Die Aufgabe der Ergotherapeuten besteht weniger in der Behandlung von Krankheiten, als vielmehr darin, Folgen, die die Handlungsfähigkeit eines Menschen beeinträchtigen, zu beseitigen, zu mindern oder zu kompensieren.
Aufbauend auf dem vorhandenen Wissen der Anatomie und Physiologie werden im Fach „Spezielle Krankheitslehre“ Kenntnisse über Ursachen, Krankheitszeichen, Untersuchungsverfahren und Behandlungsmöglichkeiten häufig auftretender Erkrankungen vermittelt. Unter berufsspezifischer Schwerpunktsetzung werden insbesondere die Krankheiten und Schädigungen intensiv behandelt, deren Folgen die Handlungsfähigkeit eines Menschen deutlich stören. Die Vermittlung von Kenntnissen begrenzt sich dabei auf die Krankheitsbilder, bei denen Ergotherapie zur Verbesserung oder Wiederherstellung der Handlungsfähigkeit angewandt wird. So liegt z. B. im Bereich der Chirurgie der Schwerpunkt auf Traumatologie, Handchirurgie und periphere Neurochirurgie.
Anliegen des Faches ist es, die Schülerinnen und Schüler auf der Grundlage ihres erworbenen Wissens zu befähigen, Patienten gewissenhaft zu beobachten, Schwerpunkte für die ergotherapeutische Befunderhebung abzuleiten und diese in die Zielstellungen der Behandlungsplanung einzuarbeiten.
Der Unterricht ist anschaulich und praxisnah zu gestalten und durch den Einsatz von Fallbeispielen und geeigneten Medien wie z. B. interaktiver Software und Video zu beleben. Dabei sind inhaltliche und zeitliche Abstimmungen mit den Fächern „Allgemeine Krankheitslehre“, „Medizinsoziologie und Gerontologie“ sowie den ergotherapeutischen Behandlungsverfahren und ergotherapeutischen Mittel vorzunehmen.