Psychosoziale Behandlungsverfahren

100 Ustd.3 Kapitel260 Fragen
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Einleitung

Im Fach „Psychosoziale Behandlungsverfahren“ bilden das Erleben und Verhalten sowie mögliche Störungen, die vor allem den medizinischen Fachbereichen Psychiatrie, Geriatrie, Pädiatrie und Neurologie zugeordnet werden können, den Schwerpunkt. Damit soll bei den Schülerinnen und Schülern das Bewusstsein entwickelt werden, dass in allen ergotherapeutischen Verfahren psychosoziale Aspekte zu berücksichtigen sind.

Die Schülerinnen und Schüler verstehen, dass in den psychosozialen Behandlungsverfahren handwerkliche und gestalterische Mittel, kognitive und lebenspraktische Angebote sowie kommunikative Techniken und wahrnehmungsfördernde Maßnahmen klientenbezogen eingesetzt werden. Dabei ist die ergotherapeutische Zielsetzung, das Herstellen, das Wiederherstellen und/oder die Erhaltung psychosozialer Fähigkeiten und Fertigkeiten, wie zum Beispiel aus der Isolation heraustreten, Beziehungen knüpfen und eigene Bedürfnisse wahrnehmen und angemessen in Handeln umsetzen, herauszuarbeiten.

Fachübergreifendes und fächerverbindendes Arbeiten sind als grundlegendes Unterrichtsprinzip zu realisieren. Die Inhalte sind insbesondere unter Bezugnahme zu den Fächern „Spezielle Krankheitslehre“, „Psychologie und Pädagogik“ sowie „Medizinsoziologie und Gerontologie“ zu vermitteln.

Fallbeispiele, Selbsterfahrungen der Schülerinnen und Schüler, Gesprächsführung und fachpraktische Übungen zur Beobachtung unterstützen und beleben den Unterricht. Entsprechend der unterrichtlichen Situation bedürfen das fragendentwickelnde Unterrichtsgespräch und der Lehrervortrag eine Ergänzung durch interaktive Unterrichtsformen, wie zum Beispiel das Rollenspiel, Gruppen- und Partnerübungen.

Quelle

Sächsisches Staatsministerium für Kultus: Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin, freigegeben ab 1. August 2020, S. 129-132.

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01 Theoretische Grundlagen 30 (10) Ustd. 110 Unterfragen
Lehrplananforderung

Die Schülerinnen und Schüler sind in der Lage, aufbauend auf ihren sozialwissenschaftlichen Kenntnissen wesentliche psychosoziale Aspekte in der Arbeit mit dem Menschen zu verstehen und zu beschreiben. Sie kennen verschiedene Erklärungsansätze zur Entstehung von Krankheit und Behinderung und setzen sich mit bewährten therapeutischen Konzepten auseinander.

Quelle: Sächsisches Staatsministerium für Kultus: Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin, freigegeben ab 1. August 2020, S. 130.

Fragen & Antworten110

Kapitelkern

Beschreiben Sie Ablauf und fachliche Bedeutung von „Entwicklung psychosozialer Behandlungsverfahren“. 2 P
  • Die Entwicklung reicht von verwahrender institutioneller Psychiatrie über wissenschaftliche Klassifikation und somatische Verfahren bis zur Sozialpsychiatrie, Recovery- und Teilhabeorientierung
  • Historische Gewalt macht Menschenwürde, Einwilligung, Transparenz und die kritische Prüfung institutioneller Macht zu bleibenden Grundlagen
Charakterisieren Sie „Sozialtherapie und Sozialpsychiatrie“. 2 P
  • Sozialtherapie und Sozialpsychiatrie beziehen Lebenswelt, Beziehungen, Wohnen, Arbeit, Armut, Stigma und Versorgung ein
  • Ergotherapie übersetzt dies in konkrete Betätigungs- und Teilhabeziele, erprobt sie in realen Kontexten und prüft, ob Unterstützung Selbstständigkeit fördert oder institutionelle Abhängigkeit verstärkt
Charakterisieren Sie „Kommunikativ spiegelnde Verfahren“. 3 P
  • Kommunikativ spiegelnde Verfahren beruhen auf einer respektvollen, empathischen und kongruenten Beziehung
  • Gesprächspsychotherapie, gestaltorientierte Elemente und Psychodrama werden nach Ziel, Stabilität und Qualifikation eingeordnet
  • In der Ergotherapie zeigt sich Haltung ebenso in Materialwahl, Tempo, Hilfestellung und Fehlerkorrektur
Charakterisieren Sie „Lerntheoretische, psychodynamische und biologische Verfahren“. 4 P
  • Lerntheoretische Verfahren verändern Auslöser, Konsequenzen, Bewertungen und erlernte Handlungsmuster
  • Psychodynamische Ansätze betrachten Konflikte und Beziehungserfahrungen
  • Biologische Verfahren wirken körperlich und werden ärztlich verantwortet
  • Ergotherapie kennt Schnittstellen, beobachtet Auswirkungen und wahrt ihre Zuständigkeitsgrenzen
Analysieren Sie den Zusammenhang bei „Gruppendynamik und multidimensionale Konzepte“. 4 P
  • Therapeutische Gruppen verbinden Aufgabe und Beziehung
  • Rollen, Normen, Kohäsion, Konflikte und Leitung beeinflussen Wirkung und Belastung
  • Multidimensionale Konzepte verbinden biologische, psychische, soziale und betätigungsbezogene Faktoren
  • Diagnoseprofile dienen als Orientierung, nicht als Behandlungsschablone für einzelne Menschen

Fachauftrag und Handlungskompetenz

Definieren Sie „Gegenstand des Faches“ fachlich präzise. 3 P
  • Psychosoziale Behandlungsverfahren befassen sich mit Erleben, Verhalten, Beziehung, Ausdruck, Betätigung und sozialer Teilhabe
  • Sie werden nicht auf die Psychiatrie begrenzt
  • Psychosoziale Faktoren beeinflussen auch die Arbeit in Geriatrie, Pädiatrie, Neurologie, Psychosomatik, Suchtmedizin und Forensik
Erklären Sie den fachlichen Kern von „Von Wissen zu Handeln“. 2 P
  • Das Tätigkeits- und Lernraster unterscheidet theoretisch erarbeitetes Wissen, beobachtete Demonstrationen, angeleitetes Tun und eigenständige Durchführung
  • Fachliche Sicherheit entsteht, wenn Begriffe erklärt, Befunde begründet, Interventionen praktisch ausgeführt und ihre Wirkung reflektiert werden können
Charakterisieren Sie „Zentrale Kompetenzbereiche“. 2 P
  • Zum Kompetenzprofil gehören Einrichtungen und Tätigkeitsfelder, Kommunikation, Modelle, soziale und medizinische Anamnese, Beobachtung, Assessments, Behandlung ausgewählter Störungsbilder und die Durchführung konkreter Interventionen
  • Jede Methode muss zu Ziel, Person, Betätigung, Kontext und Sicherheitslage passen
Beurteilen Sie die zentralen Grenzen und Risiken bei „Verantwortungsgrenzen“. 3 P
  • Ergotherapeutinnen und Ergotherapeuten stellen keine fachärztliche Diagnose
  • Sie beschreiben Handlungsfähigkeit, Ressourcen, Einschränkungen, Risiken und Veränderung
  • Psychotherapeutisch orientierte Verfahren werden nur im ergotherapeutischen Auftrag, innerhalb der eigenen Qualifikation und in abgestimmten Behandlungskonzepten eingesetzt
Nennen Sie Qualitätskriterien für „Fachauftrag und Handlungskompetenz“. 2 P
  • Die fachliche Prüfung verbindet Menschenbild, Beziehung, Betätigung und Lebenskontext
  • Leitend bleibt die Frage „Kann ich aus einer Fallbeschreibung einen ergotherapeutischen Auftrag ableiten, geeignete Informationen erheben, ein betätigungsbezogenes Ziel formulieren, eine Methode begründen und den Verlauf dokumentieren?“ Die Begründung muss Teilhabe, Machtverhältnisse, professionelle Grenzen und einen beobachtbaren Verlauf transparent machen

Geschichte der Psychiatrie und Menschenbild

Charakterisieren Sie „Von Ausgrenzung zu Behandlung“. 3 P
  • Psychische Erkrankungen wurden historisch religiös, moralisch, sozial und medizinisch gedeutet
  • Viele Betroffene wurden ausgeschlossen, verwahrt oder unter menschenunwürdigen Bedingungen behandelt
  • Mit Aufklärung und naturwissenschaftlicher Medizin entstanden spezialisierte Einrichtungen, zugleich aber neue Formen institutioneller Kontrolle
Beschreiben Sie Ablauf und fachliche Bedeutung von „Wissenschaftliche Entwicklungen“. 3 P
  • Psychiatrische Klassifikation, Neurologie, Psychologie und Psychoanalyse erweiterten die Erklärungsmodelle
  • Freuds psychoanalytischer Ansatz lenkte den Blick auf unbewusste Konflikte und biografische Zusammenhänge
  • Somatische Verfahren und psychotherapeutische Ansätze entwickelten sich parallel und wurden historisch unterschiedlich bewertet
Charakterisieren Sie „Brüche und Verbrechen“. 2 P
  • Eugenik, Zwangssterilisation und die nationalsozialistische Ermordung psychisch kranker und behinderter Menschen zeigen, wie medizinische Macht mit menschenverachtender Ideologie verbunden werden kann
  • Diese Geschichte begründet eine besondere Verantwortung für Menschenwürde, Aufklärung, Einwilligung und kritische Reflexion institutioneller Routinen
Begründen Sie die fachliche Bedeutung von „Bedeutung für die Gegenwart“. 2 P
  • Moderne psychosoziale Versorgung orientiert sich an Rechten, Teilhabe, Lebenswelt und möglichst geringer Einschränkung
  • Historisches Wissen hilft, paternalistische Muster, Stigmatisierung und die Verwechslung von Fürsorge mit Kontrolle zu erkennen
Nennen Sie Qualitätskriterien für „Geschichte der Psychiatrie und Menschenbild“. 2 P
  • Die fachliche Prüfung verbindet Menschenbild, Beziehung, Betätigung und Lebenskontext
  • Leitend bleibt die Frage „Welche heutige therapeutische Entscheidung berührt Selbstbestimmung, Macht oder institutionelle Regeln, und wie wird sie transparent und rechtlich abgesichert?“ Die Begründung muss Teilhabe, Machtverhältnisse, professionelle Grenzen und einen beobachtbaren Verlauf transparent machen

Sozialpsychiatrie, Lebenswelt und Recovery

Charakterisieren Sie „Sozialpsychiatrische Perspektive“. 3 P
  • Sozialpsychiatrie betrachtet psychische Erkrankung nicht ausschließlich als individuelles Defizit
  • Wohnsituation, Arbeit, Beziehungen, Armut, Stigma, Zugang zu Versorgung und gesellschaftliche Erwartungen beeinflussen Entstehung, Verlauf und Teilhabe
  • Behandlung muss deshalb über Symptomreduktion hinausreichen
Ordnen Sie „Lebenswelt statt Institutionslogik“ fachlich ein. 3 P
  • Hilfen sollen möglichst nah am tatsächlichen Alltag ansetzen
  • Stationäre Behandlung kann Schutz und Stabilisierung bieten, darf aber nicht zum alleinigen Maßstab werden
  • Ambulante, teilstationäre, aufsuchende und gemeindenahe Angebote unterstützen die Übertragung in reale Rollen und Betätigungen
Erklären Sie den fachlichen Kern von „Recovery“. 3 P
  • Recovery bezeichnet einen persönlichen Prozess, in dem Menschen trotz fortbestehender Symptome ein sinnvolles, selbstbestimmtes Leben entwickeln
  • Hoffnung, Identität, Verbundenheit, Bedeutung und Selbstwirksamkeit sind zentrale Dimensionen
  • Recovery ist nicht mit vollständiger Heilung gleichzusetzen
Erläutern Sie den ergotherapeutischen Beitrag bei „Sozialpsychiatrie, Lebenswelt und Recovery“. 2 P
  • Ergotherapie macht Teilhabe konkret: Tagesstruktur aufbauen, eine Wohnung führen, Wege bewältigen, Beziehungen gestalten, lernen, arbeiten oder Freizeit wieder aufnehmen
  • Ziele werden mit der Person entwickelt und nicht aus institutionellen Gewohnheiten abgeleitet
Nennen Sie Qualitätskriterien für „Sozialpsychiatrie, Lebenswelt und Recovery“. 2 P
  • Die fachliche Prüfung verbindet Menschenbild, Beziehung, Betätigung und Lebenskontext
  • Leitend bleibt die Frage „Ist das Ziel nur innerhalb der Einrichtung sinnvoll, oder verbessert es nachweisbar die selbstbestimmte Lebensführung außerhalb der Therapie?“ Die Begründung muss Teilhabe, Machtverhältnisse, professionelle Grenzen und einen beobachtbaren Verlauf transparent machen

Einrichtungen, Versorgungsformen und Teamarbeit

Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Versorgungsformen“. 2 P
  • Psychosoziale Ergotherapie findet stationär, teilstationär, ambulant, aufsuchend und in gemeindenahen Einrichtungen statt
  • Dazu gehören psychiatrische Kliniken, Tageskliniken, Praxen, Wohnangebote, Tagesstätten, berufliche Rehabilitation, Pflegeeinrichtungen, kinder- und jugendpsychiatrische Angebote sowie forensische Versorgung
Unterscheiden Sie „Unterschiedliche Aufträge“ anhand fachlicher Kriterien. 3 P
  • Im Akutbereich stehen Schutz, Stabilisierung, Orientierung und frühe Alltagsaktivierung im Vordergrund
  • In Rehabilitation und Gemeindepsychiatrie gewinnen Wohnen, Arbeit, Bildung, soziale Rollen und langfristige Selbststeuerung an Gewicht
  • In Pflege und Geriatrie sind Erhalt, Anpassung und Unterstützung der Lebensqualität häufig zentral
Charakterisieren Sie „Multiprofessionelle Zusammenarbeit“. 3 P
  • Ärztlicher, pflegerischer, psychologischer, sozialarbeiterischer und therapeutischer Blick ergänzen sich
  • Ergotherapie bringt die Analyse konkreter Betätigungen und Umweltanforderungen ein
  • Beobachtungen werden fachlich beschrieben, nicht als unspezifischer Gesamteindruck weitergegeben
Ordnen Sie „Institutionelle Bedingungen“ fachlich ein. 2 P
  • Zeit, Räume, Gruppengröße, Sicherheitsregeln, Kostenträger und Behandlungskonzepte beeinflussen die Arbeit
  • Pragmatische Grenzen müssen benannt werden, dürfen aber nicht unbemerkt die Ziele der Klientin oder des Klienten ersetzen
Nennen Sie Qualitätskriterien für „Einrichtungen, Versorgungsformen und Teamarbeit“. 2 P
  • Die fachliche Prüfung verbindet Menschenbild, Beziehung, Betätigung und Lebenskontext
  • Leitend bleibt die Frage „Kann ich den spezifischen ergotherapeutischen Auftrag in der jeweiligen Einrichtung von Pflege, Psychologie, Sozialarbeit und Medizin abgrenzen und zugleich kooperativ verbinden?“ Die Begründung muss Teilhabe, Machtverhältnisse, professionelle Grenzen und einen beobachtbaren Verlauf transparent machen

Gewalt, Zwang und rechtliche Grenzen

Definieren Sie „Begriffe unterscheiden“ fachlich präzise. 4 P
  • Gewalt bezeichnet die Ausübung von Macht gegen den Willen oder die Interessen einer Person
  • Zwang veranlasst zu einem Verhalten, das nicht frei gewählt wird
  • Freiheitsentziehende Maßnahmen begrenzen Bewegungsfreiheit
  • Die Begriffe dürfen weder verharmlost noch pauschal gleichgesetzt werden
Charakterisieren Sie „Rechtliche und ethische Grundsätze“. 3 P
  • Eingriffe benötigen eine gesetzliche Grundlage, klare Zuständigkeit, dokumentierte Begründung und fortlaufende Prüfung
  • Selbstbestimmung, Einwilligungsfähigkeit, Gefahrenlage, Verhältnismäßigkeit und das mildeste geeignete Mittel sind zentrale Prüfpunkte
  • Konkrete Rechtsfragen werden nach aktueller Rechtslage und Einrichtungsvorgabe geklärt
Charakterisieren Sie „Prävention und Alternativen“. 2 P
  • Beziehungsaufbau, reizärmere Umgebung, verständliche Information, Wahlmöglichkeiten, Rückzug, Bewegung, früh erkannte Warnzeichen und individuell vereinbarte Krisenpläne können Eskalationen verhindern
  • Eine Maßnahme ist nicht deshalb alternativlos, weil sie organisatorisch bequem ist
Charakterisieren Sie „Rolle der Ergotherapie“. 3 P
  • Ergotherapie beobachtet Auslöser, Handlungsanforderungen und regulierende Betätigungen
  • Bei akuter Gefährdung gelten Sicherheits- und Notfallstrukturen
  • Nach belastenden Ereignissen werden Wirkung, Erleben und mögliche Alternativen gemeinsam aufgearbeitet
Nennen Sie Qualitätskriterien für „Gewalt, Zwang und rechtliche Grenzen“. 2 P
  • Die fachliche Prüfung verbindet Menschenbild, Beziehung, Betätigung und Lebenskontext
  • Leitend bleibt die Frage „Welche konkrete Gefahr liegt vor, welche weniger eingreifenden Möglichkeiten wurden geprüft, wer entscheidet, wie wird überwacht und wann endet die Maßnahme?“ Die Begründung muss Teilhabe, Machtverhältnisse, professionelle Grenzen und einen beobachtbaren Verlauf transparent machen

Betätigung als Grundlage von Gesundheit und Identität

Definieren Sie „Begriff Betätigung“ fachlich präzise. 3 P
  • Betätigung umfasst kulturell und persönlich benannte Aktivitäten und Aufgaben des täglichen Lebens
  • Sie ist mehr als Bewegung oder Beschäftigung
  • Bedeutung, Ziel, Rolle, Gewohnheit, soziale Einbettung und Umwelt machen aus einer Handlung eine Betätigung
Erklären Sie Wirkzusammenhänge bei „Gesundheitliche Wirkung“. 3 P
  • Menschen strukturieren über Betätigung Zeit, erleben Kompetenz, Zugehörigkeit und Identität
  • Fehlende, überfordernde oder einseitige Betätigungen können Belastung verstärken
  • Rückzug kann kurzfristig regulieren, langfristig aber Rollenverlust, Isolation und abnehmende Handlungsfähigkeit begünstigen
Charakterisieren Sie „Person, Betätigung und Umwelt“. 3 P
  • Die gleiche Tätigkeit kann für verschiedene Menschen völlig unterschiedliche Bedeutung haben
  • Schwierigkeiten entstehen aus der Passung zwischen Fähigkeiten, Anforderungen und Kontext
  • Ergotherapie verändert deshalb nicht nur die Person, sondern auch Aufgabe, Material, Reihenfolge, soziale Unterstützung und Umwelt
Begründen Sie die fachliche Bedeutung von „Psychosoziale Relevanz“. 3 P
  • Ein Werkstück ist kein Selbstzweck
  • Entscheidend ist, ob die Tätigkeit Initiative, Entscheidungsfähigkeit, Gefühlsregulation, soziale Interaktion, Ausdauer oder einen bedeutsamen Alltagsschritt unterstützt
  • Das Ergebnis wird an der angestrebten Handlungsfähigkeit bewertet
Nennen Sie Qualitätskriterien für „Betätigung als Grundlage von Gesundheit und Identität“. 2 P
  • Die fachliche Prüfung verbindet Menschenbild, Beziehung, Betätigung und Lebenskontext
  • Leitend bleibt die Frage „Welche Bedeutung hat die Betätigung für diese Person, welcher konkrete Alltag wird vorbereitet und woran wird die Veränderung erkennbar?“ Die Begründung muss Teilhabe, Machtverhältnisse, professionelle Grenzen und einen beobachtbaren Verlauf transparent machen

Betätigungsorientierung in der Psychiatrie

Definieren Sie den Begriff „Paradigmenwechsel“. 3 P
  • Betätigungsorientierung beginnt bei dem, was eine Person im Alltag tun möchte, tun muss oder von ihr erwartet wird
  • Sie ersetzt nicht die Arbeit an Körperfunktionen, ordnet diese aber einem Betätigungsziel unter
  • Top-down bedeutet: zuerst Alltag und Teilhabe verstehen, dann notwendige Teilfunktionen untersuchen
Charakterisieren Sie „Umsetzung im Berufsalltag“. 3 P
  • Einrichtungen sind häufig durch vorhandene Gruppen, Räume und Materialien geprägt
  • Betätigungszentrierung verlangt, Angebote nicht bloß umzubenennen, sondern Zielklärung, Befundung, Durchführung und Evaluation auf reale Betätigungen auszurichten
  • Das kann organisatorische Veränderungen erfordern
Charakterisieren Sie „Konkrete Analyse“. 2 P
  • Die Therapeutin klärt Rollen, Routinen, Werte, Barrieren und fördernde Umweltfaktoren
  • Eine scheinbar einfache Aufgabe wie Frühstück zubereiten kann Planung, Energie, Initiierung, sensorische Toleranz, soziale Abstimmung und Umgang mit Fehlern sichtbar machen
Charakterisieren Sie „Transfer sichern“. 3 P
  • Übungen werden möglichst in variablen, realitätsnahen Situationen durchgeführt
  • Hilfsmittel, Erinnerungssysteme, Angehörige und Umweltanpassungen werden früh einbezogen
  • Eine gute Stationsleistung ist nur dann relevant, wenn sie außerhalb des Therapieraums verfügbar wird
Nennen Sie Qualitätskriterien für „Betätigungsorientierung in der Psychiatrie“. 2 P
  • Die fachliche Prüfung verbindet Menschenbild, Beziehung, Betätigung und Lebenskontext
  • Leitend bleibt die Frage „Lässt sich jede Intervention in einem Satz mit einer konkreten Betätigung, einer Lebensrolle und einem beobachtbaren Transfer verbinden?“ Die Begründung muss Teilhabe, Machtverhältnisse, professionelle Grenzen und einen beobachtbaren Verlauf transparent machen

Salutogenese und Kohärenzgefühl

Charakterisieren Sie „Wort und Perspektive“. 2 P
  • Salutogenese verbindet lateinisch salus, Gesundheit und Wohlergehen, mit griechisch genesis, Entstehung
  • Die Leitfrage lautet nicht nur, wodurch Krankheit entsteht, sondern wodurch Menschen trotz Belastungen relativ gesund bleiben oder Gesundheit wiedergewinnen
Definieren Sie den Begriff „Gesundheitskontinuum“. 4 P
  • Gesundheit und Krankheit werden nicht als vollständig getrennte Zustände verstanden
  • Menschen bewegen sich auf einem Kontinuum
  • Belastungen sind unvermeidbar
  • Entscheidend sind verfügbare Widerstandsressourcen und die Fähigkeit, Anforderungen sinnvoll zu bearbeiten
Erklären Sie den fachlichen Kern von „Kohärenzgefühl“. 3 P
  • Das Kohärenzgefühl umfasst Verstehbarkeit, Handhabbarkeit und Bedeutsamkeit
  • Eine Situation wirkt eher bewältigbar, wenn sie geordnet erklärt werden kann, Ressourcen zugänglich erscheinen und ein persönlicher Sinn besteht
  • Diese Dimensionen sind keine Bewertung der Persönlichkeit, sondern therapeutische Ansatzpunkte
Beschreiben Sie die Anwendung von „Salutogenese und Kohärenzgefühl“. 3 P
  • Ergotherapie erhöht Verstehbarkeit durch transparente Abläufe, Handhabbarkeit durch passende Anforderungen und Hilfen sowie Bedeutsamkeit durch klientenzentrierte Betätigungen
  • Überforderung und Unterforderung werden vermieden
  • Vorhandene Ressourcen werden sichtbar gemacht
Nennen Sie Qualitätskriterien für „Salutogenese und Kohärenzgefühl“. 2 P
  • Die fachliche Prüfung verbindet Menschenbild, Beziehung, Betätigung und Lebenskontext
  • Leitend bleibt die Frage „Wie stärkt die konkrete Intervention Verstehbarkeit, Handhabbarkeit oder Bedeutsamkeit, statt nur Defizite zu benennen?“ Die Begründung muss Teilhabe, Machtverhältnisse, professionelle Grenzen und einen beobachtbaren Verlauf transparent machen

Kommunikation: Grundlagen und Einflussfaktoren

Definieren Sie den Begriff „Grundverständnis“. 3 P
  • Kommunikation überträgt nicht nur Informationen
  • Sie gestaltet Beziehung, Selbstbild, Erwartungen und gemeinsames Handeln
  • Verbale Inhalte, Stimme, Sprechtempo, Körperhaltung, Blick, Abstand, Schweigen und situativer Kontext wirken zusammen
Analysieren Sie den Zusammenhang bei „Einflussfaktoren“ bei „Kommunikation“. 2 P
  • Beziehung, Gesprächsziel, Selbstwert, kultureller Hintergrund, Sprache, Alter, Umweltreize und aktuelle Emotionen verändern, wie eine Botschaft gesendet und verstanden wird
  • Missverständnisse sind nicht automatisch Unwillen, sondern können aus unterschiedlichen Deutungsrahmen entstehen
Charakterisieren Sie „Psychosoziale Besonderheiten“. 3 P
  • Angst, Depression, Psychose, Demenz, Autismus, Sucht oder Traumafolgen können Aufmerksamkeit, Vertrauen, Interpretation und Ausdruck beeinflussen
  • Kommunikation wird angepasst, ohne die Person zu infantilisieren
  • Kurze Sätze, Pausen, Zusammenfassungen oder visuelle Unterstützung können hilfreich sein
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Beobachtung statt Zuschreibung“ bei „Kommunikation“. 3 P
  • Therapeutische Kommunikation trennt Beobachtung und Interpretation
  • Statt „unmotiviert“ wird beschrieben, dass eine Person nach mehreren Aufforderungen nicht beginnt, Blickkontakt vermeidet und Überforderung äußert
  • Diese Beschreibung eröffnet überprüfbare Hypothesen
Nennen Sie Qualitätskriterien für „Kommunikation: Grundlagen und Einflussfaktoren“. 2 P
  • Die fachliche Prüfung verbindet Menschenbild, Beziehung, Betätigung und Lebenskontext
  • Leitend bleibt die Frage „Was wurde tatsächlich gesagt oder beobachtet, welche Deutung ist nur eine Hypothese, und wie kann ich mein Verständnis mit der Person überprüfen?“ Die Begründung muss Teilhabe, Machtverhältnisse, professionelle Grenzen und einen beobachtbaren Verlauf transparent machen

Watzlawick: Axiome und Interaktionsmuster

Charakterisieren Sie „Nicht-Kommunizieren ist nicht möglich“. 3 P
  • Auch Schweigen, Abwenden oder Nichterscheinen werden in Beziehungen gedeutet
  • Das bedeutet nicht, dass jede Deutung richtig ist
  • Therapeutisch wird vermieden, nonverbales Verhalten vorschnell als eindeutige Botschaft zu behandeln
Analysieren Sie den Zusammenhang bei „Inhalt und Beziehung“. 3 P
  • Botschaften enthalten Sachinformation und Hinweise darauf, wie die Beziehung verstanden wird
  • Eine neutrale Anweisung kann als Kontrolle, Hilfe oder Abwertung erlebt werden
  • Tonfall, Situation und bisherige Beziehung beeinflussen den Beziehungsaspekt
Charakterisieren Sie „Interpunktion und Kreisläufe“. 3 P
  • Gesprächspartner setzen unterschiedliche Anfangspunkte in einem Konflikt: „Ich ziehe mich zurück, weil du drängst“ und „Ich dränge, weil du dich zurückziehst“
  • Die Suche nach einem einzigen Schuldigen verstärkt Kreisläufe
  • Metakommunikation macht das Muster besprechbar
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Kommunikationsformen“. 3 P
  • Digitale Kommunikation meint sprachlich eindeutiger kodierte Zeichen, analoge Kommunikation eher nonverbale und bildhafte Anteile
  • Beziehungen können symmetrisch oder komplementär organisiert sein
  • Therapeutische Rollen sind funktional asymmetrisch, dürfen aber nicht entwürdigend werden
Nennen Sie Qualitätskriterien für „Watzlawick: Axiome und Interaktionsmuster“. 2 P
  • Die fachliche Prüfung verbindet Menschenbild, Beziehung, Betätigung und Lebenskontext
  • Leitend bleibt die Frage „Kann ich das beobachtete Interaktionsmuster beschreiben, ohne eine Person zum alleinigen Problemträger zu machen?“ Die Begründung muss Teilhabe, Machtverhältnisse, professionelle Grenzen und einen beobachtbaren Verlauf transparent machen

Vier-Seiten-Modell, Eisberg, Johari-Fenster und Transaktionsanalyse

Erklären Sie den fachlichen Kern von „Vier Seiten einer Nachricht“. 3 P
  • Das Modell von Schulz von Thun unterscheidet Sachinhalt, Selbstoffenbarung, Beziehungshinweis und Appell
  • Sender und Empfänger können verschiedene Seiten gewichten
  • Das Modell hilft, Missverständnisse zu prüfen, darf aber nicht als Gedankenlesen verwendet werden
Charakterisieren Sie „Sichtbar und verborgen“. 3 P
  • Eisbergmodelle veranschaulichen, dass nur ein Teil von Motiven, Gefühlen und Beziehungserfahrungen unmittelbar sichtbar ist
  • Der verborgene Anteil bleibt eine Hypothese
  • Therapeutinnen fragen nach und respektieren, dass nicht alles offengelegt werden muss
Definieren Sie den Begriff „Johari-Fenster“. 3 P
  • Das Johari-Fenster ordnet Selbst- und Fremdwissen in öffentliche, blinde, verborgene und unbekannte Bereiche
  • Konstruktives Feedback kann blinde Flecken verkleinern
  • Selbstoffenbarung braucht Vertrauen und Freiwilligkeit
Definieren Sie den Begriff „Transaktionsanalyse“. 3 P
  • Die Transaktionsanalyse beschreibt Eltern-, Erwachsenen- und Kind-Ich als funktionale Kommunikationsmuster
  • Für die Praxis ist hilfreich, ob eine Botschaft fürsorglich, kontrollierend, sachlich, angepasst oder spontan wirkt
  • Menschen werden nicht dauerhaft auf einen Zustand festgelegt
Nennen Sie Qualitätskriterien für „Vier-Seiten-Modell, Eisberg, Johari-Fenster und Transaktionsanalyse“. 2 P
  • Die fachliche Prüfung verbindet Menschenbild, Beziehung, Betätigung und Lebenskontext
  • Leitend bleibt die Frage „Welches Modell erklärt einen Aspekt des Gesprächs, und wo beginnt die Gefahr, die Person durch das Modell zu vereinfachen?“ Die Begründung muss Teilhabe, Machtverhältnisse, professionelle Grenzen und einen beobachtbaren Verlauf transparent machen

Aktives Zuhören und therapeutische Gesprächsstruktur

Charakterisieren Sie „Zuhören als Intervention“. 3 P
  • Aktives Zuhören bedeutet, Aufmerksamkeit zu geben, nicht vorschnell zu lösen und das Verstandene rückzumelden
  • Paraphrasieren fasst Inhalt in eigenen Worten zusammen
  • Das Verbalisieren emotionaler Erlebnisinhalte bietet eine vorsichtige Benennung von Gefühlen an
Charakterisieren Sie „Fragen und Pausen“. 3 P
  • Offene Fragen fördern Erzählung, geschlossene Fragen klären konkrete Angaben
  • Mehrfachfragen und suggestive Formulierungen erschweren Antworten
  • Pausen werden ausgehalten, besonders wenn Denken, Sprache oder emotionale Regulation verlangsamt sind
Charakterisieren Sie „Führen durch Struktur“. 3 P
  • Ein Gespräch kann durch Zielklärung, Themenbündelung, Zwischenzusammenfassungen und transparente Zeitrahmen strukturiert werden
  • Struktur ist nicht Kontrolle, sondern Orientierung
  • Bei Abschweifung wird respektvoll zum Anliegen zurückgeführt
Beurteilen Sie die Grenzen bei „Aktives Zuhören und therapeutische Gesprächsstruktur“. 3 P
  • Zuhören ersetzt keine Krisenabklärung
  • Hinweise auf akute Selbst- oder Fremdgefährdung, schwere Desorientierung oder medizinische Notfälle werden direkt und nach festgelegtem Verfahren geklärt
  • Vertraulichkeit wird mit ihren Grenzen erklärt
Nennen Sie Qualitätskriterien für „Aktives Zuhören und therapeutische Gesprächsstruktur“. 2 P
  • Die fachliche Prüfung verbindet Menschenbild, Beziehung, Betätigung und Lebenskontext
  • Leitend bleibt die Frage „Habe ich der Person Raum gegeben, das Verstandene überprüft und zugleich den therapeutischen Auftrag, die Zeit und notwendige Sicherheitsfragen klar gehalten?“ Die Begründung muss Teilhabe, Machtverhältnisse, professionelle Grenzen und einen beobachtbaren Verlauf transparent machen

Gewaltfreie Kommunikation nach Rosenberg

Beschreiben Sie Ablauf und fachliche Bedeutung von „Vier Schritte“. 5 P
  • Gewaltfreie Kommunikation unterscheidet Beobachtung, Gefühl, Bedürfnis und Bitte
  • Beobachtung beschreibt eine konkrete Situation ohne Bewertung
  • Gefühle werden als eigenes Erleben benannt
  • Bedürfnisse erklären, was wichtig ist
  • Eine Bitte ist konkret und lässt eine Antwort zu
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Beobachtung und Urteil“. 2 P
  • „Sie sind unzuverlässig“ ist eine Bewertung. „Sie kamen zu den letzten beiden Terminen jeweils zwanzig Minuten später“ ist beobachtbarer
  • Die Trennung senkt das Risiko, dass das Gegenüber sich gegen eine Zuschreibung verteidigen muss
Charakterisieren Sie „Bitte statt Forderung“. 4 P
  • Eine Bitte nennt ein ausführbares Verhalten, einen Kontext und gegebenenfalls einen Zeitpunkt
  • Wird ein Nein bestraft, war die Bitte faktisch eine Forderung
  • In institutionellen Situationen bestehen dennoch Grenzen und Pflichten
  • Diese werden offen benannt statt sprachlich als freiwillig getarnt
Leiten Sie aus „Therapeutische Verwendung“ Konsequenzen für die ergotherapeutische Praxis ab. 3 P
  • Die Methode unterstützt Selbstklärung, Konfliktbearbeitung und Gruppenregeln
  • Sie darf nicht dazu dienen, berechtigten Ärger zu glätten oder Machtunterschiede zu verdecken
  • Bei Gewalt, Diskriminierung oder Gefährdung braucht es zusätzlich klare Grenzen und Schutz
Nennen Sie Qualitätskriterien für „Gewaltfreie Kommunikation nach Rosenberg“. 2 P
  • Die fachliche Prüfung verbindet Menschenbild, Beziehung, Betätigung und Lebenskontext
  • Leitend bleibt die Frage „Sind Beobachtung, Gefühl, Bedürfnis und Bitte sprachlich getrennt, und bleibt die tatsächliche Entscheidungsfreiheit ehrlich erkennbar?“ Die Begründung muss Teilhabe, Machtverhältnisse, professionelle Grenzen und einen beobachtbaren Verlauf transparent machen

Humanistische Gesprächshaltung und therapeutische Beziehung

Charakterisieren Sie „Menschenbild“. 3 P
  • Humanistische Ansätze betrachten den Menschen als grundsätzlich entwicklungsfähig und auf Sinn, Beziehung und Selbstbestimmung ausgerichtet
  • Störungen werden nicht mit der Person gleichgesetzt
  • Die therapeutische Beziehung soll Entwicklung ermöglichen, nicht Anpassung erzwingen
Charakterisieren Sie „Grundhaltungen“. 3 P
  • Empathie bedeutet, die Perspektive des Gegenübers möglichst genau zu verstehen
  • Kongruenz bezeichnet Echtheit und nachvollziehbare Übereinstimmung im therapeutischen Auftreten
  • Positive Beachtung respektiert die Person, ohne jedes Verhalten gutzuheißen
Definieren Sie den Begriff „Klientenzentrierung“. 3 P
  • Klientenzentrierung heißt nicht, ohne Struktur zu arbeiten
  • Therapeutische Fachkompetenz, Risiken und institutionelle Bedingungen werden transparent eingebracht
  • Ziele werden ausgehandelt, Sprache angepasst und Entscheidungen soweit wie möglich gemeinsam getroffen
Analysieren Sie den Zusammenhang bei „Beziehung und Betätigung“. 3 P
  • In der Ergotherapie zeigt sich Beziehung auch im gemeinsamen Handeln
  • Materialwahl, Hilfestellung, Tempo, Fehlerkorrektur und Nähe vermitteln Erwartungen
  • Eine gute Beziehung macht Lernen und Erprobung möglich, ersetzt aber keine fachliche Ziel- und Verlaufsprüfung
Nennen Sie Qualitätskriterien für „Humanistische Gesprächshaltung und therapeutische Beziehung“. 2 P
  • Die fachliche Prüfung verbindet Menschenbild, Beziehung, Betätigung und Lebenskontext
  • Leitend bleibt die Frage „Wie zeigt sich Empathie, Echtheit und Respekt konkret in Sprache, Aufgabenwahl, Hilfestellung und Reaktion auf Fehler?“ Die Begründung muss Teilhabe, Machtverhältnisse, professionelle Grenzen und einen beobachtbaren Verlauf transparent machen

Lerntheorie, kognitive Verhaltenstherapie und Lernen am Modell

Erklären Sie den fachlichen Kern von „Lernen und Verhalten“. 4 P
  • Verhalten wird durch Auslöser, Konsequenzen, Erwartungen und bisherige Erfahrungen beeinflusst
  • Verstärkung erhöht die Wahrscheinlichkeit eines Verhaltens
  • Bestrafung kann Verhalten unterdrücken, erzeugt aber nicht automatisch eine hilfreiche Alternative
  • Vermeidung wird oft kurzfristig durch Angstreduktion verstärkt
Charakterisieren Sie „Kognitive Verhaltenstherapie“. 3 P
  • Kognitive Ansätze untersuchen automatische Gedanken, Grundannahmen und Bewertungsmuster
  • Gedanken, Gefühle, Körperreaktionen und Verhalten wirken wechselseitig
  • Ziel ist nicht „positiv denken“, sondern realitätsnähere Bewertung und erweiterte Handlungsmöglichkeiten
Erläutern Sie die Kernaussagen von „Modelllernen bei Lerntheorie, kognitive Verhaltenstherapie und Lernen am Modell“. 4 P
  • Menschen lernen durch Beobachtung
  • Therapeutinnen demonstrieren nicht nur Bewegungsabläufe, sondern auch Fehlerumgang, Selbstinstruktion, Pausen und soziale Kommunikation
  • Modelle müssen erreichbar wirken
  • Perfekte Vorführung kann bei geringem Selbstvertrauen entmutigen
Leiten Sie aus „Lerntheorie, kognitive Verhaltenstherapie“ Konsequenzen für die ergotherapeutische Praxis ab. 2 P
  • Aufgaben werden in machbare Schritte gegliedert, hilfreiches Verhalten unmittelbar rückgemeldet und Generalisierung geplant
  • Expositionsprinzipien oder komplexe psychotherapeutische Interventionen werden nur innerhalb des abgestimmten Behandlungsplans und der eigenen Qualifikation angewendet
Nennen Sie Qualitätskriterien für „Lerntheorie, kognitive Verhaltenstherapie und Lernen am Modell“. 2 P
  • Die fachliche Prüfung verbindet Menschenbild, Beziehung, Betätigung und Lebenskontext
  • Leitend bleibt die Frage „Welche Auslöser und Konsequenzen halten das Verhalten aufrecht, welche alternative Handlung wird konkret geübt und wie wird sie in den Alltag übertragen?“ Die Begründung muss Teilhabe, Machtverhältnisse, professionelle Grenzen und einen beobachtbaren Verlauf transparent machen

Dialektisch-behaviorale Therapie und Borderline-Störung

Charakterisieren Sie „Dialektischer Grundgedanke“. 3 P
  • DBT verbindet Akzeptanz und Veränderung
  • Belastendes Erleben wird validiert, gleichzeitig werden konkrete Verhaltensalternativen aufgebaut
  • Dialektik verhindert die falsche Wahl zwischen „alles annehmen“ und „alles sofort verändern“
Definieren Sie den Begriff „Behandlungsbausteine“. 3 P
  • Typische Bereiche sind Achtsamkeit, Stresstoleranz, Emotionsregulation, zwischenmenschliche Fertigkeiten und Selbstwert
  • Skills sind erlernbare Fertigkeiten, keine bloßen Ablenkungstricks
  • Auswahl und Anwendung richten sich nach Anspannungsniveau, Funktion des Verhaltens und Sicherheit
Charakterisieren Sie „Therapeutische Haltung“ bei „Dialektisch-behaviorale Therapie“. 3 P
  • Klare Struktur, Verlässlichkeit, Mitgefühl und transparente Grenzen sind wesentlich
  • Spaltungserleben und wechselnde Beziehungseinschätzungen können Teams belasten
  • Absprachen werden konsistent gehalten und im Team reflektiert, ohne die Person als manipulativ abzuwerten
Charakterisieren Sie „Ergotherapeutische Rolle“ bei „Dialektisch-behaviorale Therapie und Borderline-Störung“. 2 P
  • Handlungsorientierte Aufgaben ermöglichen, Anspannung wahrzunehmen, Pausen einzusetzen, Entscheidungen zu treffen und Probleme schrittweise zu lösen
  • Ziel ist nicht das perfekte Produkt, sondern die Übertragung von Fertigkeiten in Alltag und Beziehungen
Nennen Sie Qualitätskriterien für „Dialektisch-behaviorale Therapie und Borderline-Störung“. 2 P
  • Die fachliche Prüfung verbindet Menschenbild, Beziehung, Betätigung und Lebenskontext
  • Leitend bleibt die Frage „Welche Funktion erfüllt das problematische Verhalten, welche Fertigkeit soll es ersetzen, und ist der Umgang mit Krisen und Selbstgefährdung im Team eindeutig geregelt?“ Die Begründung muss Teilhabe, Machtverhältnisse, professionelle Grenzen und einen beobachtbaren Verlauf transparent machen

Gruppendynamik, Gruppenregeln und Konfliktlösung

Leiten Sie aus „Gruppe als therapeutisches System“ Konsequenzen für die ergotherapeutische Praxis ab. 3 P
  • In Gruppen werden Zugehörigkeit, Abgrenzung, Kooperation, Konkurrenz, Rückmeldung und Rollen unmittelbar sichtbar
  • Das Gruppengeschehen ist nicht nur Hintergrund, sondern Teil der Intervention
  • Aufgabe und Beziehungsebene werden gleichzeitig beobachtet
Charakterisieren Sie „Struktur und Regeln“. 4 P
  • Ziel, Dauer, Gruppengröße, Teilnahmeform, Vertraulichkeit, Material und Umgang mit Störungen werden vorab geklärt
  • Regeln sollen verständlich, begründbar und tatsächlich durchsetzbar sein
  • Zu viele Regeln verhindern Eigenverantwortung
  • Zu wenig Struktur kann Sicherheit mindern
Charakterisieren Sie „Dynamik und Rollen“. 3 P
  • Gruppen entwickeln Normen, Bündnisse und wiederkehrende Rollen
  • Eine Person ist nicht „der Störer“, sondern zeigt ein Verhalten in einem bestimmten Gruppenkontext
  • Leitung prüft, wie Aufgabe, Tempo, Sitzordnung und eigene Reaktionen das Muster beeinflussen
Beurteilen Sie die zentralen Grenzen und Risiken bei „Konfliktbearbeitung“. 3 P
  • Konflikte werden konkretisiert: Wer erlebt welches Verhalten in welcher Situation mit welcher Wirkung?
  • Beobachtung und Bedürfnis werden getrennt, gemeinsame Ziele gesucht und überprüfbare Vereinbarungen getroffen
  • Bei Diskriminierung oder Gefährdung setzt die Leitung klare Grenzen
Nennen Sie Qualitätskriterien für „Gruppendynamik, Gruppenregeln und Konfliktlösung“. 2 P
  • Die fachliche Prüfung verbindet Menschenbild, Beziehung, Betätigung und Lebenskontext
  • Leitend bleibt die Frage „Ist die Gruppe als Sozialform für Ziel und Belastbarkeit geeignet, und kann ich sowohl die Aufgabe als auch die Interaktion fachlich beobachten und steuern?“ Die Begründung muss Teilhabe, Machtverhältnisse, professionelle Grenzen und einen beobachtbaren Verlauf transparent machen

Störungsbilder und psychosoziale Fachbereiche im Überblick

Charakterisieren Sie „Nicht von der Diagnose zur Schablone“. 2 P
  • Diagnosen ordnen Symptome und erleichtern Kommunikation, bestimmen aber nicht automatisch den ergotherapeutischen Bedarf
  • Zwei Menschen mit derselben Diagnose können sich in Antrieb, Kognition, Beziehung, Rollen, Interessen und Umwelt stark unterscheiden
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Typische Profile“. 5 P
  • Psychotische Störungen können Wahrnehmung, Denken und Realitätsprüfung verändern
  • Depression betrifft häufig Stimmung, Antrieb, Interesse und Selbstwert
  • Zwangsstörungen sind durch aufdrängende Gedanken oder ritualisierte Handlungen geprägt
  • ADHS betrifft unter anderem Aufmerksamkeit, Impulssteuerung und Organisation
  • Demenzen verlaufen kognitiv progredient
Beschreiben Sie Ablauf und fachliche Bedeutung von „Entwicklung und Kontext“. 3 P
  • In der Kinder- und Jugendpsychiatrie werden Entwicklungsstand, Familie, Schule und Peers einbezogen
  • Essstörungen, oppositionelles Verhalten oder Angst werden nicht isoliert vom Umfeld betrachtet
  • Bei Erwachsenen beeinflussen Beruf, Partnerschaft, Elternrolle und materielle Lage die Handlungsfähigkeit
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Spezielle Bereiche“. 4 P
  • Psychosomatik fokussiert Wechselwirkungen von Körper, Erleben und Verhalten
  • Suchtbehandlung berücksichtigt Craving, Rückfallrisiko, Alltag und soziale Folgen
  • Forensik verbindet Therapie mit Sicherungsauftrag und rechtlichen Rahmenbedingungen
  • In jedem Bereich bleiben Würde, Betätigungsorientierung und realistische Teilhabeziele zentral
Nennen Sie Qualitätskriterien für „Störungsbilder und psychosoziale Fachbereiche im Überblick“. 2 P
  • Die fachliche Prüfung verbindet Menschenbild, Beziehung, Betätigung und Lebenskontext
  • Leitend bleibt die Frage „Welche beobachtbaren Auswirkungen hat das Störungsbild auf konkrete Betätigungen, und welche individuellen Ressourcen widersprechen einer pauschalen Diagnoseannahme?“ Die Begründung muss Teilhabe, Machtverhältnisse, professionelle Grenzen und einen beobachtbaren Verlauf transparent machen

Sozialtherapie, Milieu und Lebenswelt

Erläutern Sie die Kernaussagen von „Grundannahme der Sozialtherapie“. 2 P
  • Sozialtherapie versteht psychische Gesundheit als Ergebnis des Zusammenspiels von Person, Beziehungen, materiellen Bedingungen und gesellschaftlicher Teilhabe
  • Behandlung verändert deshalb nicht nur individuelles Verhalten, sondern auch Alltag, Rollen, Unterstützung und Zugang zu bedeutsamen Lebensbereichen
Leiten Sie aus „Milieu als therapeutischer Faktor“ Konsequenzen für die ergotherapeutische Praxis ab. 3 P
  • Milieu umfasst Regeln, Tagesrhythmus, Räume, Kommunikationsformen, Aufgaben und soziale Erwartungen einer Einrichtung
  • Es kann Sicherheit und Orientierung geben, aber auch Abhängigkeit oder Anpassungsdruck erzeugen
  • Therapeutische Gestaltung wird deshalb gemeinsam begründet und regelmäßig auf Teilhabewirkung geprüft
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Lebensweltbezogene Zielsetzung“. 2 P
  • Lebensweltbezogene Ziele beziehen sich auf tatsächliches Wohnen, Selbstversorgung, Beziehungen, Mobilität, Bildung, Arbeit und Freizeit
  • Ein Ziel ist erst tragfähig, wenn es außerhalb der Institution Bedeutung besitzt und mit verfügbaren Ressourcen, Barrieren und Unterstützungsformen verbunden wird
Leiten Sie aus „Ergotherapeutischer Beitrag zur Sozialtherapie“ Konsequenzen für die ergotherapeutische Praxis ab. 3 P
  • Ergotherapie analysiert konkrete Betätigungen, erprobt abgestufte Anforderungen und gestaltet Umwelt sowie Hilfen
  • Sie unterstützt Rollenübernahme, Tagesstruktur und soziale Beteiligung
  • Der Auftrag bleibt von Sozialarbeit, Pflege und Psychotherapie abgegrenzt, wird aber im gemeinsamen Behandlungsplan verbunden
Charakterisieren Sie „Qualitätskriterien der Sozialtherapie“. 3 P
  • Qualität zeigt sich an gemeinsam vereinbarten Zielen, geringstmöglicher institutioneller Abhängigkeit, verständlichen Regeln und überprüfbarer Teilhabe
  • Unterstützung wird nicht nur angeboten, sondern in realen Situationen erprobt
  • Die Person behält Wahlmöglichkeiten und erhält nachvollziehbare Rückmeldung zum Verlauf

Gesprächspsychotherapie, Gestalttherapie und Psychodrama

Charakterisieren Sie „Gesprächspsychotherapie nach Rogers“. 3 P
  • Die Gesprächspsychotherapie arbeitet mit Empathie, Kongruenz und bedingungsfreier positiver Beachtung
  • Die Therapeutin versucht die subjektive Bedeutung genau zu verstehen und spiegelt sie prüfend zurück
  • In der Ergotherapie prägt diese Haltung Gespräch, gemeinsame Betätigung und Zielaushandlung
Leiten Sie aus „Gestalttherapeutische Grundidee“ Konsequenzen für die ergotherapeutische Praxis ab. 4 P
  • Gestalttherapie richtet Aufmerksamkeit auf gegenwärtiges Erleben, Kontakt und unerledigte Situationen
  • Wahrnehmung, Körperreaktion und Handlung werden im Hier und Jetzt erkundet
  • Ergotherapeutisch können diese Elemente reflektierend genutzt werden
  • Eigenständige psychotherapeutische Behandlung setzt entsprechende Qualifikation voraus
Charakterisieren Sie „Psychodrama als Verfahren“. 4 P
  • Psychodrama stellt Beziehungen, Rollen und Konflikte szenisch dar
  • Rollenwechsel und Perspektivübernahme können neue Handlungsmöglichkeiten sichtbar machen
  • Im ergotherapeutischen Rahmen werden kurze, klar begrenzte Rollenspiele zielbezogen eingesetzt
  • Intensive biografische Bearbeitung gehört in einen geeigneten psychotherapeutischen Rahmen
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Gemeinsame Wirkfaktoren“. 3 P
  • Alle drei Ansätze nutzen Beziehung, erlebte Bedeutung und aktive Perspektivveränderung
  • Sie unterscheiden sich in Gesprächsform, Körper- und Szenenbezug sowie therapeutischer Tiefe
  • Die Auswahl folgt Befund, Ziel, Stabilität, Einwilligung und Qualifikation, nicht der persönlichen Vorliebe der behandelnden Person
Beurteilen Sie die zentralen Grenzen und Risiken bei „Ergotherapeutische Grenze“ bei „Gesprächspsychotherapie, Gestalttherapie“. 3 P
  • Humanistisch orientierte Elemente unterstützen Selbstwahrnehmung, Kommunikation und Betätigungsentscheidungen
  • Sie dürfen weder fachärztliche Diagnostik noch Psychotherapie vortäuschen
  • Bei Traumafolgen, akuter Krise, schwerer Dissoziation oder Selbstgefährdung werden Zuständigkeit und Sicherheitsplan im Team geklärt

Psychodynamische und biologische Verfahren

Erläutern Sie die Kernaussagen von „Psychodynamische Grundannahme“ bei „Psychodynamische und biologische Verfahren“. 3 P
  • Psychodynamische Ansätze betrachten aktuelle Symptome und Beziehungsmuster auch im Zusammenhang mit unbewussten Konflikten, frühen Erfahrungen und inneren Abwehrformen
  • Deutung und Durcharbeiten gehören in einen psychotherapeutischen Rahmen
  • Ergotherapie beobachtet Beziehung und Handlung, ohne spekulative Tiefendeutungen als Befund auszugeben
Unterscheiden Sie „Bedeutung von Übertragung und Gegenübertragung“ anhand fachlicher Kriterien. 4 P
  • Übertragung bezeichnet Erwartungen und Beziehungsmuster, die in der aktuellen therapeutischen Beziehung wieder wirksam werden können
  • Gegenübertragung umfasst Reaktionen der Fachperson
  • Beide sind Reflexionshilfen, keine Etiketten
  • Beobachtungen werden im Team oder in Supervision geprüft und nicht als sichere Erklärung dokumentiert
Charakterisieren Sie „Biologische Behandlungsverfahren“. 3 P
  • Medikamentöse Therapie, Lichttherapie und Elektrokrampftherapie sind ärztlich indizierte und verantwortete Verfahren
  • Ergotherapie kennt ihren Zweck und mögliche Auswirkungen auf Wachheit, Antrieb, Kreislauf, Gedächtnis und Belastbarkeit
  • Verordnung, Dosisänderung und medizinische Überwachung liegen nicht im ergotherapeutischen Auftrag
Leiten Sie aus „Ergotherapeutische Anpassung“ Konsequenzen für die ergotherapeutische Praxis ab. 3 P
  • Therapiezeit, Reizniveau, Komplexität und Sicherheitsmaßnahmen werden an aktuelle Wirkung und Nebenwirkungen angepasst
  • Veränderungen von Antrieb, Orientierung, Tremor, Sturzrisiko oder Gedächtnis werden sachlich beobachtet und weitergegeben
  • Die Aktivität bleibt bedeutsam, erreichbar und mit Pausen sowie Hilfen planbar
Unterscheiden Sie „Abgrenzung von Erklärungsmodellen“ anhand fachlicher Kriterien. 3 P
  • Psychodynamische, biologische, lerntheoretische und soziale Modelle erklären unterschiedliche Ebenen
  • Kein Modell erfasst allein die Person
  • Eine multidimensionale Planung verbindet Symptome, Biografie, Körper, Betätigung, Beziehungen und Umwelt, ohne aus einem einzelnen Erklärungsansatz automatische Behandlungsschritte abzuleiten

Die Fragen und Antworten wurden aus den redaktionellen Lerntexten dieses Kapitels abgeleitet. Jede Antwort gehört ausschließlich zu der unmittelbar darüberstehenden Frage.

Hinweise des Lehrplans
  • praktikable Konzepte
  • vgl. Lehrpläne Medizinsoziologie und Gerontologie, Psychologie und Pädagogik sowie Grundlagen der Ergotherapie
  • nach Rogers
  • praktische Übungen Gesprächspsychotherapie, Gestalttherapie, Psychodrama
  • Stressbewältigungstraining, Problemlösungstraining, Training sozialer Kompetenzen
  • vgl. Lehrpläne Psychologie und Pädagogik sowie Spezielle Krankheitslehre, LPE 7 und 8
  • Deutung, Durcharbeiten
  • medikamentöse Therapie, Elektrokrampfbehandlung, Lichttherapie
  • vgl. Lehrpläne Grundlagen der Ergotherapie sowie Psychologie und Pädagogik
  • vgl. Lehrplan Spezielle Krankheitslehre, LPE 7 und 8

Quelle: Sächsisches Staatsministerium für Kultus: Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin, freigegeben ab 1. August 2020, S. 130.

02 Befunderhebung, Diagnose und Dokumentation 15 (10) Ustd. 60 Unterfragen
Lehrplananforderung

Die Schülerinnen und Schüler erheben anamnestische Daten und werten diese aus. Auf dieser Grundlage erstellen sie einen fachspezifischen ergotherapeutischen Befund. Die Schülerinnen und Schüler stellen die Zusammenhänge zwischen Befund, Zielformulierung und Therapieplanung her.

Quelle: Sächsisches Staatsministerium für Kultus: Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin, freigegeben ab 1. August 2020, S. 131.

Fragen & Antworten60

Kapitelkern

Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Informationsgewinnung und soziale Anamnese“. 3 P
  • Die Anamnese erfasst Anliegen, Rollen, Tagesablauf, Beziehungen, Wohnen, Bildung, Arbeit, Freizeit, Ressourcen, Risiken und bisherige Hilfen
  • Selbstbericht, Fremdbericht und Akteninformation werden gekennzeichnet
  • Erhoben wird nur, was für Auftrag, Ziel, Sicherheit oder Verlauf tatsächlich relevant ist
Analysieren Sie den Zusammenhang bei „Verhaltensbeobachtung auf Handlungs- und Beziehungsebene“. 3 P
  • Beobachtet werden Initiierung, Planung, Ausdauer, Tempo, Hilfegebrauch, Fehlerkontrolle, Ausdruck, Kontakt, Nähe-Distanz-Regulation und Verhalten in der Gruppe
  • Beschreibung und Interpretation bleiben getrennt
  • Situation, Aufgabe, Beziehung und Umwelt werden als mögliche Einflussfaktoren mitdokumentiert
Beschreiben Sie Ablauf und fachliche Bedeutung von „Prozess-, Ergebnis- und Produktanalyse“. 3 P
  • Die Analyse unterscheidet Vorgehen, benötigte Hilfen, Belastung, Strategie, Ergebnis und Qualität eines Produkts
  • Ein gelungenes Werkstück beweist nicht automatisch selbstständiges Handeln
  • Umgekehrt kann ein unvollständiges Ergebnis wichtige Fortschritte bei Planung, Kooperation oder Selbstregulation zeigen
Nennen Sie zentrale Aspekte von „Befundbewertung und Zielsetzung“ bei „Befunderhebung, Diagnose und Dokumentation“. 4 P
  • Befundbewertung verbindet subjektive Prioritäten, beobachtete Handlungsfähigkeit, Risiken und Kontextbedingungen
  • Ziele beschreiben eine konkrete Betätigung unter benannten Bedingungen, mit Hilfebedarf und Zeitbezug
  • Die Person wird beteiligt
  • Fachliche Grenzen und notwendige Weiterleitung bleiben transparent
Charakterisieren Sie „Dokumentation und digitale Technik“. 3 P
  • Dokumentation trennt Beobachtung, Interpretation, Intervention, Reaktion und nächste Entscheidung
  • Sie ist sachlich, zeitnah, datensparsam und für andere Fachpersonen nachvollziehbar
  • Digitale Systeme benötigen eindeutige Zuordnung, Zugriffsschutz und einen verantwortlichen Umgang mit Test- und Gesundheitsdaten

Beurteilungsprozess und Clinical Reasoning

Beschreiben Sie Ablauf und fachliche Bedeutung von „Befundung als Prozess“. 3 P
  • Befunderhebung ist kein einmaliger Testtermin
  • Sie beginnt mit Erstkontakt und Auftragsklärung, führt über Befragung, Beobachtung und geeignete Verfahren zu Hypothesen, Zielvereinbarung, Intervention und erneuter Bewertung
  • Neue Informationen können frühere Annahmen verändern
Charakterisieren Sie „Clinical Reasoning“ bei „Beurteilungsprozess und Clinical Reasoning“. 3 P
  • Scientific, interaktives, narratives, konditionales, ethisches und pragmatisches Reasoning beleuchten unterschiedliche Entscheidungsanteile
  • Medizinische Fakten, Beziehung, Lebensgeschichte, Zukunft, Werte und Rahmenbedingungen werden zusammengeführt
  • Keine Form allein reicht aus
Charakterisieren Sie „Top-down und Bottom-up“. 3 P
  • Top-down startet bei Betätigung und Teilhabe, Bottom-up bei Funktionen
  • Im psychosozialen Bereich ist ein betätigungsbezogener Ausgangspunkt besonders wichtig
  • Funktionsprüfungen werden eingesetzt, wenn sie eine konkrete Alltagsfrage klären
Charakterisieren Sie „Gemeinsame Urteilsbildung“. 3 P
  • Befunde werden mit der Person besprochen
  • Selbstbericht, Fremdbericht und therapeutische Beobachtung können voneinander abweichen
  • Unterschiede werden dokumentiert und nicht vorschnell zugunsten einer Perspektive aufgelöst
Beurteilen Sie die Befundqualität bei „Beurteilungsprozess und Clinical Reasoning“. 3 P
  • Die Befundqualität wird an der Leitfrage „Welche Entscheidung soll die Befunderhebung ermöglichen, und ist jedes erhobene Merkmal für Auftrag, Ziel oder Sicherheit relevant?“ geprüft
  • Beobachtung, Selbst- und Fremdbericht, Interpretation, Ziel und fachliche Folgerung werden getrennt dokumentiert
  • Störfaktoren und Grenzen der Aussage bleiben ausdrücklich sichtbar

Erstkontakt sowie soziale, medizinische und Betätigungsanamnese

Definieren Sie „Erstkontakt“. 2 P
  • Vorstellung, Erklärung der Ergotherapie, Beziehungsgestaltung und Klärung von Anliegen und Erwartungen bilden den Anfang
  • Die Person erhält verständliche Informationen über Ablauf, Dokumentation, Schweigepflicht und Grenzen der Vertraulichkeit
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Informationsquellen“. 3 P
  • Informationen stammen von der Person, Angehörigen nach Einwilligung, Akten, ärztlichen Berichten und dem interprofessionellen Team
  • Die Herkunft wird gekennzeichnet
  • Fremdberichte ersetzen nicht die Perspektive der betroffenen Person
Definieren Sie den Begriff „Anamnesebereiche“. 2 P
  • Erfasst werden Diagnosen, Verlauf, Medikation, bisherige Therapien, aktuelle Beschwerden, Wohnen, Beziehungen, Bildung, Arbeit, Finanzen, Freizeit, Interessen, Routinen und Hilfsmittel
  • Risiken und Ressourcen werden gleichermaßen beachtet
Charakterisieren Sie „Betätigungsorientierte Fragen“. 5 P
  • Welche Aktivitäten sind wichtig?
  • Was gelingt, was wird vermieden, was kostet übermäßig Kraft?
  • Welche Rollen gingen verloren?
  • Welche Umwelt unterstützt oder behindert?
  • Die Anamnese führt zu prüfbaren Alltagsfragen und nicht zu einer vollständigen Lebenschronik ohne therapeutischen Zweck
Beurteilen Sie die Befundqualität bei „Erstkontakt sowie soziale, medizinische und Betätigungsanamnese“. 3 P
  • Die Befundqualität wird an der Leitfrage „Sind Quelle, Relevanz und Aktualität jeder Angabe erkennbar, und wurden Anliegen, Ressourcen und Betätigungsziele der Person ausreichend erfasst?“ geprüft
  • Beobachtung, Selbst- und Fremdbericht, Interpretation, Ziel und fachliche Folgerung werden getrennt dokumentiert
  • Störfaktoren und Grenzen der Aussage bleiben ausdrücklich sichtbar

Verhaltensbeobachtung auf Handlungs-, Beziehungs- und Ausdrucksebene

Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Beobachtung planen“. 4 P
  • Beobachtung braucht eine Fragestellung, einen definierten Kontext und nachvollziehbare Kriterien
  • Freie Beobachtung kann erste Hinweise geben
  • Strukturierte Beobachtung ermöglicht Vergleich
  • Verhalten wird in einer Situation beschrieben, nicht als unveränderliche Eigenschaft
Nennen Sie die Beobachtungsbereiche bei „Verhaltensbeobachtung auf Handlungs-, Beziehungs- und Ausdrucksebene“. 2 P
  • Relevant sind affektiver und emotionaler Ausdruck, Aufmerksamkeit, Gedächtnis, Denken, Wahrnehmungsverarbeitung, Motorik, Lebenspraxis, Selbst- und Fremdwahrnehmung sowie Kommunikation
  • Im psychosozialen Bereich werden außerdem Initiierung, Ausdauer, Flexibilität, Umgang mit Fehlern und Hilfesuche beobachtet
Analysieren Sie den Zusammenhang bei „Handlungs- und Beziehungsebene“. 2 P
  • Eine Person kann eine Aufgabe motorisch bewältigen, aber bei Unsicherheit abbrechen, Rückmeldung nicht annehmen oder andere dominieren
  • Beziehungseinflüsse werden mitgedacht: Beobachtetes Verhalten kann auf Gruppengröße, Leistungsdruck, unklare Anleitung oder frühere Erfahrungen reagieren
Definieren Sie den Begriff „Objektivieren“. 3 P
  • Dokumentation nennt Situation, Verhalten, Häufigkeit, Dauer, Hilfen und Wirkung
  • Wertende Begriffe wie „faul“, „manipulativ“ oder „schwierig“ werden durch konkrete Beobachtungen ersetzt
  • Interpretationen werden als Hypothesen kenntlich gemacht
Beurteilen Sie die Befundqualität bei „Verhaltensbeobachtung auf Handlungs-, Beziehungs- und Ausdrucksebene“. 3 P
  • Die Befundqualität wird an der Leitfrage „Könnte eine andere Fachperson anhand meiner Dokumentation erkennen, was tatsächlich geschah, ohne meine persönliche Bewertung übernehmen zu müssen?“ geprüft
  • Beobachtung, Selbst- und Fremdbericht, Interpretation, Ziel und fachliche Folgerung werden getrennt dokumentiert
  • Störfaktoren und Grenzen der Aussage bleiben ausdrücklich sichtbar

Assessmentauswahl, Gütekriterien und Testgrenzen

Erklären Sie Funktion und fachlichen Zweck von „Zweck vor Instrument“. 2 P
  • Ein Instrument wird gewählt, weil es eine konkrete Frage beantwortet: Screening, differenzierte Befundung, Zielpriorisierung oder Verlaufskontrolle
  • Verfügbarkeit oder Gewohnheit allein sind keine fachliche Begründung
Definieren Sie den Begriff „Gütekriterien“. 3 P
  • Objektivität betrifft Unabhängigkeit von Durchführung und Auswertung, Reliabilität die Messzuverlässigkeit und Validität die Gültigkeit
  • Normwerte müssen zur Person und Fragestellung passen
  • Messfehler und Tagesform begrenzen die Interpretation
Charakterisieren Sie „Screening und Diagnose“. 3 P
  • Screenings zeigen einen möglichen Abklärungsbedarf, stellen aber keine medizinische Diagnose
  • Ein auffälliger Wert wird mit Beobachtung, Anamnese und gegebenenfalls weiterführender Diagnostik verbunden
  • Unauffällige Werte schließen alltagsrelevante Probleme nicht sicher aus
Beurteilen Sie die zentralen Grenzen und Risiken bei „Praktische Grenzen“. 3 P
  • Zeit, Sprache, Seh- und Hörvermögen, Bildung, Kultur, Motorik, Müdigkeit, Medikation und Angst können Ergebnisse beeinflussen
  • Standardisierte Verfahren werden entsprechend Manual und Berechtigung genutzt
  • Geschützte Testmaterialien und vollständige Items werden nicht unzulässig vervielfältigt
Beurteilen Sie die Befundqualität bei „Assessmentauswahl, Gütekriterien und Testgrenzen“. 3 P
  • Die Befundqualität wird an der Leitfrage „Welche Entscheidung folgt aus dem Ergebnis, welche Störfaktoren liegen vor, und ist meine Aussage enger als das, was das Instrument tatsächlich messen kann?“ geprüft
  • Beobachtung, Selbst- und Fremdbericht, Interpretation, Ziel und fachliche Folgerung werden getrennt dokumentiert
  • Störfaktoren und Grenzen der Aussage bleiben ausdrücklich sichtbar

Betätigungsprofil und COPM

Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Ziel des COPM“. 3 P
  • Das COPM ist ein klientenzentriertes Interview zur Identifikation und Priorisierung von Betätigungsproblemen in Selbstversorgung, Produktivität und Freizeit
  • Die Person bewertet ausgewählte Anliegen hinsichtlich Ausführung und Zufriedenheit
  • Das Instrument ersetzt keine umfassende Funktionsdiagnostik
Beschreiben Sie Ablauf und fachliche Bedeutung von „Interviewprozess“. 2 P
  • Die Therapeutin unterstützt, aus allgemeinen Beschwerden konkrete Betätigungen zu formulieren. „Mehr Antrieb“ wird beispielsweise in „morgens selbstständig aufstehen und frühstücken“ übersetzt
  • Prioritäten stammen von der Person, nicht aus einer vorgegebenen Diagnoseliste
Beschreiben Sie „Verlauf“ bei „Betätigungsprofil und COPM“. 3 P
  • Wiederholte Bewertungen können subjektiv wahrgenommene Veränderung sichtbar machen
  • Zahlen werden mit dem Gespräch verbunden: Was hat sich verändert, wodurch, in welchem Kontext und mit welcher Unterstützung?
  • Eine Differenz ist nicht automatisch klinisch bedeutsam
Begründen Sie die fachlichen Anforderungen bei „Anwendungsschutz“. 3 P
  • Durchführung erfolgt nach autorisierter Anleitung und geltenden Nutzungsbedingungen
  • Im Lernbuch werden Zweck und Logik erläutert, nicht das geschützte Instrument vollständig reproduziert
  • Ergebnisse werden vertraulich und zielbezogen dokumentiert
Beurteilen Sie die Befundqualität bei „Betätigungsprofil und COPM“. 3 P
  • Die Befundqualität wird an der Leitfrage „Ist das priorisierte Problem als konkrete Betätigung formuliert, und wird die subjektive Bewertung der Person ernst genommen, ohne sie mit objektiver Leistungsbeobachtung zu verwechseln?“ geprüft
  • Beobachtung, Selbst- und Fremdbericht, Interpretation, Ziel und fachliche Folgerung werden getrennt dokumentiert
  • Störfaktoren und Grenzen der Aussage bleiben ausdrücklich sichtbar

Betätigungsanalyse, Prozess- und Produktbewertung

Charakterisieren Sie „Betätigung im Kontext“. 3 P
  • Betätigungsperformanz entsteht aus Person, Aufgabe und Umwelt
  • Eine Analyse beschreibt, wann, wo, mit wem, mit welchem Material und unter welchen Regeln eine Tätigkeit stattfindet
  • Dieselbe Person kann in einem vertrauten Kontext kompetent und in einem reizreichen Kontext deutlich eingeschränkt handeln
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Direkte Beobachtung“. 3 P
  • Die Person führt eine alltagsrelevante Tätigkeit möglichst gewohnt aus
  • Beobachtet werden Vorbereitung, Reihenfolge, Initiative, Aufmerksamkeit, Problemlösen, Tempo, Sicherheit, soziale Abstimmung und Abschluss
  • Hilfen werden nach Art und Umfang dokumentiert
Beschreiben Sie Ablauf und fachliche Bedeutung von „Prozess und Produkt“. 3 P
  • Ein gelungenes Produkt beweist nicht, dass der Prozess selbstständig oder gesundheitsförderlich war
  • Umgekehrt kann ein unvollständiges Produkt einen wertvollen Lernprozess zeigen
  • Ergebnisqualität, Handlungsstrategie, Belastung und Bedeutung werden getrennt bewertet
Ordnen Sie „Gemeinsame Auswertung“ fachlich ein. 2 P
  • Person und Therapeutin identifizieren gelungene Schritte, Barrieren und veränderbare Bedingungen
  • Daraus entstehen konkrete Interventionen: Aufgabe vereinfachen, Umwelt strukturieren, Strategie trainieren oder Unterstützung neu organisieren
Beurteilen Sie die Befundqualität bei „Betätigungsanalyse, Prozess- und Produktbewertung“. 3 P
  • Die Befundqualität wird an der Leitfrage „Habe ich Leistung, Hilfestellung, Belastung, Strategie und Ergebnis getrennt beschrieben und die Perspektive der handelnden Person einbezogen?“ geprüft
  • Beobachtung, Selbst- und Fremdbericht, Interpretation, Ziel und fachliche Folgerung werden getrennt dokumentiert
  • Störfaktoren und Grenzen der Aussage bleiben ausdrücklich sichtbar

Kognitive Screenings: MMST, MoCA und Uhrentest

Erklären Sie Funktion und fachlichen Zweck von „Gemeinsamer Zweck“. 3 P
  • MMST, MoCA und Uhrentest sind kurze Verfahren zur orientierenden Erfassung kognitiver Leistungen
  • Sie untersuchen unterschiedliche Anteile von Orientierung, Gedächtnis, Aufmerksamkeit, Sprache, visuell-konstruktiver und exekutiver Leistung
  • Sie ersetzen keine umfassende neuropsychologische Diagnostik
Unterscheiden Sie „Unterschiedliche Schwerpunkte“ anhand fachlicher Kriterien. 3 P
  • Der MMST erfasst globales kognitives Leistungsniveau und ist in der Demenzdiagnostik verbreitet
  • Der MoCA ist stärker auf leichte kognitive Beeinträchtigungen und mehrere Funktionsbereiche ausgerichtet
  • Der Uhrentest verbindet Planung, Zahlenverständnis, Raumorganisation und konstruktive Ausführung
Beschreiben Sie die Durchführung von „Kognitive Screenings: MMST, MoCA und Uhrentest“. 3 P
  • Standardisierte Instruktion, ruhige Umgebung und Prüfung von Hör-, Seh-, Sprach- und motorischen Voraussetzungen sind notwendig
  • Korrekturen, zusätzliche Hinweise oder abweichende Materialien verändern die Aussage
  • Auffälliges Verhalten während der Testung wird zusätzlich notiert
Definieren Sie „Interpretation“ bei „Kognitive Screenings“. 4 P
  • Punktwerte werden nicht isoliert verwendet
  • Bildungsstand, Sprache, Delir, Depression, Müdigkeit und akute Erkrankung können Ergebnisse beeinflussen
  • Screenings zeigen Abklärungsbedarf und unterstützen Verlaufshypothesen
  • Diagnose und Fahreignung dürfen daraus nicht allein abgeleitet werden
Beurteilen Sie die Befundqualität bei „Kognitive Screenings: MMST, MoCA und Uhrentest“. 3 P
  • Die Befundqualität wird an der Leitfrage „Kann ich Zweck, Grenzen und Störfaktoren jedes Screenings erklären, ohne geschützte Testitems zu vervielfältigen oder aus einem Wert eine Diagnose abzuleiten?“ geprüft
  • Beobachtung, Selbst- und Fremdbericht, Interpretation, Ziel und fachliche Folgerung werden getrennt dokumentiert
  • Störfaktoren und Grenzen der Aussage bleiben ausdrücklich sichtbar

GDS, Geldzähltest und FIM

Charakterisieren Sie „Geriatric Depression Scale“. 4 P
  • Die GDS ist ein Screening für depressive Symptome bei älteren Menschen
  • Antworten werden nach vorgegebenem Verfahren ausgewertet
  • Kognitive Beeinträchtigung, akute Krise und kommunikative Voraussetzungen beeinflussen die Aussage
  • Ein auffälliger Wert führt zu weiterer fachlicher Abklärung
Erklären Sie den fachlichen Kern von „Geldzähltest“. 3 P
  • Der Geldzähltest verbindet alltagsnahe kognitive Anforderungen mit Nahsehen und feinmotorischem Umgang mit Münzen
  • Beobachtet werden Verständnis, Strategie, Fehlerkontrolle und benötigte Hilfen
  • Geldkompetenz im realen Alltag umfasst zusätzlich Betrugsrisiko, Planung und komplexere Entscheidungen
Charakterisieren Sie „Functional Independence Measure“. 3 P
  • Der FIM beschreibt Unterstützungsbedarf in motorischen und kognitiven Alltagsbereichen
  • Entscheidend ist nicht nur, ob eine Handlung irgendwie gelingt, sondern welche personelle Hilfe erforderlich ist
  • Anwendung und Auswertung erfolgen nach den Vorgaben des Instruments
Definieren Sie den Begriff „Zusammenführen“. 2 P
  • Die Verfahren beantworten unterschiedliche Fragen: depressive Belastung, konkrete Geldhandhabung und funktionelle Selbstständigkeit
  • Ergebnisse werden nicht zu einem unspezifischen Gesamtwert vermischt, sondern in Betätigungsziele und Unterstützungsplanung übersetzt
Beurteilen Sie die Befundqualität bei „GDS, Geldzähltest und FIM“. 3 P
  • Die Befundqualität wird an der Leitfrage „Welche einzelne Frage beantwortet das Instrument, welche Alltagssituation muss zusätzlich direkt beobachtet werden und welche Hilfe ist tatsächlich erforderlich?“ geprüft
  • Beobachtung, Selbst- und Fremdbericht, Interpretation, Ziel und fachliche Folgerung werden getrennt dokumentiert
  • Störfaktoren und Grenzen der Aussage bleiben ausdrücklich sichtbar

Befundung bei Kindern und Jugendlichen

Beschreiben Sie „Entwicklungsbezug“ bei „Befundung bei Kindern und Jugendlichen“. 3 P
  • Verhalten wird am Entwicklungsstand und an den Anforderungen von Familie, Schule und Freizeit gemessen
  • Eine Fähigkeit kann in einem Einzelsetting vorhanden sein, aber in der Klasse unter Reizdichte und sozialem Druck versagen
  • Alter allein erklärt den Entwicklungsstand nicht
Charakterisieren Sie „Mehrere Perspektiven“ bei „Befundung bei Kindern und Jugendlichen“. 4 P
  • Kind oder Jugendlicher, Eltern, Schule und Behandlungsteam können die Situation unterschiedlich erleben
  • Diese Unterschiede sind Befunddaten
  • Loyalitätskonflikte werden vermieden
  • Informationen werden nur im vereinbarten und rechtlich zulässigen Rahmen geteilt
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Beobachtungsfragen“. 3 P
  • Beobachtet werden Initiierung, Impulskontrolle, Frustration, Regelverständnis, soziale Gegenseitigkeit, Selbstversorgung, Körperbild, Essverhalten, Organisation und Interessen
  • Bei Essstörungen gelten medizinische Sicherheitsvorgaben
  • Bei aggressivem Verhalten werden Auslöser, Funktion und Konsequenzen analysiert
Definieren Sie den Begriff „Ressourcen“. 3 P
  • Spiel, Interessen, Humor, Bindung, Kreativität und vorhandene Routinen sind keine Nebensache
  • Sie werden genutzt, um tragfähige Ziele und Lernbedingungen zu entwickeln
  • Maßnahmen werden mit Bezugspersonen abgestimmt, ohne das Kind zum Objekt erwachsener Planung zu machen
Beurteilen Sie die Befundqualität bei „Befundung bei Kindern und Jugendlichen“. 3 P
  • Die Befundqualität wird an der Leitfrage „Sind Entwicklungsstand, mehrere Lebenskontexte und die eigene Perspektive des Kindes oder Jugendlichen ausreichend berücksichtigt?“ geprüft
  • Beobachtung, Selbst- und Fremdbericht, Interpretation, Ziel und fachliche Folgerung werden getrennt dokumentiert
  • Störfaktoren und Grenzen der Aussage bleiben ausdrücklich sichtbar

Professionelle Haltung, Altersbilder und Beobachtungsverzerrungen

Charakterisieren Sie „Eigene Einstellungen prüfen“. 2 P
  • Einstellungen gegenüber alten, psychisch kranken, suchtkranken oder forensischen Menschen beeinflussen Erwartungen und Interaktion
  • Ein Fragebogen zur Selbstreflexion kann stereotype Annahmen sichtbar machen, ist aber keine Prüfung moralischer Qualität
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Typische Verzerrungen“. 4 P
  • Bestätigungsfehler führen dazu, dass erwartete Defizite leichter gesehen werden
  • Ein einzelnes auffälliges Verhalten kann den Gesamteindruck dominieren
  • Geringes Tempo wird vorschnell mit fehlendem Verständnis verwechselt
  • Rückzug mit fehlender Motivation
Charakterisieren Sie „Doppelte Perspektive“. 3 P
  • Professionelle Befundung verbindet Empathie mit überprüfbarer Beobachtung
  • Ressourcen werden nicht romantisiert, Defizite nicht verharmlost
  • Bei Demenz wird vorhandene Lern- und Beziehungsmöglichkeit genutzt, ohne den progredienten Verlauf zu leugnen
Charakterisieren Sie „Reflexion im Team“. 2 P
  • Unsicherheit, Ärger, Überfürsorglichkeit oder Hilflosigkeit gehören zur Gegenübertragung und können Entscheidungen beeinflussen
  • Sie werden im Team oder in Supervision reflektiert und nicht ungeprüft als Eigenschaft der Klientin oder des Klienten dokumentiert
Beurteilen Sie die Befundqualität bei „Professionelle Haltung, Altersbilder und Beobachtungsverzerrungen“. 3 P
  • Die Befundqualität wird an der Leitfrage „Welche meiner Erwartungen könnte die Beobachtung verzerren, und welche Daten würden meiner ersten Hypothese widersprechen?“ geprüft
  • Beobachtung, Selbst- und Fremdbericht, Interpretation, Ziel und fachliche Folgerung werden getrennt dokumentiert
  • Störfaktoren und Grenzen der Aussage bleiben ausdrücklich sichtbar

Befundbewertung, Zielformulierung und Dokumentation

Definieren Sie den Begriff „Gewichtung“. 3 P
  • Nicht jeder auffällige Befund wird zum Therapieziel
  • Gewichtet werden Bedeutung für die Person, Sicherheitsrisiko, Veränderbarkeit, Auswirkungen auf andere Betätigungen und vorhandene Ressourcen
  • Diagnosen, Beobachtungen und Selbstbericht werden zusammengeführt
Nennen Sie zentrale Aspekte von „Ziele formulieren“ bei „Befundbewertung, Zielformulierung und Dokumentation“. 3 P
  • SMART betont Spezifität, Messbarkeit, Erreichbarkeit, Relevanz und Terminierung
  • COAST ergänzt Klient, Betätigung, Hilfestellung, Bedingungen und Zeitraum
  • Gute Ziele beschreiben ein beobachtbares Handeln in einem Kontext, nicht nur „Verbesserung von Motivation“
Definieren Sie den Begriff „Behandlungsplan“. 3 P
  • Der Plan nennt Ziel, Methode, Sozialform, Medium, Dosierung, benötigte Hilfen, Risiken und Evaluationskriterien
  • Alternativen werden vorbereitet, wenn Belastbarkeit schwankt
  • Die Person kennt den Plan und kann Prioritäten mitbestimmen
Beschreiben Sie die Dokumentation bei „Befundbewertung, Zielformulierung und Dokumentation“. 3 P
  • Dokumentiert werden Ausgangslage, Intervention, Reaktion, Hilfen, Ergebnis und nächste Entscheidung
  • Fachsprache bleibt verständlich und wertfrei
  • Datenschutz, Zugriffsrechte und Aufbewahrung richten sich nach geltenden Vorgaben
Beurteilen Sie die Befundqualität bei „Befundbewertung, Zielformulierung und Dokumentation“. 3 P
  • Die Befundqualität wird an der Leitfrage „Kann eine andere Fachperson aus meiner Dokumentation nachvollziehen, warum die Intervention gewählt wurde, was geschah und welche Entscheidung daraus folgt?“ geprüft
  • Beobachtung, Selbst- und Fremdbericht, Interpretation, Ziel und fachliche Folgerung werden getrennt dokumentiert
  • Störfaktoren und Grenzen der Aussage bleiben ausdrücklich sichtbar

Die Fragen und Antworten wurden aus den redaktionellen Lerntexten dieses Kapitels abgeleitet. Jede Antwort gehört ausschließlich zu der unmittelbar darüberstehenden Frage.

Hinweise des Lehrplans
  • Fallbeispiele vgl. Lehrplan Grundlagen der Ergotherapie
  • Übungen zum Beobachten und Verbalisieren unter Berücksichtigung des motorisch-funktionellen, psychischen, kognitiven und perceptiven Bereichs sowie den Aktivitäten des täglichen Lebens
  • Fallbeispiele
  • Nutzung digitaler Technik

Quelle: Sächsisches Staatsministerium für Kultus: Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin, freigegeben ab 1. August 2020, S. 131.

03 Methoden und Durchführungsmodalitäten 30 (20) Ustd. 90 Unterfragen
Lehrplananforderung

Die Schülerinnen und Schüler kennen typische psychosoziale Störungen, Erkrankungen sowie verschiedene Methoden der psychosozialen Behandlungsplanung und wenden diese an. Innerhalb dieser Methoden entwickeln sie ein Begriffsverständnis, analysieren den Einsatz von Sozialformen, Mitteln und Medien und erstellen auf dieser Grundlage Behandlungspläne.

Quelle: Sächsisches Staatsministerium für Kultus: Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin, freigegeben ab 1. August 2020, S. 132.

Fragen & Antworten90

Kapitelkern

Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Symptombezogene regulierende Methoden“. 3 P
  • Symptombezogene Methoden zielen auf Aktivierung, Beruhigung, Orientierung, Reizregulation oder Unterbrechung schädlicher Handlungsketten
  • Die Methode wird aus der Funktion des Symptoms abgeleitet
  • Über- und Unterforderung, Krisenzeichen und Abbruchkriterien werden vor Beginn festgelegt
Analysieren Sie den Zusammenhang bei „Ausdruckszentrierte und interaktionelle Methoden“. 4 P
  • Ausdruckszentrierte Methoden nutzen Gestaltung, Bewegung oder Musik zur Selbstwahrnehmung und Symbolisierung
  • Interaktionelle Methoden nutzen Gruppe, Rollen und gemeinsame Aufgabe
  • Deutungen bleiben bei der Person
  • Die Leitung schützt Grenzen, dosiert Nähe und beobachtet sowohl individuelle als auch gruppenbezogene Wirkung
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Kompetenz- und alltagszentrierte Methoden“. 3 P
  • Kompetenzzentrierte Methoden üben planbares Können, alltagszentrierte Methoden bearbeiten reale Betätigungen wie Haushalt, Wege, Termine, Geld, Arbeit oder Freizeit
  • Schwierigkeit, Hilfen und Umwelt werden angepasst
  • Erfolg zeigt sich an sicherer, selbstständiger oder zufriedenstellenderer Ausführung im tatsächlichen Alltag
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Wahrnehmungsbezogene und handlungsorientierte Methoden“. 2 P
  • Wahrnehmungsbezogene Angebote regulieren sensorische Anforderungen und unterstützen Orientierung, Körperbezug und Handlungsbereitschaft
  • Basale Stimulation, konzentrative Bewegung oder Elemente sensorischer Integration werden nur mit klarer Indikation, Einwilligung und Beobachtung der individuellen Reaktion eingesetzt
Beurteilen Sie die zentralen Grenzen und Risiken bei „Angrenzende psychotherapeutisch orientierte Methoden“. 3 P
  • Musik-, Kunst- und Gestaltungstherapie sowie psychotherapeutische Verfahren besitzen eigene Qualifikationen und Behandlungsrahmen
  • Ergotherapie kann ausgewählte Elemente innerhalb ihres Auftrags nutzen, muss Ziel, Methode und Grenze benennen
  • Tiefergehende Traumabearbeitung, Deutung oder Krisenbehandlung wird entsprechend weitergeleitet

Methodenauswahl, Sozialform und Dosierung

Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Methoden nach Wirkprinzip“. 5 P
  • Methoden werden nach Ziel und Wirkprinzip gewählt, nicht nach persönlicher Vorliebe
  • Symptombezogene Verfahren regulieren belastende Zustände
  • Ausdruckszentrierte Verfahren ermöglichen Erleben und Symbolisierung
  • Interaktionelle Verfahren nutzen Beziehung und Gruppe
  • Kompetenz- und alltagszentrierte Verfahren trainieren konkrete Handlungsfähigkeit
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Sozialform“. 4 P
  • Einzeltherapie bietet Schutz, individuelle Dosierung und konzentrierte Beziehung
  • Gruppen ermöglichen soziale Rückmeldung, Kooperation und Rollenlernen
  • Eine Gruppe ist nicht automatisch wirtschaftlicher oder therapeutisch besser
  • Gruppenfähigkeit, Ziel und Risiko entscheiden
Charakterisieren Sie „Medium und Anforderung“. 3 P
  • Material, Aufgabe, Regeln und Ergebnisoffenheit beeinflussen Anforderungen
  • Holz, Ton, Kochen, Schreiben oder digitale Medien sind keine Methoden an sich
  • Erst die therapeutische Gestaltung macht sie zum Mittel
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Dosierung und Evaluation“. 3 P
  • Schwierigkeit, Dauer, Reizdichte, Hilfen und Wiederholung werden angepasst
  • Nach jeder Einheit wird geprüft, ob die erwartete Wirkung eintrat und ob unerwünschte Reaktionen entstanden
  • Methode und Plan werden bei Bedarf verändert
Beurteilen Sie die Interventionsqualität bei „Methodenauswahl, Sozialform und Dosierung“. 2 P
  • Die Interventionsqualität wird an der Leitfrage „Kann ich Ziel, Wirkprinzip, Sozialform, Medium, Dosierung und Evaluationskriterium getrennt begründen?“ geprüft
  • Ziel, Wirkprinzip, Sozialform, Medium, Dosierung, Sicherheit und Alltagstransfer werden vorab begründet und an beobachtbaren Kriterien im Verlauf kontrolliert

Symptombezogene regulierende Methoden

Charakterisieren Sie „Regulation statt bloßer Ablenkung“. 3 P
  • Regulierende Methoden verändern Aktivierungsniveau, Aufmerksamkeit oder Verhaltensorganisation
  • Sie können beruhigen, aktivieren, orientieren oder eine Krise überbrücken
  • Ablenkung ist nur dann therapeutisch, wenn Funktion, Dauer und Rückkehr zur Aufgabe geplant sind
Charakterisieren Sie „Störungsbezogene Anpassung“. 4 P
  • Bei Depression können kleine aktivierende Schritte und Erfolgserleben sinnvoll sein
  • Bei Psychose werden klare, reizärmere und realitätsbezogene Aufgaben gewählt
  • Bei Zwang wird vermieden, Rituale unbemerkt zu bestätigen
  • Bei Sucht werden Craving, Rückfallauslöser und alternative Regulationswege berücksichtigt
Definieren Sie den Begriff „Struktur“. 3 P
  • Anfang, Dauer, Material, Arbeitsschritte und Abschluss werden transparent
  • Zu viel Struktur kann Selbststeuerung verhindern, zu wenig Struktur überfordern
  • Hilfen werden so früh wie nötig und so wenig wie möglich angeboten
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Sicherheit bei Symptombezogene regulierende Methoden“. 2 P
  • Akute Selbst- oder Fremdgefährdung, schwere Intoxikation, Delir oder medizinische Instabilität erfordern vorrangige Krisen- oder Notfallmaßnahmen
  • Eine ergotherapeutische Aufgabe darf notwendige Akutversorgung nicht verzögern
Beurteilen Sie die Interventionsqualität bei „Symptombezogene regulierende Methoden“. 2 P
  • Die Interventionsqualität wird an der Leitfrage „Welche Symptomfunktion soll beeinflusst werden, woran erkenne ich Über- oder Unteraktivierung und wann muss die Intervention abgebrochen oder weitergeleitet werden?“ geprüft
  • Ziel, Wirkprinzip, Sozialform, Medium, Dosierung, Sicherheit und Alltagstransfer werden vorab begründet und an beobachtbaren Kriterien im Verlauf kontrolliert

Autogenes Training und progressive Muskelrelaxation

Charakterisieren Sie „Autogenes Training“. 3 P
  • Autogenes Training arbeitet mit formelhaften Vorstellungen und konzentrierter Selbstbeeinflussung
  • Ziel ist eine willentlich eingeleitete vegetative Beruhigung
  • Die Methode braucht Lernzeit, regelmäßige Übung und eine verständliche Einführung
Charakterisieren Sie „Progressive Muskelrelaxation“. 3 P
  • Bei der progressiven Muskelrelaxation werden Muskelgruppen nacheinander angespannt und gelöst
  • Der Kontrast unterstützt das Wahrnehmen von Spannung
  • Stärke und Dauer der Anspannung werden an Schmerz, Bewegungseinschränkung und Belastbarkeit angepasst
Charakterisieren Sie „Indikation und Anpassung“. 3 P
  • Beide Verfahren können bei Stress, Angst, Schlafproblemen oder psychosomatischer Anspannung unterstützen
  • Kurze Varianten, offene Augen, sitzende Position oder bewegte Elemente können den Zugang erleichtern
  • Nicht jede Person erlebt Ruhe als sicher
Definieren Sie den Begriff „Vorsicht“. 3 P
  • Bei akuter Psychose, schwerer Dissoziation, traumabezogener Überflutung, ausgeprägter Atemangst oder medizinischer Instabilität ist individuelle Prüfung erforderlich
  • Reaktionen werden beobachtet
  • Abbruchmöglichkeiten und Bodenorientierung werden angeboten
Beurteilen Sie die Interventionsqualität bei „Autogenes Training und progressive Muskelrelaxation“. 2 P
  • Die Interventionsqualität wird an der Leitfrage „Kann die Person die Übung jederzeit unterbrechen, bleibt orientiert und erlebt die Körperaufmerksamkeit als regulierend statt bedrohlich?“ geprüft
  • Ziel, Wirkprinzip, Sozialform, Medium, Dosierung, Sicherheit und Alltagstransfer werden vorab begründet und an beobachtbaren Kriterien im Verlauf kontrolliert

Basale Stimulation und elementare Kontaktangebote

Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Basale Stimulation und elementare Kontaktangebote: Begriff“. 3 P
  • Basal bedeutet grundlegend
  • Stimulation geht auf lateinisch stimulare, anregen, zurück
  • Basale Stimulation bietet elementare Wahrnehmungs- und Kontaktangebote, wenn differenzierte Kommunikation und selbstständige Aktivität eingeschränkt sind
Definieren Sie den Begriff „Angebotsbereiche“. 3 P
  • Somatische, vestibuläre, vibratorische, orale, auditive, visuelle und taktile Angebote können eingesetzt werden
  • Entscheidend ist nicht die Anzahl der Reize, sondern ihre Vorhersagbarkeit, Bedeutung und individuelle Reaktion
  • Berührung wird angekündigt und respektvoll gestaltet
Charakterisieren Sie „Dialogische Haltung“. 4 P
  • Die Person ist nicht passiver Empfänger
  • Atmung, Tonus, Blick, Lautäußerung, Abwehr und Annäherung werden als Antwort verstanden
  • Tempo und Intensität folgen diesen Reaktionen
  • Biografisch vertraute Reize können hilfreicher sein als standardisierte Programme
Unterscheiden Sie „Abgrenzung bei Basale Stimulation und elementare Kontaktangebote“ anhand fachlicher Kriterien. 3 P
  • Basale Stimulation ist kein beliebiges Streicheln und keine allgemeine Beschäftigung
  • Medizinische Kontraindikationen, Schmerz, Hautzustand, Lagerung und sensorische Überempfindlichkeit werden berücksichtigt
  • Ziel und Verlauf werden dokumentiert
Beurteilen Sie die Interventionsqualität bei „Basale Stimulation und elementare Kontaktangebote“. 2 P
  • Die Interventionsqualität wird an der Leitfrage „Welche beobachtbare Antwort zeigt Annäherung, Orientierung, Wohlbefinden oder Abwehr, und wie verändert sie mein nächstes Angebot?“ geprüft
  • Ziel, Wirkprinzip, Sozialform, Medium, Dosierung, Sicherheit und Alltagstransfer werden vorab begründet und an beobachtbaren Kriterien im Verlauf kontrolliert

Gestaltungs- und kunsttherapeutisch orientierte Ansätze

Charakterisieren Sie „Ausdruck und Objekt“. 3 P
  • Gestalterische Prozesse können Erleben sichtbar und bearbeitbar machen, ohne dass alles sprachlich formuliert werden muss
  • Das entstandene Objekt schafft Abstand und ermöglicht gemeinsame Betrachtung
  • Bedeutung wird nicht von der Therapeutin vorgegeben
Leiten Sie aus „Therapeutische Gestaltung“ Konsequenzen für die ergotherapeutische Praxis ab. 3 P
  • Material, Format, Offenheit und Aufgabe werden an Stabilität und Ziel angepasst
  • Freies Gestalten bietet Autonomie, kann aber überfordern
  • Strukturierte Aufgaben können Sicherheit geben, dürfen Ausdruck nicht vollständig festlegen
Erläutern Sie die Reflexion bei „Gestaltungs- und kunsttherapeutisch orientierte Ansätze“. 3 P
  • Im Nachgespräch werden Wahrnehmung, Entscheidungen, Gefühle, Schwierigkeiten und Ressourcen erkundet
  • Bilder werden nicht diagnostisch „gedeutet“, als ließen sich Farben oder Formen eindeutig lesen
  • Die Schöpferin oder der Schöpfer bleibt wichtigste Interpretationsquelle
Beurteilen Sie die zentralen Grenzen und Risiken bei „Qualifikation und Grenze“. 2 P
  • Ergotherapeutisch ausdruckszentriertes Arbeiten ist von eigenständiger Kunst- oder Gestaltungstherapie zu unterscheiden
  • Tiefenpsychologische Deutung oder Traumabearbeitung erfordern entsprechende Qualifikation und Behandlungsrahmen
Beurteilen Sie die Interventionsqualität bei „Gestaltungs- und kunsttherapeutisch orientierte Ansätze“. 2 P
  • Die Interventionsqualität wird an der Leitfrage „Wurde das Material zielbezogen gewählt, bleibt die Deutung bei der Person und ist die emotionale Belastung ausreichend stabilisiert?“ geprüft
  • Ziel, Wirkprinzip, Sozialform, Medium, Dosierung, Sicherheit und Alltagstransfer werden vorab begründet und an beobachtbaren Kriterien im Verlauf kontrolliert

Musiktherapeutisch orientierte Angebote

Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Aktive und rezeptive Formen“. 3 P
  • Aktive Formen nutzen Stimme, Instrumente, Rhythmus oder gemeinsames Improvisieren
  • Rezeptive Formen arbeiten mit dem Hören ausgewählter Musik und der anschließenden Wahrnehmung oder Reflexion
  • Beide können emotional stark wirken
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Mögliche Ziele“. 3 P
  • Musik kann Kontakt, Initiative, Synchronisation, Gefühlsausdruck, Körperwahrnehmung und Erinnerung unterstützen
  • In Gruppen werden Zuhören, Abwechseln, Führen und Folgen sichtbar
  • Rhythmus kann Struktur geben, aber auch aktivieren oder überreizen
Definieren Sie den Begriff „Individualisierung“. 3 P
  • Musikgeschmack, Biografie, Lautstärke, kulturelle Bedeutung und sensorische Empfindlichkeit werden berücksichtigt
  • Vertraute Musik kann Sicherheit oder belastende Erinnerungen auslösen
  • Einwilligung und Abbruchmöglichkeit sind wesentlich
Unterscheiden Sie „Abgrenzung bei Musiktherapeutisch orientierte Angebote“ anhand fachlicher Kriterien. 3 P
  • Ein ergotherapeutisches Musikangebot ist nicht automatisch Musiktherapie
  • Komplexe musiktherapeutische Diagnostik und Behandlung gehören in die entsprechende Fachqualifikation
  • Ergotherapie nutzt Musik zielbezogen innerhalb des eigenen Auftrags
Beurteilen Sie die Interventionsqualität bei „Musiktherapeutisch orientierte Angebote“. 2 P
  • Die Interventionsqualität wird an der Leitfrage „Welche Funktion hat Musik in dieser Einheit, wie wird Reizstärke kontrolliert und welche biografische oder emotionale Bedeutung ist zu beachten?“ geprüft
  • Ziel, Wirkprinzip, Sozialform, Medium, Dosierung, Sicherheit und Alltagstransfer werden vorab begründet und an beobachtbaren Kriterien im Verlauf kontrolliert

Biographiearbeit im psychosozialen Kontext

Nennen Sie zentrale Aspekte von „Ziele“ bei „Biographiearbeit im psychosozialen Kontext“. 3 P
  • Biographiearbeit unterstützt Identität, Selbstverständnis, Ressourcenwahrnehmung und die Einordnung von Lebensereignissen
  • Sie kann Interessen, Rollen, frühere Bewältigungsstrategien und bedeutsame Betätigungen erschließen
  • Sie ist nicht auf ältere Menschen begrenzt
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Methoden“ bei „Biographiearbeit im psychosozialen Kontext“. 3 P
  • Mögliche Zugänge sind Zeitstrahl, Lebensbuch, Gegenstände, Fotos, Musik, Orte, Berufe, Feste oder typische Tagesabläufe
  • Die Person entscheidet, was erzählt und dokumentiert wird
  • Materialien werden vertraulich behandelt
Charakterisieren Sie „Ressourcen und Kontinuität“. 2 P
  • Erinnerungen können Handlungsideen für die Gegenwart geben: ein früheres Handwerk, Gartenarbeit, Musik oder familiäre Rituale
  • Bei Demenz können vertraute Betätigungen Beziehung und Orientierung unterstützen, ohne eine vergangene Identität zu erzwingen
Charakterisieren Sie „Belastende Erinnerungen“. 4 P
  • Biographiearbeit kann Trauer, Scham oder Trauma aktivieren
  • Fragen werden nicht drängend gestellt
  • Bei Überflutung wird stabilisiert und gegebenenfalls an psychotherapeutische Fachbehandlung verwiesen
  • Schweigen ist eine legitime Entscheidung
Beurteilen Sie die Interventionsqualität bei „Biographiearbeit im psychosozialen Kontext“. 2 P
  • Die Interventionsqualität wird an der Leitfrage „Hat die Person Kontrolle über Tiefe, Tempo und Dokumentation, und dient die Erinnerung einem aktuellen therapeutischen Ziel?“ geprüft
  • Ziel, Wirkprinzip, Sozialform, Medium, Dosierung, Sicherheit und Alltagstransfer werden vorab begründet und an beobachtbaren Kriterien im Verlauf kontrolliert

Gruppeninterventionen planen und leiten

Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Planungsbausteine“. 2 P
  • Eine Gruppenintervention nennt Zielgruppe, Gruppenziel, individuelle Ziele, Dauer, Raum, Material, Ablauf, Rollen und Alternativen
  • Aufgaben wie Wochenplanung, Freizeitreflexion oder Selbsteinschätzung werden nicht nur ausgefüllt, sondern gemeinsam ausgewertet und in konkrete Schritte übersetzt
Charakterisieren Sie „Einstieg und Abschluss“. 4 P
  • Ein klarer Einstieg schafft Orientierung und aktiviert Vorwissen
  • Der Hauptteil enthält Erprobung und Austausch
  • Im Abschluss werden Erkenntnisse, Transfer und Rückmeldung gesichert
  • Ein abruptes Ende nach emotionaler Aktivierung wird vermieden
Definieren Sie den Begriff „Leitung“. 4 P
  • Die Leitung hält Zeit und Regeln, beobachtet Beteiligung und passt Anforderungen an
  • Stille Teilnehmende werden eingeladen, nicht bloßgestellt
  • Dominantes Verhalten wird begrenzt, ohne die Person abzuwerten
  • Konflikte werden auf Gruppen- und Aufgabenebene bearbeitet
Beschreiben Sie die Evaluation von „Gruppeninterventionen planen und leiten“. 3 P
  • Neben dem Produkt werden Teilnahme, Selbstwahrnehmung, Kooperation, Belastung und Transfer erfasst
  • Eine Gruppe kann ihr gemeinsames Ziel erreichen, obwohl einzelne Mitglieder über- oder unterfordert waren
  • Individuelle Wirkung wird deshalb zusätzlich geprüft
Beurteilen Sie die Interventionsqualität bei „Gruppeninterventionen planen und leiten“. 2 P
  • Die Interventionsqualität wird an der Leitfrage „Sind Ziel, Ablauf, Varianten und Transfer so konkret, dass eine andere Therapeutin die Gruppe fachlich nachvollziehen könnte?“ geprüft
  • Ziel, Wirkprinzip, Sozialform, Medium, Dosierung, Sicherheit und Alltagstransfer werden vorab begründet und an beobachtbaren Kriterien im Verlauf kontrolliert

Kompetenzzentrierte und alltagszentrierte Methoden

Definieren Sie den Begriff „Kompetenzzentrierung“. 3 P
  • Kompetenzzentrierte Methoden bauen konkrete Fertigkeiten auf und vermitteln Erfolg durch bewältigbare Anforderungen
  • Das Ziel bleibt alltagsrelevant
  • Ein isoliertes Werkstück ist nur sinnvoll, wenn die geübten Fähigkeiten auf benötigte Betätigungen übertragbar sind
Charakterisieren Sie „Lebenspraktische Bereiche“. 3 P
  • Mögliche Schwerpunkte sind Selbstversorgung, Kochen, Einkauf, Geldhandhabung, Terminorganisation, Verkehr, Medien, Haushalt, Arbeit und Freizeit
  • Anforderungen werden realistisch analysiert
  • Sicherheit und Unterstützungsbedarf werden berücksichtigt
Definieren Sie den Begriff „Tagesstruktur“. 3 P
  • Wochenpläne unterstützen Initiierung und Balance, wenn sie gemeinsam entwickelt, konkret und überprüfbar sind
  • Ein voller Plan ist nicht automatisch gesund
  • Erholung, Schlaf, Verpflichtungen, soziale Kontakte und bedeutsame Aktivität werden ausgewogen berücksichtigt
Charakterisieren Sie „Hilfen und Generalisierung“. 2 P
  • Checklisten, Erinnerungssysteme, visuelle Markierung, vereinfachte Reihenfolge und Angehörigenunterstützung können Selbstständigkeit erhöhen
  • Hilfen werden im tatsächlichen Umfeld erprobt und angepasst, nicht nur im Therapieraum erklärt
Beurteilen Sie die Interventionsqualität bei „Kompetenzzentrierte und alltagszentrierte Methoden“. 2 P
  • Die Interventionsqualität wird an der Leitfrage „Welche reale Alltagshandlung wird selbstständiger, sicherer oder zufriedenstellender, und wie viel Unterstützung bleibt notwendig?“ geprüft
  • Ziel, Wirkprinzip, Sozialform, Medium, Dosierung, Sicherheit und Alltagstransfer werden vorab begründet und an beobachtbaren Kriterien im Verlauf kontrolliert

Betätigungszentrierte Interventionsplanung und Alltagstransfer

Charakterisieren Sie „Vom Anliegen zur Intervention“. 3 P
  • Aus einem priorisierten Betätigungsproblem wird eine konkrete Ausführungssituation ausgewählt
  • Die Analyse zeigt, ob Personfaktoren, Aufgabenanforderungen oder Umweltbarrieren vorrangig verändert werden müssen
  • Interventionen kombinieren häufig Training, Strategie und Anpassung
Charakterisieren Sie „Bedeutsame Wiederholung“. 3 P
  • Wiederholung ist wirksam, wenn Aufgabe und Ziel verständlich sind und die Person relevante Rückmeldung erhält
  • Variationen fördern Generalisierung
  • Reine Serien ohne Alltagseinbettung können eine Testleistung verbessern, ohne die Betätigung zu verändern
Charakterisieren Sie „Umwelt und soziale Unterstützung“. 2 P
  • Möbel, Licht, Lärm, Materialordnung, Zeitdruck, Regeln und Verhalten anderer Personen beeinflussen die Performanz
  • Angehörige erhalten nur die Unterstützungsempfehlungen, denen die Person zustimmt und die Selbstständigkeit fördern statt ersetzen
Charakterisieren Sie „Verlaufskontrolle“ bei „Betätigungszentrierte Interventionsplanung und Alltagstransfer“. 2 P
  • Direkte Beobachtung, subjektive Bewertung und vereinbarte Kriterien werden erneut erhoben
  • Wenn keine Veränderung eintritt, wird nicht nur die „Motivation“ hinterfragt, sondern auch Zielpassung, Dosierung, Barrieren und Methode
Beurteilen Sie die Interventionsqualität bei „Betätigungszentrierte Interventionsplanung und Alltagstransfer“. 2 P
  • Die Interventionsqualität wird an der Leitfrage „Ist der Alltagstransfer bereits im Plan enthalten, oder wird nur gehofft, dass eine Therapieraumleistung sich später von selbst überträgt?“ geprüft
  • Ziel, Wirkprinzip, Sozialform, Medium, Dosierung, Sicherheit und Alltagstransfer werden vorab begründet und an beobachtbaren Kriterien im Verlauf kontrolliert

DBT-Skills und handlungsorientierte Emotionsregulation

Erklären Sie Funktion und fachlichen Zweck von „Skills funktional auswählen“. 4 P
  • Ein Skill wird nach Anspannungsniveau, Ziel und individueller Wirkung gewählt
  • Hochintensive sensorische Reize können kurzfristig unterbrechen
  • Beruhigende oder alltagsnahe Fertigkeiten unterstützen anschließende Regulation
  • Ein einzelner Gegenstand ersetzt keine Skillskette und keinen Krisenplan
Definieren Sie den Begriff „Handlungsorientierung“. 2 P
  • Ergotherapeutische Aufgaben ermöglichen, Warnzeichen wahrzunehmen, Material vorzubereiten, Reihenfolgen einzuhalten und eine passende Strategie selbstständig auszuwählen
  • Die Person übt nicht nur im ruhigen Zustand, sondern plant die Anwendung in typischen Alltagssituationen
Charakterisieren Sie „Sucht und Rückfall“. 3 P
  • Bei Suchterkrankungen werden Craving, Auslöser, Verfügbarkeit und Rückfallketten berücksichtigt
  • Akzeptanz eines Rückfalls bedeutet nicht Billigung, sondern schnelle Rückkehr zu Sicherheit und Behandlung
  • Abstinenzvereinbarungen werden realistisch und teamübergreifend abgestimmt
Begründen Sie die fachlichen Anforderungen bei „Sicherheit bei DBT-Skills und handlungsorientierte Emotionsregulation“. 3 P
  • Starke Gerüche, Kälte, scharfe Stoffe oder andere intensive Reize können gesundheitlich riskant sein und dürfen nicht unkritisch übernommen werden
  • Selbstverletzungsnahe Skills werden vermieden
  • Auswahl erfolgt nach Einrichtungskonzept und medizinischer Sicherheit
Beurteilen Sie die Interventionsqualität bei „DBT-Skills und handlungsorientierte Emotionsregulation“. 2 P
  • Die Interventionsqualität wird an der Leitfrage „Welche Funktion soll der Skill erfüllen, ist er gesundheitlich sicher, und kann die Person ihn in einer abgestuften Kette selbstständig einsetzen?“ geprüft
  • Ziel, Wirkprinzip, Sozialform, Medium, Dosierung, Sicherheit und Alltagstransfer werden vorab begründet und an beobachtbaren Kriterien im Verlauf kontrolliert

Kognitive Verfahren, Modelllernen und IntraActPlus

Charakterisieren Sie „Kognitive und verhaltensbezogene Arbeit“. 3 P
  • Gedanken werden mit konkreten Situationen und Handlungen verknüpft
  • Eine Person prüft beispielsweise die Annahme „Ich schaffe nichts“, indem eine passende Aufgabe geplant, ausgeführt und ausgewertet wird
  • Das Ergebnis wird differenziert statt als Erfolg oder Versagen absolut bewertet
Erläutern Sie die Kernaussagen von „Modelllernen bei Kognitive Verfahren, Modelllernen und IntraActPlus“. 3 P
  • Therapeutinnen demonstrieren Strategie, Selbstinstruktion und Fehlerkorrektur
  • Danach erhält die Person Gelegenheit zu eigenem Tun
  • Rückmeldung beschreibt wirksames Verhalten konkret und fördert Selbstbeobachtung
Definieren Sie den Begriff „IntraActPlus“. 2 P
  • Das IntraActPlus-Konzept betrachtet schnelle, teils unbewusste Interaktionsmuster und die Bedeutung von Beziehung für Lernen
  • In Kinder- und Jugendsettings werden klare Signale, positive gemeinsame Aufmerksamkeit und konsequente, nicht abwertende Rückmeldung genutzt
Beurteilen Sie die Grenzen bei „Kognitive Verfahren, Modelllernen und IntraActPlus“. 3 P
  • Eltern- oder videobasierte Arbeit erfordert Einwilligung, Datenschutz und qualifizierte Anwendung
  • Das Konzept ersetzt keine umfassende Diagnostik
  • Widerstand wird nicht nur als Fehlverhalten interpretiert, sondern auf Überforderung, Beziehung und Funktion geprüft
Beurteilen Sie die Interventionsqualität bei „Kognitive Verfahren, Modelllernen und IntraActPlus“. 2 P
  • Die Interventionsqualität wird an der Leitfrage „Welche Lernerfahrung wird ermöglicht, wie wird hilfreiches Verhalten verstärkt und welche Beziehungsmuster beeinflussen die Aufgabe?“ geprüft
  • Ziel, Wirkprinzip, Sozialform, Medium, Dosierung, Sicherheit und Alltagstransfer werden vorab begründet und an beobachtbaren Kriterien im Verlauf kontrolliert

Depression: Aktivierung und angrenzende biologische Verfahren

Leiten Sie aus „Ergotherapeutische Aktivierung“ Konsequenzen für die ergotherapeutische Praxis ab. 3 P
  • Bei Depression werden bedeutungsvolle Aktivitäten klein, konkret und erreichbar geplant
  • Aktivität wird nicht als moralische Pflicht eingesetzt
  • Energie, Angst, Grübeln, Tageszeit und bisherige Erfolgserfahrung bestimmen die Dosierung
Charakterisieren Sie „Bewegung und soziale Einbettung“. 3 P
  • Körperliche Aktivität kann Stimmung, Schlaf und Selbstwirksamkeit unterstützen
  • Art, Intensität und Gruppenform werden an Gesundheit, Vorlieben und Zugang angepasst
  • Ein Spaziergang kann wirksamer sein als ein idealisiertes Sportprogramm, das nicht durchgeführt wird
Charakterisieren Sie „Biologische Verfahren“. 2 P
  • Lichttherapie, Schlafentzugsbehandlung, Elektrokrampftherapie und transkranielle Magnetstimulation gehören in ärztlich verantwortete Behandlung
  • Ergotherapie kennt Grundprinzipien, mögliche Auswirkungen und den Zusammenhang mit Tagesstruktur, Gedächtnis und Belastbarkeit
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Nachbeobachtung“. 3 P
  • Nach intensiven Behandlungen können Orientierung, Erinnerung oder Ermüdung verändert sein
  • Anforderungen werden angepasst und Beobachtungen weitergegeben
  • Medizinische Verfahren werden weder stigmatisiert noch als einfache Lösung dargestellt
Beurteilen Sie die Interventionsqualität bei „Depression: Aktivierung und angrenzende biologische Verfahren“. 2 P
  • Die Interventionsqualität wird an der Leitfrage „Welche Aktivität ist für die Person bedeutsam und realistisch, und welche medizinischen Behandlungen beeinflussen Belastbarkeit, Gedächtnis oder Tagesstruktur?“ geprüft
  • Ziel, Wirkprinzip, Sozialform, Medium, Dosierung, Sicherheit und Alltagstransfer werden vorab begründet und an beobachtbaren Kriterien im Verlauf kontrolliert

Psychosomatik, Sucht und Forensik: feldspezifische Planung

Definieren Sie den Begriff „Psychosomatik“. 3 P
  • Körperliche Beschwerden, Emotion, Stress, Beziehung und Verhalten werden in ihrer Wechselwirkung betrachtet
  • Ergotherapie unterstützt Körperwahrnehmung, Alltag, Gefühlsausdruck und belastbare Routinen
  • Beschwerden werden nicht als „nur psychisch“ abgewertet
Definieren Sie den Begriff „Sucht“. 3 P
  • Behandlung berücksichtigt Craving, Auslöser, soziale Folgen, Identität, Tagesstruktur und häufige Komorbiditäten
  • Kompetenz-, ausdrucks- und interaktionelle Methoden können kombiniert werden
  • Rückfallrisiken werden konkret im Alltag analysiert
Definieren Sie den Begriff „Forensik“. 3 P
  • Forensische Ergotherapie arbeitet im Spannungsfeld von Behandlung, Sicherheit und rechtlichen Vorgaben
  • Selbstständigkeit wird schrittweise aufgebaut, Risiken werden transparent berücksichtigt
  • Die Straftat oder Unterbringung definiert nicht die gesamte Person
Beschreiben Sie „Fallplanung“ bei „Psychosomatik, Sucht und Forensik: feldspezifische Planung“. 3 P
  • Feldspezifische Regeln verändern Sozialform, Materialzugang, Ausgang, Geld, digitale Medien und Angehörigenkontakt
  • Diese Bedingungen werden offen in Ziel und Intervention einbezogen
  • Therapieziele bleiben überprüfbar und dürfen nicht nur institutionelle Anpassung beschreiben
Beurteilen Sie die Interventionsqualität bei „Psychosomatik, Sucht und Forensik: feldspezifische Planung“. 2 P
  • Die Interventionsqualität wird an der Leitfrage „Welche feldspezifischen Risiken und Regeln gelten, und wie bleibt trotz dieser Grenzen ein persönliches, betätigungsbezogenes Ziel erkennbar?“ geprüft
  • Ziel, Wirkprinzip, Sozialform, Medium, Dosierung, Sicherheit und Alltagstransfer werden vorab begründet und an beobachtbaren Kriterien im Verlauf kontrolliert

Kinder und Jugendliche: ADHS, Essstörung, Zwang und Sozialverhalten

Definieren Sie den Begriff „ADHS“. 3 P
  • Interventionen unterstützen Initiierung, Planung, Impulskontrolle, Zeitgefühl und Aufgabenabschluss
  • Umweltreize, Pausen, sichtbare Schritte und unmittelbare Rückmeldung werden angepasst
  • Auch Stärken wie Ideenreichtum und hohe Interessensbindung werden genutzt
Definieren Sie den Begriff „Essstörungen“. 3 P
  • Bei Anorexia nervosa stehen medizinische Stabilität und abgestimmte Behandlung im Vordergrund
  • Ergotherapie bearbeitet Körpererleben, Alltag, Selbstwert, soziale Rollen und bedeutungsvolle Aktivität
  • Leistung, Perfektionismus und Bewegungsdrang dürfen durch Aufgaben nicht verstärkt werden
Definieren Sie den Begriff „Zwang“. 3 P
  • Zwangshandlungen reduzieren kurzfristig Angst und werden dadurch aufrechterhalten
  • Ergotherapie unterstützt alltagsnahe Handlungsfähigkeit und flexible Strategien
  • Exposition mit Reaktionsverhinderung gehört in einen qualifizierten, abgestimmten Behandlungsplan
Charakterisieren Sie „Oppositionelles Verhalten“. 3 P
  • Regeln werden klar, knapp und vorhersehbar vermittelt
  • Positive Interaktion, Wahlmöglichkeiten und passende Konsequenzen sind wichtiger als Machtkämpfe
  • Familie und Schule werden einbezogen, da Verhalten in verschiedenen Kontexten unterschiedliche Funktionen haben kann
Beurteilen Sie die Interventionsqualität bei „Kinder und Jugendliche: ADHS, Essstörung, Zwang und Sozialverhalten“. 2 P
  • Die Interventionsqualität wird an der Leitfrage „Welche Entwicklungsaufgabe, Umweltbedingung und Beziehungsdynamik beeinflusst das Verhalten, und wie wird die Maßnahme mit Familie, Schule und Team abgestimmt?“ geprüft
  • Ziel, Wirkprinzip, Sozialform, Medium, Dosierung, Sicherheit und Alltagstransfer werden vorab begründet und an beobachtbaren Kriterien im Verlauf kontrolliert

Demenz und geriatrische psychosoziale Interventionen

Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Ziele nach Krankheitsphase“. 3 P
  • Bei Demenz verändern sich Gedächtnis, Orientierung, Planung und Selbstständigkeit
  • Ziele richten sich auf Erhalt, Kompensation, Sicherheit, Teilhabe und Lebensqualität
  • Neue Lernziele bleiben möglich, müssen aber an Stadium und Kontext angepasst werden
Charakterisieren Sie „Vertraute Betätigung“. 3 P
  • Biografisch bekannte Tätigkeiten, Musik, Haushaltsaufgaben, Handwerk oder Rituale können Zugang und Selbstwirksamkeit fördern
  • Vertrautheit wird geprüft
  • Eine frühere Tätigkeit kann positiv, neutral oder belastend erlebt werden
Erklären Sie den fachlichen Kern von „Kommunikation und Umwelt“. 3 P
  • Kurze klare Sätze, Zeit, bestätigende Haltung und sichtbare Orientierung unterstützen
  • Konfrontation mit Fehlern wird vermieden, wenn sie keinen Nutzen hat
  • Gleichzeitig werden Schmerz, Delir, Depression und Sinnesbeeinträchtigungen nicht vorschnell als Demenzsymptom abgetan
Charakterisieren Sie „Angehörige und Pflege“. 3 P
  • Unterstützung wird so gestaltet, dass vorhandene Fähigkeiten genutzt werden
  • Angehörige erhalten konkrete Hinweise zu Tagesstruktur, Hilfen und Überforderung
  • Belastung der Bezugspersonen wird ernst genommen und an passende Dienste weitervermittelt
Beurteilen Sie die Interventionsqualität bei „Demenz und geriatrische psychosoziale Interventionen“. 2 P
  • Die Interventionsqualität wird an der Leitfrage „Welche Fähigkeit ist noch vorhanden, welche Hilfe ermöglicht Beteiligung und wie wird Würde gewahrt, ohne Risiken oder Krankheitsverlauf zu verharmlosen?“ geprüft
  • Ziel, Wirkprinzip, Sozialform, Medium, Dosierung, Sicherheit und Alltagstransfer werden vorab begründet und an beobachtbaren Kriterien im Verlauf kontrolliert

Fallplanung und Therapieprojekt

Charakterisieren Sie „Fall strukturieren“. 3 P
  • Eine Fallplanung trennt gesicherte Angaben, Beobachtungen, Aussagen und Hypothesen
  • Diagnosen werden in Auswirkungen auf Betätigung übersetzt
  • Ressourcen, Risiken, Kontext und Perspektive der Person werden sichtbar gemacht
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Priorität und Ziel“. 3 P
  • Aus mehreren Problemen wird ein begründeter Schwerpunkt gewählt
  • Das Ziel beschreibt eine konkrete Betätigung mit Hilfestellung, Bedingungen und Zeitraum
  • Es muss zur Behandlungsdauer und zum Auftrag der Einrichtung passen
Charakterisieren Sie „Intervention entwerfen“. 3 P
  • Methode, Sozialform, Medium, Ablauf, Dosierung und Alternativen werden begründet
  • Erwartete Reaktionen und Abbruchkriterien werden vorab bedacht
  • Bei Gruppenprojekten werden individuelles und gemeinsames Ziel getrennt formuliert
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Evaluation und Reflexion“. 3 P
  • Nach Durchführung werden Prozess, Ergebnis, Beziehung und Transfer ausgewertet
  • Unerwartete Reaktionen gelten als Information
  • Die Planung wird verändert, statt die Person für ein nicht passendes Konzept verantwortlich zu machen
Beurteilen Sie die Interventionsqualität bei „Fallplanung und Therapieprojekt“. 2 P
  • Die Interventionsqualität wird an der Leitfrage „Kann ich meine Entscheidungskette von Befund über Ziel und Methode bis zur Evaluation vollständig erklären und alternative Hypothesen benennen?“ geprüft
  • Ziel, Wirkprinzip, Sozialform, Medium, Dosierung, Sicherheit und Alltagstransfer werden vorab begründet und an beobachtbaren Kriterien im Verlauf kontrolliert

Die Fragen und Antworten wurden aus den redaktionellen Lerntexten dieses Kapitels abgeleitet. Jede Antwort gehört ausschließlich zu der unmittelbar darüberstehenden Frage.

Hinweise des Lehrplans
  • Fallbeispiele
  • vgl. Lehrpläne Spezielle Krankheitslehre, LPE 7 und 8, Medizinsoziologie und Gerontologie
  • praktische Übungen, Übungen zur Selbsterfahrung
  • praktische Übungen, Übungen zur Selbsterfahrung
  • praktische Übungen, Übungen zur Selbsterfahrung
  • sensorische Integrationstheapie, basale Stimulation, konzentrative Bewegungstherapie vgl. Lehrpläne Neurophysiologische Behandlungsverfahren und Neuropsychologische Behandlungsverfahren
  • Musiktherapie, Kunst- und Gestaltungstherapie

Quelle: Sächsisches Staatsministerium für Kultus: Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin, freigegeben ab 1. August 2020, S. 132.

LLernstoff49 Unterkapitel
Fachauftrag und Handlungskompetenz
Fragen und Antworten
Definieren Sie „Gegenstand des Faches“ fachlich präzise (3 Punkte)
  • Psychosoziale Behandlungsverfahren befassen sich mit Erleben, Verhalten, Beziehung, Ausdruck, Betätigung und sozialer Teilhabe
  • Sie werden nicht auf die Psychiatrie begrenzt
  • Psychosoziale Faktoren beeinflussen auch die Arbeit in Geriatrie, Pädiatrie, Neurologie, Psychosomatik, Suchtmedizin und Forensik
Erklären Sie den fachlichen Kern von „Von Wissen zu Handeln“ (2 Punkte)
  • Das Tätigkeits- und Lernraster unterscheidet theoretisch erarbeitetes Wissen, beobachtete Demonstrationen, angeleitetes Tun und eigenständige Durchführung
  • Fachliche Sicherheit entsteht, wenn Begriffe erklärt, Befunde begründet, Interventionen praktisch ausgeführt und ihre Wirkung reflektiert werden können
Charakterisieren Sie „Zentrale Kompetenzbereiche“ (2 Punkte)
  • Zum Kompetenzprofil gehören Einrichtungen und Tätigkeitsfelder, Kommunikation, Modelle, soziale und medizinische Anamnese, Beobachtung, Assessments, Behandlung ausgewählter Störungsbilder und die Durchführung konkreter Interventionen
  • Jede Methode muss zu Ziel, Person, Betätigung, Kontext und Sicherheitslage passen
Beurteilen Sie die zentralen Grenzen und Risiken bei „Verantwortungsgrenzen“ (3 Punkte)
  • Ergotherapeutinnen und Ergotherapeuten stellen keine fachärztliche Diagnose
  • Sie beschreiben Handlungsfähigkeit, Ressourcen, Einschränkungen, Risiken und Veränderung
  • Psychotherapeutisch orientierte Verfahren werden nur im ergotherapeutischen Auftrag, innerhalb der eigenen Qualifikation und in abgestimmten Behandlungskonzepten eingesetzt
Nennen Sie Qualitätskriterien für „Fachauftrag und Handlungskompetenz“ (2 Punkte)
  • Die fachliche Prüfung verbindet Menschenbild, Beziehung, Betätigung und Lebenskontext
  • Leitend bleibt die Frage „Kann ich aus einer Fallbeschreibung einen ergotherapeutischen Auftrag ableiten, geeignete Informationen erheben, ein betätigungsbezogenes Ziel formulieren, eine Methode begründen und den Verlauf dokumentieren?“ Die Begründung muss Teilhabe, Machtverhältnisse, professionelle Grenzen und einen beobachtbaren Verlauf transparent machen
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 129–132, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / PSYBV/Tätigkeits- und Lernraster PSYBV.pdf, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / PSYBV/Ergotherapeutische Arbeitsbereiche und Tätigkeitsfelder.pdf, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / PSYBV/Schwerpunkte in den verschiedenen Fachbereichen.pdf, 21.07.2026

Beurteilungsprozess und Clinical Reasoning
Fragen und Antworten
Beschreiben Sie Ablauf und fachliche Bedeutung von „Befundung als Prozess“ (3 Punkte)
  • Befunderhebung ist kein einmaliger Testtermin
  • Sie beginnt mit Erstkontakt und Auftragsklärung, führt über Befragung, Beobachtung und geeignete Verfahren zu Hypothesen, Zielvereinbarung, Intervention und erneuter Bewertung
  • Neue Informationen können frühere Annahmen verändern
Charakterisieren Sie „Clinical Reasoning“ bei „Beurteilungsprozess und Clinical Reasoning“ (3 Punkte)
  • Scientific, interaktives, narratives, konditionales, ethisches und pragmatisches Reasoning beleuchten unterschiedliche Entscheidungsanteile
  • Medizinische Fakten, Beziehung, Lebensgeschichte, Zukunft, Werte und Rahmenbedingungen werden zusammengeführt
  • Keine Form allein reicht aus
Charakterisieren Sie „Top-down und Bottom-up“ (3 Punkte)
  • Top-down startet bei Betätigung und Teilhabe, Bottom-up bei Funktionen
  • Im psychosozialen Bereich ist ein betätigungsbezogener Ausgangspunkt besonders wichtig
  • Funktionsprüfungen werden eingesetzt, wenn sie eine konkrete Alltagsfrage klären
Charakterisieren Sie „Gemeinsame Urteilsbildung“ (3 Punkte)
  • Befunde werden mit der Person besprochen
  • Selbstbericht, Fremdbericht und therapeutische Beobachtung können voneinander abweichen
  • Unterschiede werden dokumentiert und nicht vorschnell zugunsten einer Perspektive aufgelöst
Beurteilen Sie die Befundqualität bei „Beurteilungsprozess und Clinical Reasoning“ (3 Punkte)
  • Die Befundqualität wird an der Leitfrage „Welche Entscheidung soll die Befunderhebung ermöglichen, und ist jedes erhobene Merkmal für Auftrag, Ziel oder Sicherheit relevant?“ geprüft
  • Beobachtung, Selbst- und Fremdbericht, Interpretation, Ziel und fachliche Folgerung werden getrennt dokumentiert
  • Störfaktoren und Grenzen der Aussage bleiben ausdrücklich sichtbar
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 129–132, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / PSYBV/4. Befundung.pdf, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / PSYBV/Befundung Diagnostik Behandlung.pdf, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / PSYBV/Tätigkeits- und Lernraster PSYBV.pdf, 21.07.2026

Methodenauswahl, Sozialform und Dosierung
Fragen und Antworten
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Methoden nach Wirkprinzip“ (5 Punkte)
  • Methoden werden nach Ziel und Wirkprinzip gewählt, nicht nach persönlicher Vorliebe
  • Symptombezogene Verfahren regulieren belastende Zustände
  • Ausdruckszentrierte Verfahren ermöglichen Erleben und Symbolisierung
  • Interaktionelle Verfahren nutzen Beziehung und Gruppe
  • Kompetenz- und alltagszentrierte Verfahren trainieren konkrete Handlungsfähigkeit
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Sozialform“ (4 Punkte)
  • Einzeltherapie bietet Schutz, individuelle Dosierung und konzentrierte Beziehung
  • Gruppen ermöglichen soziale Rückmeldung, Kooperation und Rollenlernen
  • Eine Gruppe ist nicht automatisch wirtschaftlicher oder therapeutisch besser
  • Gruppenfähigkeit, Ziel und Risiko entscheiden
Charakterisieren Sie „Medium und Anforderung“ (3 Punkte)
  • Material, Aufgabe, Regeln und Ergebnisoffenheit beeinflussen Anforderungen
  • Holz, Ton, Kochen, Schreiben oder digitale Medien sind keine Methoden an sich
  • Erst die therapeutische Gestaltung macht sie zum Mittel
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Dosierung und Evaluation“ (3 Punkte)
  • Schwierigkeit, Dauer, Reizdichte, Hilfen und Wiederholung werden angepasst
  • Nach jeder Einheit wird geprüft, ob die erwartete Wirkung eintrat und ob unerwünschte Reaktionen entstanden
  • Methode und Plan werden bei Bedarf verändert
Beurteilen Sie die Interventionsqualität bei „Methodenauswahl, Sozialform und Dosierung“ (2 Punkte)
  • Die Interventionsqualität wird an der Leitfrage „Kann ich Ziel, Wirkprinzip, Sozialform, Medium, Dosierung und Evaluationskriterium getrennt begründen?“ geprüft
  • Ziel, Wirkprinzip, Sozialform, Medium, Dosierung, Sicherheit und Alltagstransfer werden vorab begründet und an beobachtbaren Kriterien im Verlauf kontrolliert
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 129–132, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / PSYBV/Ergotherapeutische Interventionen.pdf, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / PSYBV/Tätigkeits- und Lernraster PSYBV.pdf, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / PSYBV/Befundung Diagnostik Behandlung.pdf, 21.07.2026

Geschichte der Psychiatrie und Menschenbild
Fragen und Antworten
Charakterisieren Sie „Von Ausgrenzung zu Behandlung“ (3 Punkte)
  • Psychische Erkrankungen wurden historisch religiös, moralisch, sozial und medizinisch gedeutet
  • Viele Betroffene wurden ausgeschlossen, verwahrt oder unter menschenunwürdigen Bedingungen behandelt
  • Mit Aufklärung und naturwissenschaftlicher Medizin entstanden spezialisierte Einrichtungen, zugleich aber neue Formen institutioneller Kontrolle
Beschreiben Sie Ablauf und fachliche Bedeutung von „Wissenschaftliche Entwicklungen“ (3 Punkte)
  • Psychiatrische Klassifikation, Neurologie, Psychologie und Psychoanalyse erweiterten die Erklärungsmodelle
  • Freuds psychoanalytischer Ansatz lenkte den Blick auf unbewusste Konflikte und biografische Zusammenhänge
  • Somatische Verfahren und psychotherapeutische Ansätze entwickelten sich parallel und wurden historisch unterschiedlich bewertet
Charakterisieren Sie „Brüche und Verbrechen“ (2 Punkte)
  • Eugenik, Zwangssterilisation und die nationalsozialistische Ermordung psychisch kranker und behinderter Menschen zeigen, wie medizinische Macht mit menschenverachtender Ideologie verbunden werden kann
  • Diese Geschichte begründet eine besondere Verantwortung für Menschenwürde, Aufklärung, Einwilligung und kritische Reflexion institutioneller Routinen
Begründen Sie die fachliche Bedeutung von „Bedeutung für die Gegenwart“ (2 Punkte)
  • Moderne psychosoziale Versorgung orientiert sich an Rechten, Teilhabe, Lebenswelt und möglichst geringer Einschränkung
  • Historisches Wissen hilft, paternalistische Muster, Stigmatisierung und die Verwechslung von Fürsorge mit Kontrolle zu erkennen
Nennen Sie Qualitätskriterien für „Geschichte der Psychiatrie und Menschenbild“ (2 Punkte)
  • Die fachliche Prüfung verbindet Menschenbild, Beziehung, Betätigung und Lebenskontext
  • Leitend bleibt die Frage „Welche heutige therapeutische Entscheidung berührt Selbstbestimmung, Macht oder institutionelle Regeln, und wie wird sie transparent und rechtlich abgesichert?“ Die Begründung muss Teilhabe, Machtverhältnisse, professionelle Grenzen und einen beobachtbaren Verlauf transparent machen
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 129–132, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / PSYBV/Geschichte der Psychiatrie.docx, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / PSYBV/Geschichtliche Entwicklung.pdf, 21.07.2026

Erstkontakt sowie soziale, medizinische und Betätigungsanamnese
Fragen und Antworten
Definieren Sie „Erstkontakt“ (2 Punkte)
  • Vorstellung, Erklärung der Ergotherapie, Beziehungsgestaltung und Klärung von Anliegen und Erwartungen bilden den Anfang
  • Die Person erhält verständliche Informationen über Ablauf, Dokumentation, Schweigepflicht und Grenzen der Vertraulichkeit
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Informationsquellen“ (3 Punkte)
  • Informationen stammen von der Person, Angehörigen nach Einwilligung, Akten, ärztlichen Berichten und dem interprofessionellen Team
  • Die Herkunft wird gekennzeichnet
  • Fremdberichte ersetzen nicht die Perspektive der betroffenen Person
Definieren Sie den Begriff „Anamnesebereiche“ (2 Punkte)
  • Erfasst werden Diagnosen, Verlauf, Medikation, bisherige Therapien, aktuelle Beschwerden, Wohnen, Beziehungen, Bildung, Arbeit, Finanzen, Freizeit, Interessen, Routinen und Hilfsmittel
  • Risiken und Ressourcen werden gleichermaßen beachtet
Charakterisieren Sie „Betätigungsorientierte Fragen“ (5 Punkte)
  • Welche Aktivitäten sind wichtig?
  • Was gelingt, was wird vermieden, was kostet übermäßig Kraft?
  • Welche Rollen gingen verloren?
  • Welche Umwelt unterstützt oder behindert?
  • Die Anamnese führt zu prüfbaren Alltagsfragen und nicht zu einer vollständigen Lebenschronik ohne therapeutischen Zweck
Beurteilen Sie die Befundqualität bei „Erstkontakt sowie soziale, medizinische und Betätigungsanamnese“ (3 Punkte)
  • Die Befundqualität wird an der Leitfrage „Sind Quelle, Relevanz und Aktualität jeder Angabe erkennbar, und wurden Anliegen, Ressourcen und Betätigungsziele der Person ausreichend erfasst?“ geprüft
  • Beobachtung, Selbst- und Fremdbericht, Interpretation, Ziel und fachliche Folgerung werden getrennt dokumentiert
  • Störfaktoren und Grenzen der Aussage bleiben ausdrücklich sichtbar
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 129–132, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / PSYBV/4. Befundung.pdf, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / PSYBV/Befundung Diagnostik Behandlung.pdf, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / PSYBV/Befund Beispiel.pdf, 21.07.2026

Symptombezogene regulierende Methoden
Fragen und Antworten
Charakterisieren Sie „Regulation statt bloßer Ablenkung“ (3 Punkte)
  • Regulierende Methoden verändern Aktivierungsniveau, Aufmerksamkeit oder Verhaltensorganisation
  • Sie können beruhigen, aktivieren, orientieren oder eine Krise überbrücken
  • Ablenkung ist nur dann therapeutisch, wenn Funktion, Dauer und Rückkehr zur Aufgabe geplant sind
Charakterisieren Sie „Störungsbezogene Anpassung“ (4 Punkte)
  • Bei Depression können kleine aktivierende Schritte und Erfolgserleben sinnvoll sein
  • Bei Psychose werden klare, reizärmere und realitätsbezogene Aufgaben gewählt
  • Bei Zwang wird vermieden, Rituale unbemerkt zu bestätigen
  • Bei Sucht werden Craving, Rückfallauslöser und alternative Regulationswege berücksichtigt
Definieren Sie den Begriff „Struktur“ (3 Punkte)
  • Anfang, Dauer, Material, Arbeitsschritte und Abschluss werden transparent
  • Zu viel Struktur kann Selbststeuerung verhindern, zu wenig Struktur überfordern
  • Hilfen werden so früh wie nötig und so wenig wie möglich angeboten
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Sicherheit bei Symptombezogene regulierende Methoden“ (2 Punkte)
  • Akute Selbst- oder Fremdgefährdung, schwere Intoxikation, Delir oder medizinische Instabilität erfordern vorrangige Krisen- oder Notfallmaßnahmen
  • Eine ergotherapeutische Aufgabe darf notwendige Akutversorgung nicht verzögern
Beurteilen Sie die Interventionsqualität bei „Symptombezogene regulierende Methoden“ (2 Punkte)
  • Die Interventionsqualität wird an der Leitfrage „Welche Symptomfunktion soll beeinflusst werden, woran erkenne ich Über- oder Unteraktivierung und wann muss die Intervention abgebrochen oder weitergeleitet werden?“ geprüft
  • Ziel, Wirkprinzip, Sozialform, Medium, Dosierung, Sicherheit und Alltagstransfer werden vorab begründet und an beobachtbaren Kriterien im Verlauf kontrolliert
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 129–132, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / PSYBV/5. Krankheitsbilder Allgemein KiJu.pdf, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / PSYBV/6. Psychosomatik Sucht Forensik.pdf, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / PSYBV/Ergotherapeutische Interventionen.pdf, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / PSYBV/Gruppe 4 - Anna.pdf, 21.07.2026

Sozialpsychiatrie, Lebenswelt und Recovery
Fragen und Antworten
Charakterisieren Sie „Sozialpsychiatrische Perspektive“ (3 Punkte)
  • Sozialpsychiatrie betrachtet psychische Erkrankung nicht ausschließlich als individuelles Defizit
  • Wohnsituation, Arbeit, Beziehungen, Armut, Stigma, Zugang zu Versorgung und gesellschaftliche Erwartungen beeinflussen Entstehung, Verlauf und Teilhabe
  • Behandlung muss deshalb über Symptomreduktion hinausreichen
Ordnen Sie „Lebenswelt statt Institutionslogik“ fachlich ein (3 Punkte)
  • Hilfen sollen möglichst nah am tatsächlichen Alltag ansetzen
  • Stationäre Behandlung kann Schutz und Stabilisierung bieten, darf aber nicht zum alleinigen Maßstab werden
  • Ambulante, teilstationäre, aufsuchende und gemeindenahe Angebote unterstützen die Übertragung in reale Rollen und Betätigungen
Erklären Sie den fachlichen Kern von „Recovery“ (3 Punkte)
  • Recovery bezeichnet einen persönlichen Prozess, in dem Menschen trotz fortbestehender Symptome ein sinnvolles, selbstbestimmtes Leben entwickeln
  • Hoffnung, Identität, Verbundenheit, Bedeutung und Selbstwirksamkeit sind zentrale Dimensionen
  • Recovery ist nicht mit vollständiger Heilung gleichzusetzen
Erläutern Sie den ergotherapeutischen Beitrag bei „Sozialpsychiatrie, Lebenswelt und Recovery“ (2 Punkte)
  • Ergotherapie macht Teilhabe konkret: Tagesstruktur aufbauen, eine Wohnung führen, Wege bewältigen, Beziehungen gestalten, lernen, arbeiten oder Freizeit wieder aufnehmen
  • Ziele werden mit der Person entwickelt und nicht aus institutionellen Gewohnheiten abgeleitet
Nennen Sie Qualitätskriterien für „Sozialpsychiatrie, Lebenswelt und Recovery“ (2 Punkte)
  • Die fachliche Prüfung verbindet Menschenbild, Beziehung, Betätigung und Lebenskontext
  • Leitend bleibt die Frage „Ist das Ziel nur innerhalb der Einrichtung sinnvoll, oder verbessert es nachweisbar die selbstbestimmte Lebensführung außerhalb der Therapie?“ Die Begründung muss Teilhabe, Machtverhältnisse, professionelle Grenzen und einen beobachtbaren Verlauf transparent machen
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 129–132, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / PSYBV/Geschichtliche Entwicklung.pdf, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / PSYBV/Besonderheiten ergotherapeutischer Einrichtungen im psychosozialen Bereich Zusammenfassung.pdf, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / PSYBV/Betätigungsorientierte Ergotherapie in der Psychiatrie.pdf, 21.07.2026

Verhaltensbeobachtung auf Handlungs-, Beziehungs- und Ausdrucksebene
Fragen und Antworten
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Beobachtung planen“ (4 Punkte)
  • Beobachtung braucht eine Fragestellung, einen definierten Kontext und nachvollziehbare Kriterien
  • Freie Beobachtung kann erste Hinweise geben
  • Strukturierte Beobachtung ermöglicht Vergleich
  • Verhalten wird in einer Situation beschrieben, nicht als unveränderliche Eigenschaft
Nennen Sie die Beobachtungsbereiche bei „Verhaltensbeobachtung auf Handlungs-, Beziehungs- und Ausdrucksebene“ (2 Punkte)
  • Relevant sind affektiver und emotionaler Ausdruck, Aufmerksamkeit, Gedächtnis, Denken, Wahrnehmungsverarbeitung, Motorik, Lebenspraxis, Selbst- und Fremdwahrnehmung sowie Kommunikation
  • Im psychosozialen Bereich werden außerdem Initiierung, Ausdauer, Flexibilität, Umgang mit Fehlern und Hilfesuche beobachtet
Analysieren Sie den Zusammenhang bei „Handlungs- und Beziehungsebene“ (2 Punkte)
  • Eine Person kann eine Aufgabe motorisch bewältigen, aber bei Unsicherheit abbrechen, Rückmeldung nicht annehmen oder andere dominieren
  • Beziehungseinflüsse werden mitgedacht: Beobachtetes Verhalten kann auf Gruppengröße, Leistungsdruck, unklare Anleitung oder frühere Erfahrungen reagieren
Definieren Sie den Begriff „Objektivieren“ (3 Punkte)
  • Dokumentation nennt Situation, Verhalten, Häufigkeit, Dauer, Hilfen und Wirkung
  • Wertende Begriffe wie „faul“, „manipulativ“ oder „schwierig“ werden durch konkrete Beobachtungen ersetzt
  • Interpretationen werden als Hypothesen kenntlich gemacht
Beurteilen Sie die Befundqualität bei „Verhaltensbeobachtung auf Handlungs-, Beziehungs- und Ausdrucksebene“ (3 Punkte)
  • Die Befundqualität wird an der Leitfrage „Könnte eine andere Fachperson anhand meiner Dokumentation erkennen, was tatsächlich geschah, ohne meine persönliche Bewertung übernehmen zu müssen?“ geprüft
  • Beobachtung, Selbst- und Fremdbericht, Interpretation, Ziel und fachliche Folgerung werden getrennt dokumentiert
  • Störfaktoren und Grenzen der Aussage bleiben ausdrücklich sichtbar
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 129–132, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / PSYBV/4. Befundung.pdf, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / PSYBV/Befundung Diagnostik Behandlung.pdf, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / PSYBV/Schwerpunkte in den verschiedenen Fachbereichen.pdf, 21.07.2026

Autogenes Training und progressive Muskelrelaxation
Fragen und Antworten
Charakterisieren Sie „Autogenes Training“ (3 Punkte)
  • Autogenes Training arbeitet mit formelhaften Vorstellungen und konzentrierter Selbstbeeinflussung
  • Ziel ist eine willentlich eingeleitete vegetative Beruhigung
  • Die Methode braucht Lernzeit, regelmäßige Übung und eine verständliche Einführung
Charakterisieren Sie „Progressive Muskelrelaxation“ (3 Punkte)
  • Bei der progressiven Muskelrelaxation werden Muskelgruppen nacheinander angespannt und gelöst
  • Der Kontrast unterstützt das Wahrnehmen von Spannung
  • Stärke und Dauer der Anspannung werden an Schmerz, Bewegungseinschränkung und Belastbarkeit angepasst
Charakterisieren Sie „Indikation und Anpassung“ (3 Punkte)
  • Beide Verfahren können bei Stress, Angst, Schlafproblemen oder psychosomatischer Anspannung unterstützen
  • Kurze Varianten, offene Augen, sitzende Position oder bewegte Elemente können den Zugang erleichtern
  • Nicht jede Person erlebt Ruhe als sicher
Definieren Sie den Begriff „Vorsicht“ (3 Punkte)
  • Bei akuter Psychose, schwerer Dissoziation, traumabezogener Überflutung, ausgeprägter Atemangst oder medizinischer Instabilität ist individuelle Prüfung erforderlich
  • Reaktionen werden beobachtet
  • Abbruchmöglichkeiten und Bodenorientierung werden angeboten
Beurteilen Sie die Interventionsqualität bei „Autogenes Training und progressive Muskelrelaxation“ (2 Punkte)
  • Die Interventionsqualität wird an der Leitfrage „Kann die Person die Übung jederzeit unterbrechen, bleibt orientiert und erlebt die Körperaufmerksamkeit als regulierend statt bedrohlich?“ geprüft
  • Ziel, Wirkprinzip, Sozialform, Medium, Dosierung, Sicherheit und Alltagstransfer werden vorab begründet und an beobachtbaren Kriterien im Verlauf kontrolliert
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 129–132, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / PSYBV/Autogenes Training und progressive Muskelrelaxation.docx, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / PSYBV/6. Psychosomatik Sucht Forensik.pdf, 21.07.2026

Einrichtungen, Versorgungsformen und Teamarbeit
Fragen und Antworten
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Versorgungsformen“ (2 Punkte)
  • Psychosoziale Ergotherapie findet stationär, teilstationär, ambulant, aufsuchend und in gemeindenahen Einrichtungen statt
  • Dazu gehören psychiatrische Kliniken, Tageskliniken, Praxen, Wohnangebote, Tagesstätten, berufliche Rehabilitation, Pflegeeinrichtungen, kinder- und jugendpsychiatrische Angebote sowie forensische Versorgung
Unterscheiden Sie „Unterschiedliche Aufträge“ anhand fachlicher Kriterien (3 Punkte)
  • Im Akutbereich stehen Schutz, Stabilisierung, Orientierung und frühe Alltagsaktivierung im Vordergrund
  • In Rehabilitation und Gemeindepsychiatrie gewinnen Wohnen, Arbeit, Bildung, soziale Rollen und langfristige Selbststeuerung an Gewicht
  • In Pflege und Geriatrie sind Erhalt, Anpassung und Unterstützung der Lebensqualität häufig zentral
Charakterisieren Sie „Multiprofessionelle Zusammenarbeit“ (3 Punkte)
  • Ärztlicher, pflegerischer, psychologischer, sozialarbeiterischer und therapeutischer Blick ergänzen sich
  • Ergotherapie bringt die Analyse konkreter Betätigungen und Umweltanforderungen ein
  • Beobachtungen werden fachlich beschrieben, nicht als unspezifischer Gesamteindruck weitergegeben
Ordnen Sie „Institutionelle Bedingungen“ fachlich ein (2 Punkte)
  • Zeit, Räume, Gruppengröße, Sicherheitsregeln, Kostenträger und Behandlungskonzepte beeinflussen die Arbeit
  • Pragmatische Grenzen müssen benannt werden, dürfen aber nicht unbemerkt die Ziele der Klientin oder des Klienten ersetzen
Nennen Sie Qualitätskriterien für „Einrichtungen, Versorgungsformen und Teamarbeit“ (2 Punkte)
  • Die fachliche Prüfung verbindet Menschenbild, Beziehung, Betätigung und Lebenskontext
  • Leitend bleibt die Frage „Kann ich den spezifischen ergotherapeutischen Auftrag in der jeweiligen Einrichtung von Pflege, Psychologie, Sozialarbeit und Medizin abgrenzen und zugleich kooperativ verbinden?“ Die Begründung muss Teilhabe, Machtverhältnisse, professionelle Grenzen und einen beobachtbaren Verlauf transparent machen
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 129–132, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / PSYBV/Besonderheiten ergotherapeutischer Einrichtungen im psychosozialen Bereich Zusammenfassung.pdf, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / PSYBV/Ergotherapeutische Arbeitsbereiche und Tätigkeitsfelder.pdf, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / PSYBV/Schwerpunkte in den verschiedenen Fachbereichen.pdf, 21.07.2026

Assessmentauswahl, Gütekriterien und Testgrenzen
Fragen und Antworten
Erklären Sie Funktion und fachlichen Zweck von „Zweck vor Instrument“ (2 Punkte)
  • Ein Instrument wird gewählt, weil es eine konkrete Frage beantwortet: Screening, differenzierte Befundung, Zielpriorisierung oder Verlaufskontrolle
  • Verfügbarkeit oder Gewohnheit allein sind keine fachliche Begründung
Definieren Sie den Begriff „Gütekriterien“ (3 Punkte)
  • Objektivität betrifft Unabhängigkeit von Durchführung und Auswertung, Reliabilität die Messzuverlässigkeit und Validität die Gültigkeit
  • Normwerte müssen zur Person und Fragestellung passen
  • Messfehler und Tagesform begrenzen die Interpretation
Charakterisieren Sie „Screening und Diagnose“ (3 Punkte)
  • Screenings zeigen einen möglichen Abklärungsbedarf, stellen aber keine medizinische Diagnose
  • Ein auffälliger Wert wird mit Beobachtung, Anamnese und gegebenenfalls weiterführender Diagnostik verbunden
  • Unauffällige Werte schließen alltagsrelevante Probleme nicht sicher aus
Beurteilen Sie die zentralen Grenzen und Risiken bei „Praktische Grenzen“ (3 Punkte)
  • Zeit, Sprache, Seh- und Hörvermögen, Bildung, Kultur, Motorik, Müdigkeit, Medikation und Angst können Ergebnisse beeinflussen
  • Standardisierte Verfahren werden entsprechend Manual und Berechtigung genutzt
  • Geschützte Testmaterialien und vollständige Items werden nicht unzulässig vervielfältigt
Beurteilen Sie die Befundqualität bei „Assessmentauswahl, Gütekriterien und Testgrenzen“ (3 Punkte)
  • Die Befundqualität wird an der Leitfrage „Welche Entscheidung folgt aus dem Ergebnis, welche Störfaktoren liegen vor, und ist meine Aussage enger als das, was das Instrument tatsächlich messen kann?“ geprüft
  • Beobachtung, Selbst- und Fremdbericht, Interpretation, Ziel und fachliche Folgerung werden getrennt dokumentiert
  • Störfaktoren und Grenzen der Aussage bleiben ausdrücklich sichtbar
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 129–132, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / PSYBV/4. Befundung.pdf, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / PSYBV/Fragen.pdf, 21.07.2026

Basale Stimulation und elementare Kontaktangebote
Fragen und Antworten
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Basale Stimulation und elementare Kontaktangebote: Begriff“ (3 Punkte)
  • Basal bedeutet grundlegend
  • Stimulation geht auf lateinisch stimulare, anregen, zurück
  • Basale Stimulation bietet elementare Wahrnehmungs- und Kontaktangebote, wenn differenzierte Kommunikation und selbstständige Aktivität eingeschränkt sind
Definieren Sie den Begriff „Angebotsbereiche“ (3 Punkte)
  • Somatische, vestibuläre, vibratorische, orale, auditive, visuelle und taktile Angebote können eingesetzt werden
  • Entscheidend ist nicht die Anzahl der Reize, sondern ihre Vorhersagbarkeit, Bedeutung und individuelle Reaktion
  • Berührung wird angekündigt und respektvoll gestaltet
Charakterisieren Sie „Dialogische Haltung“ (4 Punkte)
  • Die Person ist nicht passiver Empfänger
  • Atmung, Tonus, Blick, Lautäußerung, Abwehr und Annäherung werden als Antwort verstanden
  • Tempo und Intensität folgen diesen Reaktionen
  • Biografisch vertraute Reize können hilfreicher sein als standardisierte Programme
Unterscheiden Sie „Abgrenzung bei Basale Stimulation und elementare Kontaktangebote“ anhand fachlicher Kriterien (3 Punkte)
  • Basale Stimulation ist kein beliebiges Streicheln und keine allgemeine Beschäftigung
  • Medizinische Kontraindikationen, Schmerz, Hautzustand, Lagerung und sensorische Überempfindlichkeit werden berücksichtigt
  • Ziel und Verlauf werden dokumentiert
Beurteilen Sie die Interventionsqualität bei „Basale Stimulation und elementare Kontaktangebote“ (2 Punkte)
  • Die Interventionsqualität wird an der Leitfrage „Welche beobachtbare Antwort zeigt Annäherung, Orientierung, Wohlbefinden oder Abwehr, und wie verändert sie mein nächstes Angebot?“ geprüft
  • Ziel, Wirkprinzip, Sozialform, Medium, Dosierung, Sicherheit und Alltagstransfer werden vorab begründet und an beobachtbaren Kriterien im Verlauf kontrolliert
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 129–132, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / PSYBV/Basale Stimulation.docx, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / PSYBV/Ergotherapeutische Interventionen.pdf, 21.07.2026

Gewalt, Zwang und rechtliche Grenzen
Fragen und Antworten
Definieren Sie „Begriffe unterscheiden“ fachlich präzise (4 Punkte)
  • Gewalt bezeichnet die Ausübung von Macht gegen den Willen oder die Interessen einer Person
  • Zwang veranlasst zu einem Verhalten, das nicht frei gewählt wird
  • Freiheitsentziehende Maßnahmen begrenzen Bewegungsfreiheit
  • Die Begriffe dürfen weder verharmlost noch pauschal gleichgesetzt werden
Charakterisieren Sie „Rechtliche und ethische Grundsätze“ (3 Punkte)
  • Eingriffe benötigen eine gesetzliche Grundlage, klare Zuständigkeit, dokumentierte Begründung und fortlaufende Prüfung
  • Selbstbestimmung, Einwilligungsfähigkeit, Gefahrenlage, Verhältnismäßigkeit und das mildeste geeignete Mittel sind zentrale Prüfpunkte
  • Konkrete Rechtsfragen werden nach aktueller Rechtslage und Einrichtungsvorgabe geklärt
Charakterisieren Sie „Prävention und Alternativen“ (2 Punkte)
  • Beziehungsaufbau, reizärmere Umgebung, verständliche Information, Wahlmöglichkeiten, Rückzug, Bewegung, früh erkannte Warnzeichen und individuell vereinbarte Krisenpläne können Eskalationen verhindern
  • Eine Maßnahme ist nicht deshalb alternativlos, weil sie organisatorisch bequem ist
Charakterisieren Sie „Rolle der Ergotherapie“ (3 Punkte)
  • Ergotherapie beobachtet Auslöser, Handlungsanforderungen und regulierende Betätigungen
  • Bei akuter Gefährdung gelten Sicherheits- und Notfallstrukturen
  • Nach belastenden Ereignissen werden Wirkung, Erleben und mögliche Alternativen gemeinsam aufgearbeitet
Nennen Sie Qualitätskriterien für „Gewalt, Zwang und rechtliche Grenzen“ (2 Punkte)
  • Die fachliche Prüfung verbindet Menschenbild, Beziehung, Betätigung und Lebenskontext
  • Leitend bleibt die Frage „Welche konkrete Gefahr liegt vor, welche weniger eingreifenden Möglichkeiten wurden geprüft, wer entscheidet, wie wird überwacht und wann endet die Maßnahme?“ Die Begründung muss Teilhabe, Machtverhältnisse, professionelle Grenzen und einen beobachtbaren Verlauf transparent machen
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 129–132, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / PSYBV/8. Zwang und Zwangsmaßnahmen Gesetze.pdf, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / PSYBV/Geschichte der Psychiatrie.docx, 21.07.2026

Betätigungsprofil und COPM
Fragen und Antworten
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Ziel des COPM“ (3 Punkte)
  • Das COPM ist ein klientenzentriertes Interview zur Identifikation und Priorisierung von Betätigungsproblemen in Selbstversorgung, Produktivität und Freizeit
  • Die Person bewertet ausgewählte Anliegen hinsichtlich Ausführung und Zufriedenheit
  • Das Instrument ersetzt keine umfassende Funktionsdiagnostik
Beschreiben Sie Ablauf und fachliche Bedeutung von „Interviewprozess“ (2 Punkte)
  • Die Therapeutin unterstützt, aus allgemeinen Beschwerden konkrete Betätigungen zu formulieren. „Mehr Antrieb“ wird beispielsweise in „morgens selbstständig aufstehen und frühstücken“ übersetzt
  • Prioritäten stammen von der Person, nicht aus einer vorgegebenen Diagnoseliste
Beschreiben Sie „Verlauf“ bei „Betätigungsprofil und COPM“ (3 Punkte)
  • Wiederholte Bewertungen können subjektiv wahrgenommene Veränderung sichtbar machen
  • Zahlen werden mit dem Gespräch verbunden: Was hat sich verändert, wodurch, in welchem Kontext und mit welcher Unterstützung?
  • Eine Differenz ist nicht automatisch klinisch bedeutsam
Begründen Sie die fachlichen Anforderungen bei „Anwendungsschutz“ (3 Punkte)
  • Durchführung erfolgt nach autorisierter Anleitung und geltenden Nutzungsbedingungen
  • Im Lernbuch werden Zweck und Logik erläutert, nicht das geschützte Instrument vollständig reproduziert
  • Ergebnisse werden vertraulich und zielbezogen dokumentiert
Beurteilen Sie die Befundqualität bei „Betätigungsprofil und COPM“ (3 Punkte)
  • Die Befundqualität wird an der Leitfrage „Ist das priorisierte Problem als konkrete Betätigung formuliert, und wird die subjektive Bewertung der Person ernst genommen, ohne sie mit objektiver Leistungsbeobachtung zu verwechseln?“ geprüft
  • Beobachtung, Selbst- und Fremdbericht, Interpretation, Ziel und fachliche Folgerung werden getrennt dokumentiert
  • Störfaktoren und Grenzen der Aussage bleiben ausdrücklich sichtbar
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 129–132, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / PSYBV/COPM.pdf, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / PSYBV/4. Befundung.pdf, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / PSYBV/Betätigungszentrierung im Berufsalltag greifbar machen.pdf, 21.07.2026

Gestaltungs- und kunsttherapeutisch orientierte Ansätze
Fragen und Antworten
Charakterisieren Sie „Ausdruck und Objekt“ (3 Punkte)
  • Gestalterische Prozesse können Erleben sichtbar und bearbeitbar machen, ohne dass alles sprachlich formuliert werden muss
  • Das entstandene Objekt schafft Abstand und ermöglicht gemeinsame Betrachtung
  • Bedeutung wird nicht von der Therapeutin vorgegeben
Leiten Sie aus „Therapeutische Gestaltung“ Konsequenzen für die ergotherapeutische Praxis ab (3 Punkte)
  • Material, Format, Offenheit und Aufgabe werden an Stabilität und Ziel angepasst
  • Freies Gestalten bietet Autonomie, kann aber überfordern
  • Strukturierte Aufgaben können Sicherheit geben, dürfen Ausdruck nicht vollständig festlegen
Erläutern Sie die Reflexion bei „Gestaltungs- und kunsttherapeutisch orientierte Ansätze“ (3 Punkte)
  • Im Nachgespräch werden Wahrnehmung, Entscheidungen, Gefühle, Schwierigkeiten und Ressourcen erkundet
  • Bilder werden nicht diagnostisch „gedeutet“, als ließen sich Farben oder Formen eindeutig lesen
  • Die Schöpferin oder der Schöpfer bleibt wichtigste Interpretationsquelle
Beurteilen Sie die zentralen Grenzen und Risiken bei „Qualifikation und Grenze“ (2 Punkte)
  • Ergotherapeutisch ausdruckszentriertes Arbeiten ist von eigenständiger Kunst- oder Gestaltungstherapie zu unterscheiden
  • Tiefenpsychologische Deutung oder Traumabearbeitung erfordern entsprechende Qualifikation und Behandlungsrahmen
Beurteilen Sie die Interventionsqualität bei „Gestaltungs- und kunsttherapeutisch orientierte Ansätze“ (2 Punkte)
  • Die Interventionsqualität wird an der Leitfrage „Wurde das Material zielbezogen gewählt, bleibt die Deutung bei der Person und ist die emotionale Belastung ausreichend stabilisiert?“ geprüft
  • Ziel, Wirkprinzip, Sozialform, Medium, Dosierung, Sicherheit und Alltagstransfer werden vorab begründet und an beobachtbaren Kriterien im Verlauf kontrolliert
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 129–132, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / PSYBV/7. Gestaltungs- und Kunsttherapie, Musiktherapie.pdf, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / PSYBV/Ergotherapeutische Interventionen.pdf, 21.07.2026

Betätigung als Grundlage von Gesundheit und Identität
Fragen und Antworten
Definieren Sie „Begriff Betätigung“ fachlich präzise (3 Punkte)
  • Betätigung umfasst kulturell und persönlich benannte Aktivitäten und Aufgaben des täglichen Lebens
  • Sie ist mehr als Bewegung oder Beschäftigung
  • Bedeutung, Ziel, Rolle, Gewohnheit, soziale Einbettung und Umwelt machen aus einer Handlung eine Betätigung
Erklären Sie Wirkzusammenhänge bei „Gesundheitliche Wirkung“ (3 Punkte)
  • Menschen strukturieren über Betätigung Zeit, erleben Kompetenz, Zugehörigkeit und Identität
  • Fehlende, überfordernde oder einseitige Betätigungen können Belastung verstärken
  • Rückzug kann kurzfristig regulieren, langfristig aber Rollenverlust, Isolation und abnehmende Handlungsfähigkeit begünstigen
Charakterisieren Sie „Person, Betätigung und Umwelt“ (3 Punkte)
  • Die gleiche Tätigkeit kann für verschiedene Menschen völlig unterschiedliche Bedeutung haben
  • Schwierigkeiten entstehen aus der Passung zwischen Fähigkeiten, Anforderungen und Kontext
  • Ergotherapie verändert deshalb nicht nur die Person, sondern auch Aufgabe, Material, Reihenfolge, soziale Unterstützung und Umwelt
Begründen Sie die fachliche Bedeutung von „Psychosoziale Relevanz“ (3 Punkte)
  • Ein Werkstück ist kein Selbstzweck
  • Entscheidend ist, ob die Tätigkeit Initiative, Entscheidungsfähigkeit, Gefühlsregulation, soziale Interaktion, Ausdauer oder einen bedeutsamen Alltagsschritt unterstützt
  • Das Ergebnis wird an der angestrebten Handlungsfähigkeit bewertet
Nennen Sie Qualitätskriterien für „Betätigung als Grundlage von Gesundheit und Identität“ (2 Punkte)
  • Die fachliche Prüfung verbindet Menschenbild, Beziehung, Betätigung und Lebenskontext
  • Leitend bleibt die Frage „Welche Bedeutung hat die Betätigung für diese Person, welcher konkrete Alltag wird vorbereitet und woran wird die Veränderung erkennbar?“ Die Begründung muss Teilhabe, Machtverhältnisse, professionelle Grenzen und einen beobachtbaren Verlauf transparent machen
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 129–132, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / PSYBV/Betaetigung Text.pdf, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / PSYBV/Betätigung Beispiel.pdf, 21.07.2026

Betätigungsanalyse, Prozess- und Produktbewertung
Fragen und Antworten
Charakterisieren Sie „Betätigung im Kontext“ (3 Punkte)
  • Betätigungsperformanz entsteht aus Person, Aufgabe und Umwelt
  • Eine Analyse beschreibt, wann, wo, mit wem, mit welchem Material und unter welchen Regeln eine Tätigkeit stattfindet
  • Dieselbe Person kann in einem vertrauten Kontext kompetent und in einem reizreichen Kontext deutlich eingeschränkt handeln
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Direkte Beobachtung“ (3 Punkte)
  • Die Person führt eine alltagsrelevante Tätigkeit möglichst gewohnt aus
  • Beobachtet werden Vorbereitung, Reihenfolge, Initiative, Aufmerksamkeit, Problemlösen, Tempo, Sicherheit, soziale Abstimmung und Abschluss
  • Hilfen werden nach Art und Umfang dokumentiert
Beschreiben Sie Ablauf und fachliche Bedeutung von „Prozess und Produkt“ (3 Punkte)
  • Ein gelungenes Produkt beweist nicht, dass der Prozess selbstständig oder gesundheitsförderlich war
  • Umgekehrt kann ein unvollständiges Produkt einen wertvollen Lernprozess zeigen
  • Ergebnisqualität, Handlungsstrategie, Belastung und Bedeutung werden getrennt bewertet
Ordnen Sie „Gemeinsame Auswertung“ fachlich ein (2 Punkte)
  • Person und Therapeutin identifizieren gelungene Schritte, Barrieren und veränderbare Bedingungen
  • Daraus entstehen konkrete Interventionen: Aufgabe vereinfachen, Umwelt strukturieren, Strategie trainieren oder Unterstützung neu organisieren
Beurteilen Sie die Befundqualität bei „Betätigungsanalyse, Prozess- und Produktbewertung“ (3 Punkte)
  • Die Befundqualität wird an der Leitfrage „Habe ich Leistung, Hilfestellung, Belastung, Strategie und Ergebnis getrennt beschrieben und die Perspektive der handelnden Person einbezogen?“ geprüft
  • Beobachtung, Selbst- und Fremdbericht, Interpretation, Ziel und fachliche Folgerung werden getrennt dokumentiert
  • Störfaktoren und Grenzen der Aussage bleiben ausdrücklich sichtbar
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 129–132, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / PSYBV/4. Befundung.pdf, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / PSYBV/Betätigung Beispiel.pdf, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / PSYBV/Befund Beispiel.pdf, 21.07.2026

Musiktherapeutisch orientierte Angebote
Fragen und Antworten
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Aktive und rezeptive Formen“ (3 Punkte)
  • Aktive Formen nutzen Stimme, Instrumente, Rhythmus oder gemeinsames Improvisieren
  • Rezeptive Formen arbeiten mit dem Hören ausgewählter Musik und der anschließenden Wahrnehmung oder Reflexion
  • Beide können emotional stark wirken
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Mögliche Ziele“ (3 Punkte)
  • Musik kann Kontakt, Initiative, Synchronisation, Gefühlsausdruck, Körperwahrnehmung und Erinnerung unterstützen
  • In Gruppen werden Zuhören, Abwechseln, Führen und Folgen sichtbar
  • Rhythmus kann Struktur geben, aber auch aktivieren oder überreizen
Definieren Sie den Begriff „Individualisierung“ (3 Punkte)
  • Musikgeschmack, Biografie, Lautstärke, kulturelle Bedeutung und sensorische Empfindlichkeit werden berücksichtigt
  • Vertraute Musik kann Sicherheit oder belastende Erinnerungen auslösen
  • Einwilligung und Abbruchmöglichkeit sind wesentlich
Unterscheiden Sie „Abgrenzung bei Musiktherapeutisch orientierte Angebote“ anhand fachlicher Kriterien (3 Punkte)
  • Ein ergotherapeutisches Musikangebot ist nicht automatisch Musiktherapie
  • Komplexe musiktherapeutische Diagnostik und Behandlung gehören in die entsprechende Fachqualifikation
  • Ergotherapie nutzt Musik zielbezogen innerhalb des eigenen Auftrags
Beurteilen Sie die Interventionsqualität bei „Musiktherapeutisch orientierte Angebote“ (2 Punkte)
  • Die Interventionsqualität wird an der Leitfrage „Welche Funktion hat Musik in dieser Einheit, wie wird Reizstärke kontrolliert und welche biografische oder emotionale Bedeutung ist zu beachten?“ geprüft
  • Ziel, Wirkprinzip, Sozialform, Medium, Dosierung, Sicherheit und Alltagstransfer werden vorab begründet und an beobachtbaren Kriterien im Verlauf kontrolliert
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 129–132, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / PSYBV/7. Gestaltungs- und Kunsttherapie, Musiktherapie.pdf, 21.07.2026

Betätigungsorientierung in der Psychiatrie
Fragen und Antworten
Definieren Sie den Begriff „Paradigmenwechsel“ (3 Punkte)
  • Betätigungsorientierung beginnt bei dem, was eine Person im Alltag tun möchte, tun muss oder von ihr erwartet wird
  • Sie ersetzt nicht die Arbeit an Körperfunktionen, ordnet diese aber einem Betätigungsziel unter
  • Top-down bedeutet: zuerst Alltag und Teilhabe verstehen, dann notwendige Teilfunktionen untersuchen
Charakterisieren Sie „Umsetzung im Berufsalltag“ (3 Punkte)
  • Einrichtungen sind häufig durch vorhandene Gruppen, Räume und Materialien geprägt
  • Betätigungszentrierung verlangt, Angebote nicht bloß umzubenennen, sondern Zielklärung, Befundung, Durchführung und Evaluation auf reale Betätigungen auszurichten
  • Das kann organisatorische Veränderungen erfordern
Charakterisieren Sie „Konkrete Analyse“ (2 Punkte)
  • Die Therapeutin klärt Rollen, Routinen, Werte, Barrieren und fördernde Umweltfaktoren
  • Eine scheinbar einfache Aufgabe wie Frühstück zubereiten kann Planung, Energie, Initiierung, sensorische Toleranz, soziale Abstimmung und Umgang mit Fehlern sichtbar machen
Charakterisieren Sie „Transfer sichern“ (3 Punkte)
  • Übungen werden möglichst in variablen, realitätsnahen Situationen durchgeführt
  • Hilfsmittel, Erinnerungssysteme, Angehörige und Umweltanpassungen werden früh einbezogen
  • Eine gute Stationsleistung ist nur dann relevant, wenn sie außerhalb des Therapieraums verfügbar wird
Nennen Sie Qualitätskriterien für „Betätigungsorientierung in der Psychiatrie“ (2 Punkte)
  • Die fachliche Prüfung verbindet Menschenbild, Beziehung, Betätigung und Lebenskontext
  • Leitend bleibt die Frage „Lässt sich jede Intervention in einem Satz mit einer konkreten Betätigung, einer Lebensrolle und einem beobachtbaren Transfer verbinden?“ Die Begründung muss Teilhabe, Machtverhältnisse, professionelle Grenzen und einen beobachtbaren Verlauf transparent machen
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 129–132, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / PSYBV/Betätigungsorientierte Ergotherapie in der Psychiatrie.pdf, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / PSYBV/Betätigungszentrierung im Berufsalltag greifbar machen.pdf, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / PSYBV/Betätigung Beispiel.pdf, 21.07.2026

Kognitive Screenings: MMST, MoCA und Uhrentest
Fragen und Antworten
Erklären Sie Funktion und fachlichen Zweck von „Gemeinsamer Zweck“ (3 Punkte)
  • MMST, MoCA und Uhrentest sind kurze Verfahren zur orientierenden Erfassung kognitiver Leistungen
  • Sie untersuchen unterschiedliche Anteile von Orientierung, Gedächtnis, Aufmerksamkeit, Sprache, visuell-konstruktiver und exekutiver Leistung
  • Sie ersetzen keine umfassende neuropsychologische Diagnostik
Unterscheiden Sie „Unterschiedliche Schwerpunkte“ anhand fachlicher Kriterien (3 Punkte)
  • Der MMST erfasst globales kognitives Leistungsniveau und ist in der Demenzdiagnostik verbreitet
  • Der MoCA ist stärker auf leichte kognitive Beeinträchtigungen und mehrere Funktionsbereiche ausgerichtet
  • Der Uhrentest verbindet Planung, Zahlenverständnis, Raumorganisation und konstruktive Ausführung
Beschreiben Sie die Durchführung von „Kognitive Screenings: MMST, MoCA und Uhrentest“ (3 Punkte)
  • Standardisierte Instruktion, ruhige Umgebung und Prüfung von Hör-, Seh-, Sprach- und motorischen Voraussetzungen sind notwendig
  • Korrekturen, zusätzliche Hinweise oder abweichende Materialien verändern die Aussage
  • Auffälliges Verhalten während der Testung wird zusätzlich notiert
Definieren Sie „Interpretation“ bei „Kognitive Screenings“ (4 Punkte)
  • Punktwerte werden nicht isoliert verwendet
  • Bildungsstand, Sprache, Delir, Depression, Müdigkeit und akute Erkrankung können Ergebnisse beeinflussen
  • Screenings zeigen Abklärungsbedarf und unterstützen Verlaufshypothesen
  • Diagnose und Fahreignung dürfen daraus nicht allein abgeleitet werden
Beurteilen Sie die Befundqualität bei „Kognitive Screenings: MMST, MoCA und Uhrentest“ (3 Punkte)
  • Die Befundqualität wird an der Leitfrage „Kann ich Zweck, Grenzen und Störfaktoren jedes Screenings erklären, ohne geschützte Testitems zu vervielfältigen oder aus einem Wert eine Diagnose abzuleiten?“ geprüft
  • Beobachtung, Selbst- und Fremdbericht, Interpretation, Ziel und fachliche Folgerung werden getrennt dokumentiert
  • Störfaktoren und Grenzen der Aussage bleiben ausdrücklich sichtbar
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 129–132, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / PSYBV/Mini-Mental-Status-Test-Formular.pdf, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / PSYBV/MiniMentalStateExaminationMMSEAnleitung.pdf, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / PSYBV/2023_ZHAW_Abreissblock_Montreal-cognitive-assessment_Druck.pdf, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / PSYBV/uhrformular.pdf, 21.07.2026

Biographiearbeit im psychosozialen Kontext
Fragen und Antworten
Nennen Sie zentrale Aspekte von „Ziele“ bei „Biographiearbeit im psychosozialen Kontext“ (3 Punkte)
  • Biographiearbeit unterstützt Identität, Selbstverständnis, Ressourcenwahrnehmung und die Einordnung von Lebensereignissen
  • Sie kann Interessen, Rollen, frühere Bewältigungsstrategien und bedeutsame Betätigungen erschließen
  • Sie ist nicht auf ältere Menschen begrenzt
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Methoden“ bei „Biographiearbeit im psychosozialen Kontext“ (3 Punkte)
  • Mögliche Zugänge sind Zeitstrahl, Lebensbuch, Gegenstände, Fotos, Musik, Orte, Berufe, Feste oder typische Tagesabläufe
  • Die Person entscheidet, was erzählt und dokumentiert wird
  • Materialien werden vertraulich behandelt
Charakterisieren Sie „Ressourcen und Kontinuität“ (2 Punkte)
  • Erinnerungen können Handlungsideen für die Gegenwart geben: ein früheres Handwerk, Gartenarbeit, Musik oder familiäre Rituale
  • Bei Demenz können vertraute Betätigungen Beziehung und Orientierung unterstützen, ohne eine vergangene Identität zu erzwingen
Charakterisieren Sie „Belastende Erinnerungen“ (4 Punkte)
  • Biographiearbeit kann Trauer, Scham oder Trauma aktivieren
  • Fragen werden nicht drängend gestellt
  • Bei Überflutung wird stabilisiert und gegebenenfalls an psychotherapeutische Fachbehandlung verwiesen
  • Schweigen ist eine legitime Entscheidung
Beurteilen Sie die Interventionsqualität bei „Biographiearbeit im psychosozialen Kontext“ (2 Punkte)
  • Die Interventionsqualität wird an der Leitfrage „Hat die Person Kontrolle über Tiefe, Tempo und Dokumentation, und dient die Erinnerung einem aktuellen therapeutischen Ziel?“ geprüft
  • Ziel, Wirkprinzip, Sozialform, Medium, Dosierung, Sicherheit und Alltagstransfer werden vorab begründet und an beobachtbaren Kriterien im Verlauf kontrolliert
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 129–132, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / PSYBV/Biographiearbeit.docx, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / PSYBV/Demenz Gerald Hüther (1).docx, 21.07.2026

Salutogenese und Kohärenzgefühl
Fragen und Antworten
Charakterisieren Sie „Wort und Perspektive“ (2 Punkte)
  • Salutogenese verbindet lateinisch salus, Gesundheit und Wohlergehen, mit griechisch genesis, Entstehung
  • Die Leitfrage lautet nicht nur, wodurch Krankheit entsteht, sondern wodurch Menschen trotz Belastungen relativ gesund bleiben oder Gesundheit wiedergewinnen
Definieren Sie den Begriff „Gesundheitskontinuum“ (4 Punkte)
  • Gesundheit und Krankheit werden nicht als vollständig getrennte Zustände verstanden
  • Menschen bewegen sich auf einem Kontinuum
  • Belastungen sind unvermeidbar
  • Entscheidend sind verfügbare Widerstandsressourcen und die Fähigkeit, Anforderungen sinnvoll zu bearbeiten
Erklären Sie den fachlichen Kern von „Kohärenzgefühl“ (3 Punkte)
  • Das Kohärenzgefühl umfasst Verstehbarkeit, Handhabbarkeit und Bedeutsamkeit
  • Eine Situation wirkt eher bewältigbar, wenn sie geordnet erklärt werden kann, Ressourcen zugänglich erscheinen und ein persönlicher Sinn besteht
  • Diese Dimensionen sind keine Bewertung der Persönlichkeit, sondern therapeutische Ansatzpunkte
Beschreiben Sie die Anwendung von „Salutogenese und Kohärenzgefühl“ (3 Punkte)
  • Ergotherapie erhöht Verstehbarkeit durch transparente Abläufe, Handhabbarkeit durch passende Anforderungen und Hilfen sowie Bedeutsamkeit durch klientenzentrierte Betätigungen
  • Überforderung und Unterforderung werden vermieden
  • Vorhandene Ressourcen werden sichtbar gemacht
Nennen Sie Qualitätskriterien für „Salutogenese und Kohärenzgefühl“ (2 Punkte)
  • Die fachliche Prüfung verbindet Menschenbild, Beziehung, Betätigung und Lebenskontext
  • Leitend bleibt die Frage „Wie stärkt die konkrete Intervention Verstehbarkeit, Handhabbarkeit oder Bedeutsamkeit, statt nur Defizite zu benennen?“ Die Begründung muss Teilhabe, Machtverhältnisse, professionelle Grenzen und einen beobachtbaren Verlauf transparent machen
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 129–132, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / PSYBV/Aaron Antonovsky Kohärenzgefühl.pdf, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / PSYBV/4. Befundung.pdf, 21.07.2026

GDS, Geldzähltest und FIM
Fragen und Antworten
Charakterisieren Sie „Geriatric Depression Scale“ (4 Punkte)
  • Die GDS ist ein Screening für depressive Symptome bei älteren Menschen
  • Antworten werden nach vorgegebenem Verfahren ausgewertet
  • Kognitive Beeinträchtigung, akute Krise und kommunikative Voraussetzungen beeinflussen die Aussage
  • Ein auffälliger Wert führt zu weiterer fachlicher Abklärung
Erklären Sie den fachlichen Kern von „Geldzähltest“ (3 Punkte)
  • Der Geldzähltest verbindet alltagsnahe kognitive Anforderungen mit Nahsehen und feinmotorischem Umgang mit Münzen
  • Beobachtet werden Verständnis, Strategie, Fehlerkontrolle und benötigte Hilfen
  • Geldkompetenz im realen Alltag umfasst zusätzlich Betrugsrisiko, Planung und komplexere Entscheidungen
Charakterisieren Sie „Functional Independence Measure“ (3 Punkte)
  • Der FIM beschreibt Unterstützungsbedarf in motorischen und kognitiven Alltagsbereichen
  • Entscheidend ist nicht nur, ob eine Handlung irgendwie gelingt, sondern welche personelle Hilfe erforderlich ist
  • Anwendung und Auswertung erfolgen nach den Vorgaben des Instruments
Definieren Sie den Begriff „Zusammenführen“ (2 Punkte)
  • Die Verfahren beantworten unterschiedliche Fragen: depressive Belastung, konkrete Geldhandhabung und funktionelle Selbstständigkeit
  • Ergebnisse werden nicht zu einem unspezifischen Gesamtwert vermischt, sondern in Betätigungsziele und Unterstützungsplanung übersetzt
Beurteilen Sie die Befundqualität bei „GDS, Geldzähltest und FIM“ (3 Punkte)
  • Die Befundqualität wird an der Leitfrage „Welche einzelne Frage beantwortet das Instrument, welche Alltagssituation muss zusätzlich direkt beobachtet werden und welche Hilfe ist tatsächlich erforderlich?“ geprüft
  • Beobachtung, Selbst- und Fremdbericht, Interpretation, Ziel und fachliche Folgerung werden getrennt dokumentiert
  • Störfaktoren und Grenzen der Aussage bleiben ausdrücklich sichtbar
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 129–132, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / PSYBV/Geriatric Depression Scale GDS.pdf, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / PSYBV/Geldzähltest nach Nikolaus.pdf, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / PSYBV/Testung ADL fim.pdf, 21.07.2026

Gruppeninterventionen planen und leiten
Fragen und Antworten
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Planungsbausteine“ (2 Punkte)
  • Eine Gruppenintervention nennt Zielgruppe, Gruppenziel, individuelle Ziele, Dauer, Raum, Material, Ablauf, Rollen und Alternativen
  • Aufgaben wie Wochenplanung, Freizeitreflexion oder Selbsteinschätzung werden nicht nur ausgefüllt, sondern gemeinsam ausgewertet und in konkrete Schritte übersetzt
Charakterisieren Sie „Einstieg und Abschluss“ (4 Punkte)
  • Ein klarer Einstieg schafft Orientierung und aktiviert Vorwissen
  • Der Hauptteil enthält Erprobung und Austausch
  • Im Abschluss werden Erkenntnisse, Transfer und Rückmeldung gesichert
  • Ein abruptes Ende nach emotionaler Aktivierung wird vermieden
Definieren Sie den Begriff „Leitung“ (4 Punkte)
  • Die Leitung hält Zeit und Regeln, beobachtet Beteiligung und passt Anforderungen an
  • Stille Teilnehmende werden eingeladen, nicht bloßgestellt
  • Dominantes Verhalten wird begrenzt, ohne die Person abzuwerten
  • Konflikte werden auf Gruppen- und Aufgabenebene bearbeitet
Beschreiben Sie die Evaluation von „Gruppeninterventionen planen und leiten“ (3 Punkte)
  • Neben dem Produkt werden Teilnahme, Selbstwahrnehmung, Kooperation, Belastung und Transfer erfasst
  • Eine Gruppe kann ihr gemeinsames Ziel erreichen, obwohl einzelne Mitglieder über- oder unterfordert waren
  • Individuelle Wirkung wird deshalb zusätzlich geprüft
Beurteilen Sie die Interventionsqualität bei „Gruppeninterventionen planen und leiten“ (2 Punkte)
  • Die Interventionsqualität wird an der Leitfrage „Sind Ziel, Ablauf, Varianten und Transfer so konkret, dass eine andere Therapeutin die Gruppe fachlich nachvollziehen könnte?“ geprüft
  • Ziel, Wirkprinzip, Sozialform, Medium, Dosierung, Sicherheit und Alltagstransfer werden vorab begründet und an beobachtbaren Kriterien im Verlauf kontrolliert
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 129–132, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / PSYBV/Gruppenintervention Ideen.docx, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / PSYBV/Ergotherapeutische Interventionen.pdf, 21.07.2026

Kommunikation: Grundlagen und Einflussfaktoren
Fragen und Antworten
Definieren Sie den Begriff „Grundverständnis“ (3 Punkte)
  • Kommunikation überträgt nicht nur Informationen
  • Sie gestaltet Beziehung, Selbstbild, Erwartungen und gemeinsames Handeln
  • Verbale Inhalte, Stimme, Sprechtempo, Körperhaltung, Blick, Abstand, Schweigen und situativer Kontext wirken zusammen
Analysieren Sie den Zusammenhang bei „Einflussfaktoren“ bei „Kommunikation“ (2 Punkte)
  • Beziehung, Gesprächsziel, Selbstwert, kultureller Hintergrund, Sprache, Alter, Umweltreize und aktuelle Emotionen verändern, wie eine Botschaft gesendet und verstanden wird
  • Missverständnisse sind nicht automatisch Unwillen, sondern können aus unterschiedlichen Deutungsrahmen entstehen
Charakterisieren Sie „Psychosoziale Besonderheiten“ (3 Punkte)
  • Angst, Depression, Psychose, Demenz, Autismus, Sucht oder Traumafolgen können Aufmerksamkeit, Vertrauen, Interpretation und Ausdruck beeinflussen
  • Kommunikation wird angepasst, ohne die Person zu infantilisieren
  • Kurze Sätze, Pausen, Zusammenfassungen oder visuelle Unterstützung können hilfreich sein
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Beobachtung statt Zuschreibung“ bei „Kommunikation“ (3 Punkte)
  • Therapeutische Kommunikation trennt Beobachtung und Interpretation
  • Statt „unmotiviert“ wird beschrieben, dass eine Person nach mehreren Aufforderungen nicht beginnt, Blickkontakt vermeidet und Überforderung äußert
  • Diese Beschreibung eröffnet überprüfbare Hypothesen
Nennen Sie Qualitätskriterien für „Kommunikation: Grundlagen und Einflussfaktoren“ (2 Punkte)
  • Die fachliche Prüfung verbindet Menschenbild, Beziehung, Betätigung und Lebenskontext
  • Leitend bleibt die Frage „Was wurde tatsächlich gesagt oder beobachtet, welche Deutung ist nur eine Hypothese, und wie kann ich mein Verständnis mit der Person überprüfen?“ Die Begründung muss Teilhabe, Machtverhältnisse, professionelle Grenzen und einen beobachtbaren Verlauf transparent machen
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 129–132, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / PSYBV/3. Kommunikation und Gesprächsführung 02.2025.pdf, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / PSYBV/Die Bedeutung von Kommunikation Artikel.pdf, 21.07.2026

Befundung bei Kindern und Jugendlichen
Fragen und Antworten
Beschreiben Sie „Entwicklungsbezug“ bei „Befundung bei Kindern und Jugendlichen“ (3 Punkte)
  • Verhalten wird am Entwicklungsstand und an den Anforderungen von Familie, Schule und Freizeit gemessen
  • Eine Fähigkeit kann in einem Einzelsetting vorhanden sein, aber in der Klasse unter Reizdichte und sozialem Druck versagen
  • Alter allein erklärt den Entwicklungsstand nicht
Charakterisieren Sie „Mehrere Perspektiven“ bei „Befundung bei Kindern und Jugendlichen“ (4 Punkte)
  • Kind oder Jugendlicher, Eltern, Schule und Behandlungsteam können die Situation unterschiedlich erleben
  • Diese Unterschiede sind Befunddaten
  • Loyalitätskonflikte werden vermieden
  • Informationen werden nur im vereinbarten und rechtlich zulässigen Rahmen geteilt
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Beobachtungsfragen“ (3 Punkte)
  • Beobachtet werden Initiierung, Impulskontrolle, Frustration, Regelverständnis, soziale Gegenseitigkeit, Selbstversorgung, Körperbild, Essverhalten, Organisation und Interessen
  • Bei Essstörungen gelten medizinische Sicherheitsvorgaben
  • Bei aggressivem Verhalten werden Auslöser, Funktion und Konsequenzen analysiert
Definieren Sie den Begriff „Ressourcen“ (3 Punkte)
  • Spiel, Interessen, Humor, Bindung, Kreativität und vorhandene Routinen sind keine Nebensache
  • Sie werden genutzt, um tragfähige Ziele und Lernbedingungen zu entwickeln
  • Maßnahmen werden mit Bezugspersonen abgestimmt, ohne das Kind zum Objekt erwachsener Planung zu machen
Beurteilen Sie die Befundqualität bei „Befundung bei Kindern und Jugendlichen“ (3 Punkte)
  • Die Befundqualität wird an der Leitfrage „Sind Entwicklungsstand, mehrere Lebenskontexte und die eigene Perspektive des Kindes oder Jugendlichen ausreichend berücksichtigt?“ geprüft
  • Beobachtung, Selbst- und Fremdbericht, Interpretation, Ziel und fachliche Folgerung werden getrennt dokumentiert
  • Störfaktoren und Grenzen der Aussage bleiben ausdrücklich sichtbar
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 129–132, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / PSYBV/Fallbeispiel Kinder- und Jugendpsychiatrie.docx, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / PSYBV/PsyBv Max Handout.docx, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / PSYBV/PsyBV Behandlung Krankheitsbild Paula Otto.docx, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / PSYBV/5. Krankheitsbilder Allgemein KiJu.pdf, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / PSYBV/Schwerpunkte in den verschiedenen Fachbereichen.pdf, 21.07.2026

Kompetenzzentrierte und alltagszentrierte Methoden
Fragen und Antworten
Definieren Sie den Begriff „Kompetenzzentrierung“ (3 Punkte)
  • Kompetenzzentrierte Methoden bauen konkrete Fertigkeiten auf und vermitteln Erfolg durch bewältigbare Anforderungen
  • Das Ziel bleibt alltagsrelevant
  • Ein isoliertes Werkstück ist nur sinnvoll, wenn die geübten Fähigkeiten auf benötigte Betätigungen übertragbar sind
Charakterisieren Sie „Lebenspraktische Bereiche“ (3 Punkte)
  • Mögliche Schwerpunkte sind Selbstversorgung, Kochen, Einkauf, Geldhandhabung, Terminorganisation, Verkehr, Medien, Haushalt, Arbeit und Freizeit
  • Anforderungen werden realistisch analysiert
  • Sicherheit und Unterstützungsbedarf werden berücksichtigt
Definieren Sie den Begriff „Tagesstruktur“ (3 Punkte)
  • Wochenpläne unterstützen Initiierung und Balance, wenn sie gemeinsam entwickelt, konkret und überprüfbar sind
  • Ein voller Plan ist nicht automatisch gesund
  • Erholung, Schlaf, Verpflichtungen, soziale Kontakte und bedeutsame Aktivität werden ausgewogen berücksichtigt
Charakterisieren Sie „Hilfen und Generalisierung“ (2 Punkte)
  • Checklisten, Erinnerungssysteme, visuelle Markierung, vereinfachte Reihenfolge und Angehörigenunterstützung können Selbstständigkeit erhöhen
  • Hilfen werden im tatsächlichen Umfeld erprobt und angepasst, nicht nur im Therapieraum erklärt
Beurteilen Sie die Interventionsqualität bei „Kompetenzzentrierte und alltagszentrierte Methoden“ (2 Punkte)
  • Die Interventionsqualität wird an der Leitfrage „Welche reale Alltagshandlung wird selbstständiger, sicherer oder zufriedenstellender, und wie viel Unterstützung bleibt notwendig?“ geprüft
  • Ziel, Wirkprinzip, Sozialform, Medium, Dosierung, Sicherheit und Alltagstransfer werden vorab begründet und an beobachtbaren Kriterien im Verlauf kontrolliert
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 129–132, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / PSYBV/Betätigungszentrierung im Berufsalltag greifbar machen.pdf, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / PSYBV/Gruppenintervention Ideen.docx, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / PSYBV/Testung ADL fim.pdf, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / PSYBV/Geldzähltest nach Nikolaus.pdf, 21.07.2026

Watzlawick: Axiome und Interaktionsmuster
Fragen und Antworten
Charakterisieren Sie „Nicht-Kommunizieren ist nicht möglich“ (3 Punkte)
  • Auch Schweigen, Abwenden oder Nichterscheinen werden in Beziehungen gedeutet
  • Das bedeutet nicht, dass jede Deutung richtig ist
  • Therapeutisch wird vermieden, nonverbales Verhalten vorschnell als eindeutige Botschaft zu behandeln
Analysieren Sie den Zusammenhang bei „Inhalt und Beziehung“ (3 Punkte)
  • Botschaften enthalten Sachinformation und Hinweise darauf, wie die Beziehung verstanden wird
  • Eine neutrale Anweisung kann als Kontrolle, Hilfe oder Abwertung erlebt werden
  • Tonfall, Situation und bisherige Beziehung beeinflussen den Beziehungsaspekt
Charakterisieren Sie „Interpunktion und Kreisläufe“ (3 Punkte)
  • Gesprächspartner setzen unterschiedliche Anfangspunkte in einem Konflikt: „Ich ziehe mich zurück, weil du drängst“ und „Ich dränge, weil du dich zurückziehst“
  • Die Suche nach einem einzigen Schuldigen verstärkt Kreisläufe
  • Metakommunikation macht das Muster besprechbar
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Kommunikationsformen“ (3 Punkte)
  • Digitale Kommunikation meint sprachlich eindeutiger kodierte Zeichen, analoge Kommunikation eher nonverbale und bildhafte Anteile
  • Beziehungen können symmetrisch oder komplementär organisiert sein
  • Therapeutische Rollen sind funktional asymmetrisch, dürfen aber nicht entwürdigend werden
Nennen Sie Qualitätskriterien für „Watzlawick: Axiome und Interaktionsmuster“ (2 Punkte)
  • Die fachliche Prüfung verbindet Menschenbild, Beziehung, Betätigung und Lebenskontext
  • Leitend bleibt die Frage „Kann ich das beobachtete Interaktionsmuster beschreiben, ohne eine Person zum alleinigen Problemträger zu machen?“ Die Begründung muss Teilhabe, Machtverhältnisse, professionelle Grenzen und einen beobachtbaren Verlauf transparent machen
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 129–132, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / PSYBV/3. Kommunikation und Gesprächsführung 02.2025.pdf, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / PSYBV/Kommunikationsmodelle Texte.pdf, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / PSYBV/Kommunikationsmodelle und gewaltfreie Kommunikation n Rosenberg.pdf, 21.07.2026

Professionelle Haltung, Altersbilder und Beobachtungsverzerrungen
Fragen und Antworten
Charakterisieren Sie „Eigene Einstellungen prüfen“ (2 Punkte)
  • Einstellungen gegenüber alten, psychisch kranken, suchtkranken oder forensischen Menschen beeinflussen Erwartungen und Interaktion
  • Ein Fragebogen zur Selbstreflexion kann stereotype Annahmen sichtbar machen, ist aber keine Prüfung moralischer Qualität
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Typische Verzerrungen“ (4 Punkte)
  • Bestätigungsfehler führen dazu, dass erwartete Defizite leichter gesehen werden
  • Ein einzelnes auffälliges Verhalten kann den Gesamteindruck dominieren
  • Geringes Tempo wird vorschnell mit fehlendem Verständnis verwechselt
  • Rückzug mit fehlender Motivation
Charakterisieren Sie „Doppelte Perspektive“ (3 Punkte)
  • Professionelle Befundung verbindet Empathie mit überprüfbarer Beobachtung
  • Ressourcen werden nicht romantisiert, Defizite nicht verharmlost
  • Bei Demenz wird vorhandene Lern- und Beziehungsmöglichkeit genutzt, ohne den progredienten Verlauf zu leugnen
Charakterisieren Sie „Reflexion im Team“ (2 Punkte)
  • Unsicherheit, Ärger, Überfürsorglichkeit oder Hilflosigkeit gehören zur Gegenübertragung und können Entscheidungen beeinflussen
  • Sie werden im Team oder in Supervision reflektiert und nicht ungeprüft als Eigenschaft der Klientin oder des Klienten dokumentiert
Beurteilen Sie die Befundqualität bei „Professionelle Haltung, Altersbilder und Beobachtungsverzerrungen“ (3 Punkte)
  • Die Befundqualität wird an der Leitfrage „Welche meiner Erwartungen könnte die Beobachtung verzerren, und welche Daten würden meiner ersten Hypothese widersprechen?“ geprüft
  • Beobachtung, Selbst- und Fremdbericht, Interpretation, Ziel und fachliche Folgerung werden getrennt dokumentiert
  • Störfaktoren und Grenzen der Aussage bleiben ausdrücklich sichtbar
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 129–132, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / PSYBV/Test Einstellung gegenüber alten Menschen_250114-092750-ef6.pdf, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / PSYBV/Aufgabe.docx, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / PSYBV/Demenz Gerald Hüther (1).docx, 21.07.2026

Betätigungszentrierte Interventionsplanung und Alltagstransfer
Fragen und Antworten
Charakterisieren Sie „Vom Anliegen zur Intervention“ (3 Punkte)
  • Aus einem priorisierten Betätigungsproblem wird eine konkrete Ausführungssituation ausgewählt
  • Die Analyse zeigt, ob Personfaktoren, Aufgabenanforderungen oder Umweltbarrieren vorrangig verändert werden müssen
  • Interventionen kombinieren häufig Training, Strategie und Anpassung
Charakterisieren Sie „Bedeutsame Wiederholung“ (3 Punkte)
  • Wiederholung ist wirksam, wenn Aufgabe und Ziel verständlich sind und die Person relevante Rückmeldung erhält
  • Variationen fördern Generalisierung
  • Reine Serien ohne Alltagseinbettung können eine Testleistung verbessern, ohne die Betätigung zu verändern
Charakterisieren Sie „Umwelt und soziale Unterstützung“ (2 Punkte)
  • Möbel, Licht, Lärm, Materialordnung, Zeitdruck, Regeln und Verhalten anderer Personen beeinflussen die Performanz
  • Angehörige erhalten nur die Unterstützungsempfehlungen, denen die Person zustimmt und die Selbstständigkeit fördern statt ersetzen
Charakterisieren Sie „Verlaufskontrolle“ bei „Betätigungszentrierte Interventionsplanung und Alltagstransfer“ (2 Punkte)
  • Direkte Beobachtung, subjektive Bewertung und vereinbarte Kriterien werden erneut erhoben
  • Wenn keine Veränderung eintritt, wird nicht nur die „Motivation“ hinterfragt, sondern auch Zielpassung, Dosierung, Barrieren und Methode
Beurteilen Sie die Interventionsqualität bei „Betätigungszentrierte Interventionsplanung und Alltagstransfer“ (2 Punkte)
  • Die Interventionsqualität wird an der Leitfrage „Ist der Alltagstransfer bereits im Plan enthalten, oder wird nur gehofft, dass eine Therapieraumleistung sich später von selbst überträgt?“ geprüft
  • Ziel, Wirkprinzip, Sozialform, Medium, Dosierung, Sicherheit und Alltagstransfer werden vorab begründet und an beobachtbaren Kriterien im Verlauf kontrolliert
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 129–132, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / PSYBV/Betätigungsorientierte Ergotherapie in der Psychiatrie.pdf, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / PSYBV/Betätigungszentrierung im Berufsalltag greifbar machen.pdf, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / PSYBV/COPM.pdf, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / PSYBV/Betätigung Beispiel.pdf, 21.07.2026

Vier-Seiten-Modell, Eisberg, Johari-Fenster und Transaktionsanalyse
Fragen und Antworten
Erklären Sie den fachlichen Kern von „Vier Seiten einer Nachricht“ (3 Punkte)
  • Das Modell von Schulz von Thun unterscheidet Sachinhalt, Selbstoffenbarung, Beziehungshinweis und Appell
  • Sender und Empfänger können verschiedene Seiten gewichten
  • Das Modell hilft, Missverständnisse zu prüfen, darf aber nicht als Gedankenlesen verwendet werden
Charakterisieren Sie „Sichtbar und verborgen“ (3 Punkte)
  • Eisbergmodelle veranschaulichen, dass nur ein Teil von Motiven, Gefühlen und Beziehungserfahrungen unmittelbar sichtbar ist
  • Der verborgene Anteil bleibt eine Hypothese
  • Therapeutinnen fragen nach und respektieren, dass nicht alles offengelegt werden muss
Definieren Sie den Begriff „Johari-Fenster“ (3 Punkte)
  • Das Johari-Fenster ordnet Selbst- und Fremdwissen in öffentliche, blinde, verborgene und unbekannte Bereiche
  • Konstruktives Feedback kann blinde Flecken verkleinern
  • Selbstoffenbarung braucht Vertrauen und Freiwilligkeit
Definieren Sie den Begriff „Transaktionsanalyse“ (3 Punkte)
  • Die Transaktionsanalyse beschreibt Eltern-, Erwachsenen- und Kind-Ich als funktionale Kommunikationsmuster
  • Für die Praxis ist hilfreich, ob eine Botschaft fürsorglich, kontrollierend, sachlich, angepasst oder spontan wirkt
  • Menschen werden nicht dauerhaft auf einen Zustand festgelegt
Nennen Sie Qualitätskriterien für „Vier-Seiten-Modell, Eisberg, Johari-Fenster und Transaktionsanalyse“ (2 Punkte)
  • Die fachliche Prüfung verbindet Menschenbild, Beziehung, Betätigung und Lebenskontext
  • Leitend bleibt die Frage „Welches Modell erklärt einen Aspekt des Gesprächs, und wo beginnt die Gefahr, die Person durch das Modell zu vereinfachen?“ Die Begründung muss Teilhabe, Machtverhältnisse, professionelle Grenzen und einen beobachtbaren Verlauf transparent machen
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 129–132, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / PSYBV/3. Kommunikation und Gesprächsführung 02.2025.pdf, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / PSYBV/Kommunikationsmodelle Aufgabe.pdf, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / PSYBV/Kommunikationsmodelle Texte.pdf, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / PSYBV/Kommunikationsmodelle und gewaltfreie Kommunikation n Rosenberg.pdf, 21.07.2026

Befundbewertung, Zielformulierung und Dokumentation
Fragen und Antworten
Definieren Sie den Begriff „Gewichtung“ (3 Punkte)
  • Nicht jeder auffällige Befund wird zum Therapieziel
  • Gewichtet werden Bedeutung für die Person, Sicherheitsrisiko, Veränderbarkeit, Auswirkungen auf andere Betätigungen und vorhandene Ressourcen
  • Diagnosen, Beobachtungen und Selbstbericht werden zusammengeführt
Nennen Sie zentrale Aspekte von „Ziele formulieren“ bei „Befundbewertung, Zielformulierung und Dokumentation“ (3 Punkte)
  • SMART betont Spezifität, Messbarkeit, Erreichbarkeit, Relevanz und Terminierung
  • COAST ergänzt Klient, Betätigung, Hilfestellung, Bedingungen und Zeitraum
  • Gute Ziele beschreiben ein beobachtbares Handeln in einem Kontext, nicht nur „Verbesserung von Motivation“
Definieren Sie den Begriff „Behandlungsplan“ (3 Punkte)
  • Der Plan nennt Ziel, Methode, Sozialform, Medium, Dosierung, benötigte Hilfen, Risiken und Evaluationskriterien
  • Alternativen werden vorbereitet, wenn Belastbarkeit schwankt
  • Die Person kennt den Plan und kann Prioritäten mitbestimmen
Beschreiben Sie die Dokumentation bei „Befundbewertung, Zielformulierung und Dokumentation“ (3 Punkte)
  • Dokumentiert werden Ausgangslage, Intervention, Reaktion, Hilfen, Ergebnis und nächste Entscheidung
  • Fachsprache bleibt verständlich und wertfrei
  • Datenschutz, Zugriffsrechte und Aufbewahrung richten sich nach geltenden Vorgaben
Beurteilen Sie die Befundqualität bei „Befundbewertung, Zielformulierung und Dokumentation“ (3 Punkte)
  • Die Befundqualität wird an der Leitfrage „Kann eine andere Fachperson aus meiner Dokumentation nachvollziehen, warum die Intervention gewählt wurde, was geschah und welche Entscheidung daraus folgt?“ geprüft
  • Beobachtung, Selbst- und Fremdbericht, Interpretation, Ziel und fachliche Folgerung werden getrennt dokumentiert
  • Störfaktoren und Grenzen der Aussage bleiben ausdrücklich sichtbar
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 129–132, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / PSYBV/4. Befundung.pdf, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / PSYBV/Befundung Diagnostik Behandlung.pdf, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / PSYBV/Befund Beispiel.pdf, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / PSYBV/Fallbeispiele Behandlung.docx, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / PSYBV/Fragen.pdf, 21.07.2026

DBT-Skills und handlungsorientierte Emotionsregulation
Fragen und Antworten
Erklären Sie Funktion und fachlichen Zweck von „Skills funktional auswählen“ (4 Punkte)
  • Ein Skill wird nach Anspannungsniveau, Ziel und individueller Wirkung gewählt
  • Hochintensive sensorische Reize können kurzfristig unterbrechen
  • Beruhigende oder alltagsnahe Fertigkeiten unterstützen anschließende Regulation
  • Ein einzelner Gegenstand ersetzt keine Skillskette und keinen Krisenplan
Definieren Sie den Begriff „Handlungsorientierung“ (2 Punkte)
  • Ergotherapeutische Aufgaben ermöglichen, Warnzeichen wahrzunehmen, Material vorzubereiten, Reihenfolgen einzuhalten und eine passende Strategie selbstständig auszuwählen
  • Die Person übt nicht nur im ruhigen Zustand, sondern plant die Anwendung in typischen Alltagssituationen
Charakterisieren Sie „Sucht und Rückfall“ (3 Punkte)
  • Bei Suchterkrankungen werden Craving, Auslöser, Verfügbarkeit und Rückfallketten berücksichtigt
  • Akzeptanz eines Rückfalls bedeutet nicht Billigung, sondern schnelle Rückkehr zu Sicherheit und Behandlung
  • Abstinenzvereinbarungen werden realistisch und teamübergreifend abgestimmt
Begründen Sie die fachlichen Anforderungen bei „Sicherheit bei DBT-Skills und handlungsorientierte Emotionsregulation“ (3 Punkte)
  • Starke Gerüche, Kälte, scharfe Stoffe oder andere intensive Reize können gesundheitlich riskant sein und dürfen nicht unkritisch übernommen werden
  • Selbstverletzungsnahe Skills werden vermieden
  • Auswahl erfolgt nach Einrichtungskonzept und medizinischer Sicherheit
Beurteilen Sie die Interventionsqualität bei „DBT-Skills und handlungsorientierte Emotionsregulation“ (2 Punkte)
  • Die Interventionsqualität wird an der Leitfrage „Welche Funktion soll der Skill erfüllen, ist er gesundheitlich sicher, und kann die Person ihn in einer abgestuften Kette selbstständig einsetzen?“ geprüft
  • Ziel, Wirkprinzip, Sozialform, Medium, Dosierung, Sicherheit und Alltagstransfer werden vorab begründet und an beobachtbaren Kriterien im Verlauf kontrolliert
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 129–132, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / PSYBV/Aufgaben ET DBT.docx, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / PSYBV/Therapie DBT Beispiele.pdf, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / PSYBV/DVE Artikel DBT.pdf, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / PSYBV/6. Psychosomatik Sucht Forensik.pdf, 21.07.2026

Aktives Zuhören und therapeutische Gesprächsstruktur
Fragen und Antworten
Charakterisieren Sie „Zuhören als Intervention“ (3 Punkte)
  • Aktives Zuhören bedeutet, Aufmerksamkeit zu geben, nicht vorschnell zu lösen und das Verstandene rückzumelden
  • Paraphrasieren fasst Inhalt in eigenen Worten zusammen
  • Das Verbalisieren emotionaler Erlebnisinhalte bietet eine vorsichtige Benennung von Gefühlen an
Charakterisieren Sie „Fragen und Pausen“ (3 Punkte)
  • Offene Fragen fördern Erzählung, geschlossene Fragen klären konkrete Angaben
  • Mehrfachfragen und suggestive Formulierungen erschweren Antworten
  • Pausen werden ausgehalten, besonders wenn Denken, Sprache oder emotionale Regulation verlangsamt sind
Charakterisieren Sie „Führen durch Struktur“ (3 Punkte)
  • Ein Gespräch kann durch Zielklärung, Themenbündelung, Zwischenzusammenfassungen und transparente Zeitrahmen strukturiert werden
  • Struktur ist nicht Kontrolle, sondern Orientierung
  • Bei Abschweifung wird respektvoll zum Anliegen zurückgeführt
Beurteilen Sie die Grenzen bei „Aktives Zuhören und therapeutische Gesprächsstruktur“ (3 Punkte)
  • Zuhören ersetzt keine Krisenabklärung
  • Hinweise auf akute Selbst- oder Fremdgefährdung, schwere Desorientierung oder medizinische Notfälle werden direkt und nach festgelegtem Verfahren geklärt
  • Vertraulichkeit wird mit ihren Grenzen erklärt
Nennen Sie Qualitätskriterien für „Aktives Zuhören und therapeutische Gesprächsstruktur“ (2 Punkte)
  • Die fachliche Prüfung verbindet Menschenbild, Beziehung, Betätigung und Lebenskontext
  • Leitend bleibt die Frage „Habe ich der Person Raum gegeben, das Verstandene überprüft und zugleich den therapeutischen Auftrag, die Zeit und notwendige Sicherheitsfragen klar gehalten?“ Die Begründung muss Teilhabe, Machtverhältnisse, professionelle Grenzen und einen beobachtbaren Verlauf transparent machen
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 129–132, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / PSYBV/Schritte aktives Zuhören.pdf, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / PSYBV/3. Kommunikation und Gesprächsführung 02.2025.pdf, 21.07.2026

Kognitive Verfahren, Modelllernen und IntraActPlus
Fragen und Antworten
Charakterisieren Sie „Kognitive und verhaltensbezogene Arbeit“ (3 Punkte)
  • Gedanken werden mit konkreten Situationen und Handlungen verknüpft
  • Eine Person prüft beispielsweise die Annahme „Ich schaffe nichts“, indem eine passende Aufgabe geplant, ausgeführt und ausgewertet wird
  • Das Ergebnis wird differenziert statt als Erfolg oder Versagen absolut bewertet
Erläutern Sie die Kernaussagen von „Modelllernen bei Kognitive Verfahren, Modelllernen und IntraActPlus“ (3 Punkte)
  • Therapeutinnen demonstrieren Strategie, Selbstinstruktion und Fehlerkorrektur
  • Danach erhält die Person Gelegenheit zu eigenem Tun
  • Rückmeldung beschreibt wirksames Verhalten konkret und fördert Selbstbeobachtung
Definieren Sie den Begriff „IntraActPlus“ (2 Punkte)
  • Das IntraActPlus-Konzept betrachtet schnelle, teils unbewusste Interaktionsmuster und die Bedeutung von Beziehung für Lernen
  • In Kinder- und Jugendsettings werden klare Signale, positive gemeinsame Aufmerksamkeit und konsequente, nicht abwertende Rückmeldung genutzt
Beurteilen Sie die Grenzen bei „Kognitive Verfahren, Modelllernen und IntraActPlus“ (3 Punkte)
  • Eltern- oder videobasierte Arbeit erfordert Einwilligung, Datenschutz und qualifizierte Anwendung
  • Das Konzept ersetzt keine umfassende Diagnostik
  • Widerstand wird nicht nur als Fehlverhalten interpretiert, sondern auf Überforderung, Beziehung und Funktion geprüft
Beurteilen Sie die Interventionsqualität bei „Kognitive Verfahren, Modelllernen und IntraActPlus“ (2 Punkte)
  • Die Interventionsqualität wird an der Leitfrage „Welche Lernerfahrung wird ermöglicht, wie wird hilfreiches Verhalten verstärkt und welche Beziehungsmuster beeinflussen die Aufgabe?“ geprüft
  • Ziel, Wirkprinzip, Sozialform, Medium, Dosierung, Sicherheit und Alltagstransfer werden vorab begründet und an beobachtbaren Kriterien im Verlauf kontrolliert
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 129–132, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / PSYBV/Kognitive Verhaltenstherapie und Lernen am Modell.docx, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / PSYBV/IntraActKonzept.docx, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / PSYBV/Fallbeispiel Kinder- und Jugendpsychiatrie.docx, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / PSYBV/PsyBv Max Handout.docx, 21.07.2026

Gewaltfreie Kommunikation nach Rosenberg
Fragen und Antworten
Beschreiben Sie Ablauf und fachliche Bedeutung von „Vier Schritte“ (5 Punkte)
  • Gewaltfreie Kommunikation unterscheidet Beobachtung, Gefühl, Bedürfnis und Bitte
  • Beobachtung beschreibt eine konkrete Situation ohne Bewertung
  • Gefühle werden als eigenes Erleben benannt
  • Bedürfnisse erklären, was wichtig ist
  • Eine Bitte ist konkret und lässt eine Antwort zu
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Beobachtung und Urteil“ (2 Punkte)
  • „Sie sind unzuverlässig“ ist eine Bewertung. „Sie kamen zu den letzten beiden Terminen jeweils zwanzig Minuten später“ ist beobachtbarer
  • Die Trennung senkt das Risiko, dass das Gegenüber sich gegen eine Zuschreibung verteidigen muss
Charakterisieren Sie „Bitte statt Forderung“ (4 Punkte)
  • Eine Bitte nennt ein ausführbares Verhalten, einen Kontext und gegebenenfalls einen Zeitpunkt
  • Wird ein Nein bestraft, war die Bitte faktisch eine Forderung
  • In institutionellen Situationen bestehen dennoch Grenzen und Pflichten
  • Diese werden offen benannt statt sprachlich als freiwillig getarnt
Leiten Sie aus „Therapeutische Verwendung“ Konsequenzen für die ergotherapeutische Praxis ab (3 Punkte)
  • Die Methode unterstützt Selbstklärung, Konfliktbearbeitung und Gruppenregeln
  • Sie darf nicht dazu dienen, berechtigten Ärger zu glätten oder Machtunterschiede zu verdecken
  • Bei Gewalt, Diskriminierung oder Gefährdung braucht es zusätzlich klare Grenzen und Schutz
Nennen Sie Qualitätskriterien für „Gewaltfreie Kommunikation nach Rosenberg“ (2 Punkte)
  • Die fachliche Prüfung verbindet Menschenbild, Beziehung, Betätigung und Lebenskontext
  • Leitend bleibt die Frage „Sind Beobachtung, Gefühl, Bedürfnis und Bitte sprachlich getrennt, und bleibt die tatsächliche Entscheidungsfreiheit ehrlich erkennbar?“ Die Begründung muss Teilhabe, Machtverhältnisse, professionelle Grenzen und einen beobachtbaren Verlauf transparent machen
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 129–132, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / PSYBV/Gewaltfreie Kommunikation Text.pdf, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / PSYBV/Gewaltfreie Kommunikation.pdf, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / PSYBV/Kommunikationsmodelle und gewaltfreie Kommunikation n Rosenberg.pdf, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / PSYBV/3. Kommunikation und Gesprächsführung 02.2025.pdf, 21.07.2026

Depression: Aktivierung und angrenzende biologische Verfahren
Fragen und Antworten
Leiten Sie aus „Ergotherapeutische Aktivierung“ Konsequenzen für die ergotherapeutische Praxis ab (3 Punkte)
  • Bei Depression werden bedeutungsvolle Aktivitäten klein, konkret und erreichbar geplant
  • Aktivität wird nicht als moralische Pflicht eingesetzt
  • Energie, Angst, Grübeln, Tageszeit und bisherige Erfolgserfahrung bestimmen die Dosierung
Charakterisieren Sie „Bewegung und soziale Einbettung“ (3 Punkte)
  • Körperliche Aktivität kann Stimmung, Schlaf und Selbstwirksamkeit unterstützen
  • Art, Intensität und Gruppenform werden an Gesundheit, Vorlieben und Zugang angepasst
  • Ein Spaziergang kann wirksamer sein als ein idealisiertes Sportprogramm, das nicht durchgeführt wird
Charakterisieren Sie „Biologische Verfahren“ (2 Punkte)
  • Lichttherapie, Schlafentzugsbehandlung, Elektrokrampftherapie und transkranielle Magnetstimulation gehören in ärztlich verantwortete Behandlung
  • Ergotherapie kennt Grundprinzipien, mögliche Auswirkungen und den Zusammenhang mit Tagesstruktur, Gedächtnis und Belastbarkeit
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Nachbeobachtung“ (3 Punkte)
  • Nach intensiven Behandlungen können Orientierung, Erinnerung oder Ermüdung verändert sein
  • Anforderungen werden angepasst und Beobachtungen weitergegeben
  • Medizinische Verfahren werden weder stigmatisiert noch als einfache Lösung dargestellt
Beurteilen Sie die Interventionsqualität bei „Depression: Aktivierung und angrenzende biologische Verfahren“ (2 Punkte)
  • Die Interventionsqualität wird an der Leitfrage „Welche Aktivität ist für die Person bedeutsam und realistisch, und welche medizinischen Behandlungen beeinflussen Belastbarkeit, Gedächtnis oder Tagesstruktur?“ geprüft
  • Ziel, Wirkprinzip, Sozialform, Medium, Dosierung, Sicherheit und Alltagstransfer werden vorab begründet und an beobachtbaren Kriterien im Verlauf kontrolliert
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 129–132, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / PSYBV/Angrenzende Verfahren Depression.pdf, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / PSYBV/5. Krankheitsbilder Allgemein KiJu.pdf, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / PSYBV/Aufgabe.docx, 21.07.2026

Humanistische Gesprächshaltung und therapeutische Beziehung
Fragen und Antworten
Charakterisieren Sie „Menschenbild“ (3 Punkte)
  • Humanistische Ansätze betrachten den Menschen als grundsätzlich entwicklungsfähig und auf Sinn, Beziehung und Selbstbestimmung ausgerichtet
  • Störungen werden nicht mit der Person gleichgesetzt
  • Die therapeutische Beziehung soll Entwicklung ermöglichen, nicht Anpassung erzwingen
Charakterisieren Sie „Grundhaltungen“ (3 Punkte)
  • Empathie bedeutet, die Perspektive des Gegenübers möglichst genau zu verstehen
  • Kongruenz bezeichnet Echtheit und nachvollziehbare Übereinstimmung im therapeutischen Auftreten
  • Positive Beachtung respektiert die Person, ohne jedes Verhalten gutzuheißen
Definieren Sie den Begriff „Klientenzentrierung“ (3 Punkte)
  • Klientenzentrierung heißt nicht, ohne Struktur zu arbeiten
  • Therapeutische Fachkompetenz, Risiken und institutionelle Bedingungen werden transparent eingebracht
  • Ziele werden ausgehandelt, Sprache angepasst und Entscheidungen soweit wie möglich gemeinsam getroffen
Analysieren Sie den Zusammenhang bei „Beziehung und Betätigung“ (3 Punkte)
  • In der Ergotherapie zeigt sich Beziehung auch im gemeinsamen Handeln
  • Materialwahl, Hilfestellung, Tempo, Fehlerkorrektur und Nähe vermitteln Erwartungen
  • Eine gute Beziehung macht Lernen und Erprobung möglich, ersetzt aber keine fachliche Ziel- und Verlaufsprüfung
Nennen Sie Qualitätskriterien für „Humanistische Gesprächshaltung und therapeutische Beziehung“ (2 Punkte)
  • Die fachliche Prüfung verbindet Menschenbild, Beziehung, Betätigung und Lebenskontext
  • Leitend bleibt die Frage „Wie zeigt sich Empathie, Echtheit und Respekt konkret in Sprache, Aufgabenwahl, Hilfestellung und Reaktion auf Fehler?“ Die Begründung muss Teilhabe, Machtverhältnisse, professionelle Grenzen und einen beobachtbaren Verlauf transparent machen
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 129–132, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / PSYBV/3. Kommunikation und Gesprächsführung 02.2025.pdf, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / PSYBV/Schritte aktives Zuhören.pdf, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / PSYBV/Die Bedeutung von Kommunikation Artikel.pdf, 21.07.2026

Psychosomatik, Sucht und Forensik: feldspezifische Planung
Fragen und Antworten
Definieren Sie den Begriff „Psychosomatik“ (3 Punkte)
  • Körperliche Beschwerden, Emotion, Stress, Beziehung und Verhalten werden in ihrer Wechselwirkung betrachtet
  • Ergotherapie unterstützt Körperwahrnehmung, Alltag, Gefühlsausdruck und belastbare Routinen
  • Beschwerden werden nicht als „nur psychisch“ abgewertet
Definieren Sie den Begriff „Sucht“ (3 Punkte)
  • Behandlung berücksichtigt Craving, Auslöser, soziale Folgen, Identität, Tagesstruktur und häufige Komorbiditäten
  • Kompetenz-, ausdrucks- und interaktionelle Methoden können kombiniert werden
  • Rückfallrisiken werden konkret im Alltag analysiert
Definieren Sie den Begriff „Forensik“ (3 Punkte)
  • Forensische Ergotherapie arbeitet im Spannungsfeld von Behandlung, Sicherheit und rechtlichen Vorgaben
  • Selbstständigkeit wird schrittweise aufgebaut, Risiken werden transparent berücksichtigt
  • Die Straftat oder Unterbringung definiert nicht die gesamte Person
Beschreiben Sie „Fallplanung“ bei „Psychosomatik, Sucht und Forensik: feldspezifische Planung“ (3 Punkte)
  • Feldspezifische Regeln verändern Sozialform, Materialzugang, Ausgang, Geld, digitale Medien und Angehörigenkontakt
  • Diese Bedingungen werden offen in Ziel und Intervention einbezogen
  • Therapieziele bleiben überprüfbar und dürfen nicht nur institutionelle Anpassung beschreiben
Beurteilen Sie die Interventionsqualität bei „Psychosomatik, Sucht und Forensik: feldspezifische Planung“ (2 Punkte)
  • Die Interventionsqualität wird an der Leitfrage „Welche feldspezifischen Risiken und Regeln gelten, und wie bleibt trotz dieser Grenzen ein persönliches, betätigungsbezogenes Ziel erkennbar?“ geprüft
  • Ziel, Wirkprinzip, Sozialform, Medium, Dosierung, Sicherheit und Alltagstransfer werden vorab begründet und an beobachtbaren Kriterien im Verlauf kontrolliert
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 129–132, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / PSYBV/6. Psychosomatik Sucht Forensik.pdf, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / PSYBV/Fallbeispiel Psychosomatik.docx, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / PSYBV/Fallbeispiel Sucht.docx, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / PSYBV/Fallbeispiel Forensik.docx, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / PSYBV/Besonderheiten ergotherapeutischer Einrichtungen im psychosozialen Bereich Zusammenfassung.pdf, 21.07.2026

Lerntheorie, kognitive Verhaltenstherapie und Lernen am Modell
Fragen und Antworten
Erklären Sie den fachlichen Kern von „Lernen und Verhalten“ (4 Punkte)
  • Verhalten wird durch Auslöser, Konsequenzen, Erwartungen und bisherige Erfahrungen beeinflusst
  • Verstärkung erhöht die Wahrscheinlichkeit eines Verhaltens
  • Bestrafung kann Verhalten unterdrücken, erzeugt aber nicht automatisch eine hilfreiche Alternative
  • Vermeidung wird oft kurzfristig durch Angstreduktion verstärkt
Charakterisieren Sie „Kognitive Verhaltenstherapie“ (3 Punkte)
  • Kognitive Ansätze untersuchen automatische Gedanken, Grundannahmen und Bewertungsmuster
  • Gedanken, Gefühle, Körperreaktionen und Verhalten wirken wechselseitig
  • Ziel ist nicht „positiv denken“, sondern realitätsnähere Bewertung und erweiterte Handlungsmöglichkeiten
Erläutern Sie die Kernaussagen von „Modelllernen bei Lerntheorie, kognitive Verhaltenstherapie und Lernen am Modell“ (4 Punkte)
  • Menschen lernen durch Beobachtung
  • Therapeutinnen demonstrieren nicht nur Bewegungsabläufe, sondern auch Fehlerumgang, Selbstinstruktion, Pausen und soziale Kommunikation
  • Modelle müssen erreichbar wirken
  • Perfekte Vorführung kann bei geringem Selbstvertrauen entmutigen
Leiten Sie aus „Lerntheorie, kognitive Verhaltenstherapie“ Konsequenzen für die ergotherapeutische Praxis ab (2 Punkte)
  • Aufgaben werden in machbare Schritte gegliedert, hilfreiches Verhalten unmittelbar rückgemeldet und Generalisierung geplant
  • Expositionsprinzipien oder komplexe psychotherapeutische Interventionen werden nur innerhalb des abgestimmten Behandlungsplans und der eigenen Qualifikation angewendet
Nennen Sie Qualitätskriterien für „Lerntheorie, kognitive Verhaltenstherapie und Lernen am Modell“ (2 Punkte)
  • Die fachliche Prüfung verbindet Menschenbild, Beziehung, Betätigung und Lebenskontext
  • Leitend bleibt die Frage „Welche Auslöser und Konsequenzen halten das Verhalten aufrecht, welche alternative Handlung wird konkret geübt und wie wird sie in den Alltag übertragen?“ Die Begründung muss Teilhabe, Machtverhältnisse, professionelle Grenzen und einen beobachtbaren Verlauf transparent machen
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 129–132, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / PSYBV/Kognitive Verhaltenstherapie und Lernen am Modell.docx, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / PSYBV/5. Krankheitsbilder Allgemein KiJu.pdf, 21.07.2026

Kinder und Jugendliche: ADHS, Essstörung, Zwang und Sozialverhalten
Fragen und Antworten
Definieren Sie den Begriff „ADHS“ (3 Punkte)
  • Interventionen unterstützen Initiierung, Planung, Impulskontrolle, Zeitgefühl und Aufgabenabschluss
  • Umweltreize, Pausen, sichtbare Schritte und unmittelbare Rückmeldung werden angepasst
  • Auch Stärken wie Ideenreichtum und hohe Interessensbindung werden genutzt
Definieren Sie den Begriff „Essstörungen“ (3 Punkte)
  • Bei Anorexia nervosa stehen medizinische Stabilität und abgestimmte Behandlung im Vordergrund
  • Ergotherapie bearbeitet Körpererleben, Alltag, Selbstwert, soziale Rollen und bedeutungsvolle Aktivität
  • Leistung, Perfektionismus und Bewegungsdrang dürfen durch Aufgaben nicht verstärkt werden
Definieren Sie den Begriff „Zwang“ (3 Punkte)
  • Zwangshandlungen reduzieren kurzfristig Angst und werden dadurch aufrechterhalten
  • Ergotherapie unterstützt alltagsnahe Handlungsfähigkeit und flexible Strategien
  • Exposition mit Reaktionsverhinderung gehört in einen qualifizierten, abgestimmten Behandlungsplan
Charakterisieren Sie „Oppositionelles Verhalten“ (3 Punkte)
  • Regeln werden klar, knapp und vorhersehbar vermittelt
  • Positive Interaktion, Wahlmöglichkeiten und passende Konsequenzen sind wichtiger als Machtkämpfe
  • Familie und Schule werden einbezogen, da Verhalten in verschiedenen Kontexten unterschiedliche Funktionen haben kann
Beurteilen Sie die Interventionsqualität bei „Kinder und Jugendliche: ADHS, Essstörung, Zwang und Sozialverhalten“ (2 Punkte)
  • Die Interventionsqualität wird an der Leitfrage „Welche Entwicklungsaufgabe, Umweltbedingung und Beziehungsdynamik beeinflusst das Verhalten, und wie wird die Maßnahme mit Familie, Schule und Team abgestimmt?“ geprüft
  • Ziel, Wirkprinzip, Sozialform, Medium, Dosierung, Sicherheit und Alltagstransfer werden vorab begründet und an beobachtbaren Kriterien im Verlauf kontrolliert
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 129–132, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / PSYBV/5. Krankheitsbilder Allgemein KiJu.pdf, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / PSYBV/ADHS im Erwachsenenalter.pdf, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / PSYBV/Anorexia.pdf.pdf, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / PSYBV/PsyBV Behandlung Krankheitsbild Paula Otto.docx, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / PSYBV/Gruppe 4 - Anna.pdf, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / PSYBV/PsyBv Max Handout.docx, 21.07.2026

Dialektisch-behaviorale Therapie und Borderline-Störung
Fragen und Antworten
Charakterisieren Sie „Dialektischer Grundgedanke“ (3 Punkte)
  • DBT verbindet Akzeptanz und Veränderung
  • Belastendes Erleben wird validiert, gleichzeitig werden konkrete Verhaltensalternativen aufgebaut
  • Dialektik verhindert die falsche Wahl zwischen „alles annehmen“ und „alles sofort verändern“
Definieren Sie den Begriff „Behandlungsbausteine“ (3 Punkte)
  • Typische Bereiche sind Achtsamkeit, Stresstoleranz, Emotionsregulation, zwischenmenschliche Fertigkeiten und Selbstwert
  • Skills sind erlernbare Fertigkeiten, keine bloßen Ablenkungstricks
  • Auswahl und Anwendung richten sich nach Anspannungsniveau, Funktion des Verhaltens und Sicherheit
Charakterisieren Sie „Therapeutische Haltung“ bei „Dialektisch-behaviorale Therapie“ (3 Punkte)
  • Klare Struktur, Verlässlichkeit, Mitgefühl und transparente Grenzen sind wesentlich
  • Spaltungserleben und wechselnde Beziehungseinschätzungen können Teams belasten
  • Absprachen werden konsistent gehalten und im Team reflektiert, ohne die Person als manipulativ abzuwerten
Charakterisieren Sie „Ergotherapeutische Rolle“ bei „Dialektisch-behaviorale Therapie und Borderline-Störung“ (2 Punkte)
  • Handlungsorientierte Aufgaben ermöglichen, Anspannung wahrzunehmen, Pausen einzusetzen, Entscheidungen zu treffen und Probleme schrittweise zu lösen
  • Ziel ist nicht das perfekte Produkt, sondern die Übertragung von Fertigkeiten in Alltag und Beziehungen
Nennen Sie Qualitätskriterien für „Dialektisch-behaviorale Therapie und Borderline-Störung“ (2 Punkte)
  • Die fachliche Prüfung verbindet Menschenbild, Beziehung, Betätigung und Lebenskontext
  • Leitend bleibt die Frage „Welche Funktion erfüllt das problematische Verhalten, welche Fertigkeit soll es ersetzen, und ist der Umgang mit Krisen und Selbstgefährdung im Team eindeutig geregelt?“ Die Begründung muss Teilhabe, Machtverhältnisse, professionelle Grenzen und einen beobachtbaren Verlauf transparent machen
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 129–132, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / PSYBV/DBT Borderline Diagnosekriterien.docx, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / PSYBV/DVE Artikel DBT.pdf, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / PSYBV/Aufgaben ET DBT.docx, 21.07.2026

Demenz und geriatrische psychosoziale Interventionen
Fragen und Antworten
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Ziele nach Krankheitsphase“ (3 Punkte)
  • Bei Demenz verändern sich Gedächtnis, Orientierung, Planung und Selbstständigkeit
  • Ziele richten sich auf Erhalt, Kompensation, Sicherheit, Teilhabe und Lebensqualität
  • Neue Lernziele bleiben möglich, müssen aber an Stadium und Kontext angepasst werden
Charakterisieren Sie „Vertraute Betätigung“ (3 Punkte)
  • Biografisch bekannte Tätigkeiten, Musik, Haushaltsaufgaben, Handwerk oder Rituale können Zugang und Selbstwirksamkeit fördern
  • Vertrautheit wird geprüft
  • Eine frühere Tätigkeit kann positiv, neutral oder belastend erlebt werden
Erklären Sie den fachlichen Kern von „Kommunikation und Umwelt“ (3 Punkte)
  • Kurze klare Sätze, Zeit, bestätigende Haltung und sichtbare Orientierung unterstützen
  • Konfrontation mit Fehlern wird vermieden, wenn sie keinen Nutzen hat
  • Gleichzeitig werden Schmerz, Delir, Depression und Sinnesbeeinträchtigungen nicht vorschnell als Demenzsymptom abgetan
Charakterisieren Sie „Angehörige und Pflege“ (3 Punkte)
  • Unterstützung wird so gestaltet, dass vorhandene Fähigkeiten genutzt werden
  • Angehörige erhalten konkrete Hinweise zu Tagesstruktur, Hilfen und Überforderung
  • Belastung der Bezugspersonen wird ernst genommen und an passende Dienste weitervermittelt
Beurteilen Sie die Interventionsqualität bei „Demenz und geriatrische psychosoziale Interventionen“ (2 Punkte)
  • Die Interventionsqualität wird an der Leitfrage „Welche Fähigkeit ist noch vorhanden, welche Hilfe ermöglicht Beteiligung und wie wird Würde gewahrt, ohne Risiken oder Krankheitsverlauf zu verharmlosen?“ geprüft
  • Ziel, Wirkprinzip, Sozialform, Medium, Dosierung, Sicherheit und Alltagstransfer werden vorab begründet und an beobachtbaren Kriterien im Verlauf kontrolliert
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 129–132, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / PSYBV/PSYBV_Anwendungsaufgabe_Alzheimer-Demenz_Gruppenarbeit (Clara Anna Helene Michelle Lena).pdf, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / PSYBV/Aufgabe.docx, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / PSYBV/Fallbeispiele Behandlung.docx, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / PSYBV/Demenz Gerald Hüther (1).docx, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / PSYBV/Schwerpunkte in den verschiedenen Fachbereichen.pdf, 21.07.2026

Gruppendynamik, Gruppenregeln und Konfliktlösung
Fragen und Antworten
Leiten Sie aus „Gruppe als therapeutisches System“ Konsequenzen für die ergotherapeutische Praxis ab (3 Punkte)
  • In Gruppen werden Zugehörigkeit, Abgrenzung, Kooperation, Konkurrenz, Rückmeldung und Rollen unmittelbar sichtbar
  • Das Gruppengeschehen ist nicht nur Hintergrund, sondern Teil der Intervention
  • Aufgabe und Beziehungsebene werden gleichzeitig beobachtet
Charakterisieren Sie „Struktur und Regeln“ (4 Punkte)
  • Ziel, Dauer, Gruppengröße, Teilnahmeform, Vertraulichkeit, Material und Umgang mit Störungen werden vorab geklärt
  • Regeln sollen verständlich, begründbar und tatsächlich durchsetzbar sein
  • Zu viele Regeln verhindern Eigenverantwortung
  • Zu wenig Struktur kann Sicherheit mindern
Charakterisieren Sie „Dynamik und Rollen“ (3 Punkte)
  • Gruppen entwickeln Normen, Bündnisse und wiederkehrende Rollen
  • Eine Person ist nicht „der Störer“, sondern zeigt ein Verhalten in einem bestimmten Gruppenkontext
  • Leitung prüft, wie Aufgabe, Tempo, Sitzordnung und eigene Reaktionen das Muster beeinflussen
Beurteilen Sie die zentralen Grenzen und Risiken bei „Konfliktbearbeitung“ (3 Punkte)
  • Konflikte werden konkretisiert: Wer erlebt welches Verhalten in welcher Situation mit welcher Wirkung?
  • Beobachtung und Bedürfnis werden getrennt, gemeinsame Ziele gesucht und überprüfbare Vereinbarungen getroffen
  • Bei Diskriminierung oder Gefährdung setzt die Leitung klare Grenzen
Nennen Sie Qualitätskriterien für „Gruppendynamik, Gruppenregeln und Konfliktlösung“ (2 Punkte)
  • Die fachliche Prüfung verbindet Menschenbild, Beziehung, Betätigung und Lebenskontext
  • Leitend bleibt die Frage „Ist die Gruppe als Sozialform für Ziel und Belastbarkeit geeignet, und kann ich sowohl die Aufgabe als auch die Interaktion fachlich beobachten und steuern?“ Die Begründung muss Teilhabe, Machtverhältnisse, professionelle Grenzen und einen beobachtbaren Verlauf transparent machen
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 129–132, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / PSYBV/Gruppenintervention Ideen.docx, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / PSYBV/3. Kommunikation und Gesprächsführung 02.2025.pdf, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / PSYBV/Ergotherapeutische Interventionen.pdf, 21.07.2026

Fallplanung und Therapieprojekt
Fragen und Antworten
Charakterisieren Sie „Fall strukturieren“ (3 Punkte)
  • Eine Fallplanung trennt gesicherte Angaben, Beobachtungen, Aussagen und Hypothesen
  • Diagnosen werden in Auswirkungen auf Betätigung übersetzt
  • Ressourcen, Risiken, Kontext und Perspektive der Person werden sichtbar gemacht
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Priorität und Ziel“ (3 Punkte)
  • Aus mehreren Problemen wird ein begründeter Schwerpunkt gewählt
  • Das Ziel beschreibt eine konkrete Betätigung mit Hilfestellung, Bedingungen und Zeitraum
  • Es muss zur Behandlungsdauer und zum Auftrag der Einrichtung passen
Charakterisieren Sie „Intervention entwerfen“ (3 Punkte)
  • Methode, Sozialform, Medium, Ablauf, Dosierung und Alternativen werden begründet
  • Erwartete Reaktionen und Abbruchkriterien werden vorab bedacht
  • Bei Gruppenprojekten werden individuelles und gemeinsames Ziel getrennt formuliert
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Evaluation und Reflexion“ (3 Punkte)
  • Nach Durchführung werden Prozess, Ergebnis, Beziehung und Transfer ausgewertet
  • Unerwartete Reaktionen gelten als Information
  • Die Planung wird verändert, statt die Person für ein nicht passendes Konzept verantwortlich zu machen
Beurteilen Sie die Interventionsqualität bei „Fallplanung und Therapieprojekt“ (2 Punkte)
  • Die Interventionsqualität wird an der Leitfrage „Kann ich meine Entscheidungskette von Befund über Ziel und Methode bis zur Evaluation vollständig erklären und alternative Hypothesen benennen?“ geprüft
  • Ziel, Wirkprinzip, Sozialform, Medium, Dosierung, Sicherheit und Alltagstransfer werden vorab begründet und an beobachtbaren Kriterien im Verlauf kontrolliert
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 129–132, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / PSYBV/Fallbeispiele Behandlung.docx, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / PSYBV/Fallbeispiel Forensik.docx, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / PSYBV/Fallbeispiel Psychosomatik.docx, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / PSYBV/Fallbeispiel Sucht.docx, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / PSYBV/Fallbeispiel Kinder- und Jugendpsychiatrie.docx, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / PSYBV/PsyBV Behandlung Krankheitsbild Paula Otto.docx, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / PSYBV/PsyBv Max Handout.docx, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / PSYBV/Fragen.pdf, 21.07.2026

Störungsbilder und psychosoziale Fachbereiche im Überblick
Fragen und Antworten
Charakterisieren Sie „Nicht von der Diagnose zur Schablone“ (2 Punkte)
  • Diagnosen ordnen Symptome und erleichtern Kommunikation, bestimmen aber nicht automatisch den ergotherapeutischen Bedarf
  • Zwei Menschen mit derselben Diagnose können sich in Antrieb, Kognition, Beziehung, Rollen, Interessen und Umwelt stark unterscheiden
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Typische Profile“ (5 Punkte)
  • Psychotische Störungen können Wahrnehmung, Denken und Realitätsprüfung verändern
  • Depression betrifft häufig Stimmung, Antrieb, Interesse und Selbstwert
  • Zwangsstörungen sind durch aufdrängende Gedanken oder ritualisierte Handlungen geprägt
  • ADHS betrifft unter anderem Aufmerksamkeit, Impulssteuerung und Organisation
  • Demenzen verlaufen kognitiv progredient
Beschreiben Sie Ablauf und fachliche Bedeutung von „Entwicklung und Kontext“ (3 Punkte)
  • In der Kinder- und Jugendpsychiatrie werden Entwicklungsstand, Familie, Schule und Peers einbezogen
  • Essstörungen, oppositionelles Verhalten oder Angst werden nicht isoliert vom Umfeld betrachtet
  • Bei Erwachsenen beeinflussen Beruf, Partnerschaft, Elternrolle und materielle Lage die Handlungsfähigkeit
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Spezielle Bereiche“ (4 Punkte)
  • Psychosomatik fokussiert Wechselwirkungen von Körper, Erleben und Verhalten
  • Suchtbehandlung berücksichtigt Craving, Rückfallrisiko, Alltag und soziale Folgen
  • Forensik verbindet Therapie mit Sicherungsauftrag und rechtlichen Rahmenbedingungen
  • In jedem Bereich bleiben Würde, Betätigungsorientierung und realistische Teilhabeziele zentral
Nennen Sie Qualitätskriterien für „Störungsbilder und psychosoziale Fachbereiche im Überblick“ (2 Punkte)
  • Die fachliche Prüfung verbindet Menschenbild, Beziehung, Betätigung und Lebenskontext
  • Leitend bleibt die Frage „Welche beobachtbaren Auswirkungen hat das Störungsbild auf konkrete Betätigungen, und welche individuellen Ressourcen widersprechen einer pauschalen Diagnoseannahme?“ Die Begründung muss Teilhabe, Machtverhältnisse, professionelle Grenzen und einen beobachtbaren Verlauf transparent machen
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 129–132, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / PSYBV/5. Krankheitsbilder Allgemein KiJu.pdf, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / PSYBV/6. Psychosomatik Sucht Forensik.pdf, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / PSYBV/ADHS im Erwachsenenalter.pdf, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / PSYBV/Anorexia.pdf.pdf, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / PSYBV/Gruppe 4 - Anna.pdf, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / PSYBV/PsyBv Max Handout.docx, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / PSYBV/Demenz Gerald Hüther (1).docx, 21.07.2026

Sozialtherapie, Milieu und Lebenswelt
Fragen und Antworten
Erläutern Sie die Kernaussagen von „Grundannahme der Sozialtherapie“ (2 Punkte)
  • Sozialtherapie versteht psychische Gesundheit als Ergebnis des Zusammenspiels von Person, Beziehungen, materiellen Bedingungen und gesellschaftlicher Teilhabe
  • Behandlung verändert deshalb nicht nur individuelles Verhalten, sondern auch Alltag, Rollen, Unterstützung und Zugang zu bedeutsamen Lebensbereichen
Leiten Sie aus „Milieu als therapeutischer Faktor“ Konsequenzen für die ergotherapeutische Praxis ab (3 Punkte)
  • Milieu umfasst Regeln, Tagesrhythmus, Räume, Kommunikationsformen, Aufgaben und soziale Erwartungen einer Einrichtung
  • Es kann Sicherheit und Orientierung geben, aber auch Abhängigkeit oder Anpassungsdruck erzeugen
  • Therapeutische Gestaltung wird deshalb gemeinsam begründet und regelmäßig auf Teilhabewirkung geprüft
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Lebensweltbezogene Zielsetzung“ (2 Punkte)
  • Lebensweltbezogene Ziele beziehen sich auf tatsächliches Wohnen, Selbstversorgung, Beziehungen, Mobilität, Bildung, Arbeit und Freizeit
  • Ein Ziel ist erst tragfähig, wenn es außerhalb der Institution Bedeutung besitzt und mit verfügbaren Ressourcen, Barrieren und Unterstützungsformen verbunden wird
Leiten Sie aus „Ergotherapeutischer Beitrag zur Sozialtherapie“ Konsequenzen für die ergotherapeutische Praxis ab (3 Punkte)
  • Ergotherapie analysiert konkrete Betätigungen, erprobt abgestufte Anforderungen und gestaltet Umwelt sowie Hilfen
  • Sie unterstützt Rollenübernahme, Tagesstruktur und soziale Beteiligung
  • Der Auftrag bleibt von Sozialarbeit, Pflege und Psychotherapie abgegrenzt, wird aber im gemeinsamen Behandlungsplan verbunden
Charakterisieren Sie „Qualitätskriterien der Sozialtherapie“ (3 Punkte)
  • Qualität zeigt sich an gemeinsam vereinbarten Zielen, geringstmöglicher institutioneller Abhängigkeit, verständlichen Regeln und überprüfbarer Teilhabe
  • Unterstützung wird nicht nur angeboten, sondern in realen Situationen erprobt
  • Die Person behält Wahlmöglichkeiten und erhält nachvollziehbare Rückmeldung zum Verlauf
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 129–132, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / PSYBV/Besonderheiten ergotherapeutischer Einrichtungen im psychosozialen Bereich Zusammenfassung.pdf, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / PSYBV/Ergotherapeutische Arbeitsbereiche und Tätigkeitsfelder.pdf, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / PSYBV/Betätigungsorientierte Ergotherapie in der Psychiatrie.pdf, 21.07.2026

DGPPN/AWMF S3-Leitlinie Psychosoziale Therapien bei schweren psychischen Erkrankungen, Version 3.0, 2025, 21.07.2026

Gesprächspsychotherapie, Gestalttherapie und Psychodrama
Fragen und Antworten
Charakterisieren Sie „Gesprächspsychotherapie nach Rogers“ (3 Punkte)
  • Die Gesprächspsychotherapie arbeitet mit Empathie, Kongruenz und bedingungsfreier positiver Beachtung
  • Die Therapeutin versucht die subjektive Bedeutung genau zu verstehen und spiegelt sie prüfend zurück
  • In der Ergotherapie prägt diese Haltung Gespräch, gemeinsame Betätigung und Zielaushandlung
Leiten Sie aus „Gestalttherapeutische Grundidee“ Konsequenzen für die ergotherapeutische Praxis ab (4 Punkte)
  • Gestalttherapie richtet Aufmerksamkeit auf gegenwärtiges Erleben, Kontakt und unerledigte Situationen
  • Wahrnehmung, Körperreaktion und Handlung werden im Hier und Jetzt erkundet
  • Ergotherapeutisch können diese Elemente reflektierend genutzt werden
  • Eigenständige psychotherapeutische Behandlung setzt entsprechende Qualifikation voraus
Charakterisieren Sie „Psychodrama als Verfahren“ (4 Punkte)
  • Psychodrama stellt Beziehungen, Rollen und Konflikte szenisch dar
  • Rollenwechsel und Perspektivübernahme können neue Handlungsmöglichkeiten sichtbar machen
  • Im ergotherapeutischen Rahmen werden kurze, klar begrenzte Rollenspiele zielbezogen eingesetzt
  • Intensive biografische Bearbeitung gehört in einen geeigneten psychotherapeutischen Rahmen
Nennen Sie die zentralen Aspekte von „Gemeinsame Wirkfaktoren“ (3 Punkte)
  • Alle drei Ansätze nutzen Beziehung, erlebte Bedeutung und aktive Perspektivveränderung
  • Sie unterscheiden sich in Gesprächsform, Körper- und Szenenbezug sowie therapeutischer Tiefe
  • Die Auswahl folgt Befund, Ziel, Stabilität, Einwilligung und Qualifikation, nicht der persönlichen Vorliebe der behandelnden Person
Beurteilen Sie die zentralen Grenzen und Risiken bei „Ergotherapeutische Grenze“ bei „Gesprächspsychotherapie, Gestalttherapie“ (3 Punkte)
  • Humanistisch orientierte Elemente unterstützen Selbstwahrnehmung, Kommunikation und Betätigungsentscheidungen
  • Sie dürfen weder fachärztliche Diagnostik noch Psychotherapie vortäuschen
  • Bei Traumafolgen, akuter Krise, schwerer Dissoziation oder Selbstgefährdung werden Zuständigkeit und Sicherheitsplan im Team geklärt
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 129–132, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / PSYBV/3. Kommunikation und Gesprächsführung 02.2025.pdf, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / PSYBV/Die Bedeutung von Kommunikation Artikel.pdf, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / PSYBV/Schritte aktives Zuhören.pdf, 21.07.2026

Psychodynamische und biologische Verfahren
Fragen und Antworten
Erläutern Sie die Kernaussagen von „Psychodynamische Grundannahme“ bei „Psychodynamische und biologische Verfahren“ (3 Punkte)
  • Psychodynamische Ansätze betrachten aktuelle Symptome und Beziehungsmuster auch im Zusammenhang mit unbewussten Konflikten, frühen Erfahrungen und inneren Abwehrformen
  • Deutung und Durcharbeiten gehören in einen psychotherapeutischen Rahmen
  • Ergotherapie beobachtet Beziehung und Handlung, ohne spekulative Tiefendeutungen als Befund auszugeben
Unterscheiden Sie „Bedeutung von Übertragung und Gegenübertragung“ anhand fachlicher Kriterien (4 Punkte)
  • Übertragung bezeichnet Erwartungen und Beziehungsmuster, die in der aktuellen therapeutischen Beziehung wieder wirksam werden können
  • Gegenübertragung umfasst Reaktionen der Fachperson
  • Beide sind Reflexionshilfen, keine Etiketten
  • Beobachtungen werden im Team oder in Supervision geprüft und nicht als sichere Erklärung dokumentiert
Charakterisieren Sie „Biologische Behandlungsverfahren“ (3 Punkte)
  • Medikamentöse Therapie, Lichttherapie und Elektrokrampftherapie sind ärztlich indizierte und verantwortete Verfahren
  • Ergotherapie kennt ihren Zweck und mögliche Auswirkungen auf Wachheit, Antrieb, Kreislauf, Gedächtnis und Belastbarkeit
  • Verordnung, Dosisänderung und medizinische Überwachung liegen nicht im ergotherapeutischen Auftrag
Leiten Sie aus „Ergotherapeutische Anpassung“ Konsequenzen für die ergotherapeutische Praxis ab (3 Punkte)
  • Therapiezeit, Reizniveau, Komplexität und Sicherheitsmaßnahmen werden an aktuelle Wirkung und Nebenwirkungen angepasst
  • Veränderungen von Antrieb, Orientierung, Tremor, Sturzrisiko oder Gedächtnis werden sachlich beobachtet und weitergegeben
  • Die Aktivität bleibt bedeutsam, erreichbar und mit Pausen sowie Hilfen planbar
Unterscheiden Sie „Abgrenzung von Erklärungsmodellen“ anhand fachlicher Kriterien (3 Punkte)
  • Psychodynamische, biologische, lerntheoretische und soziale Modelle erklären unterschiedliche Ebenen
  • Kein Modell erfasst allein die Person
  • Eine multidimensionale Planung verbindet Symptome, Biografie, Körper, Betätigung, Beziehungen und Umwelt, ohne aus einem einzelnen Erklärungsansatz automatische Behandlungsschritte abzuleiten
Quellen

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin Sachsen, Seiten 129–132, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / PSYBV/Geschichte der Psychiatrie.docx, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / PSYBV/Angrenzende Verfahren Depression.pdf, 21.07.2026

FÄCHER(6).zip / PSYBV/5. Krankheitsbilder Allgemein KiJu.pdf, 21.07.2026

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