Thema pro Äußerung, sichtbare Schlüsselwörter und ausreichend Antwortzeit
  • Die Person wird direkt angesprochen und erhält echte Wahlmöglichkeiten
  • Lauteres Sprechen hilft bei Aphasie nicht automatisch und kann die Interaktion unnötig infantil machen
Erklären Sie den fachlichen Kern von „Unterstützte Kommunikation“ (3 Punkte)
  • Fotos, Piktogramme, Schreibschlüssel, Gesten oder elektronische Hilfen ergänzen vorhandene Sprache
  • Das System wird in den Situationen aufgebaut, in denen Kommunikation scheitert
  • Es muss erreichbar, verständlich und von relevanten Gesprächspartnern akzeptiert sein
Definieren Sie den Begriff „Verständnissicherung“ (3 Punkte)
  • Ja-Nein-Antworten können durch Zustimmungstendenz unzuverlässig sein
  • Verständnis wird über Zeigen, Auswahl, Handlung oder Wiedergeben des Kerninhalts geprüft
  • Bei Einwilligung, Schmerz oder Sicherheitsentscheidung ist eine scheinbar flüssige Reaktion ohne Inhaltskontrolle nicht ausreichend
Erklären Sie den fachlichen Kern von „Betätigungsbezogene Kommunikation“ (3 Punkte)
  • Kommunikation wird beim Einkauf, Telefonat, Termin, Gruppenangebot oder Anleiten einer Handlung geübt
  • Ziel ist erfolgreiche Teilhabe, nicht ausschließlich fehlerfreie Wortproduktion
  • Gesprächspartner lernen, Zeit zu geben, Alternativen anzubieten und das Thema gemeinsam zu sichern
Charakterisieren Sie „Abstimmung mit Logopädie“ (3 Punkte)
  • Ergotherapie übernimmt abgestimmte Kommunikationsstrategien und erprobt sie in Alltagshandlungen
  • Sprachsystematische Therapie und differenzierte Aphasiediagnostik bleiben logopädische Aufgaben
  • Veränderungen, wirksame Hilfen und Hindernisse werden zwischen den Berufsgruppen konsistent weitergegeben
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 126–128, 21.07.2026

Cicerone et al. 2019: Evidence-Based Cognitive Rehabilitation, PMID 30926291, 21.07.2026

Aphasie und sprachgebundene Betätigung
Fragen und Antworten
Charakterisieren Sie „Aphasie als erworbene Sprachstörung“ (4 Punkte)
  • Aphasie ist eine erworbene Störung sprachlicher Verarbeitung nach Hirnschädigung
  • Sie kann Sprechen, Verstehen, Lesen und Schreiben in unterschiedlicher Kombination betreffen
  • Intelligenz oder Motivation lassen sich daraus nicht direkt ableiten
  • Nonverbale Fähigkeiten und situative Unterstützung werden mitbeachtet
Charakterisieren Sie „Sprachverständnis und Handlung“ (3 Punkte)
  • Gestörtes Sprachverständnis kann wie Gedächtnis-, Aufmerksamkeits- oder Handlungsproblem wirken
  • Kurze Aussagen, Schlüsselwörter, Demonstration und Wahlmöglichkeiten erleichtern die Prüfung
  • Zustimmung gilt erst als belastbar, wenn erkennbar ist, dass Inhalt und Konsequenz verstanden wurden
Erklären Sie den fachlichen Kern von „Wortfindung und Kommunikation“ (3 Punkte)
  • Wortfindungsstörungen reichen von Verzögerung über Umschreibung bis zu unpassenden Laut- oder Wortersetzungen
  • Zeit lassen, konkrete Kontextreize und unterstützende Gesten fördern Kommunikation
  • Ständiges Korrigieren oder vorschnelles Ergänzen kann Beteiligung und Selbstwirksamkeit verringern
Charakterisieren Sie „Lesen und Schreiben im Alltag“ (3 Punkte)
  • Aphasische Störungen können Medikamentenpläne, Nachrichten, Formulare und Beschriftungen betreffen
  • Ergotherapeutische Befundung nutzt reale Materialien und trennt visuelle, motorische und sprachliche Anforderungen
  • Kompensation kann über Symbole, Fotos, Audio oder vereinfachte Texte erfolgen
Beurteilen Sie die zentralen Grenzen und Risiken bei „Interdisziplinäre Grenze“ (3 Punkte)
  • Differenzierte Aphasiediagnostik und Sprachtherapie gehören in die Logopädie beziehungsweise Neuropsychologie
  • Ergotherapie fokussiert die Nutzung von Kommunikation in Betätigungen, stimmt Strategien ab und beobachtet funktionelle Auswirkungen
  • Widersprüchliche Befunde werden interdisziplinär geklärt
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 126–128, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / NEUROPSYBV/NPSBV_Hirn_Wiederholung_E56_E57_CT.pdf, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / NEUROPSYBV/Gehirn Zusammenfassung.pdf, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / NPH-NPSBV/Zusammenfassung neuropsychologische Grundlagen.docx, 21.07.2026

Cicerone et al. 2019: Evidence-Based Cognitive Rehabilitation, PMID 30926291, 21.07.2026

Angehörigenarbeit, Umwelt und Teilhabe
Fragen und Antworten
Charakterisieren Sie „Rolle der Angehörigen“ (4 Punkte)
  • Angehörige liefern Langzeitbeobachtungen, unterstützen Routinen und erleben zugleich eigene Belastung
  • Sie sind weder bloße Hilfstherapeuten noch automatisch zuständig
  • Ziele, Umfang der Unterstützung und Grenzen werden gemeinsam geklärt
  • Die Perspektive der betroffenen Person bleibt zentral
Charakterisieren Sie „Hilfen dosieren“ (3 Punkte)
  • Zu frühes Eingreifen verhindert Eigeninitiative, zu spätes Eingreifen kann Gefahr oder Frustration erhöhen
  • Bezugspersonen lernen eine abgestufte Hilfekette: Zeit geben, Hinweis auf Ziel, visueller Hinweis, Teilvormachen und erst zuletzt direkte Übernahme
  • Die geringste wirksame Hilfe wird dokumentiert
Definieren Sie den Begriff „Umweltanpassung“ (3 Punkte)
  • Kontrast, Beleuchtung, feste Ablageorte, reduzierte Reizmenge und klare Wege können neuropsychologische Anforderungen senken
  • Anpassung wird mit der Person erprobt und darf wichtige Gewohnheiten nicht unnötig zerstören
  • Wirkung zeigt sich an weniger Fehlern, Stress oder Unterstützungsbedarf
Charakterisieren Sie „Rollen und Teilhabe“ (3 Punkte)
  • Therapie berücksichtigt Rollen als Elternteil, Partner, Beschäftigter oder Vereinsmitglied
  • Eine sichere Teilaufgabe kann Teilhabe ermöglichen, auch wenn vollständige frühere Leistung noch nicht erreichbar ist
  • Ziele werden nicht auf Selbstversorgung beschränkt, wenn andere Lebensbereiche subjektiv bedeutsamer sind
Beurteilen Sie die zentralen Grenzen und Risiken bei „Belastung und Konflikte“ (3 Punkte)
  • Veränderungen von Einsicht, Impulssteuerung oder Kommunikation können Konflikte erzeugen
  • Beratung erklärt Funktionszusammenhänge, ohne jedes Verhalten zu entschuldigen
  • Bei Überlastung werden Unterstützungsangebote, klare Grenzen und gegebenenfalls psychosoziale oder medizinische Hilfe vermittelt
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 126–128, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / NPH-NPSBV/CO-OP-Aproach.pdf, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / NPH-NPSBV/Tätigkeits- und Lernraster Pädiatrie NPSBV-P_NPHBV-P.pdf, 21.07.2026

ESO/EAN 2021: Post-stroke cognitive impairment guideline, PMID 34746430, 21.07.2026

Apraxie und Handlungsorganisation
Fragen und Antworten
Charakterisieren Sie „Apraxie als Handlungsstörung“ (2 Punkte)
  • Apraxie ist eine erworbene Störung gelernter, zielgerichteter Handlungen, die nicht ausreichend durch Lähmung, Sensibilitätsverlust, fehlendes Verständnis oder Koordinationsstörung erklärt wird
  • Fehler können Auswahl, räumlich-zeitliche Ausführung, Sequenz oder Gebrauch eines Gegenstands betreffen
Charakterisieren Sie „Ideomotorische Apraxie“ (3 Punkte)
  • Bei ideomotorischer Apraxie gelingt die Umsetzung einer bekannten Handlungsidee in eine passende Geste unzureichend, besonders auf Aufforderung oder bei Pantomime
  • Reale Gegenstände und natürlicher Kontext können die Leistung verbessern
  • Ein einzelner Gestenfehler genügt nicht für die Diagnose
Erläutern Sie die Kernaussagen von „Konzeptuelle und ideatorische Fehler“ (3 Punkte)
  • Konzeptuelle Fehler betreffen Wissen über Werkzeugfunktion oder passende Handlung
  • Sequenzfehler verändern Reihenfolge, lassen notwendige Schritte aus oder verwenden ein Objekt am falschen Ziel
  • Beobachtet wird, ob die Person das Endziel erkennt und durch Hinweis, Vormachen oder Kontext profitiert
Charakterisieren Sie „Apraxie und Alltagsleistung“ (3 Punkte)
  • Alltagsfolgen zeigen sich beim Anziehen, Zubereiten, Werkzeuggebrauch oder Geräteeinsatz
  • Eine Person kann motorisch kräftig sein und dennoch ineffizient oder gefährlich handeln
  • Befundung prüft reale Aufgaben, Fehlerart, Hilfebedarf und Übertragung zwischen geübten und neuen Situationen
Beurteilen Sie die zentralen Grenzen und Risiken bei „Differentialdiagnostische Grenze“ (3 Punkte)
  • Apraxie wird von Aphasie, Neglect, visueller Agnosie, Exekutivstörung und primär motorischer Beeinträchtigung abgegrenzt
  • Mehrere Störungen können gleichzeitig bestehen
  • Ergotherapeutische Beobachtung liefert funktionelle Hypothesen, ersetzt aber keine vollständige neurologische oder neuropsychologische Diagnostik
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 126–128, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / NEUROPSYBV/NPSBV_Hirn_Wiederholung_E56_E57_CT.pdf, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / NEUROPSYBV/Gehirn Zusammenfassung.pdf, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / NPH-NPSBV/Zusammenfassung neuropsychologische Grundlagen.docx, 21.07.2026

Purcell et al. 2024: Interventions for post-stroke upper-limb apraxia, DOI 10.1177/03080226231201738, 21.07.2026

Sicherheit, Fahreignung und professionelle Grenzen
Fragen und Antworten
Begründen Sie die fachlichen Anforderungen bei „Sicherheitsanalyse“ (3 Punkte)
  • Sicherheit wird aufgabenspezifisch geprüft: Gefahr erkennen, Handlung stoppen, Fehler korrigieren und Hilfe anfordern
  • Neglect, Hemianopsie, Impulsivität, Gedächtnis- oder Einsichtsstörung können Risiken verstärken
  • Ein allgemeiner Eindruck ersetzt keine Beobachtung unter kontrollierten Bedingungen
Definieren Sie den Begriff „Fahreignung“ (3 Punkte)
  • Fahreignung darf nicht aus einem einzelnen Papier- oder Aufmerksamkeitstest bestätigt werden
  • Gesichtsfeld, Neglect, Reaktionsfähigkeit, Exekutivfunktionen, Einsicht und rechtlich-medizinische Anforderungen müssen fachgerecht beurteilt werden
  • Ergotherapie dokumentiert funktionelle Auffälligkeiten und verweist an zuständige Diagnostik
Charakterisieren Sie „Werkzeug, Herd und Medikamente“ (3 Punkte)
  • Gefährliche Betätigungen werden zunächst mit Sicherung, Simulation oder technischen Hilfen geprüft
  • Bei wiederholten unbemerkten Fehlern reicht verbale Ermahnung nicht
  • Zugang, Aufsicht und Automatisierung werden angepasst, bis eine zuverlässige Strategie oder dauerhafte Kompensation belegt ist
Charakterisieren Sie „Einwilligung und Entscheidungsfähigkeit“ (4 Punkte)
  • Entscheidungsfähigkeit ist auf die konkrete Entscheidung bezogen und kann trotz Aphasie vorhanden sein
  • Information wird verständlich zugänglich gemacht
  • Verständnis, Abwägen und Mitteilen einer Wahl werden geprüft
  • Bei Unsicherheit gelten rechtliche Zuständigkeiten und interdisziplinäre Abklärung
Beurteilen Sie „Professionelle Grenze“ bei „Sicherheit, Fahreignung und professionelle Grenzen“ (2 Punkte)
  • Ergotherapeutische Befundung und Behandlung erfolgen innerhalb Ausbildung, Delegation und eigener Kompetenz
  • Akute neurologische Verschlechterung, Delir, neue Gesichtsfeldsymptome, Suizidalität oder erhebliche Fremdgefährdung werden nicht weitertrainiert, sondern unverzüglich medizinisch beziehungsweise psychiatrisch abgeklärt
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 126–128, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / NEUROPSYBV/20.03.2025_Neglect und Gesichtsfeldausfälle nach Schlaganfall (Dario Cazzoli & Thomas Nyffeler).pdf, 21.07.2026

AWMF S2k-Leitlinie 030-126: Diagnostik und Therapie von Neglect und anderen Störungen der Raumkognition, Version 4.0, 21.07.2026

ESO/EAN 2021: Post-stroke cognitive impairment guideline, PMID 34746430, 21.07.2026

Agnosien, Körperschema und räumlich-konstruktive Störungen
Fragen und Antworten
Erklären Sie den fachlichen Kern von „Agnosie als Erkennensstörung“ (3 Punkte)
  • Agnosie bezeichnet eine gestörte Erkennung trotz grundsätzlich ausreichender Sinnesaufnahme
  • Betroffen sein können Objekte, Gesichter, Geräusche oder Körperinformationen
  • Vor dieser Einordnung werden Sehschärfe, Gesichtsfeld, Sprache, Aufmerksamkeit, Gedächtnis und Vertrautheit mit dem Reiz geprüft
Charakterisieren Sie „Apperzeptive und assoziative visuelle Agnosie“ (4 Punkte)
  • Bei apperzeptiver Agnosie ist die Bildung einer stabilen visuellen Formrepräsentation beeinträchtigt
  • Kopieren oder Zuordnen nach Form kann misslingen
  • Bei assoziativer Agnosie wird eine ausreichend verarbeitete Form nicht zuverlässig mit Bedeutung verknüpft
  • Tasten oder verbaler Kontext können unterschiedlich helfen
Charakterisieren Sie „Körperschema und Körperwissen“ (3 Punkte)
  • Körperschema unterstützt unbewusste Haltung und Bewegung, Körperwissen die bewusste Benennung und Zuordnung
  • Störungen können Körperteile verwechseln, eine Seite vernachlässigen oder Bewegungen am eigenen Körper erschweren
  • Befundung trennt Sprach-, Raum-, Sensibilitäts- und Aufmerksamkeitsanteile
Charakterisieren Sie „Räumlich-konstruktive Störung“ (3 Punkte)
  • Räumlich-konstruktive Störungen beeinträchtigen das Anordnen von Teilen zu einem Ganzen, etwa beim Kopieren, Bauen, Decken eines Tisches oder Anziehen
  • Fehler können aus visuospatialer Analyse, Planung, Neglect oder motorischer Umsetzung entstehen
  • Dasselbe Bild wird deshalb mit mehreren Aufgaben geprüft
Ordnen Sie „Alltagsorientierte Einordnung“ fachlich ein (3 Punkte)
  • Therapie beginnt nicht mit abstrakten Formen allein, sondern mit der betroffenen Betätigung
  • Kontrast, feste Ablageorte, taktile Information, Schrittfolge oder vereinfachte räumliche Anordnung werden erprobt
  • Wirksam ist eine Anpassung nur, wenn Orientierung, Sicherheit oder Selbstständigkeit im Alltag zunehmen
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 126–128, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / NEUROPSYBV/NPSBV_Hirn_Wiederholung_E56_E57_CT.pdf, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / NEUROPSYBV/Gehirn Zusammenfassung.pdf, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / NPH-NPSBV/Zusammenfassung neuropsychologische Grundlagen.docx, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / NEUROPSYBV/20.03.2025_Neglect und Gesichtsfeldausfälle nach Schlaganfall (Dario Cazzoli & Thomas Nyffeler).pdf, 21.07.2026

AWMF S2k-Leitlinie 030-126: Diagnostik und Therapie von Neglect und anderen Störungen der Raumkognition, Version 4.0, 21.07.2026

Emotion, Antrieb, Einsicht und Verhalten
Fragen und Antworten
Erklären Sie den fachlichen Kern von „Emotionale Veränderungen nach Hirnschädigung“ (4 Punkte)
  • Hirnschädigung kann Emotionsregulation, Reizbarkeit, Angst, Trauer oder Affektkontrolle verändern
  • Zugleich sind verständliche psychische Reaktionen auf Verlust und Abhängigkeit möglich
  • Verlauf, Auslöser und Kontext werden erhoben
  • Akute Selbst- oder Fremdgefährdung verlangt sofortige Weiterleitung
Erklären Sie den fachlichen Kern von „Apathie und Depression“ (4 Punkte)
  • Apathie zeigt verminderten Eigenantrieb, Initiierung und zielgerichtete Aktivität
  • Depression umfasst typischerweise zusätzlich anhaltend gedrückte Stimmung, negative Bewertung oder Interessenverlust
  • Beide können zusammen auftreten
  • Ergotherapeutisch werden Tagesprofil, Reaktion auf Struktur und subjektives Erleben getrennt erfasst
Charakterisieren Sie „Enthemmung und soziale Kognition“ (3 Punkte)
  • Enthemmung kann sich als impulsives, distanzloses oder riskantes Verhalten zeigen
  • Störungen sozialer Kognition erschweren das Erkennen von Perspektiven, Regeln und Konsequenzen
  • Klare Grenzen, vorhersehbare Rückmeldung und sichere Umgebungsstruktur sind wirksamer als moralische Vorwürfe
Erklären Sie den fachlichen Kern von „Anosognosie und fehlende Einsicht“ (3 Punkte)
  • Anosognosie bezeichnet fehlendes oder stark vermindertes Bewusstsein für eine neurologische Störung
  • Sie ist nicht gleichbedeutend mit Verleugnung oder Uneinsichtigkeit
  • Sicherheit wird über konkrete Erfahrung, externe Kontrolle und abgestufte Verantwortung organisiert, ohne die Person unnötig zu konfrontieren
Analysieren Sie „Therapeutische Beziehung“ bei „Emotion, Antrieb, Einsicht und Verhalten“ (3 Punkte)
  • Verhaltensänderungen können Beziehung und Team belasten
  • Eine sachliche Funktionsanalyse trennt Person und Symptom, beschreibt Auslöser sowie Folgen und vereinbart einheitliche Reaktionen
  • Wahlmöglichkeiten, Würde und Beteiligung bleiben erhalten, auch wenn vorübergehend klare Sicherheitsgrenzen nötig sind
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 126–128, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / NEUROPSYBV/NPSBV_Hirn_Wiederholung_E56_E57_CT.pdf, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / NEUROPSYBV/Gehirn Zusammenfassung.pdf, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / NPH-NPSBV/Zusammenfassung neuropsychologische Grundlagen.docx, 21.07.2026

ESO/EAN 2021: Post-stroke cognitive impairment guideline, PMID 34746430, 21.07.2026

NEigene Notizen

Alle internen Fundstellen

Quiz wird geladen.